Dienstag, 6. April 2010

Lindenbäume


Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum. Da soll man seinen Rolls Royce nicht abstellen, rät eine alte Rolls Royce Fibel, die die Firma für Chauffeure geschrieben hat. Die Linde ist unser liebster Baum. Die Basis unserer nationalen Mythen von der germanischen Göttin Freya und unserem Nationalhelden Siegfried bis zur Lindenstraße und der Zimmerlinde. Wenn ein Krieg zu Ende ist, pflanzt man Friedenslinden, an die sich, wie an die Kriege, heute kaum noch jemand erinnert, nur die Kneipen heissen noch Zur Friedenslinde. Die Eiche ist das Symbol der Obrigkeit, und der Volksmund weiß: der Eiche weiche. Die Linde dagegen ist der Baum des Friedens, der Treue und der Gerechtigkeit. Wallfahrer trugen Lindenblätter, selbst auf den bewaffneten Wallfahrten nach Jerusalem.

Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum. Warum steht er vor dem Tore? Normalerweise steht er in der Ortsmitte, ist die Dorflinde, die Gerichtslinde. Hier träumt in seinem Schatten das lyrische Ich so manchen süßen Traum. Eigentlich ist die Linde seit Walther von der Vogelweides Under der linden/an der heide/da unser zweier bette was etwas für junge Paare, nicht für Einzelträumer. Eichendorff gebraucht die Linde in Der junge Ehemann ähnlich wie Walther, aber schon etwas biedermeierlich domestiziert.

Jetzt neben meinem Liebchen
sitz ich im Schatten kühl,
sie wiegt ein muntres Bübchen,
die Täler schimmern schwül,
und unten im leichten Winde 
regt sich das Kornfeld kaum,
und über uns säuselt die Linde -
Es ist mir noch wie ein Traum.

Der einsame Wanderer in Wilhelm Müllers Winterreise hat nicht solches Eheglück. Bei Müller wird die romantische Reise nicht zu der Reise, die Eichendorffs Taugenichts macht, sie führt in der Winterreise und in der Schönen Müllerin in den Untergang. Und natürlich sind die Frauen schuld. Die ganze deutsche Romantik steckt in diesen beiden Liederzyklen, mit denen Dietrich Fischer-Dieskau nach dem Krieg mit seinem Begleiter Gerald Moore berühmt geworden ist. Vor ihm hatte es schon andere gegeben, die diese Zyklen gesungen hatten, Hans Hotter, Peter Pears, Peter Anders und Axel Schiötz, aber diese Aufnahmen gab es in der fünfziger Jahren nicht. Zur Schönen Müllerin gehört eigentlich eine Vorrede, die sich von dem romantischen Müllerburschen ironisch distanziert, aber die kommt meistens nicht zur Aufführung (obgleich es eine Version von Fischer-Dieskau in der Originalfassung gibt). Wir wollen die Romantik, nicht die Ironie. Müller hat beide Zyklen wohl aus verschmähten Liebe zu Luise Hensel gedichtet, verschmähte Liebe ist in der Romantik immer gut. Der Dichter hat dann eine andere Frau geheiratet. Sein Sohn Max Müller ist berühmter geworden als der Vater, der berühmteste Sprachwissenschaftler der Universität Oxford, an seinem Lebensende sogar in den Kronrat berufen. Romantik der Vater, Wissenschaft der Sohn, das ist das, was wir Deutschen können.

Für den Spätromantiker Mahler war der Müllersche Lindenbaum noch nicht genug, er musste in seinen Liedern eines fahrenden Gesellen (natürlich aus unglücklicher Liebe geschrieben) noch eins drauf setzen.

Die zwei blauen Augen von meinem Schatz,
die haben mich in die weite Welt geschickt.
Da mußt ich Abschied nehmen vom allerliebsten Platz.
O Augen blau, warum habt ihr mich angeblickt?
Nun hab' ich ewig Leid und Grämen.

Ich bin ausgegangen in stiller Nacht
wohl über die dunkle Heide.
Hat mir niemand Ade gesagt.
Ade! Mein Gesell' war Lieb' und Leide!

Auf der Straße steht ein Lindenbaum,
da hab' ich zum ersten Mal im Schlaf geruht!
Unter dem Lindenbaum,
der hat seine Blüten über mich geschneit,
da wußt' ich nicht, wie das Leben tut,
war alles, alles wieder gut!
Alles! Alles, Lieb' und Leid'
und Welt und Traum.

Und dazu Gustav Mahlers plüschige Musik, Fischer-Dieskau hat das sehr schön gesungen. Ich habe ihn einmal mit dem Lied von der Erde gesehen, da stand er sehr elegant mit seinem Frack auf der Bühne. Joseph Keilberth am Pult sah mit seinen wuscheligen weißen Haaren aus wie Beethoven. Es war noch ein zweiter Sänger im Frack auf der Bühne, den habe ich 1964 aber gar nicht beachtet. Damals ging man wegen Fischer-Dieskau ins Konzert und in die Oper. Fischer-Dieskau gestaltet es hinreissend. Sehr gut Wunderlich, hat Keilberth in seinem Tagebuch notiert. Mahler war damals im Konzertsaal ein Wagnis, das Keilberth mit seinen Bamberger Symphonikern immer wieder eingegangen ist. Nach dem Soundtrack von Tod in Venedig hörte jeder Mahler. Es ist mir heute noch peinlich, dass ich damals nicht wußte, wer Wunderlich war. Heute habe ich alle seine Aufnahmen. Leider hat er von Mahler nur wie an dem Frühlingsabend 1964 Das Lied von der Erde gesungen. Ich hätte gerne Die zwei blauen Augen von ihm. Was hätte er noch alles singen können, wenn er nicht so früh gestorben wäre.

Montag, 5. April 2010

Schmutzige Lyrik


Nee, nicht das, woran Sie jetzt gerade denken. Das, was innen auf den Klotüren geschrieben steht, the writing on the wall. Ist auch längst erforscht, Peter Rühmkorf hat ein Buch darüber geschrieben, das Über das Volksvermögen heißt. Ich kannte mal jemanden, der während seines Studiums als research assistant für Peter Rühmkorf in deutschen Universitäten Klosprüche von den Türen abschrieb. Der ist später Germanistikprofessor geworden. War irgendwie zwangsläufig, in den sechziger Jahren interessierte sich die Germanistik ja mehr für die Analyse von Werbung und Todesanzeigen als für Walther von der Vogelweide. Also ich meine mit schmutzige Lyrik jetzt schon wirkliche Lyrik, die sich Gegenständen widmet, die wir im Gedicht nicht so gerne sehen.

Vor vielen Jahren, als die Sendung Drei nach Neun noch nicht von Giovanni di Lorenzo in die seichten Untiefen der Bedeutungslosigkeit gesteuert worden war, als man noch Moderatoren wie Wolfgang Menge, Marianne Koch, Gert von Paczensky, Karl-Heinz Wocker, Dagobert Lindlau (und wie sie alle hießen) hatte, da gab es in Bremen mal einen Goethe Abend. Da sollten Leute aus dem Publikum Goethe Gedichte aufsagen. Und da kam ein junger Mann ans Mikrophon, schwarze Lederjacke und ganz auf Krawall gebürstet. Und der sagte ganz furchtbaren Schweinkram auf, bis er von den Saalordnern aus dem Sendesaal entfernt wurde. Und die Zuschauer wieder in Ruhe das Heideröslein und den Erlkönig aufsagen konnten. Und dann geschah etwas Unerwartetes. Der Intendant von Radio Bremen trat an das Mikrophon. Und sagte, dass man vorhin dem jungen Mann bitter Unrecht getan hätte. Er hätte Anrufe von drei Germanistikprofessoren erhalten, die ihm alle glaubhaft versichert hätten, dass der Schweinkram vorhin original von unserem deutschen Dichterfürsten war. Peinliches Schweigen im Saal.

Zur gleichen Zeit trat in England eine Dichterin ins Rampenlicht der Öffentlichkeit, deren dichterische Produktion in einem Land, das no sex please, we are British im Wappen hat, eine Sensation bedeutete. Sie hieß Fiona Pitt-Kethley, und ihre Gedichtbände Sky Ray Lolly (1986), Private Parts (1987) und The Perfect Man (1989) zeigten den Engländern, dass es neben Margaret Thatcher noch wirkliche Frauen im Königreich gab. Frightfully rude, konstatierte die Presse, A wayward poet of all things impolite schrieb die Times. Aber der Observer sagte auch I don't see why a woman shouldn't talk dirt as readily as a man. Die Presse stilisierte sie zu einem weiblichen Lord Byron, über den Lady Caroline Lamb einmal gesagt hatte Mad, bad and dangerous to know. Aber das Publikum liebte die Verse von the most widely-read and controversial poet der achtziger Jahre. Und der Erfolg war verdient, sie ist wirklich eine sehr gute Dichterin. Die so ganz nebenbei für die Emanzipationsbewegung vielleicht mehr geleistet hat, als deren politische Vorzeigefiguren.

Ihre Karriere begann mit Absagen. Nach dem 86. Absagebrief begann sie, die Herausgeber und Literaturagenten mit beleidigenden Gedichten zu beschimpfen. Die wurden zu ihrer Überraschung gedruckt. Dann schrieb sie über verflossene Liebhaber und Männer im allgemeinen. Von nun an wurde alles von ihr gedruckt, im Observer, dem New Statesman, dem London Review of Books. Irgendwann schien man gemerkt zu haben, dass sie nicht nur eine Skandalnudel war, sondern dass sie witziger war als Monty Python und eine wirkliche Dichterin war. Ein völliges Gegenstück zu Emily Dickinson, die ihr Leben lang Haus und Hof nicht verlassen hat und über Vögelchen im Garten schrieb. Sie schrieb auch nicht immer nur über Männer und Sex. Ein Gedicht wie Gala Day (in Private Parts) könnte auch von Philip Larkin stammen, ist aber witziger als Larkin.

Ein schönes Beispiel für ihren Witz ist das Gedicht That Word. Dieses, im ganzes Gedicht nicht genannt Wort, ist natürlich ein four letter word, das mit dem Buchstaben F anfängt:

'I bet you're glad your daughter wasn't here
tonight to hear that word,' I hear one man
say to another man the night I read.
His hair looked dyed. His face red with rage
which made the bird tattoo flying down his neck
seem extra blue.

I rather wondered if he and his friend
that worded their own daughters at weekends.
Statistics prove lots of men do.

A vicar's girl taught all the class that word
when I was nine. I really took to it -
so easy to remember and pronounce
and good for rhymes. It's not a synonym -
an honest word that only means one thing.
I've used it ever since. Beside all that,
I rather like the short, sharp shock it gives
to men with daughters to protect.

Die Autorin, die 1988 im Independent ein Manifesto of a Female Casanova geschrieben hat, lebt heute nicht mehr in England. Sie hat geheiratet (einen englischen Schach Großmeister) und lebt mit Mann und Kind in Spanien. Die Spanier mögen die Engländer ja nicht so besonders, seit sie 1588 ihre Armada im Ärmelkanal verloren haben. Aber seit Wellington Spanien von den Franzosen befreit hat, sind ihnen die Engländer etwas sympathischer geworden. Viele Engländer machen in Spanien Urlaub, gefürchtet sind bei den Spaniern die englischen Fußballhooligans und Sauftouristen. Aber es gibt eben auch viele seriöse Engländer, die unter südlicher Sonne ihren Lebensabend verbringen. Ist wärmer als in Brighton.

Fiona Pitt-Kethley schreibt immer noch. Sie hat in den neunziger Jahren zwei Anthologien herausgegeben, einen Literary Companion to Sex (1994) und einen Literary Companion to Low Life (1995), was ihr von der Kritik als schamlose Vermarktung ihres literarischen Erfolgs ein wenig übelgenommen wurde. Finanziell hat sie ausgesorgt. Spätestens seit ihr Mann James Plaskett bei der ITV Show Who Wants to be a Millionaire? 250.000 Pfund gewonnen hat. Damals war sie sein Telephonjoker. Sie ist heute überall im Internet präsent und lässt uns an ihren Erlebnissen in Spanien teilhaben. Das ist immer noch witzig, aber irgendwie nicht mehr so toll wie in den achtziger Jahren.

Mein Gedicht des Tages ist heute das völlig schmutzfreie Bond Girl aus der Sammlung The Perfect Man:

Back in my extra days, someone once swore
she'd seen me in the latest James Bond film.

I tried to tell her that they only hired
the real glamorous leggy types for that.
(My usual casting was 'a passer-by'.)

I've passed the lot in Pinewood Studios.
It's factory-like, grey aluminium, vast
and always closed. Presumably that's where
they smash up all the speedboats, cars and bikes
we jealous viewers never could afford.

I quite enjoyed the books. Ian Fleming wrote well.
I could identify a touch with Bond,
liking to have adventure in my life.
The girls were something else. All that they earned
for being perfect samples of their kind -
Black, Asian, White - blonde, redhead or brunette,
groomed, beauty-parlourised, pleasing in bed,
mixing Martinis that were shaken not stirred
using pearl varnish on their nails not red -
was death. A night (or 2) with 007,
then they were gilded till they could not breathe,
chucked to the sharks, shot, tortured, carried off
or found, floating face downward in a pool.


Post scriptum: Es hat eine Anzahl von Fragen gegeben, wie denn so ein richtig schweinischer Goethe Text aussieht. Mit vornehmer Zurückhaltung habe ich den nicht zitiert. Aber wenn es unbedingt sein muss, hätte ich natürlich ein Beispiel:


Und hinten wo am Arsch die Hoden klunkern Das Rückgrad sich biegt die Beine sich anziehn Das rothe Stücklein aus der Scheide treibt Und der ganze Kerl herrlicher wird Beleckt jede Ihrer Brüste Hitzig, Der Schwanz sich krümmt Das Eingreifen der Pfoten Hächzen Der unendliche Ausdruck von Geilheit im Verbiegen und Verschmiegen der ganzen Natur Anbiegen und anschmiegen.

Lesen Sie ➱hier mehr, ich hoffe, das reicht jetzt zum Thema.

Sonntag, 4. April 2010

Touristen


Im Sommer 1819 beobachtet ein Engländer in Lausanne in einem Gasthaus eine Gruppe von Landsleuten: einen Gentleman in Begleitung von zwei Damen, sonnenverbrannt von einer Bergtour heimgekehrt. Der ihm unbekannte englische Gentleman am Nebentisch hält eine Brandrede gegen die Verschandelung der Bergwelt, nur weil alle Touristen jetzt mit den Kutschen überall hin fahren wollen, seien Natur und Tierwelt bedroht. Eine ökologisch völlig korrekte Klage. Dann springt er auf, geht zum Fenster und tadelt den Kellner, dass man ihn nicht früher davon benachrichtigt habe, dass seine Kutsche draußen vorgefahren sei. Die Engländer haben schon einen seltsamen Doppelstandard, entdecken den Alpentourismus und klagen dann über die Vernichtung der Natur. Der Gentleman von dem hier die Rede ist, ist kein anderer, als Englands Naturdichter Nummer Eins, Willliam Wordsworth. Edward Trelawny erzählt die Geschichte in seinen Erinnerungen an Shelley und Byron, aber leider ist Trelawny kein so ganz zuverlässiger Zeitzeuge, man hat ihn einmal als eine Kreuzung zwischen einem Byronic hero und dem Baron Münchhausen bezeichnet. Die Jahreszahl ist schon einmal falsch, es ist das Jahr 1820 nicht 1819, als Wordsworth mit seiner Frau und seiner Schwester in Lausanne ist. Aber es ist natürlich eine schöne Geschichte, si non vero è ben trovato.

Wir verdanken einer Kutsche eins seiner bekanntesten Gedichte. Nicht das mit den daffodils, da geht er mit seiner Schwester zu Fuß durch den Lake District. Dichter gehen ja immer zu Fuß, Hölderlin nach Bordeaux, Seume durch halb Europa. Der Dichterfürst Goethe geht nicht zu Fuß, der ist immer zu Pferde. Oder er ist mit seiner schwarz-gelben Kutsche unterwegs, die heute in Weimar steht. 1802 nimmt Wordsworth mit seiner Schwester die Kutsche, die Dover Coach, die morgens um halb sechs von Charing Cross abfährt und englische Touristen zur Kanalfähre befördert. Man kann als Engländer jetzt wieder nach Frankreich, der Friede von Amiens macht es möglich. Wordsworth will seine Tochter Caroline wiedersehen, die ist jetzt zehn. Das Kind aus einer Liaison mit Annette Vallon, damals als Wordsworth noch als Fan der Französischen Revolution in Frankreich unterwegs war.

Written on the roof of a coach, on my way to France September 1802 sei das Gedicht, so hat Wordy es Isabella Fenwick diktiert. Wirklich? Die Kutsche mit Wordsworth überquert die Westminster Bridge am 31. Juli 1802, und Wordsworth ist nicht der Typ, der während der Fahrt oben auf der Kutsche dichtet. Er braucht immer Zeit zum Nachdenken. Denn auch in I wandered lonely as a cloud heißt es in der letzten Strophe:

For oft, when on my couch I lie
in vacant or in pensive mood,
they flash upon my inward eye
which is the bliss of solitude;
And then my heart with pleasure fills,
and dances with the daffodils.

Unser Dichter auf der Couch, der die am See im Wind tanzenden daffodils heraufbeschwört, wird das Gedicht Composed upon Westminster Bridge Monate nach dem Julimorgen geschrieben haben.

Earth has not anything to show more fair:
Dull would he be of soul who could pass by
A sight so touching in its majesty:
This City now doth like a garment, wear

The beauty of the morning: silent, bare,
Ships, towers, domes, theatres, and temples lie
Open unto the fields, and to the sky:
All bright and glittering in the smokeless air.

Never did sun more beautifully steep
In his first splendour, valley, rock, or hill;
Ne'er saw I, never felt, a calm so deep!
The river glideth at his own sweet will:

Dear God! The very houses seem asleep;
And all that mighty heart is lying still!

Ein Gedicht wie eine Postkarte, einfach schön. Nix zu sehen vom Dreck der Industrial Revolution, vom London des Verbrechens. Bei William Blake sieht London anders aus. Und doch gibt es etwas Irritierendes: smokeless air. Dorothy Wordsworth notiert in ihrem Tagebuch: The houses were not overhung by their cloud of smoke. Muss der einzige Tag in London gewesen sein, wo es keinen Smog gab. Aber die romantischen Dichter sind schon Weltmeister im Ausblenden der Umweltverschmutzung durch die Industrial Revolution, das muss man ihnen lassen. Blaue Blumen, aber keine Fabriken. Keine dark Satanic mills, von denen Blake gesprochen hat.

Das Bild ganz oben zeigt die Westminster Bridge (mit ein klein bisschen smoke) im Jahre 1808. Das Bild hier zeigt Philippe Jacques de Loutherbourgs Coalbrookdale at Night (1801). Das ist jetzt das, was die Industrial Revolution aus der Natur nacht. Über die Fabriken hatte schon zuvor Anna Seward in einem Gedicht schon von wasted bloom, O, violated Colebrook geschrieben:

While red the countless fires,
With umber'd flames, bicker on all thy hills
Dark'ning the Summer's sun with columns large
of thick sulphureous smoke..

Gönnen wir unseren romantischen Frankreichreisenden den schönen Morgen in London. Über Coalbrookdale in Shropshire wird Wordsworth niemals ein Gedicht schreiben.

Aber es wird auch Touristen geben, die das Feuer und den Qualm von Coalbrookdale schön finden werden. Der neue ästhetische Begriff des sublime kann auch dazu benutzt werden, Eisenhütten schön zu finden. In zeitgenössischen Reiseführern finden sich Empfehlungen, diese dark Satanic mills bei Anbruch der Nacht zu besuchen. Dann seien sie besonders sublime. So wie auf den Bildern von Loutherbourg und Turner. Heute sind da wieder Touristen, auch tagsüber, da ist Coalbrookdale ein Museum, das an die vergangene industrielle Revolution erinnert, die an diesem Ort begonnen hat.

Samstag, 3. April 2010

Kurt Denzer: Cinarchea


Dr. Kurt Denzer ist im letzten Jahr 70 geworden, und an seinem Geburtstag hat er gesagt, dass er in diesem Jahr aufhören wolle mit der Cinarchea. Das hat ihm aber keiner geglaubt. Die Cinarchea ist das Festival des archäologischen ➱Dokumentarfilms, und Kurt Denzer leitet diese Veranstaltung seit 1993. Es wird sich ein Nachfolger finden, da bin ich sicher. "Kuddl" Denzer hat ihm Laufe seines Lebens so viele Filmfreaks zu soliden Praktikern ausgebildet, da wird es schon jemanden geben. Der Nachfolger braucht auch nicht wie er bei Null anzufangen. Kurt Denzer hat ein Vierteljahrhundert die Filmarbeit der Kieler Universität geleitet, hat Kommunale Kinos mitbegründet, und die die Landesarbeitsgemeinschaft Film wäre ohne ihn ärmer gewesen.

Mein Lieblingsfilm unter seinen Dokumentarfilmen heißt Floret Academia (der musste natürlich einen lateinischen Titel haben, weil Kurt Latein studiert hat), ein Film über die Dreihundertjahrfeier der Christian Albrechts Universität. Frech, despektierlich, schnell geschnitten. Der Film eines 68ers, obgleich es das Jahr 1968 noch gar nicht gab. Berühmt geworden ist er für seine Wikinger Filme (nein, nicht den mit Kirk Douglas), die er im Auftrag des Landes für das Wikinger Museum in Haithabu gedreht hat. Jahrzehntelanger Kampf eines auteurs mit den Geldgebern von der Kultusbürokratie. Da gibt es schreiend komische Anekdoten, und man hofft, dass der Regisseur endlich seine Memoiren schreibt (oder das alles mal in einen Blog schreibt).

Ich würde jetzt ja gerne Frank O'Haras To the film industry in crisis hier stehen haben, mit der schönen Schlußzeile Roll on, reels of celluloid, as the great earth rolls on. Aber das ist mir zu lang, und so gibt es hier stattdessen Rolf Dieter Brinkmanns Ra-ta-ta-ta für Bonnie & Clyde etc.:

Wenn man plötzlich auf einem einfachen
weißen Kleid einen Klumpen roten Gelee
zerplatzen sieht, könnte man an das Ende

denken, aber das Ende ist noch weit.
Der Film läuft weiter und Bonnie läuft
weiter und Clyde läuft weiter und wir

laufen alle mit zwischen den Stuhlreihen
und kommen erst zur Ruhe, wenn auch auf
den einfachen weißen Kleidern der Platz-

anweiserinnen ein roter Klumpen Gelee
zerplatzt. Jetzt haben wir wieder Grund
zu laufen, und wir hören noch, wie der Ton

bei der Schlußszene mit dem Maschinen-
gewehrfeuer voll aufgedreht wird zur Freude
von Bonnie und Clyde, den Platz-
anweiserinnen und der ganzen Marmeladenindustrie.

Das Internationale Archäologie Film Festival Cinarchea ® findet vom 22. bis zum 24. April in der Kunsthalle in Kiel statt. Heute bringen die archäologischen Dokumentarfilme ja etwas Bonnie & Clyde Pep in die Wissenschaft, die verkaufen die Archäologie richtig sexy. Floret Cinarchea!  Früher war das viel langweiliger. Bevor ich das Archäologie Nebenfachstudium entnervt aufgab, habe ich vier Semester lang Vorlesungen über schwarzgrundige attische Tonvasen gehört. Der Professor stand vor der Emeritierung und benutzte die letzten Semester, um seine Fachkollegen zu beschimpfen und den schon hundert mal abgespulten Kram über die schwarzgrundigen attischen Tonvasen noch einmal lustlos vorzulesen. Da wußte ich, dass Heinrich Schliemann und Sir Mortimer Wheeler nicht wiederkommen. Wenn ich heute schwarzgrundige attische Tonvasen sehe, kriege ich ähnlich anarchische Gefühle wie in der Schlussszene von Bonnie und Clyde. Ra-ta-ta.

Lesen Sie auch: Haithabu

Freitag, 2. April 2010

Benzinpreise


Eine der wirklichen Konstanten in der Welt ist das Ansteigen der Benzinpreise vor Ostern. Wie die Konzerne das jedes Jahr immer wieder passgenau hinbekommen, das verdient schon unsere Bewunderung. Und jedes Jahr gibt es wieder das gleiche Wehklagen. Und den Ruf nach dem Kartellamt, obgleich jeder weiß, dass in dieser Behörde nur zahnlose Papiertiger sitzen. Jahr für Jahr können sie keinen Nachweis für verbotene Preisabsprachen und eine ganz zufällige parallele Preisgestaltung erbringen. Wenn das Franz Schütte in Bremen (der 1890 die Deutsch-Amerikanische Petroleum Gesellschaft zusammen mit Rockefeller gegründet hatte) noch mitgekriegt hätte! Die Bosse von Esso, Shell, Aral und wie die Firmen alle heißen, sitzen jetzt an Ostern zuhause vorm CD Player. Sie hören nicht Bachs Matthäuspassion, nein, sie singen ganz laut mit:

Ich brauche Zeit, kein Heroin
kein Alkohol, kein Nikotin
brauch keine Hilfe, kein Koffein
doch Dynamit und Terpentin
Ich brauche Öl für Gasolin
explosiv wie Kerosin
mit viel Oktan und frei von Blei
einen Kraftstoff wie Benzin

Wenn Sie morgen bei Ihrer Tankstelle alle Strophen von Rammsteins Benzin vorsingen können und noch dazu den headbanger machen, kriegen Sie das Benzin vielleicht billiger.

Am ersten Tag des Monats ist hier angedeutet worden, dass hier im National Poetry Month aus Sympathie mit den amerikanischen Dichtern nur Gedichte zu lesen sein werden. Reicht Rammsteins Benzin schon als Gedicht aus? Dichter tun sich ja mit Automobilen etwas schwer. Zwar hatte Marinetti in seinem futuristischen Manifest vor hundert Jahren gefordert, dass der Dichter die neue Zeit besingen solle und konstatiert, dass ein Rennwagen mit vielen Auspuffrohren schöner sei als die Nike von Samothrake, aber irgendwie hat sich das nicht so durchgesetzt. Bertolt Brecht wird immer zitiert, der es mit einem billigen Reklamegedicht über die Singenden Steyrwägen geschafft hat, von der Firma Steyr ein Auto geschenkt zu bekommen. Zu schreiben wir liegen in der Kurve wie Klebestreifen. Unser Motor ist ein denkendes Erz, das hätten die bei Steyr in der Werbeabteilung ja auch noch hingekriegt. Und auch die ersten sechs Zeilen, die heute als Brechtsche Firmenkritik interpretiert werden, hat die Firma damals wohl mit Stolz hingenommen:

Wir stammen 
aus einer Waffenfabrik 
unser kleiner Bruder ist
der Manlicherstutzen.
Unsere Mutter aber
eine steyrische Erzgrube.

Man soll die Werbeabteilungen nicht unterschätzen, und deshalb gibt es hier am Tag vor Ostern ein Gedicht aus der Werbeabteilung der Daimler Motoren Gesellschaft aus dem Jahre 1897:

Ein Daimler ist ein GUTES THIER
zieht wie ein Ochs, du siehst's allhier;
Er frißt nichts, wenn im Stall er steht 
Und SAUFT NUR, WENN DIE ARBEIT GEHT,
Er DRISCHT und SÄGT und PUMPT dir auch
Wenn's Moos dir fehlt, was oft der Brauch:
Er kriegt nicht MAUL- und KLAUENSEUCH
Und macht dir keinen dummen Streich  ,
Er nimmt im Zorn dich nicht auf's Horn,
verzehrt dir nicht dein gutes Korn.
Drum kaufe dir ein solches Thier,
dann bist versorgt du für und für. 

Kann man dem Sog dieser poetischen Sprache widerstehen? Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz? My friends all drive Porsches, I must make amends.

Karfreitag


Dass heute einer der höchsten christlichen Feiertage ist, kann man mit einem Blick am Fernsehprogramm erkennen: Aliens vs. Predator, Wu Kung: Herr der blutigen Messer, Dolph Lundgren: The Last Warrior, Blackbeard: Piraten der Karibik. Dazu diese schlimmen Hollywood Blockbuster wie Ben Hur, Die zehn Gebote oder Kampf um Rom. Und als Höhepunkt die Passiongeschichte in der Version von Mad Max Mel Gibson. Da kann man schon dankbar sein, dass man bei 3sat wenigstens im Abendprogramm Bachs Matthäuspassion sehen und hören kann. Gut, es wird Menschen geben, die jetzt in die Kirche gehen, die heute in der Bibel lesen, die heute Brahms Deutsches Requiem hören werden oder John Donnes Good Friday, 1613. Riding Westward lesen. Aber ich fürchte, sie sind in der Minderheit. Geistliche Lyrik zu schreiben, war für John Donne noch eine Selbstverständlichkeit. Heute muss man schon angestrengt suchen, um einen christlichen Dichter zu finden.

Die Gedichte von ➱Andrew Hudgins in The Never-Ending 1991 wären eine Alternative. Der gebürtige Texaner, der in Montgomery, Alabama (da, wo Dr. Martin Luther King Pastor gewesen ist) aufgewachsen ist und auf einem Methodisten College gewesen ist, hat sich einmal, wenn schon nicht als Christian, dann aber auf jeden Fall als Christian poet bezeichnet. Und einem Journalisten auf die Frage nach seiner Lektüre  geantwortet: Robert Lowell und die Bibel. Robert Lowell ist einer der bedeutendsten amerikanischen Dichter im 20. Jahrhundert gewesen, man merkt den Einfluss sicherlich überall im Werk von Hudgins. Den der Bibel auch, Hudgins' Vater hat der Familie jeden Abend daraus vorgelesen.

Mein Exemplar von The Never-Ending trägt die handschriftliche Widmung des Autors an einen bedeutenden deutschen Dichter. Der mit dem Band nichts anderes anzufangen wußte, als ihn in einem Antiquariat zu verkaufen. Irgendwie ein barbarischer Akt für einen Dichter. Andrew Hudgins ist nicht irgendjemand, kein obskurer religiöser Fanatiker aus dem amerikanischen Süden, wie Hazel Motes in Flannery O'Connors Roman Wise Blood. Hudgins' Gedichte sind im New Yorker und in ähnlichen prominenten Journalen gedruckt worden. Er hat zahlreiche literarische Preise erhalten, ist 1985 mit Saints and Strangers in die Nähe des Pulitzer Preises gekommen und ist Gastprofessor in Princeton gewesen. Er lehrt heute als Professor für Englisch an der Ohio State University. Und er schreibt immer noch Gedichte, vielleicht die originellsten in Amerika. Hudgins' ist kein Prediger, er hat keine Botschaft zum Mitnehmen. Aber die stille Art, in der er in The Never-Ending die Passionsgeschichte mit dem Hass der weissen Ku-Klux-Klan Nachfolger auf die Schwarzen im Alabama der fünfziger Jahre kontrastiert, lässt den Leser betroffen zurück. Diese Geschichte ist nicht auf dem Kalvarienberg zu Ende, sie ist nie zu Ende.

Christ Carrying the Cross

Two crosses on the hill await a third.
A crowd stands in a circle as other townsfolk
swarm slowly up the hill to join them. Where's Christ?
They frolic, gossip, rear the horses, laugh.
Even the soldiers celebrate. They sport
red jackets as they keep some order here.
Not too much. It's an execution, after all.
Where's Christ? There are the thieves. In a horse cart,
one prays, one stares into the sky and howls.
Where's Christ? There's a small town, 
there's a crag with a black windmill, rickety, on top.
And there's Christ, hard to see, right in the center.
He's fallen beneath his huge cross. Can he rise?
The revelers kick and taunt him. At church we sing,
Where were you when they crucified my Lord?
A crow perched on a torture-wheel looks off
into the distance. Christ staggers, falls, stays down.
Eternity's a long walk, Lord. Get up!

Donnerstag, 1. April 2010

April


April come she will, sangen Simon und Garfunkel. Aber die Liebe in diesem Lied hält nicht ewig (die künstlerische Verbindung von Paul Simon und Art Garfunkel auch nicht), wenig später heißt es schon August, die she must. Dichter besingen gerne den April. Am nettesten Ogden Nash in Always Marry an April Girl:

Praise the spells and bless the charms,
I found April in my arms.
April golden, April cloudy,
gracious, cruel, tender, rowdy;
April soft in flowered languor,
April cold in sudden anger,
ever changing, ever true -
I love April, I love you.

