Sonntag, 3. Mai 2026
Weserfähren
Donnerstag, 30. April 2026
Leucht-Feuer
in Nacht und Wind –
für Dorsch und Stint,
für jedes Boot –
und ich bin doch selbst
ein Schiff in Not!
Mittwoch, 29. April 2026
Poets, painters, and puddings
And sudden grimaces:
They twit you, and spit you
On words: then admit you
To heaven or hell
By the tales that they tell.
Painters are gay
As young rabbits in May:
They buy jolly mugs,
Bowls, pictures, and jugs:
The things round their necks
Are lively with checks,
(For they like something red
As a frame for the head):
Or they’ll curse you with oaths,
That tear holes in your clothes.
(With nothing to mend them
You’d best not offend them).
Puddings should be
Full of currants, for me:
Boiled in a pail,
Tied in the tail
Of an old bleached shirt:
So hot that they hurt,
So huge that they last
From the dim, distant past
Until the crack o’ doom
Lift the roof off the room.
Crown the day as it crowned should be.
Dienstag, 28. April 2026
die Fortdauer des Glücks
mit vertrauten Wegen, Plätzen, Häusern,
die horchen, sich zu einem kurzen
Umzug zusammentun, früh die Augen zumachen.
Hier auf einem Sand- und Kiesrücken
der Oberrheinebene, wenig tellurischer Druck,
zwischen Daxlanden und Durlach,
der Hardtwald ist in der Nähe, das Albtal.
An diesem Ort gerecht zu leben versuchen,
älter werdend in der Schwerkraft,
in Zimmern mit umhergehenden Stunden,
Arbeit, Liebe, Wörtern, Gegenwart.
die ihre Richtung kennen.
Weil dein Körper
lachen kann.
Weil dein Schweigen
Stufen hat.
Weil ein Jahr
die Form deines Gesichts annimmt.
Weil ich durch dich verstehe,
daß es Anwesenheit gibt,
liebe ich dich.
Du bist es.
Es ist dein sonnenwarmer Körper.
Es ist die Bewegung deiner Hand,
die auf das Meer deutet.
Es ist die Linie deines Gesichts,
sie ist da,
ich muß sie nicht erfinden.
Es ist die Fortdauer des Glücks.
Nein es ist nichts zu Ende, kann man hören.
Es sei doch kein Grund, den Mut zu verlieren.
Man kann es hören auf dieser Straße, die Baustelle ist da ,
die Wäscherei, das Café mit Tischen
und Stühlen, reglosen, bunten Käfern. Ein Postbote
geht vorbei, ein Mädchen, das stehenbleibt und
dann umkehrt. Kleider sind da, Stimmen, Hände,
Helligkeit, die die Stadt durchblättert, die Nasch-
haftigkeit unserer Träume.
Walter Helmut Fritz hat einmal gesagt, warum er Gedichte schreibt. Und da das nirgends im Netz steht, stelle ich das hier einmal hin:
Den Weg hier
siehst du jeden Tag
und doch blieb er verhüllt.
Sieh wieder hin, sieh lange hin,
bis du begreifst,
daß du ihn nie gesehn,
daß er sich erst
in diesem Augenblick enthüllt
Montag, 27. April 2026
lost at sea
from this ship
by his own hand
Hart's image merges.
No St. John or Scylla
to embellish his swim,
but stark realization
the leap toward wonder
rests with him...
his own priest
casting his
own line.
or screw who flushed our dry mouths out with soap,
few people would consider why I took
to stalking sailors, and scattered Uncle Sam’s
phoney gold-plated laurels to the birds.
Because I knew my Whitman like a book,
stranger in America, tell my country: I,
Catullus redivivus, once the rage
of the Village and Paris, used to play my role
of homosexual, wolfing the stray lambs
who hungered by the Place de la Concorde.
My profit was a pocket with a hole.
Who asks for me, the Shelley of my age,
must lay his heart out for my bed and board.
A sarabande the wind mowed on the mead.
I could never remember
That seething, steady leveling of the marshes
Till age had brought me to the sea.
Flags, weeds. And remembrance of steep alcoves
Where cypresses shared the noon’s
Tyranny; they drew me into hades almost.
And mammoth turtles climbing sulphur dreams
Yielded, while sun-silt rippled them
Asunder ...
How much I would have bartered! the black gorge
And all the singular nestings in the hills
Where beavers learn stitch and tooth.
