Seiten

Sonntag, 15. Dezember 2013

Advent


A John the Baptist bird which comes before
The light, chooses an aerial
Toothed like a garden rake, puts a prong at each shoulder,
Opens its beak and becomes a thurifer
Blessing dark above dank holes between the houses,
Sleek patios or rag-and-weed-choked messes.

Too aboriginal to notice these,
Its concentration is on resonance
Which excavates in sleepers memories
Long overgrown or expensively paved-over,
Of innocence unmawkish, love robust.
Its sole belief, that light will come at last.
The point is proved and, casual, it flies elsewhere
To sing more distantly, as though its tune
Is left behind imprinted on the air,
Still legible, though this the second carbon.
And puzzled wakers lie and listen hard
To something moving in their minds' backyard.


In dem Buch Haphazard by Starlight: A Poem a Day from Advent to Epiphany von Janet Morley findet das Gedicht Blackbird in Fulham von P.J. Kavanagh unter der Rubrik Adventsgedichte. Das bleibt für einen Augenblick ein Rätsel. Wenn da Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein’ höchsten Bord stehen würde, das würden wir verstehen. Aber die Amsel ist ja kein Vogel, der in der Bibel im Zusammenhang mit der Weihnachtsgeschichte erwähnt wird. Oder überhaupt erwähnt wird. Spatzen jederzeit, Tauben natürlich, aber nicht die Amsel. Die Amsel taugt nur für die Beatles, wo wir sie in dem schönen Song Blackbird finden:

Blackbird singing in the dead of night 

Take these broken wings and learn to fly 
All your life 
You were only waiting for this moment to arise

Blackbird singing in the dead of night 

Take these sunken eyes and learn to see 
All your life 
You were only waiting for this moment to be free

Blackbird fly, blackbird fly 

Into the light of the dark black night

Und doch findet sich Kavanaghs Gedicht zu Recht in der Kategorie Advent wieder. Denn in der ersten Zeile wird die Amsel als A John the Baptist bird bezeichnet, und Johannes der Täufer, dessen Geburt bei Lukas ja wie eine ➱Parallelgeschichte der Geburt Jesu erscheint, ist der Wegbereiter von Jesus Christus. Und die Zeile Its sole belief, that light will come at last braucht sich nicht nur auf das Tageslicht zu beziehen. Wem das zu weit hergeholt erscheint, der müsste aus diesem Gedicht auch A John the Baptist bird which comes before The light, und vor allem das thurifer in der vierten Zeile streichen. Im letzten Jahr hatte ich auch ein Adventsgedicht ➱hier im Blog, geschrieben von Rowan Williams, dem Erzbischof von Canterbury. Ebenso wie Kavanagh verknüpft er die religiöse Thematik mit der Bildlichkeit der Natur.

Etwas, was die Engländer zu lieben scheinen, denn schon in der ➱Weihnachtspredigt von Lancelot Andrewes aus dem Jahre 1622 sticht die Naturbeschreibung heraus: Last we consider the time of their coming, the season of the year. It was no summer progress. A cold coming they had of it at this time of the year, just the worst time of the year to take a journey, and specially a long journey. The ways deep, the weather sharp, the days short, the sun farthest off, in solsitio brumali, the very dead of winter. Venimus, we are come, if that be one, venimus, we are now come, come at this time, that sure is another. Das musste T.S. Eliot ja in sein ➱Gedicht Journey of the Magi hineinschreiben.

Einige Leser haben sich beklagt, dass sich in diesem Jahr in dem Blog zu wenig Weihnachtliches findet. Sorry, ich habe Fieber und Schnupfen, die Teppiche der Wohnzimmer sind übersät mit nicht eingepackten Geschenken, die alle noch in jiffy bags und Kartons verpackt werden wollen. Und dann noch die Weihnachtskarten! Wenn die laufende Nase, mit der ich aussehe wie Rudolph the red-nosed reindeer, nicht wäre, dann wäre mir weihnachtlicher. Und Sie könnten natürlich oben in das Suchfeld Wörter wie Weihnachten, Santa Claus, Nikolaus oder Advent eingeben und schöne alte Posts lesen. Sie könnten natürlich auch die Bibel lesen, das ist etwas, was nie schaden kann.

Und ich gebe auch gerne die vier wunderbaren Zeilen von Theodor Fontane weiter, die ich in diesen Tagen zugesandt bekam:

Ruhig sein, nicht ärgern, nicht kränken,
Ist das allerliebste Schenken;
Aber mit diesem Pfefferkuchen
Will ich es noch mal versuchen.


Wenn Sie noch mehr von P.J. Kavanagh lesen wollen, dann lesen Sie ➱dies.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen