Dienstag, 18. Dezember 2018

Pergamonmuseum


Beginnen wir den Tag mit einem Gedicht von Gerhard Falkner aus seinen Pergamon Gedichten (die es hier auch als Videoclips gibt):

Aphrodite, auf deren Wink hin sich die Tiere paaren
mit Schenkeln wie aus bestem attischen Gestüt
und in Gewändern wie von Botticelli übergossen
(die im Gekräusel ihre Wallung widerspiegeln)
Aphrodite, wie im Tanz, inneren Impulsen
von Kampf und Kühnheit folgend, von Rock´n´Roll
tritt dem Giganten, dessen Schönheit selbst den Marmor
aus der Fassung bringt mit der Sandale in die Kehle
wie einem erschlagenen Hund, um ihm die Lanze
wie im Tanze aus dem Leib zu ziehen, man denkt sich
Perseus hätte diese Schenkel brauchen können
als die Gorgonen ihn verfolgten, wenn man nicht bedenkt
dass Perseus eben diese Schenkel hatte, vom Rock´n´Roll
das ganze Geheimnis liegt immer in den größeren
Zusammenhängen, die Frauen, die als Göttinnen den Fries
durchkämpfen sind den Männern gleichgestellt an Kraft
nicht jedoch an Schönheit überlegen
(ein großer griechischer Gedanke!)


Das erste Pergamonmuseum wurde am 18. Dezember 1901 von Wilhelm II eröffnet. Enthüllt wurde damals auch ein von Adolf Brütt geschaffenen Bildnis von Carl Humann, dem Entdecker des Pergamonaltars. Was den Engländern ihre Elgin Marbles sind, wird den Deutschen ihr Pergamonmuseum. Als ich jung war, fand ich es toll, oben auf den Stufen zu sitzen. Gab dieses Gefühl von edler Einfalt und stiller Größe. Damals war das noch Ost-Berlin. Dann durfte man eines Tages die Stufen nicht mehr betreten, jetzt offensichtlich wieder. Allerdings bleibt der Altar bis 2023 zellophanverpackt, man baut das Museum um.

Die Gebäude auf der Museumsinsel sind seit den Tagen von Wilhelm von Bode immer wieder umgebaut worden. Das erste erste Pergamonmuseum wurde nach acht Jahren abgerissen. Die Gemäldegalerie aus Dahlem wurde zur Museumsinsel umgesiedelt, auch der Pergamonaltar bekam einen neuen Platz. Was in diesen Räumen dem staunenden Beobachter dargeboten, das ist eine solche Fülle von Schönheit, wie man sie sich gar nicht herrlicher vereint vorstellen kann, sagte Wilhelm II bei der Eröffnung.

Wilhelm von Bode war nicht ganz dieser Meinung, er hatte das Unternehmen von Anfang an boykottiert, um sein Museum zu bauen. Das eines Tages seinen Namen tragen wird. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (die im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Bernd Neumann immerhin etwas von ihrem Job versteht) sagte: Ein architektonisch überzeugendes Entree. Für den Volksmund war das Gebäude von David Chipperfield, das jetzt die James Simon Galerie heißt, die teuerste Garderobe der Welt. Fehlplanungen und Bauskandale, Größenwahn und architektonische Leere. Zum architektonischen Größenwahn neigte man in Berlin ja schon immer, wie die ZDF Serie Böse Bauten beweist.

Damit heute noch ein wenig Kultur in diesen Post kommt, habe ich neben Gerhard Falkner noch ein Pergamon Gedicht von Dirk von Petersdorff mit dem schönen Titel Pergamonaltar:

Aus Winternebel drei hereingeschneit 
die Tempeltreppe Traumgelegenheit –
Ägäisinseln, Haare wehn ums Kinn,
und Umschau hält die Felsenkönigin,
die nackt ins Meer zum Zähneputzen ging,
wenn überm Kopf nah Sternenlaken hing.
Sie mögen sie und laufen ihr davon,
sein Sohn und er erreichen Babylon,
da vor den Mischungen aus Schlangen, Katzen
befühlen kurz den Stein der Löwentatzen, 
dann demolierter Gott aus Urgebieten
mit seinem Schild: ›für nicht bekannte Riten,
besichtigt man so wie ein Zugereister,
treibt sich herum auf dem Gebiet der Geister.