The pond I entered once and quickly fled—
I remember now its singing willow rim.
And finally, in that memory all things nurse;
After the city that I finally passed
With scalding unguents spread and smoking darts
The monsoon cut across the delta
At gulf gates ... There, beyond the dykes
I heard wind flaking sapphire, like this summer,
And willows could not hold more steady sound.
Sonntag, 26. April 2026
ganz oben
La solitude est bonne à l’âme et la féconde:
Je regarde à mes pieds fuir les plaines du monde;
Je devine au lointain les altières cités
Où sont tant de misère et tant de vanités,
Et le fleuve qui porte aux mers les pleurs des hommes
Je sens notre grandeur dans le peu que nous sommes;
Je pèse à leur néant les choses que j’aimais
Et je suis dans leur vol les aigles des sommets.
Le jour ainsi se passe où la pensée est reine;
Je redescends, le corps dispos, l’âme sereine,
Allégé par la paix que donne le haut lieu
Et les yeux éblouis des merveilles de Dieu
Their Purple figures rise
Without attempt—Exhaustion—
Assistance—or Applause—
In Their Eternal Faces
The Sun—with just delight
Looks long—and last—and golden—
For fellowship—at night—
Die Berge wachsen - unerkannt,
sie ragen purpurn auf
ganz ohne Müh’, nie ausgebrannt,
ohn’ Beistand und Applaus.
Auf ihr Gesicht, das ewig,
die Sonne nieder lacht
ausdauernd, golden, freudig,
Gefährtin für die Nacht.
Samstag, 25. April 2026
meine Seele flieht im Fluge
Ich dachte, ich mache mal eine Pause und schreibe nichts, wo es gestern zwei Posts gab. Aber dann sah ich, dass heute der Todestag des italienischen Dichters Torquato Tasso ist. Da dachte ich, dass ein kleines Liebesgedicht von ihm nicht schaden könne. Aber dann wurde es kurios, weil ich nicht herausfinden konnte, ob das Gedicht, das ich mir ausgesucht hatte, wirklich von Tasso ist. Der Text ist:
Se la mia morte brami,
crudel, lieto ne moro.
E dopo morte ancor te solo adoro.
Ma se vuoi che non t'ami,
ahi, che a pensarlo solo
Il duol m'ancide
e l'alma fugge a volo.
Im Internet findet sich eine →Übersetzung von Bertram Kottmann, der hier zuletzt in dem Post World Book Day erwähnt wurde:
Wenn du meinen Tod begehrst,
Grausame, dann sterb’ ich freudig.
Und selbst nach dem Tode werde ich nur dich verehren.
Verwirfst du jedoch meine Liebe,
ach, schon wenn ich daran denke,
bringt der Schmerz mich um,
und meine Seele flieht im Fluge.
Auf der Seite, auf der Bertram Kottmanns Übersetzung steht, findet sich auch der Satz author's text not yet checked against a primary source. Es gibt aber einen Hinweis auf ein Madrigal im sechsten Buch der Madrigale von Gesualdo. Gechrieben 1611 für fünf Stimmen. Carlo Gesualdo weiß, was Liebe und Tod bedeuten, er hat seine Frau und ihren Liebhaber umgebracht. Das war so etwas Ähnliches wie die Geschichte von Francesca da Rimini und Paolo Malatesta, über die Sie alles in dem Post Nackt lesen können.
Das Madrigal über Tod und Liebe gibt es wirklich, mit Text und Noten. Sie können es ✺hier bei YouTube hören und die Noten mitlesen. Der italienische Text findet sich auch, ohne Angabe des Autors, in einem Buch über den italienischen Dichter →Girolamo Molin. Er findet sich aber nicht in der Ausgabe von Torquato Tassos →Rime. Da sind 1.708 Gedichte drin, aber Se la mia morte brami ist nicht dabei. In dieser →Ausgabe auch nicht.
Wenn Sie schöne Liebesgedichte von Torquato Tasso in der Übersetzung von Karl Förster aus dem Jahre 1821 lesen wollen, dann klicken Sie diese →Seite an. Torquato Tasso war immer in diesem Blog. Ich habe Peter Steins berühmte Inszenierung von Goethes Torquato Tasso 1969 in Bremen gesehen, das steht in dem Post giftgrün. Er ist aber auch noch in den Post Seekrankheitt, Das Wetter von morgen, Kreuzzug und Richard Lester zu finden.













