Es waren noch schöne Sommertage, aber es war eine seltsame Stimmung in der Stadt. Der Satz Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten wurde natürlich ständig in Gesprächen zitiert, fiel aber bei dem Überreichtum an Ulbricht Witzen in Berlin nicht weiter auf. Der Busfahrer auf der obligatorischen Stadtrundfahrt konnte auch welche erzählen. An einer Stelle sagte er über sein Mikrophon, dass wir hier nicht weiterfahren könnten, weil hier alles abgesperrt sei. Billy Wilder drehe hier einen Film. Es war aber nichts von Billy Wilder zu sehen, und von einem Film aus Berlin habe ich damals auch nichts gehört. Ich hielt es für eine Geschichte, die Berliner Busfahrer den Jugendlichen aus der Provinz erzählen, weil die alles glauben. Aber ich muss dem Mann Abbitte tun. Billy Wilder drehte da wirklich einen Film. Der Bau der Mauer hatte Wilder völlig die Dreharbeiten zu ✺Eins, Zwei, Drei versaut. Das Brandenburger Tor musste als Kulisse in Geiselgasteig nachgebaut werden.
Als wir sie schleiften,
ahnten wir nicht,
wie hoch sie ist in uns
Wir hatten uns gewöhnt
an ihren horizont
Und an die windstille
In ihrem schatten
warfen alle keinen schatten
Nun stehen wir entblößt
jeder entschuldigung
Das stand hier schon mal. Und es gab schon mehrere Posts zum Thema Mauer, meistens am 13. August. Hätte was sagen sollen, fünundsechzig Jahre. Aber hab's vergessen weil an etwas anderem schrieb. Und Besuch von der Astrid au Dresden hatte, für die ich mal dieses Geburtstagsgedicht geschrieben habe:

einen flur
Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber
wo ich bin, will ich nicht bleiben, aber
die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber
die ich kenne, will ich nicht mehr sehen aber
wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber
wo ich sterbe, da will ich nicht hin:
Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin
Als wir sie schleiften,
ahnten wir nicht,
wie hoch sie ist in uns
Wir hatten uns gewöhnt
an ihren horizont
Und an die windstille
In ihrem schatten
warfen alle keinen schatten
Nun stehen wir entblößt
jeder entschuldigung
Das stand hier schon mal. Und es gab schon mehrere Posts zum Thema Mauer, meistens am 13. August. Hätte was sagen sollen, fünundsechzig Jahre. Aber hab's vergessen weil an etwas anderem schrieb. Und Besuch von der Astrid au Dresden hatte, für die ich mal dieses Geburtstagsgedicht geschrieben habe:
einen flur
voller moore
säle voll
maillol
und ein brütt
nicht zu lütt
ein rodin
und viel vin
la grande soirée
im eskadé
doch wieland nie
wünscht dscheipibi
Das eskadé im Gedicht bedeutet SKD, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, da arbeitet sie. Sie hat da mit den Werken der Bildhauer zu tun, deshalb ist das Gedicht voller Bildhauernamen. Und die Statue auf dem Bild über dem Gedicht habe ich extra ausgesucht, es ist ein Werk von der Witwe meines Onkels Katl Lemke, die war zuletzt hier in dem viel gelesenen Post Kriegsende und danach zu sehen,
Das eskadé im Gedicht bedeutet SKD, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, da arbeitet sie. Sie hat da mit den Werken der Bildhauer zu tun, deshalb ist das Gedicht voller Bildhauernamen. Und die Statue auf dem Bild über dem Gedicht habe ich extra ausgesucht, es ist ein Werk von der Witwe meines Onkels Katl Lemke, die war zuletzt hier in dem viel gelesenen Post Kriegsende und danach zu sehen,
Wenn Sie sich noch einmal alle Wortmauern angucken wollen, die ich hier zum Thema Mauerbau aufgebaut habe, dann gehen Sie zu den Posts: Bauarbeiten, Mauer, Berliner Mauer, Mauern und Mauerbau.
Und ich habe noch ein drittes Gedicht für diesen Tag, es ist von Thomas Brasch und stand 1977 in seinem Band Kargo:
Und ich habe noch ein drittes Gedicht für diesen Tag, es ist von Thomas Brasch und stand 1977 in seinem Band Kargo:
wo ich bin, will ich nicht bleiben, aber
die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber
die ich kenne, will ich nicht mehr sehen aber
wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber
wo ich sterbe, da will ich nicht hin:
Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen