Mittwoch, 31. Januar 2018

Aufklärung


Die Werthertracht hat er auch getragen, allerdings zu einer Zeit, als Goethe seinen Werther noch gar nicht geschrieben hatte. Das hier auf dem Gemälde von Georg Ziesenis ist Ernst II. Ludwig von Sachsen-Gotha-Altenburg, Herzog eines kleinen sächsischen Fleckerlteppichs in Thüringen. Aber groß im Geiste, ein Mann der Aufklärung. Seine Mutter hatte ihn und seinen Bruder auf eine Bildungsreise geschickt, die die beiden auch nach England führte. Dort trägt man gerne blaue Röcke zu gelben Hosen und gelben Westen. England, das im 18. Jahrhundert immer mächtiger wird, wird jetzt auch in der Mode zu einer Weltmacht. Ernst blieb vier Monate am englischen Hof. In Frankreich hatte ihm Diderot den Rat gegeben, nicht zu lange in Frankreich zu bleiben, man könne ihn sonst leicht verderben.

Der Cousin von George III, der am 30. Januar 1745 geboren wurde, bringt nicht nur den modischen blauen Rock aus England mit. Er hat die großen Parks von Kew und Stowe gesehen, so etwas will er jetzt auch haben. Seine Tante Augusta schickt ihm John Haverfield, den Sohn ihres Chefgärtners in Richmond und Kew nach Gotha. Und der legt dort einen englischen Garten nach einem Plan von Lancelot ‘Capability’ Brown an. Es wäre jetzt schön, wenn Sie an dieser Stelle mal eben den Post Landschaftsgärten lesen würden.

Es wird der erste englische Garten in Deutschland sein, Fürst Pückler, unser ➱Count Smalltalk, der sein ganzes Vermögen für seine ➱Gartenanlagen ausgibt, ist noch nicht geboren. Der Herzog wird eines Tages auch in seinem Park begraben werden: Ausdrücklich verbitte ich mir jedes zu meinem Andenken zu errichtende Denkmal, es sei ein Leichenstein, Grabschrift oder irgendein Monument bei oder auf meinem Grabe. Will man einen Baum darauf pflanzen, so habe ich nichts dagegen einzuwenden, damit meine gänzliche Auflösung nicht aufgehalten, vielmehr durch letztgedachte vermehrte Vegetation eher befördert und nützlich werde. Das war sein Testament, man wird dem folgen und pflanzt eine Akazie. Das ist ein Baum, der den Freimaurern etwas bedeutet. Denn Freimaurer ist unser Herzog, wie viele Männer der Aufklärung, auch gewesen.

Der Herzog Ernst kann auch ein bisschen offizieller sein als in seiner Werthertracht. Dies Bild stammt wahrscheinlich von Johann Jonas Michael, der Ernst und seinen Bruder August im Zeichnen unterrichtete, als sie jung waren. Es ist wahrscheinlich das beste Bild, das der Cabinets- und Hofmaler Johann Jonas Michael gemalt hat. Der Herzog hat einen offenen Gesichtsausdruck, er ist ein wenig nachdenklich. Der kostbare Hermelin liegt hinter ihm auf dem Sofa, ein Statussymbol, das er abgestreift hat, es bedeutet ihm nicht viel. Vielleicht war es der Hofmaler Michael, der angeregt hatte, dass man ein Cabinet für antike Plastiken einrichtet, auf jeden Fall gibt es das in Gotha. Und den Bildhauer Friedrich Wilhelm Döll hat es auch an den Musenhof von Gotha gezogen. Der Herzog fördert die schönen Künste, Tischbein erhält von ihm ein Stipendium für Italien. Die Familie Tischbein hat hier schon einen Post, in dem es hauptsächlich um Johann Heinrich Tischbein geht. Nicht um den Goethe-Tischbein, der jetzt Geld aus Gotha bekommt.

Dieses Bild (Konradin von Schwaben und Friedrich von Österreich vernehmen beim Schachspiel ihr Todesurteil) schickt Tischbein nach Gotha. Ein zweites Bild, das der Herzog gerne von ihm hätte, wird er nicht zu Ende malen. Goethe, der ihn für das Stipendium empfohlen hatte, ist erbost. Er schreibt an Herder: Tischbein ist mit allen guten Qualitäten ein wunderliches Tier, eine Art Hasenfuß, ist faul, unzuverlässig, seitdem er von den Italienern in das Metier der Falschheit, Wort- und Bundbrüchigkeit zu pfuschen gelernt hat. Sich zwischen den Herzog und ihn zu stellen, ist ein böses Unternehmen, doch habe ich es nach meiner Rückkunft gewagt, weil ich aus Tischbeins Briefen merkte, daß es mit seinem neapolitanischen Zustande nicht ganz just war. Jetzt aber kann ich nichts weiter tun...

Als Ernsts Vater 1772 stirbt, muss er die Regierung des Landes übernehmen, er tut das ungern: il faut que je m'adonne à un métier ingrat et sans goût, sans passion secrète pour l'état auquel je suis assujetti, et uniquement dans le but de remplir mes devoirs le mieux que je puisse, pour n'être pas un être inutile, et á la charge de la société dans laquelle la providence m'a jeté, sans me consulter sur celà. Er hätte sich lieber den Wissenschaften und den Künsten gewidmet. Aber er wird ein vorbildlicher Landesherr sein, der das Wohl seiner Untertanen im Auge hat. Es ist ein kleines Land, das er regiert, man kann es nicht mit Österreich oder Preußen vergleichen, wo es auch aufgeklärte Fürsten gibt. Und so wird er auch leider in dem Kapitel Der aufgeklärte Fürst in dem Buch Der Fürst von Wolfgang E.J. Weber nicht erwähnt. Wenn man einmal seine Biographie in der ADB liest, dann muss man sagen, dass unser schachspielender Herzog viel interessanter ist, als die anderen Herren in dem Buch.

Wenn sein Cousin der englische König sich von ihm Truppen für den Kampf in Amerika erbittet (und dafür viel Geld bietet), sagt er nein. Im Gegensatz zu dem Kasseler Landesherrn, der seine Landeskinder (unter anderem Johann Gottfried Seume) nach Amerika verkauft. Ernst II bewundert die amerikanischen Revolutionäre, Jahre später wird er mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern (man hat seine amerikanische Bibliothek bis heute aufbewahrt). Ländereien am Ohio hat er schon gekauft. Heute, nach einem Jahr Trump, würde er nicht auf diese Idee kommen, heute haben wir aber auch niemanden von dem Format von Ernst II in Deutschland.

Eine Sternwarte wird es auch geben. Die sehr viel eindrucksvoller ist, als was man in Lilienthal gebaut hat. Für die Seeberg Sternwarte hat der Herzog, der selbst Mitglied der Royal Society ist, Franz Xaver Zach gewonnen, einen der berühmtesten Astronomen der Zeit. Außer denen in Lilienthal. Und den Engländern. Aber mit denen korrespondiert Zach, der dem Herzog zum Freund wird, ständig. Die Seeberg Sternwarte ist schon einmal in diesem Blog vorgekommen. In dem Post mit dem schönen Titel Kometenschwanzleben. Und da ich einen älteren Post zitiere, möchte ich auch noch den Post zu Wilhelm Heine zitieren, der Maler und Entdecker aus Dresden, der General im amerikanischen Bürgerkrieg wird, hat heute Geburtstag. Leider hat der Post kaum Leser gefunden, es lohnt sich aber, ihn zu lesen.

