Donnerstag, 4. Januar 2018

Wörterbuch


Heute vor 57 Jahren ist der letzte Band des Deutschen Wörterbuchs erschienen. 1838 hatten die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm damit begonnen, alle deutschen Wörter in einem Wörterbuch zu versammeln. Sie begannen natürlich mit dem A, über das wir lesen können: A, der edelste, ursprünglichste aller laute, aus brust und kehle voll erschallend, den das kind zuerst und am leichtesten hervor bringen lernt, den mit recht die alphabete der meisten sprachen an ihre spitze stellen. a hält die mitte zwischen i und u, in welche beide es geschwächt werden kann, welchen beiden vielfach es sich annähert. Vorgeschichte und geschichte unserer sprache verkünden solche übergänge allenthalben ... 

In England begann man 1857 mit der Planung für das Oxford English Dictionary (das damals noch New English Dictionary hieß). James Murray (I am not a literary man. I am a man of science, and I am interested in that branch of Anthropology which deals with the history of human speech) glaubte an ein vierbändiges Werk, das 7.000 Seiten umfasste. Da hatte er sich gewaltig getäuscht, am 1. Februar 1884 hatte man den ersten Teilband mit den Stichwörtern a – ant fertig. Die Fertigstellung des OED im Jahre 1928 hat Murray nicht mehr erlebt. Während man im OED damals keinen Slang und keine schmutzigen Wörter aufnahm, hatte Jacob Grimm in dem Punkt eine ganz andere Meinung. So schrieb er 1854 im Vorwort des ersten Bandes: Das wörterbuch ist kein sittenbuch, sondern ein wissenschaftliches, allen zwecken gerechtes unternehmen. selbst in der bibel gebricht es nicht an wörtern, die bei der feinen gesellschaft verpönt sind. wer an nackten bildseulen ein ärgernis nimmt oder an den nichts auslassenden wachspraeparaten der anatomie, gehe auch in diesem sal den misfälligen wörtern vorüber und betrachte die weit überwiegende mehrzahl der andern.

Man kann das Grimmsche Wörterbuch mit seinen 33 Bänden heute noch kaufen, aber glücklicherweise gibt es auch eine Internetversion. Eine schöne Lektüre zur Sisyphusarbeit der Brüder Grimm ist das Buch Grimms Wörter: Eine Liebeserklärung von Günter Grass, es ist unbedingt eine Leseempfehlung. Und dann könnten Sie in diesem Blog noch folgende Posts lesen: Broadmoor, Langenscheidt, Loomings, Fickfackerei, World Wide Web, Ludwig Tieck, Fritz Güttinger, Das Sloane Ranger Handbook, Vokabeln

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