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Freitag, 24. April 2026

leise Melodien


Ich konnte Klaus Groth schlecht in einem Post mit Stenka Rasin unterbringen, deshalb gibt es heute zwei Posts. Dieser zweite gehört dem Dichter, der die Sommer häufig in der Weserstraße in meinem Heimatort verbrachte, weil seine reichen Schwiegereltern dort eine Villa hatten. Hier liegen die Villen der Aristokraten, deren Anlagen das Weserufer eine kleine Strecke hin wirklich sehr verschönern, schrieb Friedrich Engels nach einer Dampferfahrt auf der Weser. Und er sagte, vielleicht etwas übertreibend, über den Ort: Vegesack ist die Oase der bremischen Wüste Die Villa Finkenhof gibt es nicht mehr, und eine Oase ist Vegesack auch ich mehr. Eher Teil der Wüste. Doch die Dichtung von Klaus Groth, die hat überlebt.

An seinem Geburtstag, dem 24. April, hat es hier schon zahlreiche Posts zu Klaus Groth gegeben. Er wurde im Jahr 1819 geboren, in dem auch die spätere englische Königin geboren wird, nach der man in England das Jahrhundert als Victorian Age bezeichnen  wird. 1819 ist aber auch das Geburtsjahr der Literatur des 19. Jahrhunderts, wenn ich das mal ein wenig übertrieben formulieren datf. Denn in diesem Jahr wird eine Vielzahl von Autoren, geboren die die wichtigsten Werke des Jahrhunderts schreiben werden: Herman Melville und Walt Whitman zum Beispiel. Und da wären noch Arthur Hugh Clough, George Eliot, James Russell Lowell, Gottfried Keller, Theodor Fontane. unf Klaus Groth. Die haben beinahe alle schon einen Post, ich erspare mir mal die Links. 

Ich habe heute ein schönes Klaus Groth Gedicht für Sie:

Wie Melodien zieht es
Mir leise durch den Sinn,
Wie Frühlingsblumen blüht es,
Und schwebt wie Duft dahin.

Doch kommt das Wort und fasst es
Und führt es vor das Aug',
Wie Nebelgrau erblasst es
Und schwindet wie ein Hauch.

Und dennoch ruht im Reime
Verborgen wohl ein Duft,
Den mild aus stillem Keime
Ein feuchtes Auge ruft.

Johannes Brahms hat das Gedicht vertont, es gehörte zu einer Reihe von fünf Liedern für eine tiefere Stimme mit Begleitung des Pianoforte. Die tiefere Stimme hat Hans Hotter, und er singt das Lied, begleitet von Gerald Moore, sehr schön.

Noch mehr Klaus Groth in diesem Blog in den Posts: Klaus Groth, Min Jehann, Min Modersprak, Plattdeutsch, Frisia non cantat, Oase in der bremischen Wüste, noch immer Schnee, Reimer Bull ✝

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