Sonntag, 28. Januar 2018

Darling Jane


Heute vor 205 Jahren erschien Jane Austens Roman Pride and Prejudice. Anonym. Auf dem Titelblatt stand nur By the author of Sense and Sensitivity. Und auf dem Titelblatt des zwei Jahre zuvor erschienenen Romans können wir lesen: By a Lady. Nicht Jane Austen, nur by a Lady. Man könnte jetzt sagen, dass sich in dieser Zeit weibliche Autoren durch solche Anonymität (oder Pseudonyme wie die Brontë Schwestern) schützen. Ja und nein. Was sich auf den Titelblättern der Romane von Jane Austen findet, können wir schon in ähnlicher Art und Weise bei Fanny Burney finden, die hier einen Post hat. Jane Austen hat Fanny Burney sehr bewundert.

Anonymität ist angesagt unter Schriftstellern in jenen Tagen. Ein anglophiler deutscher Adliger, der uns seine Reiseerinnerungen ebenfalls anonym als Briefe eines Verstorbenen präsentiert, berichtet uns aus England: Ich war zum Mittag wieder bei der Herzogin von St. A... auf ihrem Landhause versagt, wo mich eine angenehme Überraschung erwartete. Man plazierte mich, der zu spät kam, zwischen der Wirtin und einem langen, sehr einfach aber liebevoll und freundlich aussehenden, schon bejahrten Manne, der im breiten schottischen, nichts weniger als angenehmen Dialekte sprach, und mir außerdem wahrscheinlich gar nicht aufgefallen wäre, wenn mir nicht nach einigen Minuten bekannt geworden – daß ich neben dem berühmten – Unbekannten säße. Es dauerte nicht lange, so kam mancher scharfe, trockene Witz aus seinem Munde, und mehrere höchst anspruchslos erzählte Anekdoten, die, ohne eben brillant zu erscheinen, doch immer frappierten. Seine Augen glänzten dabei, sobald er sich irgend animierte, so licht und freundlich, und es war so viel treuherzige Güte und Natürlichkeit darin ausgedrückt, daß man ihn lieb gewinnen mußte. Da plaudern also zwei Unbekannte beim Diner miteinander. Der eine ist unser Fürst Pückler, der lange Schotte ist niemand anders als Sir Walter Scott.

Pücklers Getue und Geziere mit der Anonymität ist Ludolf Wienbarg zu viel. Und so schreibt er über den Fürsten: Auf die bekannten Größen der früheren Literatur folgte der große Unbekannte; auf den großen Unbekannten folgte der vornehme Unbekannte. Jener, als er sein Incognito verrathen sah, stand nicht weiter an, sich öffentlich Walter Scott zu nennen und nennen zu lassen. Dieser aber, unser Verstorbene, unser Tuttifruttist, den Jedermann schon längst als Fürsten Pückler Muskau bezeichnet, zuckt noch immer dazu die Achsel und findet es in der Vorrede zum dritten der Tutti Frutti ungalant von einem Recensenten, daß derselbe seinen somnambülen Doppelgänger mit Namen angerufen.

Wienbarg ist ein scharfzüngiger Satiriker (er wird sich leider zu Tode saufen). Wir können dem Text auch entnehmen, dass es ➱Tutti Frutti schon vor ➱Elvis, Hugo Egon Balder und Monique Sluyter (Bild oben) gab. Charles Dickens hat in seinen Pickwick Papers unseren Fürsten (hier mit elegantem ➱Zylinder) als the famous foreigner und Count Smorltork verewigt.

Es wäre schön, wenn wir über die Pfarrerstochter Jane Austen ebenso viel wüssten, wie über den Fürsten Pückler. Wir wissen nicht, ob dieses Portrait von Ozias Humphry wirklich Jane Austen darstellt. Und auch bei dieser Zeichnung ist man sich nicht sicher. So bleibt als einzig gesichertes Bild eine Zeichnung ihrer Schwester Cassandra, auf der sie etwas missmutig in die Welt schaut. Aber wir haben ihr Werk und ihre Briefe. Die sogar im Internet zu finden sind. Da gibt es einmal die Briefe im ➱Projekt Gutenberg, und dann haben wir noch die ➱Edition von Baron Brabourn, dessen Mutter eine Nichte von Jane Austen war. Und dessen Großvater sich von ➱John Singleton Copley hatte malen lassen.

Man hat die Skizze aus dem Jahre 1810, die ihre Schwester Cassandra auf Papier gebracht hat, immer ein wenig zu verschönern versucht, und mit einer dieser Versionen ist Jane Austen im letzten Jahr auf einen zehn Pfund Schein gewandert. Direkt neben das Bild der Königin. Außer ihr war noch nie eine Frau auf dem Geldschein. William Shakespeare und Charles Dickens waren auch schon auf Zehn-Pfund-Noten. Das ist offensichtlich der literarische Olymp, auf diesem Geldschein zu sein.

Der Roman Pride and Prejudice wurde bei seinem Erscheinen vom Publikum gut aufgenommen. Nur Charlotte Brontë hatte etwas zu meckern: a carefully fenced, highly cultivated garden, with neat borders and delicate flowers; but ... no open country, no fresh air, no blue hill, no bonny beck. Es ist etwas dran , wenn Charlotte Brontë den Roman mit einem englischen ➱Landschaftsgarten vergleicht. Die novel of manners präsentiert uns eine geordnete Welt, da ist kein Raum für die wilde Sturmeshöhe, die ihre Schwester Emily in ➱Wuthering Heights beschreibt.

Der große Unbekannte (Sir Walter) schrieb 1826 über den Roman: Also read again, and for the third time at least, Miss Austen’s very finely written novel of 'Pride and Prejudice'. That young lady had a talent for describing the involvements and feelings and characters of ordinary life, which is to me the most wonderful I ever met with. The Big Bow-wow strain I can do myself like any now going; but the exquisite touch, which renders ordinary commonplace things and characters interesting, from the truth of the description and the sentiment, is denied to me. What a pity such a gifted creature died so early! 

Als Literaturwissenschaftler, wird man Pride and Prejudice in einer kritischen Ausgabe lesen, wie zum Beispiel der oben abgebildeten Norton Critical Edition. Wenn man ein normaler Leser ist, kann man jede Ausgabe nehmen, solange sie nicht gekürzt und bowdlerized ist. Die Bilder in diesen beiden Absätzen sind dafür da, damit ich sagen kann, dass die beinahe unzähligen Jane Austen Verfilmungen draußen vor lasse. Mit oder ohne Kira Knightley. Vor allem die Pride and Prejudice Zombies würdige ich keiner Behandlung. Im Gegensatz zu den Brontës macht Jane Austen wenig Gebrauch von der Schatztruhe der Gothic Novel. Lediglich in Northanger Abbey finden wir Spuren davon. Und das gibt mir jetzt einen schönen Übergang.

Dem Herrn, der hier Northanger Abbey in der Hand hält, können die deutschen Leser dankbar sein. Denn Christian Grawe (der auf für die Reclam Bände Fontane zum Vergnügen und die Fontane Chronik verantwortlich ist) hat zusammen mit seiner Gattin beinahe das Gesamtwerk von Jane Austen ins Deutsche übersetzt. Und noch eine Biographie geschrieben („Darling Jane“: Jane Austen, eine Biographie) hat.  Und zwei immens nützliche Bücher, die Jane Austen: 100 Seiten und Jane Austens Romane heißen (die Links führen beide zu Leseproben, die sehr viel über das jeweilige Buch aussagen). Das wird Sie zum Kauf verführen, die Bücher kosten auch nicht die Welt. Aber sie werden in der Welt von Jane Austen noch heimischer.

Before Jane Austen war der Titel einer Geschichte des englischen Romans des 18. Jahrhunderts von H.R. Steeves. Der Buchtitel impliziert, dass die Romane von Austen einen Einschnitt markieren, ein Ende des Romans des 18. Jahrhunderts. Jetzt beginnt etwas Neues, das kein aufgedrucktes Verfallsdatum hat, und das nach zweihundert Jahren noch genau so frisch ist wie bei der Drucklegung. Mein Lieblingsbuch zu Jane Austen ist A Portrait of Jane Austen von Lord David Cecil. Elsemarie Maletzke (die auch eine Biographie der Brontës geschrieben) hat eine Biographie geschrieben (Jane Austen: Eine Biographie), die ich Ihnen nicht vorenthalten will, viele Leser lieben das Buch. Und diese beiden jungen Damen sollte ich auch noch erwähnen. Und Sie werden jetzt anfangen Pride and Prejudice zu lesen: It is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good fortune, must be in want of a wife. Das ist ein Romananfang, dem man nicht widerstehen kann.


Lesen Sie auch: Schnulzen? und Regency

Freitag, 26. Januar 2018

Die Liebesschule


Ist dies der Vorhof zur Hölle? Es sieht aus, als sei es irgendetwas zwischen Kafka, Nosferatu und Dr  Mabuse. Es ist ein Szenenbild aus Teodor Currentzis' Inszenierung von Don Giovanni, ich weiß allerdings nicht, aus welcher Aufführung. Currentzis hatte unseren adligen Wüstling ja schon einmal 2014 auf der Bühne, hatte auch eine Aufnahme fertig, aber dann sagte er: Nein. Es gefiel ihm nicht. Die Plattenfirma spielte erstaunlicherweise mit und spendierte Zeit und Geld für eine zweite Aufnahme. Was Sony 2016 auf den Markt brachte, ist die zweite Aufnahme, über die der Spiegel sagte: Alle geben alles: ein "Don Giovanni" für die Ewigkeit. Die erste der drei LPs von Don Giovanni von Teodor Currentzis geht mit dem ➱Dalla Sua Pace des Ottavio zu Ende, hier ist es kein Vorzeigestück für einen Tenor, hier wird es gesungen, wie man es noch nie gehört hat. Leider gibt es die Aufnahme von Kenneth Tarver nicht im Internet (es gibt ➱eine, aber das ist nicht Currentzis Version), deshalb führt der Link da oben zu Fritz Wunderlich ....


So sieht ein Post aus, der angefangen, aber nicht vollendet wurde. Ist abgelegt unter Entwurf. Da habe ich eine Menge von Posts, es mangelt mir nicht an Ideen. Aber ich lasse heute Don Giovanni mal Don Giovanni sein. Der Mann, der in Spanien über tausend Frauen beglückt hat (Ma in Spagna son gia mille e tre), hat schon mehrere Posts (➱Don Giovanni, ➱la ci darem la mano, ➱Premiere und ➱Champagnerarie).

Ich schreibe heute lieber einige Zeilen über Mozarts Oper Cosi fan tutte, die den Untertitel La scuola degli amanti hat. Sie wurde am 26. Januar 1790 aufgeführt. Mit mäßigem Erfolg. Joseph II, der Mozart immer wohlgesonnen war und die Oper in Auftrag gegeben hatte, war nicht bei der Premiere, er lag todkrank im Bett und starb keine vier Wochen später. Mozarts erster ➱Biograph Franz Xaver Niemetschek schrieb über die Oper: In dem Jahre 1789 im Monat December schrieb Mozart das italienische komische Singspiel, Cosi fan tutte, oder die Schule der Liebenden; man wundert sich allgemein, wie der Mann sich herablassen konnte, an ein so elendes Machwerk von Text seine göttlichen Melodien zu verschwenden.

Der Tod von Joseph II ist auch das Ende der Oper, die nur zehn Mal aufgeführt wurde. Was jetzt kommt, ist eine erstaunliche Sache, die Oper bekommt andere Titel und andere Handlungen. Was halten Sie von ➱Weibertreue, oder die Mädchen sind von Flandern? Der Übersetzer Christoph Friedrich Bretzner schreibt Nach Cosi fan tutte frey bearbeitet auf das Titelblatt. Man geht sehr frei mit den Kunstwerken anderer um. Mozart übrigens auch, seine Entführung aus dem Serail bedient sich freigiebig bei Bretzners Singspiel Belmonte und Constanze, oder: die Entführung aus dem Serail. Ich weiß jetzt nicht, wie Bretzner auf Flandern gekommen ist, ➱Lebe wohl mein flandrisch Mädchen ist noch nicht geschrieben. Bei Mozart sind wir in Neapel, da kommt Flandern nicht vor. Bei ➱Bretzner immer wieder:

Ach! wir alle sind von Flandern,
Küßen da und küßen dort;
Froh zu täuschen, leicht zu wandern,
Bricht man Treue, Schwur und Wort

Offensichtlich herrschen im Flandern des 18. Jahrhunderts besonders lockere Sitten. Das so elende Machwerk von Text wird im 19. Jahrhundert zerlegt und geplündert, bekommt andere Titel (Liebe und Versuchung oder So machen's die Mädchen bei Heinrich Schmieder), erst am Ende des 19. Jahrhunderts wird Hermann Levi (der auch Le nozze di Figaro und Don Giovanni neu übersetzt) eine korrekte deutsche Übersetzung von da Pontes Libretto liefern. Für Richard Wagner bedeutete Cosi fan Tutte wenig: O wie ist mir Mozart innig lieb und hochverehrungswürdig, daß es ihm nicht möglich war zum Titus eine Musik wie die des Don Juan, zu Cosi fan tutte eine wie die des Figaro zu erfinden: wie schmählich hätte dies die Musik entehren müssen! Erst ➱Gustav Mahler und Richard Strauss werden die Oper würdigen, und die Aufnahme von Fritz Busch beim britischen Mäzen John Christie in Glyndebourne wird der Oper endgültig den Rang geben, der ihr zusteht.

Das hat mehr als hundert Jahre gedauert, aber die Verhunzung eines Werks ist nichts Einmaliges. Nehmen wir zum Beispiel William Shakespeare. Nach seinem Tode schnell vergessen, dann kommen die Puritaner und schließen die Theater. Im 18. Jahrhundert wird sein Werk zerstückelt und umgeschrieben. Sie finden alles dazu in dem lesenswerten Buch von Gary Taylor Shakespeare Wie er euch gefällt, es ist die Kulturgeschichte einer Plünderung durch vier Jahrhunderte. Heute haben wir verlässliche Texte, verlässliche Partituren.

Die einzige Gefahr für eine Oper ist heute das Regietheater. Wie zum Beispiel Christophe Honoré 2016 in Aix-en-Provence, der die Oper aus dem Neapel des 18. Jahrhunderts in das Afrika des Abessinienkriegs verlegte. Und Fiordiligi und Dorabella wie ➱Straßennutten aussehen ließ (Sie können hier noch eine ➱Szene aus dieser Inszenierung sehen). Sie wollen ja alle so furchtbar originell sein, diese Regisseure des Regietheaters, aber letzten Endes ist das nichts als eine Mickymausisierung der Kultur. So schrieb ein Kritiker: Opera directors in general and European ones in particular have for some years now been pushing the envelope as it were in producing classic works in most unlikely versions. Wagner’s Ring in a gas station, Rigoletto in Las Vegas, Zaide in a third-world sweatshop, The Abduction from the Seraglio set among the jihadists and ISIS are just a few examples that come to mind.

Am 26. Januar 2011 gab es hier schon einen Post, der ➱Cosi fan Tutte hieß. Damals kannte ich die Aufnahme von Teodor Currentzis noch nicht. Heute habe ich die natürlich, und ich kann sie sehr empfehlen (schauen Sie ➱hier einmal hinein). Die DVD der Aufführung in Glyndebourne 2006 mag ich auch sehr. Wir hören mal eben in das ➱Soave sia il vento hinein, schöner geht es nicht. Da brauchte man kein Abessinien, keine Straßennutten und Duce Plakate wie bei Christophe Honoré, da braucht man nur ein schlichtes Bühnenbild und wunderbare Stimmen. Wie Nicolas Rivenq als Don Alfonso, Miah Persson als Fiordiligi und Anke Vondung als Dorabella. Das bleiben, wie Franz Xaver Niemetschek schrieb, göttliche Melodien und die lieblichste und scherzhafteste Musik voll Charakter und Ausdruck.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Stierfortz


Ich weiß, dass ein Titel wie Stierfortz mir viele Leser bescheren wird. Das war bei dem Post ähnlich, der den Titel ➱Fickfackerei hatte. Ich komme auf das mysteriöse Stierfortz gleich zu sprechen, es soll heute um Übersetzungen gehen. Nicht diese unfreiwillig komische Übersetzung von ➱Mandalay, nein, es geht zuerst einmal um einfache Dinge des Kommerzes. Es sind seit einiger Zeit vermehrt englische Händler bei ebay, die dort ihre Waren anpreisen. Vielleicht hoffen sie, dass sie vor dem Brexit noch einen Reibach machen können. Unglücklicherweise ist keiner der Verkäufer bereit, seine ebay Texte an ein Übersetzungsbüro zu geben, sie vertrauen offensichtlich alle auf Google Translate. Oder ähnliche Übersetzungsmaschinen wie babelfishDeepL und wie sie alle heißen.

Fangen wir einmal mit Namen an. Gemeinhin werden Namen nicht übersetzt. Es ist also Quatsch, die Schuhfirma Edward Green in Eduard Grün umzubenennen. Oder aus New & Lingwood Neue und Lingwood zu machen. Oder die Firma Church (für die ➱Ronald Searle mal Reklame machte) mit kirchliche Schuhe zu übersetzen. Ein Händler bot ein gebrauchtes Paar kirchliche Schuhe mit Leben an. Jetzt fangen Sie an nachzudenken. Im Original steht da with plenty of life in them, sie können also noch lange halten. Die japanische Firma Haversack stellt Retro Klamotten her, man kann sie nicht mit Brotbeutel übersetzen. Die Firma Jones Bootmaker muss so bleiben und kann nicht Jones der Orthipädieschumacher werden. Und die schottische Firma Jeremy Law darf nicht zu Jeremy Gesetz werden.

Ein besonders schönes Beispiel ist Geo F Trumper Gummistiefel Eau de Cologne. Gummistiefel und Eau de Cologne, was mag das sein? Fußschweiß als neuer Parfümgeruch? Der englische Text hat hier Geo F Trumper Wellington, und damit ist natürlich der Herzog von Wellington gemeint. Trumpers Wellington riecht genauso wie Penhaligon Blenheim Bouquet. Ist nur preiswerter (lesen Sie mehr in ➱Aftershave). Dass eines Tages die grünen Gummistiefel auch Wellingtons (oder wellies) heißen werden (lesen Sie mehr in ➱Regenschirme), das wusste man 1876 nicht, als man das Eau de Cologne auf den Markt brachte. Die ➱Sloane Ranger und ➱Prinzessin Diana haben die Gummistiefel populär gemacht: London Sloanes sprout green wellies in wet weather like a plague of frogs. Dieses Paar Gummistiefel steht schon im Victoria & Albert Museum, es ist von der englischen Firma Hunter. Die Queen trägt diese Marke, und natürlich finden wir bei ebay ein Beispiel, wo Hunter mit Jäger übersetzt wird.

Wir halten fest, dass Namen, wenn sie Markennamen sind, nicht übersetzt werden. Mit anderen Namen kann es schwieriger werden. Und da verlassen wir mal eben die Gefilde des Kommerzes und der Markennamen. In der deutschen Kinofassung der englischen Doktor Filme heißt der Arzt, den Dirk Bogarde spielt, Simon Sperling (lesen Sie mehr in ➱Doktorspiele). Im Original heißt er natürlich Simon Sparrow, das hätte man so lassen sollen. Bei sprechenden Namen in der Literatur darf der Übersetzer natürlich den Namen übersetzen. Da kann aus Masterman Ready ein Sigismund Rüstig werden. Und der Übersetzer kann aus Shakespeares Andrew Aguecheek einen Junker Andreas Bleichenwang machen. Und aus Toby Belch einen Tobias Rülps.

Aber wie weit kann und darf man gehen? Die Frage bringt mich zu dem Stierfortz des Titels. Und zu Arno Schmidt. Denn in seinem Kurzroman Aus dem Leben eines Fauns findet sich dieses Stierfortz. Ich zitiere da mal eben den Absatz: Wind kommt draußen auf und Wolken. David Copperfield: Schönert schlug vor, den Namen des zweiten Helden, Steerforth, fonetisch mit 'Stierfortz' zu übersetzen (ist gar nich mal so unzutreffend; er weiß immer was Neues). Dann Mittag; Stullen und Bummeln. Wolkenschau (wie Urteil des Paris) : eine schlanke Schnelle in ganz anliegendem Weiß; eine vornehme Dicke mit kurfürstlich gebogenem Popo, und erhabenem Busenfett, wie von den Römern erbaut. 

Ich hätte den ganzen Absatz nicht zu zitieren brauchen, habe es aber getan, weil ich zeigen wollte, welches Vergnügen es machen kann, Arno Schmidt zu lesen (er hat hier mit ➱Arno Schmidt und ➱Arno (Otto) Schmidt auch schon zwei Posts). Arno Schmidt hat viel übersetzt, Sie finden hier eine Liste seiner ➱Übersetzungen. Er hat sich über die Brotarbeit beklagt, aber manchmal machte sie ihm auch Spaß: Nein, also zu Beginn habe ich da schwer gekämpft mit dem Bulwer, zumal es ja, wie ich schon sagte, meine Art mich zu erholen ist, dies Übersetzen, aber jetzt bin ich froh darüber, jetzt kann ich nämlich meinen Wortschatz, der ja auch nicht sehr klein ist, den kann ich jetzt mit dem von Bulwer konfrontieren.

Arno Schmidt liebte Wörterbücher, in einem Interview sagte er über das Universallexikon von Heinrich August Piererich habe ein ganzes Konversationslexikon von 1845 mit 34 Bänden (den alten PIERER, der übrigens ausgezeichnet ist), habe ich Wort für Wort lesen müssen, um mein Gehirn in die Falten jener Zeit zu legen; und vergessen durfte ich's auch noch nicht, was ich da gelesen hatte. Er muss ja immer etwas übertreiben. Aber gute ➱Wörterbücher sollte man schätzen. Und sie nicht wie Becky Sharp in ➱Vanity Fair aus dem Kutschenfenster werfen. Richtige gute historische Wörterbücher findet man nicht im Internet.

Als ich noch an der Uni war, hatte ich kostenlosen Zugriff auf das OED im Internet, das war sehr schön. Von so etwas hätte der Arno geträumt. Jetzt habe ich keinen Zugang mehr, aber ich habe das Compact OED im Regal, das ist auch nicht zu verachten. Wörter, die man in einem Buch nachschlägt, vergisst man nicht so schnell wieder. Computer werden, was Wörterbücher betrifft, sowieso überschätzt. Jane Roberts, eine der Herausgeberinnen des Historical Thesaurus of the Oxford English Dictionary, hat in einem Interview die erstaunliche Tatsache preisgegeben, dass man dieses größte Werk der englischen Sprache nicht mit dem Computer gemacht hat. Sondern mit kleinen Zetteln, wie damals bei ➱James Murray und dem ➱New English Dictionary. Ich finde das sehr beruhigend. Das hätte Arno Schmidt, dem Giganten des Zettelkastens, sicher gefallen.

Ich habe von meinem Opa eine kleine Handbibliothek geerbt, einen Muret-Sanders (wo sich auch die Bedeutung von ➱loomings findet, die viele Wörterbücher nicht enthalten) und einen Sachse-Villatte aus dem 19. Jahrhundert, es gibt nichts Besseres. Ich habe auch noch Heyses Fremdwörterbuch von 1891, das hatte der Arno auch in seiner ➱Bibliothek. Ich lasse ihn mal eben zu Wort kommen: Wie setzt sich eine solche Handbibliothek zusammen? Nicht daß mir das eigene Hüttlein – ein Morgen Haide drumrum; im schattigen Birkenlaub wiegt sich die Fernsehantenne – nun das Maß aller Dinge wäre; aber „im Schnitt“ wird’s so sein: dreißig Prozent Nachschlagewerke, dreißig Prozent die Fremdsprache, aus der man übersetzt; dreißig Prozent Fachliteratur zum erwähnten einen Dutzend älterer Lieblinge (es können aber auch Busenfeinde darunter sein); und die restlichen zehn Prozent – tja, das sind eben die geheimnis-follen, bibliogenen, „stomachalen“ (E. T. A. Hoffmann) Bände, die man meist verschweigt...

Nun bin ich vom ebay Englisch zu Arno Schmidt gekommen, ich muss mal eben wieder zurück. Liebe englische Händler, es gibt Spezialwörterbücher. Auch für Textilien. Und dann bietet ihr kein Welpen Zahn Jackett mehr an (houndstooth=Hahnentritt), kein doppelt belüftetes Jacket (double vents=Seitenschlitze) und kein doppelbrüstiges Jackett (double breasted=Zweireiher). Und auch kein Holzkohle Jackett (charcoal=anthrazit).

Aber wir können ja alle Englisch, wir verstehen das ➱Denglish schon, das sich wie der Riesen-Bärenklau überall breitmacht. Wie der Kabarettist Fred Rauch 1949 dichtete:

Weekend heißt Samstag, und yes heißt jawoll,
Party heißt Gesellschaft mit much Alkohol,
Boy friend ist er, na das wissen Sie schon!
und Girl friend, das ist dann das Fräulein davon,
und Baby heißt deutsch das Malheur,
sehn's, Englisch ist gar net so schwer.


Sonntag, 21. Januar 2018

Bloomsbury: Möbel


Ein englischer Gentleman zu Hause, die Schuhe hat er schon mit Hausschuhen vertauscht. Er sitzt - oder liegt - auf einem seltsamen Möbelstück mit kurzen Beinen. Er hat Bücher neben sich, die kunstvoll unordentlich neben ihm arrangiert sind, sie sind ein Zeichen dafür, dass er ein Intellektueller sein muss. Ein roter japanischer Wandschirm zerteilt den Raum, so etwas war am Ende des 19. Jahrhunderts chic. Alles in diesem Bild wirkt inszeniert. Wir vermissen eine Bierflasche oder ein Whiskyglas. Ist da noch ein Geheimnis im Muster des Perserteppichs, the figure in the carpet?

Ich bleibe mal eben bei den Möbeln, auch auf dieser Zeichnung können wir einen ähnlichen Sessel sehen. Zwei Herren vor dem Kamin in geistvoller Unterhaltung. Sehr gemütlich wird es hier höchstens vor dem Kamin sein, es gibt im ➱Haus keine Zentralheizung und kein elektrisches Licht. Der Herr mit dem Bart links ist Lytton Strachey, er ist der Bruder von dem Gentleman im ersten Absatz, James Strachey. Die Zeichnung ist von Dora Carrington, der Lebensgefährtin von Lytton Strachey.

Die Möbel mit den kurzen Beinen scheinen um 1900 beliebt zu sein, es ist ein Retro Queen Anne Stil. James Strachey im blauen Anzug ist von seinem Cousin Duncan Grant gemalt worden, der heute vor 133 Jahren geboren wurde. Der Maler ist hier schon einmal in dem Post ➱Vanessa Bell aufgetaucht. Grant hat das 1910 gemalte Bild seines Cousins immer behalten, erst 1947 hat er es an die Tate Gallery verkauft. James Strachey ist Psychologe geworden,  hat bei Sigmund Freud studiert und das Gesamtwerk von Freud ins Englische übersetzt. Die Bücher auf dem Bild sind also nicht nur Dekoration, der Mann liest (und schreibt) wirklich Bücher.

Der Herr auf dem Gartenstuhl im Garten von ➱Charleston ist gerade dabei auszurechnen, mit welchen Schulden England aus dem Ersten Weltkrieg kommt. Er heißt Maynard Keynes und ist Englands berühmtester Ökonom. Duncan Grant ist die Liebe seines Lebens. Der lebt zwar mit der Schwester von Virginia Woolf zusammen, aber das ist bei den Mitgliedern der Bloomsbury Gruppe kein Grund, nicht auch mit anderen zusammenzuleben. Were the Bloomsbury Group sexually incontinent snobs or the free-thinking ‘punk rockers’ of their generation? fragte der Independent, als die BBC 2015 die Geschichte der Bloomsbury Group unter dem Titel ➱Life in Squares sendete.

Möbel der Bloomsbury Gruppe: dies hier ist mal ein konventionelles Sofa. Das Bild zeigt Grants Lebensgefährtin ➱Vanessa Bell, mit der er bis zu ihrem Tod zusammenleben wird. Die Männer lassen wir jetzt mal weg. Natürlich ist es bei der Bloomsbury Bohème verlockend, auf ihr zum Teil skandalöses Leben einzugehen, aber das verstellt den Blick auf ihr Werk, sei es die Literatur oder die Malerei. Der Kunsthistoriker Richard Shone schreibt in seinem Buch Bloomsbury Portraits (1976):

The lifestyle they embraced was a complex mixture of inheritance and personal preference. There was a touch of camping out, a happy domestic improvisation which comically clashed with sturdy middle-class comfort and fastidious culture. There was nothing precious about it, though aesthetic enjoyment of one’s surroundings was often placed before other considerations. To some it seemed intolerably Bohemian and haphazard, to others, too ample and not Bohemian enough. Von Bohème ist hier nichts zu spüren, es gibt nicht mal einen exzentrischen Sessel für Grants Tochter Angelica.

Exzentrische Möbel habe ich aber noch zu bieten, wie diese hier, von Duncan Grant für die Omega Workshops entworfen. Grant ist da zusammen mit Vanessa Bell stellvertretender Direktor, der Chef ist der Maler und Kunstkritiker Roger Fry. Unter dessen Einfluss war Duncan Grant stark von den französischen Postimpressionisten beeinflusst und wurde sozusagen der erste englische Postimpressionist. Diese Phase wird aber nicht ewig anhalten, er wird eines Tages zum Realismus zurückkehren.

Auf diesem Sesselbezug ist nicht mehr viel von den Franzosen zu sehen. Der Sessel steht heute noch in seinem Studio. Und man kann ähnliche Designs, zum Beispiel als Kissenbezüge oder Stoff zum Neubeziehen von Sesseln und Sofas heute noch kaufen. Heute ist da allerdings Nylon drin, das gab es noch nicht, als Duncan Grant 1932 die Serie ➱Clouds bei der Textilfabrik von Allan Walton produzieren ließ. Was einst das Wohnhaus von Duncan Grant und Vanessa Bell war, ist heute ein ➱Museum. Hat aber auch einen ➱Shop, wo man Dinge kaufen kann, deren Design von Duncan Grant und Vanessa Bell stammt.

Hier hat Vanessa Bell ihren Lebensgefährten gemalt, völlig unkonventionell: er sitzt auf einem Sessel. Seine Palette liegt auf dem Tisch. Normalerweise stehen Maler vor ihrer Staffelei, hier ist alles anders. Was Duncan Grant malt, ist links außerhalb des Bildes. Wahrscheinlich ist es das Bild der im Sessel ruhenden Vanessa, aber das ist eine Spekulation. Vielleicht ist das Bild symbolisch für die Bloomsbury Künstler, sie malen im Sessel im Wohnzimmer. Sie sind nicht verheiratet, leben aber beinahe ein halbes Jahrhundert zusammen. Sie sind ein wenig Bohème, aber tragen einen Schlips bei der Arbeit.

Der Observer bot seinen Lesern 1974 farbige Lithographien von Grant zum Sonderpreis an, da wussten viele schon nicht mehr, dass der Maler, der seine große Zeit am Anfang des Jahrhunderts gehabt hatte, noch lebte. Ich habe damals keine Lithographie gekauft, weil ich mir gerade den weißen ➱Peugeot mit dem Tacho von Jaeger-LeCoultre gekauft hatte. Und das ➱Motiv mit der wäschewaschenden Frau gefiel mir auch nicht. Grant hat lange gelebt. Und viel gemalt, sehr viel. Nicht alles ist gut. Das Beste haben die großen Museen, manches taucht bei ebay auf, aber da wäre ich vorsichtig. Grant hielt ➱The Tub für sein bestes Bild. Ich nicht.

Freitag, 19. Januar 2018

Sex and Drugs and Rock ’n’ Roll


Ohhh Janis, Jimi, and me
will dance among the moonbeams and the clouds,
and no one there will ever hassle us,
it’ll just be Janis Jimi and me.

Das hat Lou Reed 1971 ➱geschrieben, da waren Janis Joplin und Jimi Hendrix schon tot. Zwei Wochen vor seinem Tod war Jimi Hendrix noch im Regen in Fehmarn aufgetreten. Jim Morrison starb auch 1971. Sie alle wurden nur siebenundzwanzig Jahre alt, eines Tages wird man vom Club 27 sprechen. Kein Club, dem man angehören möchte. Janis Joplin wäre heute fünfundsiebzig geworden. Ich weiß nicht, ob sie jetzt among the moonbeams and the clouds tanzt. Vor fünf Jahren hat Janis Joplin hier schon einen Post gehabt, der erstaunlicherweise kaum gelesen wurde. Der über ➱Lou Reed ist allerdings x-tausendmal gelesen worden, ich hätte mir gedacht, es wäre anders herum gekommen. Ich stelle den alten Janis Joplin Post heute noch einmal hier ein.

Heute [19.1.2013] wäre sie siebzig geworden, doch sie ist schon über vierzig Jahre tot. Aber ihre ➱Stimme hat noch nichts von ihrer Magie verloren, wenn sie Busted flat in Baton Rouge, headin' for the trains, Feelin' nearly faded as my jeans singt. Ich kann den Text von Kris Kristoffersons Me and Bobby McGee noch immer auswendig. Zur Feier des Tages werde ich heute ein oder zwei Janis Joplin CDs in den CD Player schieben. Und eine alte LP auflegen. Die schon ein bisschen zerkratzt ist, das gibt einem das feeling für diese Zeit, die schon so weit entfernt ist. Und irgendwo habe ich doch noch das alte Janis Joplin SongbookOù sont les neiges d'antan?

Die Songs von Janis Joplin stehen heute alle im ➱Internet, ihre CDs gibt es immer noch. Auf der Suche nach einem Gedicht für diesen Tag - ein Gedicht ist ja immer gut - fand ich eins bei Red Shuttleworth. Auf jeden Fall eins, in dem Janis Joplin vorkommt. Es steht in dem chapbook (wie Red Shuttleworth seine kleinen Gedichtbände nennt), das We Drove All Night heißt. Für all diejenigen, die den amerikanischen Dichter Red Shuttleworth nicht kennen sollten, möchte ich die Lektüre von dem Post ➱This Place of Memory empfehlen. Der Mann ist ein wirkliches Erlebnis. Wie Janis Joplin.

Notes Toward a Country Song

... Sometimes...
- Holly Williams

The town has a scatter bomb factory
at its fringe. Baby says, We all go delinquent
sooner or later. Her peasant blouse
is off cream-brown shoulders,
at her narrow waist, draped over a tartan
pleated skirt. Oh, shining hours of thunder,
horses, and orange candle flame.
There's a Janis Joplin poster,
hard-bound poetry books from the seventies,
and baby loves the steel guitar.
There's a slice of blueberry pie
on a Styrofoam plate... and a county
sheriff's siren screams from the honky tonk
edge of town. Baby's surgically perfect
breasts, firm and uplifted, are firmer
than any genetic luck could've built them.
Baby adds, No matter what we do,
we're always speeding toward
days we're unrehearsed for.

Die Holly Williams, die im Gedicht erwähnt wird, ist die Tochter von Hank Williams. Hank Williams, Junior natürlich, um genau zu sein. Sie können ihren Song ➱Sometimes hier hören. In einem ➱Janis Joplin Forum hat jemand namens suthernbuck82 einen Bogen von Janis Joplin zu Holly Williams geschlagen: Hey everyone. Its only fair to say that Janis Joplin was the original queen of folk/rock but I picked up a CD by a little known singer/songwriter called Holly Williams and I really enjoyed it. Und dann geht das noch endlos weiter. Das sind so die Beiträge, die man liebt. Nix wie versteckte Werbung.

Holly Williams ist nett, und wahrscheinlich ist Sometimes in dem Gedicht von Red Shuttleworth zitiert, weil da die Zeilen vorkommen:

Sometimes
I wish I were an angel in 52'
In a blue Cadillac on the eve of the new year
And there I would have saved him, the man who sang the blues
But maybe he is listening right now
Hopefully he's listening right now


An dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich es verpasst habe, am ersten Tag des Jahres über Hollys Opa zu schreiben (ich weiß, dass ich mehrere Leser habe, die darauf warten, dass ich endlich einmal über Hank Williams schreibe. Lesen Sie doch als Ersatz dies ➱Gedicht von Red Shuttleworth). Denn am Morgen des 1. Januars 1953 hat die Polizei den Countrysänger Hank Williams tot in seinem blauen Cadillac am Straßenrand gefunden. No matter how I struggle and strive, I'll never get out of this world alive. Er war neunundzwanzig Jahre alt. Janis Joplin ist nur siebenundzwanzig geworden. So nett und softig die Enkelin von Hank Williams singt, sie ist keine Janis Joplin.

Um zu der wieder zurückzukommen, hören Sie doch mal eben in ihr ➱Summertime aus dem Jahre 1969 hinein. Damit kann man den Tag beginnen. C'mon baby, let the good times roll.

Janis Joplin wird in vielen Posts erwähnt, Sie könnten noch lesen: Traumwagen, Traumpaare, Daliah Lavi, Two-Lane Blacktop, Porsche, Number One

Donnerstag, 18. Januar 2018

Somewhere East of Suez


Mark Twain hat über Rudyard Kipling gesagt, er sei the only living person not head of a nation, whose voice is heard around the world the moment it drops a remark, the only such voice in existence that does not go by slow ship and rail but always travels first-class by cable. Und George Orwell sagt in einem bemerkenswerten ➱Essay: Kipling is the only English writer of our time who has added phrases to the language. Here are half a dozen phrases coined by Kipling which one sees quoted in leaderettes in the gutter press or overhears in saloon bars from people who have barely heard his name. It will be seen that they all have a certain characteristic in common:

East is East, and West is West.
The white man's burden.
What do they know of England who only England know?
The female of the species is more deadly than the male.
Somewhere East of Suez.
Paying the Dane-geld.


Der wunderbare Cartoon von Max Beerbohm aus dem Jahre 1904 im ersten Absatz hat die Bildunterschrift: Mr. Rudyard Kipling takes a blooming' day aht, on the Blasted 'Eath, along with Britannia, 'is girl. Britannia und Kipling Arm in Arm (mit vertauschten Kopfbedeckungen), sie versucht den kleinen Mann mit der Tröte zu zügeln. Die Bildunterschrift ist nicht in der ➱Hochsprache verfasst, es ist die Sprache, die Kipling in seinen Soldatengedichten immer wieder verwendet hat. Es ist seine Sprache, das macht ihm niemand nach. Wenn er von den flannelled fools at the wicket or the muddied oafs at the goals spricht, dann wird das den ➱Cricket (und ➱Fußball) Fans weh tun, aber der Satz bleibt im Kopf. Es ist eine Sprache, die Bert Brecht stark beeinflusst hat, als er in den 20er Jahren in Kiplings Welt eintauchte, um die Dreigroschenoper zu schreiben. Und den ➱Mandalay Song.

Ich picke mir aus den Zitaten, die Orwell auflistet, mal eben das Somewhere East of Suez aus dem Gedicht Mandalay heraus. Ein Gedicht, das Kipling schrieb, als er vierundzwanzig war. Trotz des noch beinahe jugendlichen Alters des Autors ist es ein perfektes Gedicht. Ich hatte da letztens eine Anfrage von meinem Freund Georg, der durch Zufall auf eine ihm unbekannte deutsche Übersetzung von Mandalay gestossen war. Mandalay kann Georg auswendig, sein Vater Werner Seifert (Bild) hat es nach dem Krieg ins Plattdeutsche übersetzt. Wirklich genial, Sie können es ➱hier lesen. Neben dieser Übersetzung kenne ich nur zwei andere. Die erste ist von Marx Möller, die kennt Georg auch, weil ich von ihm mal eine Photokopie bekommen habe. Max Wolf von der BZ am Mittag sagte vor mehr als einem Jahrhundert in seiner Rezension der Balladen aus dem Biwak, sie sei von einem unserer formgewandtesten Poeten, Marx Möller verfasst worden.

Bert Brecht, der sich gerne bei Kipling bediente, hat die Übersetzungen des formgewandtesten Poeten benutzt. Er kann auch die Indischen Balladen von Otto Hauser, die in der Reihe Aus fremden Gärten erschien, benutzt haben, da ist man sich nicht so sicher. Marx Möllers Übersetzung der Barrack-Room Ballads war 1911 im Berliner Vita Verlag unter dem Titel Balladen aus dem Biwak erschienen, das Buch war Teil einer Gesamtausgabe, die angeblich von Kipling autorisiert war. Einzige autorisierte vollständige Ausgabe der Barrack Room Ballads. Deutsch v. Marx Möller steht drin. In den 1920er Jahren gab es beim List Verlag eine Werkausgabe, bei der große Teile von Kiplings Werk von Hans Reisiger übersetzt worden waren, der ein hervorragender Übersetzer war. Wahrscheinlich kennen wir alle Kim aus seiner Übersetzung.

Marx Möller ist ein interessanter Mann gewesen, aber noch interessanter ist ein anderer Übersetzer, der ein Jahr zuvor seine Übersetzung beim Leipziger Julius Zeitler Verlag unter dem Titel Soldaten-Lieder und andere Gedichte publizierte. Er heißt Hanns Sachs, war ein promovierter Jurist und hatte zwei Vorlesungen bei Sigmund Freud gehört. 1910 präsentierte er Freud das Buch Soldaten-Lieder und andere Gedichte, kaum, dass es gedruckt worden war. Sachs wurde noch im selben Jahr Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung und hielt dort einen Vortrag Über die Anwendbarkeit der Psychoanalyse auf die Werke der Dichtkunst. Der hatte allerdings nicht Kipling, sondern Heines ➱Loreley zum Thema. Nach John Willett (➱Brecht in Context) soll Brecht die Übersetzung von Hanns Sachs (und nicht die von Marx Möller) benutzt haben, es gibt da einige Konfusionen.

