<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162</id><updated>2012-02-10T12:20:53.743+01:00</updated><title type='text'>silvae</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>778</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-4557362412382768951</id><published>2012-02-10T10:35:00.001+01:00</published><updated>2012-02-10T10:41:07.875+01:00</updated><title type='text'>Edgar Wallace</title><content type='html'>&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/ba/Bundesarchiv_Bild_102-13109,_Edgar_Wallace.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/ba/Bundesarchiv_Bild_102-13109,_Edgar_Wallace.jpg" width="140" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Trying to assess Wallace’s work in literary terms would be as pointless as applying sculptural evaluation to a load of gravel&lt;/i&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="font-family: verdana, helvetica, arial, sans-serif; font-size: 12px; line-height: 15px;"&gt;,&lt;/span&gt; hat &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Colin_Watson_(writer)"&gt;Colin Watson&lt;/a&gt; in seinem Buch &lt;i&gt;Snobbery with Violence&lt;/i&gt; über Edgar Wallace geschrieben. Ein klein wenig fies ist das schon. Was hätte Wallace über die Romane seines Kollegen Watson gesagt? Ein klein wenig interessanter als &lt;i&gt;a load of gravel&lt;/i&gt; ist Edgar Wallace doch. Immerhin hat kein Geringerer als George Orwell über ihn gesagt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;It would be interesting and I believe valuable to work out the underlying beliefs and general imaginative background of a writer like Edgar Wallace&lt;/i&gt;. Orwell schrieb das in einem Brief an &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Geoffrey_Gorer"&gt;Geoffrey Gorer&lt;/a&gt; und fügte dem Satz noch hinzu: &lt;i&gt;But of course that's the kind of thing nobody will ever print&lt;/i&gt;. Doch das Genre, das soviel Ideologie&amp;nbsp;transportieren kann, hat ihn nicht losgelassen, wenig später schrieb er seinen berühmten Essay ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.george-orwell.org/Raffles_and_Miss_Blandish/0.html"&gt;Raffles and Miss Blandish&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;. In dem Edgar Wallace natürlich nicht fehlen durfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Edgar Wallace ist heute vor achtzig Jahren in Beverley Hills gestorben. Er war in Hollywood gewesen, weil er an dem Drehbuch von &lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/King_Kong"&gt;King Kong&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; gearbeitet hatte. Obgleich das endgültige Drehbuch nicht sein Werk war, wird sein Name im Titel des Films genannt. Sein Leichnam wurde auf dem Luxusliner &lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Imperator_(1913)"&gt;Berengaria&lt;/a&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;nach England gebracht. Sein Sarg war in einem Salon aufgestellt, mit dem Union Jack, Blumen und Kränzen geschmückt. Als die &lt;i&gt;Berengaria&lt;/i&gt; in Southampton einlief, hatte sie ihre Flagge auf Halbmast. Es war, als wäre ein König in seine Heimat zurückgekommen. Und ein König des Kriminalromans war er zu seinen Lebzeiten gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;There is no end to any story, but here I will make the end of mine; for an autobiography should conclude at some decent interval from to-day. I shall be broke again and rich again; but broke or rich, I shall, if the Lord keeps me in good health, be grateful and happy for every new experience, for every novel aspect which the slow-moving circle of life presents to me. I have made many big friends and provoked a few little enmities, which will clear up someday. And I am here! Newspaper-boy, cabin-boy, soldier, journalist, writer--what next? Whatever it is, I'll bet it is interesting&lt;/i&gt;, hat er in seiner Autobiographie ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://gutenberg.net.au/ebooks08/0801201.txt"&gt;Edgar Wallace by Himself&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; geschrieben. Deren Erscheinen im Jahre 1932 er nicht mehr erlebt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.edgarwallace.org/Edgar%20wallace_WEB.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="197" src="http://www.edgarwallace.org/Edgar%20wallace_WEB.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Newspaper-boy, cabin-boy, soldier, journalist, writer&lt;/i&gt;:&amp;nbsp;das umreißt sein Leben. Eine einzige Horatio Alger Story, &lt;i&gt;from rags to riches&lt;/i&gt;. Die Geschichte seines Lebens hat manche Parallelen mit dem Leben von Dickens. Allerdings hinterließ der bei seinem Tod mehr Geld als Wallace, der Multimillionär Edgar Wallace war pleite. Wenige Jahre nach seinem Tod erschien das erste Buch über ihn, &lt;i&gt;Edgar Wallace: The Biography of a Phenomenon&lt;/i&gt;. Geschrieben von ➱&lt;a href="http://www.independent.co.uk/news/people/obituary-margaret-lane-1394635.html"&gt;Margaret Lane&lt;/a&gt;, die später den &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Francis_Hastings,_16th_Earl_of_Huntingdon"&gt;Earl of Huntingdon&lt;/a&gt;&amp;nbsp;heiratete. Zuvor war sie mit Bryan Wallace, dem Sohn von Edgar Wallace verheiratet gewesen. Graham Greene, der Wallace einmal als eine &lt;i&gt;lebende Buchfabrik&lt;/i&gt; bezeichnet hatte, schrieb damals staunend über das Buch von Margaret Lane: &lt;i&gt;has there ever before been so literate a biography of a writer so completely outside the world of serious letters? &lt;/i&gt;Es bleibt bis heute ein wichtiges Buch, man kann es antiquarisch noch sehr billig finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.kinokunst.de/FBooks_d/Citadel/G10216_DieEdgarWallaceFilme.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.kinokunst.de/FBooks_d/Citadel/G10216_DieEdgarWallaceFilme.jpg" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wir kennen Edgar Wallace in Deutschland ja meistens nur durch die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edgar-Wallace-Filme"&gt;Edgar Wallace Filme&lt;/a&gt;, die mit den Romanen häufig wenig zu tun haben. Über die schreibe ich gerne ein anderes Mal, ich bleibe heute einmal bei den Romanen. Die bei uns ja meist in der Version des Goldmann Verlags verbreitet sind, diese roten Cover hat sicherlich jeder schon einmal gesehen. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der einen Edgar Wallace auf Englisch las. Nicht dass ich behaupten wollte, dass es große Literatur sei, aber wenn man sich ernsthaft mit Wallace beschäftigen wollte, sollte man ihn schon im Original lesen (auf dieser ➱&lt;a href="http://www.gutenberg.org/browse/authors/w#a999"&gt;Seite&lt;/a&gt; gibt es eine ganze Menge Wallace). Die deutschen Übersetzungen sind ein trauriges Kapitel. Wilhelm Goldmann hat nie vernünftige Honorare an seine Übersetzer bezahlt, ich kann das so apodiktisch sagen, weil ich Leute kenne, die früher mal für Goldmann übersetzt habe (und weil ich Wilhelm Goldmann einmal kennengelernt habe).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://phantasienreisen.files.wordpress.com/2011/06/der-hexer.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://phantasienreisen.files.wordpress.com/2011/06/der-hexer.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die ersten Übersetzungen der Romane von Wallace sind schon sehr alt, weil Wallace schon seit den zwanziger Jahren ein Goldmann Autor ist. Der junge Verleger Wilhelm Goldmann war von den Afrika-Erzählungen wie &lt;i&gt;Sanders of the River&lt;/i&gt; begeistert, die er 1925 herausbrachte. Die Krimis folgten wenig später. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Goldmann viele Romane neu übersetzen oder bearbeiten lassen, Ende der sechziger Jahre gab es einen Schub von Neuübersetzungen. Da enthielten die Romane dann auch zum ersten Mal die Namen der Übersetzer, wie Gregor Müller oder Tony Westermayr (der auch Dick Francis und manche &lt;i&gt;Star Wars&lt;/i&gt; Romane übersetzt hatte). Gleichzeitig scheinen aber bei Billiganbietern alte Lizenzausgaben mit immer wieder nachgedruckten Druckfehlern aus der Vorkriegszeit im Handel zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.nzz.ch/images/hellmut_lange_edgar_wallace_fullSize_1.9203743.1295873190.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="148" src="http://www.nzz.ch/images/hellmut_lange_edgar_wallace_fullSize_1.9203743.1295873190.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Was Edgar Wallace schreibt, ist zweifellos &lt;i&gt;formula fiction&lt;/i&gt;, aber er hat seine eigene Erfolgsformel. Eine spannende Handlung, in die eine Vielzahl von verwirrenden Nebenhandlungen eingebaut sind: &lt;i&gt;Inside the frame of the principal mystery, minor mysteries, slighty overlapping are started like harses and pursued for a short distance, each new problem being set immediately before the solution of its predecessor&lt;/i&gt;. Häufig verliert man als Leser den Überblick über die Personen. Der Autor auch, das kommt davon, wenn man einen Roman an einem Wochenende schreibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.randomhouse.de/goldmann/images/goldmann_wallace_london.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.randomhouse.de/goldmann/images/goldmann_wallace_london.jpg" width="146" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Eine der Neuerungen von Wallace für den englischen Kriminalroman ist die Einführung eines &lt;i&gt;love interest&lt;/i&gt;, etwas, was der "reine" Detektivroman im&amp;nbsp;&lt;i&gt;Golden Age of the Detective Novel&lt;/i&gt;&amp;nbsp;der zwanziger Jahre zu vermeiden&amp;nbsp;versuchte. Der war inzwischen nicht mehr so ein schöner viktorianischer Gesellschaftsroman wie Wilkie Collins' &lt;i&gt;The Moonstone&lt;/i&gt;, sondern war zu einer etwas blutleeren Form eines Kreuzworträtsels in Romanform verkommen. Es ist vielleicht kein Zufall, dass das Kreuzworträtsel in der gleichen Zeit entsteht, in der die &lt;i&gt;orthodox detective novel&lt;/i&gt; ihren Höhepunkt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei Edgar Wallace lernt der Held (meist ein Beamter im Dienst ihrer Majestät, kaum jemals ein Privatdetektiv) schon am Anfang eine stereotyp schöne junge Frau kennen: &lt;i&gt;A beautiful girl, sometimes of independent means, more usually a secretary, who always in the course of the story turns out to be deeply though innocently involved in a financial plot and therefore the object of the villain's machinations. She is always partly responsible for the solving of the mystery, and rarely escapes being locked in an attic or a dungeon with a homicidal monster&lt;/i&gt;. Knapper als Margaret Lane das hier tut, kann man die Rolle der Heldin nicht beschreiben. Wenn eine Sekretärin am Ende des Romans eine Millionenerbin ist, wird das die weibliche Leserschaft von Edgar Wallace in den finanziell unsicheren zwanziger Jahren sicher getröstet haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es verfehlt seine Wirkung offensichtlich nicht. So nannte der ansonsten immer kritische &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Haas"&gt;Willy Haas&lt;/a&gt; in der &lt;i&gt;Literarischen Welt&lt;/i&gt; 1929 Wallace zwar&amp;nbsp;&lt;i&gt;einen sich selbst vernichtenden Kolportageschmierer und skrupellosen Geldjäger - aber eben doch ein mythisches Genie, das buchstäblich nur stundenweise zu sich selbst kam und zu seinem Genie&lt;/i&gt;, bekannte aber gleichzeitig, dass er die Romane&amp;nbsp;&lt;i&gt;mit der Autosuggestion lese, es handle sich um Parodien. Dennoch, wenn ich einmal drin stecke, kann ich nicht mehr aufhören. Von wie tief muss eine Wirkung kommen, die sogar ungefährdet die Schwelle der unfreiwilligen Lächerlichkeit überschreitet?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-3U7JEpK_M4Q/TiT2ooV0lXI/AAAAAAAACE4/rQXoSIsS9cs/s1600/CORPSEPACKSHISBAGS.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-3U7JEpK_M4Q/TiT2ooV0lXI/AAAAAAAACE4/rQXoSIsS9cs/s200/CORPSEPACKSHISBAGS.jpg" width="144" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich lasse das mal so stehen, ich könnte jetzt tagelang weiter schreiben. Aber das lasse ich lieber, sonst werde ich noch wie Edgar Wallace. Und Willy Haas hat natürlich Recht. Ich habe mir, bevor ich dies hier schrieb, einige Edgar Wallace Romane aus einem Bücherschrank genommen. Und was ist passiert? Ohne es wirklich zu wollen, habe ich ratzfatz zwei Stück gelesen. Als ich noch studierte, fuhr ich an einem Tag der Woche immer in der Straßenbahn, in dem der Professor für Archäologie saß, dessen Vorlesung ich wenig später hören würde. Er sah ein wenig aus wie Richard Wagner, weil er ein schwarzes Barrett und einen weitwehenden Mantel trug. Er nutzte die letzten Semester vor seiner Emeritierung dazu, mit seinen wissenschaftlichen Feinden in seiner Vorlesung öffentlich abzurechnen. Die Vorlesungen gingen immer über &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rotfigurige_Vasenmalerei"&gt;rotfigurige attische Tonvasen&lt;/a&gt;, über die habe ich in mehreren Semestern erstaunlich viel nutzloses Wissen angesammelt. Und was las der Fachmann für rotfigurige attische Tonvasen in der Straßenbahn? Ich traute damals meinen Augen kaum: jeder Woche Edgar Wallace! Diese billigen roten Goldmann Paperbacks. Damals fand ich das furchtbar daneben, aber inzwischen glaube ich mit Willy Haas, dass Edgar Wallace ein Geheimtipp für Connoisseurs ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-4557362412382768951?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/4557362412382768951/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/edgar-wallace.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/4557362412382768951'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/4557362412382768951'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/edgar-wallace.html' title='Edgar Wallace'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-3U7JEpK_M4Q/TiT2ooV0lXI/AAAAAAAACE4/rQXoSIsS9cs/s72-c/CORPSEPACKSHISBAGS.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-590266440843550215</id><published>2012-02-09T21:53:00.000+01:00</published><updated>2012-02-09T21:53:39.860+01:00</updated><title type='text'>Irritation</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.fr-online.de/image/view/2011/4/26/8494978,5631068,highRes,maxh,480,maxw,480,1431789.jpg.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="160" src="http://www.fr-online.de/image/view/2011/4/26/8494978,5631068,highRes,maxh,480,maxw,480,1431789.jpg.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Manche Leser maulen. Nein, heute gab es nix. Das hatte ich im Januar gesagt, dass ich mal den einen oder anderen Tag auslassen würde. Morgen gibt es eine ganze Menge zu Edgar Wallace. Um sich darauf einzustimmen, könnten Sie jetzt einen Augenblick an ➱&lt;a href="http://web.archive.org/web/20080213010240/http://www.deutscher-tonfilm.de/hdrache1.html"&gt;Heinz Drache&lt;/a&gt; denken, der heute Geburtstag gehabt hätte. Vielleicht war er ein guter Schauspieler, auf jeden Fall war er ein Opfer dieser deutschen Edgar Wallace+Francis Durbridge Volksseuche der sechziger Jahre. Er trug immer messerscharfe Anzüge, die aber immer sehr deutsch und niemals sehr englisch waren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-590266440843550215?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/590266440843550215/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/irritation.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/590266440843550215'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/590266440843550215'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/irritation.html' title='Irritation'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-852797526131702928</id><published>2012-02-08T11:05:00.001+01:00</published><updated>2012-02-08T11:06:26.090+01:00</updated><title type='text'>Statistik</title><content type='html'>&lt;span class="Apple-style-span" style="color: #333333; font-family: 'trebuchet ms', verdana, arial, sans-serif; font-size: 13px; line-height: 19px;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="GKFKIV-IO GKFKIV-BO" style="float: left; font-size: 18px; font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="GKFKIV-IO GKFKIV-BO" style="float: left; font-size: 18px; font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="GKFKIV-IO GKFKIV-BO" style="float: left; font-size: 18px; font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="GKFKIV-IO GKFKIV-BO" style="float: left; font-size: 18px; font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="GKFKIV-IO GKFKIV-BO" style="float: left; font-size: 18px; font-weight: bold;"&gt;Posts&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="GKFKIV-JO" style="border-top-color: rgb(204, 204, 204); border-top-style: solid; border-top-width: 1px; color: #333333; font-family: 'trebuchet ms', verdana, arial, sans-serif; font-size: 13px; line-height: 19px; margin-top: 5px;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" style="border-bottom-width: 0px; 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border-top-width: 0px; color: #333333; font-size: 13px; width: 410px;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td align="left" style="border-bottom-width: 0px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; font-size: 13px; line-height: 1.5em; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; padding-top: 0px; vertical-align: top;"&gt;&lt;div class="GKFKIV-HT" style="color: #666666; font-size: 12px; padding-right: 6px;"&gt;25.05.2011&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td align="right" style="border-bottom-width: 0px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; font-size: 13px; line-height: 1.5em; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; padding-top: 0px; vertical-align: top;"&gt;&lt;div class="GKFKIV-HT" style="color: #666666; font-size: 12px; padding-right: 6px;"&gt;&lt;span class="GKFKIV-NS" style="color: black; font-weight: bold;"&gt;181&lt;/span&gt;&amp;nbsp;Seitenaufrufe&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td align="left" style="border-bottom-width: 0px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; font-size: 13px; line-height: 1.5em; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; padding-top: 0px; vertical-align: top;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="GKFKIV-PS" style="border-bottom-color: rgb(231, 231, 231); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 1px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; 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border-bottom-color: rgb(231, 231, 231); border-bottom-style: solid; border-bottom-width: 1px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; color: #333333; font-size: 13px; width: 410px;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td align="left" style="border-bottom-width: 0px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; font-size: 13px; line-height: 1.5em; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; padding-top: 0px; vertical-align: top;" width="380px"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" class="GKFKIV-IT" style="border-bottom-width: 0px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; color: #333333; font-size: 13px; height: 50px; padding-bottom: 5px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; padding-top: 6px; width: 410px;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td align="left" style="border-bottom-width: 0px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; font-size: 13px; line-height: 1.5em; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; padding-top: 0px; vertical-align: top;"&gt;&lt;div class="gwt-HTML"&gt;&lt;div class="GKFKIV-JT" style="max-width: 350px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden; white-space: nowrap;"&gt;&lt;a class="GKFKIV-FT" href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/12/heinrich-vogeler.html" style="color: #3366cc; font-weight: normal;"&gt;Heinrich Vogeler&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td align="left" style="border-bottom-width: 0px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; font-size: 13px; line-height: 1.5em; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; padding-top: 0px; vertical-align: top;"&gt;&lt;table cellpadding="0" cellspacing="0" style="border-bottom-width: 0px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; color: #333333; font-size: 13px; width: 410px;"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td align="left" style="border-bottom-width: 0px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; font-size: 13px; line-height: 1.5em; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; padding-top: 0px; vertical-align: top;"&gt;&lt;div class="GKFKIV-HT" style="color: #666666; font-size: 12px; padding-right: 6px;"&gt;12.12.2011, 1 Kommentar&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td align="right" style="border-bottom-width: 0px; border-color: initial; border-left-width: 0px; border-right-width: 0px; border-style: initial; border-top-width: 0px; font-size: 13px; line-height: 1.5em; margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px; padding-bottom: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; padding-top: 0px; vertical-align: top;"&gt;&lt;div class="GKFKIV-HT" style="color: #666666; font-size: 12px; padding-right: 6px;"&gt;&lt;span class="GKFKIV-NS" style="color: black; font-weight: bold;"&gt;34&lt;/span&gt;&amp;nbsp;Seitenaufrufe&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;So sah es auf meiner Statistikseite gestern Morgen aus, heute sieht es schon wieder anders aus. Ich habe ein Dreivierteljahr gebraucht, um diese Seite zu finden, heute schaue ich jeden Tag einmal in die Statistik. Es ist immer wieder verblüffend, was die Leser so lesen. Diese Statistikseite ist ein tolles Spielzeug, man kann auf ihr sehen, wo auf der Welt man gerade gelesen wird, mit welchen Browsern der Leser den Weg hierher gefunden hat. Und welches Computersystem er besitzt - und ähnlichen Unsinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://truffaut.de/wp-content/uploads/2009/02/truffaut011.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://truffaut.de/wp-content/uploads/2009/02/truffaut011.jpg" width="146" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und dann gibt es noch kommerzielle Seiten, die ein Profil eines Blogs erstellen. Auf einer solchen habe ich gefunden, dass ich seit zehn Jahren im Netz bin und täglich 98 Leser habe. Woran man sehen kann, wie trügerisch diese Statistiken sind. Ich bin erst seit zwei Jahren im Netz, und gestern waren es - so ganz nebenbei gesagt - 1.023 Leser. Vorgestern waren es zehn weniger. Weshalb der Patti d'Arbanville Artikel immer wieder angeklickt wird, weiß ich nicht. Die 158 Seitenaufrufe bei Schlittschuhlaufen kann ich angesichts des Winterwetters verstehen. Die 43 Leser von Fanny Ardant auch, da war gerade bei ARTE &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Auf_Liebe_und_Tod" style="font-style: italic;"&gt;Auf Liebe und Tod&lt;/a&gt;&amp;nbsp;gelaufen. Und auf ARTE möchte ich mal eben hinweisen, weil die zum achtzigsten Geburtstag von Truffaut eine kleine ➱&lt;a href="http://www.arte.tv/de/638312.html"&gt;Truffaut Retrospektive&lt;/a&gt; haben. Falls Sie vor Jahrzehnten seine Filme im Kino verpasst haben, und falls Sie nicht alle seine Filme auf DVD besitzen, dann gucken Sie bis zum 24. Februar ARTE. Sie könnten natürlich auch noch mal eben ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/12/waltz-into-darkness.html"&gt;Waltz into Darkness&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; lesen. Ich kontrolliere dann morgen auf der Statistikseite, ob Sie das getan haben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-852797526131702928?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/852797526131702928/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/statistik.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/852797526131702928'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/852797526131702928'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/statistik.html' title='Statistik'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-9170049190907983956</id><published>2012-02-07T11:40:00.001+01:00</published><updated>2012-02-07T12:38:48.291+01:00</updated><title type='text'>Charles Dickens</title><content type='html'>&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://static.guim.co.uk/sys-images/Guardian/Archive/Search/2011/12/20/1324376762436/Great-Expectations-007.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="120" src="http://static.guim.co.uk/sys-images/Guardian/Archive/Search/2011/12/20/1324376762436/Great-Expectations-007.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;The man, after looking at me for a moment, turned me upside down, and emptied my pockets. There was nothing in them but a piece of bread. When the church came to itself,—for he was so sudden and strong that he made it go head over heels before me, and I saw the steeple under my feet,—when the church came to itself, I say, I was seated on a high tombstone, trembling while he ate the bread ravenously&lt;/i&gt;. Da steht die Welt für den kleinen Pip, der Weihnachten die Gräber seiner Familie auf dem Friedhof besuchen will, einen Augenblick lang auf dem Kopf. Charles Dickens liebt solche Effekte.&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8d/Greatexpectations_vol1.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8d/Greatexpectations_vol1.jpg" width="121" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das erste Kapitel des Romans&amp;nbsp;&lt;i&gt;Great Expectations&lt;/i&gt;, aus dem diese Stelle stammt, endet mit:&amp;nbsp;&lt;i&gt;The marshes were just a long black horizontal line then, as I stopped to look after him; and the river was just another horizontal line, not nearly so broad nor yet so black; and the sky was just a row of long angry red lines and dense black lines intermixed. On the edge of the river I could faintly make out the only two black things in all the prospect that seemed to be standing upright; one of these was the beacon by which the sailors steered,—like an unhooped cask upon a pole,—an ugly thing when you were near it; the other, a gibbet, with some chains hanging to it which had once held a pirate. The man was limping on towards this latter, as if he were the pirate come to life, and come down, and going back to hook himself up again. It gave me a terrible turn when I thought so; and as I saw the cattle lifting their heads to gaze after him, I wondered whether they thought so too. I looked all round for the horrible young man, and could see no signs of him. But now I was frightened again, and ran home without stopping.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/22/Charles_Dickens_-_Project_Gutenberg_eText_13103.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/22/Charles_Dickens_-_Project_Gutenberg_eText_13103.jpg?uselang=de" width="185" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Viel Dunkelheit, viele Geheimnisse, die Welt des Verbrechens ist nicht weit weg von dem Dorf an der Themse. Der Fremde, ein entlaufener Sträfling, wird eines Tages zum Wohltäter von Pip werden und wird den Lebensweg des Waisenknaben Pip bestimmen. Charles Dickens liebt diese Sache mit den kleinen Waisenjungen, wir erinnern uns daran, dass auch &lt;i&gt;Oliver Twist&lt;/i&gt;&amp;nbsp;(&lt;i&gt;Please, sir, I want some more&lt;/i&gt;)&amp;nbsp;ein Waisenjunge ist. Wenn die Helden keine kleinen Waisenjungen sind, haben sie eine schwere Kindheit. Wie Charles Dickens, der einen Teil seiner verlorenen Kindheit in &lt;i&gt;David Copperfield&lt;/i&gt; hineinschreibt. Es ist ein Ich-Erzähler, der in &lt;i&gt;Great Expectations&lt;/i&gt; redet.&amp;nbsp;&lt;i&gt;This book will be written in the first person throughout&lt;/i&gt;, schreibt Dickens 1860 an ➱&lt;a href="http://www.victorianweb.org/authors/dickens/pva/pva35.html"&gt;John Forster&lt;/a&gt;. Wir sehen die Marschen mit den Augen von Pip - und wenn er auf den Kopf gestellt wird, sehen wir die Kirche mit seinen Augen ihm zu Füßen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.victorianweb.org/art/illustration/fraser/2.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="157" src="http://www.victorianweb.org/art/illustration/fraser/2.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Geradezu impressionistisch führt uns Dickens diese Sichtweise im dritten Kapitel vor Augen, wenn der kleine Pip dem entflohenen Sträfling am Weihnachtsmorgen eine Feile und einen gerade entwendeten&lt;i&gt; pork pie&lt;/i&gt; bringt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;The mist was heavier yet when I got out upon the marshes, so that instead of my running at everything, everything seemed to run at me. This was very disagreeable to a guilty mind. The gates and dikes and banks came bursting at me through the mist, as if they cried as plainly as could be, "A boy with Somebody's else's pork pie! Stop him!" The cattle came upon me with like suddenness, staring out of their eyes, and steaming out of their nostrils, "Halloa, young thief!" One black ox, with a white cravat on,—who even had to my awakened conscience something of a clerical air,—fixed me so obstinately with his eyes, and moved his blunt head round in such an accusatory manner as I moved round, that I blubbered out to him, "I couldn't help it, sir! It wasn't for myself I took it!" Upon which he put down his head, blew a cloud of smoke out of his nose, and vanished with a kick-up of his hind-legs and a flourish of his tail&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das sind die Augenblicke, in denen Dickens wirklich großartig ist. Heute ist, &lt;i&gt;bye the bye&lt;/i&gt;, sein 200. Geburtstag. Als jemand, der einmal beruflich mit der englischen Literatur zu tun hatte, fühlte ich mich verpflichtet, über ihn zu schreiben. Dabei mag ich ihn nicht wirklich. Ich habe beinahe alles von ihm gelesen - und ich würde auch jederzeit eine Leseempfehlung für &lt;i&gt;Great Expectations&lt;/i&gt; abgeben - aber ich mag ihn im Grunde meines Herzens nicht. Jetzt wo ich pensioniert bin, darf ich das ja sagen. Vor Studenten wäre mir dieser Satz nicht über die Lippen gekommen. Doch seien wir ehrlich: &lt;i&gt;sub specie aeternitatis&lt;/i&gt; kann er mit Tolstoi, Flaubert, Stendhal oder Fontane nicht konkurrieren. Eher ist er Victor Hugo oder Alexandre Dumas ähnlich. Weil beinahe alles, was er schreibt, furchtbar melodramatisch und sentimental ist, das wird auf die Dauer ein wenig fad. Und in Bezug auf das Melodrama mag ich sogar&amp;nbsp;Romane von&amp;nbsp;Wilkie Collins (wie &lt;i&gt;The Moonstone&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;The Woman in White&lt;/i&gt;) viel lieber als manche Romane von Dickens. Die Literaturwissenschaft hat den Begriff ➱&lt;a href="http://www.victorianweb.org/genre/sensation.html"&gt;&lt;i&gt;Sensation Novel&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp;nicht wegen Charles Dickens erfunden, diese Art des Romans kennzeichnet den Zeitgeschmack, aber der Begriff trifft auf viele seiner Romane zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.dickensfellowship.org/sites/default/files/images/young-charles-dickens.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.dickensfellowship.org/sites/default/files/images/young-charles-dickens.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Vielleicht können die Viktorianer nicht anders, als in den Kategorien des Melodramas und der Sentimentalität zu denken. Es ist eine verlogene Gesellschaft, äußerlich voller Bigotterie, auf Religiosität und &lt;i&gt;respectability&lt;/i&gt; bedacht, aber innen: &lt;i&gt;the worm in the bud&lt;/i&gt;, wie es so schön in &lt;i&gt;Twelfth Night&lt;/i&gt; heißt. Woher natürlich ➱&lt;a href="http://www.telegraph.co.uk/news/obituaries/1501337/Ronald-Pearsall.html"&gt;Ronald Pearsall&lt;/a&gt; für seine Studie zur Sexualität der Viktorianer &lt;i&gt;The Worm in the Bud: The World of Victorian&lt;/i&gt;&amp;nbsp;&lt;i&gt;Sexuality&lt;/i&gt; seinen Titel hat. Und da wir gerade dabei sind: das Verhältnis von Dickens zu seiner Frau (die ihm zehn Kinder geboren hat) ist nicht unbedingt rühmenswert.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Mrs. Dickens and I have lived unhappily together for many years. Hardly anyone who has known us intimately can fail to have known that we are in all respects of character and temperament wonderfully unsuited to each other. I suppose that no two people, not vicious in themselves, ever were joined together who had a greater difficulty in understanding one another, or who had less in common. An attached woman servant (more friend to both of us than a servant), who lived with us sixteen years and is now married, and who was and still is in Mrs. Dickens’ confidence and mine, who had the closest familiar experience of this unhappiness in London, in the country, in France, in Italy, wherever we have been, year after year, month after month, week after week, day after day, will bear testimony to this&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://static.guim.co.uk/sys-images/Guardian/About/General/2012/2/1/1328102118665/Oliver-and-Bill-Sikes-007.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="120" src="http://static.guim.co.uk/sys-images/Guardian/About/General/2012/2/1/1328102118665/Oliver-and-Bill-Sikes-007.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das schreibt er einem Freund, der Brief findet mehr oder weniger gewollt seinen Weg auf die erste Seite der&amp;nbsp;&lt;i&gt;New York Tribune&lt;/i&gt;. Da hatte Dickens schon die Tür zu dem Schlafzimmer seiner Frau zumauern lassen. Phyllis Rose hat in ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.nytimes.com/1983/10/26/books/books-of-the-times-254157.html?pagewanted=all"&gt;Parallel Lives: Five Victorian Marriages&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;einiges zu Dickens' Ehe (und den Ehen anderer Viktorianer) zu sagen. Aber da hatte Dickens auch schon die 18-jährige Schauspielerin&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ellen_Ternan"&gt;Ellen Ternan&lt;/a&gt;&amp;nbsp;entdeckt. Die hatte in&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Frozen_Deep"&gt;The frozen Deep&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;mitgespielt, einem Stück von Wilkie Collins, das ohne die Hilfe von Dickens nie entstanden wäre. Mit Ellen Ternan lebt er anonym in angemieteten Wohnungen, weil man ja als echter Viktorianer selbst nach der Trennung diese Fassade der Wohlanständigkeit aufrechterhält. Sein juristischer Berater bei der Trennung ist übrigens der oben erwähnte John Forster, der nach Dickens' Tod die erste Biographie des Autors schrieb. &lt;i&gt;The Life of Charles Dickens&lt;/i&gt; (hier im ➱&lt;a href="http://www.lang.nagoya-u.ac.jp/~matsuoka/CD-Forster.html"&gt;Volltext&lt;/a&gt;) ist noch immer ein Klassiker, obgleich es natürlich neuere und bessere Biographien gibt.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://29.media.tumblr.com/tumblr_lwaey1sDL91qzbrt3o1_500.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="127" src="http://29.media.tumblr.com/tumblr_lwaey1sDL91qzbrt3o1_500.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Dickens' Frau Catherine (Kate) bezieht eine neue Wohnung und erhält eine beachtliche Apanage, sie wird niemals wieder mit ihrem Mann reden. Ihre Schwester Georgina wird Dickens bis zu seinem Tod den Haushalt führen. Charles Dickens begibt sich nach der Trennung auf eine Lesereise durch England. Diese Lesereisen, die er bis zu seinem Tod macht - und mit denen er Millionen verdient - werden zu seinem frühen Tod beitragen. Diese Lesereisen sind in Amerika, wo Dickens schon 1842 aufgetreten ist, sehr beliebt. Mark Twain hat mit ihnen viel Geld verdient - Herman Melville andererseits so gut wie nichts. Im Grunde seines Herzens ist Dickens ein &lt;a href="http://www.bbc.co.uk/news/uk-england-london-16101408"&gt;Schauspieler&lt;/a&gt;. Zwar ein Schmierenschauspieler, der nur auf melodramatische Effekte aus ist, aber das &lt;i&gt;show business&lt;/i&gt; hat er begriffen. Stundenlang wird er vor jeder Lesereise zuhause vor dem Spiegel seine Gesten einüben. Und ähnlich monomanisch wie der Vater von Eugene O'Neill, der sechstausendmal den Grafen von Monte Christo gespielt hatte, liest Dickens immer wieder die gleiche Szene aus ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.gutenberg.org/files/730/730-h/730-h.htm"&gt;Oliver Twist&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;:&lt;/div&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;The housebreaker freed one arm, and grasped his pistol. The certainty of immediate detection if he fired, flashed across his mind even in the midst of his fury; and he beat it twice with all the force he could summon, upon the upturned face that almost touched his own.&lt;br /&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp;She staggered and fell: nearly blinded with the blood that rained down from a deep gash in her forehead; but raising herself, with difficulty, on her knees, drew from her bosom a white handkerchief—Rose Maylie's own—and holding it up, in her folded hands, as high towards Heaven as her feeble strength would allow, breathed one prayer for mercy to her Maker.&lt;br /&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp;It was a ghastly figure to look upon. The murderer staggering backward to the wall, and shutting out the sight with his hand, seized a heavy club and struck her down&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://farm6.staticflickr.com/5126/5318381306_9a8665f8ec_z.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="149" src="http://farm6.staticflickr.com/5126/5318381306_9a8665f8ec_z.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;An dieser Stelle mit dem bösen Mörder Bill Sikes und der armen Nancy hat Dickens in seinem Buch &lt;i&gt;Action&lt;/i&gt;&amp;nbsp;an den Rand geschrieben. Er liebt es, diese Szene so zu lesen, dass die Damen im Saal in Ohnmacht fallen.&amp;nbsp;&lt;i&gt;At Clifton, on Monday night, we had a contagion of fainting. And yet the place was not hot. I should think we had from a dozen to twenty ladies borne out, stiff and rigid, at various times. It became quite ridiculous&lt;/i&gt;, schreibt er seiner Tochter. Und gegenüber seiner Schwägerin brüstet er sich in einem Brief vom gleichen Tag:&amp;nbsp;&lt;i&gt;by far the best Murder yet done. &lt;/i&gt;In diesen Augenblicken steigert sich sein Puls und sein Blutdruck (er hat auf den Lesereisen in den letzten Jahren immer einen Arzt als Begleiter), der Autor Charles Dickens wird zu seiner Romanfigur, dem Verbrecher Bill Sikes. Und da wird mir Dickens unheimlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://janeausteninvermont.files.wordpress.com/2012/01/dickens.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="125" src="http://janeausteninvermont.files.wordpress.com/2012/01/dickens.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Für seine erste Reise in die USA hat er sich eine Vielzahl neuer Anzüge gekauft (seine ungeliebte Frau durfte sich auch neue Kleider kaufen), er wollte den Amerikanern etwas bieten. Er ließ sich auch ein elegantes &lt;i&gt;dressing gown&lt;/i&gt; machen, in dem er am Vormittag die Journalisten empfing, bevor er den mit der Frackjacke vertauschte und die Straße betrat. Wahrscheinlich hat er solche Szenen auch zuhause vor dem Spiegel geübt. Es ist schwer sich vorzustellen, dass Gustave Flaubert so etwas getan hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß, das alles klingt nicht sehr positiv. Ich kann es nicht ändern. Nachdem ich Arno Schmidts Dickens Portrait in &lt;i&gt;Der Triton mit dem Sonnenschirm&lt;/i&gt;&amp;nbsp;(kann ich unbedingt empfehlen) und Phyllis Roses &lt;i&gt;Parallel Lives&lt;/i&gt; gelesen habe, war Dickens nicht mehr der nette Autor von &lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Pickwick_Papers"&gt;The Pickwick Papers&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; für mich.&amp;nbsp;Wenn Sie Dickens kennenlernen wollen, kann ich die Biographie von &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Ackroyd"&gt;Peter Ackroyd&lt;/a&gt; uneingeschränkt empfehlen. Auf der Basis seiner Biographie hat die BBC einmal ein dreistündiges Docudrama gemacht, in dem Ackroyd auf den Spuren von Dickens durch London wandert. Es sollte ➱&lt;a href="http://cool3net.com/video/B8RRXY1WGAOA/The-Life-of-Charles-Dickens"&gt;hier&lt;/a&gt; im Netz sein, braucht aber offensichtlich Stunden zum Laden. Was man aber sofort anklicken kann ist die ➱&lt;a href="http://www.victorianweb.org/authors/dickens/index.html"&gt;Dickens Seite&lt;/a&gt; des vorzüglichen &lt;a href="http://www.victorianweb.org/"&gt;Victorian Web&lt;/a&gt; und diese sehr gute ➱&lt;a href="http://charlesdickenspage.com/dickens_web.html"&gt;Übersicht&lt;/a&gt; über das Wichtigste zu Dickens im Internet. Wenn Sie sich nicht die Mühe machen wollen, das alles durchzuarbeiten, dann gibt es ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=unKuZ2wlNdw"&gt;hier&lt;/a&gt; die ultimative Einführung in das Leben des Autors&amp;nbsp;als Cartoon von der BBC.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-9170049190907983956?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/9170049190907983956/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/charles-dickens.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/9170049190907983956'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/9170049190907983956'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/charles-dickens.html' title='Charles Dickens'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-1135101499344534949</id><published>2012-02-06T10:56:00.000+01:00</published><updated>2012-02-06T10:56:03.595+01:00</updated><title type='text'>1 bis 5</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://blog.david-stingl.de/wp-content/uploads/2008/01/beethoven_klavierkonzert_5.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="153" src="http://blog.david-stingl.de/wp-content/uploads/2008/01/beethoven_klavierkonzert_5.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Das ist wie bei einem echten Marathonlauf: eine Frage der guten Kondition und unvermeidlich mit Höhen und Tiefen. Aber am Ende setzen sich Endorphine frei - garantiert&lt;/i&gt;. Die des Musikers oder die des Zuschauers, möchte man fragen. Der Kieler Generalmusikdiretor Georg Fritzsch kündigte mit diesen Worten einen Beethoven-Marathon an. Gerhard Oppitz, laut Fritzsch &lt;i&gt;einer der berufensten Beethoven-Interpreten überhaupt&lt;/i&gt;, hat gestern in Kiel alle fünf Klavierkonzerte von Beethoven in&amp;nbsp;chronologischer Anordnung&amp;nbsp;hintereinanderweg gespielt. Musste das sein? Tragen Pianisten zu solchen Veranstaltungen noch einen Frack oder kommen sie gleich im Adidas Trainingsanzug? Der olympische Gedanke von&amp;nbsp;&lt;i&gt;citius, altius, fortius&lt;/i&gt; hält Einzug in die Konzertsäle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.stuttgarter-philharmoniker.de/assets/images/Spielzeit_2011-12/Solisten/oppitz_gerhard2_lb.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="133" src="http://www.stuttgarter-philharmoniker.de/assets/images/Spielzeit_2011-12/Solisten/oppitz_gerhard2_lb.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Gerhard Oppitz ist nicht der erste, der alle Beethoven Klavierkonzerte an einem Abend spielt, im Mai des letzten Jahres hatte Rudolf Buchbinder das schon in Wien gemacht, kann man auf &lt;a href="https://shop.wienerphilharmoniker.at/magazin/welcome2/"&gt;DVD&lt;/a&gt; kaufen. Aber für 9,92€ bekommt man schon alles von Friedrich Gulda oder für 17,99 von Murray Perahia. Da kann man dann zu Hause 160 Minuten vor den Lautsprechern sitzen. Zur gleichen Zeit wie Oppitz trat in Kiel an einem anderem Veranstaltungsort Atze Schröder auf. Also, wenn jetzt Atze Schröder an einem Abend alle Beethoven Klavierkonzerte spielen würde, dann ginge ich da hin.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-1135101499344534949?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/1135101499344534949/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/1-bis-5.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/1135101499344534949'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/1135101499344534949'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/1-bis-5.html' title='1 bis 5'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-2267370159093962136</id><published>2012-02-05T10:49:00.002+01:00</published><updated>2012-02-05T18:29:37.848+01:00</updated><title type='text'>Charlotte Rampling</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.charlotterampling.net/2-posing/posing-01/images/posing_0017.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.charlotterampling.net/2-posing/posing-01/images/posing_0017.JPG" width="148" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die Geburtstagswünsche gehen heute an Charlotte Rampling. Wir fragen nicht nach dem Alter, schöne Frauen bleiben immer jung. Seit beinahe sechzig Jahren ist sie im Filmgeschäft. In ihrem ersten Film, &lt;i&gt;The Knack&lt;/i&gt; von ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/01/richard-lester.html"&gt;Richard Lester&lt;/a&gt;, gab es für sie noch keine &lt;i&gt;credits&lt;/i&gt;. Als sie in &lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Georgy_Girl_(film)"&gt;Georgy Girl&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; mitspielte, begannen die Kritiker aufmerksam zu werden. Aber ihre kurze Szene in dem Road Movie &lt;i&gt;Vanishing Point&lt;/i&gt; (zu dem kein Geringerer als Guillermo Cabrera Infante das Drehbuch geschrieben hatte) hat man auch wieder herausgeschnitten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.kinopassage.de/bildOrdner/Nachtportier.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="135" src="http://www.kinopassage.de/bildOrdner/Nachtportier.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;In Italien hat sie zwei Filme gedreht, die großes Aufsehen erregten. Um es zurückhaltend zu sagen. Der erste war&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Damned_(1969_film)"&gt;La caduta degli dei&lt;/a&gt;,&lt;/i&gt;&amp;nbsp;der zweite &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Night_Porter" style="font-style: italic;"&gt;Il Portiere di notte&lt;/a&gt;&amp;nbsp;von Liliana Cavani. Den habe ich nur wegen Dirk Bogarde und Charlotte Rampling angeschaut, ansonsten kann man den vergessen. Diese Mischung aus Softporno und SS-Uniformen Ästhetik war damals offensichtlich etwas, worauf Franzosen und Italiener abfuhren. Alles war natürlich künstlerisch ästhetisiert bis zum Abwinken, weil es ja Kunst sein sollte und kein Porno. Der Filmkritiker&amp;nbsp;Roger Ebert sprach allerdings von &lt;i&gt;as nasty as it is lubricious, a despicable attempt to titillate us by exploiting memories of persecution and suffering&lt;/i&gt;. Aber, solche Filme waren in den siebziger Jahren irgendwie &lt;i&gt;en vogue&lt;/i&gt;. Schon 1968 hatte &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nicolaus_Sombart"&gt;Nikolaus Sombart&lt;/a&gt;&amp;nbsp;ganz &lt;i&gt;en passant&lt;/i&gt; geschrieben: &lt;i&gt;Man muß wissen, daß es in Frankreich so etwa wie eine Romantisierung der SS gibt, der wir eine ganze Reihe von Filmschnulzen zu verdanken haben, und die ihre Rechtfertigung darin findet, daß man ein leidenschaftlicher Leser von Sade sein kann, ohne Sadist zu sein&lt;/i&gt;.&amp;nbsp;Ich habe zu solchen&amp;nbsp;Ästhetisierungstendenzen in dem Post ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/05/patti-darbanville.html"&gt;Patti d'Arbanville&lt;/a&gt; einige gehässige Dinge gesagt. Weshalb das seit Mai über fünftausend Mal angeklickt wurde, weiß&amp;nbsp;ich aber nicht. Wenige Jahre nach&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Night_Porter" style="font-style: italic;"&gt;Il Portiere di notte&lt;/a&gt;&amp;nbsp;wurde der Film &lt;i&gt;&lt;a href="http://it.wikipedia.org/wiki/Bordello_a_Parigi"&gt;Bordel SS&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;gedreht, wieder einmal schwarze SS Uniformen und nackte Frauen. Und wieder sehr um Ästhetik bemüht. Aber &lt;i&gt;Bordel SS&lt;/i&gt; war ein Pornofilm mit Brigitte Lahaie und erhob nie den Anspruch, Kunst zu sein. Das ist wenigstens ehrlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-VhD89m42_tQ/Ty24UnsZ2CI/AAAAAAAAAhw/HQrJU3qvVn0/s1600/artwork_images_119012_268814_helmut-newton.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-VhD89m42_tQ/Ty24UnsZ2CI/AAAAAAAAAhw/HQrJU3qvVn0/s200/artwork_images_119012_268814_helmut-newton.jpg" width="139" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich weiß nicht, warum Charlotte Rampling in diesen Filmen mitgespielt hat - erst sollte ja Romy Schneider die Hauptrolle in&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Night_Porter" style="font-style: italic;"&gt;Il Portiere di notte&lt;/a&gt;&amp;nbsp;spielen, aber die war schlau genug, die Rolle abzulehnen. Ich weiß auch nicht, warum Charlotte Rampling in so viel völlig absurden Filmen mitgespielt hat. Brauchte sie das Geld? Ihr Ehemann Jean Michel Jarre verdiente doch genug mit seiner Synthesizermusik. Sie ist nicht die einzige Schauspielerin, bei der man sich diese Frage stellt. Warum Catherine Deneuve diese Rolle in dem völlig schwachsinnigen Film &lt;i&gt;The Hunger&lt;/i&gt; angenommen hat, weiß ich auch bis heute nicht. Manchmal habe ich für einen Augenblick das Gefühl, dass diese wahnsinnig schönen Frauen ein klein bisschen doof sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-ZJwG5mSAFX4/Ty4xNFsNKmI/AAAAAAAAAh4/UpE85jkPC4o/s1600/tumblr_lqpgh3C8921qmkli8o1_500.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://3.bp.blogspot.com/-ZJwG5mSAFX4/Ty4xNFsNKmI/AAAAAAAAAh4/UpE85jkPC4o/s200/tumblr_lqpgh3C8921qmkli8o1_500.jpg" width="143" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Aber sie wollen ja nur spielen. Sie sind Schauspielerinnen, und sie tun alles was der Regisseur verlangt,&amp;nbsp;&lt;i&gt;être actrice, c'est être exhibitionniste&lt;/i&gt;, wird La Rampling in &lt;i&gt;Paris Match&lt;/i&gt; zitiert. Es ist nicht so besonders originell, jeder Schauspieler sagt das irgendwann. Brigitte Lahaie hat das sicher auch schon einmal gesagt. Charlotte Rampling hatte jetzt den Ruf weg, die schwierigsten Rollen zu übernehmen und dabei auch noch nackt elegant zu wirken. Wie in dem Film&amp;nbsp;&lt;i&gt;Addio, fratello crudele&lt;/i&gt; (einer Verfilmung von John Fords&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/%27Tis_Pity_She%27s_a_Whore" style="font-style: italic;"&gt;'Tis pity She's a Whore&lt;/a&gt;). Und wenn ein Regisseur jemanden für eine Liebesgeschichte zwischen einer schönen Frau und einem Schimpansen brauchte, kam nur sie in Frage. Der Film heißt &lt;i&gt;Max, Mon Amour&lt;/i&gt; und wurde auf der englischen DVD als&amp;nbsp;&lt;i&gt;the greatest ape romance since King Kong&lt;/i&gt; bezeichnet. Wenn Sie ihn nicht gesehen haben, haben Sie nichts verpasst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-Xoln0Arb8_A/Ty47gGtzR6I/AAAAAAAAAiA/Gp1xcstfwYI/s1600/13-bettina-rheims-charlotte-rampling.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="160" src="http://4.bp.blogspot.com/-Xoln0Arb8_A/Ty47gGtzR6I/AAAAAAAAAiA/Gp1xcstfwYI/s200/13-bettina-rheims-charlotte-rampling.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Dass Charlotte Rampling sich solche Rollen ausgesucht hat, scheint kein Zufall zu sein. Sie selbst hat gesagt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;I generally don't make films to entertain people. I choose the parts that challenge me to break through my own barriers. A need to devour, punish, humiliate or surrender seems to be a primal part of human nature, and it's certainly a big part of sex. To discover what normal means, you have to surf a tide of weirdness&lt;/i&gt;. Offensichtlich sind Filme für die zeitweilig unter schweren Depressionen leidende Schauspielerin eine Art Psychotherapie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.welt.de/multimedia/archive/01487/Opi_Rampling7_DW_K_1487441s.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.welt.de/multimedia/archive/01487/Opi_Rampling7_DW_K_1487441s.jpg" width="132" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Sie kann wunderbar lasziv gucken.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Mit ihrem hypnotisch erotischen Blick schrieb Charlotte Rampling als Schauspielerin Filmgeschichte&lt;/i&gt; habe ich irgendwo gelesen. Dirk Bogarde hat das&lt;i&gt; the Look&lt;/i&gt; genannt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;I have seen the Look under many different circumstances, the glowing emerald eyes turn to steel within a second, and fade gently to the softest, tenderest, most doe-eyed bracken-brown&lt;/i&gt;. Klingt sehr poetisch, aber Bogarde (der für Rampling immer eine Art väterlicher Freund war) darf das schreiben. Er hat schon während des Zweiten Weltkriegs Gedichte geschrieben, die zwei in Anthologien von&amp;nbsp;&lt;i&gt;War Poetry&lt;/i&gt; aufgenommen wurden, und seine zahlreichen autobiographischen Bücher und Romane weisen ihn durchaus als Schriftsteller aus. Dirk Bogarde hat auch auch eine hymnische Liebeserklärung für Rampling in dem Band &lt;i&gt;Charlotte Rampling: With Compliments&lt;/i&gt; (1986 bei Schirmer/Mosel erschienen) verfasst. Für den schönen Bildband verlangen Händler heute schon 150 Euro, ich habe vor Jahren eine Mark dafür bezahlt. Habe gleich ein halbes Dutzend davon gekauft und über die Jahre verschenkt. Hätte ich behalten sollen, jetzt wären sie was wert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-7eH5XqJgGuc/Ty4_GVXVBqI/AAAAAAAAAiI/8SZY1VnEipY/s1600/Rampling-farewell_my_lovely.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-7eH5XqJgGuc/Ty4_GVXVBqI/AAAAAAAAAiI/8SZY1VnEipY/s200/Rampling-farewell_my_lovely.jpg" width="158" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die Sache mit &lt;i&gt;the Look&lt;/i&gt; hat beinahe jeder Filmkritiker aufgenommen, der über Charlotte Rampling schreibt. Und so kann es nicht verwundern, dass der neueste Dokumentarfilm über sie ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.zeit.de/2011/42/Charlotte-Rampling"&gt;The Look&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; heißt. Wenn dies alles etwas negativ klingen sollte, muss ich betonen, dass ich Charlotte Rampling Fan bin. Aber nicht bereit bin, schrottige Filme wie zum Beispiel &lt;i&gt;Zardoz&lt;/i&gt; mit Sean Connery schönzureden. Sie ist wirklich toll in &lt;i&gt;Farewell, my lovely&lt;/i&gt; an der Seite von Robert Mitchum und in Woody Allens &lt;i&gt;Stardust Memories&lt;/i&gt;. In Alan Parkers &lt;i&gt;Angel Heart&lt;/i&gt; passt sie wunderbar in die Rolle. Am eindrucksvollsten fand ich sie in den letzten Jahren in &lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Unter_dem_Sand"&gt;Unter dem Sand&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;. Sie scheint auch jetzt im Alter bessere Rollen zu bekommen (zu &lt;i&gt;&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/11/endzeit.html"&gt;Melancholia&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; sage ich jetzt mal nix), sie braucht nicht mehr für Helmut Newton nackt auf einem Tisch des Hotels Nord-Pinnus in Arles zu sitzen (ganz oben) oder für Bettina Reims grauenhafte Lederklamotten anzuziehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-kubuookFHIU/Ty5HmaAVfMI/AAAAAAAAAiQ/KeeNC9TNmVQ/s1600/charlotte_rampling_personnalite_une.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-kubuookFHIU/Ty5HmaAVfMI/AAAAAAAAAiQ/KeeNC9TNmVQ/s200/charlotte_rampling_personnalite_une.jpg" width="155" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ihr Vater, der Colonel &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Godfrey_Rampling"&gt;Godfrey Rampling&lt;/a&gt; (der 1936 mit der 4x400 Meter Staffel in Berlin Gold gewonnen hatte), ist hundert Jahre alt geworden. Vielleicht wird sie ja auch so alt. Sie ist auf der Leinwand vornehm und mit Stil gealtert. Das Minirock Girl aus dem ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/07/swinging-london.html"&gt;Swinging London&lt;/a&gt; hat sich auf der Leinwand immer wieder chameleonhaft verwandelt. &lt;i&gt;Sie sehen wundervoll aus. Wie fühlen Sie sich denn als Dame, jetzt, wo Sie sich von Ihrem Minirock getrennt haben?&lt;/i&gt; hatte sie Dirk Bogarde bei den Dreharbeiten von&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Damned_(1969_film)" style="font-style: italic;"&gt;La caduta degli dei&lt;/a&gt;&amp;nbsp;gefragt. Sie hat nur gelächelt. Lucchino Visconti, der als erster ihr Potential erkannte, sagte damals: &lt;i&gt;Sie hat das Zeug zu einem sehr großen Star. Aber es liegt an ihr, ob sie etwas daraus macht oder nicht. Sie allein wird es entscheiden&lt;/i&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-2267370159093962136?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/2267370159093962136/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/charlotte-rampling.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2267370159093962136'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2267370159093962136'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/charlotte-rampling.html' title='Charlotte Rampling'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-VhD89m42_tQ/Ty24UnsZ2CI/AAAAAAAAAhw/HQrJU3qvVn0/s72-c/artwork_images_119012_268814_helmut-newton.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-4523862912483695187</id><published>2012-02-04T11:02:00.001+01:00</published><updated>2012-02-05T18:26:54.647+01:00</updated><title type='text'>George Washington (sartorial)</title><content type='html'>&lt;i&gt;To Chs. Lawrence, Tailor in London.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Virginia, 26 April, 1763.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Mr. Lawrence.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Be pleased to send me a genteel suit of cloaths made of superfine broad cloth, handsomely chosen. I should have inclosed you my measure, but in a general way they are so badly taken here, that I am convinced it would be of very little service. I would have you, therefore, take measure of a gentleman who wares well-made cloaths of the following size: to wit, 6 feet high, and proportionably made;—if any thing rather slender than thick, for a person of that highth, with pretty long arms and thighs. You will take care to make the breeches longer than those you sent me last, and I would have you keep the measure of the cloaths you now make, by you, and if any alteration is required, in my next it shall be pointed out.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem sind noch einige Masse und eine Zeichnung beigefügt. Die Zeichnung würde man ja gerne sehen, aber während der Brief erhalten ist, wurde die Zeichnung nie gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.nps.gov/museum/exhibits/revwar/image_gal/morrimg/web_exhibit/suitgwcoatMor4000a.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.nps.gov/museum/exhibits/revwar/image_gal/morrimg/web_exhibit/suitgwcoatMor4000a.jpg" width="146" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Mit diesem Brief bestellt sich George Washington gerade bei seinem Schneider in London einen Anzug (dies hier ist einer seiner Anzüge). Man gehört zur feinen Gesellschaft. Dem, was man eines Tages FFV nennen wird, &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/First_Families_of_Virginia"&gt;First Families of Virginia&lt;/a&gt;. Da ist man natürlich elegant gekleidet: &lt;i&gt;These Virginians are very gentle, well-dressed people, and look perhaps more at a man's outside than his inside&lt;/i&gt;, schreibt ein englischer Besucher. Ein anderer schreibt (im Geburtsjahr von Washington), dass die Gutsbesitzer &lt;i&gt;dressed mostly as in England and affected London dress.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;Ein englischer Besucher in Boston hätte das nicht geschrieben. Ein solches Kleidungsbewusstsein, das in Virginia auch ein Standes- und Klassenbewusstsein&amp;nbsp;ist&amp;nbsp;(es gibt auch noch gesetzlich vorgegebene Kleidungsregeln), gibt es in den puritanischen Neuenglandstaaten mit ihrer gleichmacherischen Kleidung nicht. Wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass die Gentlemen aus Virginia mit den Puritanern in Massachussetts sehr wenig gemeinsam haben. David Hackett Fischer hat das in seinem Buch &lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Albion's_Seed"&gt;Albion's Seed. Four British Folkways in America&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; bis ins kleinste Detail des Alltags dargelegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die amerikanische Revolution hat noch nicht stattgefunden, man ist noch Engländer. Dann bestellt man natürlich alles in London. So wie Thomas Jefferson über seinen Freund &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_Adams_(politician)"&gt;Thomas Adams&lt;/a&gt; in England ein Piano bestellt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;I have since seen a Forte-piano and am charmed with it. Send me this instrument then instead of the clavichord. Let the case be of fine mahogany, solid, not veneered. &lt;/i&gt;Die Gentlemen aus Virginia haben in London ihren &lt;i&gt;factor&lt;/i&gt;, einen Agenten, der - wie zum Beispiel&amp;nbsp;die&amp;nbsp;Firma Messrs Robert Cary and Company, die für George Washington tätig ist - alles Gewünschte nach Virginia expediert. Die Auftragsbücher dieser &lt;i&gt;factors&lt;/i&gt; sind heute natürlich eine Fundgrube für Historiker, weil man aus ihnen das alltägliche Leben in den Kolonien rekonstruieren kann. Washington&amp;nbsp;muss sich auf seine &lt;i&gt;factors&lt;/i&gt; verlassen, er selbst war (im Gegensatz zu seinen Nachfolgern im Präsidentenamt wie John Adams und Thomas Jefferson) nie in Europa. Die Firma Robert Cary hat auch den oben bestellten Anzug Anfang des Jahre 1764 bezahlt. Die Unsitte englischer Aristokraten, den Schneider jahrelang auf die Bezahlung warten zu lassen, ist ihm fremd.&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a1/1732_Daniel_Peter_AndrewOliver_byJohnSmibert_MFABoston.jpeg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="138" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a1/1732_Daniel_Peter_AndrewOliver_byJohnSmibert_MFABoston.jpeg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;George Washington besitzt in seiner Jugend schon ein erstaunliches Modebewusstsein, so notiert er im Alter von sechzehn Jahren in seinem Tagebuch:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Memorandum to have my Coat made by the following Directions to be made a Frock with a Lapel Breast the Lapel to Contain on each side six Button Holes and to be about 5 or 6 Inches wide all the way equal and to turn as the Breast on the Coat does to have it made very long Waisted and in Length to come down to or below the bent of the knee the Waist from the armpit to the Fold to be exactly as long or Longer than from thence to the Bottom not to have more than one fold in the Skirt and the top to be made just to turn in and three Button Holes the Lapel at the top to turn as the Cape of the Coat and Bottom to Come Parallel with the Button Holes the Last Button hole in the Breast to be right opposite to the Button on the Hip&lt;/i&gt;. Ich hätte ja gerne ein Bild vom jungen Dandy Washington hier abgebildet, allein, das gibt es nicht. Und so nehme ich mir von &lt;a href="http://books.google.de/books?id=Wklq3JItYOgC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=John+Smibert&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=VEosT-CqA4XYsgaT15nzDA&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=John%20Smibert&amp;amp;f=false"&gt;John Smibert&lt;/a&gt; diese jungen Gentlemen aus dem Geburtsjahr von Washington. Die Mode wird sich in den nächsten 16 Jahren nicht radikal ändern.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://presidentgeorgewashington.files.wordpress.com/2009/05/vest.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://presidentgeorgewashington.files.wordpress.com/2009/05/vest.jpg" width="173" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Nicht dass die Londoner Schneider im Jahre 1763, als Washington seinen &amp;nbsp;Anzug bestellt, schon einen besonders guten Ruf gehabt hätten. Aber für den Großgrundbesitzer Washington muss es eben ein englischer Schneider sein, bei dem er seinen &lt;i&gt;genteel suit&lt;/i&gt; aus &lt;i&gt;superfine &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Broadcloth"&gt;broad cloth&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;ordert. Das Wort &lt;i&gt;superfine&lt;/i&gt; klingt wie modernes Werbe-Englisch, aber es ist damals schon zweihundert Jahre im Gebrauch. Was die Qualität von Stoffen betrifft, ist man offensichtlich schon im 16. Jahrhundert zu Übertreibungen wie &lt;i&gt;superfine&lt;/i&gt; bereit, eine Eigenschaft, die die Konfektionsindustrie noch heute auszeichnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sachen, die George Washington in London bestellte, haben ihm übrigens nie richtig gepasst.&amp;nbsp;&lt;i&gt;I have hitherto had my clothes made by one Charles Lawrence in Old Fish Street. But whether it be the fault of the tailor, or the measure sent, I can't say, but, certain it is, my clothes have never fitted me well&lt;/i&gt;, hat er seinem Londoner &lt;i&gt;factor&lt;/i&gt; geschrieben. Was nicht an den mangelnden Künsten des Schneiders Charles Lawrence lag, der seit 1759 Washingtons Kleidung schneiderte, sondern den völlig falschen Angaben, die Washington machte. Der Mann hat eine Problemfigur, erstens ist er zwei &lt;i&gt;inches&lt;/i&gt; größer als die &lt;i&gt;six feet&lt;/i&gt;, die er im Brief angibt. Und dann hat er noch sehr breite Schultern und ein breites Becken. Von wegen&amp;nbsp;&lt;i&gt;rather slender than thick, &lt;/i&gt;der Mann hat einen fetten Hintern. Das ist gut, um auf einem Pferd zu sitzen (Washington ist der beste Reiter in Virginia), aber ein Schneider sollte diese Details vielleicht auch mal erfahren.&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://uploads7.wikipaintings.org/images/john-singleton-copley/john-bours-1763.jpg!xlMedium.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="160" src="http://uploads7.wikipaintings.org/images/john-singleton-copley/john-bours-1763.jpg!xlMedium.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Es gibt noch einen anderen, simplen Grund für die Bestellung in London: es gibt in den Kolonien keine eigene Textilindustrie, die Gesetze aus London verbieten das. In Amerika geschorene Wolle muss nach England verschifft werden und wird dort zu Stoffen gewebt und weiter verarbeitet. Das Mutterland will mit diesem Monopol seine eigene Textilindustrie schützen. Gut, man verbietet nicht, dass mal ein Pullover zum Hausgebrauch gestrickt oder eine Joppe aus &lt;i&gt;homespun&lt;/i&gt; genäht wird. Aber da hört es denn auch schon auf. Es lohnt sich auch nicht, eine eigene Industrie zu gründen. Weil England im Zweifelsfall dank der East India Company den Markt mit Billigware aus Indien und China beherrscht. Das, was wir heute Globalisierung nennen, ist schon im 18. Jahrhundert (wenn auch in etwas anderer Form) längst erfunden. Wenn die Revolution von 1776 die Kolonien von den englischen Gütern abschneidet, schießen die Webereien aus dem Boden. Wie die Weberei in &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Williamsburg,_Virginia"&gt;Williamsburg&lt;/a&gt;&amp;nbsp;in Virginia&amp;nbsp;- diesem künstlich konservierten 18. Jahrhundert Idyll - die ab 1777 Stoffe liefern kann.&amp;nbsp;Das erste amerikanische &lt;a href="http://www.historycooperative.org/journals/cp/vol-04/no-01/reviews/waldstreicher.shtml"&gt;Textilunternehmen&lt;/a&gt;&amp;nbsp;größeren Stils wird 1783 von Daniel Tinsdale in Connecticut gegründet. Dreißig Jahre später wird Francis Cabot Lowell mit seiner &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Boston_Manufacturing_Company"&gt;Boston Manufacturing Company&lt;/a&gt; in Lowell (Mass.) mit einem neuartigen Konzept, das den Namen ➱&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Waltham_System"&gt;Waltham-Lowell System&lt;/a&gt; bekommen hat, die Arbeitswelt in den Textilfabriken verändern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://presidentgeorgewashington.files.wordpress.com/2009/05/suit.gif" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://presidentgeorgewashington.files.wordpress.com/2009/05/suit.gif" width="110" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wenn Washington zu seiner Amtseinführung reist (heute vor 223 Jahren wurde er einstimmig zum Präsidenten gewählt), trägt er keine englischen Klamotten mehr. Er ist sich der Symbolik des Anlasses bewusst, er wird einen braunen Anzug aus &lt;i&gt;broadcloth&lt;/i&gt;&amp;nbsp;mit silbernen Knöpfen (die ein Adler ziert) tragen. Natürlich mit Seidenstrümpfen und schwarzen Schuhen mit silberner Schnalle. Der Anzug stammte von der Firma Tinsdale, die hatte ihm Henry Knox empfohlen, der Buchhändler aus Boston, der General im Unabhängigkeitskrieg gewesen war. Der, der die englischen Kanonen von Ticonderoga nach ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/06/bunker-hill.html"&gt;Boston&lt;/a&gt; geschleppt hatte.&amp;nbsp;&lt;i&gt;General Knox this day to procure me homespun broadcloth of the Hartford fabric, to make a suit of clothes for myself. I hope it will not be a great while before it will be unfashionable for a gentleman to appear in any other dress. Indeed, we have already been too long subject to British prejudices&lt;/i&gt;, notiert er im Tagebuch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/89/J_S_Copley_-_Samuel_Adams.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/89/J_S_Copley_-_Samuel_Adams.jpg?uselang=de" width="154" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Der Anzug entging übrigens der Presse nicht. So schreibt &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/John_Fenno"&gt;John Fennos&lt;/a&gt; gerade frisch gegründete &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gazette_of_the_United_States"&gt;&lt;i&gt;Gazette&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp;am 6. Mai&amp;nbsp;1789: &lt;i&gt;The President of the United States on the day of his inauguration appeared dressed in a complete suit of home-spun clothes, but the cloth was of so fine a fabric and so handsomely finished that it was universally mistaken for a foreign manufactured superfine cloth&lt;/i&gt;. Die Wahl der Farbe Braun scheint auch kein Zufall gewesen zu sein, wenn man John Singleton Copleys Portrait von Samuel Adams betrachtet. Es war nicht das erste Mal, dass Washington sich um Kleidung aus Amerika bemühte. So schrieb er 1784 seinem &lt;i&gt;factor&lt;/i&gt; in Philadelphia:&amp;nbsp;&lt;i&gt;If there be any homespun Cloths in Philadelphia which are tolerably fine, that you can come reasonably at, I would be obliged to you to send me patterns of some of the best kinds—I should prefer that which is mixed in the grain, because it will not so readily discover its quality as a plain cloth.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/71/Surrender_of_General_Burgoyne.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="131" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/71/Surrender_of_General_Burgoyne.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;So sartorial symbolisch ausgesucht der Auftritt war, so ganz gelungen war er nicht. Zwar ist der Anzug aus Amerika, aber die Seidenstrümpfe, die Schuhe und der Degen gehören eigentlich nach Europa, wo sie Teil der Hofuniform sind (selbst unser Philosoph Immanuel Kant hat einen Zierdegen getragen). Amerika hat sich noch nicht vollständig von Europa gelöst. Man muss allerdings hierbei auch bedenken, dass Virginia die einzige Kolonie in Amerika war, in der die Gentlemen bis ins 18. Jahrhundert als Ausweis ihres Standes ein Schwert oder einen Degen getragen haben. Auf solche Ideen wären die Puritaner im Norden nie gekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8e/John_James_Audubon_1826.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8e/John_James_Audubon_1826.jpg" width="157" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Hätte Washington mit seiner Kleidung bei der Amtseinführung (bei der er furchtbar ➱&lt;a href="http://www.eyewitnesstohistory.com/pfwashingtoninaug.htm"&gt;nervös&lt;/a&gt; war) eine andere Kleidung wählen können? Die Alternative wäre die Kleidung von General Daniel Morgan gewesen, wie er hier in dem weißen Lederhemd bei der Kapitulation von &lt;i&gt;Gentleman Johnny&lt;/i&gt; &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/John_Burgoyne"&gt;Burgoyne&lt;/a&gt; bei &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/09/saratoga.html"&gt;Saratoga&lt;/a&gt; zu sehen ist. Oder so etwas Lederstrumpfähnliches, wie John James Audubon&amp;nbsp;(oben) sich inszenierte. Diese, den Indianern&amp;nbsp;abgeschauten Kleidungsstücke, waren für Washington während des &lt;i&gt;French and Indian Wa&lt;/i&gt;r durchaus eine Option: &lt;i&gt;that were I left to pursue my own Inclinations, I would not only order the Men to adopt the Indian dress, but cause the Officers to do it also, and be at the first to set the example myself&lt;/i&gt;.&amp;nbsp;Aber irgendwo steckt in George Washington doch der englische Gentleman, der in seiner Jugend den Lebensstil der englischen Aristokratie bewundert hat. Und Daniel Morgan trägt inzwischen auch die blaue ➱&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/ff/DanielMorgan.jpeg"&gt;Generalsuniform&lt;/a&gt; mit goldenen Aufschlägen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-0KWrSHslPX8/Tt4diHnlP3I/AAAAAAAAAag/d_2q0IYqj_E/s1600/george+washington.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="132" src="http://1.bp.blogspot.com/-0KWrSHslPX8/Tt4diHnlP3I/AAAAAAAAAag/d_2q0IYqj_E/s200/george+washington.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Washington war sich gar nicht so sicher, ob er das Amt überhaupt hätte annehmen sollen. So schreibt er am 1. April 1789 an Henry Knox - und ich zitiere diese Briefstelle jetzt mit Genuss:&amp;nbsp;&lt;i&gt;so unwilling am I, in the evening of a life nearly consumed in public cares, to quit a peaceful abode for an ocean of difficulties, without that competency of political skill, abilities, and inclination, which are necessary to manage the helm. I am sensible that I am embarking the voice of the people, and a good name of my own, on this voyage; but what returns will be made for them, Heaven alone can foretell. &lt;b&gt;Integrity and firmness are all I can promise&lt;/b&gt;. These, be the voyage long or short, shall never forsake me, although I may be deserted by all men; for of the consolations, which are to be derived from these, under any circumstances, the world cannot deprive me&lt;/i&gt;. Sollte man das mal dem Bundespräsidenten vorbeischicken? Für die Reise nach New York musste sich Washington übrigens (von Freunden?) Geld leihen, ganze einhundert Pfund. Wenn man einer der reichsten Großgrundbesitzer von Virginia ist, dann hat man nie Bargeld. Das geht englischen Landadligen damals (und vielleicht auch noch heute) ähnlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.ghostinthemachine.net/johnadams.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="138" src="http://www.ghostinthemachine.net/johnadams.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Der Vizepräsident John Adams hatte bei der feierlichen Gelegenheit auch einen Anzug von Hinsdale getragen. Solche Kleidung wird übrigens heute wieder hergestellt, das, was ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=nrvpZxMfKaU"&gt;John Adams&lt;/a&gt; in der Fernsehserie trägt (oben), sieht ziemlich echt aus. Es kommt von einer kleinen Firma namens ➱&lt;a href="http://www.thistlehillweavers.com/"&gt;Thistle Hill&lt;/a&gt;, die sich darauf spezialisiert hat, die Kleidung des 18. Jahrhunderts mehr oder weniger authentisch herzustellen. Wofür ➱&lt;a href="http://www.smithsonianmag.com/arts-culture/Homemade-Clothes-for-Hollywood-Made-Movies.html?c=y&amp;amp;page=1"&gt;Hollywood&lt;/a&gt; natürlich sehr dankbar ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c7/Washington_1772.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c7/Washington_1772.jpg" width="175" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Als der &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Continental_Congress"&gt;Kontinentalkongress&lt;/a&gt; darüber beriet, ob man den Krieg gegen England wagen sollte, ist der Delegierte George Washington zu jeder Sitzung in der Uniform eines Colonels der Miliz von Virginia gekommen. Er wollte damit den Delegierten vor Augen führen, dass er der zukünftige Befehlshaber der Army sein musste. Der Kongress hat dieses Zeichen durchaus verstanden. Dies Portrait aus dem Jahre 1772 von seinem Kriegskameraden ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/02/charles-willson-peale.html"&gt;Charles Willson Peale&lt;/a&gt; zeigt Washington in der Uniform, die er im &lt;i&gt;French and Indian War&lt;/i&gt; getragen hat. Es gilt als das erste Portrait von ihm, und es gilt als das Bild, das der Wirklichkeit am&amp;nbsp;Nächsten kommt. Man kann die breiten Hüften auch sehr schön erkennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/29/George_Washington_Before_the_Battle_of_Trenton_John_Trumbull.jpeg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/29/George_Washington_Before_the_Battle_of_Trenton_John_Trumbull.jpeg?uselang=de" width="135" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Den blauen Uniformrock wird er behalten, allerdings ohne das englische Rot. Stattdessen favorisiert er eine Weste von einer Farbe, die der Engländer als &lt;i&gt;buff&lt;/i&gt; bezeichnet, und dieses Gelb harmoniert ja auch wunderbar mit der blauen Uniform. Der englische Landadel trägt damals solche Westen auch gerne - sie werden in die &lt;a href="http://www.ieg-ego.eu/de/mediainfo/johann-georg-ziesensis-171620131776-prinz-ernst-ludwig-von-sachsen-gotha-altenburg-in-werthertracht"&gt;Werthertracht&lt;/a&gt;&amp;nbsp;auch in Deutschland berühmt. Ob Genschers Markenzeichen, der gelbe Pullunder, eine Fortsetzung der Werthertracht ist, weiß ich jetzt nicht. Aber die gelbliche Weste lebt natürlich im ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/04/morning-coat.html"&gt;Morning Coat&lt;/a&gt; weiter, weil modebewusste Gentlemen sie immer der langweiligen hellgrauen Weste vorziehen werden. Er wird seine blaue Uniform mit den gelb-goldenen Aufschlägen zu seinem Lebensende wieder tragen. In einer Phase, als Amerika einen Krieg befürchten musste, hatte ihm sein Nachfolger John Adams den Oberbefehl über die Armee angeboten, den Washington schweren Herzens 1797 bis zum Dezember 1798 angenommen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://americanhistory.si.edu/documentsgallery/images/content/gwletter/greatfalls.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="155" src="http://americanhistory.si.edu/documentsgallery/images/content/gwletter/greatfalls.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Den etwas langweiligen Puritaner John Adams hat Washington nie so recht gemocht (Thomas Jefferson noch viel weniger), der hatte nicht den Stil, den Washington hatte. Wollte ihm auch nicht das Mobilar für den Amtssitz des Präsidenten abkaufen, das Washington aus eigener Tasche bezahlt hatte. Washington war nur froh, dass er ihm nicht die Bilder da gelassen hatte. Das mit den Bildern ist eine erstaunliche Sache, denn der Kunstsammler George Washington, der jedes Ausstattungsdetail seines Landsitzes Mount Vernon und seines Amtssitzes selbst geplant hat, sammelt nicht die vorherrschende klassizistische Kunst. Der Mann sammelt - völlig gegen den Trend der Zeit - vorromantische Landschaftsmalerei. Wie&amp;nbsp;&lt;i&gt;The Great Falls of the Potomac&lt;/i&gt; von ➱&lt;a href="http://www.tfaoi.com/aa/3aa/3aa181.htm"&gt;George Beck&lt;/a&gt; oder die Bilder von ➱&lt;a href="http://www.artcyclopedia.org/art/william-winstanley-meeting.jpg"&gt;William Winstanley&lt;/a&gt;. Hätte es die Hudson River School schon gegeben, Washington hätte sie gesammelt. Zuvor hatte er die Landschaft nur mit den Augen des gelernten Landvermessers oder mit den Augen des Feldherrn betrachtet, jetzt im Alter genießt er die Schönheit der Landschaftsmalerei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/12/Gilbert_Stuart,_George_Washington_(Lansdowne_portrait,_1796).jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/12/Gilbert_Stuart,_George_Washington_(Lansdowne_portrait,_1796).jpg" width="124" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wenn er auch mit seinem Anzug aus braunem &lt;i&gt;broadcloth&lt;/i&gt; bei der Amtseinführung ein Zeichen gesetzt hat, er wird nicht bei dieser Farbe bleiben. So nett diese amerikanischen Stoffe sind, irgendwie kommt in ihm doch der Dandy wieder durch, jener George Washington, der mit sechzehn Jahren so detailliert seinen &lt;i&gt;frock coat&lt;/i&gt; entwarf. Und so notiert sein Sekretär eines Tages:&amp;nbsp;&lt;i&gt;the President is desireous of getting as much superfine blk broad Cloth as will make him a suit of Clothes, and desires me to request that you would send him that quantity ... The best superfine French or Dutch black—exceedingly fine—of a soft, silky texture—not glossy like the Engh cloths&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Portraits von ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/07/gilbert-stuart.html"&gt;Gilbert Stuart&lt;/a&gt; zeigen ihn immer wieder mit einem schwarzen Anzug. Mit viel Spitzenhemd, Gilbert Stuart liebte es Spitzen-Jabots zu malen, Washington fand solche modischen I-Tüpfelchen albern:&amp;nbsp;&lt;i&gt;I want neither lace nor embroidery. Plain clothes, with a gold or silver button (if worn in genteel dress) are all I desire&lt;/i&gt;. Die schwarzen Schuhe mit den &lt;i&gt;silver buckles&lt;/i&gt;, die er schon bei der Amtseinführung trug, sind aber geblieben. Die sind in dieser Zeit für den Gentleman &lt;i&gt;de rigeur&lt;/i&gt;. Einfache schlichte Eleganz ist das, was er jetzt ausstrahlt, aber &lt;i&gt;genteel&lt;/i&gt; sollte es schon sein. 1783 sagt er seinem Neffen:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Do not conceive that fine clothes make fine men more than fine feathers make fine Birds. A plain genteel dress is more admired, and obtains more credit than lace and embroidery, in the Eyes of the judicious and sensible&lt;/i&gt;. Das ist ein Satz, der auch von Beau Brummell stammen könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir kennen George Washingtons Kleidung nur von den mehr oder weniger offiziellen Bildern. Einen Gentleman im &lt;i&gt;Negligé&lt;/i&gt; zu malen - das ist jetzt nicht das, an das Sie gerade denken mögen, der Begriff bedeutet im 18. Jahrhundert informelle Kleidung - verbietet sich für einen Künstler. Aber wir haben genügend Beschreibungen, aus den denen wir uns ein Bild machen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.kitchener.ch/image/common/fashion/the_shirt/18thCenturyBritish.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="145" src="http://www.kitchener.ch/image/common/fashion/the_shirt/18thCenturyBritish.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Er hat sehr praktische Dinge getragen, mit denen er sich nicht von seinen Gutsverwaltern unterschieden hat: Reithosen, eine nicht zu enge Jacke und sicherlich einen Hut gegen die Sonne Virginias. In England tragen die adligen Großgrundbesitzer das gleiche, und die Kombination aus Reithose (in Gelbtönen) und &lt;i&gt;riding coat&lt;/i&gt; (woraus das französische &lt;i&gt;redingote&lt;/i&gt; werden wird) wird Schule machen. Für das &lt;i&gt;dinner&lt;/i&gt; hat sich Washington aber jeden Tag umgezogen. Er wäre nicht auf die Idee gekommen, vor seinen Gästen in Reitkleidung zu erscheinen. Und Gäste sind in Mount Vernon immer da, häufig sind es hundert zum &lt;i&gt;dinner&lt;/i&gt;. Viele schnorren sich einfach durch. Nach dem Verständnis der First Families of Virginia gilt jeder Besuch als zur &lt;i&gt;family&lt;/i&gt; gehörig. Aber ob Schnorrer oder Gentleman, zum &lt;i&gt;dinner&lt;/i&gt; kommt jeder in elegantem Anzug. Weil man &lt;i&gt;genteel&lt;/i&gt; ist, auch wenn das eine Qualität der alten Welt ist, von der man sich gerade separiert hat. Aber dieses &lt;i&gt;genteel&lt;/i&gt; werden die Amerikaner auch eines Tages aufgeben. Und dann erfinden sie die Jogginghose, oder was man in Amerika heute so trägt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-4523862912483695187?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/4523862912483695187/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/george-washington-sartorial.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/4523862912483695187'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/4523862912483695187'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/george-washington-sartorial.html' title='George Washington (sartorial)'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-0KWrSHslPX8/Tt4diHnlP3I/AAAAAAAAAag/d_2q0IYqj_E/s72-c/george+washington.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-3722167109165370734</id><published>2012-02-03T10:36:00.001+01:00</published><updated>2012-02-03T12:22:00.475+01:00</updated><title type='text'>Norman Rockwell</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/e/ed/The-problem-we-all-live-with-norman-rockwell.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="123" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/e/ed/The-problem-we-all-live-with-norman-rockwell.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Das ist die kleine &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ruby_Bridges"&gt;Ruby Bridges&lt;/a&gt; auf ihrem Weg zur Schule, sie ist die erste schwarze Amerikanerin, die eine weiße Schule im Süden besucht. Das Bild heißt &lt;i&gt;The problem we all live with&lt;/i&gt;. Es ist wieder einmal eine Bestätigung des Satzes, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt. Auch wenn es hier ein Wort in dem Bild gibt, ein Wort, das in Amerika niemand mehr sagen darf. Wir sind im Jahre 1960, man muss das&amp;nbsp;betonen: das alles ist erst etwas mehr als ein halbes Jahrhundert her, &lt;i&gt;&lt;a href="http://ulcercity.blogspot.com/2008/01/welcome-to-neighborhood-race-rockwell.html"&gt;the problem we all live with&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Norman Rockwell (der heute vor 118 Jahren geboren wurde) ist im Alter politisch geworden, ein Bild wie &lt;i&gt;New York Central Diner&lt;/i&gt;&amp;nbsp;(unten) aus dem Jahre 1946 würde er in den&amp;nbsp;sechziger Jahren nicht mehr malen.&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://helnwein-kind.at/das_kind_in_der_kunst/bilder/Rockwell_new_york_central_dinner_oil_on_canvas_1946.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://helnwein-kind.at/das_kind_in_der_kunst/bilder/Rockwell_new_york_central_dinner_oil_on_canvas_1946.jpg" width="171" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ein halbes Jahrhundert hat er den amerikanischen Alltag gemalt, war er der Chronist des &lt;i&gt;American Way of Life&lt;/i&gt;. Liebevoll und nie bösartig. Politische Stellungnahmen finden sich nur in seiner Zeit als &lt;i&gt;war artist&lt;/i&gt; im Ersten Weltkrieg und in den Illustrationen zu Franklin Delano Roosevelts &lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Four_Freedoms"&gt;Four Freedoms&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;. Aber jetzt hat er die Botschaft des Gedichtes&amp;nbsp;&lt;i&gt;I, Too, Sing America&lt;/i&gt; von&amp;nbsp;Langston Hughes verstanden:&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;I, too, sing America.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;I am the darker brother.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;They send me to eat in the kitchen&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;When company comes,&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;But I laugh,&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;And eat well,&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;And grow strong.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;Tomorrow,&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;I'll be at the table&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;When company comes.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;Nobody'll dare&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;Say to me,&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;"Eat in the kitchen,"&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;Then.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;Besides,&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;They'll see how beautiful&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;I am&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;And be ashamed--&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;I, too, am America.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Bild von Norman Rockwell&amp;nbsp;&lt;i&gt;The problem we all live with&lt;/i&gt;&amp;nbsp;hängt heute übrigens im Weißen Haus, gegenüber von Obamas Oval Office. Norman Rockwell hätte das sicherlich begrüßt. Da ist sein Bild &lt;i&gt;Welcome to the Neighborhood&lt;/i&gt; doch noch (ein klein wenig) wahr geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.newrochelletalk.com/system/files/NormanRockwellNewKidsintheNeighborhood.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="206" src="http://www.newrochelletalk.com/system/files/NormanRockwellNewKidsintheNeighborhood.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-3722167109165370734?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/3722167109165370734/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/norman-rockwell.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3722167109165370734'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3722167109165370734'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/norman-rockwell.html' title='Norman Rockwell'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-6420948326320854533</id><published>2012-02-02T10:20:00.000+01:00</published><updated>2012-02-02T10:20:17.837+01:00</updated><title type='text'>Stephen Dedalus</title><content type='html'>Stephen Dedalus ist der Held von &lt;i&gt;A Portrait of the Artist a a Young Man&lt;/i&gt;, aber es ist auch ein Pseudonym, das James Joyce am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere verwendete. James Joyce wurde heute vor 130 Jahren geboren. Ich könnte ja nun lang über ihn schreiben, doch er ist schon mehrmals in diesem Blog erwähnt worden. Und so mache ich mir einen faulen Tag und empfehle Ihnen die Lektüre von ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/01/lass-of-aughrim.html"&gt;The Lass of Aughrim&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, ein Post, der mir immer noch sehr gefällt. Kommt auch Schnee drin vor, das passt zum Wetter draußen. Und dann könnten Sie natürlich noch den Post ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/10/parnell.html"&gt;Parnell&lt;/a&gt; lesen. Und den Post, der ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/06/dublin.html"&gt;Dublin&lt;/a&gt; heißt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.nachdemfilm.de/sites/ndf.einskommanull.com/files/images/uploads/marilyn%20monroe%20ulysses.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.nachdemfilm.de/sites/ndf.einskommanull.com/files/images/uploads/marilyn%20monroe%20ulysses.jpg" width="139" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und wenn Ihnen das noch nicht genug James Joyce ist, dann machen Sie es wie diese junge Dame hier und fangen an, &lt;i&gt;Ulysses&lt;/i&gt; zu lesen. Sie dürfen sich dazu auch einen irischen Whiskey (beachten Sie das &lt;b&gt;e&lt;/b&gt; vor dem y) einschenken, aber um Himmelswillen keinen Tullamoore Dew oder Old Bushmills. Für diesen Tag sollte es schon etwas Besonderes sein, ein zwölf Jahre alter &lt;a href="http://www.spirituosen-superbillig.de/redbreast/redbreast.html"&gt;Redbreast&lt;/a&gt; oder ein &lt;a href="http://www.irisch-lifestyle.de/Indoor/IrishWhiskey/greenspot.ASP"&gt;Green Spot&lt;/a&gt;&amp;nbsp;sind aber O.K. Und dann wird &lt;i&gt;Ulysses&lt;/i&gt; gelesen, da gelten auch keine Ausreden, dass Sie ihren Text&amp;nbsp;nicht finden können. Der Text ist ➱&lt;a href="http://www.gutenberg.org/files/4300/4300-h/4300-h.htm"&gt;HIER&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-6420948326320854533?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/6420948326320854533/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/stephen-dedalus.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/6420948326320854533'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/6420948326320854533'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/stephen-dedalus.html' title='Stephen Dedalus'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-3070715823375785673</id><published>2012-02-01T10:30:00.000+01:00</published><updated>2012-02-01T10:30:19.933+01:00</updated><title type='text'>Bäume</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fa/Cole_Thomas_Lake_with_Dead_Trees_(Catskill)_1825.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="160" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fa/Cole_Thomas_Lake_with_Dead_Trees_(Catskill)_1825.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Das hier auf dem Bild ist noch das Werk der Natur, hier ist die so genannte Zivilisation noch nicht angekommen. Das Gemälde zählt zu den ersten Bildern, die Thomas Cole in den Catskills gemalt hat. Die toten Bäume (wie hier links im Bild) sind eine Art Markenzeichen von Cole. Wenn man als Zeichen der Vergänglichkeit keine Ruinen hat wie die Engländer, dann malt man eben tote Bäume in die Landschaft, auch eine Art des &lt;i&gt;memento mori&lt;/i&gt;. Thomas Cole, der natürlich schon einmal in diesem ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/04/abschied.html"&gt;Blog&lt;/a&gt; vorkam, wurde&amp;nbsp;heute vor 211 Jahren in England geboren. Amerika ist seine zweite Heimat. Die &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Catskill_Mountains"&gt;Catskill Mountains&lt;/a&gt;, wo er sich auch ein Haus baut, das er ➱&lt;a href="http://www.thomascole.org/"&gt;Cedar Groves&lt;/a&gt; nennt, sind seine amerikanische Traumlandschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cc/Cole_Thomas_Landscape_the_Seat_of_Mr._Featherstonhaugh_in_the_Distance_1826.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="136" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cc/Cole_Thomas_Landscape_the_Seat_of_Mr._Featherstonhaugh_in_the_Distance_1826.jpg?uselang=de" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wir sind in der Romantik, Maler wie Cole und Dichter wie Bryant entdecken die amerikanische Natur. Und auch ➱&lt;a href="http://www.eapoe.org/works/essays/mrnwisa.htm"&gt;Edgar Allan Poe&lt;/a&gt; weist seine Landsleute auf die verborgenen Schönheiten hin:&amp;nbsp;&lt;i&gt;But, even of this delicious region, the sweeter portions are reached only by bypaths. Indeed, in America generally, the traveller who would behold the finest landscapes, must seek them not by the railroad, nor by the steamboat, nor by the stage-coach, nor in his private carriage, nor yet even on horseback — but on foot. He mustwalk, he must leap ravines, he must risk his neck among precipices, or he must leave unseen the truest, the richest, and most unspeakable glories of the land&lt;/i&gt;. Das ist damals offensichtlich schon schwer für die Amerikaner, zu Fuß die Landschaft zu entdecken. Ein Jahrhundert später hält man mit dem Auto an markierten &lt;i&gt;beauty spots&lt;/i&gt;, kurbelt die Autofenster herunter und photographiert die &lt;i&gt;scenery&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6c/Cole_Thomas_View_in_the_White_Mountains_c1827.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="168" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6c/Cole_Thomas_View_in_the_White_Mountains_c1827.jpg?uselang=de" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Thomas Cole ist nicht nur Maler, er eifert auch seinem Freund ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/11/william-cullen-bryant.html"&gt;William Cullen Bryant&lt;/a&gt; nach (der als Naturdichter Amerikas Äquvalent zu William Wordsworth ist) und schreibt ➱&lt;a href="http://xtf.lib.virginia.edu/xtf/view?docId=chadwyck_ap/uvaGenText/tei/chap_AM1181.xml;chunk.id=d3;toc.depth=100;brand=default"&gt;Gedichte&lt;/a&gt;&amp;nbsp;(unter diesem Link finden sie sein dichterisches Werk). Und da kommen auch wieder Bäume vor, wie in den Gedicht ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://xtf.lib.virginia.edu/xtf/view?docId=chadwyck_ap/uvaGenText/tei/chap_AM1181.xml;chunk.id=d49;toc.depth=100;toc.id=d49;brand=default"&gt;The Complaint of the Forest&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; und ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://xtf.lib.virginia.edu/xtf/view?docId=chadwyck_ap/uvaGenText/tei/chap_AM1181.xml;chunk.id=d61;toc.depth=100;toc.id=d61;brand=default"&gt;The Lament of the Forest&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;. Die sind nun ein wenig zu lang, um sie hier zu zitieren, deshalb nehme ich das Gedicht&amp;nbsp;&lt;i&gt;On seeing that a favorite tree of the Author's had been cut down &lt;/i&gt;aus dem Jahr 1834:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;—And is the glory of the forest dead?&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Struck down? Its beauteous foliage spread&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;On the base earth? O! ruthless was the deed&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Destroying man! What demon urg'd the speed&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Of thine unpitying axe? Didst thou not know&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;My heart was wounded by each savage blow?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Could not the loveliness that did begird&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;These boughs disarm thine hand and save the bird&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Its ancient home and me a lasting joy!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Vain is my plaint! All that I love must die.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;But death sometimes leaves hope—friends may yet meet&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;And life be fed on expectation sweet—&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;But here no hope survives; again shall spread o'er me&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Never the gentle shade of my beloved tree—&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/31/Cole_Thomas_Kaaterskill_Falls_1826.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="140" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/31/Cole_Thomas_Kaaterskill_Falls_1826.jpg?uselang=de" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ein erstaunliches ökologisches Bewusstsein beseelt in dieser Zeit die amerikanischen Schriftsteller. Schon in Coopers erstem Lederstrumpf Roman ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/12/weihnachtsvorbereitungen.html" style="font-style: italic;"&gt;The Pioneers&lt;/a&gt;&amp;nbsp;hatte Cooper vor dem Abholzen der Wälder gewarnt, der Holzhauer Bill Kirby ist für ihn eine negative Figur. Und in &lt;i&gt;The Prairie&lt;/i&gt;, dem Roman, der die Serie abschliesst, klagt der alte Natty Bumppo (den es inzwischen weit in den Westen nach Nevada verschlagen hat):&amp;nbsp;&lt;i&gt;I often think the Lord has placed this barren belt of Prairie, behind the States, to warn men to what their folly may yet bring the land!... And yet the wind seldom blows from the east, but I conceit the sounds of axes, and the crash of falling trees are in my ears&lt;/i&gt;. Und an einer anderen Stelle des Romans heißt es:&amp;nbsp;&lt;i&gt;I had heard of these vast and naked fields, and I came hither to escape the wasteful temper of my people&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5c/Cole_Thomas_The_Clove_Catskills_1827.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="142" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5c/Cole_Thomas_The_Clove_Catskills_1827.jpg?uselang=de" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Der Lederstrumpf hat hier am Ende des Romans eine Botschaft, die sich wieder einmal gegen das Fällen von Bäumen richtet:&amp;nbsp;&lt;i&gt;What will the Yankee choppers say; when they have cut their path from the eastern to the western waters, and find that a hand, which can lay the 'arth bare at a blow, has been here, and swept the country, in very mockery of their wickedness. They will turn on their tracks, like a fox that doubles, and the rank smell of their own footsteps, will show them the madness of their waste&lt;/i&gt;. Aber irgendwie scheint Amerika diese Botschaft nicht so richtig verstanden zu haben. Doch auf wen wollen sie überhaupt noch hören, wenn nicht auf diesen &lt;i&gt;American Adam&lt;/i&gt;?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f0/Cole_Thomas_View_in_the_White_Mountains_1827.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="145" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f0/Cole_Thomas_View_in_the_White_Mountains_1827.jpg?uselang=de" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Cooper und Thomas Cole sind mit ihren schon beinahe apokalyptischen Gedanken schon eine Stufe weiter als der Naturschwärmer Henry David Thoreau, der mit seinem Buch &lt;i&gt;Walden&lt;/i&gt; immer zitiert wird:&amp;nbsp;&lt;i&gt;I went to the woods because I wished to live deliberately, to front only the essential facts of life, and see if I could not learn what it had to teach, and not, when I came to die, discover that I had not lived. I did not wish to live what was not life, living is so dear; nor did I wish to practise resignation, unless it was quite necessary. I wanted to live deep and suck out all the marrow of life, to live so sturdily and Spartan-like as to put to rout all that was not life, to cut a broad swath and shave close, to drive life into a corner, and reduce it to its lowest terms, and, if it proved to be mean, why then to get the whole and genuine meanness of it, and publish its meanness to the world; or if it were sublime, to know it by experience, and be able to give a true account of it in my next excursion&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1e/Cole_Thomas_Mount_Chocorua_New_Hampshire_1827.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="145" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1e/Cole_Thomas_Mount_Chocorua_New_Hampshire_1827.jpg?uselang=de" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Klingt gut.&amp;nbsp;Aber so weit aus der Zivilisation ist er mit seinem Haus (natürlich aus gefällten Bäumen) in ➱&lt;a href="http://www.walden.org/Explore"&gt;Walden&lt;/a&gt;&amp;nbsp;nie gewesen. Boston war achtzehn Meilen und der nächste Ort einen Fußmarsch von einer halben Stunde entfernt. Und&amp;nbsp;der Autor verschweigt auch, dass er ein Jahr bevor er in die Wälder zog, fahrlässig einen Wald angezündet hat, immerhin von der Größe von knapp anderthalb Quadratkilometern. Und nicht bei den Löscharbeiten geholfen hat. Amerikaner und Natur, das ist eine zwiespältige Angelegenheit. Thoreau ist mit&amp;nbsp;&lt;i&gt;Walden; or, Life in the Woods&lt;/i&gt; (und mit seiner Schrift zur &lt;i&gt;Civil Disobedience&lt;/i&gt;) als Hauptvertreter des amerikanischen romantischen Naturempfindens vermarktet worden.&amp;nbsp;Man kann seine Spuren noch im Grundsatzprogramm der Grünen entdecken. Aber ich nehme mal den Geburtstag von Thomas Cole dazu, diesen Maler und Dichter ein wenig zu propagieren. Thomas Cole hat nie einen Wald angezündet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle Bilder sind aus dem Frühwerk von Thomas Cole.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-3070715823375785673?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/3070715823375785673/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/baume.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3070715823375785673'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3070715823375785673'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/02/baume.html' title='Bäume'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-8738414721680211708</id><published>2012-01-31T10:37:00.001+01:00</published><updated>2012-02-03T08:43:53.601+01:00</updated><title type='text'>Theodor Heuss</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-Yzzk0jIWh98/TaMsvWo_UYI/AAAAAAAAArw/8gRHf5qhces/s1600/Heuss.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-Yzzk0jIWh98/TaMsvWo_UYI/AAAAAAAAArw/8gRHf5qhces/s200/Heuss.jpg" width="155" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Es gab einmal eine Zeit, da hatten wir einen gebildeten Bundespräsidenten, den jeder in der Republik mochte. Das ist lange her. Ich denke jetzt nicht an Richard von Weizsäcker, sondern an unseren ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss, der heute vor 128 Jahren geboren wurde. Im Nachruf auf seinen Nachfolger Heinrich Lübke schrieb die Londoner &lt;i&gt;Times&lt;/i&gt; 1972:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Professor Heuss war außergewöhnlich erfolgreich als Bundespräsident und verkörperte bis zur Perfektion das Konzept des gebildeten Ehrenmanns [im Original: scholar and gentleman] unter den extrem schwierigen Umständen, in denen sich Deutschland selbst fand, nachdem Hitlers Aggressionskrieg verloren war. Er tat als formelles Staatsoberhaupt was er konnte, um das Image des Landes als eins der Dichter, Philosophen und Musiker wiederherzustellen&lt;/i&gt;. All das konnte man über Lübke wahrlich nicht sagen. Und über den derzeitigen Amtsinhaber wird das auch niemand sagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.seglermagazin.de/uploads/pics/dgzrs1956taufe12027dgzr.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="145" src="http://www.seglermagazin.de/uploads/pics/dgzrs1956taufe12027dgzr.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich habe Theodor Heuss 1957 einmal gesehen, als er&amp;nbsp;einen Seenotrettungskreuzer auf seinen Namen taufte. Da war er in Vegesack. Weil &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adolph_Bermpohl"&gt;Adolph Bermpohl&lt;/a&gt;, ohne den das mit der &lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Gesellschaft_zur_Rettung_Schiffbr%C3%BCchiger"&gt;Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; wohl nichts geworden wäre, aus unserem Ort kam.&amp;nbsp;Wir haben schulfrei und stehen im Strandgarten der Strandlust, während unter uns der Bundespräsident vorbei schreitet. Ich habe ihn natürlich photographiert, das Photo (6x6, chamois mit Büttenschnitt) habe ich immer noch. Man muss schon &amp;nbsp;etwas genauer hinschauen, aber man kann Heuss mit seinem hellen Regenmantel und seinem weißen Haarschopf mittenmang die Honoratioren gut erkennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die heutige &lt;i&gt;Theodor Heuss&lt;/i&gt; im Deutschen Museum ist nicht die originale &lt;i&gt;Theodor Heuss&lt;/i&gt; (die wurde später zu einer Yacht umgebaut und hieß dann&amp;nbsp;&lt;i&gt;Frido Spatz&lt;/i&gt;), sondern ihr Schwesterschiff &lt;i&gt;H.H. Meier&lt;/i&gt;. Das Beiboot der &lt;i&gt;Theodor Heuss&lt;/i&gt; wird als Namen die plattdeutsche Koseform von Theodor, &lt;i&gt;Tedje&lt;/i&gt;, bekommen. Was Platt ist, weiß Heuss, er hat einmal die Besatzungen der Seenotrettungskreuzer &lt;i&gt;Norderney&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Borkum&lt;/i&gt; um sie zu ehren in den Bremer Ratskeller eingeladen. Je weiter der Abend fortschreitet, desto mehr linguistische Probleme gibt es. Der Vormann (so heißt bei der DGzRS der Kapitän) Johann Friedrich Rass fängt nämlich mit schwerer Zunge an, platt to snacken. Kein Problem für den Bundespräsidenten: &lt;i&gt;Jetzt wollte mich der Rass reinlegen, er hat nämlich platt gesprochen. Aber da habe ich ihn auch hineingelegt und habe schwäbisch g’schwätzt!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.kreiszeitung.de/bilder/2010/02/11/627079/268073682-schaffermahl-1957-wilhelm-kaisen.9.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="149" src="http://www.kreiszeitung.de/bilder/2010/02/11/627079/268073682-schaffermahl-1957-wilhelm-kaisen.9.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Theodor Heuss war häufig in Bremen, obwohl Norddeutschland nicht so die Sache des viel gereisten Mannes war. In seinem Buch &lt;i&gt;Von Ort zu Ort: Wanderungen mit Stift und Feder&lt;/i&gt; (1959) kommt halb Europa vor, Norddeutschland aber gar nicht.&amp;nbsp;1955 war Heuss Ehrengast der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schaffermahlzeit"&gt;Schaffermahlzeit&lt;/a&gt;. Das war er schon 1952, zweimal darf man das nach den Statuten der Schaffermahlzeit gar nicht sein, aber bei Theodor Heuss macht man schon mal eine Ausnahme. Angefangen hatte es mit dem Satz&amp;nbsp;&lt;i&gt;Na, wir sehn uns dann wohl bei der nächsten Schaffermahlzeit in Bremen&lt;/i&gt;, den Wilhelm Kaisen in Bonn sagte. Wobei er wohl nicht wusste, dass er mit dieser Einladung&amp;nbsp;an einer der unverbrüchlichsten Traditionen des Hauses Seefahrt gerüttelt hatte: niemand wird ein zweites Mal eingeladen. Aber man fand eine sehr diplomatische Lösung (die auch in der Zukunft funktionieren würde), man lud einfach nicht die Person Theodor Heus ein, sondern den zweiten Bundespräsidenten, der zufälligerweise auch Theodor Heuss hieß.&amp;nbsp;Der Bremer Bürgermeister darf natürlich immer eingeladen werden. Die ersten Jahre hat sich Kaiser schlichtweg geweigert, sich einen Frack zu kaufen oder zu leihen. Weil ein schwarzer Anzug mit weißem Hemd und silberner Krawatte für einen Bremer Bürgermeister genug an feierlicher Kleidung ist (wie man auf dem Photo oben sehen kann). Aber irgendwann hat er sich dann doch einen Frack gekauft; als er nach Jahrzehnten in den Ruhestand ging, war seine erste Handlung, den ungeliebten Frack wieder zu verkaufen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.haus-der-geschichte.de/pix/impressionen/95/1/Feierlichkeiten_5.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.haus-der-geschichte.de/pix/impressionen/95/1/Feierlichkeiten_5.jpg" width="190" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;1952 hat Theodor Heuss Wilhelm Kaisen besucht, dem man auch einmal das Amt des Bundespräsidenten angeboten hatte. Von diesem Besuch gibt es ein wunderbares Photo (leider nicht im Internet, dafür habe ich die beiden hier. Kaisen sitzt oberhalb des weißen Haarschopfes von Heuss). Es zeigte Heuss in der Küche von Wilhelm Kaisen. Heuss im piekfeinen Stresemann, jovial die Zigarre in der Hand, Kaisen daneben mit seiner grauen Strickjacke (er hatte die Grippe und hatte sich nur für Heuss aus dem Bett  gequält).  Über dem Küchenherd trocknen die Wollsocken von Wilhelm Kaisen. Wie behaglich normal ist dies doch, wie weit sind wir von einem Bundeskanzler Schröder entfernt, der sich als Model für italienische Luxusmode prostituierte. Auf solche Ideen wäre Kaisen nie gekommen. Seine Tochter hat ihm einmal bei Stiesing in der Sögestraße eine neue Strickjacke gekauft, und auch noch aus Kaschmir. Sie hat ihrem Vater aber nie erzählt, dass diese Strickjacke aus Kaschmir war. Und natürlich auch nicht, dass sie von Stiesing stammte. Über das Geschäft sage ich jetzt nix mehr, ich hatte ja schon einmal hier ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/02/markenname-windsor.html"&gt;nette&lt;/a&gt;&amp;nbsp;Dinge über sie gesagt. Habe ich sie nett drauf hingewiesen, die haben nicht mal geantwortet. Kein Stil, Leute. Streicht mich von der Kundenliste! Und da ich gerade dabei bin: der Chef von Regent hat meinen Post ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/11/made-in-germany.html"&gt;Made in Germany&lt;/a&gt;&amp;nbsp;gelesen und mir sehr ausführlich geschrieben. Und nein, er ist mir nicht mehr böse wegen der Bemerkungen über die Rolex. Das hat doch noch Stil!&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.welt.de/multimedia/archive/01176/zel_kaisen_DW_Poli_1176960p.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.welt.de/multimedia/archive/01176/zel_kaisen_DW_Poli_1176960p.jpg" width="132" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Als Wilhelm Kaisen in seiner grauen Strickjacke den Bundespräsidenten in seinem kleinen Siedlerhaus in Borgfeld empfing, hatten Frau Kaisen mit der Hilfe ihrer Tochter und einer Nachbarin in der Küche belegte Brötchen geschmiert. Aus Platzmangel wurden die auf einem Brett hergerichtet, das man über die Badewanne gelegt hatte. So einfach konnte das Leben damals sein. Kaisen hat es auch nicht versäumt, dem Bundespräsident seinen Kuhstall zu zeigen. Er war auch als Bremer Bürgermeister noch Nebenerwerbsbauer, wenn ihn morgens das Auto &lt;i&gt;zum Regieren&lt;/i&gt; ins Rathaus abholte, hatte er immer schon drei Stunden auf dem Feld und im Stall hinter sich. Die Amerikaner hatten ihn ja damals von der Feldarbeit weggeholt und ihn überzeugt, dass jetzt sein Platz im Rathaus sei. Die wahr gewordene &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lucius_Quinctius_Cincinnatus"&gt;Cincinnatus&lt;/a&gt; Legende.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sache mit der Stallbesichtigung konnte er nicht auslassen, weil sein Ochse &lt;i&gt;Theodor&lt;/i&gt; hieß:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Da stand der berühmte Theodor vor seinem Namensvetter, meinem Ochsen Theodor. Das Photo ging um die Welt&lt;/i&gt;. Heuss und Kaisen haben sich immer gut verstanden, und Kaisen hat sich gerne an ihn erinnert: &lt;i&gt;Und hier war noch was. Da hat der Heuss zu mir gesagt: "Nimm doch endlich einen Orden an, den will ich dir verleihen." "Nee danke", hab ich geantwortet, "behalte deine Orden". Darauf der Heuss: "Du willst ja nur mit deiner republikanischen Gesinnung protzen". "Richtig," hab ich gesagt, "das will ich." &lt;/i&gt;So konnte man damals miteinander reden. Heuss war ein Mann der klaren Worte. Die Bundeswehr hätte er lieber verhindert, sein Satz &lt;i&gt;Nun siegt man schön&lt;/i&gt; zu jungen Rekruten bei einem Manöver im Jahre 1958 hat Geschichte gemacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.261096.1274123363!/image/image.jpg_gen/derivatives/560x315/image.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.261096.1274123363!/image/image.jpg_gen/derivatives/560x315/image.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Es gab 1952, als Heuss Bremen besuchte, auch noch keine &lt;i&gt;Bild Zeitung&lt;/i&gt;. Hätte es eine gegeben, es wäre Theodor Heuss nie in den Sinn gekommen, mit diesem Schmierblatt zu paktieren. Der ehemalige Redakteur der &lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Zeitung"&gt;Frankfurter Zeitung&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; hatte da entschiedene Meinungen. Als es die &lt;i&gt;Bild Zeitung&lt;/i&gt; dann gab, hat er&amp;nbsp;dem Verleger Axel Springer&amp;nbsp;gesagt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Sie sind der Verderber der Presse&lt;/i&gt;. Und&amp;nbsp;schon&amp;nbsp;vorher hatte er &lt;i&gt;Bild&lt;/i&gt;&amp;nbsp;eine &lt;i&gt;geradezu fürchterliche Tageszeitung&lt;/i&gt; genannt. Das wird dem Axel Springer, der immer so fürchterlich englisch tat, mit seinen runden Piccadilly- und ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/05/tab-kragen.html"&gt;Tab Kragen&lt;/a&gt; und seinem Rolls Royce nicht gefallen haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Theodor Heuss hat übrigens die Engländer besser verstanden als Springer, dessen &lt;i&gt;Englishness&lt;/i&gt; ja immer nur dieser hanseatische &lt;i&gt;fake&lt;/i&gt;&amp;nbsp;war: man geht als Hamburger bei Kledaasche und Oelke rein und kommt als Engländer wieder heraus. Nach seinem ersten Englandaufenthalt hatte der junge Theodor Heuss einen Reisebericht über den Sommer 1911 in England geschrieben, der hundert Jahre später immer noch eine scharfsinnige Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis verrät. Es lohnt sich, das zu lesen. Die Reisebeobachtungen finden sich auch in dem oben erwähnten Buch &lt;i&gt;Von Ort zu Ort&lt;/i&gt;. Das zwar nicht als Text im Internet steht (wäre aber gut), aber als Buch für 0,01€ bei Amazon Marketplace zu finden ist. Die preiswerteste Ausgabe von&amp;nbsp;&lt;i&gt;Besser die Wahrheit&lt;/i&gt;&amp;nbsp;von Christian Wulff kostet dort 6,95. Wenn der Text von Heuss nach hundert Jahren beinahe immer noch aktuell ist, wird das wohl niemand in hundert Jahren über irgendwelche Texte des gegenwärtigen Amtsinhabers sagen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.391580.1274124124!/image/image.jpg_gen/derivatives/560x315/image.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="157" src="http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.391580.1274124124!/image/image.jpg_gen/derivatives/560x315/image.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Als ich das Buch &lt;i&gt;Von Ort zu Ort&lt;/i&gt; von Theodor Heuss vor Jahren las, war mir ein Satz überhaupt nicht aufgefallen, der in diesen Tagen beim Wiederlesen ein Lächeln entlockte. In einer Nachschrift zu seinem England-Artikel von 1911 beschreibt Heuss das London des Jahres 1947. Die Engländer haben zwar den Krieg gewonnen, aber es geht ihnen nicht viel besser als den Deutschen. Es wird noch ein Jahrzehnt dauern, bis Harold Macmillan der Nation versichern kann: &lt;i&gt;You've never had it so good!&lt;/i&gt; Heuss bewundert die Engländer für ihre Art, wie sie stoisch und mit &lt;i&gt;common sense&lt;/i&gt; mit dem Mangel umgehen. Und in diesem Zusammenhang schreibt Heuss: &lt;i&gt;Für den, der kein eigenes Fremdgeld besitzt, sondern die Gastlichkeit alter Freunde genießt, ist es schwer, die häufige Frage zu beantworten, ob "das Leben teuer sei"&lt;/i&gt;. Das ist so ein Satz, den Christian Wulff auch parat hätte. Aber die Freunde von Heuss werden andere Menschen gewesen sein als Egon Geerkens und Carsten Maschmeyer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://diki.heliohost.org/heuss1958lizzy.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://diki.heliohost.org/heuss1958lizzy.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Heuss, der sich ein bisschen genierte, dass er &lt;i&gt;nur wenige Sätze Englisch&lt;/i&gt; sprach, hat im Oktober 1958 die englische Königin besucht. Die in ihrer Rede die Vielzahl der Verbindungen des englischen Königshauses mit Deutschland betonte - das hatte die königliche Familie nicht mehr getan, seit sich 1917 die Battenbergs in Mountbatten umgetauft hatte. Die englische Presse (die&amp;nbsp;&lt;i&gt;Times&lt;/i&gt; inklusive) reagierte &lt;i&gt;von kühler Höflichkeit über eingefrorene Gleichgültigkeit bis zu brennender Feindseligkeit&lt;/i&gt;, so &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Richard_Crossman"&gt;Richard Crossman&lt;/a&gt;. Geschichte sei &lt;i&gt;die Kette der verunglückten Möglichkeiten&lt;/i&gt; hat Heuss einmal gesagt. Sein Englandbesuch hat aber doch viel bewegt, wenig später sagte der deutschblütige Prince Philip:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Mit Deutschenhaß allein können wir nicht überleben. Es ist eine öde Beschäftigung, sich über die Geschichte zu ärgern, und sie macht blind für die Aufgaben der Zukunft&lt;/i&gt;. Die deutsche Presse gefiel sich damals in der Rolle, die feindseligen Äußerungen der englischen Presse zu wiederholen, woraufhin Heuss die Journalisten als &lt;i&gt;auf gut deutsch gesprochen, Rindviecher&lt;/i&gt; bezeichnete. Ich liebe solche Sätze. Es kommt nur darauf an, wer es sagt.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-8738414721680211708?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/8738414721680211708/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/theodor-heuss.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/8738414721680211708'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/8738414721680211708'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/theodor-heuss.html' title='Theodor Heuss'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-Yzzk0jIWh98/TaMsvWo_UYI/AAAAAAAAArw/8gRHf5qhces/s72-c/Heuss.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-7598606026880385311</id><published>2012-01-30T11:08:00.003+01:00</published><updated>2012-02-03T08:49:13.666+01:00</updated><title type='text'>Nikolaus Pevsner</title><content type='html'>&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://yalebooks.co.uk/images/Pevsner/Nikolaus-Pevsner.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="119" src="http://yalebooks.co.uk/images/Pevsner/Nikolaus-Pevsner.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;He looked to me like a kindly postmistress - pink cheeks, gold spectacles, sweet smile, brisk, authoritative manner. Like a postmistress too he worked in a flurry of tiny bits of paper, produced from his pockets, scribbled on in his tiny script and then replaced or handed to a secretary for later action. No remark, no name, no event, no idea passed his attention without this note-taking procedure. He was always serious but never solemn. His curiosity was so tireless and his search for new knowledge so intense it seemed unhealthy. Such dedication made him, I think, a lonely figure. It earned him the reputation of being no more than a walking repository of data. He was a vulnerable man and I think resented the persistence of this false image&lt;/i&gt;. Das hat Sir Hugh Casson, der als Direktor des&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Festival_of_Britain"&gt;Festival of Britain&lt;/a&gt; erste Berühmtheit bekam, über Sir Nikolaus Pevsner geschrieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-h6eAk4dm21s/TyZjh1Lx_lI/AAAAAAAAAho/akIuVD5ev0s/s1600/51DjRZntd7L._SL500_AA300_.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-h6eAk4dm21s/TyZjh1Lx_lI/AAAAAAAAAho/akIuVD5ev0s/s200/51DjRZntd7L._SL500_AA300_.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Nikolaus Pevsner wurde heute vor 110 Jahren geboren, er kam vor genau einem Jahr natürlich schon einmal in diesem ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/01/sir-nikolaus-pevsner.html"&gt;Blog&lt;/a&gt; vor. So ein Datum kann ich natürlich nicht auslassen. Inzwischen wissen wir mehr über ihn, da die Biographie von&amp;nbsp;Susie Harries, &lt;i&gt;Nikolaus Pevsner: the Life&lt;/i&gt;, bei Chatto &amp;amp; Windus erschienen ist. Der englische Wikipedia Artikel weiß das schon, der deutsche hat das noch nicht mitgekriegt. Die Biographie ist beinahe tausend Seiten dick, und sie enthält viel Unbekanntes über Pevsner, da Harries Zugang zu seinen unveröffentlichten &lt;i&gt;Heftchen&lt;/i&gt; hatte, seinen Tagebüchern, die er seit 1915 vollschrieb.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er war sein Leben lang ungeheuer fleißig, geradezu verbissen fleißig. So erinnert sich die Architekturhistorikerin&amp;nbsp;Jane Fawcett:&amp;nbsp;&lt;i&gt;During the 13 years that Nikolaus Pevsner ran the Victorian Society, I had the privilege of working very closely with him, both as Secretary of the Society and as one of his students at Birkbeck College. The campaigns that he led to bring attention to the 19th century were memorable. When Nikolaus retired, it was said that he had saved a century. His breadth of scholarship worked on a European scale, and placed British Victorian architecture where it belonged, high upon it. His evening lectures at Birkbeck often lasted three hours, and came at the end of a full day in the office which had begun at 5am. He regularly worked for three hours before breakfast, and then walked to work. He frequently walked home as well. The climax of the academic year was, for his students, a visit to a cathedral, during which the entire building was studied, stone by stone. The last trip of all was a visit to Westminster Abbey, starting at 9am. After an exhausting day, without a break, during which some of the weaker students furtively munched biscuits, the survey was completed. At 4pm, Nikolaus, who had eaten nothing, said, "Now, the monuments." At 6.30pm the tour was finished. He was then over 70&lt;/i&gt;. Ich weiß nicht, ob ich so etwas überstanden hätte. Bei den Exkursionen des Kunsthistorischen Instituts, an denen ich teilnahm, gab es auch immer Pausen in Landgasthöfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://yalebooks.co.uk/images/Pevsner/blue-plaque.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="191" src="http://yalebooks.co.uk/images/Pevsner/blue-plaque.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Der deutsche Kunsthistoriker hat dem Land, das ihn aufnahm, viel zurück gegeben. Die Reihe der&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Buildings_of_England"&gt;Buildings of England&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;und die Reith Lectures&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=7K0X6Zb_E24"&gt;The Englishness of English Art&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;geben den Engländern eine kulturelle Identität.&amp;nbsp;Stephen Games hat ihn in seinem Buch&amp;nbsp;&lt;i&gt;Pevsner – The Early Life: Germany and Ar&lt;/i&gt;t mit Holbein und Händel, den Königen aus dem Haus Hannover und dem Prinzgemahl Albert verglichen, Deutschen, die die englische Kultur ihrer Zeit geprägt haben. Er hatte aber auch (was auch Susie Harries tut) auf die dunklen Seiten von Pevsner hingewiesen. Diesen Widersprüchen im Leben eines Mannes, der lange die Nationalsozialisten begrüsst und seine Kinder noch 1939 in den Ferien nach Deutschland schickt. Und 1946 in der Uniform eines ➱&lt;a href="http://susieharries.wordpress.com/2011/07/28/colonel-pevsner/"&gt;Colonels&lt;/a&gt; zum ersten Mal wieder nach Deutschland zurückkehrt. Der so oft in England durch die Führerscheinprüfung fällt, dass ihm die Fahrschule schon einen Rabatt anbietet. Und der, obgleich längst verheiratet, ständig hinter jungen Frauen her ist.&lt;br /&gt;&lt;div style="margin-bottom: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-top: 0px;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;None of the other nations of Europe has so abject an inferiority complex about its own aesthetic capabilities as England, &lt;/i&gt;hatte Pevsner im Vorwort von &lt;i&gt;The Englishness of English A&lt;/i&gt;rt geschrieben. Der gute Doktor Pevsner hat dafür gesorgt, dass die Engländer ihren architektonischen Minderwertigkeitskomplex losgeworden sind. Wenn sie ihn damals auch nicht wirklich geliebt haben, weil er ihnen immer zu schrullig deutsch erschien, respektieren tun sie ihn heute auf jeden Fall. Schauen Sie einmal in Jonathan Meades' ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=cUcWFhhujjU"&gt;Pevsner Revisited&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; hinein.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-7598606026880385311?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/7598606026880385311/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/nikolaus-pevsner.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/7598606026880385311'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/7598606026880385311'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/nikolaus-pevsner.html' title='Nikolaus Pevsner'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-h6eAk4dm21s/TyZjh1Lx_lI/AAAAAAAAAho/akIuVD5ev0s/s72-c/51DjRZntd7L._SL500_AA300_.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-1795647330821918825</id><published>2012-01-29T10:36:00.003+01:00</published><updated>2012-01-30T17:30:57.917+01:00</updated><title type='text'>Fahrstuhl zum Schafott</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-_kQ7mKmI5ng/TyMoPLE-XAI/AAAAAAAAAhQ/ZJjdjUJlDc8/s1600/s_maurice_ronet_001.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="155" src="http://2.bp.blogspot.com/-_kQ7mKmI5ng/TyMoPLE-XAI/AAAAAAAAAhQ/ZJjdjUJlDc8/s200/s_maurice_ronet_001.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Es wäre beinahe ein perfekter Mord geworden. Was das Töten bedeutet, das weiß der Julien Tavernier, der von Maurice Ronet gespielt wird, der ehemalige Fallschirmjäger ist gerade aus Indochina zurück. Den ungeliebten Ehemann von Jeanne Moreau umzubringen, ist keine große Sache. Und alles wäre perfekt gelaufen, wenn nicht ein Kleinkrimineller mit einer schwarzen Lederjacke Juliens Wagen geklaut und einen Mord begangen hätte. Und wenn der Hausmeister nicht den Fahrstuhl abgeschaltet hätte. So wird der zu einem Fahrstuhl zum Schafott. Wir sind in einem Film von Louis Malle, der heute vor 54 Jahren in die Kinos kam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-44eX_0-xZOQ/TyMsp7aIg_I/AAAAAAAAAhY/Pt6cBfLHXTk/s1600/200544_160316_3_012.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="132" src="http://4.bp.blogspot.com/-44eX_0-xZOQ/TyMsp7aIg_I/AAAAAAAAAhY/Pt6cBfLHXTk/s200/200544_160316_3_012.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Schwarz-Weiß, düster, ein wenig Film Noir, eine wenig Neue Welle. Und ein unvergesslicher Soundtrack, wenn Jeanne Moreau nachts im Regen durch die Straßen von Paris irrt. Und tolle Autos, ein Flügeltüren Mercedes kommt auch drin vor. Der Kleinkriminelle klaut das Auto von Maurice Ronet ja auch nur, weil das ein Cabriodach hat, das sich selbst versenkt. Das sieht man 1958 nicht so häufig. Einen Mercedes 300 SL natürlich auch nicht, das kleine 190er Modell schon. Sogar in unserem Kaff gab es einen, den ein Werftbesitzer seiner Tochter geschenkt hatte. Die Gattin vom Chefarzt des Krankenhauses hatte nur einen NSU Spider, der im Volksmund &lt;i&gt;Facharbeiter-Porsche&lt;/i&gt; hieß. Der 190 SL galt immer als ein bisschen prollig, zumal&amp;nbsp;Rosemarie Nitribitt einen hatte. Weshalb die Werbung der Firma ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/11/made-in-germany.html"&gt;Regent&lt;/a&gt; das Modell verwendete, weiß ich nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://image.toutlecine.com/photos/a/s/c/ascenseur-pour-l-echafaud-1958-02-g.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="141" src="http://image.toutlecine.com/photos/a/s/c/ascenseur-pour-l-echafaud-1958-02-g.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Louis Malle liebt Autos, er hat auch einmal einen Dokumentarfilm über Citroen gedreht. Und er hat einmal gesagt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Wenn man in einem Bentley fahren gelernt hat, tritt der Wunsch nach einem Rolls-Royce etwas in den Hintergrund&lt;/i&gt;. Er kommt aus einer sehr reichen Familie, er kennt die Bourgeoisie, die er in seinen Filmen beschreibt. Alte französische Filme sind ja eine Fundgrube für Nebensächlichkeiten. Also für Cinéasten, die den Film schon x-mal gesehen haben und nicht mehr auf die Handlung achten. Die achten jetzt auf die kleinsten Details: Klamotten, Autos, Werbung im Hintergrund, wie die flackernde Kronenbourg Lichtreklame. Ich habe die Szene nie vergessen, wie Maurice Ronet in &lt;i&gt;Feu Follet&lt;/i&gt; im Vorbeigehen dem Zimmermädchen des Hotels statt eines Trinkgelds seine Armbanduhr schenkt. Er braucht sie eh nicht mehr, er weiß, dass er Selbstmord begehen wird. Es sind diese kleinen Gesten, die große Filme machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.facel-vega.asso.fr/Images%20DVD%202010/Page%20du%20bon%20de%20commande/046.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="199" src="http://www.facel-vega.asso.fr/Images%20DVD%202010/Page%20du%20bon%20de%20commande/046.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und natürlich die eleganten Klamotten. Den&amp;nbsp;dunklen Anzug von Félix Marten oder den Regenmantel von Lino Ventura hätte man damals schon gerne gehabt.&amp;nbsp;Natürlich ging man damals nicht nur wegen der Herrenmode und der Autos in französische Filme, obgleich das schon ein starker Anreiz war. Denn von der Mode und den Automobilen her gesehen gaben deutsche Filme wie &lt;i&gt;Immer diese Radfahrer&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;Wehe, wenn sie losgelassen&lt;/i&gt; (die gleichzeitig mit &lt;i&gt;Fahrstuhl zum Schafott&lt;/i&gt; erschienen) ja nicht so viel her. Da boten französische Filme natürlich mehr; der Facel Vega, den Yves Montand in &lt;i&gt;Aimez-Vous Brahms?&lt;/i&gt; fährt, war doch schon das Geld der Kinokarte wert. Ein Facel Vega war schon etwas besonderes, es gab in Bremen einen einzigen, der immer am Osterdeich gegenüber vom Weserstadion stand. Es war übrigens auch ein Facel Vega, in dem Albert Camus zu Tode kam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.ambafrance-il.org/IMG/jpg/Ascenseur_pour_l_echafaud_Malle_1_G.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="146" src="http://www.ambafrance-il.org/IMG/jpg/Ascenseur_pour_l_echafaud_Malle_1_G.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Film ist, mit schönen Frauen schöne Sachen anzufangen, hat Truffaut gesagt. Und in diesem Punkt hatte&amp;nbsp;&lt;i&gt;Fahrstuhl zum Schafott&lt;/i&gt;&amp;nbsp;auch etwas zu bieten, denn dieser Film bedeutete für Jeanne Moreau den Durchbruch zum internationalen Star. Sie wird in diesem Film hervorragend in Szene gesetzt von dem Kameramann &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Henri_Deca%C3%AB"&gt;Henri Decaë&lt;/a&gt;. Der hat ja auch viele coole Jean Pierre Melville Filme photographiert, das kann er nicht nur in Schwarzweiß, wie er zehn Jahre später in &lt;i&gt;Der eiskalte Engel&lt;/i&gt; beweist. Die Photographie hat sicher viel dazu beigetragen, dass der Film den begehrten &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Louis-Delluc-Preis"&gt;Prix Louis Delluc&lt;/a&gt; gewonnen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-75xUAlAoQGM/TyT8UD7zhWI/AAAAAAAAAhg/nYQx-PDBpEE/s1600/2098871,VcMAp+KFC_2vNGbaPEGZQRznMnnbJmOQZIEewG5jbIKhhN5YfRyXqGPwr10u4zOUXCMVXlWaRul+eqepQMvKeA==.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="142" src="http://4.bp.blogspot.com/-75xUAlAoQGM/TyT8UD7zhWI/AAAAAAAAAhg/nYQx-PDBpEE/s200/2098871,VcMAp+KFC_2vNGbaPEGZQRznMnnbJmOQZIEewG5jbIKhhN5YfRyXqGPwr10u4zOUXCMVXlWaRul+eqepQMvKeA==.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und &lt;i&gt;last but not least&lt;/i&gt; hat dieser Film diesen wunderbaren Soundtrack, der Jazz Geschichte gemacht hat. Der Jazzfan Louis Malle hatte Miles Davis dazu überreden können, die Musik für den Film einzuspielen. Eine Studio Session, eine Nacht, völlig improvisiert:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Was er machte, war einfach verblüffend. Er verwandelte den Film. Ich erinnere mich, wie er ohne Musik wirkte; als wir die Tonmischung fertig hatten und die Musik hinzufügten, schien der Film plötzlich brillant. Es war nicht so, dass die Musik (…) die Emotionen vertiefte, die die Bilder und der Dialog vermittelten. Sie wirkte kontrapunktisch, elegisch und irgendwie losgelöst&lt;/i&gt;. Das Album&amp;nbsp;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ascenseur_pour_l%E2%80%99%C3%A9chafaud_(Soundtrack)" style="font-style: italic;"&gt;Ascenseur pour l’échafaud&lt;/a&gt;&amp;nbsp;ist zu einer der berühmtesten Miles Davis Platten geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Fahrstuhl zum Schafott&lt;/i&gt;&amp;nbsp;ist ein Film, in dem alles stimmt: Darsteller, Photographie und Musik. Dazu die Reste des amerikanischen Film Noir, gewürzt mit einer Prise vom französischen Existentialismus. Die eleganten Klamotten und die Autos nicht zu vergessen. Setzen Sie sich vor den Bildschirm Ihres Computers, klicken Sie ➱&lt;a href="http://www.veoh.com/watch/v19783741RSH4QXeq?h1=Fahrstuhl+zum+Schafott"&gt;hier&lt;/a&gt;&amp;nbsp;und zünden Sie sich eine Gauloise an.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-1795647330821918825?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/1795647330821918825/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/fahrstuhl-zum-schafott.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/1795647330821918825'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/1795647330821918825'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/fahrstuhl-zum-schafott.html' title='Fahrstuhl zum Schafott'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-_kQ7mKmI5ng/TyMoPLE-XAI/AAAAAAAAAhQ/ZJjdjUJlDc8/s72-c/s_maurice_ronet_001.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-264882155378177209</id><published>2012-01-28T11:23:00.001+01:00</published><updated>2012-01-28T17:37:00.530+01:00</updated><title type='text'>Jack the Dripper</title><content type='html'>&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.nga.gov/feature/pollock/namuth2bluecover.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="136" src="http://www.nga.gov/feature/pollock/namuth2bluecover.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Ab 1946 entwickelte Pollock die Dripping-Technik (er lässt Farbe auf die auf dem Boden liegende Leinwand tropfen und fließen, schüttet, sprengt und spachtelt, so dass sich Strukturen, Rhythmen und Muster aus Farbspritzern und -flüssen bilden; er trägt die Farbe vielfach nicht mehr mit einem Pinsel auf, sondern lässt sie aus einem Loch im Boden einer Farbdose fließen). Mit diesen Gemälden schreibt sich Jackson Pollock in die Kunstgeschichte ein und wird zu einem der bedeutendsten amerikanischen Künstler der Moderne. Seine Bilder leben vom Kontrast und wollen damit den widersprüchlichen Gegensatz von Körper und Seele ausdrücken. Wie bei allen Künstlern des Action Painting steht der Fertigungsprozess des Kunstwerkes im Vordergrund&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/4/4a/No._5,_1948.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/4/4a/No._5,_1948.jpg" width="98" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Also, das ist jetzt nicht von mir, das steht im Wikipedia Artikel, das käme mir nicht über die Lippen. Jackson Pollock, der heute vor einhundert Jahren geboren wurde, hatte einmal ganz anders angefangen. Da war er Schüler von &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_Hart_Benton_(painter)"&gt;Thomas Hart Benton&lt;/a&gt;, einem interessanten Maler, der hier im Blog sicher noch einmal auftaucht. Beinahe alle amerikanischen Maler, die nach dem Zweiten Weltkrieg abstrakte Malerei produzieren, haben vorher anders gemalt. An dieser Stelle muss ich mal eben den kanadischen Kunsthistoriker &amp;nbsp;Serge&amp;nbsp;Guilbaut zitieren. Der&amp;nbsp;hat Kunstgeschichte und Philosophie in Bordeaux und Los Angeles studiert und ist nach seinem Studium Professor in Vancouver geworden. Sein Buch mit dem irritierenden Titel &lt;i&gt;Wie New York die Idee der modernen Kunst gestohlen hat: Abstrakter Expressionismus, Freiheit und Kalter Krieg&lt;/i&gt;&amp;nbsp;löste bei seinem Erscheinen 1983 ein mittleres Erdbeben in der New Yorker Kunstszene aus.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.nga.gov/feature/pollock/gothic.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.nga.gov/feature/pollock/gothic.jpg" width="130" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Diese Streitschrift großer Originalität&amp;nbsp;war auch eine Attacke auf alle lieb gewordenen Ansichten der führenden amerikanischen Kunstkritiker. Deren Isolation beklagt Guilbaut sicher zu Recht (das ist in der Literaturwissenschaft übrigens nicht viel anders). Es läuft auf die relativ simple amerikanische Überzeugung hinaus, dass amerikanische Kunst nur von amerikanischen Kritikern verstanden werden kann. Und die am liebsten die amerikanische Kunst von der Geschichte und Sozialgeschichte abkoppeln möchten. Wir hier in Amerika haben den abstrakten Expressionismus erfunden, basta. Amerika den Amerikanern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0e/Foto_al_mural_del_polyforum0002.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0e/Foto_al_mural_del_polyforum0002.jpg" width="98" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wenn nun jemand die Zusammenhänge zwischen der amerikanischen Kunst von den dreißiger Jahren bis in die fünfziger Jahre an die Zeitgeschichte koppelt, dann mag man das in der New Yorker Kunstszene nicht so sehr. Die Künstler möchten sich als einsamer Schöpfer großer origineller Werke verstehen, nicht in den Zusammenhang mit Roosevelt, Stalin und McCarthy gestellt werden. Obgleich es schon etwas rätselhaft bleibt, weshalb so viele, die unter Roosevelt gesellschaftskritische Kunst produziert haben, plötzlich abstrakte Maler werden. Wenn ich Guilbauts These bösartig etwas vereinfache: wer sich in den dreißiger Jahren (zum Teil in den Förderungsprogrammen der Roosevelt Regierung) einer sozialistischen Malerei verschrieben hatte, malt jetzt im Kalten Krieg abstrakt. Dann kann einem keiner der Ausschüsse für &lt;i&gt;Un-American Activities&lt;/i&gt;&amp;nbsp;des Kongresses etwas anhaben. Dies Bild&amp;nbsp;hier ist natürlich nicht von Pollock, es ist von &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/David_Alfaro_Siqueiros"&gt;David Alfaro Siqueiros&lt;/a&gt;. Der neben Diego Riviera und&amp;nbsp;Jose Clemente Orozco der berühmteste politische Freskenmaler der dreißiger Jahre war. Jackson Pollock hat mit ihm zusammengearbeitet, als er noch nicht auf die Idee gekommen war, die Farbe auf die am Boden liegende ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=6cgBvpjwOGo"&gt;Leinwand zu träufeln&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://nga.gov.au/Pollock/action.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://nga.gov.au/Pollock/action.jpg" width="153" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ein Artikel im &lt;i&gt;Life&lt;/i&gt; Magazin vom 8. August 1949 mit Photos von Hans Namuth (links) macht Jackson Pollock berühmt, heute würden wir sagen zum Superstar.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Is he the greatest living painter in the United States?&lt;/i&gt;&amp;nbsp;titelte Life. Die Preise für seine Farbverteilung auf Leinwand schnellten in die Höhe. Zum ersten Mal in seinem Leben bekam er mehr als tausend Dollar für ein Bild (für &lt;i&gt;Gothic&lt;/i&gt; - zweites Bild von oben - erhält er 1.200 Dollar). Das steht zwar in keinem Verhältnis zu den Millionen, die man heute für einen Pollock auf den Tisch legen muss. Es sei denn, man kauft einen für fünf Dollar, wie die &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Who_the_*$%26%25_Is_Jackson_Pollock%3F"&gt;amerikanische Oma&lt;/a&gt;, die früher Lastwagen gefahren hat. Man hat die Einnahmen von Pollock in den Jahren nach dem &lt;i&gt;Life&lt;/i&gt; Artikel von 1948 auf über 10.000 Dollar im Jahr berechnet. Wenn man bedenkt, dass 1948 zwei Drittel aller amerikanischen Familien von weniger als 4.000 Dollar im Jahr leben, und sich 1951 noch 55 Prozent unter dem Existenzminimum von 4.166 Dollar befinden, kann man Pollock nicht arm nennen. Dennoch hält sich der Mythos von den armen abstrakten Malern beharrlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-2fmDUVjNxlI/TyG_9lntcRI/AAAAAAAAAhA/1bcnNXdcOIE/s1600/tumblr_lm76m39J2d1qf97vuo1_400.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-2fmDUVjNxlI/TyG_9lntcRI/AAAAAAAAAhA/1bcnNXdcOIE/s200/tumblr_lm76m39J2d1qf97vuo1_400.jpg" width="160" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das hier ist Amerikas beliebtester Künstler. Nicht Jackson Pollock, das ist Norman Rockwell. Dies Bild ist sicher von großer Symbolik: ein Normalbürger vor einem Bild, das wie ein Pollock aussieht. &lt;i&gt;The Connoisseur&lt;/i&gt; heißt es, wurde in Amerika auch schon mal als Puzzle angeboten. Ich nehme mal an, dass Puzzles von Jackson Pollock Bildern Puzzles für Fortgeschrittene sind. Aber ist es Kunst? Ich habe in meinem Post über &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/10/marcel-duchamp.html"&gt;Marcel Duchamp&lt;/a&gt;&amp;nbsp;einer gewissen Ratlosigkeit gegenüber moderner Kunst Ausdruck verliehen. Ich hatte meinen Freund Uwe (einen pensionierten Kunstprofessor) zitiert, dass Kunst alles ist, was man verkaufen kann. Trifft auf Jackson Pollock unbedingt zu. Und dennoch bleibe ich skeptisch. Weil ich nicht glaube, das alles, was ich selbst mit Farbe und Leinwand an einem Tag hinkriege, wirklich Kunst ist. Und so einen Jackson Pollock male ich an einem Tag, &lt;i&gt;no problem&lt;/i&gt;. Einen &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/06/yves-klein.html"&gt;Yves Klein&lt;/a&gt; würde ich wahrscheinlich nicht so schnell hinkriegen, weil man dafür nicht nur Farbe und Leinwand braucht, sondern auch nackte Frauen, die sich in blauer Farbe wälzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-QU3x4Xqnfp8/TyHE8TRY74I/AAAAAAAAAhI/Nq_cetTZ0Ds/s1600/Oldsmobile_88_convertible_1950.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="112" src="http://2.bp.blogspot.com/-QU3x4Xqnfp8/TyHE8TRY74I/AAAAAAAAAhI/Nq_cetTZ0Ds/s200/Oldsmobile_88_convertible_1950.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das hier ist kein Kunstwerk (obgleich es natürlich längst auch Automobile als Kunstwerke gibt), das ist ein Oldsmobile 88 Cabrio. So etwas hatte Pollock in grün, damit hat er sich nach einer mehrtätigen Sauftour zu Tode gefahren. Die Freundin seiner Geliebten, die auf den Rücksitzen stand und während er Fahrt schrie, dass sie hier raus wolle, ist dabei auch gestorben. Nur seine Geliebte auf dem Beifahrersitz hat den Unfall überlebt. Das grüne Jackson Pollock Oldsmobile Cabrio wird heute in Amerika als &lt;a href="http://www.onkarkular.com/files/dscn4948.jpg"&gt;Kinderspielzeug&lt;/a&gt; angeboten. Und von einem Künstler namens&amp;nbsp;Alasdair Macintyre zu einem "Kunstwerk" gebastelt: &lt;i&gt;&lt;a href="http://www.alasdairmacintyre.com/Legends-Oldsmobile.htm"&gt;Jackson Pollock's Radio Controlled 1950 Oldsmobile Rocket 88 (with Ruth Kligman and Edith Metzger)&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;. Ich weiß jetzt nicht, ob das noch Kunst ist, oder ob das schon ein klein wenig pervers ist. Wenn man es verkaufen kann, ist es natürlich Kunst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.welt.de/multimedia/archive/01104/TC_2_Converse_2_BM_1104455s.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="133" src="http://www.welt.de/multimedia/archive/01104/TC_2_Converse_2_BM_1104455s.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Der unvergessene Chas Addams (ja, der, dem wir die Addams Family verdanken) hat einmal bei einer Wohltätigkeitsauktion als Auktionator ein Bild von Jackson Pollock verkehrt herum gezeigt. Ist niemandem aufgefallen. Sie können jetzt mal eben schnell kontrollieren, ob Ihr Jackson Pollock richtig herum hängt. Wenn ich einen Jackson Pollock malen würde, würde ich natürlich auf die Rückseite &lt;i&gt;this side up&lt;/i&gt; schreiben. Wenn man einen Jackson Pollock haben will und die Enttäuschung von dem &lt;i&gt;hedge fond manager&lt;/i&gt; Pierre Lagrange vermeiden will, dem eine New Yorker Galerie für eine zweistellige Millionensumme einen gefälschten Pollock angedreht hatte, dann bleibt einem heute nur ein Jackson Pollock T-Shirt oder ein Jackson Pollock Turnschuh von Converse. Jackson Pollock Fans können natürlich auch für 7.99 € die DVD des Films &lt;i&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=z0xiovbDML0&amp;amp;feature=related"&gt;Pollock&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; kaufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-264882155378177209?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/264882155378177209/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/jack-dripper.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/264882155378177209'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/264882155378177209'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/jack-dripper.html' title='Jack the Dripper'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-2fmDUVjNxlI/TyG_9lntcRI/AAAAAAAAAhA/1bcnNXdcOIE/s72-c/tumblr_lm76m39J2d1qf97vuo1_400.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-2803427516817386041</id><published>2012-01-27T10:36:00.002+01:00</published><updated>2012-01-27T10:38:00.122+01:00</updated><title type='text'>Charles Lutwidge Dodgson</title><content type='html'>&lt;i&gt;Rules and Regulations&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;A short direction &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;To avoid dejection, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;By variations &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;In occupations, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;And prolongation &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Of relaxation, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;And combinations &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Of recreations, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;And disputation &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;On the state of the nation &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;In adaptation &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;To your station, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;By invitations &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;To friends and relations, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;By evitation &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Of amputation, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;By permutation &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;In conversation, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;And deep reflection &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;You'll avoid dejection.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;Learn well your grammar,&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;And never stammer, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Write well and neatly, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;And sing most sweetly, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Be enterprising, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Love early rising, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Go walk of six miles, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Have ready quick smiles, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;With lightsome laughter, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Soft flowing after. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Drink tea, not coffee; &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Never eat toffy. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Eat bread with butter. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Once more, don't stutter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Don't waste your money,&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Abstain from honey. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Shut doors behind you, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;(Don't slam them, mind you.) &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Drink beer, not porter. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Don't enter the water &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Till to swim you are able. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Sit close to the table. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Take care of a candle. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Shut a door by the handle, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Don't push with your shoulder &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Until you are older. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Lose not a button. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Refuse cold mutton. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Starve your canaries. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Believe in fairies. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;If you are able, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Don't have a stable &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;With any mangers. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Be rude to strangers. &lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;Moral: Behave.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.amadelio.org/volumes_entries/lewis_carroll/lewis_carroll_pics/lewis_carroll_18.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="155" src="http://www.amadelio.org/volumes_entries/lewis_carroll/lewis_carroll_pics/lewis_carroll_18.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich glaube, das sind gute Regeln für das Leben, die der Reverend&amp;nbsp;Charles Lutwidge Dodgson hier aufstellt. Dodgson wurde heute vor 180 Jahren geboren. Wir kennen ihn unter einem anderen Namen, nämlich als Lewis Carroll. Er hat diese wunderbaren philosophischen Bücher geschrieben, ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/07/alice.html"&gt;Alice in Wonderland&lt;/a&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;kam hier ja schon einmal vor. Er liebte kleine Mädchen und photographierte sie. Und da bin ich schon bei der dunklen Seite dieses Viktorianers. Denn das Ganze sieht doch ein bisschen nach &lt;i&gt;kiddie porn&lt;/i&gt; aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://static.guim.co.uk/sys-images/Books/Pix/pictures/2009/4/27/1240837295786/Alice-Liddell-photographe-001.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="120" src="http://static.guim.co.uk/sys-images/Books/Pix/pictures/2009/4/27/1240837295786/Alice-Liddell-photographe-001.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ein Jahrhundert später schrieb ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/10/graham-greene.html"&gt;Graham Greene&lt;/a&gt; in einer Filmkritik über Shirley Temple:&amp;nbsp;&lt;i&gt;watch the way she measures a man with agile studio eyes, with dimpled depravity. Adult emotions of love and grief glissade across the mask of childhood, a childhood that is only skin-deep. It is clever, but it cannot last. Her admirers – middle-aged men and clergymen – respond to her dubious coquetry, to the sight of her well-shaped and desirable little body, packed with enormous vitality, only because the safety curtain of story and dialogue drops between their intelligence and their desire&lt;/i&gt;. Und wurde sofort vom Anwalt der englischen Krone verfolgt. Wahrscheinlich, weil er insinuiert hatte, dass &lt;i&gt;clergymen&lt;/i&gt; sich an der kleinen Lolita auf der Leinwand erregten. Da kann man dem Reverend Dodgson doch nur die letzte Zeile seines Gedichts empfehlen: &lt;i&gt;Behave!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/30/Cameron_Pomona_1872.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/30/Cameron_Pomona_1872.jpg" width="155" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich besitze seit Jahrzehnten das Taschenbuch aus dem Dover Verlag&amp;nbsp;&lt;i&gt;Lewis Carroll, Photographer&lt;/i&gt;, herausgegeben von&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Helmut_Gernsheim"&gt;Helmut Gernsheim&lt;/a&gt;. Inzwischen ist das Angebot zum Thema Lewis Carroll und Photographie gewaltig angewachsen. Aber so toll ist Lewis Carroll als Photograph nun wirklich nicht. Wenn man sich Photos von viktorianischen Amateurphotographen anschauen will, dann sollte man zu einem Bildband von &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Julia_Margaret_Cameron"&gt;Julia Margaret Cameron&lt;/a&gt; greifen. Dies Bild ist von ihr, es zeigt &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alice_Liddell"&gt;Alice Liddell&lt;/a&gt;, die kleine Alice, die Lewis Carroll so gerne photographierte. Inzwischen ist sie eine junge Frau. Irgendwie sieht sie ziemlich zickig aus. Dazu passt eine sehr philosophische Bemerkung eines weiblichen Teenies, die ich letztens auf der Straße aufschnappte. Die sagte zu ihrer Freundin: &lt;i&gt;Und ich sach dir, so süss die aussehen, wenn sie klein sind, innen paar Jahren wer'n da richtige Zicken draus&lt;/i&gt;. Das ist der Lauf der Welt.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-2803427516817386041?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/2803427516817386041/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/charles-lutwidge-dodgson.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2803427516817386041'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2803427516817386041'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/charles-lutwidge-dodgson.html' title='Charles Lutwidge Dodgson'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-3868332513740304267</id><published>2012-01-26T10:40:00.002+01:00</published><updated>2012-02-03T08:51:22.571+01:00</updated><title type='text'>Erwin Blumenfeld</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-63UinapI0Y0/TyAq8BdvCcI/AAAAAAAAAg4/LLczvTIwxXg/s1600/Erwin-BlumenfeldAudrey-Hepburn1.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-63UinapI0Y0/TyAq8BdvCcI/AAAAAAAAAg4/LLczvTIwxXg/s200/Erwin-BlumenfeldAudrey-Hepburn1.jpg" width="156" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wenn man in Berlin geboren wird und aus einer jüdischen Familie kommt, dann bleibt einem eines Tages nur die Emigration. Wenn man in der falschen Zeit lebt. Wenn man einer der berühmtesten Photographen der Welt geworden ist, dann schreibt man eines Tages seine Autobiographie. Ich rede nicht von Helmut Newton, ich rede von Erwin Blumenfeld, der&amp;nbsp;heute vor 115 Jahren in Berlin geboren wurde.&amp;nbsp;Helmut Newton hat zwar auch eine Autobiographie geschrieben, aber die ist nichts gegen das Buch, das Blumenfeld im Alter schreibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://pro4oto.files.wordpress.com/2011/05/erwin-blumenfeld8.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://pro4oto.files.wordpress.com/2011/05/erwin-blumenfeld8.jpg" width="161" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Kein Verlag will es haben. Ein Buch&amp;nbsp;voller Hass.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Hingerotzt&lt;/i&gt; ist es, sagt Alfred Andersch im Vorwort zu &lt;i&gt;Durch tausendjährige Zeit&lt;/i&gt;. Der französische Schriftsteller Kléber Haedens verglich die französische Erstausgabe&amp;nbsp;&lt;i&gt;Jadis et Daguerre &lt;/i&gt;in seinem Artikel&lt;i&gt;&amp;nbsp;Du Balzac avec des Touches Céliniennes&lt;/i&gt; 1975 mit Céline.&amp;nbsp;Diesen Vergleich wies Jürg Federspiel in seiner Besprechung&amp;nbsp;&lt;i&gt;Das Leben vor dem Sterben des Erwin Blumenfeld&amp;nbsp;&lt;/i&gt;des inzwischen auf deutsch als &lt;i&gt;Durch tausendjährige Zeit&lt;/i&gt; erschienenen Buches im Zürcher &lt;i&gt;Tages Anzeiger Magazin&lt;/i&gt; 1976 zurück. Aber für mich war das damals, als ich das Buch in einem Grabbelkasten eines Antiquariats fand, völlig klar, dass mit Blumenfelds Buch ein kongeniales Werk zu Célines ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.dieterwunderlich.de/Celine_reise.htm#cont"&gt;Voyage au bout de la nuit&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; erschienen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_Tyk2yoqzVkE/THVYw8ZqDrI/AAAAAAAABWg/lwmIgKy39Jo/s1600/z.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/_Tyk2yoqzVkE/THVYw8ZqDrI/AAAAAAAABWg/lwmIgKy39Jo/s200/z.jpg" width="175" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Célines &lt;a href="http://www.archive.org/details/CelineVoyageAuBoutDeLaNuit"&gt;Roman&lt;/a&gt; habe ich vor Jahrzehnten gelesen, als meine Französischkenntnisse noch richtig gut waren. Inzwischen besitze ich aber die schöne Neuübersetzung, die 2003 bei Rowohlt erschienen ist. Erwin Blumenfelds Werk sollte zuerst &lt;i&gt;Einbildungsroman&lt;/i&gt; heißen (die Ausgabe von Eichborn von 1998 hat auch diesen Titel), man weiß nicht so recht, ob dies ein Roman oder eine Autobiographie ist. Aber sind nicht auch alle Romane Autobiographien? Das Buch beginnt mit seiner Geburt und endet mit seiner Ankunft in Amerika. Da, wo seine Karriere als weltberühmter Modephotograph beginnt, da hört er auf. Dem Buch ist noch eine Seite hinzugefügt, die sich in seinem Nachlass fand. Eine Art Schreibübung, die Beschreibung der Gefühle bei einem Herzinfarkt. Die mit den Worten endet: &lt;i&gt;...alles war Vergangenheit: Ich war tot&lt;/i&gt;. Das ist nun ein klein wenig makaber, denn wenige Tage später war er wirklich tot, Herzinfarkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://28.media.tumblr.com/tumblr_li4c2zv3rj1qcl8ymo1_500.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://28.media.tumblr.com/tumblr_li4c2zv3rj1qcl8ymo1_500.jpg" width="143" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Erwin Blumenfeld ist Dada-Künstler gewesen, ➱&lt;a href="http://www.nowness.com/day/2011/4/30/1434/erwin-blumenfeld-at-hyres"&gt;Experimentalfilmer&lt;/a&gt; und Photograph. Er hat in Amerika für &lt;i&gt;Harper's Bazaar&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Vogue&lt;/i&gt; photographiert, und es gab da wahrlich keinen Mangel an Modephotographen, seit der&amp;nbsp;Baron Adolphe de Meyer die Modephotographie sozusagen geadelt hatte. Da war sich dann auch Edward Steichen dafür nicht zu schade, und dann kamen sie alle:&amp;nbsp;George Hoyningen-Huene,&amp;nbsp;Man Ray,&amp;nbsp;Horst P. Horst, Clarence Sinclair Bull (der hauptsächlich für Hollywood arbeitete), George Platt-Lynes und&amp;nbsp;Lee Miller. Und man sollte natürlich&amp;nbsp;Louise Dahl-Wolfe und die von ihr beeinflussten Photographen Irving Penn und Richard Avedon nicht vergessen. Ach, ich merke beim Auflisten dieser Namen, dass ich irgendwann mal über Modephotographie schreiben muss. Deutsche Photographen wie F.C. Gundlach eingeschlossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://30.media.tumblr.com/tumblr_lixzxaWFc41qztk1wo1_500.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://30.media.tumblr.com/tumblr_lixzxaWFc41qztk1wo1_500.jpg" width="156" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Mittendrin bei all der Prominenz ist Blumenfeld, ewiger Neuerer und Experimentierer. Und über all dies, die schöne Welt des schönen Scheins, erfahren wir in &lt;i&gt;Durch tausendjährige Zeit&lt;/i&gt; so gut wie nichts. Dafür alles über das Leben. Und das nicht in gepflegter Form. Da hat Andersch mit seinem &lt;i&gt;hingerotzt&lt;/i&gt; schon recht. Dies Buch ist ordinär und prollig, komisch und grotesk, geflunkert und hoffnungslos ehrlich. Es ist das Werk keines Ghostwriters, der einen international berühmten Photographen beweihräuchert, dies ist ein Werk der deutschen Literatur. Vielleicht merkt die Literaturwissenschaft das ja noch mal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Ersten Weltkrieg ist Blumenfeld Fahrer eines Sanitätswagens gewesen. Ernest Hemingway auch. Aber während Hemingway seine Uniform umarbeitet, damit es aussieht, als sei er Offizier der Armee gewesen (Faulkner macht mit seiner Luftwaffenuniform ähnliches: die Amerikaner müssen immer übertreiben) und sein kleines Kriegserlebnis in Romanen und Short Stories vermarktet, beschönigt Blumenfeld nichts. Es macht wenig Sinn, über Blumenfelds&amp;nbsp;&lt;i&gt;Einbildungsroman&lt;/i&gt;&amp;nbsp;zu reden, man muss ihn lesen. Das Buch ist zwar vergriffen, aber man findet es noch leicht im Modernen Antiquariat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-3868332513740304267?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/3868332513740304267/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/erwin-blumenfeld.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3868332513740304267'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3868332513740304267'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/erwin-blumenfeld.html' title='Erwin Blumenfeld'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-63UinapI0Y0/TyAq8BdvCcI/AAAAAAAAAg4/LLczvTIwxXg/s72-c/Erwin-BlumenfeldAudrey-Hepburn1.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-8242507448591724957</id><published>2012-01-25T11:00:00.004+01:00</published><updated>2012-01-26T11:36:25.039+01:00</updated><title type='text'>Hochzeitsmarsch</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d0/Wil2-F.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d0/Wil2-F.jpg" width="148" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Heute vor 154 Jahren hat der Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen im St James's Palace von London die Tochter von Königin Victoria geheiratet. Er war ein Mann von Bildung und liberalen Ansichten. Deutschland hat nicht so viel davon gehabt, weil er nur 99 Tage Kaiser war. Das Jahr 1888 wurde zum &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dreikaiserjahr"&gt;Dreikaiserjahr&lt;/a&gt;. Seinen Nachfolger hält er hier auf dem in Balmoral gemachten Photo an der Hand. Falls Sie schon immer einmal wissen wollten, wie das Wohnzimmer in Balmoral aussieht, dann klicken Sie &lt;a href="http://www.royalcollection.org.uk/egallery/images/collection_large/919477.jpg"&gt;hier&lt;/a&gt;. Der Teppich im Tartanmuster ist ein Design von Prince Albert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c6/Anton_von_Werner_Kronprinz_Friedrich.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c6/Anton_von_Werner_Kronprinz_Friedrich.JPG" width="163" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Den kleinen Schottenjungen da oben kennen wir alle, das ist unser Willem II in schottischer Verkleidung. Verkleidungen hatte er in seinem Leben viele. &lt;i&gt;Ein theatralischer Transvestit, halbverkrüppelt, mit der geschichtlichen Mission, die Welt unter vergoldetem Marschallstab den herrlichen Tagen Herrn Hitlers entgegen zu führen.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;Dieser schöne Satz stammt von Erwin Blumenfeld, ich habe ihn gerade parat, da ich seine Autobiographie &lt;i&gt;Durch tausendjährige Zeit&lt;/i&gt; noch einmal lese. Denn morgen gibt es hier Erwin Blumenfeld. Das Bild von Anton von Werner könnten wir sofort wieder vergessen, ich habe es nur hier, um Ihr Augenmerk auf die kleine Exzellenz am Fenster zu lenken. Da steht er, der kleine &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/adolph-menzel.html"&gt;Adolph Menzel&lt;/a&gt;, der ein größerer Maler als Anton von Werner ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://static.guim.co.uk/sys-images/Arts/Arts_/Pictures/2009/5/5/1241542567333/Mendelssohn-playing-for-Q-001.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="120" src="http://static.guim.co.uk/sys-images/Arts/Arts_/Pictures/2009/5/5/1241542567333/Mendelssohn-playing-for-Q-001.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wenn der deutsche Prinz die englische Prinzessin heiratet, muss natürlich auch Musik gespielt werden. Welche Musik? Sie ahnen es schon, natürlich Mendelssohns &lt;i&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=eiPmv-1L07w"&gt;Hochzeitsmarsch&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; aus der Bühnenmusik von &lt;i&gt;Ein Sommernachtstraum. &lt;/i&gt;Aber hier ist es eine Premiere.&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;Millionen von Brautleuten werden es von da an dem königlichen Paar nachmachen. Warum hat die Königin Victoria für ihre Tochter und ihren Schwiegersohn nun diese Musik ausgesucht? Man mag Mendelssohn bei Hofe. Im Juni 1842 war er zum ersten Mal Gast im Buckingham Palace. Zuvor war er in der englischen High Society herumgereicht worden. Victoria lässt für den Anlass die Volieren mit ihren Lieblingsvögeln aus dem Zimmer tragen, sie könnten durch ihr Gezwitscher den Maestro stören. Der spielt die &lt;i&gt;Lieder ohne Worte&lt;/i&gt;. Dann gibt es noch Webers&amp;nbsp;&lt;i&gt;Lützows wilde Jagd&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Gaudeamus Igitur&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ae/Queen_Victoria,_Prince_Albert,_and_children_by_Franz_Xaver_Winterhalter.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="156" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ae/Queen_Victoria,_Prince_Albert,_and_children_by_Franz_Xaver_Winterhalter.jpg?uselang=de" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und hat zum Schluss noch eine Zugabe, eine freie Improvisation, bei der er die österreichische Nationalhymne mit der rechten, und die&amp;nbsp;&lt;i&gt;Rule Britannia&lt;/i&gt; mit der linken Hand spielt.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Really I have never heard anything so beautiful...We were all filled with the greatest admiration. Poor Mendelssohn was quite exhausted when he had done playing&lt;/i&gt;, notiert Victoria in ihrem Tagebuch. Es wird nicht der einzige Besuch im Buckingham Palace (&lt;i&gt;the only really nice, comfortable house in England... where one feels completely at home&lt;/i&gt;)&amp;nbsp;sein. Felix Mendelssohn wird wiederkommen, um die kleine Orgel von Albert zu bewundern. Gemeinsam machen die drei dann Hausmusik, Victoria singt. Mendelssohn wird Victoria dann noch seine gerade vollendete &lt;i&gt;Schottische Symphonie&lt;/i&gt; widmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9c/Victoria_Princess_Royal_,_1857.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9c/Victoria_Princess_Royal_,_1857.jpg?uselang=de" width="148" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Auf dem überlebensgroßen Bild von Franz Xaver Winterhalter (von dem Victoria begeistert war: &lt;i&gt;a&amp;nbsp;chef d’oeuvre” ... such beautiful, brilliant, fresh colouring - &amp;amp; we were enchanted&lt;/i&gt;) &amp;nbsp;ist Vicky, die den deutschen Kronprinzen heiraten wird, auf der rechten Seite des Bildes. Da spielt sie noch mit ihrer kleinen Schwester. Dreizehn Jahre später hat sie ihren eigenen kleinen Willy. Aber vorher gab es ja noch Mendelssohns &lt;i&gt;Hochzeitsmarsch&lt;/i&gt;. Sie hätten ja auch Elsas Brautlied aus Wagners &lt;i&gt;Lohengrin&lt;/i&gt; nehmen können. Scheint das beliebteste Stück zu sein, das Teenager bei YouTube klimpern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-amXR4awTtE4/Tx-ySu7L5VI/AAAAAAAAAgw/6IRSA6Zk84I/s1600/Vicky+and+Fritz+1858+honeymoon+Windsor.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-amXR4awTtE4/Tx-ySu7L5VI/AAAAAAAAAgw/6IRSA6Zk84I/s200/Vicky+and+Fritz+1858+honeymoon+Windsor.jpg" width="125" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Den Richard Wagner, der Mendelssohn hasst wie die Pest, mag man im Königshaus nicht so besonders. Gewiss, er wird einmal in Windsor empfangen, und Victoria und Albert hören sich die &lt;i&gt;Tannhäuser Ouvertüre&lt;/i&gt; an, aber das ist es dann aber auch. Es hat Wagner geschmerzt, dass ihn die Königin gefragt hat, wann denn seine Opern ins Italienische übersetzt würden, damit auch sie sie verstehen könne. Ich weiß jetzt nicht, wie man &lt;i&gt;Wagalaweia&lt;/i&gt; ins Italienische übersetzt, aber der Gedanke ist köstlich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Victoria die deutsche Sprache perfekt beherrscht. Es hat Wagner natürlich noch mehr geschmerzt, dass er Jahre später wegen seiner antijüdischen Hasstiraden von Friedrich Wilhelm und Victoria öffentlich gerügt wird. Da werden die beiden sicher froh gewesen sein, dass sie Mendelssohns &lt;i&gt;Hochzeitsmarsch&lt;/i&gt; zur Hochzeit hatten und keine Musik von diesem komischen Sachsen, der nur drei Sätze Englisch konnte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-8242507448591724957?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/8242507448591724957/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/hochzeitsmarsch.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/8242507448591724957'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/8242507448591724957'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/hochzeitsmarsch.html' title='Hochzeitsmarsch'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-amXR4awTtE4/Tx-ySu7L5VI/AAAAAAAAAgw/6IRSA6Zk84I/s72-c/Vicky+and+Fritz+1858+honeymoon+Windsor.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-8450599695939176661</id><published>2012-01-24T08:47:00.001+01:00</published><updated>2012-01-24T11:21:06.420+01:00</updated><title type='text'>Adolph Menzel</title><content type='html'>&lt;i&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;i&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-m5EKmO-P96c/Txm5cIe2jAI/AAAAAAAAAgI/a21_jG_Ynpw/s1600/1657.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="156" src="http://3.bp.blogspot.com/-m5EKmO-P96c/Txm5cIe2jAI/AAAAAAAAAgI/a21_jG_Ynpw/s200/1657.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Meine Intention war, den Fürsten darzustellen, den die Fürsten haßten und die Völker verehrten, dieß war das Ergebnis dessen was Er war, mit einem Wort: den alten Fritz, der im Volke lebt&lt;/i&gt;, hat Adolph Menzel gesagt. Heute ist der dreihundertste Geburtstag von Friedrich II, und statt über ihn zu schreiben - was in den letzten Wochen jeder tut (sogar Thea Dorn in der &lt;i&gt;&lt;a href="http://www.zeit.de/2012/02/Umfrage-Friedrich-der-Grosse/seite-8"&gt;Zeit&lt;/a&gt;)&lt;/i&gt; - schreibe ich lieber mal über Menzel. Nicht über den Menzel mit dem ➱&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/68/Adolf_Friedrich_Erdmann_von_Menzel_048.jpg?uselang=de"&gt;&lt;i&gt;Portrait seiner Schwester&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, nicht über den Menzel mit dem ➱&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b6/Adolph_Menzel_-_Das_Balkonzimmer_-_Google_Art_Project.jpg"&gt;&lt;i&gt;Balkonzimmer&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;. sondern über den Menzel der Friedrich Bilder. Wie zum Beispiel diesem Bild hier, &lt;i&gt;Friedrich und die Seinen bei Hochkirch&lt;/i&gt;. Als ich klein war und mir die Welt der Bilder in den Kunstbänden anschaute, die ich zu Hause fand, begriff ich nicht, was dieses nachtdüsterne, beinahe dämonische Bild sollte. Ich begreife es heute immer noch nicht. Wenn wir nichts über die Schlacht von &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Hochkirch"&gt;Hochkirch&lt;/a&gt; wissen, eines können wir mit einem Blick sehen: es war kein Sieg des ein Meter sechzig großen Friedrich. Wie langsam sich die beiden älteren Offiziere erschöpft vorne aus dem Graben quälen (auf den dem Bild vorausgehenden Skizzen sind sie etwas dynamischer)! Es ist ein ➱&lt;a href="http://www.perspectivia.net/content/publikationen/friedrich300-colloquien/friedrich-groesse/kohle_menzel"&gt;irritierendes Bild&lt;/a&gt;, das da am Anfang eines Jahrzehnts steht, in dem Menzel seine Friedrich Bilder malt. Es steht völlig im Gegensatz zu dem 1849 gemalten Gemälde ➱&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9e/Menzel_Bittschrift.jpg"&gt;&lt;i&gt;Die Bittschrift&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;. Und es steht natürlich in noch größerem Gegensatz zu dem, was Menzel in den fünf Jahren zuvor an impressionistischen Skizzen gemalt hatte. Klicken Sie einmal diese ➱&lt;a href="http://www.projekte.kunstgeschichte.uni-muenchen.de/dt_frz_malerei/41-dt-franz-malerei/studieneinheiten/1848_1860_d/6b/gruppe_2/b.htm"&gt;Seite&lt;/a&gt; an, dann wird dieser Gegensatz überdeutlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/64/Adolph_Menzel_-_Fl%C3%B6tenkonzert_Friedrichs_des_Gro%C3%9Fen_in_Sanssouci_-_Google_Art_Project.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="136" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/64/Adolph_Menzel_-_Fl%C3%B6tenkonzert_Friedrichs_des_Gro%C3%9Fen_in_Sanssouci_-_Google_Art_Project.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Irritierend war es auch für die zeitgenössischen Kritiker:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Unserer Ansicht nach sollte man dem Volke die Glanzpunkte und nicht die Schattenseiten seiner historischen Vergangenheit auf diesem Wege vor Augen führen&lt;/i&gt;. Man war von Menzel anderes gewohnt. Denn der bis dahin unbekannte junge Maler war durch seine Illustrationen zu Franz Kuglers ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://friedrich.uni-trier.de/kugler/toc/"&gt;Geschichte Friedrichs des Großen&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; bekannt geworden, zu der er 398 Zeichnungen beigesteuert hatte. Vom Februar 1839 bis zum Juli 1842 hatte er an diesem Buch gearbeitet, dessen erster Band zur Hundertjahrfeier der Thronbesteigung Friedrichs 1840 erschien. Das Buch, in dem der Öffentlichkeit zum ersten Mal der Friedrich vorgestellt wird, der in seiner Jugend vom Vater gepeinigt wird, wird ein Bestseller. Es ist heute noch lieferbar, ist gerade vor Wochen&amp;nbsp;wieder &amp;nbsp;neu aufgelegt worden. Das Werk von Kugler und Menzel verschafft ➱&lt;a href="http://www.kunstgeschichte.uni-muenchen.de/personen/prof_uni/kohle/lehrveranst_kohle/archiv_lehrveranst/ws09_10/ws_0910/04_friedrich1.pdf"&gt;Friedrich II&lt;/a&gt; eine neue Popularität, eine Volkstümlichkeit, die er bis dahin nicht hatte. Vielleicht liegt es daran, dass Menzel den König in seiner Darstellung zu einem volksnahen Herrscher, beinahe zu einer Art Bürger macht, das ist etwas, dass das bürgerliche Publikum nach 1848 durchaus goutiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/33/Reiter_preu%C3%9F._K%C3%BCrassier-Regiment_Prinz_Sch%C3%B6naich.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/33/Reiter_preu%C3%9F._K%C3%BCrassier-Regiment_Prinz_Sch%C3%B6naich.jpg" width="94" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Kaum ist Menzel mit den Ilustrationen zu Kugers Geschichtswerk fertig, beginnt er mit den Illustrationen zu &lt;i&gt;Die Armee Friedrichs des Großen in ihren Uniformen&lt;/i&gt;:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Der Entschluß zu dem Unternehmen reifte an der Wahrnehmung, welch ein überschwenglich reiches Feld in derjenigen Geschichtsepoche, welche das Leben und die Thaten Friedrich's des Großen erfüllen, unserer vaterländischen Kunst zu bearbeiten noch bevorstehe&lt;/i&gt;. Eine zeitraubende Arbeit, detailliert echte Uniformen (an lebenden Modellen) von jedem Regiment des Preußenkönigs zu zeichnen, bis 1857 wird es Menzel beschäftigen. Es ist jetzt von Vorteil, dass er weiß, wo er sein Material findet, denn schon während der Arbeit an dem Kugler-Buch hatte er geschrieben: &lt;i&gt;Ich sitze jetzt an Vorstudien bis über die Ohren, ich habe mir Gelegenheit verschafft, alle Waffen und Kleider aus den Zeiten Friedrichs, die hier noch auf dem königlichen Muntierungs-Depot aufbewahrt werden auf dem Model nach der Natur studieren zu können, das ist mit ein großer Vortheil. Ich kann dadurch den Sachen die Authenticität geben.&lt;/i&gt;&amp;nbsp;Authentizität ist eines seiner Lieblingsworte. Und während er sich verbissen durch die Dienstkleidung der preußischen Armee zeichnet, hat er natürlich den kleinen großen Friedrich nicht vergessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-xTQgIOjfMfE/TxxBBxGt3eI/AAAAAAAAAgY/HfktDcTAtnQ/s1600/8099_b_popup_menzel_ansprache.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="141" src="http://2.bp.blogspot.com/-xTQgIOjfMfE/TxxBBxGt3eI/AAAAAAAAAgY/HfktDcTAtnQ/s200/8099_b_popup_menzel_ansprache.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Friedrich über alles. Mich hat nicht so bald was so ergriffen. Der Stoff ist so reich, so interessant, so großartig, worüber Sie zwar den Kopf schütteln werden, wenn mans genauer kennen lernt, so malerisch, daß ich bloß einmal so glücklich werden möchte, aus dieser Zeit einen Cyklus großer histori­scher Bilder malen zu können&lt;/i&gt;. Und so malt er das Flötenkonzert, Friedrich mit der Tänzerin Barberina, Friedrich und Joseph II (der ja ein aufgeklärterer Fürst als er selbst war) und Friedrich bei Leuthen. Die ganze &lt;i&gt;Fritzen-Welt&lt;/i&gt;, wie Fontane das so nett genannt hat. Das Bild (oben), das den Preußenkönig mit seinen Generälen zeigt, bleibt unvollendet (er mochte es nie), der Preußenkönig bleibt ein weißes Nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Adolf_Friedrich_Erdmann_von_Menzel_017.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Adolf_Friedrich_Erdmann_von_Menzel_017.jpg?uselang=de" width="148" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das malerisch schönste Bild ist&amp;nbsp;sicherlich&amp;nbsp;&lt;i&gt;Bonsoir, Messieurs! Friedrich der Grosse in Lissa&lt;/i&gt;, das in der Hamburger Kunsthalle hängt. Menzel illustriert hier die Anekdote, wonach Friedrich und sein Kavalleriegeneral Ziethen nach der Schlacht von &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Leuthen"&gt;Leuthen&lt;/a&gt;&amp;nbsp;das halbe Offiziercorps der Österreicher im Schloss von Lissa überraschen: &amp;nbsp;&lt;i&gt;Erstarrt blieben sie stehen, als Friedrich mit seinem Adjutanten ganz ruhig vom Pferde stieg und sie mit den Worten bewillkommnete: "Bon soir, Messieurs! Gewiß werden Sie mich hier nicht vermuten. Kann man hier auch noch mit unterkommen?"&lt;/i&gt;&amp;nbsp;So schön die Geschichte ist, sie ist durch historische Fakten nicht wirklich gedeckt. Das unvollendete Bild lebt von der nervösen Dynamik der Personen und der Lichtführung in dem&amp;nbsp;Chiaroscuro. War das Flötenkonzert noch ein Biedermeier Klein-Klein (oder gar ein malerischer Ausflug in die Welt des Rokoko?), wird Menzel jetzt freier, ungehemmter. Mit breitem pastosen Farbauftrag ist er jetzt ein Jahrzehnt später von einem Bild wie der &lt;i&gt;Bittschrift&lt;/i&gt; weit entfernt. Es ist auch weit vom Zeitgeschmack entfernt, der Auftraggeber will es nicht haben, es bleibt erst einmal in Menzels Atelier.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-6cigMTVw73c/TxxF6odbvFI/AAAAAAAAAgg/io3SL3e4beo/s1600/Adolph-Menzel-Friedrichsgracht-bei-Mondschein_500.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-6cigMTVw73c/TxxF6odbvFI/AAAAAAAAAgg/io3SL3e4beo/s200/Adolph-Menzel-Friedrichsgracht-bei-Mondschein_500.jpg" width="168" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und er ist mit diesem Bild - wie auch solchen Bildern wie dem Mondschein über der Friedrichsgracht - wieder näher an seiner impressionistischen Phase von der Mitte der vierziger Jahre. Die Bilder vom König Friedrich verkaufen sich übrigens nicht wie geschnitten Brot, wie man heute glauben könnte. Als er die Illustrationen für Kuglers Buch übernahm, war er vierundzwanzig, die&amp;nbsp;&lt;i&gt;Geschichte Friedrichs des Großen&amp;nbsp;&lt;/i&gt;war ein Auftragswerk, das eine gesicherte Bezahlung gewährleistete. Jetzt ist er ein freier Künstler, ist auf den bürgerlichen Kunstmarkt angewiesen, der damals in Berlin noch in Kinderschuhen steckt. Kunst sammelnde Bankiers und Industrielle wie &lt;a href="http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt99/9906porc.htm"&gt;Eduard Arnhold&lt;/a&gt;,&amp;nbsp;Adolph Liebermann von Wahlendorf (der das &lt;i&gt;Eisenwalzwer&lt;/i&gt;k kauft), &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Louis_Raven%C3%A9"&gt;Peter Louis Ravené&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Justus_Heckmann"&gt;Carl Justus Heckmann&lt;/a&gt;&amp;nbsp;oder &lt;a href="http://gastein-im-bild.info/doku/dpmenzel.html"&gt;Magnus Herrmann&lt;/a&gt;&amp;nbsp;wird es erst später geben. Die Aufträge vom Hofe (die ein ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/09/franz-kruger.html"&gt;Franz Krüger&lt;/a&gt; hatte) sind noch nicht gekommen. Menzel überlegt sich ernsthaft, ob er nach Paris ziehen sollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/--RgqEeLB1Ds/Tx0VO4he1WI/AAAAAAAAAgo/IFsWYnxRGPE/s1600/menzel-von-erdmann-friedrich-adolf--kronprinz-friedrich-besucht-den-ma-791198.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="154" src="http://1.bp.blogspot.com/--RgqEeLB1Ds/Tx0VO4he1WI/AAAAAAAAAgo/IFsWYnxRGPE/s200/menzel-von-erdmann-friedrich-adolf--kronprinz-friedrich-besucht-den-ma-791198.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Bevor er sein riesiges scheußliches ➱&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/07/Kr%C3%B6nung_1861.JPG"&gt;Gemälde&lt;/a&gt; von der Krönung Wilhelm I malt (und darin in vier Jahren 123 Einzelportraits unterbringt), schließt er seine Friedrich Bilder mit dem schönen Bild&amp;nbsp;&lt;i&gt;Kronprinz Friedrich besucht den französischen Maler Antoine Pesne auf dem Malgerüst in Schloss Rheinsberg &lt;/i&gt;ab. Wieder so eine vertrackte Perspektive mit der Treppe wie bei &lt;i&gt;Bon soir, Messieurs!,&lt;/i&gt; aber diesmal herrscht hier keine nervöse Unruhe, sondern heitere Gelassenheit. Ein Augenblick der Unbeschwingheit in der Jugend Friedrichs, etwas ganz anderes als das nachtdunkle &lt;i&gt;Hochkirch&lt;/i&gt; Gemälde, auf dem Friedrich beinahe isoliert von den Seinen auf den Betrachter zureitet. Ein Weg ohne Ausweg. Hier blickt er auf den Hofmaler Maler Antoine Pesne, hier ist er der Freund der schönen Künste, nicht der einsame Feldherr im Augenblick der Niederlage. Der junge Friedrich hat übrigens für den verehrten Maler auch ein Gedicht geschrieben:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Poëme adressé au sieur Antoine Pesne&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Quel spectacle étonnant vient de frapper mes yeux!&lt;br /&gt;Oui, Pesne, ton pinceau te place au rang des dieux;&lt;br /&gt;Tout respire, tout rit, tout plaît en ta peinture,&lt;br /&gt;Ton savoir et ton art surpassent la nature,&lt;br /&gt;Et du fond du tableau tes ombres font sortir&lt;br /&gt;L'objet que de clarté ta main sut revêtir.&lt;br /&gt;Tel est l'effet de l'art, tels en sont les prestiges;&lt;br /&gt;Tes dessins, tes portraits sont autant de prodiges.&lt;br /&gt;Quand d'un vaillant héros, des peuples estimé,&lt;br /&gt;Tu nous traces les traits et les yeux animés,&lt;br /&gt;On le voit plein de feu, tel qu'entouré de gloire,&lt;br /&gt;Jadis dans les combats il fixait la victoire.&lt;br /&gt;Quand de la jeune Iris, brillante de santé,&lt;br /&gt;Tu nous montres l'image et la rare beauté,&lt;br /&gt;Je sens pour tes couleurs tout ce qu'à mon jeune âge&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da ich bei Gedichten bin, mache ich doch gleich mit einem anderen weiter.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Kennt Er Menzel? Wer ist Menzel?&lt;/i&gt; fragt Friedrich II in Theodor Fontanes Gedicht &lt;i&gt;Auf der Treppe von Sanscouci&lt;/i&gt; den Dichter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Ja, wer ist Menzel? Menzel ist sehr vieles,&lt;br /&gt;Um nicht zu sagen alles; mind’stens ist er&lt;br /&gt;Die ganze Arche Noäh, Thier und Menschen:&lt;br /&gt;Putthühner, Gänse, Papagei’n und Enten,&lt;br /&gt;Schwerin und Seydlitz, Leopold von Dessau,&lt;br /&gt;Der alte Zieten, Ammen, Schlosserjungen,&lt;br /&gt;Kathol’sche Kirchen, italiensche Plätze,&lt;br /&gt;Schuhschnallen, Broncen, Walz- und Eisenwerke,&lt;br /&gt;Stadträthe mit und ohne goldne Kette,&lt;br /&gt;Minister, mißgestimmt in Cashmirhosen,&lt;br /&gt;Straußfedern, Hofball, Hummer-Majonnaise,&lt;br /&gt;Der Kaiser, Moltke, Gräfin Hacke, Bismarck –“&lt;br /&gt;„Outrir’ Er nicht.“&lt;br /&gt;„Ich spreche nur die Wahrheit.&lt;br /&gt;Bescheidne Wahrheit nur. Er durchstudirte&lt;br /&gt;Die groß’ und kleine Welt; was kreucht und fleucht,&lt;br /&gt;Er giebt es uns im Spiegelbilde wieder.&lt;br /&gt;Am liebsten aber (und mir schwoll der Kamm,&lt;br /&gt;Ich war im Gang, ‚jetzt oder niemals‘ dacht’ ich)&lt;br /&gt;Am liebsten aber giebt die Welt er wieder,&lt;br /&gt;Die Fritzen-Welt, auf der wir just hier stehn!&lt;br /&gt;Im Rundsaal, vom Plafond her, strahlt der Lustre,&lt;br /&gt;Siebartig golden blinkt der Stühle Flechtwerk,&lt;br /&gt;Biche („komm, mein Biche’chen“) streift die Tischtuch-Ecke,&lt;br /&gt;Champagner perlt und auf der Meißner Schale&lt;br /&gt;Liegt, schon zerpflückt, die Pontac-Apfelsine ...“&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.onlinekunst.de/frieden/menzel/menzel_tote_400.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="135" src="http://www.onlinekunst.de/frieden/menzel/menzel_tote_400.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Was Fontane hier in seiner Festgabe zum siebzigsten Geburtstag von Menzel beschreibt, ist die Bildwelt des späten Menzel. Was er nicht erwähnt, ist das Frühwerk - das kennt die Öffentlichkeit nicht. Er erwähnt neben der Fritzen-Welt auch das berühmte ➱&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4a/Adolph_Menzel_-_Eisenwalzwerk_-_Google_Art_Project.jpg"&gt;Eisenwalzwerk&lt;/a&gt;. Aber was er nicht erwähnt, ist der Menzel, der es rigoros ablehnt, Bilder von den erfolgreichen Schlachten der Preußen zu malen. &lt;i&gt;Germania braucht noch viel gute Maler etc: - gar nicht der vielen mediokren Schlachtbilder wegen - so ein beispielloses Ding wie unsere Armee darf nicht ihr Bestes allein bleiben,&lt;/i&gt; schreibt Menzel 1870 in einem Brief an seinen Freund, den Potsdamer Militärarzt&amp;nbsp;Dr. &lt;a href="http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=1878"&gt;Friedrich Wilhelm Anton Puhlmann&lt;/a&gt;. Ein Bild wie Moltke vor Paris, wie es ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/10/moltke.html"&gt;Anton von Werner&lt;/a&gt; malt, wird er nicht malen. Nach dem &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Krieg"&gt;Krieg von 1866&lt;/a&gt;&amp;nbsp;wird er die Schlachtfelder besuchen und ➱&lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/images/heprodimagesfotos86120100610bb6_adolph_menzel_02_300dpi-jpg/1854982/4.JPG?format=format1"&gt;tote Soldaten&lt;/a&gt; malen (oben). Jahre später wird er auf die Frage, warum er die Siege von 1866 und 1871 nicht gemalt habe, sagen: &lt;i&gt;und über das Alles: muß denn der Greuel gemalt werden?!? Ich habe anno 66 (post festum) einen Ausflug nach Böhmen gemacht!– – –.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;Nach dem Krieg von 1871 wird er französische ➱&lt;a href="https://www.reproarte.com/files/images/M/menzel_adolph_von/0228-0346_franzoesische_kriegsgefangene.jpg"&gt;Kriegsgefangene&lt;/a&gt; malen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Adolf_Friedrich_Erdmann_von_Menzel_005.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="145" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Adolf_Friedrich_Erdmann_von_Menzel_005.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und dennoch taugen diese Bilder nicht zu dem Beweis, dass Menzel ein politischer Revolutionär ist. Er hat die deutschen Siege in den Kriegen gegen Österreich und Frankreich begrüsst. Er steht treu zu dem Königshaus. Aber er malt im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen keine Propagandabilder. Er ist weder &lt;i&gt;ein Jacques-Louis David noch ein Arno Breker&lt;/i&gt;, wie der Bremer Kunsthallendirektor Günter Busch 1981 bei der Eröffnung der Kieler Ausstellung&amp;nbsp;&lt;i&gt;Adolph Menzel, Realist, Historist, Maler des Hofes&lt;/i&gt; sagte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und er hatte auch niemals vor, Friedrich II zu einer mythischen Figur zu machen. Das werden andere tun, eine andere Zeit wird ihren Friedrich nicht über Menzel, sondern über Otto Gebühr kennenlernen. Und über einen Nazi-Historiker namens Karl Richard Ganzer:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Als Adolf Menzel in Knabenjahren mit seinem Vater aus Breslau nach Berlin übersiedelt, muß schon die knappe Strenge, die seinem Leben ihr Zeichen aufdrückt, Herrscherin in seiner Seele gewesen sein. Menzel hat niemals Unterweisung im Zeichnen bekommen. Er ist sein eigener unbestechlicher Lehrer, er prüft und verwirft sein Werk nach eigenem unbestechlichem Urteil, er lernt Geradheit, Schärfe und Ehrlichkeit an seinem eigenen Schaffen zuerst. So wird er Meister, weil er als Suchender jede selbstgefällige Täuschung zu unterdrücken gelernt hat. Klar und streng wirft nun sein Stift, von einem schonungslosen Blick überwacht, die großen Gestalten Preußens aufs Blatt. Als ob ihn magischer Bann bezwinge, vertieft er sich in Friedrich den Großen, zeichnet ihn hundertmal, kerbt ihn in Holz, malt ihn in großen Bildern, spürt mit dem Stift seinen königlichen Geheimnis nach. So hat er Friedrichs Bild geschaffen, wie es für immer im deutschen Bewußtsein leben wird. Noch manches andere Werk ist ihm geglückt; doch daß er Friedrichs Züge zu mythischer Gestaltung geformt hat, bleibt sein unvergänglicher Ruhm&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Tafelrunde.PNG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Tafelrunde.PNG" width="161" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Solche Ansichten, in dieser raunenden Sprache vorgetragen, halten sich lange bei uns. Große Teile unseres ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/05/caspar-david-friedrich.html"&gt;Caspar David Friedrich&lt;/a&gt; Bildes stammen auch noch von den Nazis. Aber mit all dem hat Menzel nichts, aber auch gar nichts zu tun. Auch wenn die Besessenheit, mit der er sich der Fritzen-Welt zuwendet, schon ein wenig paradox ist. Aber er verherrlicht die aristokratische Gesellschaft nicht, häufig karikiert er sie. Diese schöne kleine Anekdote (von der verschiedene Fassungen existieren) mag das beleuchten:&amp;nbsp;&lt;i&gt;So fragte denn auch Kaiserin Augusta ihren Ältesten: »Fritz, sind wir denn wirklich so häßlich, wie der Menzel uns malt?« Der Kronprinz: »Ja, Mama, so häßlich sind wir!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine kalt-objektive Nüchternheit - die Suche nach&amp;nbsp;&lt;i&gt;Authenticität -&amp;nbsp;&lt;/i&gt;des Beobachters, die ihn bei der &lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aufbahrung_der_M%C3%A4rzgefallenen"&gt;Aufbahrung der Märzgefallenen&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; schreiben lässt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;So oft nun ein neuer Zug Särge vorbeikam, trat der König barhaupt heraus und blieb stehen, bis die Särge vorüber waren. Sein Kopf leuchtete von ferne wie ein weißer Flecken. Es mag wohl der fürchterlichste Tag seines Lebens gewesen sein&lt;/i&gt;. Und er malt es. Und fängt als nächstes Bild die &lt;i&gt;Tafelrunde von Sanssouci&lt;/i&gt;&amp;nbsp;(oben)&amp;nbsp;an. Das Bild ist, ebenso wie&amp;nbsp;&lt;i&gt;Friedrich und die Seinen bei Hochkirch,&lt;/i&gt;&amp;nbsp;nicht erhalten. Es ist etwas Seltsames mit den Friedrich Bildern: manche nicht vollendet, andere Kriegsverluste. Menzels Friedrich bleibt letztlich rätselhaft, so rätselhaft wie die weiße Figur auf dem Bild&amp;nbsp;&lt;i&gt;Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen.&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-8450599695939176661?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/8450599695939176661/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/adolph-menzel.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/8450599695939176661'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/8450599695939176661'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/adolph-menzel.html' title='Adolph Menzel'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-m5EKmO-P96c/Txm5cIe2jAI/AAAAAAAAAgI/a21_jG_Ynpw/s72-c/1657.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-1859211232497182972</id><published>2012-01-22T10:56:00.002+01:00</published><updated>2012-01-22T19:33:11.330+01:00</updated><title type='text'>Lord Byron</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ee/Lord_Byron_in_Albanian_dress.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ee/Lord_Byron_in_Albanian_dress.jpg?uselang=de" width="128" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Der Lord hat heute Geburtstag, man sollte es zumindest mal erwähnen. Er ist in diesem Blog schon x-mal erwähnt worden. Unter anderem natürlich in dem Post über ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/02/beau-brummell.html"&gt;Beau Brummell&lt;/a&gt; mit dem bezaubernden Satz:&amp;nbsp;&lt;i&gt;There are three great men of our age: myself, Napoleon and Beau Brummell. But of we three, the greatest of all is Brummell&lt;/i&gt;. Diese Bemerkung sei nicht ernstgemeint gewesen, sagt ein gewisser Paul Holzhausen 1904 in seinem Buch&amp;nbsp;&lt;i&gt;Bonaparte, Byron und die Briten&lt;/i&gt; (mit dem schönen Untertitel&amp;nbsp;&lt;i&gt;Kulturbild aus der Zeit des ersten Napoleon&lt;/i&gt;). Der Titel klang vielversprechend, und so hatte ich vor Jahrzehnten in einem Antiquariat drei Mark für das Buch bezahlt. Ich weiß nicht, ob es schwachsinnigere Bücher zu diesem Thema gibt, oder ob diesem lehrerlämpelhaften Historiker aus Bonn namens Dr. ➱&lt;a href="http://de.wikisource.org/wiki/Paul_Holzhausen"&gt;Paul Holzhausen&lt;/a&gt; die Krone gebührt. Zumindest ein napoleonischer Marschallstab sollte für ihn schon drin sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stand vorgestern vor dem Regal, wo Byron und Shelley (und andere Romantiker) einträchtig nebeneinander stehen. Wollte einen Band der Briefe Byrons herausziehen, als mir dieses Buch vor die Füße fiel. Und wie die puritanischen Prediger, die das Werk des Holzwurms auf einer Seite der Bibel zum Anlass nehmen, über genau jenen Satz zu predigen, in dem das Löchlein des Holzwurms ist, dachte ich mir: schreib über Holzhausen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a8/Lord_Byron_coloured_drawing.png?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a8/Lord_Byron_coloured_drawing.png?uselang=de" width="163" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Lord Byron interessiert den Oberlehrer am Königlichen Gymnasium in &amp;nbsp;Bonn, den ein zeitgenössischer Rezensent als&amp;nbsp;&lt;i&gt;Stimmungshistoriker&lt;/i&gt; bezeichnet (er selbst sieht sich als &lt;i&gt;Stimmungsmaler&lt;/i&gt;), erst an zweiter Stelle. Eigentlich nur deshalb, weil der Napoleon verehrt. So wie Paul Holzhausen. Denn Napoleon ist das größte Genie der Menschheit, irgendwann weit dahinter kommt dann Byron. Beau Brummell hat da natürlich keinen Platz.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Bonn,&amp;nbsp;am zweiundneunzigsten Jahrestage der Schlacht von Borodino&lt;/i&gt;, datiert Holzhausen das Vorwort des in&amp;nbsp;Frankfurt bei Moritz Diesterweg erschienenen Buches. Der Verfasser meint das nicht etwa ironisch! Er ist auf diesem Gebiet versiert, hatte er doch in den Jahren zuvor ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.archive.org/details/napoleonstodims00holzgoog"&gt;Napoleons Tod im Spiegel der zeitgenössischen Presse&lt;/a&gt; und Dichtung &lt;/i&gt;und&lt;i&gt;&amp;nbsp;➱&lt;a href="http://www.archive.org/details/heinrichheineund00holz"&gt;Heinrich Heine und Napoleon I.&lt;/a&gt; &lt;/i&gt;publiziert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Vorwort behauptet Holzhausen: &lt;i&gt;Ich besitze die der heutigen Literatenwelt eigene Gabe der Selbstüberschätzung nicht in genügendem Maße&lt;/i&gt;, aber das entspricht nicht ganz der Wahrheit. Wenn jemand die Gabe der Selbstüberschätzung hat, dann ist es Holzhausen. In diesem Buch mischen sich Geniekult und wilhelminischer Größenwahn zu einer gefährlichen Melange, denn nur der Verfasser (der auch für die &lt;i&gt;Gartenlaube&lt;/i&gt; schreibt) hat recht, alle anderen sind doof. Insbesonders der Professor Karl Elze, der Byron nie verstanden hat. &lt;a href="http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Elze,_Karl"&gt;Karl Elze&lt;/a&gt;, der die deutsche Anglistik begründet hat, ist sicherlich ein verdienstvollerer Mann als Holzhausen gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Hochmodern&lt;/i&gt; sei sein Buch (&lt;i&gt;zusammengetragen mit dem Sammlerfleiß, den man an ihm kennt&lt;/i&gt;, so ein Rezensent)&amp;nbsp;versichert uns der Autor. Und verknüpft seine Heldenverehrung Napoleons noch mit Nietzsche. Weil &lt;i&gt;sie mit dem Übermenschentum und der Herrenmoral Friedrich Nietzsches ursächlich in etwa zusammenhängt&lt;/i&gt;. Das hat Byron nicht verdient, dass er von den &lt;i&gt;Stimmungsmaler&lt;/i&gt; Holzhausen in diese Nachbarschaft gerückt wird. ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.archive.org/stream/bonapartebyronu00holzgoog#page/n13/mode/2up"&gt;Bonaparte, Byron und die Briten&lt;/a&gt;, &lt;/i&gt;das zuerst &lt;i&gt;Lord und Imperator&lt;/i&gt; heißen sollte,&amp;nbsp;ist ein kurioses und letztlich schlimmes Buch, und es ist so deutsch wie &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Langbehn"&gt;Julius Langbehns&lt;/a&gt; &lt;i&gt;Rembrandt als Erzieher&lt;/i&gt;. Die Saat mit Heldenverehrung, Größenwahn und Kulturpessimismus, die hier gesät wird, wird irgendwann aufgehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5d/Napoleon_-_2.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5d/Napoleon_-_2.jpg" width="140" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich möchte, sozusagen als Unkrautvernichtungsmittel, gegen diese Schriften, ein Buch halten, das dreißig Jahre nach Holzhausens Buch erschien. Es ist von A.G. Macdonnell und heißt &lt;i&gt;Napoleon and his Marshals&lt;/i&gt;.&amp;nbsp;Es war lange vom Markt verschwunden, bis es in der Reihe &lt;i&gt;Prion Lost Treasures&lt;/i&gt; 1996 wieder aufgelegt wurde. Und prompt mehrfach nachgedruckt wurde.1996 schrieb Englands führender Militärhistoriker John Keegan: &lt;i&gt;Even a Napoleon hater, which I am, will love this book. Still after 60 years, a thrilling gallop through the Napoleonic Wars&lt;/i&gt;. A.G. Macdonell ist Schotte, er hat das wunderbare Buch &lt;i&gt;England, Their England&lt;/i&gt; geschrieben, was in England (und Schottland) ein ewiger Klassiker ist. Die Beschreibung des dörflichen Cricketspiels in diesem Buch ist in jeder Anthologie der Cricket Literatur abgedruckt. Er hat auch das satirische &lt;i&gt;Autobiography of a Cad&lt;/i&gt; geschrieben, was in deutscher Übersetzung die Zensur von Goebbels wohl nur passiert hat, weil man diese Satire für das Portrait eines typischen Engländers hielt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://static.guim.co.uk/sys-images/Guardian/Pix/commercial/2010/1/22/1264172193600/George-Gordon-Byron-001.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="120" src="http://static.guim.co.uk/sys-images/Guardian/Pix/commercial/2010/1/22/1264172193600/George-Gordon-Byron-001.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Nein, &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/A._G._Macdonell"&gt;Archibald Gordon Macdonell&lt;/a&gt; kann schreiben (er hat auch unter Pseudonymen Detektivromane verfasst). Seine 300-seitige Napoleon Biographie ist wahrscheinlich die kürzeste von allen, die amüsanteste ist sie auf jeden Fall. Ein Parforceritt mit dem kleinen Caporal und seinen Marschällen über die Schlachtfelder Europas. Dies ist nicht das Buch eines Historikers, dies ist das Buch eines Schriftstellers. Es gibt keine Bibliographie der benutzten Literatur. Jeder kann eine Hilfskraft im Britischen Museum alle Buchtitel über Napoleon abschreiben lassen, die Liste hinten ins Buch tun und die Leser mit angeblicher Gelehrsamkeit beeindrucken, sagt Macdonell. Aber er sagt auch, dass er für alles einen Beleg hätte. Wir glauben ihm, und es kümmert uns auch nicht. Das Buch endet mit dem Tod des letzten Marschalls 1852 und den Worten &lt;i&gt;Que de souvenirs! Que de regrets!&lt;/i&gt; Und an dieser Stelle geht der Leser zurück zum ersten Kapitel und beginnt das Buch aufs Neue zu lesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder er greift zu Sigrid ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/01/sigrid-combuchen.html"&gt;Combüchens&lt;/a&gt; wunderbarem Roman &lt;i&gt;Byron &lt;/i&gt;und beginnt, den zu lesen. Immerhin wird in dem Roman ja auch von seinen englischen Verehrern Byrons Geburtstag gefeiert. Und Paul Holzhausen kommt im Roman bestimmt nicht vor. Stell' ich den Holzhausen jetzt zurück ins Regal oder kommt er in die blaue Tonne?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lassen wir das letzte Wort heute dem Dichter, der in &lt;i&gt;Don Juan&lt;/i&gt; die selbstironischen Zeilen schrieb:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Even I—albeit I'm sure I did not know it,&lt;br /&gt;Nor sought of foolscap subjects to be king—&lt;br /&gt;Was reckon'd, a considerable time,&lt;br /&gt;The grand Napoleon of the realms of rhyme&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Byron hat (meist anonym) einige Napoleon Gedichte publiziert, in denen seine Haltung zu Napoleon sehr widersprüchlich ist (mehr dazu ➱&lt;a href="http://petercochran.files.wordpress.com/2009/03/napoleonic_poems.pdf"&gt;hier&lt;/a&gt;). Ich stelle hier einmal&amp;nbsp;&lt;i&gt;Napoleon's Farewell&lt;/i&gt; ein. Das &lt;i&gt;From The French&lt;/i&gt; ist natürlich frech gelogen, er hat das Gedicht auf Englisch geschrieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Napoleon's Farewell (From The French)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Farewell to the Land where the gloom of my Glory &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Arose and o'ershadow'd the earth with her name-- &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;She abandons me now--but the page of her story, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;The brightest or blackest, is fill'd with my fame. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;I have warr'd with a world which vanquish'd me only &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;When the meteor of conquest allured me too far; &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;I have coped with the nations which dread me thus lonely, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;The last single Captive to millions in war.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Farewell to thee, France! when thy diadem crown'd me, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;I made thee the gem and the wonder of earth, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;But thy weakness decrees I should leave as I found thee, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Decay'd in thy glory, and sunk in thy worth. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Oh! for the veteran hearts that were wasted &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;In strife with the storm, when their battles were won &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Then the Eagle, whose gaze in that moment was lasted, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Had still soar'd with eyes fix'd on victory's sun!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Farewell to thee, France!--but when Liberty rallies &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Once more in thy regions, remember me then, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;The violet still grows in the depth of thy valleys; &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Though wither'd, thy tear will unfold it &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Yet, yet, I may baffle the hosts that sur­round us, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;And yet may thy heart leap awake to my voice &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;There are links which must break in the chain that has bound us, &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Then turn thee and call on the Chief of thy choice!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-TA_ukr_JEOQ/Txszu2rpa9I/AAAAAAAAAgQ/qzT2JtVqy1w/s1600/display_image.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-TA_ukr_JEOQ/Txszu2rpa9I/AAAAAAAAAgQ/qzT2JtVqy1w/s200/display_image.jpg" width="167" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ach, ich hätte doch noch ein Postscriptum. Und das betrifft Beau Brummell, den &lt;i&gt;weltbekannten Modenarren&lt;/i&gt; (so Holzhausen). Denn natürlich hat Byron recht, wenn er sagt&amp;nbsp;&lt;i&gt;There are three great men of our age: myself, Napoleon and Beau Brummell. But of we three, the greatest of all is Brummell. &lt;/i&gt;Weil auch Napoleon und Lord Byron große Dandies waren. Denn warum steckt Napoleon seine Hand auf so vielen &lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0a/Jacques-Louis_David_017.jpg"&gt;Bildern&lt;/a&gt; in die Weste? Weil er ein Magengeschwür hat? Weil die Hosen damals keine Taschen haben? Weil er Freimaurer ist? Schön und gut. Es ist aber eher deshalb, weil es eine etablierte Pose des Dandys ist. Ich hätte da für die Modeinteressierten noch einen interessanten Artikel von dem Amerikaner John Clubbe (ehemaliger Präsident der Byron Gesellschaft), der auch ein &amp;nbsp;&lt;a href="http://www.arthistoricum.net/rezension/ausgabe/2005/11/8309/"&gt;Buch&lt;/a&gt; über die Wirkung des Byron Portraits von &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_Sully"&gt;Thomas Sully&lt;/a&gt; auf Amerika geschrieben hat. Was natürlich nur eine schlechte Kopie des Bildes von Richard Westall ist, aber sehen Sie ➱&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f4/George_Gordon_Byron%2C_6th_Baron_Byron_by_Richard_Westall_%282%29.jpg"&gt;selbst&lt;/a&gt;. Aber wenn das Buch vielleicht auch nicht so interessant ist, der Artikel über Byron, Bonaparte und Brummell ist es auf jeden Fall. Lesen Sie es selbst: ➱&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.erudit.org/revue/rum/2005/v/nrum1455/014349ar.pdf"&gt;Bend it Like Byron: The Sartorial Sublime in Byron, Bonaparte, and Brummell, with Glances at Their Modern Progeny&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-1859211232497182972?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/1859211232497182972/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/lord-byron.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/1859211232497182972'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/1859211232497182972'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/lord-byron.html' title='Lord Byron'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-TA_ukr_JEOQ/Txszu2rpa9I/AAAAAAAAAgQ/qzT2JtVqy1w/s72-c/display_image.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-2446228666805900034</id><published>2012-01-21T09:05:00.002+01:00</published><updated>2012-01-21T16:25:16.334+01:00</updated><title type='text'>Monte Carlo or Bust!</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.nzz.ch/images/rally_2_text_1.9163397.1295536208.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="138" src="http://www.nzz.ch/images/rally_2_text_1.9163397.1295536208.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Heute vor 101 Jahren wurde die erste Rallye Monte Carlo gefahren. Solch sportliches Ereignis schreit ja eigentlich nach dem Film, diesem neuen Medium, der das neue technische Kunstwerk Automobil perfekt hätte verherrlichen können. Schließlich sind Film und Automobil gleich alt.&amp;nbsp;Hatte nicht schon Marinetti in seinem ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.kunstzitate.de/bildendekunst/manifeste/futurismus.htm"&gt;Manifest des Futurismus&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;proklamiert&amp;nbsp;(und das drei Jahre vor der ersten Rallye Monte Carlo):&amp;nbsp;&lt;i&gt;Wir erklären, daß sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hat: die Schönheit der Geschwindigkeit. Ein Rennwagen,  dessen Karosserie große  Rohre schmücken, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen... ein aufheulendes Auto, das auf Kartätschen zu laufen scheint, ist schöner als die Nike von Samothrake. &lt;/i&gt;Mit solchen Sätzen wäre der Dichter heute ein gefragter Mann bei der Werbeabteilung von Ferrari.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://imcdb.org/i004817.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="113" src="http://imcdb.org/i004817.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Aber so richtig tolle Rallye Monte Carlo Filme hat es nicht gegeben. Es gibt zwar mit ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=Wgiv_I2TkNc"&gt;Genevieve&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; einen wunderbaren Film über die Oldtimer Rallye London-Brighton (den Link sollten Sie unbedingt anklicken), aber nichts Vergleichbares für die Rallye Monte Carlo. 1969 gab es die&amp;nbsp;Filmkomödie &lt;i&gt;Monte Carlo or Bust&lt;/i&gt; (daher habe ich heute meinen Titel),&amp;nbsp;1977 brachten die Disney Filmstudios den dritten Film der Herbie Reihe mit dem Titel &lt;i&gt;Der tolle Käfer in der Rallye Monte Carlo&lt;/i&gt;&amp;nbsp;in die Kinos. Sagt uns der Wikipedia Artikel. Der uns natürlich den schönsten Rallye Monte Carlo Film verschweigt: Claude Lelouchs &lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Mann_und_eine_Frau"&gt;Un homme et une femme&lt;/a&gt;. &lt;/i&gt;Für den Film war ich damals dreimal hintereinander im Kino. Klicken Sie doch eben einmal ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=D43yjI6cles"&gt;hier&lt;/a&gt; hinein und holen Sie sich die sechziger Jahre wieder zurück. Und da wir gerade dabei sind, falls Sie im Dezember den Post ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/12/jean-louis-trintignant.html"&gt;Jean-Louis Trintignant&lt;/a&gt; verpasst haben sollten, sollten sie unbedingt einmal ➱&lt;a href="http://video.google.com/videoplay?docid=1000591140870302755#"&gt;HIER&lt;/a&gt; klicken!!! Und sich die automobile Liebeserklärung an Paris von Claude Lelouch ansehen, ohne jeden Schnitt. Natürlich war er hinterher den Lappen los.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt hier heute einmal etwas ganz Neues, nämlich einen Text, der nicht von mir ist. Er ist von Hans Fander, der in diesem Blog schon mehrfach erwähnt wurde. Hans Fander wollte nicht nur seine ➱&lt;a href="http://www.fander-kiel.de/"&gt;Seite&lt;/a&gt; im Internet haben, er wollte jetzt auch Blogger werden. Also habe ich ihm geholfen, hier bei Blogger einen Blog einzurichten - was uns beide tagelang beschäftigt hat. Um ehrlich zu sein, haben wir dazwischen natürlich auch über Gott und die Welt geredet, Tee getrunken und Cookies gegessen. Und den französischen &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A9d%C3%A9ric_Mitterrand"&gt;Kultusminister&lt;/a&gt; im Fernsehen gesehen (weil es bei Hans Fander französisches Fernsehen gibt), der zu einem grauen Nadelstreifenanzug seltsame braune Schuhe trug. Und da ihm die Hose während seiner Rede seltsam hochgerutscht war (keine Empfehlung für den Schneider) konnte man Argyle Socken in schrillen Farben entdecken. Die Kamera verweilte genüsslich in Großaufnahme darauf, als wollte sie sagen: guckt euch diesen Barbaren an, der ist unser Kultusminister. Fand ich sehr witzig. Und ich mache an dieser Stelle jetzt auch keine Bernd Neumann Witze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir hatten zwei Nachmittage lang große Schwierigkeiten, die mit dem neuen System zusammenhängen, das Google/Blogger jetzt einem Neu-Blogger anbietet. Es ist nicht mehr mein schönes altes System, das ich vor zwei Jahren kennenlernte. Sieht zwar wahnsinnig modern aus, ist aber kein Fortschritt. Die größten Schwierigkeiten boten aber die Texte, sie waren vor Jahren so formatiert worden, dass sie sich sperrten, in dieses neue Format zu passen. Wenn ich heute Hans Fanders Text hier abdrucke, dann hat das neben dem aktuellen Bezug zum Jubiläum der Rallye drei Gründe: Zum einen, um ihm zu beweisen, dass mir die Transformation - &lt;i&gt;heureka&lt;/i&gt; - gelungen ist. Zum anderen, weil ich das Gefühl habe, dass es schon mein eigener Text ist, so oft habe ich ihn bearbeitet. Und &lt;i&gt;last but not least&lt;/i&gt;: in diesem Blog sind schon so viele Autos aufgetaucht von Borgward bis Rolls-Royce - bemühen Sie doch mal das kleine Suchfeld - dass dieser Artikel prima hierher passt.&amp;nbsp;Falls Sie sich über die häufige Erwähnung von Frankreich wundern sollten, möchte ich vorausschicken, dass unser Autor neben dem deutschen auch einen französischen Pass besitzt. Und nun sein Text:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: magenta; font-size: x-small;"&gt;12. Ralley Monte Carlo Historique&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/div&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: magenta; font-size: x-small;"&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; Die Rallye Oslo – Monte Carlo 2009 im Spiegel der Geschichte&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley.jpg" width="142" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer in einer Rallye den Namen Monte Carlo entdeckt, denkt unwillkürlich an die „Mutter“ aller Rallye-Veranstaltungen, an die &lt;i&gt;Rallye Monte Carlo&lt;/i&gt;, von den Fans liebevoll einfach &lt;i&gt;Monte&lt;/i&gt; genannt. Seit 1911 wird dieses Rennen ausgetragen; zunächst nur als Sternfahrt zur Ankurbelung des Tourismus gedacht, wurde daraus im Rahmen der Rallye-Weltmeisterschaften ein Klassiker des besonderen Art. Hauptsächlich in den See-Alpen des französischen Hinterlandes ausgetragen, verlangen die vielen Gebirgspässe und die im Januar meist unvorhersehbaren Wetterverhältnisse den Fahrern alles an Können ab und machen das Rennen  immer wieder zu einem Höhepunkt jeder Saison. 77 Mal wurde sie inzwischen ausgetragen, die Rallye Monte Carlo, zuletzt vom 20. Bis 24. Januar 2009. Die Erfolge deutscher Fahrer lassen sich allerdings dabei an einer Hand abzählen. Lediglich 1960 (Walter Schock und Rolf Moll) und 1980, 1982, 1983, 1984 (Walter Röhrl und Christian Geistdörfer) standen sie ganz oben auf dem Siegertreppchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daneben finden mit dem Zusatz &lt;i&gt;Historique&lt;/i&gt; aber auch Oldtimer-Rallyes statt, bei denen die teilnehmenden Fahrzeuge bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Für die &lt;i&gt;12. Rallye Monte Carlo Historique&lt;/i&gt; die im Januar 2009 durchgeführt wurde, waren nur historische Modelle zugelassen, die bereits an einer klassischen Rallye Monte Carlo zwischen 1955 und 1980 teilgenommen hatten. Vorgegeben waren dabei zwei Fahrtstrecken, eine Route von Turin, Barcelona und Reims aus durch die See-Alpen zum Ziel in Monte Carlo, eine zweite von Oslo aus über Schweden und Deutschland zum &lt;i&gt;Quai Albert Ier&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img height="150" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley2.jpg" width="200" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Erinnerung an die Ereignisse der &lt;i&gt;Monte 1959&lt;/i&gt;, beschloss mein französischer Freund Pierre Dellieri mit seinem sorgsam gepflegten Kleinauto Vespa 400 (zwei Zylinder – zwei Takte – zwei Sitze – vier Räder) an der Rallyeroute Oslo – Monte Carlo  teilzunehmen. Im Jahre 1959 hatten nämlich drei Vespa 400 in der Klasse bis 1000 ccm die Strecke Stockholm – Monte Carlo mit einem Durchschnitt von 65 km/h  zurückgelegt und Zuschauer wie Fachleute restlos begeistert. Von 322 gestarteten Fahrzeugen  erreichten damals nur 220 das Ziel, darunter ohne Panne die drei Vespa 400. Und diese Zuverlässigkeit wollte&amp;nbsp;Pierre nach 50 Jahren erneut beweisen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So klingelte denn Anfang Januar mein Telefon und Freunde aus Frankreich erzählten mir, die Abfahrt in&amp;nbsp;Oslo sei für den 25. Januar 2009 geplant, 27  Oldtimer  würden teilnehmen und in seinem fünfzig Jahre alten Vespa-Auto eben auch Pierre, der Bruder von Mireille. Und die Route würde auch über Kiel führen. Daraus müsste sich doch eine Geschichte machen lassen, sagte ich zu Mireille.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley3.jpg" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Übrigens Mireille und ihr Mann Roger lebten bis 2008 in Barbarenque, wo sie ein kleines aber feines Sommercafé betrieben. Die Crepes schmecke ich heute noch auf der Zunge. Ende 2008 schlossen sie ihr Café und verkauften "Haus und Hof" um sich zwischen  Brive und Limoges anzusiedeln (➱&lt;a href="http://www.fander-kiel.de/barbarenque.html"&gt;Barbarenque&lt;/a&gt;). Zurzeit restaurieren sie die alte Bauernstelle die sie kauften, um dort auch einmal Feriengäste beherbergen zu können. Das Foto zeigt sie in der Januarsonne, die uns hier im Norden fehlt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich rief dann ihren Bruder Pierre in Orgon (Provence) an und vereinbarte mit ihm einen kleinen Empfang der Rallye-Teilnehmer auf dem Kai der  Stena-Line in Kiel. Herr Behling von den &lt;i&gt;Kieler Nachrichten&lt;/i&gt;, den ich über die Fahrt informierte, war gerne bereit diesen historischen Moment zu veröffentlichen.  Die Wagen wurden dann beim Entladen in drei Reihen aufgestellt und Klaus Welsch war so freundlich, in eisiger Kälte noch einige Fotos als Erinnerung  zu machen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img height="150" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley4.jpg" width="200" /&gt;&lt;img border="0" height="130" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley5.jpg" width="200" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img height="131" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley6.jpg" width="200" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley7.jpg" width="200" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img height="150" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley8.jpg" width="200" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border="0" height="130" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley9.jpg" width="200" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen 9 Uhr 30 fuhren die Wagen dann über Hamburg und Bad Hersfeld in Richtung Süden. Am Sonnabend, dem 28. Januar  2009, erreichten sie  wie vorgesehen Monte Carlo. Damit ging  eine historische Rallye zu Ende, in der alle gestarteten Wagen  die gesamte Strecke von 3.600 Kilometern schadlos überstanden hatten.&amp;nbsp;Pierre unterhält übrigens in Orgon eines der schönsten ➱&lt;a href="http://www.looking-at-france.com/deutsch/orte-alphabet/orte-n-q/orgon/automuseum/automuseum-001.html"&gt;Automuseen&lt;/a&gt; in Südfrankreich, das einmal sein Vater gründete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img height="65" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley10a.jpg" width="200" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley12.jpg" width="186" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fotos zeigen im Museum ausgestellte Oldtimer. Der rote Wagen auf dem oberen Bild ist ein ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SA_Ari%C3%A8s"&gt;Ariès&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, Baujahr 1907, Besitzer war der Marquis de Barbentane. Der blaue Wagen links ist ein ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doriot,_Flandrin_et_Parant"&gt;DFP&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; von 1913, daneben steht ein ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bellanger"&gt;Bellanger&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; von 1921, beide Fahrzeuge wurden in Paris hergestellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img height="151" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley13.jpg" width="200" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pierre Senior war Spezialist für Flugzeugmotoren. Anfang der 50er Jahre arbeitete er in Saigon in Indochina, so hieß damals noch das französische Kolonialgebiet, wo er für die französische Armee Flugzeuge wartete. Als er im Jahre 1953  aus der Armee entlassen wurde, fuhr er mit seinem Vespa-Roller  16 000  Kilometer in drei Monaten von Saigon über Kambodscha, Thailand, Indien etc. zurück nach Paris, dort wurde er bei seiner Ankunft entsprechend empfangen und gefeiert. Ein Foto zeigt ihn auf seiner Vespa in Indien. Auf der Fußablage ein paar Kanister mit Treibstoff, neben ihm steht ein alter Citroen mit Rechtslenkung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img border="0" height="127" src="http://www.fander-kiel.de/images/stories/Monte/ralley14.jpg" width="200" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur gleichen Zeit hielt auch ich mich in Indochina auf. Nur trat ich die Rückreise etwas komfortabler  auf dem  Dampfer &lt;i&gt;Pasteur&lt;/i&gt; an (Photo: &lt;i&gt;collection de l’auteur&lt;/i&gt;).  Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs  fuhr die &lt;i&gt;Pasteur&lt;/i&gt; über England nach Kanada, erst 1946 kehrte sie nach Frankreich zurück. Danach transportierte sie Truppen nach Indochina, wo  die französische Kolonialarmee gegen den Widerstand der Einwohner bis 1954 vergeblich versuchte, die ehemaligen Kolonien,  die Frankreich während des Zweiten Weltkriegs  an Japan verloren hatte, wieder zu besetzen. Nach dem Abzug der französischen Truppen im Jahre 1954,  blieb es auch amerikanischen Verbänden über Jahre hinweg versagt, das Land zu erobern. Dazu wurde die &lt;i&gt;Pasteur&lt;/i&gt; dann allerdings nicht mehr benötigt, sie wurde 1980 auf Formosa (Taiwan) abgewrackt.&lt;br /&gt;&amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &amp;nbsp; &lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: magenta;"&gt;✮&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.walter-weissmueller.de/media/schiffe/klein/TS_Bremen.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="127" src="http://www.walter-weissmueller.de/media/schiffe/klein/TS_Bremen.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Soweit Hans Fander. Zu der &lt;i&gt;Pasteur&lt;/i&gt; muss ich noch einiges sagen, die kenne ich nämlich. Denn drei Jahre, nachdem Hans Fander auf ihr von Indochina nach Frankreich heimkehrte, lag sie bei uns in Vegesack. Sozusagen direkt vor der Haustür. Der Norddeutsche Lloyd hatte das&amp;nbsp;32.336 BRT große Schiff&amp;nbsp;für dreißig Millionen Mark gekauft, um sie beim &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bremer_Vulkan"&gt;Bremer Vulkan&lt;/a&gt; wieder zum Luxusdampfer umbauen zu lassen. Der Verkauf hatte in Frankreich zu großem Unmut geführt, weil die Franzosen hier ein Symbol Frankreichs an die &lt;i&gt;boches&lt;/i&gt; verkauft sahen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie sie die Weser herauf geschleppt wurde, der ganze Ort stand am Ufer. Sie wurde zuerst nach Bremen geschleppt, dort bei Hochwasser im Hafen gedreht, und dann wieder nach Vegesack gebracht. Und da konnten wir zwei Jahre lang bewundern, wie sie immer schöner wurde. Und natürlich den Namen &lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bremen_(1939)"&gt;Bremen&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; und den gelben Schornstein vom Norddeutschen Lloyd kriegte. Der Vater meines Klassenkameraden Dirk Havighorst, der eine Bootswerft in Blumenthal hatte, hatte einen Teil der Rettungsboote der &lt;i&gt;Pasteur&lt;/i&gt; gekauft. Für jeden Passagier gab es im Rettungsboot eine kleine Kurbel. Wenn man mit sechs Mann ordentlich kurbelte, konnte man mit dem Boot auf der Weser fahren. War eine tolle Sache. Vielleicht ist es das selbe Rettungsboot gewesen, in das sich Hans Fander auf der Reise zurückzog, wenn ihm der Rummel an Bord zu groß war.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-2446228666805900034?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/2446228666805900034/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/monte-carlo-or-bust.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2446228666805900034'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2446228666805900034'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/monte-carlo-or-bust.html' title='Monte Carlo or Bust!'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-2952272201724087194</id><published>2012-01-20T11:02:00.001+01:00</published><updated>2012-01-21T15:07:27.362+01:00</updated><title type='text'>John Ruskin</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/ca/John_Ruskin_by_James_Northcote.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/ca/John_Ruskin_by_James_Northcote.jpg" width="158" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wie soll ich das heute nennen? Hundert Zeilen Hass? Ich weiß, dass ich Leser habe, die Ruskin mögen. Ich mag ihn nicht. Als ich noch jung war, hatte ich den festen Plan, alles von Ruskin zu lesen. Weil Proust ihn mochte. Heute steht beinahe alles in der zweiten Reihe des Bücherregals. Zumeist sind es die inzwischen ausgebleichten, lachsfarbenen alten Bände mit dem schönen Golddruck auf dem Buchrücken der Everyman Library, die kurz nach Ruskins Tod (er starb heute vor 112 Jahren) erschienen sind. Ein großer Teil des Werkes ist heute noch immer in der Everyman Library erhältlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist von ihm geblieben? Er war Englands berühmtester Kunstkritiker zur Zeit der Königin Victoria. Aber das will nicht so furchtbar viel heißen, denn seien wir ehrlich: Wenn irgendeine Epoche einen sauschlechten Geschmack hat, dann ist es das Victorian Age. Ruskin verhilft den banausenhaften Kapitalisten, die ihr Geld mit der Ausbeutung der Arbeiter machen, zu einem ästhetischen ➳&lt;a href="http://www.victorianweb.org/authors/ruskin/finearts/criticism7.html"&gt;Überbau&lt;/a&gt;. Gleichzeitig möchte er aber auch noch ein Sozialreformer sein. Obwohl das Kind reicher Eltern (die ihn von dem Maler James Northcote malen ließen) das Elend der viktorianischen &lt;i&gt;working class&lt;/i&gt; nicht wirklich kennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b7/Millais_Ruskin.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b7/Millais_Ruskin.jpg" width="171" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ruskin hat Turner auf den Thron gehoben und John Constable abgewertet. Er hatte einen etwas seltsamen Geschmack, Claude Lorrain konnte er nicht ausstehen:&amp;nbsp;&lt;i&gt;These mountains of Claude ... have the forms and colours of heaps of chalk, in a lime kiln not of Alps ... They are destitute of energy, of height, of splendour and variety, and are the work of a man who had neither feeling for nature nor knowledge of his art.&lt;/i&gt;&amp;nbsp;Er war ein Kämpfer für die Präraffaeliten und alle rückwärts gerichteten Kunstrichtungen wie das Gothic Revival. Er hatte zu allem etwas zu sagen (das macht ihn zu einer Fundgrube für zitierfähige Sentenzen), aber er besaß keine wirkliche akademische oder berufliche Ausbildung. Darwins Theorien hält er (wie viele seiner Zeitgenossen) für&amp;nbsp;&lt;i&gt;pernicious nonsense&lt;/i&gt;.&amp;nbsp;Er hat den Maler ➳&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/07/kunst.html"&gt;Whistler&lt;/a&gt; beleidigt, aber der Prozeß gegen Whistler (der einmal unterbrochen werden musste, weil Ruskin das &lt;i&gt;Gehirnfieber&lt;/i&gt; hatte), ist für ihn ein Pyrrussieg. Seine Reputation als Kunstpapst ist endgültig beschädigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Höhepunkt der Industrialisierung will Ruskin zurück zum Ideal des Handwerks und des Handwerkers. Den ➳&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manufactum"&gt;Manufactum&lt;/a&gt; Katalog hätte er sicher begrüßt. Es ist nicht nur der Handwerker, den er verherrlicht, es ist der mittelalterliche Handwerker. In einer Zeit, als das Leben auf Gott zentriert ist - auf jeden Fall für Ruskin. Er tritt für die Neugotik ein, die eigentlich eine &lt;i&gt;Gotik ohne Gott&lt;/i&gt; (so der Buchtitel von Alfred Kamphausen) ist. Er bringt seine Studenten in Oxford dazu, eine kleine Straße mit Blumenrabatten anzulegen. So kommt der junge Oscar Wilde -&amp;nbsp;&lt;i&gt;entrusted with&amp;nbsp;Mr. Ruskin's especial wheelbarrow -&amp;nbsp;&lt;/i&gt;zum ersten und einzigen Mal in seinem Leben dazu, eine Schubkarre zu schieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ruskin hat einen extrem langen englischen (und einen sehr kurzen deutschen) Wikipedia-Artikel. Der deutsche erwähnt mit keinem Wort, dass er schwer manisch-depressiv war. Viele Jahre seines Lebens war er ein klinischer Fall. Aber in der Welt der Viktorianer, wo alle ein wenig spleenig sind, fällt das vielleicht nicht so auf. Doch wenn man sein ➳&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.victorianweb.org/cv/Reviews/viljoen.html"&gt;Brantwood Diary&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; liest, bekommt man Mitleid mit diesem kranken Mann. Oder auch nicht. Krank in der Seele, bigott fromm, extrem moralisch und dann noch von zweifelhaften sexuellen Gelüsten beherrscht, das ist eine gefährliche Kombination. Er ist allerdings nicht der einzige der &lt;i&gt;great Victorians&lt;/i&gt;, der ein wenig neben der Spur ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9e/Study_of_Gneiss_Rock.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9e/Study_of_Gneiss_Rock.jpg" width="183" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ruskin schreibt nicht nur über Kunst, er ist auch selbst Künstler. Er ist ein begabter Zeichner und Aquarellist. Das alles ist gefällig, aber nicht wirklich aufregend. Er ist gut in seinen Architekturzeichnungen, ungeheuer penibel. Er kehrt einmal in ein Schweizer Bergdorf zurück, um ein angefangenes Bild zu Ende zu zeichnen. Zählt die Dachpfannen auf dem Dach, und zeichnet dann sorgfältig alle Dachpfannen auf das Dach. Turner hätte uns mit drei, vier Pinselstrichen die Impression eines Daches gegeben. Die drei ➳&lt;a href="http://www.john-constable.org/Willy-Lott's-House,-near-Flatford-Mill,-c.1811.jpg"&gt;Farbtupfer&lt;/a&gt;, mit denen John Constable den kleinen Hund auf den gelben Sandweg zu Willy Lotts Haus setzt, das hätte Ruskin nie im Leben hingekriegt. Aber alle Schattierungsstufen an einem Felsen über einem schottischen Bergbach wiedergeben, das kann er.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.friendsofart.net/static/images/art2/john-ruskin-cascade-de-la-folie-chamonix.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.friendsofart.net/static/images/art2/john-ruskin-cascade-de-la-folie-chamonix.jpg" width="161" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ein größerer Maler ist Ruskin in der Welt der Prosa, da gibt er die Penibilität der Bleistiftzeichnung auf:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Let us begin then with the simple open blue of the sky. This is of course the color of the pure atmospheric air, not the aqueous vapor, but the pure azote and oxygen, and it is the total color of the whole mass of that air between us and the void of space. It is modified by the varying quantity of aqueous vapor suspended in it, whose color, in its most imperfect, and therefore most visible, state of solution, is pure white, (as in steam,) which receives, like any other white, the warm hues of the rays of the sun, and, according to its quantity and imperfect solution, makes the sky paler, and at the same time more or less gray, by mixing warm tones with its blue. This gray aqueous vapor, when very decided, becomes mist, and when local, cloud. Hence the sky is to be considered as a transparent blue liquid, in which, at various elevations, clouds are suspended, those clouds being themselves only particular visible spaces of a substance with which the whole mass of this liquid is more or less impregnated. Now, we all know this perfectly well, and yet we so far forget it in practice, that we little notice the constant connection kept up by nature between her blue and her clouds, and we are not offended by the constant habit of the old masters, of considering the blue sky as totally distinct in its nature, and far separated from the vapors which float in it&lt;/i&gt;...Ja. Und wie der Engländer so schön sagt: &lt;i&gt;and it goes on and on&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/08/Vanity_Fair_Caricature_of_Ruskin.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/08/Vanity_Fair_Caricature_of_Ruskin.jpg" width="133" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Sein Gesamtwerk macht 38 Bände aus, aber ich glaube nicht, dass irgend jemand das freiwillig lesen wird. Um dem bildungsbürgerlichen Publikum wenigstens das Wichtigste von Ruskin schmackhaft zu machen, hatte der englische Phaidon Verlag (der auf Kunstbücher spezialisiert war) 1959 ein Buch mit dem Titel &lt;i&gt;The Lamp of Beauty: Writings on Art by John Ruskin&lt;/i&gt; auf den Markt gebracht. Herausgeben von ➳&lt;a href="http://www.dictionaryofarthistorians.org/evansj.htm"&gt;Dame Joan Evans&lt;/a&gt;, einer Spezialistin für mittelalterliche Kunst, die eine der erstaunlichsten Karrieren als Kunsthistorikerin hatte. Das war damals &lt;i&gt;state-of-the-art&lt;/i&gt;, denn Dame Joan hatte gerade eine Ruskin Biographie geschrieben (1954) und war Mitherausgeberin der Ruskin Korrespondenz. Ihre Tätigkeit als Herausgeberin der Tagebücher wird heute von Kunsthistorikern überwiegend als negativ beurteilt.&amp;nbsp;Aber über die Jahre hat Phaidon diesen Titel immer wieder überarbeiten und verbessern lassen, er ist jetzt auch etwas umfangreicher als vor einem halben Jahrhundert. Das Wichtigste von Ruskin ist zweifellos in diesem Band, und bevor man sich ins Unglück stürzt und alle 38 Bände der Gesamtausgabe kauft und liest, sollte man erst einmal mit diesem Buch anfangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und falls man eine Biographie Ruskins lesen will, kann ich nur Wolfgang Kemps &lt;i&gt;John Ruskin. 1819–1900: Leben und Werk&lt;/i&gt; empfehlen. Erschien 1983 bei Hanser und vier Jahre später bei Fischer als Taschenbuch. Natürlich gibt es die zweibändige (insgesamt über tausend Seiten) Biographie von Tim Hilton, aber wenn ich ehrlich sein soll: die 470 Seiten von Kemp reichen aus. Mir auf jeden Fall (obgleich ich den zweiten Band von Tim Hilton besitze).&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-2952272201724087194?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/2952272201724087194/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/john-ruskin.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2952272201724087194'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2952272201724087194'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/john-ruskin.html' title='John Ruskin'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-5754703020455193146</id><published>2012-01-19T10:30:00.000+01:00</published><updated>2012-01-19T10:30:05.778+01:00</updated><title type='text'>Richard Twardzik</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://media.thestar.topscms.com/images/8b/78/35815a85453f926978b51a2bca01.jpeg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="125" src="http://media.thestar.topscms.com/images/8b/78/35815a85453f926978b51a2bca01.jpeg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Vor zwei Jahren habe ich hier über den kanadischen Professor &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/01/jazz.html"&gt;Jack Chambers&lt;/a&gt; geschrieben, der neben seinem Universitätsleben ein zweites Leben hat, in dem er Jazzkritiker ist. Da war gerade sein neuestes Buch&amp;nbsp;&lt;i&gt;Bouncin' with Bartok: The Incomplete Works of Richard Twardzik&lt;/i&gt; erschienen. Inzwischen habe ich das natürlich gelesen. Und da Jack mir gerade in der Weihnachts E-Mail geschrieben hat:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Your blog attracts readers because you have breadth and depth&lt;/i&gt;, erinnerte ich mich wieder an das Buch und an die Musik von Dick Twardzik. Und dachte mir, ich mache mal ein klein wenig Werbung für sein Buch.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d0/Dave_Brubeck_1954.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d0/Dave_Brubeck_1954.jpg" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dick_Twardzik"&gt;Richard "Dick" Twardzik&lt;/a&gt; ist 1955 mit 24 Jahren an einer Überdosis Heroin gestorben, er galt vielen als eine der größten Begabungen des Jazz. Genies sterben immer jung, Keats ist nur wenig älter geworden. Dick Twardzik kam aus Boston, er spielte Piano. Das hatte er sogar richtig studiert, und das merkt man auch an den wenigen Aufnahmen, die es von ihm gibt. Viele Jazzpianisten setzen sich einfach nur so in einer Kneipe ans Klavier, oder spielen jahrelang in einem Freudenhaus in New Orleans. Oder studieren zuvor Tiermedizin und Zoologie wie Dave Brubeck. Dessen Vater war Pianist, hatte sogar bei der berühmten &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Myra_Hess"&gt;Dame Myra Hess&lt;/a&gt; in England studiert. Aber Dave wollte kein Musiker werden, das Klavierspielen hatte ihm seine Mutter beigebracht. Doch dann ist er doch eines Tages natürlich auf der Musikhochschule gelandet. Wo man ihn kurz vor dem Examen beinahe wieder rausgeschmissen hätte. Keiner seiner Professoren hatte vorher bemerkt, dass dieser begabte Pianist keine Noten lesen konnte. Wenn Sie das nächste Mal &lt;i&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=faJE92phKzI"&gt;Take Five&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; hören, denken Sie dran: der Mann kann keine Noten lesen! Das Photo, das Carl van Vechten gemacht hat, ist natürlich sehr witzig. Wahrscheinlich würde Dave Brubeck den Hintergrund nicht lesen können.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/b/b1/Roundmidnightposter.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/b/b1/Roundmidnightposter.jpg" width="131" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Twardzik war in Boston mit berühmten Leuten aufgetreten: Charlie Parker, Charlie Mariano und Serge Chaloff. Dann nahm ihn Chet Baker nach Europa mit, dann das frühe Ende im Hotel Madeleine in Paris. Nach Paris zog es damals ja viele Jazzmusiker. Auch viele schwarze Jazzmusiker, die hier in Europa einen ganz anderen Status hatten, als in dem Amerika des Kommunistenfressers McCarthy.&amp;nbsp;Die schön gemachten CDs der&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://livingwithmusic.com/discographies-lists/lists/jazz-in-paris-gitanes-jazz-productions-universal-france/"&gt;Jazz in Paris&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;Edition von Gitanes geben etwas davon wieder. Noch mehr gibt natürlich der Film&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Um_Mitternacht_(1986)"&gt;Round Midnight&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;.&amp;nbsp;Bertrand Taverniers Film spielt in dieser Zeit, es ist ein Film der mich zu Tränen rührte, als ich ihn das erste Mal sah. Unvergesslich, genau so wie die Beschreibung von P.J. Kavanagh in seiner Autobiographie &lt;i&gt;The Perfect Stranger&lt;/i&gt;, wenn er nachts in Paris auf der Straße Charlie Parker trifft und mit ihm durch Paris wandert.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Charlie Parker always filled me with a kind of despair, because he played the way I would have liked to write, and this wasn't possible for me or anyone else. He made poetry seem word-bound&lt;/i&gt;, hat Kavanagh einmal geschrieben. Und sein Dichterkollege Adrian Mitchell hat es in drei Versen noch kürzer gesagt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;He breathed in air - He breathed out light - Charlie Parker was my delight&lt;/i&gt;.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-itjzHMkz8uY/TxXpPsfGriI/AAAAAAAAAf4/_9IDzoXxnWM/s1600/Richard%252BTwardzik%252Bdicktwardzikchetbaker3.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="130" src="http://4.bp.blogspot.com/-itjzHMkz8uY/TxXpPsfGriI/AAAAAAAAAf4/_9IDzoXxnWM/s200/Richard%252BTwardzik%252Bdicktwardzikchetbaker3.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Was wir von Twardzik an Aufnahmen haben, kann man in Minuten messen. Und doch ist sein Ruf als Pianist groß, ist über die Jahre zu einem Mythos geworden. Der frühe Tod und die Rarität der Aufnahmen haben sicher dazu beigetragen. Wenn man ihn nicht kennt, dann sollte man sich die CD &lt;i&gt;Dick Twardzik Trio Complete Recordings&lt;/i&gt; kaufen. Danach wird man Keith Jarrett nicht mehr für einen so furchtbar originellen Pianisten halten.&amp;nbsp;Das hier alles ist völlig originell und ungewohnt, manches erinnert an&amp;nbsp;Charles Ives. Oder&amp;nbsp;Louis Moreau Gottschalk, über den ich einmal eine interessante Radiosendung gehört habe. Glücklicherweise hat FH, der nicht nur alles über die russische Literatur weiß, sondern auch ein unerschöpfliches Musikarchiv zu haben scheint, mir den Radiomitschnitt auf Cassette geschenkt. Wenn Sie einen Eindruck von der Musik dieses Komponisten haben wollen, dann klicken Sie doch mal &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=81J0jhU9gOs&amp;amp;feature=related"&gt;dies&lt;/a&gt; hier an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.jazzmusicarchives.com/images/covers/richard-twardzik-1954-improvisation.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.jazzmusicarchives.com/images/covers/richard-twardzik-1954-improvisation.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Vieles, wie manche Klangcluster à la Rachmaninow, wird auch hochironisch konterkariert und zurückgenommen. Man wagt gar nicht daran zu denken, wohin sich Twardzik noch entwickelt hätte. Der Kanadier Jack Chambers war 18 Jahre alt, als er zum ersten Mal &lt;i&gt;A Crutch for the Crub&lt;/i&gt; hörte, und dieser Titel (auch auf der oben erwähnten CD) hat ihn nicht mehr losgelassen. Gut, er hat noch etwas anderes in seinem Leben gemacht, er ist ein berühmter &lt;a href="http://homes.chass.utoronto.ca/~chambers/"&gt;Linguistikprofessor&lt;/a&gt; geworden. Und nebenbei wie gesagt einer der berühmtesten kanadischen Jazzkritiker. Seine &lt;a href="http://books.google.de/books/about/Milestones.html?id=nNHpQ1b9Q5gC&amp;amp;redir_esc=y"&gt;Biographie&lt;/a&gt; von Miles Davis ist längst ein Standardwerk. Und 2008 hat er dieses Buch veröffentlicht, dessen Entstehung in gewisser Weise 50 Jahre zurückliegt. Dies Buch ist mit großer Liebe und Wärme geschrieben, hierin stecken ein halbes Jahrhundert Begeisterung für den Jazz. Aber bestimmt&amp;nbsp;auch&amp;nbsp;Jahrzehnte von penibler Recherche, der Autor hat unendlich viele Familienmitglieder und Musiker interviewt. Die ist nicht der simple &lt;i&gt;con amore criticism&lt;/i&gt; mit dem ein Musiker abgefeiert wird, dies ist seriöse Musikgeschichte, eine kleine Kulturgeschichte des Jazz der frühen &lt;i&gt;fifties&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://homepage3.nifty.com/mrmanri/10/no06/RussFreemanRichardTwardzikTrio2.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="160" src="http://homepage3.nifty.com/mrmanri/10/no06/RussFreemanRichardTwardzikTrio2.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.jazz.com/jazz-blog/2009/1/20/twardzik-chambers-one"&gt;Bouncin' with Bartok: The Incomplete Works of Richard Twardzik&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;ist ein Buch, wie man es sich für den Jazz wünscht und doch kaum findet. Und es ist hervorragend geschrieben, mit einer Leichtigkeit, die vergessen lässt, wie viel Arbeit darin steckt. Das muss man können, alles über einen Gegenstand zu wissen und mit einer Leichtigkeit (und keiner akademischen Schwerfälligkeit) dann darüber zu schreiben. &lt;i&gt;Sprezzatura,&lt;/i&gt; hätte der Graf Baldassare Castiglione das genannt (etwas, worum ich mich immer bemühe). Dick Twardzik, der diese Leichtigkeit auf dem Klavier demonstrierte, hat mit diesem Buch einen kongenialen Interpreten gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dick Twardzik gibt es inzwischen auf CD. Oder auch schon nicht mehr, die &lt;i&gt;Complete Recordings&lt;/i&gt;, die ich habe, sind scheinbar vom Markt verschwunden (es gibt sie noch in MP3 Form). Aber Sie können sich auf YouTube mit einer schönen Sendung der ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=GdQCFMkpFHs"&gt;BBC&lt;/a&gt; einen ersten Eindruck verschaffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-5754703020455193146?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/5754703020455193146/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/richard-twardzik.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/5754703020455193146'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/5754703020455193146'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/richard-twardzik.html' title='Richard Twardzik'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-itjzHMkz8uY/TxXpPsfGriI/AAAAAAAAAf4/_9IDzoXxnWM/s72-c/Richard%252BTwardzik%252Bdicktwardzikchetbaker3.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-6267134296558188466</id><published>2012-01-18T10:48:00.000+01:00</published><updated>2012-01-18T10:48:08.122+01:00</updated><title type='text'>Arno Schmidt</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://blog.reprodukt.com/wp-content/uploads/2010/03/as_portrait.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://blog.reprodukt.com/wp-content/uploads/2010/03/as_portrait.jpg" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;In zwei Jahren hat er hundertsten Geburtstag.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Deo volente, nobis viventibus&lt;/i&gt;&amp;nbsp;schreibe ich dann über ihn, versprochen. Bis dahin können Sie ja seine Werke lesen. Mit ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zettel%E2%80%99s_Traum"&gt;Zettel's Traum&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; sollte man nicht unbedingt anfangen. Ich erinnere mich noch daran, als das Buch auf den Markt kam. Die Universitätsbibliothek hatte ein kleines Podest aufgebaut, darauf das Trumm von einem Buch. Jeden Tag wurde eine neue Seite aufgeschlagen. Konnte man jahrelang lesen, 1334 DIN A3 Seiten. Irgendwann gab es einen Raubdruck, da sollte man auf ein unbekanntes Konto viel Geld schicken, wusste aber nicht, ob man das Buch auch wirklich bekam. Habe es dann doch gelassen, aber als die erste preiswerte Ausgabe erschien, habe ich die gekauft. War auch noch 10x18x45 cm groß. Falls Sie noch nie da hinein geschaut haben, habe ich mal ein Pröbchen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;(? –) : »Ganz=winzij’n Moment nur … (: dreh langsam, 1 Mal, den Kopf in die Wunder einer anderen AtmoSfäre … (?) – : nu, ne Sonne von GoldPapier, mit roth’n Bakkn et=caetera ?)) – : verfolg ma das WasserlinsnBlättchin, Franziska=ja ? – (?) – : Ganz=recht; (Ch kuck aufdii Uhr). –«; (und knien; am WegeGrabm, zu Anfang des Schauerfeld’s) : »Ch wollt die StrömungsGeschwindichkeit ma wissn : Wir habm Zeit, individuell zu sein, gelt Fränzi?« « (Und erneut zu W,&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/--n3QRHx2QYo/TxVIWvi6msI/AAAAAAAAAfo/SBKsJXQM5nA/s1600/zt_typoskript.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="86" src="http://3.bp.blogspot.com/--n3QRHx2QYo/TxVIWvi6msI/AAAAAAAAAfo/SBKsJXQM5nA/s200/zt_typoskript.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ist nicht jedermanns Sache, aber Arno Schmidt Fans sind hart im Nehmen.&amp;nbsp;&lt;i&gt;"Zettels Traum" mußte - allein schon ob der Etym-Basis - ein zu zwei Dritteln humoristisches Buch werden, das aber auch alles mögliche Andere natürlich zeigt: das Flickwerk unserer Eingeweide, und den Schmelz der Interpunktion&lt;/i&gt;, hat der Autor über das Werk gesagt, das ihn zehn Jahre seines Lebens gekostet hat. Der&amp;nbsp;&lt;i&gt;Schmelz der Interpunktion&lt;/i&gt;&amp;nbsp;bereitet vielen Lesern Kopfzerbrechen. Dieter E. Zimmer sagte beim Erscheinen des Buches in der &lt;i&gt;Zeit&lt;/i&gt;:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Es könnte schon sein, dass in 'Zettel’s Traum' das literarische Meisterwerk des Jahrhunderts steckt; es könnte sein, daß es sich um eine Art Streichholz-Eiffelturm in Originalgröße handelt, von einem Hobby-Berserker um den Preis seines Lebens erstellt. Vielleicht auch beides.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß jetzt nicht, ob seine Ehefrau Alice in den zehn Jahren noch Tagebuch geführt hat - die ➱&lt;a href="http://www.cicero.de/salon/arno-knickt-mir-wieder-meine-fluegel/43381?seite=1"&gt;Tagebücher&lt;/a&gt; von 1954 bis 1956 sind inzwischen erschienen - aber es muss eine Zeit des Leidens gewesen sein.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Arno knickt mir wieder meine Flügel&lt;/i&gt;, ist nur einer der Sätze, die das ahnen lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://arno-schmidt-stiftung.de/content/Bilder/FotosvonArnoundAliceSchmidt/Alicetuer.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://arno-schmidt-stiftung.de/content/Bilder/FotosvonArnoundAliceSchmidt/Alicetuer.jpg" width="198" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich lese gerade mit großer Faszination einen Band der Tagebücher. Kommen viele Katzen drin vor, ist nix für Katzenhasser und Asthmatiker. Alltägliches und Weltbewegendes gehen nahtlos ineinander über, Manchmal gibt es Augenblicke des Glücks, wie im Jahre 1955:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Und dann schickt Werner Steinberg ein Exemplar der »Documents«. Eine französische Monatsschrift ! »Revue mensuelle des questions allemandes 9ième année Décembre 1954 No. 12. ziemlich dickes Ding. (150 frcs) als 2. Artikel: Deutschland, Deutschland über alles« par Werner Steinberg. Mittendrin, blau angestrichen, folgendes: N’y a-t-il donc, dans la République fédérale, aucune résistance à semblables faits? // Je considère Arno Schmidt comme le plus grand écrivain vivant d’Allemagne occidentale. Le 15 septembre 1954, j’ai publié dans la revue Die Kultur un article sur Arno Schmidt et son œuvre. Ma conclusion était la suivante: (und jetzt folgt der letzte Teil aus der Kulturzeitung. Dann weiter): Voilà ce que j’écrivais à propos d’Arno Schmidt, qui, en 1950, obtint le Grand Prix de l’Académie pour la science et la littérature. // Quinze jours plus tard il me répondit. Il me disait entre autres: »Depuis un an j’ai dans mes tiroirs Seelandschaft mit Pocahontas, et je ne sais si quelqu’un voudra l’éditer, ni quand.« Wir freuen uns natürlich über diesen »größten lebenden Schriftsteller Westdeutschlands sehr! Der Mann ver- steht was ! ! Lese es A. im Laufe des Tages oft neckend vor. – Ich bin übrigens heute ganzen Tag im Bettel, nicht unbedingt aus Krankheit, tut mir nur sehr wenig weh, mehr zur Vorsicht, essen ist ja auch nur zu wär- men, draußen ists kalt und so kann ich im Bettel auch arbeiten. Sehe, d. h. kürze 2 weitere 3-Seitige Zeitungsartikel auf 2 (Prinzessin v. Ahlden und kuriöses Meublement.) etwas frz. – N – 15 30 F + 1/2; 1640 F –2; – 23 A –21/2; pläppen; V uv&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/55/Wohnwagen_im_Garten.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/55/Wohnwagen_im_Garten.jpg?uselang=de" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Einen Satz wie&amp;nbsp;&lt;i&gt;Je considère Arno Schmidt comme le plus grand écrivain vivant d’Allemagne occidentale&lt;/i&gt; hört man im Hause Schmidt ja nicht so häufig. Die beiden kämpfen noch ums finanzielle Überleben. Der junge Herr Reemtsma ist noch nicht am Gartentor erschienen und hat dem Arno noch nicht die gleiche Geldsumme angeboten, die der Nobelpreis abwirft. Heute gibt es die ➱&lt;a href="http://arno-schmidt-stiftung.de/home.html"&gt;Arno Schmidt Stiftung&lt;/a&gt;, heute man man das Haus des Solipsisten in der Heide besuchen und den Wohnwagen (oben im Bild) angucken, über den ich schon ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/02/arno-schmidts-wohnwagen.html"&gt;einmal&lt;/a&gt; geschrieben haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-V3Ye8yZmN6U/TxWomsmZfLI/AAAAAAAAAfw/eVI_JXzVCHY/s1600/34585029.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-V3Ye8yZmN6U/TxWomsmZfLI/AAAAAAAAAfw/eVI_JXzVCHY/s200/34585029.jpg" width="130" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich habe im jugendlichen Übermut (damals hatte ich auch den ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.etk-muenchen.de/sixcms/detail.php?&amp;amp;id=4795&amp;amp;template=neu_reihe_musterartikel_literatur"&gt;Bargfelder Boten&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; abonniert) einmal das Buch&amp;nbsp;&lt;i&gt;Der Triton mit dem Sonnenschirm&lt;/i&gt;&amp;nbsp;von Arno Schmidt rezensiert, dem Autor einen netten Brief geschrieben und einen Sonderdruck beigelegt. Er hat den Brief aber nie beantwortet, aber in der Arno Schmidt Bibliographie ist meine Rezension immerhin verzeichnet.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Der Triton mit dem Sonnenschirm&lt;/i&gt;&amp;nbsp;heißt im Untertitel &lt;i&gt;Großbritannische Gemütsergetzungen&lt;/i&gt;, es ist eine Sammlung von literaturhistorischen Skizzen zu englischen Autoren. Es ist ein wunderbar lesbares Buch, wie man überhaupt alle literaturhistorischen Essays und Hörspiele von Arno Schmidt ohne Einschränkung empfehlen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann sich ihm als unbefangener Leser schon ohne Angst nähern, auf jeden Fall dem Frühwerk. Und wenn Sie von mir einen kostenlosen Ratschlag haben wollen, womit man die Lektüre beginnen soll (also jetzt mal von den Essays abgesehen, die gehen immer), dann würde ich sagen: Lesen Sie ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Seelandschaft_mit_Pocahontas"&gt;Seelandschaft mit Pocahontas&lt;/a&gt;. &lt;/i&gt;Dazu könnten Sie natürlich auch dies ➱&lt;a href="http://www.echoraum.at/e_SmP_01.pdf"&gt;Gutachten&lt;/a&gt; lesen, das Hermann Kasack in seiner Eigenschaft als Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung 1956 geschrieben hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://zeigermann.com/cartoonist/wp-content/uploads/2011/10/schmidt-3.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://zeigermann.com/cartoonist/wp-content/uploads/2011/10/schmidt-3.jpg" width="130" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Arno Schmidt hat viel geschrieben. Aber noch mehr haben die Kritiker über ihn geschrieben. Was einmal unter dem ironischen Namen ➱&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bargfelder_Bote"&gt;&lt;i&gt;Dechiffrier Syndikat&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;&amp;nbsp;begann, ist längst zu einem wirklichen Syndikat geworden. Einer Publikationsmaschine, gut geölt durch das Geld von Reemtsma. Auch&amp;nbsp;die Universität entdeckte ihn irgendwann. Als &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/07/professoren.html"&gt;Reimer Bull&lt;/a&gt; bei &lt;a href="http://koconrady.weebly.com/"&gt;Karl Otto Conrady&lt;/a&gt; über Arno Schmidt promovierte, muss er einer der ersten gewesen sein. Hat sogar einen Brief von Schmidt gekriegt, wie er mir letztens erzählte. Und zusätzlich zu der Vielzahl der Kritiker gibt es&amp;nbsp;dann noch die Rezensenten, die die Bücher der Arno Schmidt Kritiker&amp;nbsp;rezensieren. Wie ich zum Beispiel. Einige habe ich furchtbar abgewatscht (ich nenne heute mal keine Namen), das hätte dem Arno - egal ob er nun im Himmel oder in der Hölle ist - sicherlich gefallen. Vieles von dem Zeuch ist ja schlichtweg unlesbar. Das beste Kurzporträt, das es von Arno Schmidt gibt, findet sich in Ulrich Holbeins Buch ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.zeit.de/2009/19/SM-Holbein"&gt;Narratorium&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; auf den Seiten 861-865. Eigentlich sollte der Autor das mal auf seine ➱&lt;a href="http://ulyversum.xuru.eu/narratorium/"&gt;Seite&lt;/a&gt; im Internet stellen. Falls Sie noch nie etwas von Ulrich Holbein gehört haben: er ist die Wiedergeburt von Arno Schmidt. Und dabei immens lesbar. Und komisch. Lesen Sie mal als Leseprobenhäppchen das Portrait von Jean Paul aus &lt;i&gt;Narratorium&lt;/i&gt; auf seiner ➱&lt;a href="http://xuru.eu/pdf/Jean_Paul.pdf"&gt;Homepage&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben es ja in Deutschland mit der Größe. Friedrich II muss Friedrich der Große sein, Goethe muss ein Gigant sein. Da oben in den Olymp, da will das Dechiffrier Syndikat den Arno auch hinhaben. Martin Henkel war in seinem Buch&amp;nbsp;Martin Henkel: &lt;i&gt;BLUFF, auch mare ignoratiae oder Des king ! s neue Kleider: Eine Studie zu Wesen, Werk und Wirkung Arno Schmidts&lt;/i&gt; vor zwanzig Jahre entschieden dagegen. Irgendwie vermisse ich bei dieser Diskussion den Namen Alice Schmidt.&lt;i&gt;&amp;nbsp;Remember the Ladies; don't forget us while you are away, or that we are now doing many of the things that men traditionally once did&lt;/i&gt;, hat die kleine &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abigail_Adams"&gt;Abigail Adams&lt;/a&gt; (die nur körperlich klein war, aber sonst sehr groß ist) ihrem John Adams geschrieben. Und so sollten wir Alice nie vergessen. Ohne sie wäre Arno Schmidt nix geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dieser grüne Schmidt da oben ist von der Seite des Karikaturisten ➱&lt;a href="http://zeigermann.com/cartoonist/"&gt;Ralf Zeigermann&lt;/a&gt;. Und wenn Sie auf diese ➱&lt;a href="http://dl.dropbox.com/u/1933658/Arno_Schmidt.pdf"&gt;Seite&lt;/a&gt; gehen, können Sie sich einen kleinen Arno Schmidt basteln und ihn verschiedenartig bekleiden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-6267134296558188466?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/6267134296558188466/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/arno-schmidt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/6267134296558188466'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/6267134296558188466'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/arno-schmidt.html' title='Arno Schmidt'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/--n3QRHx2QYo/TxVIWvi6msI/AAAAAAAAAfo/SBKsJXQM5nA/s72-c/zt_typoskript.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-3685523062311872944</id><published>2012-01-17T09:57:00.002+01:00</published><updated>2012-01-17T22:15:52.090+01:00</updated><title type='text'>Nordlichter</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.artefakt-berlin.de/fileadmin/files/Projekte/Zorn/Bilder/Hamburger%20Hafen%20NM.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="139" src="http://www.artefakt-berlin.de/fileadmin/files/Projekte/Zorn/Bilder/Hamburger%20Hafen%20NM.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das Fernsehen versicherte mir am Wochenende, dass das größte Ereignis in Schleswig-Holstein der Besuch von Angela Merkel in Kiel gewesen sei. Das ist aber nicht richtig. Das größte Ereignis (neben dem Kronjubiläum der Regentin im Nachbarstaat) am&amp;nbsp;letzten Wochenende war die Eröffnung der ➱&lt;a href="http://www.artefakt-berlin.de/aktuelle-projekte/anders-zorn.html"&gt;Anders Zorn Ausstellung&lt;/a&gt;&amp;nbsp;in Lübeck&amp;nbsp;(bei diesem Link hier finden Sie auch schöne Abbildungen). Über Anders Zorn würde ich ja liebend gerne schreiben, aber ich habe das schon getan. Ist schon etwas her,&amp;nbsp;beinahe zwei Jahre,&amp;nbsp;aber der Artikel ist eigentlich noch immer gut. Sie finden ihn ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/02/anders-zorn.html"&gt;hier&lt;/a&gt;. Ich habe ihn gerade noch mit einer Abbildung des Waschbären Knudsen ergänzt, die ich im Netz gefunden habe (vor zwei Jahren gab es noch kein Bild das Maskottchen der Firma Dynaudio im Netz). Bei mir sitzt Knudsen auf eleganteren Möbeln als auf diesem Photo. Der Katalog von Jens Christian Jensen für die Kiel Anders Zorn Ausstellung 1989 ist leider nicht mehr erhältlich, aber der für die Lübecker Ausstellung (die&amp;nbsp;immerhin hundert Werke von Zorn zeigt) ist gerade erschienen: &lt;i&gt;Der schwedische Impressionist Anders Zorn (1860-1920)&lt;/i&gt;, Herausgeber Alexander Bastek und Anna-Carola Krausse. Kostet im Museum ➱&lt;a href="http://www.artefakt-berlin.de/fileadmin/files/Projekte/Zorn/pdf/01-Zorn-Luebeck.pdf"&gt;29,95&lt;/a&gt;, im Buchhandel zehn Euro mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a7/Oda_1886.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a7/Oda_1886.jpg" width="159" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Meine Leser, die diesen Kuddelmuddel-Kultur-Blog regelmäßig lesen, wissen natürlich, dass ich ein Faible für skandinavische Kunst habe. Mein Bloggerleben fing ja beinahe rein dänisch an, mit ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/01/kopenhagen.html"&gt;Kopenhagen&lt;/a&gt; und ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/01/i-skovens-dybe-stille-ro.html"&gt;&lt;i&gt;I skovens dybe stille ro&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;. Und natürlich gab es hier auch schon lange Essays über ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/08/skagen.html"&gt;Skagen&lt;/a&gt; und die ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/04/danische-kunst.html"&gt;dänische Kunst&lt;/a&gt; zu finden. Von den schwedischen &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/05/schwedinnen.html"&gt;Schauspielerinnen&lt;/a&gt;&amp;nbsp;oder &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/09/monica-zetterlund.html"&gt;Jazzsängerinnen&lt;/a&gt;&amp;nbsp;mal ganz zu schweigen. Wegen meiner nostalgischen Skandinavienbegeisterung möchte ich mal eben auf eine Ausstellung in meiner Heimatstadt Bremen hinweisen, die der Malerin Oda Krogh (hier auf einem Portrait ihres Gatten, das ist das beste Bild, das er je gemalt hat) gewidmet ist. Die ➨&lt;a href="http://www.pmbm.de/media/original/documents/4492.pdf"&gt;Ausstellung&lt;/a&gt; heißt &lt;i&gt;Oda Krohg – Malerin und Muse im Kreis um Edvard Munch&lt;/i&gt;, sie ist noch bis zum 26. Februar 2012 im ➱&lt;a href="http://www.radiobremen.de/kultur/ausstellungen/okrohg100.html"&gt;Paula Modersohn-Becker Museum&lt;/a&gt;&amp;nbsp;zu sehen. Es ist eine kleine Begleitausstellung zu der natürlich viel spektakuläreren Munch Ausstellung (auch noch bis zum 26. Februar) in der&amp;nbsp;&lt;a href="http://www.kunsthalle-bremen.de/munch/"&gt;Kunsthalle&lt;/a&gt;, aber die braucht von mir keine Reklame. Eine Oda Krohg Ausstellung ist ja eigentlich sensationeller als als eine Munch Ausstellung. Der Katalog der ersten großen Ausstellung skandinavischer Malerei in Deutschland, &lt;i&gt;Im Licht des Nordens: Skandinavische Malerei um die Jahrhundertwende&lt;/i&gt;, erwähnte&amp;nbsp;1986&amp;nbsp;ihren Namen nicht einmal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-UcjujIWAJUE/TxH52vIaKyI/AAAAAAAAAfQ/16KfXYdgrVI/s1600/oda-krohg100_v-slideshow.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://2.bp.blogspot.com/-UcjujIWAJUE/TxH52vIaKyI/AAAAAAAAAfQ/16KfXYdgrVI/s200/oda-krohg100_v-slideshow.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Sie können sich dabei natürlich auch die Werke von Paula Modersohn-Becker anschauen - Bremer schleppen da Touristen immer zuerst hin - Sie brauchen das aber nicht zu tun. Aber falls Sie in der Gegend sein sollten, sollten Sie sich die Oda Krohg Ausstellung ruhig anschauen. Es gibt wie gesagt nicht so viel Ausstellungen, die Bilder von der&amp;nbsp;&lt;i&gt;vraie princesse de la bohème&lt;/i&gt;&amp;nbsp;in Kristiania (dem heutigen Oslo) zeigen. Natürlich gibt es auch einen Katalog: ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.wienand-verlag.de/titel/Oda-Krohg-Malerin-und-Muse-im-Kreis-um-Edvard-Munch.asp"&gt;Oda Krohg: Malerin und Muse im Kreis um Edvard Munch&lt;/a&gt;,&lt;/i&gt;&amp;nbsp;herausgegeben von Verena Borgmann und Frank Laukötter. Dieses Bild von dem Lampion (&lt;i&gt;Chinesische Laterne/An der Wiese)&lt;/i&gt;,&amp;nbsp;das auch im Ausschnitt den Katalog ziert, finde ich sehr schön.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/84/Oda_krohg_aftenposten_1887.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="171" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/84/Oda_krohg_aftenposten_1887.jpg?uselang=de" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Sie könnten allerdings auch diese Ausstellungshinweise zu einer kleinen Kunstreise nutzen, denn die ➱&lt;a href="http://www.hamburger-kunsthalle.de/index.php/liebermann2011/articles/liebermann2011.html"&gt;Max Liebermann Ausstellung&lt;/a&gt; in der Hamburger Kunsthalle geht noch bis zum 19. Februar 2012. Wenn Sie Liebermann auf dieser Kunstreise auslassen sollten, dann schauen Sie sich aber in Lübeck das &lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/76/Anders_Zorns_Portrait_of_Max_Liebermann.jpeg?uselang=de"&gt;Bild&lt;/a&gt; an, das Anders Zorn von seinem Freund Liebermann gemalt hat. Frau Merkel hat natürlich am Wochenende in Schleswig Holstein für die Kultur keine Zeit gefunden. Weil sie den Wahlkampf eröffnet hat, da hat man andere Sorgen. Ihr ganzes Kabinett soll auch hier gewesen sein. Die seien ins Land &lt;i&gt;ausgeschwärmt&lt;/i&gt;, um Präsenz zu zeigen, berichtete die Lokalpresse. Wahrscheinlich ist mein alter Schulkamerad, unser&amp;nbsp;Staatsminister für Kultur und Medien (der gerade siebzig geworden ist), zur Ausstellungseröffnung in Lübeck gewesen. Nee, ist ein Witz. Das sind doch alles Banausen. Dies Bild von Oda Krohg&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;(&lt;i&gt;En abonnent på Aftenposten&lt;/i&gt;)&amp;nbsp;habe ich hier in den Text getan, weil ein Freund von dem Bild so begeistert war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.schwarzaufweiss.de/deutschland/bremen/images/pmbmKrohg,-Crescendo,-1889,.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="148" src="http://www.schwarzaufweiss.de/deutschland/bremen/images/pmbmKrohg,-Crescendo,-1889,.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und dann plaziere ich hier noch ein Bild von Oda Krohg, das mir persönlich auch sehr gefällt. Wenn Sie noch etwas Literarisches zu Oda Krohg lesen wollen, könnten Sie natürlich Ketil Björnstads Romanbiographie&amp;nbsp;&lt;i&gt;Oda&lt;/i&gt; lesen. Aber ich glaube, ➱&lt;a href="http://www.dieterwunderlich.de/Bjornstad_Oda.htm#com"&gt;diese Seite&lt;/a&gt;&amp;nbsp;reicht aus.&amp;nbsp;Philippe Delerms Roman&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.pagesdefrance.de/websale7/Sundborn-ou-les-jours-de-lumi%E8re.htm?shopid=pagesdefrance&amp;amp;act=product&amp;amp;prod_index=12-3012&amp;amp;cat_index=4-3710"&gt;Sundborn oder die Tage des Lichts&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; könnte man natürlich auch lesen, schöner Mittsommernachtskitsch.&amp;nbsp;Ich habe bei Oda Krohgs Leben das Gefühl - wie auch bei dem der schönen &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Kr%C3%B8yer"&gt;Marie Krøyer&lt;/a&gt; - dass sich die schönen Frauen der Skagener Malergruppe das Libretto von &lt;i&gt;La Traviata&lt;/i&gt; als Lebensentwurf genommen hätten. Oda Krohgs oder Marie Krøyers Leben schreit ja geradezu nach einem Film. Der wird kommen, der dänische Regisseur &lt;a href="http://www.sfinternational.se/film/marie-kroyer"&gt;Bille August&lt;/a&gt; hat seinen Marie Krøyer Film gerade abgedreht. Wenn er so gut wie&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Best_Intentions"&gt;Den goda viljan&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, dann schaue ich mir das natürlich an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d6/Oda_krohg_japansk_lykt_1886.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d6/Oda_krohg_japansk_lykt_1886.jpg?uselang=de" width="130" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Meine Grüße gehen heute an meinen Leser Dick Blaisdell, der mich auf die Idee gebracht hat, über Oda Krohg zu schreiben. Und natürlich an Astrid, die heute Geburtstag hat. Und gerne nutze ich auch die Gelegenheit, der dänischen Königin nachträglich zu ihrem Thronjubiläum zu gratulieren. Ich habe sie ein einziges Mal gesehen, da war sie zwanzig und noch Prinzessin. Falls ich diese Geschichte noch nicht in diesem Blog erzählt habe, kommt sie noch irgendwann.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-3685523062311872944?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/3685523062311872944/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/nordlichter.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3685523062311872944'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3685523062311872944'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/nordlichter.html' title='Nordlichter'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-UcjujIWAJUE/TxH52vIaKyI/AAAAAAAAAfQ/16KfXYdgrVI/s72-c/oda-krohg100_v-slideshow.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-3061040715332646077</id><published>2012-01-16T10:19:00.001+01:00</published><updated>2012-01-16T11:52:47.832+01:00</updated><title type='text'>Schlittschuhlaufen</title><content type='html'>Heute vor hundert Jahren ist der deutsche Dichter &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Heym"&gt;Georg Heym&lt;/a&gt; gestorben. Beim Schlittschuhlaufen auf der Havel ertrunken. Das ist tragisch, er war erst vierundzwanzig Jahre alt. So jung er war, hat er ein gewaltiges Werk hinterlassen. Was wäre aus ihm geworden, wäre er nicht zum Schlittschuhlaufen gegangen? Wahrscheinlich wäre er im Ersten Weltkrieg gefallen, wo er sich doch gerade zur Armee beworben hatte. Ich könnte natürlich heute über expressionistische Lyrik schreiben (dem Blogger ➱&lt;a href="http://morgenlaenders-notizbuch.blogspot.com/2012/01/mit-den-fahrenden-schiffen-georg-heym.html"&gt;Morgenländer&lt;/a&gt; ist das Ereignis heute natürlich nicht entgangen), aber ich schreibe lieber über das Schlittschuhlaufen, das zu den Freuden meiner Kindheit und Jugend gehörte. Und das für Bremer in einem richtigen Winter immer ein besonderes Ereignis war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ee/Pieter_Bruegel_d._%C3%84._093.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="132" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ee/Pieter_Bruegel_d._%C3%84._093.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Im Winter sind die Bremer auf dem Eis - also einem richtigen Winter, wie es ihn ohnehin nur in der Vergangenheit gibt. &lt;i&gt;Für uns Bremer liegt ein ganz besonderer Zauber in diesem geschwinden, fast von aller Erdenschwere gelösten Dahingleiten über die unendliche, schwarz schimmernde Fläche unberührten Eises&lt;/i&gt;. Schreibt&amp;nbsp;der Senatsdirektor &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Maas"&gt;Heinrich Maas&lt;/a&gt; in seinem&amp;nbsp;Buch&amp;nbsp;&lt;i&gt;Das Schlittschuhlaufen in Bremen in Vergangenheit und Gegenwart &lt;/i&gt;im Jahre 1981&lt;i&gt;.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Schlittschuhlaufen haben die Bremer mit den Holländern gemein. Werner Kloos bezeichnet das Schlittschuhlaufen in seinem &lt;i&gt;Bremer Lexikon&lt;/i&gt; als den &lt;i&gt;bremischen Nationalsport&lt;/i&gt;. Bremer haben auch die gleichen Schlittschuhe wie die Holländer, die bei uns schlicht &lt;i&gt;Holländer&lt;/i&gt; heißen. In Holland heißen sie natürlich nicht &lt;i&gt;Holländer&lt;/i&gt; (auch nicht &lt;i&gt;Bremer&lt;/i&gt;) sondern &lt;i&gt;schaatsen&lt;/i&gt;. Die bestehen aus einem Unterteil aus Holz, in dem ein langes scharfes Stahlteil eingelassen ist, das Ganze wird mit Lederriemen am Schuh befestigt. Für diese Befestigung gibt es die unterschiedlichsten Konstruktionen. Im Mittelalter sind es einmal Tierknochen gewesen, die man unter die Schuhe geschnallt hat, daraus hat sich dieser Schuh entwickelt. Goethe hat so etwas an den Füßen gehabt. Wenn man dem Stich von Kaulbach von 1862 trauen darf. Der ist auch im von Heinrich Maas abgebildet. Allerdings seitenverkehrt und Kaulbach heißt da &lt;i&gt;Maulbach&lt;/i&gt;, was ich immer sehr witzig fand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/Images/db/wiss/goethe/schnellkurs_goethe/k_2/kaulbach_goethe_frankfurt.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/Images/db/wiss/goethe/schnellkurs_goethe/k_2/kaulbach_goethe_frankfurt.jpg" width="126" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Es ist eine angestrengte Heldenhaftigkeit, die der Dichter auf den Schlittschuhen da zeigt. Nichts von der Eleganz, die die Läufer auf den Bildern von ➱&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/19/Gilbert_Stuart_001.jpg"&gt;Gilbert Stuart&lt;/a&gt; oder ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/07/sir-henry-raeburn.html"&gt;Henry Raeburn&lt;/a&gt; auszeichnet. Den Stuart hat man lange Zeit für einen Gainsborough gehalten. Den Kaulbach würde man immer nur für einen Kaulbach halten. Goethe ist einmal auf dem Main gelaufen, hat sich dafür den Pelzmantel seiner Mutter geliehen. Auf großen Flüssen ist er nie gelaufen, da ist sich die Goetheforschung einig, nur auf den überschwemmten Wiesen von Ilmenau. So heldenhaft wie auf Kaulbachs Stich hat der Dichter dabei bestimmt nicht ausgesehen. Denn offensichtlich kennt er das, was es bedeutet, aufs Eis zu fliegen. Auch wenn das in den Distichen des Gedichts &lt;i&gt;Die Eisbahn&lt;/i&gt; bei ihm ganz pathetisch klingt: &lt;i&gt;Fallen ist der Sterblichen Los. So fällt hier der Schüler wie der Meister...&lt;/i&gt; Wir haben bestimmt andere Worte auf den Lippen, wenn wir aufs Eis knallen als &lt;i&gt;Fallen ist der Sterblichen Los&lt;/i&gt;. Aber wenn der Dichterfürst mit den &lt;i&gt;Flügeln am Fuß&lt;/i&gt; auf die Fresse fliegt, dann ist das eben was anderes. Die &lt;i&gt;Flügel am Fuß&lt;/i&gt; sind übrigens nicht von ihm, sondern von Klopstock. Der hatte schon 1764 sein Gedicht ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.lotok.de/start/klopstock.htm"&gt;Der Eislauf&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; veröffentlicht, lange bevor Goethe mit ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+letzter+Hand.+1827)/Lieder/Mut"&gt;Eis-Lebens-Lied&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; 1776 nachzog. Ein halbes Jahrhundert nach den ersten Eislauf-Gedichten gab es schon Bücher zum Thema Schlittschuhlaufen, wie Franz Gräffers &lt;i&gt;Das Schlittschuhfahren, eine practische Anleitung zum schnellen und richtigen Selbsterlernen dieser genußvollen, stärkenden und edlen Kunst nebst einigen Beygaben&lt;/i&gt; (1827).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.freeshop-web.de/shopserver/shopdaten/s000110/mini/m20061218173423.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="105" src="http://www.freeshop-web.de/shopserver/shopdaten/s000110/mini/m20061218173423.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Es gibt verschiedene Modelle von Holländern, und in Holland gibt es hunderte von Herstellern mit hunderten von Modellen, die man heute im ➱&lt;a href="http://www.iceskatesmuseum.com/"&gt;Virtual Iceskatesmuseum Museum&lt;/a&gt; auf dem Computerbildschirm betrachten kann. In einem Versandhauskatalog sind sie 1889 zuerst bei Hoekstra abgebildet. Man kann die Holländer nur zum Lang- und Tourenlauf gebrauchen, Pirouetten und enge Kurven kriegt man damit nicht hin. Außerhalb von Bremen und Holland sind die Holländer unbekannt. Wenn ich in den siebziger Jahren mit meinen Holländern auf dem Plöner See auftauche, guckt man mich an wie einen Marsmenschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.eecs.uottawa.ca/~bochmann/MalerFeddersen/Werkverzeichnis/PhotosBig/F0428-F6.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="156" src="http://www.eecs.uottawa.ca/~bochmann/MalerFeddersen/Werkverzeichnis/PhotosBig/F0428-F6.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich beginne meine Eislaufkarriere nicht mit Holländern. Auf den kleinen Flächen, auf denen wir laufen, kann man damit nicht viel anfangen. Wir laufen unten im Vegesack auf dem Krümpel (da wo der Maler Fritz Overbeck gewohnt hat) oder in Blumenthal in der Bremer Wollkämmerei, die manchmal eine Fläche fürs Schlittschuhlaufen unter Wasser gesetzt haben, schönes glattes Eis. Da muß man durch die Kontrolle beim Werkstor, eigentlich ist die Eisfläche nur für Werksangehörige. Aber das wird nicht so eng gesehen, und ich kenne auch den Sohn eines Direktors, der hat mich eingeladen. Man winkt am Tor einmal mit den Schlittschuhen, und schon ist man drin, im Paradies der Jugend. Wir laufen auch auf dem Teich, der das Schönebeker Schloß umgibt. Da kann man manchmal auch noch weiter auf der Aue nach oben laufen. Das sind in guten Jahren auch 15.000 Quadratmeter Eisfläche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.bildarchiv-hamburg.de/hamburger_sammelsurium/06_winter-in-hamburg/240_5501_spaziergaenger-mit-hund_auf-der-zugefrorenen-alster/240_5501_spaziergaenger-mit-hund_auf-der-zugefrorenen-alster.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="133" src="http://www.bildarchiv-hamburg.de/hamburger_sammelsurium/06_winter-in-hamburg/240_5501_spaziergaenger-mit-hund_auf-der-zugefrorenen-alster/240_5501_spaziergaenger-mit-hund_auf-der-zugefrorenen-alster.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Am Wochenende sind wir mit der ganzen Familie auf dem Eis. Dann fahren wir mit dem Auto nach Ritterhude und laufen auf der Hamme. Oder, wenn die noch nicht zu ist, ins Blockland, weil da das Eis schneller friert. Mein Vater, der gerne zum Schlittschuhlaufen geht, erzählt davon, wie er in seiner Jugend ganz um Bremen herum gelaufen ist. Wenn das Blockland überflutet ist, kann man das leicht hinkriegen. Irgendwann, wenn ich älter bin und Holländer habe, werde ich auch auf seinen Spuren auf Hamme und Wümme laufen. Als wir das Wochenendhaus in Zwischenahn haben, werden wir natürlich auch auf dem Zwischenahner Meer laufen, wenn das zugefroren ist. Da kann man sich hinterher im von Mutti in der Zwischenzeit geheizten Wohnzimmer aufwärmen. Im Winter 1954/1955 sollen Autofahrer von Zwischenahn nach Dreibergen über das Meer gefahren sein, im so genannten Polarwinter 1962/1963 kann ich es selbst sehen, dass Leute mit dem Auto auf dem Eis fahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://farm5.static.flickr.com/4002/4309172069_19ffa58e6f.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="133" src="http://farm5.static.flickr.com/4002/4309172069_19ffa58e6f.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das ist der Winter, in dem ich in Hamburg mit einem Verwandten über die ganze Alster gehe. Wenn ich gewusst hätte, dass die Alster zugefroren ist, hätte ich meine Schlittschuhe nach Hamburg mitgebracht. Aber mein Verwandter ist Hamburger, der kann eh nicht Schlittschuhlaufen, und so marschieren wir über das Eis. Bis in den Feenteich hinein, Millionärsvillen angucken. Hier wohnt &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Rhein"&gt;Eduard Rhein&lt;/a&gt;, ohne den gäbe es keine &lt;i&gt;Hör Zu&lt;/i&gt;. Unter dem Pseudonym Hans Ulrich Horster hat er in den fünfziger Jahren diese schlimmen Fortsetzungsromane geschrieben, die ich aber immer gelesen habe. So wie ich die Seite mit dem Igel &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mecki"&gt;Mecki&lt;/a&gt; gelesen habe. Heute gibt es in Hamburg in der Gegend auch ein Eduard Rhein Strasse. Natürlich ist die Alster auch voller Schlittschuhläufer, durch die wir stramm hindurch marschieren. Ich hatte den Tag auf der Alster beinahe vergessen (Tage auf Hamme und Wümme vergisst man nie), weil es ja auch kein richtiges Schlittschuhlauferlebnis war, bis ich eines&amp;nbsp;Tages Hannes Wader in einem Konzert singen hörte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Nur manchmal dringt der Lärm der Stadt verloren &lt;br /&gt;Als weit entferntes Rauschen übers Eis&lt;br /&gt;Der Schnee ist frisch, die Alster zugefroren&lt;br /&gt;Und tief am Himmel steht die Sonne kalt und weiß.&lt;br /&gt;Es drängen sich am Ufer um die Stände&lt;br /&gt;Die Schlittschuhläufer, und noch viel zu heiß&lt;br /&gt;zum trinken, wärmt der Glühwein unsre Hände&lt;br /&gt;An diesem Tag mit Eva auf dem Eis.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß nicht, ob Hannes Wader an jenem Tag auch auf der Alster war, aber als ich ihn singen höre, und jedes Mal wenn ich die Platte ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=-cI2dKtysDk"&gt;Nach Hamburg&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; auflege, ist dieser Nachmittag wieder da. Und leider auch Hans Ulrich Horster.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-D7LFlicCHZk/TxKp277iOGI/AAAAAAAAAfg/m7s3tNVypPg/s1600/hudoraschlitt005.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="141" src="http://1.bp.blogspot.com/-D7LFlicCHZk/TxKp277iOGI/AAAAAAAAAfg/m7s3tNVypPg/s200/hudoraschlitt005.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Meine ersten Schlittschuhe hießen &lt;i&gt;Hudora&lt;/i&gt;, die Firma stellte auch Rollschuhe her. Wenn man Rollschuhlaufen kann, ist Schlittschuhlaufen leicht. Heute haben die Kiddies Inline Skater und keine Rollschuhe mehr, und auch die Hudora Modelle haben keine Ähnlichkeit mehr mit den Stahlschlittschuhen. Mein kleiner Bruder hatte überhaupt kein Verhältnis zu dem Sport. Der ist zwar ein gebürtiger Bremer, aber die Schönheiten des einsamen Dahingleitens auf Hamme und Wümme werden ihm immer verborgen bleiben. Als meine Eltern sahen, dass das mit den Schlittschuhen nichts wird, kauften sie ihm ein Paar Gleitschuhe. Damit kann er nicht umfallen, ist aber unter Schlittschuhläufern auf ewig geächtet. Wenn man mit ihm auf dem Eis ist, tut man am besten so, als ob man ihn nicht kennt. Er wird es irgendwann lernen, aber dann ist die Zeit der tollen Winter vorbei. Der Schlittschuh von Hudora hat einen Hohlschliff und vorne kleine Zacken, damit kann man im Eis stoppen. Er wird mit einem Vierkantschlüssel (den man nicht verlieren darf, egal wie kalt die Finger und wie tiefgefroren der Schlüssel ist) an den Schuh geschraubt. Man braucht dafür solides Schuhwerk. An dem Plastikmüll, der heute als Schuhe verkauft wird, würden sie nicht halten.&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.rebellogblog.com/graphics/lurchi/lurchi631.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.rebellogblog.com/graphics/lurchi/lurchi631.jpg" width="143" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Schuhe kaufen war in den fünfziger Jahren immer spannend. Es wird immer ordentliches Schuhwerk gekauft, und es gibt auch noch eine Vielzahl von Schustern, die Schuhe ordentlich reparieren. In den Geschäften gibt es noch einen Zauberapparat, wenn man da oben reinguckt, kann man seine Füße im Schuh sehen. Diese Geräte sind natürlich heute streng verboten, weil sie nix wie Röntgengeräte sind. Wenn man bei Salamander kauft, kriegte man immer noch ein Lurchi-Heft dazu. Das ist schon raffiniert von Salamander, tausend quengelnde Kinder schleppten ihre Eltern in das nächstgelegene Salamander Geschäft, damit sie das nächste Heft von Lurchis Abenteuern bekommen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6c/Essighausca1907.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6c/Essighausca1907.jpg" width="126" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Eines Tages bin ich über das Hudora Stadium hinaus. Ich fahre nach Bremen und kaufe mir ein Paar Holländer, es hat keinen Sinn mit den Freunden zu laufen, wenn die Holländer an den Füßen haben. Was nun wirklich die Flügel des Fußes sind, und man stockert da mit seinen Eisenschuhen hinterher. Die gibt es auch schon im 19. Jahrhundert, wo sie noch &lt;i&gt;Schrittschuhe&lt;/i&gt; heißen. Goethe soll sich gegen sie entschieden haben und hat auf den Rat Klopstocks gehört, daß &lt;i&gt;die niedrigen breiten, flachgeschliffenen Stähle friesländischen Stähle, als welche zum Schnellaufen die dienlichsten seyen&lt;/i&gt;. Nur noch Jaeger &amp;amp; Eggers führen noch Holländer, sie sitzen jetzt in der Nähe der Martinistraße. Früher, sagte mein Vater, war ihr Geschäft in drei alten Renaissancehäusern in der Langenstraße. Das mittlere, die Nummer 121, soll das schönste Haus von Bremen gewesen sein. In Schellers &lt;i&gt;Führer durch Bremen&lt;/i&gt; von der Jahrhundertwende ist es noch eine &lt;i&gt;Sehenswürdigkeit ersten Ranges&lt;/i&gt;. Hat den Krieg nicht überstanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-LIEZnjzB9LQ/SWw05_MQs5I/AAAAAAAAIQk/Z4P-Dzmw5CI/200901Hamme_0015.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="133" src="http://1.bp.blogspot.com/-LIEZnjzB9LQ/SWw05_MQs5I/AAAAAAAAIQk/Z4P-Dzmw5CI/200901Hamme_0015.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Alles, was ich auf meinen Schlittschuhen gelernt habe, wie enge Kurven fahren, rückwärts übersetzen, sich beim Rückwärtsgleiten hochzustellen, um mit den Zacken zu bremsen, kann ich jetzt vergessen. Jetzt geht es nur noch geradeaus. Natürlich wirft man die Hudora Schlittschuhe jetzt nicht weg, denn in den Wintern, in denen Hamme und Wümme noch nicht gefroren sind, aber der Teich um das Schönebecker Schloss schon zu ist, kann man die immer noch gebrauchen. Man richtet sich in Bremen nach dem Bremer Eisverein, der sagt einem schon, welche Strecken sicher sind. Die haben auch schon den Schnee auf der Hamme mit einem Schneepflug weggeräumt. Ein bisschen eigene Intelligenz, Beobachtung des Wetters und langjährige Erfahrung kann auch nicht schaden. Man beobachtet das Eis, wie es gefroren ist, man hört auf seine Geräusche. So wie ein Segler die Wasseroberfläche und den Himmel beobachtet und auf den Wind hört. An den Holzpfeilern der Hammebrücken friert das Eis nie zu, geheimnisvolle schwarze Wasserringe stehen um die Pfeiler.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.kinderzeitung.de/pictures/57006.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://www.kinderzeitung.de/pictures/57006.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die Chance im Eis einzubrechen hat man immer. Man hofft, dass die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlittschuh"&gt;Heilige Lidwina&lt;/a&gt; einen beschützt. Wenn Goethe davon schwärmt, dass man sich selber Bahn machen machen soll, wohin die kühnsten Wager sich nicht getraut haben, dann kann man nur sagen, dass man auf den überschwemmten Wiesen, auf denen sich der Weimarer Hof tummelt, kaum ertrinken kann. Auf der Havel schon, wie der Tod seines Dichterkollegen Stefan Heym zeigt. Einsam von Ritterhude nach Worpswede zu laufen, ohne das Publikum der Hofgesellschaft, das hätte der &lt;i&gt;kühne Wager&lt;/i&gt; wohl nicht gewagt. Es ist ja auch ein Erlebnis des Erhabenen, das ja nach Edmund Burke mit einer Gefährdung verbunden ist. Ein junger Yale Professor namens ➱&lt;a href="http://www.calstatela.edu/faculty/astauff2/weiskel1.html"&gt;Thomas Weiskel&lt;/a&gt;, der gerade ein aufregend neues Buch über Burkes Konzept des Erhabenen geschrieben hatte, ist 1974 beim Schlittschuhlaufen auf einem See in Massachussetts ertrunken. So traurig die Geschichte ist, hat doch der Tod im Eis auch eine tragische, erhabene Ironie.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;Vor Jahren hat mir der Kieler Künstler &lt;a href="http://www.maritimes-viertel.de/index.php/kat-blog/kulturmeilenfest/2-uncategorised/98-jochem-roman-schneider"&gt;Jochem Roman Schneider&lt;/a&gt;, der eine kleine Kunstgalerie betrieb, eine  kleine grüngedruckte Radierung geschenkt, die &lt;i&gt;Die Kür&lt;/i&gt; heißt. Ich hatte bei ihm zwei schweineteure Radierungen von &lt;a href="http://www.husumer-stadtgeschichte.de/Thieme__Ekkehard.pdf"&gt;Ekkehard Thieme&lt;/a&gt; gekauft, eine für meinen Bruder, eine für mich. Zu der Zeit war es so gut wie unmöglich, einen Ekkehard Thieme zu kaufen. Alles, was er machte, wurde von seinen Mäzenen aufgekauft. Es gab nichts im Handel, außer eben bei einem Künstlerkollegen. Und der gab mir diesen Privatabzug seines Schlittschuhläufers dazu. Es ist ein seltsames Bild. Auf einer Eisfläche voller Risse versucht ein Schlittschuhläufer verzweifelt seine Balance zu halten, der Himmel über dem Eis ist nachtschwarz (na ja, eher grünschwarz). Der Schlittschuhläufer aber ist das Unheimlichste auf dem Bild, er sieht aus wie ein russischer Großfürst mit seinem Mantel mit Pelzkragen. Er trägt eine Art Helm, oder eine Krone auf dem Kopf und eine schwarze Sonnenbrille (oder ist es eine Augenmaske?) in der Nacht. Ich verstehe das Bild nicht, aber es gefällt mir. Es hat etwas Unheimliches und Hoffnungsloses, etwas von der Atmosphäre von dem Leierkastenmann am Ende von Schuberts &lt;i&gt;Winterreise&lt;/i&gt;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.landschaftsverband-stade.de/assets/images/Schlittschuhlaeufer1933klein.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="143" src="http://www.landschaftsverband-stade.de/assets/images/Schlittschuhlaeufer1933klein.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Richtige Bremer Langlaufprofis laufen nicht in solch einem Outfit, sie laufen nicht nachts, und sie laufen nicht allein. Und sie haben einen Eisstock bei sich, aus leichtem Holz oder Bambus, mit einer Stahlspitze. Ich bin einmal an einem Wochentag, als niemand auf dem Eis war, einsam von Ritterhude bis Tietjens Hütte gelaufen. Es war ein trüber Tag mit tiefhängenden Wolken, aber es war ein wunderbares Eis. Und so pathetisch der Satz von Maas, dass &lt;i&gt;ein&amp;nbsp;ganz besonderer Zauber in diesem geschwinden, fast von aller Erdenschwere gelösten Dahingleiten über die unendliche, schwarz schimmernde Fläche unberührten Eises &lt;/i&gt;liegt, der Satz hat schon seine Wahrheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war ein wunderbares Erlebnis. Es ist aber auch mit mehreren Freunden noch ein Erlebnis, von der Schleuse in Ritterhude bis Worpswede zu laufen. An all den Hammehütten vorbei, die meisten kleine Gaststätten waren, und die seltsame Namen hatten: ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/11/kiautschou.html"&gt;Kiautschou&lt;/a&gt;, Neu-Kamerun, Neu-Helgoland. Warum diese mickrigen Hammehütten ihre Namen aus der wilhelminischen Kolonialpolitik haben, weiß ich nicht. Größenwahn oder Ironie der Torfbauern? Tietjens Hütte hat das größte Ausflugslokal, das man natürlich auch im Sommer für Kaffee und Kuchen besuchen kann.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.eecs.uottawa.ca/~bochmann/MalerFeddersen/Werkverzeichnis/PhotosBig/F1200-F9.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="182" src="http://www.eecs.uottawa.ca/~bochmann/MalerFeddersen/Werkverzeichnis/PhotosBig/F1200-F9.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Irgendwann ist es mit der Einsamkeit auf der Hamme vorbei. Dann kommt die Schickeria aus Bremen, die Birkenallee im Moor von Ritterhude nach St. Jürgen sieht am Wochenende aus wie der Werksparkplatz von Mercedes in Sebaldsbrück. Maronibräter stehen auf dem Eis, man kann an kleinen Ständen Glühwein und Bockwurst kaufen. Die einsamen Tage sind vorbei, Schlittschuhlaufen wird wieder das, was es zu Goethes Tagen gewesen ist. Ein gesellschaftliches Ereignis für die bessere Gesellschaft. Wenn erst Society Tussis in weißen Nerzjäckchen auf dem Eis auftauchen und so tun, als wären sie &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sonja_Henie"&gt;Sonja Henie&lt;/a&gt;, dann ist alles zu spät.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-3061040715332646077?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/3061040715332646077/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/schlittschuhlaufen.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3061040715332646077'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3061040715332646077'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/schlittschuhlaufen.html' title='Schlittschuhlaufen'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://farm5.static.flickr.com/4002/4309172069_19ffa58e6f_t.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-2254469016050864161</id><published>2012-01-15T10:57:00.000+01:00</published><updated>2012-01-15T10:57:00.947+01:00</updated><title type='text'>Schwarz</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://images.askmen.com/galleries/men/tom-ford/pictures/tom-ford-picture-5.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://images.askmen.com/galleries/men/tom-ford/pictures/tom-ford-picture-5.jpg" width="153" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich hatte mal einen Kollegen, der lief immer in schwarzen Klamotten rum, er hatte auch eine schwarze Nickelbrille. Er trug das nicht, weil seine Eltern gestorben waren, sondern weil das &lt;i&gt;cool&lt;/i&gt; war. Das glauben ja viele. Die so genannten Kreativen trugen irgendwann nur noch schwarz. Oder schwarze Klamotten mit einem weißen Hemd. Natürlich ohne Schlips. Das ist obercool. Angeblich. Mein Kollege verdankte seinem coolen Outfit auf jeden Fall einen schönen neuen Job. Na ja, vor Monaten hätte ich das noch so hinschreiben können, heute gibt es an dieser Stelle natürlich Gelächter. Denn sein Job war der eines Ghostwriters des Bundespräsidenten, ich sage aber nicht von welchem. Mein ehemaliger Kollege hat auch inzwischen einen neuen Job. Und dies hier auf dem Photo, das ist er nicht. Das ist Tom Ford, der gilt als wahnsinnig cool.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://images.artnet.com/artwork_images/901/386992.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://images.artnet.com/artwork_images/901/386992.jpg" width="147" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Nach dem Zweiten Weltkrieg war der schwarze Anzug das Standardbekleidungsstück für Freud und Leid, für Hochzeiten, Familienfeste und Beerdigungen. Ich hatte auch einen, fand den aber immer fürchterlich. Heute habe ich für solche Fälle einen dunkelgrauen Flanellanzug von Chester Barrie (der noch ein Etikett drinnen hat, auf dem nur &lt;i&gt;Chester Barrie London W1 &lt;/i&gt;steht), damit falle ich nirgends dumm auf. Aber wenn die schwarzen Anzüge der Adenauerrepublik in den Städten irgendwann verschwunden waren, auf dem Land hielten sie sich immer noch. Da hatte sich seit dem 19. Jahrhundert nichts geändert. Wenn August Sander 1914 diese drei Bauernburschen im Sonntagsstaat photographiert, dann sind das natürlich schwarze Anzüge, die sie tragen.&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-WcfMgliy51g/TxBZcbKQGhI/AAAAAAAAAe4/HIt9_kkUJZc/s1600/ViewFotoCommunity-832947.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="171" src="http://3.bp.blogspot.com/-WcfMgliy51g/TxBZcbKQGhI/AAAAAAAAAe4/HIt9_kkUJZc/s200/ViewFotoCommunity-832947.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Seit Jahren hängen in den Etagen von Peek &amp;amp;Cloppenburg, Ansons und wie diese Läden so heißen, tausende von schwarzen Anzügen. Vielleicht täuscht mich auch das fiese Licht in diesen Läden, und die sind gar nicht ganz schwarz. Das erzählen die Verkäufern auch den Kunden. Dass das in dieser Saison ein ganz neuer Anthrazitton sei. Gah mi aff! Sind das seit zehn Jahren die selben Anzüge, oder wechseln die diese schwarzen Kolonnen jedes Jahr aus? Ist das die selbstauferlegte Farbe der Reue weil die siebziger Jahre so bunt waren? Oder ist es schlicht und einfach Einfaltslosigkeit? In England trägt man - außer natürlich auf dem Land - auch gerne dunkle Anzüge. Aber, und das jetzt ein ganz großes ABER: die Gentlemen tragen dazu elegante buntgestreifte Hemden (diese &lt;i&gt;regatta stripes&lt;/i&gt; waren schon vor dem Jahre 1900 aufgekommen) und &lt;i&gt;Macclesfield ties&lt;/i&gt; in schrillen Farben wie &lt;a href="http://www.atkinsonsties.com/btoc/productimages/JSJ0004PK.jpg"&gt;Pink&lt;/a&gt;, Lila und Türkis. Und das wagt der deutsche Mann nicht. Der trägt zum (beinahe) schwarzen Anzug ein weißes Hemd und dann noch einen Streifenschlips. Wie Wulff. Streifenschlips gilt aus irgendwelchen Gründen in Deutschland als seriös.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://ecx.images-amazon.com/images/I/21ykCyXC6NL._SL500_AA300_.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/21ykCyXC6NL._SL500_AA300_.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich habe ➱&lt;span id="goog_1474753939"&gt;&lt;/span&gt;&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/03/men-in-black.html"&gt;hier&lt;/a&gt;&lt;span id="goog_1474753940"&gt;&lt;/span&gt; schon einmal über die Farbe Schwarz in der Kleidung geschrieben, aber ich möchte doch &amp;nbsp;noch einmal auf John Harvey zu sprechen kommen. Nicht den &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/John_Harvey_(author)"&gt;John Harvey&lt;/a&gt;, der Krimis schreibt, sondern den ➱&lt;a href="http://www.emma.cam.ac.uk/teaching/fellows/display/?fellow=73"&gt;Professor&lt;/a&gt; von der Universität Cambridge. Denn sein Buch mit dem schönen Titel &lt;i&gt;Men in Black&lt;/i&gt; sollte in keiner Modebibliothek fehlen. Es ist in mehrere Sprachen übersetzt worden und hat in Paris den&amp;nbsp;&lt;i&gt;Grand Prix du Livre de Mode&lt;/i&gt; knapp nicht gewonnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-V8eMWzO3h8w/Tn-1rNvkRCI/AAAAAAAADCo/GgxDumlOt9o/s1600/1873+gentlemen+suit+mid+victorian+top+hat.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-V8eMWzO3h8w/Tn-1rNvkRCI/AAAAAAAADCo/GgxDumlOt9o/s200/1873+gentlemen+suit+mid+victorian+top+hat.JPG" width="163" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Fünfundzwanzig&amp;nbsp;Jahre vor&amp;nbsp;&lt;i&gt;Men in Black &lt;/i&gt;hatte Harvey die Studie&amp;nbsp;&lt;i&gt;Victorian Novelists and their Illustrators&lt;/i&gt;&amp;nbsp; (inzwischen ein Standardwerk) veröffentlicht,&amp;nbsp;und vielleicht liegt hier die Keimzelle seiner Kulturgeschichte der schwarzen Kleidung. Denn das respektable Schwarz ist die Farbe, die wir mit den Viktorianern verbinden. Hat Viktoria nach dem Tod von Albert etwas anderes getragen? Und so scheint es nur logisch, wenn das erste Kapitel (&lt;i&gt;Whose Funeral?&lt;/i&gt;) mit den Viktorianern beginnt. Ich sollte vielleicht auch noch anmerken, dass Harvey in den 25 Jahren zwischen dem ersten und dem zweiten Buch nicht ganz untätig war, neben zahlreichen wissenschaftlichen Aufsätzen und Rezensionen hat er drei Romane geschrieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2d/El_Greco_-_Nobleman_with_his_Hand_on_his_Chest_-_WGA10463.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2d/El_Greco_-_Nobleman_with_his_Hand_on_his_Chest_-_WGA10463.jpg?uselang=de" width="155" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Aber natürlich geht Harvey in der Geschichte, in der Kunst und in der Literaturgeschichte weiter zurück, bleibt nicht bei den Viktorianern stehen. Obgleich die sicher schon für mehrere Bücher gut wären. Ich weiß nicht, mit welchen Gefühlen der Autor 1993 das Buch&amp;nbsp;&lt;i&gt;Seeing Through Clothes&lt;/i&gt; von ➱&lt;a href="http://www.ucpress.edu/book.php?isbn=9780520082311"&gt;Anne Hollander&lt;/a&gt; begrüßt hat, denn sein Buch ist dem Buch von Hollander (das inzwischen schon zu einem Klassiker geworden ist) in manchem ähnlich. Hollanders Buch, dem wenig später das Buch ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.zeit.de/1995/27/Zeigen_Verstecken"&gt;Sex and Suits&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; folgen sollte, wird hier auch noch einmal besprochen werden. Was Hollander und Harvey machen, ist ein neuer Typ Modebuch, eine Kulturgeschichte, die sich an Kunstgeschichte und Literaturgeschichte orientiert und sich nicht im Aufzählen von Designernamen erschöpft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://static.guim.co.uk/sys-images/Lifeandhealth/Pix/pictures/2009/01/09/brando1.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="120" src="http://static.guim.co.uk/sys-images/Lifeandhealth/Pix/pictures/2009/01/09/brando1.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Shakespeares Hamlet trägt schwarz, es ist die Farbe der Trauer&amp;nbsp;(&lt;i&gt;Good Hamlet, cast thy nighted color off&lt;/i&gt;), aber es ist auch die Farbe der Gelehrten. Es ist auch die Farbe des reichen holländischen Bürgertums, wie wir auf den Bildern von Rembrandt sehen können. Die schwarze Lederjacke, die Marlon Brando in &lt;i&gt;The Wild One&lt;/i&gt; trägt ist Kult geworden, die Lederjacke, die er in &lt;i&gt;Der Mann in der Schlangenhaut&lt;/i&gt; trägt, wurde kein Kult. Weil sie nicht schwarz war. Quentin Tarantinos Helden tragen eines Tages auch schwarz, was bedeutet es jetzt? Hat die Farbe noch die gleiche Symbolik wie bei Shakespeare und bei Rembrandt? John Harveys &lt;i&gt;Men in Black&lt;/i&gt;&amp;nbsp;ist die beste Kulturgeschichte (und Modegeschichte) der Farbe Schwarz. Vorzüglich illustriert (85 Illustrationen, es könnten mehr sein), von Delacroix' Porträt des Barons Schwiter bis zu Bela Lugosis Dracula und Mussolinis Leibwache. Punks und Goths werden natürlich auch nicht ausgelassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-sHBe3TkzGVM/TxKJE9pZboI/AAAAAAAAAfY/my009b25I8g/s1600/mib450.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="120" src="http://3.bp.blogspot.com/-sHBe3TkzGVM/TxKJE9pZboI/AAAAAAAAAfY/my009b25I8g/s200/mib450.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Es gibt kein besseres und geistreicheres Buch zu dem Thema als dieses. Die Freunde einer Organisation namens &lt;i&gt;Men in Black&lt;/i&gt;, die extraterrestrische Wesen jagt, seien darauf hingewiesen, dass Tommy Lee Jones und Will Smith in diesem Buch nicht vorkommen. Linda Fiorentino leider auch nicht. Aber in diesem Fall kann man das einmal verschmerzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-2254469016050864161?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/2254469016050864161/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/schwarz.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2254469016050864161'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2254469016050864161'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/schwarz.html' title='Schwarz'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-WcfMgliy51g/TxBZcbKQGhI/AAAAAAAAAe4/HIt9_kkUJZc/s72-c/ViewFotoCommunity-832947.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-8718873244452051109</id><published>2012-01-14T11:20:00.001+01:00</published><updated>2012-01-14T12:15:27.199+01:00</updated><title type='text'>Berthe Morisot</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Berthe_Morisot_by_%C3%89douard_Manet.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8f/Berthe_Morisot_by_%C3%89douard_Manet.jpg" width="155" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;Ich dachte es heute bei zwei Bildern von&amp;nbsp;Berthe Morisot:&amp;nbsp;die sind um Manets willen gemalt,&amp;nbsp;und die Bashkirsheff malte für Bastien Lepage aus ihm, um seinetwillen. Was wir um Gottes willen tun, tun die Frauen das immer für einen Mann? Aber Menschliches und Göttliches ist gleich unerreichbar:&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;so könnte ihre Aufgabe darum doch weit und persönlich und eigen werden? &lt;/i&gt;schreibt Rilke im Jahre 1907. Ja, Mme Berthe Morisot, die heute vor 170 Jahren geboren wurde, wird diese Assoziation &lt;i&gt;Manet&lt;/i&gt; nicht los. Zumal sie auch noch Manets Bruder Eugène geheiratet hat. Dies hier ist eins der Portraits, die Manet von ihr gemalt hat. Es ist sicherlich das schönste von den elf Bildern, die er von ihr malte.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Ich glaube nicht, dass es jemals einen Mann gegeben hat, der eine Frau als absolut gleichgestellt behandelt hat, und das war alles, was ich immer verlangt habe – denn ich weiß, ich bin genauso gut wie die Männer&lt;/i&gt;, hat Berthe Morisot gesagt. Frauen haben es schwer in der Kunst, obgleich sich immer einzelne Malerinnen durchgesetzt haben. Wie&amp;nbsp;Artemisia Gentileschi,&amp;nbsp;Rosalba Carriera oder ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/10/angelika-kauffmann.html"&gt;Angelika Kauffmann&lt;/a&gt;, die ➱&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frauen_in_der_Kunst"&gt;Liste&lt;/a&gt; ist lang. Es ist ja nicht, dass malende Frauen von ihren Kollegen nicht anerkannt worden wären. Die Kritiker sind die Pest, denn das sind beinahe immer Männer. Können nicht malen, aber wissen alles. Wie die Literaturkritiker: können nicht schreiben, aber wissen alles besser. Kritiker sind wie einbeinige Weitspringer, hat Harold Pinter einmal gesagt, die es immer wieder&amp;nbsp;versuchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/ce/1875_Morisot_Laundry.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="162" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/ce/1875_Morisot_Laundry.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Berthe Morisot ist die erste Frau, die sich dem neuen Impressionismus anschließt. Sie ist eine gute Malerin. Inzwischen sagen das auch die Kritiker. Sie sagten es auch schon zu ihren Lebzeiten, obgleich das doch ein klein wenig herablassend klingt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Madame Berthe Morisot ist Französin aufgrund ihrer vornehmen, eleganten, heiteren und unbeschwerten Art. Sie hat eine Vorliebe für erheiternde und rührende Malerei. Sie zerreibt Blütenblätter auf der Palette, um sie dann mit leichten, geschickten, flüchtigen Strichen auf der Leinwand zu verteilen. Die Elemente verbinden sich harmonisch und erzeugen schließlich eine subtile, lebendige und reizvolle Atmosphäre&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/Berthe_Morisot_-_Mulher_com_crian%C3%A7a_num_bote.JPG?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="160" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/Berthe_Morisot_-_Mulher_com_crian%C3%A7a_num_bote.JPG?uselang=de" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;1881 hat es in Frankreich eine &lt;i&gt;Union des femmes peintres et sculptures&lt;/i&gt; gegeben, die von der Bildhauerin Hélène Bertaux gegründet wurde. Sie war nach den Konventionen der Zeit natürlich nicht Madame Hélène Bertaux, sondern als Gattin des Bildhauers&amp;nbsp;&amp;nbsp;Léon Bertaux natürlich&amp;nbsp;&lt;i&gt;Madame Léon Bertaux&lt;/i&gt;. Heute dürfen die Ehefrauen von Bildhauern ihren eigenen Namen haben. Ich weiß das, da mein Onkel Karl mit einer Bildhauerin verheiratet ist und sie ihren &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Margret_Middell"&gt;Namen&lt;/a&gt; behalten hat. Das ist doch mal ein Fortschritt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/03/Berthe_Morisot_The_Bath.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/03/Berthe_Morisot_The_Bath.jpg" width="171" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Berthe Morisot hat als Künstlerin einen nicht zu unterschätzenden Vorteil gehabt: sie kommt aus einer wohlhabenden Familie. Als 1875 in einer finanziell verzweifelten Lage die Maler Renoir, Monet und Sisley beschließen, im Auktionshaus Drouot eine Verkaufsausstellung mit Auktion zu veranstalten, schließt sie sich ihnen aus Solidarität an. Das Geld hätte sie nicht nötig gehabt. Im &lt;i&gt;Figaro&lt;/i&gt; wurde mit folgendem Text auf die Ausstellung hingewiesen: &lt;i&gt;Es gäbe hier vielleicht für Spekulanten in Zukunfts-Kunst ein gutes Geschäft... Die Impression, die die Impressionisten erzielen, ist diejenige einer auf den Tasten des Klaviers herumspazierenden Katze oder eines Affen, der sich eines Farbkastens bemächtigt hat&lt;/i&gt;. Wenn das nun auch noch der gefürchtete Kritiker&amp;nbsp;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Wolff_(Journalist)"&gt;Albert Wolff&lt;/a&gt; schreibt, verfehlt das natürlich nicht seine Wirkung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_fFckcBaT_o0/TMcx-L6VlyI/AAAAAAAAI3Y/K3R4AXKQlXY/s1600/Berthe+Morisot_Daffodils.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://3.bp.blogspot.com/_fFckcBaT_o0/TMcx-L6VlyI/AAAAAAAAI3Y/K3R4AXKQlXY/s200/Berthe+Morisot_Daffodils.jpg" width="161" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die Auktion wurde eine Katastrophe, nie erlebte, tumultartige Szenen spielten sich im ➱&lt;a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/H%C3%B4tel_Drouot"&gt;Hôtel Drouot&lt;/a&gt; ab.&amp;nbsp;Der Auktionator fühlte sich gezwungen, die Polizei herbeizurufen, um die Künstler zu schützen. Die Bilder, die unter lautem Gejohle verkauft werden, erzielen häufig nur Preise, die knapp über den Kosten für den Rahmen liegen. Berthe Morisot, die es eigentlich nicht nötig hat, erzielt mit ihren sieben Bildern noch die höchsten Preise. Renoir die niedrigsten, er muss seine eigenen Bilder aufkaufen, damit er wenigstens das Geld für die Rahmen wieder reinkriegt (der Kunsthändler Durand-Ruel, der die Impressionisten von Anfang an gefördert hatte, hatte den Malern zur Verwendung von teuren, eindrucksvollen Rahmen geraten).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c8/Berthe_Morisot_004.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c8/Berthe_Morisot_004.jpg" width="162" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Bei der nächsten Ausstellung der Impressionisten 1876 im Haus des Kunsthändlers &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Durand-Ruel"&gt;Paul Durand-Ruel&lt;/a&gt;,&amp;nbsp;schrieb wiederum Albert Wolff im &lt;i&gt;Figaro&lt;/i&gt;:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Die Rue de Peletier ist eine Unglücksstrasse. Auf den Brand der Oper ist ein neues Unglück gefolgt. Soeben ist bei Durand-Ruel eine Ausstellung eröffnet worden, die angeblich Bilder enthalten soll. Ich trete ein, und meinen entsetzten Augen zeigt sich etwas Fürchterliches. Fünf oder sechs Wahnsinnige, darunter eine Frau, haben sich zusammengetan und ihre Werke ausgestellt. Ich sah Leute vor diesen Bildern sich vor Lachen wälzen. Mir blutete das Herz bei dem Anblick. Diese so genannten Künstler nennen sich Revolutionäre, ‘Impressionisten’. Sie nehmen ein Stück Leinwand, Farbe und Pinsel, werfen auf gut Glück einige Farbkleckse hin und setzten ihren Namen unter das Ganze. Es ist eine ähnliche Verblendung, als wenn die Insassen einer Irrenanstalt Kieselsteine aufheben und sich einbilden, sie hätten Diamanten gefunden.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das sind so die Sätze, mit denen man sich einen Ruf für die Ewigkeit zementiert. Auf jeden Fall in der Kategorie der einbeinigen Weitspringer. Vielleicht hätte der &lt;i&gt;Figaro&lt;/i&gt; mal eine Frau für die Ausstellungsbesprechung vorbei schicken sollen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-8718873244452051109?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/8718873244452051109/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/berthe-morisot.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/8718873244452051109'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/8718873244452051109'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/berthe-morisot.html' title='Berthe Morisot'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_fFckcBaT_o0/TMcx-L6VlyI/AAAAAAAAI3Y/K3R4AXKQlXY/s72-c/Berthe+Morisot_Daffodils.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-2860267405829120519</id><published>2012-01-13T10:49:00.002+01:00</published><updated>2012-01-13T11:24:44.129+01:00</updated><title type='text'>Stephen Foster</title><content type='html'>In den ersten Klassen des Gymnasiums hatten wir einen amerikanischen Englischlehrer, das war im Bremen der fünfziger Jahre eine kleine Sensation. Mr Manally aus Ripon (Wisconsin) war durch einen Lehreraustausch zu uns gekommen, weil zuvor einer unserer Lehrer in Amerika gewesen war. In der Parallelklasse unterrichte Mr Manally Latein. Mit amerikanischer Aussprache, die waren für den Rest des Lebens versaut. Mr Manally, der rote und grüne Socken trug (manchmal auch eine rote und eine grüne Socke), war ein willkommener Farbtupfer in der sonst so grauen Lehrerwelt. Ich werde ihn nicht vergessen, weil er uns alle Lieder beigebracht hat, die Amerika so singt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/StephenFoster.jpeg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/StephenFoster.jpeg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und das, was Amerika auch heute noch an Liedern hat, stammt meistens aus der Feder von &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Stephen_Foster"&gt;Stephen Foster&lt;/a&gt;. Der ist heute vor 148 Jahren gestorben, arm und krank. Hätte er die Tantiemen bekommen, die heute üblich sind, wäre er Multimillionär gewesen. So unterschiedliche Sänger wie ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=lG85gDjMnlY"&gt;Bob Dylan&lt;/a&gt; und ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=Jqu_8j6kt0A"&gt;Thomas Hampson&lt;/a&gt; haben ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hard_Times_Come_Again_No_More"&gt;Hard Times Come Again No More&lt;/a&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;gesungen. Viele seiner Lieder wie&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Old_Folks_at_Home"&gt;&lt;span id="goog_424131702"&gt;&lt;/span&gt;Old Folks at Home&lt;/a&gt;&lt;span id="goog_424131703"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;oder &lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/My_Old_Kentucky_Home"&gt;My Old Kentucky Home&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; handeln vom Leben im Antebellum South, aber im Süden ist er nur einmal gewesen. Viele seiner ➱&lt;a href="http://www.pitt.edu/~amerimus/Fostersongschrono.html"&gt;Songs&lt;/a&gt; sind im amerikanischen Bürgerkrieg gesungen worden, auf beiden Seiten der Front. Inzwischen gibt es auch schon ein Stephen Foster &lt;a href="http://stephenfoster.com/"&gt;Musical&lt;/a&gt;, aber es hat ziemlich lange gedauert, bis es ein gutes Buch über Stephen Foster gab. Inzwischen ist das auf dem Markt:&amp;nbsp;Ken Emerson: &lt;i&gt;Doo Dah! Stephen Foster and the Rise of American Popular Culture&lt;/i&gt; (New York: Da Capo Press, 1998).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2d/His_Master's_Voice.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="143" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2d/His_Master's_Voice.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Als ich klein war, hatte ich auf dem Boden einen Plattenspieler gefunden, der noch aus der Vorkriegszeit stammte. Das war ein Teil wie auf dem Werbeplakat von His Master's Voice. Da musste man noch Nadeln in den Tonkopf hineinschrauben. Der Plattenspieler war kaputt, die Kurbel war gebrochen, aber Nadeln waren genug da. Wenn man die Platten in der Mitte mit dem Finger ganz schnell drehte, konnte man der Maschine Musik entlocken. Meine Lieblingsplatte war von Hans Albers: ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=FsQ1nlJZljU"&gt;Ich kam von Alabama&lt;/a&gt;. &lt;/i&gt;Ich habe sie so oft herumgenüdelt, bis ich den Text vollständig beherrschte. Ich kann ihn immer noch, lateinische Texte (bis auf den Anfang der ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.decemsys.de/texte/aeneis.htm"&gt;Aeneis&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;) habe ich vergessen, Hans Albers nicht. Ich habe heute immer noch einen Plattenspieler, ein sauteures englisches Teil, da kostete der Tonarm vor zwanzig Jahren mehr als heute ein Plattenspieler kostet. Aber das Gerät ist heute schon Geschichte - obgleich es noch immer exzellent ist. Kann man auch Hans Albers drauf spielen, hat aber nicht dieses &lt;i&gt;feeling&lt;/i&gt; von 1949 oben auf dem Boden mit dem kaputten Plattenspieler. Wir können uns alles neu kaufen, aber wir bekommen unsere Jugenderinnerungen nicht zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://cache2.artprintimages.com/lrg/37/3726/UVSAF00Z.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://cache2.artprintimages.com/lrg/37/3726/UVSAF00Z.jpg" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wenn ich Hans Albers &lt;i&gt;Oh, Susanna&lt;/i&gt; schluchzen höre, kriege ich immer feuchte Augen. Und darauf ist das Lied natürlich auch berechnet. Denn es ist nichts als ein Stephen Foster Song - und Stephen Foster Songs treiben uns immer eine Träne ins Auge. Ob wir sie auf dem Dachboden hören oder eine ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=2cbO9h8PAec&amp;amp;feature=related"&gt;Opernsängerin&lt;/a&gt; sie im Radio singt. &amp;nbsp;Was ich damals natürlich nicht wußte, war, dass der so mühselig der Platte abgelauschte Text von&amp;nbsp;&lt;i&gt;Ich kam von Alabama&lt;/i&gt;&amp;nbsp;von keinem Geringeren als Carl ➱&lt;a href="http://www.kampflieder.de/liedtext.php?id=10784"&gt;Zuckmayer&lt;/a&gt;&amp;nbsp;war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Lieblingssong von Stephen Foster ist immer &lt;i&gt;My old Kentucky Home&lt;/i&gt; gewesen, und ich bin sehr versucht, mich heute einmal kurz ans Klavier zu setzen.&amp;nbsp;&lt;i&gt;My old Kentucky Home&lt;/i&gt; ist auch die Staatshymne von Kentucky, allerdings in einer Version, die &lt;i&gt;politically correct&lt;/i&gt; ist. Die &lt;i&gt;darkies&lt;/i&gt; in Zeile zwei &amp;nbsp;sind rausgestrichen. Natürlich nicht hier, hier gibt es mal eben die ➱&lt;a href="http://www.juzp.net/-r-4JqHNjI65_"&gt;originale Version&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;The sun shines bright in the old Kentucky home,&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;'Tis summer, the darkies are gay,&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;The corn top's ripe and the meadow's in the bloom,&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;While the birds make music all the day.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;The young folks roll on the little cabin floor,&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;All merry, all happy and bright:&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;By'n by Hard Times comes a knocking at the door,&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Then my old Kentucky Home, good night!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Weep no more, my lady,&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Oh! weep no more to-day!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;We will sing one song for the old Kentucky Home,&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;For the old Kentucky Home far away.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/30/My_Old_Kentucky_Home_10th_ed.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/30/My_Old_Kentucky_Home_10th_ed.jpg" width="149" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Es ist erstaunlich, wer das Lied gesungen hat (die &lt;a href="http://www.golyr.de/johnny-cash/songtext-my-old-kentucky-home-585468.html"&gt;Johnny Cash&lt;/a&gt; Variante jetzt einmal ausgenommen), ich habe hier eine Seite gefunden, wo man in eine Vielzahl von Versionen hinein hören kann. ➱&lt;a href="http://www.juzp.net/R18ga1XpwhJpH"&gt;Al Jolson&lt;/a&gt; (der im ersten Tonfilm &lt;i&gt;The Jazz Singer&lt;/i&gt; auftrat) singt hier eine besonders kitschige Version, ➱&lt;a href="http://www.juzp.net/_VgMQSQ0QzEkL"&gt;Kate Smith&lt;/a&gt; eine nette Jazzversion Und dann habe ich noch dies:&amp;nbsp;&lt;i&gt;and now one of the most emotional moments in sport, &lt;/i&gt;ein ehemaliger ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=fsQj46swDvI"&gt;Gouverneur&amp;nbsp;von Kentucky&lt;/a&gt;&amp;nbsp;singt es bei einem Basketball Spiel (natürlich die &lt;i&gt;politically correct version&lt;/i&gt;).&amp;nbsp;Stephen Foster Songs sind nicht totzukriegen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-2860267405829120519?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/2860267405829120519/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/stephen-foster.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2860267405829120519'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2860267405829120519'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/stephen-foster.html' title='Stephen Foster'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-3684860180156177565</id><published>2012-01-12T10:35:00.003+01:00</published><updated>2012-01-13T09:34:49.785+01:00</updated><title type='text'>Modebücher</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_t25fj1jqLE8/SNqZfTkllII/AAAAAAAABhw/_fCcQmtvnP8/s320/Grauer+Flanellzweireiher3.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://3.bp.blogspot.com/_t25fj1jqLE8/SNqZfTkllII/AAAAAAAABhw/_fCcQmtvnP8/s200/Grauer+Flanellzweireiher3.JPG" width="149" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;In den letzten fünfzehn, zwanzig Jahren sind eine Vielzahl von Büchern zum Thema Herrenmode erschienen. Mehr oder weniger gut geschrieben, mehr oder weniger zuverlässig. Meistens weniger. Offensichtlich haben Verlage&amp;nbsp;hier eine Marktlücke entdeckt. Die sicher auch da war, denkt man ein halbes Jahrhundert zurück, da gab es so gut wie gar nichts zu dem Thema. In Zweifelsfällen hielt man sich in dieser geschmacksunsicheren Zeit (aber welche Zeit ist das nicht?) an Benimmbücher wie das von Erica von Pappritz. Über die Friedrich Sieburg (der in &lt;i&gt;Lauter letzte Tage&lt;/i&gt; die Kombination von Flanellhose und Tweedjackett als den Höhepunkt der männlichen Eleganz pries) einmal sagte:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Allen Beteiligten wäre gedient, wenn Fräulein Pappritz... in den wohlverdienten Ruhestand träte&lt;/i&gt;. Aber der große Einfluss des ehemaligen NSDAP Mitglieds Pappritz&amp;nbsp;in dieser Zeit kann nicht geleugnet werden. Von der Pappritz nahm damals jedermann fälschlicherweise an, sie sei eine &lt;i&gt;von&lt;/i&gt; Pappritz: dem Adel traut man ja seit den Tagen des Freiherrn ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/05/adolph-knigge.html"&gt;Adolph Knigge&lt;/a&gt; immer eine Besserwisserei in allen Fragen der Form zu. Es wäre nur schön, wenn man den Freiherrn Knigge wirklich einmal gelesen und verstanden hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich gab es damals keine deutschen Herrenmodezeitschriften &lt;i&gt;en masse&lt;/i&gt; so wie heute. Gut, es gab einige wenige, aber die gelangten über den Fachhandel nicht hinaus. Für die Damenwelt sah das Ganze natürlich ganz anders aus, die wurde von der Modeindustrie bestens über die neuesten Entwicklungen unterrichtet. Und das schon übrigens schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, als die ersten ➱&lt;a href="http://users.physik.fu-berlin.de/~kleinert/kleinerta/modej/akleinert_modejournale.pdf"&gt;Modezeitschriften&lt;/a&gt; aufkamen. Für die Herren der Schöpfung war Mode nach 1945 das, was in den Schaufenstern lag oder in den Katalogen der aus dem Boden schießenden Versandhäuser abgebildet war. Oder das, was ihre Frauen ihnen kauften. Die ihre Gatten sicherheitshalber lieber als unscheinbare graue Mäuse verkleideten. Das hat sich bis heute - auch wenn das Ganze vielleicht etwas bunter geworden ist - kaum geändert. Die berühmte Szene, die Loriot beim ➱&lt;span id="goog_1196185742"&gt;&lt;/span&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=sLptVEiG-NY"&gt;Anzugkauf&lt;/a&gt;&lt;span id="goog_1196185743"&gt;&lt;/span&gt;&amp;nbsp;in einem&amp;nbsp;&lt;i&gt;Herrenoberbekleidungsfachgeschäft&lt;/i&gt; zeigt, ist &lt;i&gt;praeter propter&lt;/i&gt; heute immer noch aktuell.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_TEtOkT8k7uA/SUBRgqtKG5I/AAAAAAAAAGE/t5wwBo72Wes/s320/P1060993.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://3.bp.blogspot.com/_TEtOkT8k7uA/SUBRgqtKG5I/AAAAAAAAAGE/t5wwBo72Wes/s200/P1060993.JPG" width="166" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Denn die Explosion der Publikationen zur Herrenmode scheint in einem umgekehrten Verhältnis zur Wirklichkeit zu stehen. Ein kritischer Rundblick auf die Männerwelt bei einem Empfang, einer Vernissage oder im Theater zeigt uns, dass die schönen und nützlichen Bücher von ➱&lt;a href="http://www.alanflussercustom.com/"&gt;Alan Flusser&lt;/a&gt;&amp;nbsp;oder ➱&lt;a href="http://www.bernhardroetzel.de/de/html/buecher.htm"&gt;Bernhard Roetzel&lt;/a&gt;&amp;nbsp;ohne jede Wirkung geblieben sind. Wir können bei diesem Blick die Augen vornehm gesenkt lassen: ein Blick auf die Schuhe reicht aus. Der Rest ist Schweigen. Es gibt offensichtlich kein Bewusstsein für die richtige Kleidung zum richtigen Anlass mehr. Vor einem halben Jahrhundert konnte man bei einer Beerdigung noch davon ausgehen, dass die Trauernden in förmlich schwarzer Kleidung in der Kapelle saßen, das ist heute nicht mehr der Fall. Was der amerikanische Soziologe Richard Sennett in &lt;i&gt;&lt;a href="http://books.google.de/books?hl=de&amp;amp;lr=&amp;amp;id=tDw4AAAAIAAJ&amp;amp;oi=fnd&amp;amp;pg=PR11&amp;amp;dq=The+Fall+of+Public+Man&amp;amp;ots=iFt51Z5hmE&amp;amp;sig=YJlWESNBfwH9zxhitUNKlc8vAYo&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=The%20Fall%20of%20Public%20Man&amp;amp;f=false"&gt;The Fall of Public Man&lt;/a&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;für die amerikanische Gesellschaft&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;skizziert hat, ist längst von der Wirklichkeit überrollt worden. Wenn der französische Soziologe Pierre Bourdieu in seinem umfangreichen Werk &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_feinen_Unterschiede" style="font-style: italic;"&gt;Die feinen Unterschiede&lt;/a&gt;&amp;nbsp;an einer Stelle die Bemerkung einfließen lässt, dass für die französische Bourgeoisie die Welt zusammenbrach, als die ersten Gymnasiallehrer statt mit Schlips und Kragen in der Schule zu erscheinen, 1968 plötzlich Rollkragenpullover trugen, ist diese kleine Detail sicherlich von symbolischer Bedeutung. Die Welt ist nicht zusammengebrochen, die der Manieren und der Kleidungskultur vielleicht. Für den Herausgeber der &lt;i&gt;Zeit&lt;/i&gt; Josef Joffe hieß es zwar in einer ➱&lt;a href="http://www.zeit.de/2011/37/P-Zeitgeist"&gt;Kolumne&lt;/a&gt; am 8. September 2011:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Schlips ist Schicksal&lt;/i&gt; (mit dem Untertitel &lt;i&gt;Der krawattenlose Mann ist der Untergang des Abendlandes&lt;/i&gt;), aber ich glaube, das war nicht so ernst gemeint.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_TEtOkT8k7uA/SWvJV8mpSlI/AAAAAAAAAJ8/nsg_pJg_Bw4/s200/Eskyf8.gif" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/_TEtOkT8k7uA/SWvJV8mpSlI/AAAAAAAAAJ8/nsg_pJg_Bw4/s200/Eskyf8.gif" width="92" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ich würde gerne einmal in diesem Blog (in loser Folge) einige wichtige Bücher zur Herrenmode vorstellen. Ich habe ja schon einmal in knapper Form die Bücher zum Thema ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/11/film-und-mode.html"&gt;Film und Mode&lt;/a&gt; erwähnt. Am schönsten wäre natürlich ein richtiger Forschungsbericht, aber das wird niemand freiwillig machen. Werfen Sie doch einmal einen Blick auf diese ➱&lt;a href="http://modern-bibliography.tripod.com/Fashion_Design.html"&gt;Bibliographie&lt;/a&gt;! Mehr als zweitausend Titel - und längst nicht vollständig. Mein kleines Projekt wird&amp;nbsp;nicht unter dem Schlagwort &lt;i&gt;Bücher, die die Welt veränderten&lt;/i&gt;&amp;nbsp;laufen, weil Modebücher die Modewelt kaum verändert haben. Aber sie haben ihre Funktion für die jeweilige Zeit gehabt, weil man von den Büchern auch auf die Gesellschaft zurück schließen kann. Mode ohne sozialen Kontext geht nicht, das muss uns klar sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich beginne heute einmal mit dem &lt;i&gt;Lexikon der Herrenmode&lt;/i&gt; von Hermann Marten von Eelking, das 1960 im Musterschmidt Verlag in Göttingen erschien und damals eine Art Bibel der Herrenkonfektion war.&amp;nbsp;482 Seiten stark, reich mit Zeichnungen und Photographien bebildert.&amp;nbsp;Es ist der erste Band eines auf zwei Bände geplanten Lexikons, das heute eine Art archäologischer Bestandsaufnahme der fünfziger Jahre Mode ist. Die Stichworte, die der zweite Band enthalten sollte, sind auf den letzten drei Seiten aufgelistet. Allerdings ist der damals sehnsüchtig erwartete Band nie erschienen.&amp;nbsp;Ein großer Teil der&amp;nbsp;Stichworte der Lexikons (das von &lt;i&gt;Abendanzug&lt;/i&gt; bis &lt;i&gt;Zylinder &lt;/i&gt;reicht)&amp;nbsp;ist vorher häppchenweise in der Modezeitschrift &lt;i&gt;Herrenjournal&lt;/i&gt; abgedruckt worden. Ähnlich ist der Verfasser bei seinem 1962 erschienenen Buch&amp;nbsp;&lt;i&gt;Das Bildnis des eleganten Mannes: Ein Zylinderbrevier von Werther bis Kennedy&lt;/i&gt;&amp;nbsp;verfahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.sk-kultur.de/tanz/rama/rama2.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.sk-kultur.de/tanz/rama/rama2.jpg" width="155" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Der Autor dieses Lexikons, der das Vorwort als &lt;i&gt;Baron von Eelking&lt;/i&gt; signiert (was ja nun wirklich nicht die feine Art ist) stammt aus einer alten Bremer Familie. Ein &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/03/tettenborn.html"&gt;Max von Eelking&lt;/a&gt;&amp;nbsp;(der Urgroßvater von Hermann Marten von Eelking) war der Kommandeur der Bremer Bürgerwehr in der nach-napoleonischen Zeit, sein Sohn, der General Max von Eelking, war ein bedeutender ➱&lt;a href="http://www.archive.org/stream/diedeutschenhilf01eelkuoft/diedeutschenhilf01eelkuoft_djvu.txt"&gt;Militärschriftsteller&lt;/a&gt;. Dessen Bruder Hermann von Eelking ist ein angesehener Bremer Arzt, Naturforscher und Kunstsammler. Der schöne Satz &lt;i&gt;Eelking&amp;nbsp;entstammt einer alten bremischen Patrizierfamilie die elf Bemer Bürgermeister stellte&lt;/i&gt;, ist allerdings kaum richtig, es war wohl nur einer, nämlich Martin Eelking (Bürgermeister von 1781 bis 1782).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Hermann Marten von Eelking ist im Ersten Weltkrieg Kavallerieoffizier in einem Berliner Garderegiment. Das sind diejenigen, die sich für etwas Besseres als den Rest der Menschheit halten. Natürlich auch in Modedingen. Das lässt der Autor des Lexikons den Leser von&amp;nbsp;&lt;i&gt;Das Bildnis des eleganten Mannes&lt;/i&gt;&amp;nbsp;ständig spüren. Eelking&amp;nbsp;gründet 1928 das Deutsche Institut für Herrenmode. Die Zeitschrift &lt;i&gt;Herrenjournal&lt;/i&gt; ist auch sein Kind, bevor die Zeitschrift &lt;i&gt;Herrenjournal&lt;/i&gt; hieß, hatte sie den Namen ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://d-nb.info/013024426/about/html"&gt;Der Modediktator&lt;/a&gt;: Die Zeitschrift für den gut angezogenen Herrn und alle seine Lieferanten.&lt;/i&gt; Die Zeitschrift wird von manchen als das deutsche Äquivalent für das amerikanische Magazin &lt;i&gt;Apparel Arts&amp;nbsp;&lt;/i&gt;gesehen, das Arnold Gingrich 1931 herausgab (bevor er &lt;i&gt;Esquire&lt;/i&gt; erfand). Inhaltlich unterscheidet sich &lt;i&gt;Apparel Arts&lt;/i&gt; (das zugleich &lt;i&gt;commercial&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;cultural&lt;/i&gt; sein will) doch von Eelkings &lt;i&gt;Herrenjournal&lt;/i&gt;, wenn Sie ➱&lt;a href="http://www.usmbooks.com/herrenjournal.html"&gt;hier&lt;/a&gt; mal hineinschauen, wissen Sie, was ich meine.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-dbhmCVE6Yo0/Tw09hAzlXiI/AAAAAAAAAeo/yJjciLzwkO8/s1600/Apparel_Arts_December+paul+rand_1939.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-dbhmCVE6Yo0/Tw09hAzlXiI/AAAAAAAAAeo/yJjciLzwkO8/s200/Apparel_Arts_December+paul+rand_1939.jpg" width="161" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wenn wir nicht nach Amerika schauen, sondern in Berlin bleiben wollen, dann könnten wir natürlich einmal einen Blick in &lt;i&gt;Die Dame&lt;/i&gt;&amp;nbsp;(mit dem Untertitel&amp;nbsp;&lt;i&gt;Illustrierte Mode-Zeitschrift&lt;/i&gt;)&amp;nbsp;werfen, die von 1911 bis 1943 im Ullstein Verlag erschienen ist (und die durch die sogenannte &lt;i&gt;Arisierung&lt;/i&gt; 1937 ein wenig an Niveau verlor). An das Niveau dieser Modezeitschrift kommt Eelkings &lt;i&gt;Herrenjournal&lt;/i&gt; nicht annähernd heran. Ich kann den modeinteressierten Lesern nur empfehlen, die letzten Exemplare von&amp;nbsp;&lt;i&gt;Die Dame: Ein deutsches Journal für den verwöhnten Geschmack. 1912 bis 1943&lt;/i&gt; von Christian Ferber aufzukaufen. Das ist wirklich ein gut gemachtes Dokument der Zeit und des sich wandelnden Geschmacks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-yzbrqlcwOmg/TwtqYmbw5uI/AAAAAAAAAd4/MTY8L-ghvZQ/s1600/Herrenmags1.jpg" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="http://4.bp.blogspot.com/-yzbrqlcwOmg/TwtqYmbw5uI/AAAAAAAAAd4/MTY8L-ghvZQ/s200/Herrenmags1.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;Bei den Nazis war der Ulanenoffizier Eelking&amp;nbsp;sofort dabei, und 1934 bringt der Hauptmann a.D. und Obertruppführer im Stab der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SA-Gruppe_Berlin-Brandenburg"&gt;berüchtigen&lt;/a&gt; SA-Brigade 31 Berlin-Brandenburg das Buch &lt;i&gt;Die Uniformen der Braunhemden&lt;/i&gt;&amp;nbsp;(hier im ➱&lt;a href="http://www.archive.org/stream/Eelking-Freiherr-von-Die-Uniformen/EelkingFreiherrVon-DieUniformenDerBraunhemden1934112S.ScanFraktur#page/n0/mode/2up"&gt;Volltext&lt;/a&gt;) auf den Markt. Das Buch musste geschrieben werden, denn &lt;i&gt;Die Soldaten der braunen Armee die den Sieg des Nationalsozialismus vorwärtstragen, haben es verdient, daß auch jeder andere gute Deutsche ihre Uniformen genauso kennt wie er früher über Chargen und Regimenter der alten Armee Bescheid gewußt hat&lt;/i&gt;. Der schneidige Soldat auf diesem &lt;i&gt;Herrenjournal&lt;/i&gt; hier ist übrigens von Ernst Kretschmann, &lt;i&gt;dessen eleganter Strich so viele modische Titelbilder von unübertrefflicher Eleganz geschaffen hatte&lt;/i&gt; (so sein Freund Eelking). Noch mehr als in den Dienst der &lt;a href="http://images.artnet.com/WebServices/picture.aspx?date=20111103&amp;amp;catalog=243540&amp;amp;gallery=110895&amp;amp;lot=00240&amp;amp;filetype=2"&gt;Herrenmode&lt;/a&gt; hat sich Kretschmann allerdings in den Dienst der Kriegspropaganda gestellt. Seine Bilder von ➱&lt;a href="http://www.hausderdeutschenkunst.de/postkarten/hdk200-299.html"&gt;Kreta- oder Narvikkämpfern&lt;/a&gt;&amp;nbsp;sind heute noch im Angebot von Neonazi-Versandbuchhandlungen erhältlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lassen wir einmal Eelkings Karriere unter den Nazis in Berlin beiseite,&amp;nbsp;Uwe&amp;nbsp;Westphal hat in seinem bemerkenswerten Buch &lt;i&gt;Berliner Konfektion und Mode 1836-1939: Die Zerstörung einer Tradition&lt;/i&gt; klar gemacht, was er von Leuten wie dem Baron hält. Und es wäre sicherlich auch heilsam, statt eine Vergötterung des Herrn von Eelking zu betreiben (wie es erstaunlicherweise mancherorts geschieht), einmal an das Schicksal des Berliner Warenhauskönigs ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/06/wilfrid-israel.html"&gt;Wilfrid Israel&lt;/a&gt; zu denken. Von 1945 bis 1949 scheint es bei unserem Herrenmenschen irgendwie einen Karriereknick gegeben zu haben.&amp;nbsp;Aber die fünfziger Jahre sehen den Baron Hand in Hand mit den Größen der deutschen Konfektionsindustrie, die den Grundstein ihres Vermögens mit der Arisierung jüdischer Firmen gelegt haben. Und natürlich ist er ab 1950 wieder Chefredakteur des &lt;i&gt;Herrenjournals&lt;/i&gt; und Leiter des neu gegründeten Instituts für Herrenmode.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-AAVdqQybziU/TwtxKf1dL6I/AAAAAAAAAeA/7ywXQGK2N7U/s1600/1305714464_dieuniformen-350.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-AAVdqQybziU/TwtxKf1dL6I/AAAAAAAAAeA/7ywXQGK2N7U/s200/1305714464_dieuniformen-350.jpg" width="141" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und der Herrenreiter ist wieder der Hohepriester der Herrenkleidung, diese Rolle als &lt;i&gt;arbiter elegantiarum&lt;/i&gt; soll er angeblich schon in den dreißiger Jahren in Berlin gehabt haben, allerdings wird er von keinem Schriftsteller oder Essayisten von Rang und Namen im damaligen Berlin erwähnt. Höchstens vielleicht von seinem Freund, dem Schriftsteller Friedrich Freksa, dessen Schriften wie&amp;nbsp;&lt;i&gt;Kapitän Ehrhardt&lt;/i&gt;,&amp;nbsp;&lt;i&gt;Ohm Krüger:&amp;nbsp;Sein Leben - ein Kampf gegen England&amp;nbsp;&lt;/i&gt;oder&amp;nbsp;&lt;i&gt;Wir durchstoßen die Maginotlinie!&lt;/i&gt; 1945 alle auf der Liste der auszusondernden Literatur der Alliierten standen. Das ➱&lt;a href="http://www.vho.org/censor/tE.html"&gt;Buch&lt;/a&gt;&amp;nbsp;des braunen Barons natürlich auch.&amp;nbsp;Die unangefochtene Position in der Herrenmode der fünfziger Jahre verdankt der Journalist von Eelking vielleicht seinen tausend Krawatten, auf jeden Fall aber der sartorialen Armut der Zeit: wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist natürlich auch eine Zeit ohne wirkliche Mode. Denn die fünfziger Jahre sind in der Herrenkonfektion eine stehengebliebene Zeit. Die einzigen modischen Veränderungen finden sich in den aufblühenden Jugendkulturen wie Teddy Boys, Mods, Hipsters und Bikers - was nun definitiv nicht die Welt von Herrn von Eelking ist. Immerhin hat er in seinem Lexikon einen offensichtlich mit Abscheu geschriebenen Artikel zu &lt;i&gt;Teddy-Boys&lt;/i&gt;, der mit mit dem Satz endet: &lt;i&gt;Immerhin war das Auftreten der Teddy-Boys sehr instruktiv dafür, wohin eine Mode kommen kann, wenn sich Unberufene ihrer bemächtigen&lt;/i&gt;. Mode ist etwas für Berufene. Wie Hermann Marten von Eelking. Vielleicht sagt diese kleine Anekdote alles: &lt;i&gt;"Es ist mir ein Rätsel, Baron, wie Sie vier Fortsetzungen 'Für oder wider den weißen Pikeestreifen am Frackhemd' schreiben können", wurde er einmal gefragt. "Mein lieber X., das kann man auch erst verstehen, wenn man bereits in der dritten Generation Kultur hat!, war die Antwort&lt;/i&gt;.&amp;nbsp;Ja, das ist die richtige Attitüde: drei Generationen Kultur. Da braucht man dann auch nicht zu erwähnen, dass der Urgroßvater ein höchst zweifelhafter Geselle war, der ein großes Vermögen verspekulierte und ein Jahr nach der Hochzeit Frau und Kinder verließ. Und der Großvater in geistiger Umnachtung Selbstmord beging. Und man selbst bei den braunen Horden der SA war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-zwASUkNl-Uc/Twtxp1_-YuI/AAAAAAAAAeI/Rjeq1hfZTv0/s1600/9367%257E23406.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="110" src="http://4.bp.blogspot.com/-zwASUkNl-Uc/Twtxp1_-YuI/AAAAAAAAAeI/Rjeq1hfZTv0/s200/9367%257E23406.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Da ich den Einfluss der Jugendkulturen auf die Mode der fünfziger Jahre erwähnte: Wer sich schnell über die Kleidungskulturen der Nichtberufen der &lt;i&gt;youth cultures&lt;/i&gt; orientieren möchte, dem sei das Buch ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://i-donline.com/2010/11/streetstyle-from-sidewalk-to-catwalk-2010/"&gt;Street Style: From Sidewalk to Catwalk&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; von &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ted_Polhemus"&gt;Ted Polhemus&lt;/a&gt; (ein Begleitbuch zu einer Ausstellung des Victoria &amp;amp; Albert Museums) empfohlen. Polhemus ist studierter Anthropologe, er erforscht eine Kultur deskriptiv, nicht präskriptiv. Wissenschaftlichkeit ist nicht die Sache des deutschen Barons, sein Stil ist eher von dem geprägt, was der Engländer so schön &lt;i&gt;sweeping statement&lt;/i&gt; nennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das liest sich mitunter ganz gefällig, wenn man zum Beispiel sein Buch &lt;i&gt;Das Bildnis des eleganten Mannes: Ein Zylinderbrevier von Werther bis Kennedy&lt;/i&gt;&amp;nbsp;von 1962 betrachtet, wahrscheinlich sein bestes Buch (ich besitze sogar ein signiertes Exemplar). Wenn man aber einmal eine wirkliche Kulturgeschichte dagegen hält, wie zum Beispiel &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Harold_Nicolson"&gt;Sir Harold Nicolsons&lt;/a&gt; &lt;i&gt;Good Behaviour, being a Study of Certain Types of Civility&lt;/i&gt; oder &lt;a href="http://it.wikipedia.org/wiki/Irene_Brin"&gt;Irene Brins&lt;/a&gt; &lt;i&gt;Morbidezza: Kleine Geschichte des Snobismus zwischen den großen Kriegen&lt;/i&gt;, dann werden die intellektuellen und stilistischen Defizite des Herrn von Eelking schnell deutlich. Sie sind eklatant, wenn es um die ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/02/beau-brummell.html"&gt;Philosophie&lt;/a&gt; geht, denn seit der deutsche Philosoph &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Garve"&gt;Christian Garve&lt;/a&gt;&amp;nbsp;1792 sein Buch &lt;i&gt;Über die Moden&lt;/i&gt; schrieb, ist die Mode immer im Blickfeld der Philosophie gewesen. Aber Georg Simmels ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.modetheorie.de/fileadmin/Texte/s/Simmel-Psychologie_Mode_1895.pdf"&gt;Psychologie der Mode&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; von 1895 ist unserem Ulanenoffizier ebenso fremd wie John Carl Fluegels &lt;i&gt;Psychology of Clothes&lt;/i&gt; von 1930. Falls es Sie interessiert, hätte ich ➱&lt;a href="http://www.modetheorie.de/Texte.67.0.html"&gt;hier&lt;/a&gt; eine schöne Seite zu Modetheorien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://i.telegraph.co.uk/multimedia/archive/01572/Henry-Poole-Crest_1572544g.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="http://i.telegraph.co.uk/multimedia/archive/01572/Henry-Poole-Crest_1572544g.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;So zeittypisch die Artikel des Lexikons sind, so sind sie leider auch voller Fehler, als ernstzunehmendes Modelexikon sind die Phantasien des Verfassers völlig ungeeignet. Wenn ich für jeden Fehler, den ich im Lexikon anstreiche, zehn Euro bekommen würde, würde mich eine Überarbeitung des Lexikons schnell reich machen.&amp;nbsp;Es gibt Kleinigkeiten (?) wie falsche Daten und Namen, Peinlichkeiten wie &lt;i&gt;Sir Lipton&lt;/i&gt; (muss natürlich Sir Thomas Lipton heißen). Und das Wort &lt;i&gt;fashionable&lt;/i&gt; war nicht zuerst ein Substantiv, um dann ein Adjektiv zu werden. Bei allem was aus dem Englischen kommt - und das ist in der Geschichte der Mode doch sehr viel - hat der Verfasser große Schwächen.&lt;i&gt; Am Ende des 19. Jahrhunderts verwandelte dann Mr. Poole, damals führender Schneider und dann später allgemein als Nestor dieses Handwerks angesehen, das vornehme Haus Nr. 2 in ein Geschäftshaus. So erhielt die Savile Row allmählich ihre Bedeutung als Stätte der feinen Schneiderei&lt;/i&gt;. Klingt gut, ist aber von vorne bis hinten falsch. Als Henry Poole (den Vornamen kennt Eelking nicht, aber dafür wirft er das Wort &lt;i&gt;Nestor&lt;/i&gt; in den Satz, das klingt dann bedeutend) 1846 den Seiteneingang zur Savile Row von der Werkstatt seines Vaters James Poole (die in der Nummer 4 der Old Burlington Street war) zum Haupteingang macht, ist er nicht der einzige Schneider in der Savile Row. Und das ist 1846, nicht &lt;i&gt;am Ende des 19. Jahrhunderts. &lt;/i&gt;Und die Hausnummer stimmt natürlich auch nicht. Ich könnte jetzt stundenlang so weitermachen, aber es wird doch etwas öde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-lXJsNIlJ2lw/TwxsAJdz11I/AAAAAAAAAeQ/H4NXgQ7YrpQ/s1600/62e8e10e22a0ed3005d72210.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="150" src="http://1.bp.blogspot.com/-lXJsNIlJ2lw/TwxsAJdz11I/AAAAAAAAAeQ/H4NXgQ7YrpQ/s200/62e8e10e22a0ed3005d72210.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Vieles ist auch einfach seiner Phantasie entsprungen ist - all das, was er über schottische Tartans schreibt, ist von keinerlei Sachkenntnis getrübt. Quellen, Belege oder weiterführende Literaturhinweise enthält das Lexikon sowieso nicht.&amp;nbsp;Modegeschichtlich seriös wie &lt;i&gt;Reclams Mode- und Kostümlexikon&lt;/i&gt; von Ingrid Loschek ist Eelkings &lt;i&gt;Lexikon&lt;/i&gt; auf keinen Fall. Seriös ist es auch nicht, wenn es in einem Lexikon ein &lt;i&gt;puffing&lt;/i&gt; für bestimmte Firmen gibt. So finden wir einen längeren Artikel über die Krawattenfirma Edsor Kronen und ihren Besitzer Fritz M. Tübke. Das ist einer der besten Freunde von Eelking,&amp;nbsp;der (so Wikipedia) &lt;i&gt;an der "Arisierung" der jüdischen Firma von Ildefons Auerbach in der Leipziger Straße 58 in Berlin beteiligt war und diesem Umstand den wirtschaftlichen Aufstieg seines Unternehmens, der "Kronen-Krawattenfabrik" verdankte. &lt;/i&gt;Und der mit Eelking zusammen das&amp;nbsp;Deutsche Mode-Institut e.V. in Berlin und Düsseldorf gründete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-BjrCniNUFrg/TwxyGi3PDVI/AAAAAAAAAeY/u85s1_I5lVg/s1600/1675275.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://2.bp.blogspot.com/-BjrCniNUFrg/TwxyGi3PDVI/AAAAAAAAAeY/u85s1_I5lVg/s200/1675275.jpg" width="134" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;So nett eigentlich Eelkings &lt;i&gt;Lexikon&lt;/i&gt; im Ansatz ist, es gibt ein besseres Lexikon der Mode (Damen- und Herrenmode) in deutscher Sprache. Nämlich das der viel zu früh gestorbenen&amp;nbsp;Ingrid Loschek. Das enthält nicht nur einen 400-seitigen Lexikonteil, sondern auch gleich am Anfang eine kurze Geschichte der Mode durch die Jahrhunderte. Weiterhin gibt es am Ende ein Verzeichnis der wichtigsten Modeschöpfer und weiterführende Literatur. Und dazwischen alles von &lt;i&gt;Aba &lt;/i&gt;(dem Hauptobergewand der Araber) bis &lt;i&gt;Zylinder&lt;/i&gt;. Zweitausend&amp;nbsp;Sachartikel mit ausgesucht guten (leider nur kleinen) Illustrationen, Kulturgeschichte und textiles Nachschlagewerk in einem.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Bügelfalte&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Büstenhalter&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Schillerkragen&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Halbstarkenmode&lt;/i&gt;, kein modischer Fachbegriff (und keine Verirrung der Mode) entgeht der Autorin. Deutschlands vielleicht wichtigster Beitrag zur Herrenmode, der scheußliche &lt;i&gt;Kleppermantel&lt;/i&gt;, ist natürlich auch drin.&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_TEtOkT8k7uA/SQTwymZa-tI/AAAAAAAAAFc/7NRdThRYLJQ/s320/2.JPG" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://3.bp.blogspot.com/_TEtOkT8k7uA/SQTwymZa-tI/AAAAAAAAAFc/7NRdThRYLJQ/s200/2.JPG" width="109" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Für mich ist das &lt;i&gt;Lexikon der Herrenmode&lt;/i&gt; ein Stück liebenswerter Nostalgie. Ich gebe mein Exemplar natürlich auch nicht her, obwohl Sammler dafür heute richtiges Geld bezahlen würden. Ich mag es, weil es ein Teil von meinem Leben ist. Weil ich es vor fünfzig Jahren für Wochen geliehen bekam (und beinahe auswendig lernte), so wie ich damals auch immer das &lt;i&gt;Herrenjournal&lt;/i&gt; geliehen (und manchmal geschenkt) bekam. Das, was der Freiherr von Eelking trug (und er war ja ständig in seinen Publikationen abgebildet), reizte mich niemals zur Nachahmung. Er war für mich eine Kleiderpuppe für absonderliche Modetorheiten. Ich hatte längst den englischen Gentleman als Stilideal entdeckt. Eelkings Kleidung war ein verzweifelter verschmockter deutscher Dandyismus aus einer anderen Zeit. Irgendwie schien er sich an Boni de Castellane zu orientieren, der ja im Alter auch eine komische Figur bot.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Blog ➱&lt;a href="http://camlots.blogspot.com/search/label/Herrenjournal"&gt;Camlots Custom Made&lt;/a&gt;&amp;nbsp;hat eine schöne Sammlung von Modezeichnungen, aus denen ich mich auch bedient habe. Ich hoffe, die sind mir nicht böse.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-3684860180156177565?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/3684860180156177565/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/modebucher.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3684860180156177565'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3684860180156177565'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/modebucher.html' title='Modebücher'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_t25fj1jqLE8/SNqZfTkllII/AAAAAAAABhw/_fCcQmtvnP8/s72-c/Grauer+Flanellzweireiher3.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-5558178500213919051</id><published>2012-01-11T10:56:00.002+01:00</published><updated>2012-01-11T11:52:54.640+01:00</updated><title type='text'>Segelschiffe</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/18/Werft_Johann_Lange_-_Vegesack_-_1837.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="138" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/18/Werft_Johann_Lange_-_Vegesack_-_1837.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das kleine Kaff, aus dem ich komme, hat eine ruhmreiche Geschichte im Bau von Segelschiffen. Von den vielen Werften (hier die Langesche Werft um 1835) von der Lesummündung bis zum Fährgrund ist nicht mehr viel übrig geblieben. Nach der Pleite des Bremer Vulkans sind nur noch Abeking &amp;amp; Rasmussen und Lürssen da, die aber durch ihre Spezialisierung sehr gut im Geschäft sind. Die Segelmachereien sind auch so gut wie weg. Beilken ist noch da, aber die Tage, wo ohne die Brüder Beilken bei den deutschen Admiral Cuppers nichts ging, sind lange vorbei. Die schönen Holzsteuerräder der Steuerradfabrik F.W. Bauer in der Weserstraße werden heute als Dekorationsstücke gehandelt, moderne Schiffe haben so etwas nicht mehr. Je weiter die Tage der Segelschiffe entfernt sind, desto teurer werden die Erinnerungsstücke: von Schiffschronometern bis zu hölzernen Steuerrädern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/26/Bremer_Walfangflotte_-_Carl_Justus_Harmen_Fedeler_-_1844.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="127" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/26/Bremer_Walfangflotte_-_Carl_Justus_Harmen_Fedeler_-_1844.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Natürlich gibt es an der Weser außer Abeking und Lürssen noch ein paar Werften. Die Werft in Elsfleth hat gerade den Auftrag für die Reparatur der &lt;i&gt;Gorch Fock&lt;/i&gt; bekommen. Zum Entsetzen der Kieler Lindenau Werft, die den Auftrag schon in der Tasche zu haben schien, und die jetzt vor der Pleite steht. Aber die wenigen Werften, die noch übrig geblieben sind (und die sich gegenseitig die Aufträge wegschnappen) sind natürlich nichts gegen die große Zeit des Schiffbaus an der Weser im 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-o5RIMTBCCe0/TwnVnFmFPOI/AAAAAAAAAdI/6L03g95Ir_g/s1600/2007_09_Alma_650.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="136" src="http://4.bp.blogspot.com/-o5RIMTBCCe0/TwnVnFmFPOI/AAAAAAAAAdI/6L03g95Ir_g/s200/2007_09_Alma_650.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Welche dankenswerterweise durch einen Liebhaber namens Peter-Michael Pawlak mustergültig dokumentiert worden ist. Der promovierte Jurist, der Richter am Amtsgericht Blumenthal war, hat in drei reich illustrierten Bänden jedes Schiff dokumentiert.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Von der Weser in die Welt: Die Geschichte der Segelschiffe von Weser und Lesum und ihrer Bauwerften 1770 bis 1893&lt;/i&gt; ist uns Vegesackern natürlich am liebsten, weil dieser ➱&lt;a href="http://www.peter-michael-pawlik.de/Von_der_Weser_in_die_Welt_Band_1.html"&gt;Band I&lt;/a&gt;&amp;nbsp;unseren Heimatort behandelt. Der ➱&lt;a href="http://www.peter-michael-pawlik.de/Von-der-Weser-in-die-Welt-Band-2.html"&gt;Band II&lt;/a&gt; hat die Elsflether und Oldenburger Werften zum Thema, und der vor kurzem erschienene ➱&lt;a href="http://www.peter-michael-pawlik.de/von-der-weser-in-die-welt-band-3.html"&gt;Band III&lt;/a&gt;&amp;nbsp;nimmt sich den Rest der Weser vor. Das alles im Großformat, über fünfzehnhundert Seiten - und beinahe fünfzehnhundert Abbildungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-uyTzKixmK20/TwnWELG06tI/AAAAAAAAAdQ/wytZrxSzPQc/s1600/2006_07_Germania_650.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="136" src="http://1.bp.blogspot.com/-uyTzKixmK20/TwnWELG06tI/AAAAAAAAAdQ/wytZrxSzPQc/s200/2006_07_Germania_650.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und nicht nur alle Daten zum Bau und zur Geschichte eines jeden Schiffes finden sich bei Pawlik, es gibt auch Übersichtsartikel über die Marinemalerei aus Vegesack. Von Malern wie Fedeler und Jaburg, die jeder Vegesacker kennt, weil sie die Wände des Heimatmuseums (jetzt im Schönebecker Schloss) und des Focke Museums in Bremen zieren. Sie sind uns lieb und teuer. Heute natürlich teuer, weil Darstellungen von Segelschiffen des 19. Jahrhunderts auf dem Kunstmarkt immer teurer werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-i--r3wAkW-k/TwnWlt_ZueI/AAAAAAAAAdY/3U__Gl2_wUY/s1600/23sacr3.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="190" src="http://1.bp.blogspot.com/-i--r3wAkW-k/TwnWlt_ZueI/AAAAAAAAAdY/3U__Gl2_wUY/s200/23sacr3.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Aber irgendwann sind die Bremer Reeder mit den Werften an der Weser nicht mehr so glücklich. Sie suchen robuste Frachtsegler, die man leicht umbauen kann, die man sowohl für die Passagierfahrt (die Auswanderung nach Amerika wird jetzt zu einem schönen Geschäft) als auch &amp;nbsp;den Walfang verwenden kann. In Amerika haben sie da einen Schiffstyp, den die Unterweserwerften nicht haben.&amp;nbsp;Also kauften Bremer Reeder sich (meist &lt;i&gt;second-hand&lt;/i&gt;) die an der amerikanischen Ostküste (&lt;i&gt;Downeasters&lt;/i&gt;) oder in Kanada (&lt;i&gt;Nova-Scotians&lt;/i&gt;) gebauten unverwüstlichen Universalschiffe, tauften sie um und gaben ihnen eine neue Flagge.&amp;nbsp;Die Werften an der Unterweser hatten dem Technologievorsprung der Amerikaner nichts entgegenzusetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-jinmza-yq6c/TwrFVSDLlhI/AAAAAAAAAdw/8nFCuyWhi7Q/s1600/The+Flying+Cloud.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="157" src="http://1.bp.blogspot.com/-jinmza-yq6c/TwrFVSDLlhI/AAAAAAAAAdw/8nFCuyWhi7Q/s200/The+Flying+Cloud.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Denn täuschen wir uns nicht, so sehr wir aus Lokalpatriotismus unsere Werften und unsere Schiffe lieben, und obgleich dies der Höhepunkt von Deutschlands maritimer Geschichte ist: Die Amerikaner sind schon viel weiter. Denn das 19. Jahrhundert ist gleichzeitig der Höhepunkt amerikanischer Schiffbaukunst. &lt;i&gt;Kathedralen Amerikas&lt;/i&gt; hat der amerikanische Seefahrtshistoriker Arthur H. Clark diese Schiffe genannt. Sein Buch&amp;nbsp;&lt;i&gt;The Clipper Ship Era: An Epitome of Famous American and British Clipper Ships, Their Owners, Builders, Commanders and Crews 1843-1869&lt;/i&gt; soll hier nicht verheimlicht werden. Der Kauf von diesen &lt;i&gt;Downeasters&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Nova Scotians&lt;/i&gt; schadet natürlich der heimischen Werftindustrie. Hier beginnt eine Entwicklung, die dazu führen wird, dass Bremer Reeder ihre Schiffe nicht mehr an der Weser bauen lassen, sondern eines Tages auf den &lt;i&gt;shipyards&lt;/i&gt; von Strathclyde. Die Schotten sind billiger. Und eines schönen Tages verlagert sich der Schiffbau nach Korea.&amp;nbsp;Hyundai Heavy Industries ist heute die größte Werft der Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/40/Segeldampfer_Bremen_-_Fritz_M%C3%BCller_-_1858.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="128" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/40/Segeldampfer_Bremen_-_Fritz_M%C3%BCller_-_1858.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die &lt;i&gt;Downeasters&lt;/i&gt; sind von der Forschung ein wenig vernachlässigt worden. Weil sie nicht so schön sind wie die amerikanischen Clipper. Aber sie sind der Liebhaberforschung nicht entgangen. Sie kommen natürlich in&amp;nbsp;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_H%C3%B6ver"&gt;Otto Hövers&lt;/a&gt; Klassiker &lt;i&gt;Von der Galiot zum Fünfmaster&lt;/i&gt; (1934), vor. Und in dem kleinen Büchlein des Kapitäns Rolf Reinemuth &lt;i&gt;Segel aus Downeast&lt;/i&gt; (1971), und selbstverständlich lässt Pawlik sie nicht aus.&amp;nbsp;Vor neun Jahren erschien mit dem Buch&amp;nbsp;&lt;i&gt;Downeasters und Nova-Scotians. Amerikanische und kanadische Segler von der Weser&lt;/i&gt;&amp;nbsp;von Wolfgang Walter sicherlich das definitive Buch zu dem Thema.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-Ye8hNyoRTGo/TwnuaXjdaEI/AAAAAAAAAdg/k_5r7nkmH0w/s1600/IT236977_fullsize-1.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="131" src="http://1.bp.blogspot.com/-Ye8hNyoRTGo/TwnuaXjdaEI/AAAAAAAAAdg/k_5r7nkmH0w/s200/IT236977_fullsize-1.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die Clipper gehörten eigentlich nicht in das Buch, weil sie einen anderen Rumpf und eine völlig andere Besegelung hatten, aber Wolfgang Walter (gelernter Schiffbauer und ehemaliger Konstruktionsleiter bei der Bremer AG Weser)&amp;nbsp;bezieht sie hier mit ein. Das hat seine Berechtigung, zumal er dankenswerterweise auch eine kurze Geschichte der amerikanischen und kanadischen Seefahrt seit der Kolonialzeit liefert. Das Buch verzeichnet akribisch die Lebensläufe von 339 Schiffen. Dabei orientiert sich die ganze Aufmachung an Pawliks &lt;i&gt;Von der Weser in die Welt.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;Wolfgang Walters Buch ist leider schon wieder vergriffen, das Deutsche Schiffahrtsmuseum und der Convent Verlag sollten sich mal einen Ruck geben und das Buch neu drucken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bilder: 1) Lange Werft 1835, unbekannter Künstler 2) Carl Fedeler 3) und 4) Oltmann Jaburg. Dann folgen Bilder von dem Downeaster &lt;i&gt;Henry B. Hyde&lt;/i&gt; und dem Clipper &lt;i&gt;Flying Cloud&lt;/i&gt;. Der Segeldampfer ist von einem Vegesacker Maler namens Fritz Müller (über den man nicht so viel weiß) und das letzte Bild ist wieder von Carl Fedeler.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-5558178500213919051?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/5558178500213919051/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/segelschiffe.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/5558178500213919051'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/5558178500213919051'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/segelschiffe.html' title='Segelschiffe'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-o5RIMTBCCe0/TwnVnFmFPOI/AAAAAAAAAdI/6L03g95Ir_g/s72-c/2007_09_Alma_650.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-3021344443999428251</id><published>2012-01-10T10:39:00.001+01:00</published><updated>2012-01-10T10:40:04.094+01:00</updated><title type='text'>Peacemaker</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/SamuelColt.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/SamuelColt.jpg?uselang=de" width="138" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Vor einhundertfünfzig Jahren ist Samuel Colt gestorben, die ➱&lt;a href="http://www.ctheritage.org/encyclopedia/topicalsurveys/colt.htm"&gt;Beerdigung&lt;/a&gt;&amp;nbsp;in Hartford glich einem Staatsakt. Die Beerdigungen von so vielen, die durch sein Industrieprodukt gestorben sind, wohl nicht. &lt;i&gt;God made man but Samuel Colt made them equal&lt;/i&gt;, die Amerikaner haben seltsame Sprüche drauf. Einer davon stammt von Samuel Colt selbst: &lt;i&gt;The good people in this world are very far from being satisfied with each other and my arms are the best peacemaker&lt;/i&gt;. Solche Sprüche kriegen sie bei SIG Sauer in Eckernförde nicht hin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://farm5.staticflickr.com/4018/4422433444_46d52db91f_z.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="133" src="http://farm5.staticflickr.com/4018/4422433444_46d52db91f_z.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Auf dem Friedhof von Cedar Hill in Hartford hat er erstaunliche Nachbarn: die Schauspielerin Katharine Hepburn, den Dichter Wallace Stevens, den Erzieher Henry Barnard und den Bankier J. P. Morgan. Mark Twain, der die Fabrik von Colt in seinen Roman ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/03/plagiat.html"&gt;A Connecticut Yankee in King Arthur's Court&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; hineingeschrieben hat, ist hier nicht begraben (obgleich er lange in Hartford gelebt hat). Auf einem anderen Friedhof von Hartford liegt die heute vergessene Dichterin&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lydia_Sigourney"&gt;Lydia Howard Huntley Sigourney&lt;/a&gt;, die man &lt;i&gt;the sweet singer of Hartford&lt;/i&gt; nannte. Und die es natürlich nicht ausließ, beim Tode von Samuel Colt ein Gedicht zu schreiben:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;And hath he fallen,&amp;nbsp;--whom late we saw&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;In manly vigor bold?&lt;br /&gt;That stately form,&amp;nbsp;--that noble face,&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Shall we no more behold?--&lt;br /&gt;Not now of the renown we speak&lt;br /&gt;That gathers round his name,&lt;br /&gt;For other climes beside our own&lt;br /&gt;Bear witness to his fame;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nor of the high inventive power&lt;br /&gt;That stretched from zone to zone,&lt;br /&gt;And 'neath the pathless ocean wrought,--&lt;br /&gt;For these to all are known;--&lt;br /&gt;Nor of the love his liberal soul&lt;br /&gt;His native City bore,&lt;br /&gt;For she hath monuments of this&lt;br /&gt;Till memory is no more;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nor of the self-reliant force&lt;br /&gt;By which his way he told,&lt;br /&gt;Nor of the Midas-touch that turn'd&lt;br /&gt;All enterprise to gold,&lt;br /&gt;And made the indignant River yield&lt;br /&gt;Unto the ozier'd plain,--&lt;br /&gt;For these would ask a wider range&lt;br /&gt;Than waits the lyric strain:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;We choose those unobtrusive traits&lt;br /&gt;That dawn'd with influence mild,&lt;br /&gt;When in his noble Mother's arms&lt;br /&gt;We saw the noble child,&lt;br /&gt;And noted mid the changeful scenes&lt;br /&gt;Of boyhood's sport or strife,&lt;br /&gt;That quiet, firm and ruling mind&lt;br /&gt;Which marked advancing life.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So onward as he held his course&lt;br /&gt;Through hardship to renown,&lt;br /&gt;He kept fresh sympathy for those&lt;br /&gt;Who cope with fortune's frown,&lt;br /&gt;The kind regard for honest toil,&lt;br /&gt;The joy to see it rise,&lt;br /&gt;The fearless truth that never sought&lt;br /&gt;His frailties to disguise,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The lofty mind that all alone&lt;br /&gt;Gigantic plans sustain'd,&lt;br /&gt;Yet turned unboastfully away&lt;br /&gt;From fame and honors gained;&lt;br /&gt;The tender love for her who blest&lt;br /&gt;His home with angel-care,&lt;br /&gt;And for the infant buds that rose&lt;br /&gt;In opening beauty fair.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deep in the heart whence flows this lay,&lt;br /&gt;Is many a grateful trace&lt;br /&gt;Of friendship's warm and earnest deed&lt;br /&gt;Which nought can e'er replace;&lt;br /&gt;For in the glory of his prime&lt;br /&gt;The pulse forsakes his breast,&lt;br /&gt;And by his buried little ones&lt;br /&gt;He lays him down to rest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;And thousand stand with drooping head&lt;br /&gt;Beside his open grave,&lt;br /&gt;To whose industrious, faithful hands,&lt;br /&gt;The daily bread he gave,&lt;br /&gt;The daily bread that wife and babe&lt;br /&gt;Or aged parent cheer'd,&lt;br /&gt;Beneath the pleasant cottage roofs,&lt;br /&gt;Which he for them had rear'd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;There's mourning in the princely halls&lt;br /&gt;So late with gladness gay,&lt;br /&gt;A tear within the heart of love&lt;br /&gt;That will not dry away;&lt;br /&gt;A sense of loss on all around,&lt;br /&gt;A sigh of grief and pain--&lt;br /&gt;'The like of him we lose to day,&lt;br /&gt;We ne'er shall see again.' &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;Irgendwie furchtbar, lesen Sie doch lieber in diesem Blog, was ich vor einem halben Jahr über ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/07/samuel-colt.html"&gt;Samuel Colt&lt;/a&gt; geschrieben habe.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-3021344443999428251?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/3021344443999428251/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/peacemaker.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3021344443999428251'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3021344443999428251'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/peacemaker.html' title='Peacemaker'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-8707065109806677317</id><published>2012-01-09T10:44:00.000+01:00</published><updated>2012-01-09T10:44:42.549+01:00</updated><title type='text'>Sezession</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/10/President-Jefferson-Davis.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/10/President-Jefferson-Davis.jpg" width="157" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Heute vor 151 Jahren hat sich der Bundesstaat Mississippi als zweiter Staat des Südens von der Union losgesagt. Kaum dass Lincoln gewählt war (er war noch nicht als Präsident im Amt), hatte sich im Dezember South Carolina aus der Union verabschiedet. Jefferson Davis, der wenig später Präsident der neuen Südstaaten werden wird, hat das nicht gewollt. Er kommt aus Mississippi, aber er war nicht die treibende Kraft dieser Sezession. Er ist auch noch als Vertreter der Demokratischen Partei im Senat in Washington. Zwölf Tage später,&amp;nbsp;&lt;i&gt;the saddest day of my life&lt;/i&gt;, hält er seine ➱&lt;a href="http://jeffersondavis.rice.edu/Content.aspx?id=87"&gt;Abschiedsrede&lt;/a&gt; im Senat. Er hatte sich vom Krankenbett hoch gequält, um die sechsminütige Rede zu halten. Es wird Tränen und Beifall geben. Er weiß, was kommen wird. Er weiß auch, wie Krieg aussieht, der Colonel Davis ist in mehreren Feldzügen gewesen. Er kennt auch die militärische Überlegenheit der Nordstaaten, schließlich war er unter Präsident Franklin Pierce Kriegsminister der USA. Aber er weiß auch, dass er die Geschichte nicht aufhalten kann. Er wird später sagen, dass seine Worte&amp;nbsp;&lt;i&gt;leaves torn from the book of fate&lt;/i&gt; gewesen seien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;When ocean-clouds over inland hills&lt;br /&gt;Sweep storming in late autumn brown,&lt;br /&gt;And horror the sodden valley fills,&lt;br /&gt;And the spire falls crashing in the town,&lt;br /&gt;I muse upon my country's ills—&lt;br /&gt;The tempest bursting from the waste of Time&lt;br /&gt;On the world's fairest hope linked with man's foulest crime.&lt;br /&gt;Nature's dark side is heeded now—&lt;br /&gt;(Ah! optimist-cheer disheartened flown)—&lt;br /&gt;A child may read the moody brow&lt;br /&gt;Of yon black mountain lone.&lt;br /&gt;With shouts the torrents down the gorges go,&lt;br /&gt;And storms are formed behind the storm we feel:&lt;br /&gt;The hemlock shakes in the rafter, the oak in the driving keel.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/42/Flag_of_Mississippi.svg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="120" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/42/Flag_of_Mississippi.svg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Das ist Herman Melvilles &lt;i&gt;Gedicht Misgivings (1860)&lt;/i&gt;, das zweite Gedicht aus seinem großen Zyklus&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.gutenberg.org/files/12384/12384-h/12384-h.htm"&gt;Battle-Pieces and Aspects of the War&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, einem Werk, das die Amerikaner damals nicht so richtig verstanden haben. In Mississippi sowieso nicht, die haben heute immer noch die alte Kriegsflagge der Südstaaten in ihrer Staatsflagge. Und den &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thirteenth_Amendment_to_the_United_States_Constitution"&gt;dreizehnten Zusatzartikel&lt;/a&gt; der Verfassung, der die Sklaverei verbietet, haben sie 1865 als einziger Staat nicht unterschrieben. Im Magnolia State gehen die Uhren etwas langsamer. Erst einhundertdreißig Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs hat Mississippi den Artikel ratifiziert.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-8707065109806677317?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/8707065109806677317/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/sezession.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/8707065109806677317'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/8707065109806677317'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/sezession.html' title='Sezession'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-5870238838610112657</id><published>2012-01-08T10:44:00.000+01:00</published><updated>2012-01-08T10:44:19.448+01:00</updated><title type='text'>Spätrömische Dekadenz</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a6/Alma-Tadema_A_Favourite_Custom_1909_Tate_Britain.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a6/Alma-Tadema_A_Favourite_Custom_1909_Tate_Britain.jpg" width="135" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das haben wir noch nicht vergessen, dass der Spezialist für römische Geschichte Guido Westerwelle von der &lt;i&gt;spätrömischen Dekadenz&lt;/i&gt; gesprochen hat. Der Guido, der hat seinen &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Gibbon"&gt;Edward Gibbon&lt;/a&gt; gelesen (wenn auch auf Deutsch, weil sein Englisch für das Original nicht ausreicht) &amp;nbsp;und der kennt das &lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Satyricon_(Petron)"&gt;Satyricon&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; des Petronius, der ist für solche Sätze qualifiziert. Wie der Lateiner in solchen Fällen sagt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Si tacuisses, philosophus mansisses&lt;/i&gt;.&amp;nbsp;Wir erinnern uns alle auch noch daran, was danach kam. War ein Festessen, sozusagen eine spätrömische Orgie, für die Kabarettisten. Schauen Sie doch einmal ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=wUNT-THpHMw"&gt;hier&lt;/a&gt; hinein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.liverpoolmuseums.org.uk/ladylever/collections/graphics/large/thetepidarium_large.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="143" src="http://www.liverpoolmuseums.org.uk/ladylever/collections/graphics/large/thetepidarium_large.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Aber lassen wir den Pseudo-Gibbon Westerwelle mal außer acht. Erinnern wir mal eben an einen wirklichen Meister, der die spätrömische Dekadenz zu seinem Thema gemacht hat, der hat nämlich heute Geburtstag. Sir Lawrence Alma-Tadema, der weiß, wie es in einem römischen Trepidarium aussieht (nämlich so), wurde heute vor 176 Jahren geboren. Er war der ideale Maler für die Doppelmoral der verklemmten Viktorianer. Er hat seinen Höhepunkt in einer Zeit, da Tischbeine verhüllt werden (weil sie Beine sind), aber die Prostitution floriert. Falls Sie ein wenig darüber wissen wollen, aber Statistiken langweilig finden, dann lesen Sie doch einmal &lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_French_Lieutenant's_Woman"&gt;The French Lieutenant's Woman&lt;/a&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;von John Fowles. Man erfährt da viel über das London des 19. Jahrhunderts. Falls Sie noch mehr über das unerschöpfliche Thema Viktorianer &amp;amp; Sex wissen wollen, dann kann ich das Buch &lt;i&gt;The Worm in the Bud: The World of Victorian Sexuality&lt;/i&gt; unbedingt empfehlen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0d/A_Sculptors_Model.jpg?uselang=de" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="320" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0d/A_Sculptors_Model.jpg?uselang=de" width="140" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die viktorianischen Maler malen natürlich keine nackten Frauen. So etwas überlässt man den Franzosen, alles, was mit dem unaussprechlichen Sex zu tun hat (&lt;i&gt;no sex please, we are English&lt;/i&gt;), kommt aus Frankreich: die englische Bezeichnung für Präservative ist &lt;i&gt;French letters&lt;/i&gt;. Nein, die viktorianischen Maler wie Alma-Tadema, ➱&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/80/1869_Edward_Poynter_-_Andromeda.jpg?uselang=de"&gt;Sir Edward Poynter&lt;/a&gt;&amp;nbsp;oder ➱&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7d/1868_Frederic_Leighton_-_Actaea.jpg?uselang=de"&gt;Lord Leighton&lt;/a&gt; malen mythologische oder historische Szenen. Ritter, die an einen Baum gefesselte nackte Frauen befreien, wie es&amp;nbsp;Sir John Everett Millais mit ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/02/ritter.html"&gt;The Knight Errant&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; tut. Oder junge Damen, die einem antiken Bildhauer für eine Venus Modell stehen, wie auf diesem Bild von Alma-Tadema. Der Maler hatte die gerade ausgebuddelte &lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Esquiline_Venus"&gt;&lt;span id="goog_855342475"&gt;&lt;/span&gt;Esquiline Venus&lt;/a&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;(die hier im Bild hinter dem Palmengewächs steht)&amp;nbsp;im Jahre 1875 in Rom gesehen. Was ihn natürlich berechtigt, dieses Bild zu malen. Weil das Publikum so etwas sehen will. Und man mit solchen Bildern richtig reich werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur die Kirche grummelt ein bisschen. So schreibt der Bischof von Carlisle:&amp;nbsp;&lt;i&gt;My mind has been considerably exercised this season by the exhibition of Alma-Tadema's nude Venus....[there might] be artistic reasons which justify such public exposure of the female form...In the case of the nude of an Old Masters, much allowance can be made, but&amp;nbsp;for a living artist to exhibit a life-size, life-like, almost photographic representation of a beautiful naked woman strikes my inartistic mind as somewhat, if not very, mischievous.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-NUUKrwLHdZI/TwlNabd1yKI/AAAAAAAAAc4/BaawU79PyRA/s1600/Poster-2-Pears_Soap.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-NUUKrwLHdZI/TwlNabd1yKI/AAAAAAAAAc4/BaawU79PyRA/s200/Poster-2-Pears_Soap.jpg" width="140" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das Bild von der nackten Dame im Trepidarium war übrigens für die stolze Summe von 1.150 Pfund (damals sehr viel Geld) von der Firma &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pears_soap"&gt;Pears Soap&lt;/a&gt; gekauft worden. Die dann aber davor zurückschreckte, es für ihre Seifenwerbung zu verwenden. Pears war in den 1880er Jahren unter den Beschuss der Moralwächter geraten, weil ihre Werbung mit halbnackten kleinen Mädchen ein klein wenig nach &lt;i&gt;kiddie porn&lt;/i&gt; aussah. &lt;i&gt;impropriety&lt;/i&gt; heißt das Wort, das hier Verwendung findet. Das geht im Victorian Age natürlich gar nicht. Lewis Carroll, der liebend gerne kleine Mädchen photographierte, haben die kleinen Mädchen von Pears aber bestimmt gefallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-EYobioX-Re0/TwlPJOHPTDI/AAAAAAAAAdA/L7z3-yGqiw8/s1600/FA-205.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://4.bp.blogspot.com/-EYobioX-Re0/TwlPJOHPTDI/AAAAAAAAAdA/L7z3-yGqiw8/s200/FA-205.jpg" width="141" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die moralischen Bedenken haben bei Pears nicht so lange vorgehalten, wenn man sich zum Beispiel dieses Werbeplakat anschaut. Was kann man dazu sagen?&amp;nbsp;&lt;i&gt;Honi soit qui mal y pense&lt;/i&gt;?&amp;nbsp;Aber ein bisschen abgeschmackt ist es schon. Wenn Sie alles über das Thema viktorianische Nackedeis wissen wollen, kann ich den Katalog der Tate Gallery von Alison Smith: &lt;i&gt;Exposed:&amp;nbsp;The Victorian Nude&lt;/i&gt; nur empfehlen. Gibt es auch in Kurzfassung als Video. Nicht bei YouPorn, sondern bei YouTube, sie können es ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=0v9MXGLU3Sc"&gt;hier&lt;/a&gt; sehen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-5870238838610112657?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/5870238838610112657/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/spatromische-dekadenz.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/5870238838610112657'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/5870238838610112657'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/spatromische-dekadenz.html' title='Spätrömische Dekadenz'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-NUUKrwLHdZI/TwlNabd1yKI/AAAAAAAAAc4/BaawU79PyRA/s72-c/Poster-2-Pears_Soap.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-6562786619274686381</id><published>2012-01-07T10:38:00.001+01:00</published><updated>2012-01-07T12:34:22.153+01:00</updated><title type='text'>Albert Bierstadt</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/34/1866-Bierstadt-storm-in-the-rocky-mountains.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="113" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/34/1866-Bierstadt-storm-in-the-rocky-mountains.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das Bild haut mich jedes Mal um. Monumental groß (zwei Meter zehn mal 3,61) dieser Sturm in den Rocky Mountains, den der Deutschamerikaner Albert Bierstadt ein Jahr nach dem Ende des Bürgerkriegs gemalt hat. Was Cecil B. de Mille für Hollywood ist, ist Albert Bierstadt für die amerikanische Malerei. Drei Jahre nachdem er von einer Expedition in den amerikanischen Westen zurückgekehrt war, hatte Bierstadt das Bild gemalt, das er&amp;nbsp;&lt;i&gt;A Storm in the Rocky Mountains - Mt. Rosalie&lt;/i&gt; nannte. Mount Rosalie heißt zwar heute&amp;nbsp;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Mount_Evans"&gt;Mount Evans&lt;/a&gt;&amp;nbsp;(nach einem Gouverneur des Staates), aber Bierstadt hatte ihn damals nach der Gattin von Fitz Hugh Ludlow benannt, die er nach ihrer Scheidung von Ludlow geheiratet hat. Bierstadt ist eins der Mitglieder der wissenschaftlichen Expedition von Colonel Frederick W. Lander (es sind auch noch andere Maler und Photographen dabei), da kann man schon mal einen Berg&amp;nbsp;nach der Geliebten&amp;nbsp;benennen, die haben ja alle noch keine Namen. Natürlich gibt es heute auch einen &lt;a href="http://www.summitpost.org/mount-lander/307006"&gt;Mount Lander&lt;/a&gt; und einen &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mount_Bierstadt"&gt;Mount Bierstadt&lt;/a&gt;. Viele der Berge wird Bierstadt malen, was einen Journalisten ironisch sagen läßt: &lt;i&gt;Albert Bierstadt has copyrighted the principal mountains&lt;/i&gt;. Wer sich kein Bild eines Bergs der Rocky Mountains leisten kann, kauft sich einen Kupferstich, den Edward Bierstadt von den Gemälden des Bruders gemacht hat. Heute sind die Berge von Bierstadt noch ➱&lt;a href="http://www.cdaartauction.com/current/piece.html?artist_id=80&amp;amp;piece_id=2651"&gt;teurer&lt;/a&gt; als damals.&amp;nbsp;Der Mount Bierstadt liegt übrigens neben dem Mount Rosalie, da sind Albert und seine Rosalie ewig beieinander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er hat den schneebedeckten Berg auch etwas größer gemacht als er wirklich ist - was tut man nicht alles für schöne Frauen.&amp;nbsp;Rosalie wird von den Zeitgenossen als hübsch und flirtsüchtig beschrieben. Albert Bierstadt ist schwer verliebt in die Frau seines Freundes Fitz Hugh Ludlow, mit dem er diesen Trip in den Westen macht.&amp;nbsp;&lt;i&gt;A Storm in the Rocky Mountains - Mt. Rosalie &lt;/i&gt;ist eigentlich kein Landschaftsbild, sondern ist eine überdimensionale Liebeserklärung in&amp;nbsp;Cinemascope und Technicolor. Was Bierstadt malt, ist kein vor der Natur gemalter Realismus, dies ist noch eine romantische Vision des Westens nach den Gesetzen der klassischen Landschaftsmalerei. Und alles in falschen Farben. Bierstadt malt die Natur (nach seinen photographischen Konserven, seine beiden Brüder waren Photographen, da liegt der Griff zur Kamera nahe) nicht so wie sie ist, sondern wie sie sein soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber natürlich fertigt er vom Gewitter und dem Mount Rosalie erst einmal an Ort und Stelle eine Skizze an, wie sich ein Begleiter erinnert: &lt;i&gt;He said nothing, but his face was a picture of intense life and excitement. Taking in the view for the moment, he slid off his mule, glanced quickly to see where the hack was that carried his paint outfit, walked sideways to it and began fumbling at the lash-ropes, all the time keeping his eyes on the scene up the valley.... "I must get a study in colors; it will take me fifteen minutes!" He said nothing more. It was indeed a notable, a wonderful view. In addition to the natural topographic features of the scene, storm-clouds were sweeping across...from north-west to south-east.... Eddies of wind from the great chasm following up the face of the cliff were again caught in the air-current at its crest and drove the broken clouds in rolling masses through the storm-drift.... Soft hailstones were falling [and]... rays of sunlight were breaking through the broken, ragged clouds and lighting up in moving streaks the falling storm.... Bierstadt worked as though inspired. Nothing was said by either of us. At length the sketch was finished to his satisfaction. The glorious scene was fading as he packed up his traps. He asked: "There, was I more than fifteen minutes?" I answered: "Yes, you were at work forty-five minutes by the watch!"&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8a/Albert_Bierstadt,_Among_the_Sierra_Nevada_Mountains.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="117" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8a/Albert_Bierstadt,_Among_the_Sierra_Nevada_Mountains.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die Sache mit der Scheidung von Rosalie bringt wenig später das Protokoll des englischen Hofes zur Verzweiflung. Königin Victoria will das Bild&amp;nbsp;unbedingt sehen, das der englische Ingenieur William Kennard, kaum dass es fertig war, für 25.000 Dollar (was heute dem zehnfachen entspricht) gekauft hatte. Allerdings vermeidet sie nach dem Tod ihres Gatten Albert öffentliche Auftritte, und so muss Bierstadt das Bild zu ihrem Landsitz &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Osborne_House"&gt;Osborne House&lt;/a&gt;&amp;nbsp;auf der Isle of Wight bringen. Er bringt natürlich seine frisch angetraute Rosalie mit. Geschiedene Frauen werden zwar bei Hofe nicht empfangen, aber die königliche Schaulust siegt über moralische Bedenken. Mrs Bierstadt wird von der Königin empfangen und darf zum Essen bleiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b0/Albert_Bierstadt,_Lake_Lucerne,_1858.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="116" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b0/Albert_Bierstadt,_Lake_Lucerne,_1858.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Als der heute vor 181 Jahren in Solingen geborene Albert Bierstadt zwei Jahre alt war, haben seine Eltern zusammen mit seinen sechs Geschwistern in Rotterdam das Schiff &lt;i&gt;Hope&lt;/i&gt; von Kapitän Howland aus New Bedford bestiegen. Die &lt;i&gt;Hope&lt;/i&gt; ist ihre Hoffnung auf ein besseres Leben. Bierstadt wird später nach Deutschland zurückkehren, weil ein entfernter Verwandter, der Düsseldorfer Maler &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Peter_Hasenclever"&gt;Johann Peter Hasenclever&lt;/a&gt;, ihm eine Ausbildung als Maler versprochen hatte. Als er in Düsseldorf ankommt, ist Hasenclever gerade gestorben, aber seine Freunde nehmen den jungen Deutschamerikaner auf. Er freundet sich auch mit Emanuel Leutze an. Der ist in Amerika schon berühmt, weil er das Bild ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/02/washington-crossing-delaware.html"&gt;Washington Crosses the Delaware&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; gemalt hat. Das ist ja auch ein monumentales Bild. Und monumentale Bilder werden das Markenzeichen von Bierstadt werden, wenn er wieder in Amerika ist. Mit diesen Bildern hatte er schon in Europa begonnen, wie die Ansicht von Luzern (oben) zeigt. Wenn Sie die Alpen mit den Rocky Mountains da oben vergleichen, kann man kaum einen Unterschied erkennen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/73w212a.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="140" src="http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/73w212a.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Was Bierstadt malt, kommt bei den Neureichen des &lt;i&gt;Gilded Age&lt;/i&gt; gut an. Vor allem bei denen, die jetzt dank des zündenden Schlagworts &lt;i&gt;Manifest Destiny&lt;/i&gt; mit dem Wilden Westen ihr Vermögen machen. Also Eisenbahnkönige wie &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/James_J._Hill"&gt;James J. Hill&lt;/a&gt;, den man den &lt;i&gt;The Empire Builder&lt;/i&gt; nennt. &amp;nbsp;Aber auch&amp;nbsp;in Europa, das er mit seiner Gattin zwei Jahre lang bereist, wird er berühmt. Man behandelt ihn beinahe wie einen Staatsgast, die Bierstadts sind ein Teil der internationalen Schickeria der Belle Epoque. Das ist das Leben, das der lebenslustigen Rosalie gefällt: in London die Königin besuchen, in Rom Franz Liszt besuchen, ihn Paris stolz dabei sein, wenn Albert die Légion d`Honneur erhält. Aber das kann nicht ewig so weiter gehen, so können wir im deutschen Wikipedia Artikel zu Albert Bierstadt lesen:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Der Tod seiner Frau 1883 und andere Schicksalsschläge belasteten den alternden Künstler, der vereinsamt und mittellos im Jahre 1902 in New York verstarb.&lt;/i&gt;&amp;nbsp;Bis auf die Daten mit Rosalies Tod (sie litt an Schwindsucht und lebt deshalb die letzten Jahre meist auf den Bahamas) und Bierstadts Tod ist hier alles falsch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/73w199a.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="122" src="http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/73w199a.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Es gibt Schicksalsschläge, sein Landhaus mit dem schönen Namen &lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Malkasten_(K%C3%BCnstlerverein)"&gt;Malkasten&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; (eine Reminiszenz an Düsseldorf) brennt 1882 ab, viele ➱&lt;a href="http://user.xmission.com/~emailbox/glenda/bierstadt/malkasten.html"&gt;Bilder&lt;/a&gt; verbrennen. 1883 stirbt seine geliebte Rosalie, 1885 erklärt Bierstadt seine Zahlungsunfähigkeit. Das ist ein geschickter Schachzug seines Anwalts, der damit einen Schuldenschnitt erreicht, weil Bierstadt sich mit den abenteuerlichsten Spekulationen verzettelt hat. Ich lasse das hier mal weg, aber dass er den Präsidenten McKinley zu überreden suchte, dass die USA die Insel Korfu kaufen sollten, das sollte doch erwähnt werden. Er mag zwar nominell &lt;i&gt;mittellos&lt;/i&gt; sein, aber er lebt weiter im großen Stil. Und von Vereinsamung kann kaum die Rede sein, denn er hatte gleich nach dem Tod seiner Frau eine reiche Bankierswitwe geheiratet, die Millionärin Mary Hicks Stewart. Soviel zum Thema&amp;nbsp;&lt;i&gt;vereinsamt und mittellos.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/73w237a.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/73w237a.jpg" width="142" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Aber er ist nicht mehr der beliebte Künstler, der er zwei Jahrzehnte lang war. Der Publikumsgeschmack hat sich geändert, die Millionäre kaufen jetzt alte Meister aus Europa und neue französische Impressionisten. Die aus dem Boden schießenden Museen kaufen alles in Europa auf, was der Markt hergibt, die Goldschicht des &lt;i&gt;Gilded Age&lt;/i&gt; wird immer dicker. Amerikanische Museen kaufen keine amerikanische Kunst, irgendwann schämen sie sich sogar für die Werke amerikanischer Maler, verbannen sie in den Keller oder verkaufen sie zum Schleuderpreis. Auch&amp;nbsp;&lt;i&gt;A Storm in the Rocky Mountains - Mt. Rosalie&lt;/i&gt;&amp;nbsp;hat in England ein ähnliches Schicksal. Wird aber 1974 wieder gefunden und sofort vom ➱&lt;a href="http://www.brooklynmuseum.org/opencollection/objects/1558/"&gt;Brooklyn Museum&lt;/a&gt; gekauft. Denn plötzlich hat die amerikanische Malerei des 19. Jahrhunderts, insbesondere die ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/04/abschied.html"&gt;Hudson River School&lt;/a&gt; wieder Konjunktur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Jahr der Zweihundertjahrfeier der Unabhängigkeitserklärung wurden auf dem amerikanischen Markt 14 Bierstadts verkauft, die insgesamt 77.000 Dollar brachten. Aber schon wenige Jahre später hatte sich der Wind gedreht, 1983 brachte &lt;i&gt;The Last of the Buffalo&lt;/i&gt; (den das Auswahlkomitee für den Pariser Salon 1888 abgelehnt hatte) schon einen Preis von 720.000 Dollar. Bierstadt konnte auf dem Höhepunkt seiner Karriere verlangen, was er wollte. Er verlangte das Zehnfache von dem, was seine Kollegen von der Hudson River School für ein Landschaftsbild nahmen. Er brauchte das Geld, um seinen Lebensstil zu finanzieren. Und er brauchte den aufwendigen Lebensstil - das bildete er sich jedenfalls ein - um neue Kunden aus der Welt der Millionäre zu bekommen. Gut, ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/02/anders-zorn.html"&gt;Anders Zorn&lt;/a&gt; (der natürlich hundert Mal besser malte als Bierstadt) fuhr auch einen Rolls Royce. Aber er blieb auf dem Teppich, blieb in seinem Herzen immer der schwedische Bauernjunge. Und hinterließ in seinem Testament ein riesiges Vermögen. Albert Bierstadt hinterlässt kein Vermögen, er hinterlässt nur seine Bilder. Er liegt auf dem Friedhof von New Bedford begraben, dem Ort, an dem seine Familie mit der &lt;i&gt;Hope&lt;/i&gt; angekommen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.brooklynmuseum.org/community/blogosphere/wp-content/uploads/Eugenie/2948715156_961a3f8b48_b.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://www.brooklynmuseum.org/community/blogosphere/wp-content/uploads/Eugenie/2948715156_961a3f8b48_b.jpg" width="133" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Heute liebt man ihn wieder in Amerika. Heute kann man keinen Bierstadt mehr für einen Appel und ein Ei kriegen. Unter einer Million Dollar tut sich da nicht viel. Das Bild ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.christies.com/LotFinder/lot_details.aspx?intObjectID=5073673"&gt;Indians Spear Fishing&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; wurde 2008 bei Christie's für über sieben Millionen Dollar verkauft.&amp;nbsp;Das hier ist nicht das Ergebnis eines Attentats auf Bierstadts Bild&amp;nbsp;&lt;i&gt;Bridal Veil Falls&lt;/i&gt; (oben), das ist moderne Kunst! Die NewYorker Künstlerin ➱&lt;a href="http://www.brooklynmuseum.org/community/blogosphere/2008/10/21/contemporary-take-on-landscape-painting/"&gt;Valerie Hegarty&lt;/a&gt; hat sich die&amp;nbsp;&lt;i&gt;Bridal Veil Falls&amp;nbsp;&lt;/i&gt;als Vorlage für eine schräge Installation genommen. Ja, warum nicht. Ist auf jeden Fall witziger als eine &amp;nbsp;Fettecke von Beuys.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das beste Buch zu Leben und Werk von Albert Bierstadt ist&amp;nbsp;Gordon Hendricks' &lt;i&gt;Albert Bierstadt: Painter of the American West&lt;/i&gt;. &amp;nbsp;Es gibt ➱&lt;a href="http://hoocher.com/Albert_Bierstadt/Albert_Bierstadt.htm"&gt;hier&lt;/a&gt; eine nette Internetseite, und hier eine Seite, die verspricht ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.albertbierstadt.org/"&gt;The Complete Works&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; zu zeigen. Da wäre ich vorsichtig, man weiß gar nicht, wie viel Bilder er gemalt hat. Aber diese fünfhundert Bilder reichen auch schon aus, um den Betrachter optisch zu erschlagen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-6562786619274686381?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/6562786619274686381/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/albert-bierstadt.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/6562786619274686381'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/6562786619274686381'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/albert-bierstadt.html' title='Albert Bierstadt'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-2350133110944653463</id><published>2012-01-06T10:54:00.001+01:00</published><updated>2012-01-06T11:31:27.288+01:00</updated><title type='text'>Seeroman</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f9/The_Pilot_A_Tale_of_the_Sea.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f9/The_Pilot_A_Tale_of_the_Sea.jpg" width="92" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;The Pilot: A Tale of the Sea&amp;nbsp;&lt;/i&gt;(1824) war&amp;nbsp;der vierte Roman des Amateurschriftstellers James Cooper (&lt;i&gt;Fenimore&lt;/i&gt;,&amp;nbsp;den Geburtsnamen seiner Mutter fügte er seinem Namen erst zwei Jahre später hinzu). Mit &lt;i&gt;The Pilot&lt;/i&gt; hatte er jetzt in vier Jahren vier Romane geschrieben. Seit er nicht mehr bei der amerikanischen Marine ist, langweilt Cooper sich. Er fängt an Romane zu lesen, also diese Romane im Stil von Jane Austen, und er findet sie schrecklich. So etwas könne er auch schreiben, sagt er seiner Frau.&lt;i&gt;&amp;nbsp;I could write a better book myself!&lt;/i&gt; sollen seine Worte gewesen sein.&amp;nbsp;Und seine Frau sagt &lt;i&gt;Mach doch!&lt;/i&gt; Und schon schreibt Cooper ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.gutenberg.org/files/10365/10365-h/10365-h.htm"&gt;Precaution. A Novel&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;. Es ist nicht sein bester Roman, furchtbar sentimental und kitschig, aber für einen Erstling vielleicht gar nicht so schlecht. Den Anlass für &lt;i&gt;The Pilot&lt;/i&gt;&amp;nbsp;gab ihm der gerade erschienene Roman ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Pirate_(novel)"&gt;The Pirate&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; von Sir Walter Scott. Den schottischen Autor zitiert er auf der Titelseite süffisant ironisch: dort findet sich nicht der Name &lt;i&gt;Cooper&lt;/i&gt;, sondern nur &lt;i&gt;by the author of the 'The Pioneers'&lt;/i&gt;. Die Romane von Scott nach seinem Erstling &lt;i&gt;Waverley&lt;/i&gt; hatten ja immer nur &lt;i&gt;by the author of 'Waverley'&lt;/i&gt; auf dem Titelblatt, niemals &lt;i&gt;Walter Scott&lt;/i&gt;. So konnte unser Fürst Pückler nach einem Dinner schreiben&amp;nbsp;&lt;i&gt;Ich habe heute neben dem großen Unbekannten gesessen&lt;/i&gt;; natürlich wußte jedermann in Europa, wer der große Unbekannte war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fa/James_Fenimore_Cooper_by_Jarvis.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fa/James_Fenimore_Cooper_by_Jarvis.jpg" width="165" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Von der See hat Sir Walter ja nicht so viel Ahnung, Cooper schon. Als er in Yale rausflog, hatte er erst einmal bei der Handelsmarine angeheuert. Eher als eine Art &lt;i&gt;&lt;a href="http://external.oneonta.edu/cooper/articles/other/1997other-franklin2.html"&gt;gentleman passenger&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; denn als Schiffsjunge oder Matrose, da sieht das Schicksal des jugendlichen Herman Melville (über das er in seinem Roman&amp;nbsp;&lt;i&gt;Redburn&lt;/i&gt; schreibt) ganz anders aus.&amp;nbsp;Die Verbundenheit mit der Welt der See wird Cooper sein Leben lang behalten. Jahrzehnte nach seiner Reise auf der &lt;i&gt;Stirling&lt;/i&gt; nach England wird er noch mit deren Kapitän John Johnston korrespondieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der einjährigen Seereise ist es nur logisch, dass der junge Cooper seinen Weg in die&amp;nbsp;noch junge US Navy findet. 1808 unterzeichnete Thomas Jefferson die Urkunde, die James Cooper zum &lt;i&gt;Midshipman&lt;/i&gt; (dem untersten Offiziersdienstgrad) machte. Drei Jahre später heiratete Cooper und gab die Marine auf. Und fing an, Romane zu lesen. Und zu schreiben. Auf diesem Portrait trägt er - elf Jahre nachdem er den Dienst quittierte - immer noch etwas, was ihn wie einen Marineoffizier aussehen lässt. Und eine &lt;i&gt;History of the US Navy&lt;/i&gt; musste er aus alter Verbundenheit auch noch schreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Verbundenheit zeigt sich auch in der Widmung des Romans &lt;i&gt;To William Branford Shubrick, Esq. U. S. Navy:&amp;nbsp;My Dear Shubrick,&amp;nbsp;Each year brings some new and melancholy chasm in what is now the brief list of my naval friends and former associates. War, disease, and the casualties of a hazardous profession have made fearful inroads in the limited number; while the places of the dead are supplied by names that to me are those of strangers. With the consequences of these sad changes before me, I cherish the recollection of those with whom I once lived in close familiarity with peculiar interest, and feel a triumph in their growing reputations, that is but little short of their own honest pride.&amp;nbsp;But neither time nor separation has shaken our intimacy: and I know that in dedicating to you this volume, I tell you nothing new, when I add that it is a tribute paid to an enduring friendship, by&amp;nbsp;Your old Messmate, The Author&lt;/i&gt;. &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/William_Shubrick"&gt;Shubrick&lt;/a&gt;, der es noch zum Admiral bringen wird, ist Cooper ein lebenslanger Freund gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/90/John_Paul_Jones_by_Charles_Wilson_Peale,_c1781.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/90/John_Paul_Jones_by_Charles_Wilson_Peale,_c1781.jpg" width="161" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.gutenberg.org/cache/epub/7974/pg7974.html"&gt;The Pilot&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; ist&amp;nbsp;der erste amerikanische Seeroman, Cooper begründet damit für Amerika eine Gattung, die im 19. und dem 20. Jahrhundert florieren wird, man denke an Dana, Melville, Marryat und Conrad (die alle im Gegensatz zu Sir Walter zur See gefahren sind). Sicherlich kann sich Cooper mit Melville und Conrad nicht messen, aber Joseph Conrads Respekt hat er durchaus gehabt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Cooper loved the sea and looked at it with consummate understanding. In his sea tales the sea inter-penetrates with life.... His descriptions have the magistral ampleness of a gesture indicating the sweep of a vast horizon. They embrace the colours of sunset, the peace of starlight, the aspects of calm and storm, the great loneliness of the waters, the stillness of silent coasts, and the alert readiness which marks men who live face to face with the promise and the menace of the sea&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Roman &lt;i&gt;The Pilot&lt;/i&gt;, der schon im gleichen Jahr als &lt;i&gt;Der Lotse: Ein Seegemälde&lt;/i&gt;&amp;nbsp;bei Göschen in Leipzig erschien (bis 1851 erscheinen noch fünf weitere deutsche Ausgaben), ist ein historischer Roman, der eine reale Basis für den Helden des Romans hat. Amerika hat zwar nur eine kleine Flotte, aber große Helden. Wie &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/02/stephen-decatur.html"&gt;Stephen Decatur&lt;/a&gt;, der das berühmte &lt;i&gt;Right or Wrong, my country!&lt;/i&gt; als Toast ausgebracht hat. Oder wie John Paul Jones (hier ein Portrait von ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/02/charles-willson-peale.html"&gt;Charles Willson Peale&lt;/a&gt;), um den es in diesem Roman geht. Der in einer Seeschlacht gegen die Engländer während des Unabhängigkeitskrieges vom Kapitän der &lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/HMS_Serapis_(1779)"&gt;HMS Serapis&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; aufgefordert wird, sich zu ergeben. Jones' Schiff, die ➱&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Flamborough_Head"&gt;&lt;i&gt;Bonhomme Richard&lt;/i&gt; &lt;/a&gt;brennt und ist kurz vor dem Sinken. Da brüllt Jones durch das Megaphon &lt;i&gt;Sir, I have not yet begun to fight&lt;/i&gt; zu dem Engländer hinüber. Das ist so ein Satz, den die Amerikaner lieben (wie auch den Satz von Decatur). Am Grab von Jones steht seit hundert Jahren eine Ehrenwache, 24 Stunden am Tag (auf jeden Fall, wenn die Krypta geöffnet ist).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bd/Serapis_9790.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="151" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bd/Serapis_9790.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Dieser Roman begründet Coopers Ruhm in Europa, und man kann ihn erstaunlicherweise nach 180 Jahren immer noch gut lesen.&amp;nbsp;Es scheint unzählige Ausgaben von diesem Roman Coopers zu geben, im Zweifelsfall sollte man zu&amp;nbsp;&lt;i&gt;The Pilot: A Tale of the Sea&lt;/i&gt;, herausgegeben von Kay Seymour House (mit Anmerkungen und einem wissenschaftlichen Apparat versehen)&amp;nbsp;greifen. Dies ist ein Band aus der großen ➱&lt;a href="http://www.wjfc.org/publications.html"&gt;Cooper Ausgabe&lt;/a&gt;, die James Franklin Beard angeregt hatte und bei der sich Amerikas berühmteste Cooper Spezialisten für die einzelnen Bände zusammengefunden haben. Das Buch hat sogar ein Gütesiegel (&lt;i&gt;Approved Edition&lt;/i&gt;) von der Modern Language Association bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Cooper wird es nicht bei diesem einen Seeroman belassen, es werden mehr als zehn werden. Wir reduzieren James Fenimore Cooper ja gerne auf seine Lederstrumpf Romane. Aber sein schriftstellerisches Werk ist viel größer. Ich gebe gerne zu, dass ich nicht alle Seeromane gelesen habe, aber ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.gutenberg.org/files/20475/20475-h/20475-h.htm"&gt;The Two Admirals&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; habe ich gelesen, bereue ich auch nicht. Mit dem Roman hatte Cooper angefangen, kaum dass &lt;i&gt;The Deerslayer&lt;/i&gt;, der letzte Lederstrumpf Roman, beendet war. Er wird die Wälder des Staates New York als Romanthema nicht aufgeben, mit der &lt;i&gt;Littlepage Trilogie&lt;/i&gt; - von der Arno Schmidt begeistert war, er hat sie (wie auch &lt;i&gt;The Wept of Wish-Ton-Whish&lt;/i&gt;) ja auch übersetzt - ist er thematisch wieder in seinem Heimatstaat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Coopers Tochter Susan hat im &lt;a href="http://external.oneonta.edu/cooper/susan/susan-admirals.html"&gt;Vorwort&lt;/a&gt; zu der &lt;i&gt;Household Edition&lt;/i&gt; von Coopers Werken über die Entstehung von &lt;i&gt;The Two Admirals&lt;/i&gt; gesagt:&amp;nbsp;&lt;i&gt;The "Two Admirals" was written in the library at Otsego Hall, in 1842. Many were the pages composed as he walked up and down the large hall of the house, or paced to and fro over a retired level bit of gravel-walk in the grounds, near the garden, to which the name of "the quarter-deck" had been given. This pacing to and fro was a sailor's habit, which was kept up until his last illness; naturally very active, and fond of exercise, he often left his writing table for a ten minutes' walk in the hall, or on "the quarter-deck." At such times his mind would often be quite filled with the passages on which he was engaged; lost in thought, his clear gray eye would assume the absent far-seeing look well known to those who made up his household circle, the arm and hand would often move with appropriate gesture, and the lips open with half-spoken utterance of some passing thought. He frequently spoke aloud, quite unconsciously, when his mind was busy with thoughts known only to himself.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-dySv7w2gvoU/TwYM8IBQrFI/AAAAAAAAAcw/qLoiWW6bMi8/s1600/5588950-L.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-dySv7w2gvoU/TwYM8IBQrFI/AAAAAAAAAcw/qLoiWW6bMi8/s200/5588950-L.jpg" width="123" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Da kommt er wieder heraus, der alte Seebär. Wie Kapitän Ahab schreitet er sein &lt;i&gt;quarter-deck&lt;/i&gt; ab. Meine Ausgabe von &lt;i&gt;The Two Admirals&lt;/i&gt;&amp;nbsp;(die gleiche wie die auf der Abbildung) ist keine von der MLA &lt;i&gt;approved edition,&amp;nbsp;&lt;/i&gt;aber&lt;i&gt;&amp;nbsp;&lt;/i&gt;sie würde das Herz jedes Marinebegeisterten höher schlagen lassen. Weil sie mal einem deutschen Großadmiral gehört hat. Also gut, als &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henning_von_Holtzendorff"&gt;Henning von Holtzendorf&lt;/a&gt; das Buch im Jahre 1907 jemandem zum Geburtstag schenkte, war er noch Kapitän zur See. Aber irgendwie ist das schon eine seltsame Sache: da schreibt ein ehemaliger amerikanischer Marineoffizier am Otsego&amp;nbsp;Lake (der natürlich in &lt;i&gt;The Deerslayer&lt;/i&gt; eine Rolle spielt) einen Seeroman und 65 Jahre später verschenkt ein deutscher Marineoffizier den Roman dieses Amerikaners. Und legt knapp zehn Jahre später seinem Kaiser einen Plan vor, in dem er den uneingeschränkten U-Bootkrieg fordert.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-2350133110944653463?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/2350133110944653463/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/seeroman.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2350133110944653463'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/2350133110944653463'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/seeroman.html' title='Seeroman'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-dySv7w2gvoU/TwYM8IBQrFI/AAAAAAAAAcw/qLoiWW6bMi8/s72-c/5588950-L.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-680401770448768109</id><published>2012-01-05T11:00:00.001+01:00</published><updated>2012-01-05T11:43:08.187+01:00</updated><title type='text'>Alfred Brendel</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.colbertartists.com/images/artists/brendel1c.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="158" src="http://www.colbertartists.com/images/artists/brendel1c.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Herzliche Glückwünsche nach London: Alfred Brendel wird heute achtzig. Ob er sich heute mal ans Klavier setzt und den Flohwalzer spielt? Er tritt seit zwei Jahren nicht mehr auf, er bereut die Entscheidung auch nicht. Er hat sich nicht völlig zurückgezogen, er scheut die ➱&lt;a href="http://www.universal-music.de/alfred-brendel/videos/detail/video:247860/ein-gespraech-mit-alfred-brendel-zu-seinem-80-geburtstag/"&gt;Öffentlichkeit&lt;/a&gt; nicht. Er soll aber noch Schüler unterrichten, wie zum Beispiel seinen Lieblingsschüler &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kit_Armstrong"&gt;Kit Armstrong&lt;/a&gt;. Er ist auch bei einer Vielzahl von Abschiedskonzerten gefeiert worden, sein Plattenlabel (neuerdings Decca und nicht mehr Philips) hat auch eine &lt;i&gt;Birthday Tribute&lt;/i&gt; CD herausgebracht. Manche Pianisten hören ja nie auf. Bei Elly Ney hatte man immer das Gefühl, sie hätte Beethoven noch persönlich gekannt. Hat mit 82 Jahren noch eine riesige Tournee gegeben. Wilhelm Backhaus hat bis zu seinem Tod gespielt. Seine letzten Aufnahmen von 1969 sind immer noch großartig.&amp;nbsp;Horowitz&amp;nbsp;gab sein letztes Konzert mit&amp;nbsp;86,&amp;nbsp;Rubinstein&amp;nbsp;mit&amp;nbsp;89. Mieczysław Horszowski hat noch mit hundert gespielt. Aber es ist sicherlich eine gute Entscheidung, aufzuhören wenn man alles erreicht hat. Und was er erreicht hat, kann sich sehen lassen, wenn man mal einen Blick auf die ➱&lt;a href="http://www.alfredbrendel.com/completerecordings.php"&gt;Diskographie&lt;/a&gt; wirft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-ifcoj0Pj-7U/TwSobY_f_QI/AAAAAAAAAb0/-0L6Po9JPpw/s1600/alfred-brendel_c_bob-coat.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://3.bp.blogspot.com/-ifcoj0Pj-7U/TwSobY_f_QI/AAAAAAAAAb0/-0L6Po9JPpw/s200/alfred-brendel_c_bob-coat.jpg" width="150" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Alfred Brendel liest viel, sein Haus in Hampstead scheint, wenn man den Berichten der Journalisten glauben darf, die ihn in den letzten Monaten interviewt haben, eine einzige Bibliothek zu sein. Überall liegen Bücher herum, chaotisch. Was dem Hausherrn die Gelegenheit gibt, Novalis zu zitieren: &lt;i&gt;Das Chaos muss durch den regelmäßigen Flor der Ordnung schimmern&lt;/i&gt;. Den Satz muss ich mir mal merken, bei mir ist schon mehr Chaos als &lt;i&gt;Flor der Ordnung&lt;/i&gt;. Brendel schreibt jetzt viel. Schreibt immer mit der Hand. Er hat immer schon viel geschrieben. Jetzt schreibt er vermehrt Gedichte, die ich allerdings nicht verstehe. Wenn Sie welche lesen wollen, klicken Sie ➱&lt;a href="http://www.manuskripte.at/texte/Alfred%20Brendel.pdf"&gt;hier&lt;/a&gt;. Die Gedichte, die ich in der englischen Übersetzung las, gefallen mir besser als die deutschen Versionen. Hier eins aus &lt;i&gt;One Finger Too Many&lt;/i&gt; (Faber &amp;amp; Faber):&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;No one&lt;br /&gt;ever dared open the windows&lt;br /&gt;Fresh air&lt;br /&gt;might harm the poetry&lt;br /&gt;the music’s aroma&lt;br /&gt;to be savoured undiluted&lt;br /&gt;by ears flared like nostrils&lt;br /&gt;craving nuances previously unfathomed&lt;br /&gt;But not mocked as viciously as the coughers and sneezers – to be found at all perfomances:&lt;br /&gt;Attempts by unfeeling artists or impresarios&lt;br /&gt;to question such privileges&lt;br /&gt;have led to a Coughers and Clappers initiative&lt;br /&gt;Members are required to applaud&lt;br /&gt;immediately after sublime codas&lt;br /&gt;and cough distinctly&lt;br /&gt;during expressive silences&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn er nicht mehr im Frack am Klavier sitzt, braucht er nicht mehr so auf seine Finger achtzugeben. Finger sind ja das Kapital von Pianisten. Manche versichern sie. Sport ist da nicht drin. Mit einem Ferrari über italienische Landstraßen brettern wie Arturo Benedetti Michelangeli, das geht schon. Wenn man Schriftsteller ist, kann man Fußballtorwart sein wie Albert Camus, als Pianist nicht. Ich kann das bestätigen, obgleich meine pianistischen Fähigkeiten gering sind: ich habe mir in den Jahren, in denen ich im Tor einer Fußball- oder Hallenhandballmannschaft stand, vier Finger gebrochen. Ich bin immer wieder überrascht, wie beweglich die Finger doch noch sind.&amp;nbsp;Die Beweglichkeit von Fingern ist eine ➱&lt;a href="http://www.jazclass.aust.com/piano/default.htm"&gt;Wissenschaft&lt;/a&gt;&amp;nbsp;geworden.&amp;nbsp;Es gibt auch schon Ärzte, die sich auf die Behandlung der typischen Leiden von Musikern spezialisiert haben. Die manchmal ratlos sind, wenn einem Pianisten plötzlich die Finger nicht mehr gehorchen. Leon Fleisher, Glenn Gould,&amp;nbsp;Murray Perahia und Gary Graffman (um nur einige zu nennen) haben das erlebt.&amp;nbsp;Eine Kollegin von mir hat Brendel einmal in Heathrow in der Halle des Flugplatzes gesehen, er hatte alle Finger einzeln mit Leukoplast verpflastert. Das nenne ich Vorsicht. Konzertbesucher haben ihn auch schon mit diesen Bandagen gesehen - es ist wegen der Fingernägel, sagt Brendel, sie neigen dazu abzubrechen. Wenn Sie sehen wollen, was er mit seinen Fingern macht (ohne Leukoplast), dann schauen Sie doch &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=GkX4MyDeIqI"&gt;hier&lt;/a&gt; einmal hinein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pianisten brauchen ihre Fingerkuppen, ihre taktilen Sinne scheinen höher entwickelt als bei normalen Menschen. Es gibt die schöne Geschichte, dass Rubinstein sich weigert auf einem Flügel zu spielen, weil ihm die Tasten zu glatt waren. Dabei hatte der junge Klavierstimmer&amp;nbsp;der Firma Steinway&amp;nbsp;mit dem schönen Namen Franz Mohr sie doch gerade so hingebungsvoll geputzt! Mohr versprach Abhilfe, und als Rubinstein eine Stunde später wiederkam, war die pianistische Welt wieder in Ordnung. Das Geheimnis war eine Dose&amp;nbsp;Haarspray, und dann einmal &lt;i&gt;pffffft&lt;/i&gt; über die Tasten, das machte den Unterschied.&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-aeJ9FONa55U/TwS0WZqpg4I/AAAAAAAAAcM/S2r-CUJzBzs/s1600/0028947821168.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-aeJ9FONa55U/TwS0WZqpg4I/AAAAAAAAAcM/S2r-CUJzBzs/s200/0028947821168.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Während es über die divahaften Launen von Pianisten ganze Bücher voller Anekdoten gibt, wird man so etwas bei Brendel vergeblich suchen. Er lässt sich nicht vermarkten wie Lang Lang, der ja schon auf der Schwundstufe von David Garrett angekommen ist. Noch eine Stufe weiter und Lang Lang spielt mit André Rieu zusammen. Das ist alles nichts für Brendel. Obgleich er schon ein klein wenig exzentrisch ist. Aber das lieben die Engländer ja, wahrscheinlich ist er deshalb schon vor Jahrzehnten nach London gezogen. Er ist in der Öffentlichkeit eher schüchtern und zurückhaltend (auch sehr englisch), privat ist er voll von kauzigem Humor. Dass er auf viele Kritiker bei Konzerten wie ein Clown wirkte, dafür kann er nichts. Aber er hätte in den siebziger Jahren diese langen ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=ud1X2f2FDaY"&gt;Koteletten&lt;/a&gt; besser nicht getragen. Und ein besserer Haarschnitt und eine andere Brille hätten auch viel ausgemacht. Zu der Kassenbrille der fünfziger Jahre (etwas, was eine jüngere Generation heute &lt;i&gt;Pornobrille&lt;/i&gt; nennt) steht er aber, und inzwischen steht sie ihm auch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er hat alles an Ehrungen bekommen, was man bekommen kann: ist Ehrendoktor der Universitäten von London, Oxford, Yale. Die Queen hat ihn zum &lt;i&gt;Knight of the Order of the British Empire&lt;/i&gt; (ehrenhalber) ernannt. Aber einen wirklichen Ritterschlag stellte für ihn im Jahre 2010 der&amp;nbsp;&lt;i&gt;Lifetime Achievement Award&lt;/i&gt;&amp;nbsp;der Zeitschrift ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.gramophone.co.uk/"&gt;Gramophone&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; dar. Diese Zeitschrift, deren Gründung wir dem schottischen Romanautor Compton Mackenzie verdanken, hat ja einen wirklich beinahe unfehlbaren Geschmack. Auch wenn der Stil ihrer Besprechungungen vielleicht nicht jedermanns Sache ist:&amp;nbsp;&lt;i&gt;Unusual recordings of the Beethoven Fifth are, of course, no novelty to the British collector. One calls to mind that elegiac statement Sir Joshua committed to the gramophone in his last years as well as that splendidly spirited rendition transcribed under actual concert conditions by the Newcastle-on-Tyne Light Orchestra upon the occasion of the inadvertent air-alarm of 27 August 1939 [...] The entire undertaking smacks of that incorrigible American pre-occupation with exuberant gesture and is quite lacking in those qualities of autumnal repose which a carefully judged interpretation of this work should offer..&lt;/i&gt;.Dies könnte aus &lt;i&gt;Gramophone&lt;/i&gt; stammen, ist aber eine&amp;nbsp;&lt;i&gt;Gramophone&amp;nbsp;&lt;/i&gt;Parodie von Glenn Gould - der mindestens so viel Humor hat wie Alfred Brendel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-cMhMQhuAorY/TwS01Q5mWtI/AAAAAAAAAcY/n0CKvFV8iTU/s1600/Brendel_neu_3_DW_Ku_558594p.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="133" src="http://2.bp.blogspot.com/-cMhMQhuAorY/TwS01Q5mWtI/AAAAAAAAAcY/n0CKvFV8iTU/s200/Brendel_neu_3_DW_Ku_558594p.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Leser, dieses Blogs werden wissen, dass ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/09/glenn-gould.html"&gt;Glenn Gould&lt;/a&gt; hier schon häufig vorgekommen ist, ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/05/friedrich-gulda.html"&gt;Friedrich Gulda&lt;/a&gt; auch (sogar&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/05/gulda.html"&gt; zweimal&lt;/a&gt;). ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2010/07/andante-ma-non-troppo.html"&gt;Van Cliburn&lt;/a&gt; und ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/01/arturo-benedetti-michelangelo.html"&gt;Arturo Benedetti Michelangeli&lt;/a&gt; sowieso. Ja, selbst für &lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/01/victor-borge.html"&gt;Victor Borge&lt;/a&gt; war hier schon Raum. Nix über Alfred Brendel, irgendwie gehe ich ihm aus dem Weg, ich habe auch nur ein halbes Dutzend CDs von ihm. Wenn ich trotzdem einen Brendel Tipp geben sollte, fallen mir sofort seine &lt;i&gt;Diabelli Variationen&lt;/i&gt; ein und die&amp;nbsp;Klavierkonzerte KV 466 und 491, die er zusammen mit Charles Mackerras aufgenommen hat. Und da ich bei Mozart Klavierkonzerten bin, die beiden Doppel CDs, die Philips 1994 unter dem Titel &lt;i&gt;Die großen Klavierkonzerte&lt;/i&gt; herausbrachte, sind ihr Geld unbedingt wert. Philips hatte damals nur im (ganz) Kleingedruckten erwähnt, dass Sir Neville Marriner und Brendel die Konzerte Jahrzehnte früher eingespielt &amp;nbsp;hatten. Diese &lt;i&gt;middle period&lt;/i&gt; Aufnahmen von Brendel gelten bei Musikkritikern nicht so viel.&amp;nbsp;Wenn man dann noch alle drei Brendel CD-Sets besitzt, die 1998 in der Reihe ➱&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Great_Pianists_of_the_20th_Century"&gt;&lt;i&gt;Great Pianists of the 20th Century&lt;/i&gt; von Philips&lt;/a&gt; erschienen sind, ist man natürlich fein heraus. Wenn Sie nun nicht auf meine Empfehlungen hören wollen, was ich in diesem Fall verstehen kann, dann folgen Sie doch einfach dem, was auf Brendels Homepage unter ➱&lt;i&gt;&lt;a href="http://www.alfredbrendel.com/recordings.php"&gt;Favourite Recordings&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; steht. Und zum Schluss habe ich heute noch einige wunderbare Zeilen des Dichters Alfred Brendel - wieder auf Englisch:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Once upon a time&lt;br /&gt;I was no wunderkind&lt;br /&gt;Due to my obstinacy&lt;br /&gt;Though&lt;br /&gt;I became one later&lt;/i&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-680401770448768109?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/680401770448768109/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/alfred-brendel.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/680401770448768109'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/680401770448768109'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/alfred-brendel.html' title='Alfred Brendel'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-ifcoj0Pj-7U/TwSobY_f_QI/AAAAAAAAAb0/-0L6Po9JPpw/s72-c/alfred-brendel_c_bob-coat.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-3982217963804087676</id><published>2012-01-04T11:04:00.002+01:00</published><updated>2012-01-05T11:44:43.365+01:00</updated><title type='text'>La vie de chateau</title><content type='html'>&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-f_sVlaa8f-0/TwC_CP474rI/AAAAAAAAAZk/Ni3C5AKPcCE/s1600/vie-de-chateau-1965-10-g.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="135" src="http://2.bp.blogspot.com/-f_sVlaa8f-0/TwC_CP474rI/AAAAAAAAAZk/Ni3C5AKPcCE/s200/vie-de-chateau-1965-10-g.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Jahrelang war der Film&amp;nbsp;&lt;i&gt;La vie de chateau&amp;nbsp;&lt;/i&gt;nicht zu bekommen, erst 2008 war der erste Film von Jean-Paul Rappeneau in der französischen Reihe &lt;i&gt;Le eternels&lt;/i&gt; wieder lieferbar. Der Name ist Programm: &lt;i&gt;eternel&lt;/i&gt;, in diese Reihe gehört der Film auch. Man bekommt ihn&amp;nbsp;nur im Original (keine deutsche Tonspur, keine deutschen Untertitel), aber dieser Film würde sogar als Stummfilm bestehen. Denn &lt;i&gt;La vie de chateau&lt;/i&gt; lebt von der sorgfältig choreographierten Bewegung, von der &lt;i&gt;mise en scène&lt;/i&gt;. Ich habe das Experiment gemacht, ihn einmal mit abgeschaltetem Ton anzuschauen - es bleibt ein toller Film. Die choreographierte Bewegung der Personen wird auf diese Weise umso deutlicher, man merkt, dass dieser Regisseur das Drehbuch zu&amp;nbsp;&lt;i&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zazie_(Film)"&gt;Zazie dans le métro&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; geschrieben hat.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-2Kj9p4RhBhM/TwDB2CfsdYI/AAAAAAAAAZ8/UGWpx_3HYTY/s1600/21108706.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="140" src="http://4.bp.blogspot.com/-2Kj9p4RhBhM/TwDB2CfsdYI/AAAAAAAAAZ8/UGWpx_3HYTY/s200/21108706.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;i&gt;Grâce et précision&lt;/i&gt; hat Louis Malle sein Vorwort zu dem Drehbuch des Films in der Reihe &lt;i&gt;&lt;a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/L'Avant-sc%C3%A8ne"&gt;L'Avant Scène&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; betitelt, besser kann man es kaum beschreiben. Das Heft von&amp;nbsp;&lt;i&gt;L'Avant Scène&lt;/i&gt;&amp;nbsp;No. 58 (kostete damals 3 Franc 50) hatte mir mein Freund Peter aus Paris mitgebracht. Damals gab es noch nicht wie heute massenhaft Drehbücher von Filmen zu kaufen. Meine gehorteten&amp;nbsp;&lt;i&gt;L'Avant Scène &lt;/i&gt;Hefte waren kleine Schätze. Sind es heute auch noch.&amp;nbsp;Ich kannte also den Film dank des Drehbuchs und der Photos, ohne damals die Chance zu haben, ihn hier zu sehen. Hier gab es zwar die Filme der Neuen Welle, aber nicht die Filme von solchen Außenseitern wie Jean Paul Rappeneau. Ich habe den Film Jahre später gesehen, einmal im deutschen Fernsehen (ARD 1981) und einmal in einem Kommunalen Kino. Ein solch schöner Film war trotz des Staraufgebots&amp;nbsp;(Catherine Deneuve, Pierre Brasseur, Philippe Noiret, Mary Marquet, Henri Garcin und Carlos Thompson) nichts für das deutsche Mainstream Kino. Zwar gab es deutsche Filme wie &lt;i&gt;Der junge Törless&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Abschied von Gestern&lt;/i&gt;, aber das größte filmische Ereignis in Deutschland schien 1966 &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gentlemen_bitten_zur_Kasse"&gt;&lt;i&gt;Die Gentlemen bitten zur Kasse&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; (mit Horst Tappert) zu sein.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-ZuzFP4IWF7I/TwLKMHCgpuI/AAAAAAAAAbQ/HaF3C2VR0vY/s1600/photo-La-Vie-de-chateau-1965-4.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="138" src="http://1.bp.blogspot.com/-ZuzFP4IWF7I/TwLKMHCgpuI/AAAAAAAAAbQ/HaF3C2VR0vY/s200/photo-La-Vie-de-chateau-1965-4.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Als Rappeneau 1966 diesen Film abgedreht hatte (der hundert Mal besser ist als seine anderen Filme wie&lt;i&gt; Le hussar sur le toit&lt;/i&gt; oder &lt;i&gt;Cyrano de Bergerac&lt;/i&gt;), war er kein wirklicher Neuling im Filmgeschäft, mit Louis Malle zusammen hatte er schon die Drehbücher zu &lt;i&gt;Zazie dans le métro&lt;/i&gt;&amp;nbsp;und &lt;i&gt;Vie privée&lt;/i&gt; geschrieben. Und das Tempo von &lt;i&gt;Zazie dans le métro&lt;/i&gt; hat er auch in diesen Film übernommen. Dies ist die bezauberndste Liebeskomödie, die der französische Film der sechziger Jahre hervorgebracht hat. Dies ist Jean Renoir plus Ernst Lubitsch.&amp;nbsp;Während die anderen Regisseure der &lt;i&gt;Nouvelle Vague&lt;/i&gt; schwer verständliche oder politische Filme drehen - der Begriff französisches Sabbelkino ist in diesem Blog ja schon mehrfach gefallen - dreht Rappeneau diese beschwingte Komödie. Und zeigt, dass Catherine Deneuve nicht nur eine kalte Schönheit sondern auch eine wirkliche Komödiantin sein kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-yiWZfjgql-0/TwN8UOsG7pI/AAAAAAAAAbc/2f0fhP1WpQE/s1600/photo-La-Vie-de-chateau-1965-5.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="137" src="http://4.bp.blogspot.com/-yiWZfjgql-0/TwN8UOsG7pI/AAAAAAAAAbc/2f0fhP1WpQE/s200/photo-La-Vie-de-chateau-1965-5.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;1959 hatte Rappeneau Louis Malle erzählt, dass er davon träumte, diesen Film zu machen, eine&lt;i&gt; comédie provinciale, d'une grande maison près de la mer, d'une familie assez loufoque, d'une jeune fille qui s'ennuyait à la campagne&lt;/i&gt;. 1964 hatte er das Drehbuch fertig, bei dem &lt;a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Alain_Cavalier"&gt;Alain Cavalier&lt;/a&gt;&amp;nbsp;und &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Sautet"&gt;Claude Sautet&lt;/a&gt; (der noch als Regisseur berühmt werden sollte) mitgeschrieben haben, &lt;a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Daniel_Boulanger"&gt;Daniel Boulanger&lt;/a&gt; (der später die Drehbücher für Truffaut und Godard verfasste) schrieb die Dialoge.&amp;nbsp;1965 begannen die Dreharbeiten. Als der Film 1966 in die Kinos kam, erhielt er sehr gute Kritiken und gewann den begehrten &lt;a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Prix_Louis-Delluc"&gt;Prix Louis Delluc&lt;/a&gt;&amp;nbsp;(wobei er dem Film &lt;i&gt;Pierrot le fou&lt;/i&gt; von Jean Luc Godard vorgezogen wurde). Es gab einige Kritiker, die schwere moralische Bedenken gegen die Behandlung von Themen wie deutsche Okkupation und französische Résistance innerhalb einer Komödie äußerten, aber diese Stimmen blieben in der Minderheit. '&lt;i&gt;La Vie de Chateau' is what it is - a sunny, cheerful postcard from France reminding us that the natives are friendly and the countryside beautiful. Nowadays the mail from comedians is choked with big, vulgar greeting cards and long, scrawled messages about whose meaning even their authors are unsure. Please write again soon, M Rappeneau&lt;/i&gt;, hieß es in &lt;i&gt;Life&lt;/i&gt; am 2. Juni 1967. Sie mussten noch lange warten, bis Monsieur Rappeneau wieder eine Postkarte schrieb, er hat sich zwischen seine Filmen immer sehr viel Zeit gelassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn sie ➱&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=vPGMJTFP_bU&amp;amp;feature=related"&gt;hier&lt;/a&gt; anfangen, können Sie in kleinen Häppchen den ganzen Film sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;b&gt;&lt;span class="Apple-style-span" style="color: magenta;"&gt;3. Januar 2010 - 4. Januar 2012&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;:&amp;nbsp;Jay ist heute seit zwei Jahren im Internet. Jeden Tag neu, immer wieder überraschend. In meinem ersten Post stellte ich die Frage&amp;nbsp;&lt;i&gt;Was wird er damit machen? &lt;/i&gt;Was zum einen ein Arno Schmidt Zitat war, zum anderen eine Frage an mich selbst. Ich wußte es nicht, ich kannte noch nicht die Möglichkeiten eines Blogs. Inzwischen weiß ich, was man alles mit einem Blog machen kann, ich habe mir mein kleines Stück &lt;i&gt;blogosphere&lt;/i&gt; erobert. Hunderte meiner Posts kommen laut Statistik bei Google unter die Top Twenty, manche sogar auf die ersten Plätze. Hunderttausende haben diesen Blog angeklickt. Cool. Ich gönne mir heute mal einen kleinen Single Malt Whisky.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-3982217963804087676?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/3982217963804087676/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/la-vie-de-chateau.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3982217963804087676'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3982217963804087676'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/la-vie-de-chateau.html' title='La vie de chateau'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-f_sVlaa8f-0/TwC_CP474rI/AAAAAAAAAZk/Ni3C5AKPcCE/s72-c/vie-de-chateau-1965-10-g.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-3513570475874473562</id><published>2012-01-03T11:03:00.000+01:00</published><updated>2012-01-03T11:03:42.421+01:00</updated><title type='text'>Adrian Carton de Wiart</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://images.npg.org.uk/790_500/9/2/mw18392.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://images.npg.org.uk/790_500/9/2/mw18392.jpg" width="155" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Beim Aufräumen am Neujahrstag - der erste Vorsatz des neuen Jahres: Bücher aufräumen - fiel mir plötzlich ein Buch in die Hand, das ich schon länger nicht mehr gesehen hatte. Es war ein roter PAN Paperback aus dem Jahre 1955 mit dem Titel &lt;i&gt;Happy Odyssey&lt;/i&gt;. Auf dem Cover ist auch ein Photo des Autors (obgleich den damals in England wohl noch jeder kannte) und der Zusatz &lt;i&gt;The Memoirs of Lieutenant General Sir Adrian Carton de Wiart&lt;/i&gt;, VC, KBE, CB, CMG, DSO. Und dann noch der dezente Hinweis, dass das&amp;nbsp;Vorwort von Winston Churchill ist. Das Photo auf dem Buchdeckel ist nicht dieses hier, dies ist von Cecil Beaton. Die National Portrait Gallery besitzt einen Originalabzug des Photos. Es findet sich auch in dem unter ästhetischen wie historischen Gesichtspunkten sehr interessanten Photoband von Cecil Beaton:&amp;nbsp;&lt;i&gt;War Photographs 1939-1945&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ae/Sir_Adrian_Carton_de_Wiart_by_Sir_William_Orpen.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ae/Sir_Adrian_Carton_de_Wiart_by_Sir_William_Orpen.jpg" width="154" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Die National Portrait Gallery hat aber nicht nur das Schwarzweißphoto von Beaton, sie hat auch dies Gemälde von &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/William_Orpen"&gt;Sir William Orpen&lt;/a&gt;&amp;nbsp;(man kann hier auch ➱&lt;a href="http://www.npgprints.com/image/20169/sir-william-orpen-sir-adrian-carton-de-wiart"&gt;Drucke&lt;/a&gt;&amp;nbsp;von dem Bild kaufen), das nach dem Ersten Weltkrieg&amp;nbsp;gemalt wurde. Es existiert noch ein Portrait aus dem Jahre 1972 von Simon Elwes, das im Club &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/White%27s"&gt;White's&lt;/a&gt; hing, aber davon kann ich keine Abbildung im Netz finden. Allerdings kann man im Internet eine Vielzahl von Photographien von diesem außergewöhnlichen Gentleman finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Happy Odyssey&lt;/i&gt; beschreibt das abenteuerliche Leben eines Mannes, der direkt aus dem Roman &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Prisoner_of_Zenda" style="font-style: italic;"&gt;The Prisoner of Zenda&lt;/a&gt;&amp;nbsp;stammen könnte, Menschen wie Adrian Carton de Wiart kommen im wirklichen Leben nicht so häufig vor.&amp;nbsp;Memoiren von Generälen sind ein sonderliches Ding, viele sind von Ghostwritern, viele sind schlichtweg unlesbar und allenfalls für Historiker von Interesse. Wenn überhaupt. Viele Autobiographien dienen den Autoren ja auch nur dazu, verlorene Schlachten nachträglich am Schreibtisch zu gewinnen. Viele Memoiren enthalten nur eine Sammlung von Tagesbefehlen und Auszüge aus Kriegstagebüchern. Manche Werke bestechen durch ihren Stil, das ist aber selten. &amp;nbsp;Gertrude Stein fand - und das ist einigermaßen erstaunlich - dass Ulysses S. Grant die beste Prosa von allen Amerikanern schriebe - wahrscheinlich hat Mark Twain die ➱&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Personal_Memoirs_of_Ulysses_S._Grant"&gt;Memoiren&lt;/a&gt;&amp;nbsp;von Grant deshalb verlegt. Und manche Autobiographien liest man nur deshalb, weil die Person so herzerfrischend direkt in die Welt des Leser kommt, dass man ihn wie einen alten Freund begrüsst. ➱&lt;a href="http://loomings-jay.blogspot.com/2011/05/bremen-mai-1945.html"&gt;Brian Horrocks&lt;/a&gt;&amp;nbsp;mit seiner Autobiographie &lt;i&gt;A Full Life&lt;/i&gt; wäre so ein Beispiel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-X0GT1n9fTYI/TwHUM6q2LMI/AAAAAAAAAa4/W3ci1mzlvrY/s1600/1406165331_cdc1017453.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-X0GT1n9fTYI/TwHUM6q2LMI/AAAAAAAAAa4/W3ci1mzlvrY/s200/1406165331_cdc1017453.jpg" width="149" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Und natürlich Adrian Carton de Wiart (hier im Alter als englischer Landedelmann). Seine Gattin, eine österreichische Gräfin, wird in den Memoiren nie erwähnt, weil unser Gentleman noch zwischen Öffentlichem und Privatem unterscheiden kann. Der belgische Adelige - sein Cousin Graf Carton de Wiart wird einmal belgischer Premierminister werden - mit irischen Vorfahren (manche halten ihn für den illegitimen Sohn des belgischen Königs Leopold II) wächst in England auf. Er merkt erst, als er sich als Freiwilliger in den Burenkrieg meldet, dass er gar keinen englischen Paß besitzt. Also kämpft der Balliol Student, der sich selbst beurlaubt hat, unter einem angenommenem Namen. Aber wenig später ist er dann doch als Leutnant in der englischen Armee in Indien. Wir schreiben das Jahr 1902 und noch beinahe ein halbes Jahrhundert lang wird Adrian Carton de Wiart in Englands Diensten sein, zuletzt als Churchills Verbindungsmann zu Tschiang Kai-shek. Er ist unzählige Male verwundet worden, hat nur noch einen Arm und ein Auge, vom Lungendurchschuss und der Kugel, die den Schädel streifte, nicht zu reden. &lt;i&gt;Frankly, I had enjoyed the war; it had given me many bad moments, lots of good ones, plenty of excitement...&lt;/i&gt; resümiert er den Ersten Weltkrieg. Die gefährlichste Verletzung seines Lebens trägt ihm allerdings eine rutschende Badematte ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-XyDkae6d2hQ/TwHmhPu6a5I/AAAAAAAAAbE/LorhJy3x_8k/s1600/51os8V-n8bL._SL500_AA300_.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-XyDkae6d2hQ/TwHmhPu6a5I/AAAAAAAAAbE/LorhJy3x_8k/s200/51os8V-n8bL._SL500_AA300_.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Er hat das &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Victoria_Cross"&gt;Victoria Cross&lt;/a&gt; (was er in seinen Memoiren nicht erwähnt, der Verlag fühlte sich bemüssigt, einen Hinweis darauf in die Bücher zu drucken) und die höchsten Orden Englands. Auf dem Photo, das Cecil Beaton während des Krieges in China von ihm macht, betrachtet er den Betrachter skeptisch, jeder Zoll ein aristokratischer Gentleman. Eigentlich ist er wirklich ein Relikt des spätviktorianischen Abenteuerromans, in der Welt von Ruritania wäre er gut aufgehoben. Der trotz aller Verwundungen leidenschaftliche Sportsmann (was die Oberklassenengländer so Sport nennen: Polo und die Jagd) hat von sich gesagt, dass er &lt;i&gt;very few brains&lt;/i&gt; habe.&amp;nbsp;Seien wir ihm für diese Selbstironie dankbar, dies ist die ungeschminkte Geschichte eines abenteuerlichen Lebens, erzählt von einem Haudegen, den man liebhaben muss.&amp;nbsp;&lt;i&gt;Carton de Wiart&amp;nbsp;was a happy warrior if ever there was one&lt;/i&gt; begann &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hastings_Ismay,_1st_Baron_Ismay"&gt;Lord Ismay&lt;/a&gt; seinen Nachruf. Das Wort &lt;i&gt;happy&lt;/i&gt; wird häufig gebraucht, wenn sich Menschen an Carton de Wiart erinnern. So der Maler William Orpen, dem er 1919 Modell saß:&amp;nbsp;&lt;i&gt;That warrior, General Carton de Wiart, V.C., came to sit: a man who loved war. What a happy nature! He told me he never suffered any pain from all his wounds except once—mental pain—when he temporarily lost the sight of his other eye, and he thought he might be blind for life. A joyous man, so quiet, so calm, so utterly unaffected.&amp;nbsp;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Happy Odyssey&lt;/i&gt; ist nach mehr als ein halbes Jahrhundert wieder aufgelegt worden. Für anglophile Leser ist das Buch geradezu eine Pflichtlektüre.&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.amazon.de/review/RW2SA39XOUV77/ref=cm_aya_cmt?ie=UTF8&amp;amp;ASIN=1844155390#wasThisHelpful"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8222625576455946162-3513570475874473562?l=loomings-jay.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://loomings-jay.blogspot.com/feeds/3513570475874473562/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/adrian-carton-de-wiart.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3513570475874473562'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8222625576455946162/posts/default/3513570475874473562'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://loomings-jay.blogspot.com/2012/01/adrian-carton-de-wiart.html' title='Adrian Carton de Wiart'/><author><name>jay</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03297885808320517891</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='22' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_oUh_ZoTh7ng/S9n1ha5HKnI/AAAAAAAAAA8/82Jlp3rOO9A/S220/Becker.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-X0GT1n9fTYI/TwHUM6q2LMI/AAAAAAAAAa4/W3ci1mzlvrY/s72-c/1406165331_cdc1017453.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8222625576455946162.post-143508034009384482</id><published>2012-01-02T11:09:00.000+01:00</published><updated>2012-01-02T11:09:39.813+01:00</updated><title type='text'>Class</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Jilly_Cooper_Allan_Warren.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Jilly_Cooper_Allan_Warren.jpg" width="166" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Es ist schön zu sehen, dass das witzigste und gleichzeitig geistreichste Buch über die englische Klassengesellschaft nach 30 Jahren immer noch lieferbar ist. Es zeigt vielleicht auch, dass sich am englischen Klassensystem in den letzten 30 Jahren wenig geändert hat. Das Buch heißt &lt;i&gt;Class&lt;/i&gt; mit dem Untertitel &lt;i&gt;A View from Middle England&lt;/i&gt;. Es erschien 1979 bei Methuen und ein Jahr später als Paperback bei Corgi. Wurde sofort dreimal nachgedruckt. In den folgenden zehn Jahren gab es regelmäßig Neuauflagen. Die Autorin &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jilly_Cooper"&gt;Jilly Cooper&lt;/a&gt; war in England keine Unbekannte, sie schrieb regelmäßig Kolumnen für die &lt;i&gt;Sunday Times&lt;/i&gt;. Das war das Witzigste, was die &lt;i&gt;Sunday Times&lt;/i&gt; zu bieten hat. Ihre Kolumnen waren auch beinahe das einzige, was mich bewog, mein Abonnement nicht zu kündigen, denn was die Lieferung von Zeitschriften (und Büchern) betraf, waren die Engländer in den siebziger Jahren eine geradezu hinterwäldlerische Nation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://static.guim.co.uk/sys-images/Guardian/Pix/pictures/2010/9/9/1284045921547/Jilly-Cooper-006.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="120" src="http://static.guim.co.uk/sys-images/Guardian/Pix/pictures/2010/9/9/1284045921547/Jilly-Cooper-006.jpg" width="200" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Neben ihren Kolumnen und Büchern wie &lt;i&gt;How to Stay Married&lt;/i&gt;&amp;nbsp;und &lt;i&gt;Supermen and Superwomen&lt;/i&gt;, begann sie &lt;a href="http://www.jillycooper.co.uk/books/books.html"&gt;Liebesromane&lt;/a&gt; zu schreiben.&amp;nbsp;Das ist ja eine Gattung, die sich in England großer Beliebtheit erfreut, und Autorinnen wie Barbara Cartland und Rosamunde Pilcher sehr reich gemacht hat. Jilly Coopers &lt;i&gt;romance&lt;/i&gt;s sind&amp;nbsp;natürlich nicht die typischen Rosamunde Pilcher Liebesromane, sondern die typischen Jilly Cooper Liebesromane. Frech, bösartig, geistvoll,&amp;nbsp;&lt;i&gt;for undiluted, unpretentious fun they're close to unbeatable&lt;/i&gt;&amp;nbsp;urteilte der &lt;i&gt;Guardian&lt;/i&gt;.&amp;nbsp;Ist aber nicht unbedingt mein Ding, ich habe einige von den &lt;i&gt;&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Rutshire_Chronicles"&gt;Rutshire Chronicles&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; gelesen, sie aber dann weiterverschenkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-KIpnFuwY3_8/TwFn-UnReLI/AAAAAAAAAaI/mRQzXWciaKI/s1600/51dHIAHJ7cL.jpg" imageanchor="1" style="clear: left; float: left; margin-bottom: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="200" src="http://1.bp.blogspot.com/-KIpnFuwY3_8/TwFn-UnReLI/AAAAAAAAAaI/mRQzXWciaKI/s200/51dHIAHJ7cL.jpg" width="117" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Ihr Buch &lt;i&gt;Class&lt;/i&gt; hat nichts von der Welt der &lt;i&gt;Rutshire Chronicles&lt;/i&gt;. Abgesehen davon, dass es frech und witzig ist, ist es eigentlich eine ernstzunehmende soziologische Untersuchung der Engländer. Von John Majors Diktum, dass England eine &lt;i&gt;classless society&lt;/i&gt; sei, ist außer Gelächter wenig übrig geblieben. Es war auch sehr unglücklich für John Mayor, dass ein Pressephoto entlarvte, dass er sein Leben lang seine Oberhemden in seine Unterhose gesteckt hatte. Das tut man in der &lt;i&gt;upper class&lt;/i&gt; nun wirklich nicht. Ich glaube durchaus, dass es John Mayor mit der&amp;nbsp;&lt;i&gt;classless society&lt;/i&gt;&amp;nbsp;ernst war. Aber die