Man ja kann heute die ersten Zeilen von T.S. Eliots The Waste Land nicht zitieren, ohne dass ein Literaturwissenschaftler sagt: das hat er von Chaucer (so steht es auch auf der Wikipedia Seite der Canterbury Tales) Wirklich? Was hat April is the cruellest month, breeding/lilacs out of the dead land... mit Whan that Aprille with his shoures soote gemeinsam? Bei Chaucer machen sich in seinen Canterbury Tales in dem Monat mit den sweet showers neunundzwanzig Pilger auf den Weg nach Canterbury. Zum Grab des Heiligen Thomas. Der war auch einmal Lord Chancellor von England. Saß aber nicht auf dem woolsack, weil der erst Jahrhunderte später erfunden wurde. Bei Chaucer ist der Frühling wie er sein soll, sogar die Regenschauer sind sweet, ebenso wie der Atem des Zephyrs, es gibt die Sonne und den Gesang von kleinen Vögeln. Das hat nichts von der depressiven Grundstimmung des cruellest month bei T.S. Eliot. Die lilacs, die aus dem toten Land sprießen, kommen bei Chaucer nicht vor. Es gab das Wort auch noch gar nicht, das kommt erst im 17. Jahrhundert. Und die Bezeichnung von lilac als Farbe nochmal 150 Jahre später. Engländer lieben dieses blasse Lila als Farbe offensichtlich. Wird gerne von Gentlemen als Farbe der Krawatte genommen, auch für Oberhemden. Manche Schneider der Savile Row füttern die Jacketts mit blaßlila Seide. Mein Freund Keith hat ein Rolls Royce Corniche Cabrio in blaßlila. Ist geschmacklich noch eine Stufe über einem Pink Cadillac, sieht aber ein klein bisschen pervers aus. Jetzt im April bricht auch die Zeit der Cabrios an. Cabrios lassen mich völlig kalt. Wenn man Jahre in einem Infanteriebataillon verbracht hat, in dem am ersten April das Verdeck von den Jeeps entfernt wurde, ist man auf kein Cabrio der Welt mehr neidisch.

Schon lange vor T.S. Eliot hat ein anderer amerikanischer Dichter lilacs mit dem April verknüpft, Walt Whitman in seinem großen Gedicht auf Abraham Lincoln, When Lilacs last in the Dooryard Bloomed. Denn in dem Monat, in dem der Flieder blüht, ist Abraham Lincoln ermordet worden. Whitman hat auch noch das Gedicht Warble me now for joy of lilac-time geschrieben, das etwas fröhlicher ist als die Elegie auf den Tod von Lincoln. Und die im geheimen vor sich hin dichtende Dame in Amherst, die immer weiß trägt, hat auch Fliedergedichte wie The lilac is an ancient shrub oder Upon a lilac sea geschrieben. Aber nicht nur Whitman und Emily Dickinson schreiben über lilacsLilacs ist das bekannteste Gedicht von Amy Lowell. Die amerikanischen Dichter scheinen überhaupt eine Vorliebe für diese Pflanze und diese Farbe zu haben. 1996 hat die Academy of American Poets den Monat April als National Poetry Month ausgerufen, überall in Amerika werden jetzt Gedichte vorgelesen.

Dichter singen im Monat, in dem die Titanic unterging, über die Natur, über die Vögel und den Regen. Häufig nehmen sie dafür auch den Monat Mai (wenn sie nicht wie Edmund Spenser in The Shepherd's Calendar 1579 für jeden Monat ein Gedicht haben), der Mai ist irgendwie noch fröhlicher als der wetterwendische April. Von allen Frühlings- und Naturgedichten gefällt mir Thomas Hardys Weathers am besten. Hardy, den das Lesepublikum immer nur als Romanautor sieht, hat sich zeitlebens eher als Dichter gefühlt. Und seine Collected Poems haben einen Umfang von 864 Seiten. Beinahe tausend Gedichte, das schaffen nicht viele Schriftsteller, die nebenbei noch mal eben so vierzehn Romane schreiben. Wenn in seinen Wessex Novels auch viel Wetter vorkommt und Wetter und Landschaft ebenso wichtig wie die Romanfiguren sind, am Hübschesten (und Hüpfendsten) ist das Wetter im ersten Teil von Weathers.

This is the weather the cuckoo likes
   and so do I;
When showers betumble the chestnut spikes,
   and nestlings fly:
And the little brown nightingale bills his best,
And they sit outside "The Travellers' Rest",
And maids come forth sprig muslin drest,
And citizens dream of the south and west,
   And so do I.

Ohne die Phantasie gibt es keine Wirklichkeit, notiert Wilhelm Lehmann am 12. April 1928 in seinem Bukolischen Tagebuch. Und ohne die Dichter gibt es keine Schönheit. Nehmen wir uns die amerikanischen Dichter zum Vorbild und lesen wir im National Poetry Month nur noch Gedichte!