Lassen Sie uns einmal einen Blick auf die Übersetzungen werfen, ich nehme mir dazu die letzte Strophe von Kiplings ➱Gedicht:

Ship me somewheres east of Suez, where the best is like the worst,
Where there aren't no Ten Commandments an' a man can raise a thirst;
For the temple-bells are callin', an' it's there that I would be
By the old Moulmein Pagoda, looking lazy at the sea;
On the road to Mandalay,
Where the old Flotilla lay,
With our sick beneath the awnings when we went to Mandalay!
O the road to Mandalay,
Where the flyin'-fishes play,
An' the dawn comes up like thunder outer China 'crost the Bay!


Wir lassen das mal eben weg, dass Kipling wahrscheinlich nie in Mandalay war und die old Moulmein Pagoda hunderte von Kilometern von Mandalay entfernt ist, wir konzentrieren uns auf den Text. Hanns Sachs übersetzt die Strophe so:

Schafft mich östlich nur von Suez, alles and’re ist mir wurst,
Wo die zehn Gebot’ nichts gelten und ein Mann sich holt ’nen Durst. 
Denn die Tempelglocken rufen und ich will in ihre Näh’,
Hin zur alt’ Moulmein Pagode, müßig blicken über See. 
Auf dem Weg nach Mandalay 
Zu den Schiffen, zu der See,
Mit den Kranken unter Zelten kamen wir nach Mandalay. 

Oh, der Weg nach Mandalay, 
Fliegefische in der Höh’
Und auf Donnersflügeln brausend kommt die Dämm’rung über See. 


Das ist eine Übersetzung, mit der man leben kann. Mit Marx Möller vielleicht auch, dessen Übersetzung nicht den Titel Mandalay, sondern den Titel Vor den alten Tempeltoren hat. Mandalay, das im Original zwölfmal (bei Sachs elfmal) erwähnt wird, kommt bei Möller erstaunlicherweise nur einmal im Gedicht vor. Und mit den Silberfischen wird man heute auch nicht so glücklich sein:

Lasst mich über Suez fahren, Wo noch jeder Kerl was gilt, 
Wo nicht jeden, der mal Durst hat, Frömmelnd man als Säufer schilt! 
Denn die Tempelglocken läuten Ewig mir und locken laut 
In das Land, wo übers Wasser Ruhig die Pagode schaut! 
Wo die alten Schiffe liegen, deren Räder so rumoren, 
wo die Silberfische fliegen Vor den alten Tempeltoren ...

Am nähesten am Original, am nähesten an der Sprache des einfachen Soldaten, und das würde Kipling gefallen haben, ist die plattdeutsche Übersetzung von Werner Seifert:

Loot mi weg, vörbi an Suez, wo de Mann is noch’n Mann,
Wo’t geit ohne Zehn Gebote, un’ man noch een heben kann –
Denn de Tempelglocken roopt mi, un’ dorhen treckt mi dat Weh,
No de ool’ Moulmein Pagoda, de so meud kikt op de See –
An de Stroot no Mandalay
As de Scheep käm för de See
Mit de Kranken ünner't Sünnsail, as wi gung'n no Mandalay!
Oh, de Stroot no Mandalay,
Wo de Fisch fleeg in de Höh'
Un' de Dag is door as't Weder wiet ut China öber See!


Und dann ist da noch diese Übersetzung im Internet, die mein Freund Georg in einem Blog namens ➱lux autumnalis entdeckte. Dort sieht die letzte Strophe so aus:

Laßt uns irgendwo östlich von Suez segeln, wo der Edelste den Niedersten grüßt,
wo sich keiner um die Zehn Gebote schert und ein Mann erregen kann süßes Gelüst.
Wo die Tempelglocken rufen, dorthin möchte ich gehen,
bei der alten Pagode von Moulmein, um träge aufs Meer hinauszusehen.
Auf dem Weg nach Mandalay,
wo die Flotte liegt am Kai,
unsere Kranken bargen die Segel, als es ging nach Mandalay!
Auf dem Weg nach Mandalay,
dort siehst fliegende Fische du tollen
und die Sonne von China her über die Bucht wie Donner rollen!

Ship me somewheres east of Suez bedeutet niemals Laßt uns irgendwo östlich von Suez segeln, das ist totaler Unsinn. Man ist Marx Möller für Wo noch jeder Kerl was gilt dankbar, denn dieses wo der Edelste den Niedersten grüßt des Anonymus ist nur schreiend komisch. Aus dem Säufer von Möller wird hier ein Mann erregen kann süßes Gelüst. Ich weiß nicht, was das heißen soll, aber es ist nicht von Kipling. Die Kranken bergen übrigens keine Segel, sie liegen zum Schutz gegen die Sonne (With our sick beneath the awnings) unter ihnen. In einem Vers des Gedichts heißt es bei dem unbekannten Übersetzer: man kann keinen Bus von der Bank nach Mandalay nehmen. Von der Bank? Der ➱Bank of England vielleicht? Bei Seifert heißt es: Un’ door geit keen Bus mool eben von de Thems’ no Mandalay (Sachs hat an dieser Stelle eine Tramwaylinie). Und das ist richtig. In London kennt sich unser Übersetzer nicht so aus. Es gibt da eine Straße namens Strand. Die kennen wir von Bert Brechts Zeilen: An' nem schönen blauen Sonntag Liegt ein toter Mann am Strand Und ein Mensch geht um die Ecke Den man Mackie Messer nennt. Der Strand kommt bei Kipling auch vor: Tho' I walks with fifty 'ousemaids outer Chelsea to the Strand. Unser Anonymus macht daraus: bin ich auch mit fünfzig Hausmädchen nach Chelsea um die Klippen gebogen. Klippen in London? Gah mi af.

Die grottenolmschlechte Übersetzung war lange Zeit der meistgelesene Post in dem Blog lux autumnalis, ist gerade etwas abgesackt. Ich habe auf der Seite von Mandalay einen zurückhaltenden Kommentar geschrieben, der aber gleich gelöscht wurde. Man kann ja viel gegen Kipling sagen, aber solch eine stümperhafte Übersetzung hat er nicht verdient. Dass ich Kipling (der am 18. Januar 1936 starb) mag, steht schon in den Posts ➱The White Man's Burden, ➱Rudyard Kipling und ➱Mandalay. Ich habe in meinem Blog immer wieder über Übersetzer und Übersetzungen geschrieben. In dem Post ➱Übersetzer (der dem Übersetzer Curt Meyer-Clason gewidmet ist) finden sich eine Vielzahl von Links, die mit Übersetzungen zu tun haben. Klicken Sie's mal an.

Dass der englische Außenminister Boris Johnson im letzten Jahr in Myanmar in einer Pagode Come you back, you British soldier; come you back to Mandalay! zitierte, bis ihn der englische Botschafter (hier links neben Johnson) mit einem No. Not appropriate stoppte, zeigt, wie gefährlich Kipling immer noch ist. Oder wie blöd Johnson ist.