Sonntag, 16. Dezember 2018

Advent


Das ist eine der letzten Arbeiten von Haddon Sundblom aus dem Jahre 1972, da war der Zeichner vier Jahrzehnte für Coca Cola tätig. Seit er 1931 einen weißbärtigen übergewichtigen Rentner für die Firma Coca Cola gezeichnet hat, glauben Millionen von Amerikanern, dass Coca Cola den Weihachtsmann erfunden hat. Wenn Sie vor Jahren den Post Santa Claus gelesen haben, dann wissen Sie, dass dem nicht so ist. Unser rüstiger Rentner brettert mit seinem roten LKW durch die Werbespots, gelb-braune Amazon Pakete lächeln uns mit einem Kußmaul an. Und zu allem erklingt Whams Last Christmas (inzwischen in 200 englischen Pubs verboten), eine Kakophonie der Werbesymphonie.

Wir wenden uns von dem Ganzen lieber ab, da bleibt nur das gute alte Radio mit NDR Kultur. Dort wird Hark! the Herald Angels Sing gesungen, und am Abend wird A Christmas Carol vorgelesen. Und es gibt keine Werbung. Und hier gibt es heute wieder ein Weihnachtsgedicht. Es wurde Weihnachten 1913, dem Jahr, bevor sich die Welt veränderte, von einem gewissen Theobald Tiger (den wir besser als Kurt Tucholsky kennen) veröffentlicht und heißt Groß-Stadt-Weihnachten:

Nun senkt sich wieder auf die heim'schen Fluren
die Weihenacht! die Weihenacht!
Was die Mamas bepackt nach Hause fuhren,
wir kriegens jetzo freundlich dargebracht.

Der Asphalt glitscht. Kann Emil das gebrauchen?
Die Braut kramt schämig in dem Portemonnaie.
Sie schenkt ihm, teils zum Schmuck und teils zum Rauchen,
den Aschenbecher aus Emalch glase.

Das Christkind kommt! Wir jungen Leute lauschen
auf einen stillen heiligen Grammophon.
Das Christkind kommt und ist bereit zu tauschen
den Schlips, die Puppe und das Lexikohn.

Und sitzt der wackre Bürger bei den Seinen,
voll Karpfen, still im Stuhl, um halber zehn,
dann ist er mit sich selbst zufrieden und im reinen:
"Ach ja, son Christfest is doch ooch janz scheen!"

Und frohgelaunt spricht er vom 'Weihnachtswetter',
mag es nun regnen oder mag es schnein.
Jovial und schmauchend liest er seine Morgenblätter,
die trächtig sind von süßen Plauderein.

So trifft denn nur auf eitel Gück hienieden
in dieser Residenz Christkindleins Flug?
Mein Gott, sie mimen eben Weihnachtsfrieden ...
"Wir spielen alle. Wer es weiß, ist klug."

Fünf Jahre später, als der Feldpolizeikommissar Tucholsky aus dem Krieg zurückkommt, sieht sein Weihnachtsgedicht etwas anders aus. Die bürgerliche Welt auch.


Noch mehr Weihnachten in diesem Blog: Drei deutsche WeihnachtsgedichteNikolaustag, AdventSanta Claus, Weihnachtsvorbereitungen, Weihnachtsfeiern, Donder and BlitzenWeihnachtsbäume, Weihnachten, Vierter Advent

Freitag, 14. Dezember 2018

Strände


One day I wrote her name upon the strand,
But came the waves and washed it away:
Again I wrote it with a second hand,
But came the tide, and made my pains his prey.
‘Vain man,’ said she, ‘that dost in vain assay,
A mortal thing so to immortalize;
For I myself shall like to this decay,
And eke my name be wiped out likewise.’
‘Not so,’ (quod I); ‘let baser things devise
To die in dust, but you shall live by fame:
My verse your vertues rare shall eternize,
And in the heavens write your glorious name:
Where whenas death shall all the world subdue,
Our love shall live, and later life renew.’


Lass uns heute zum Strand fahren, sagte sie. Ich sagte, dass ich um fünf noch ein Seminar in der Uni hätte. Um fünf sind wir längst wieder zuhause, da bräunt die Sonne nicht mehr, wir fahren jetzt, sagte sie. Wenn Frauen zum Strand wollen, haben lange Diskussionen keinen Sinn. Wir finden noch leicht einen Parkplatz, weil wir so früh dran sind. Als wir an der Imbißbude vorbeikommen, schreibt eine Frau gerade Suppenteriehne mit Kreide an die Tafel. Meine Begleiterin kommt aus dem Kichern nicht mehr heraus. Wir finden eine halbwegs schöne Stelle am Strand, und schon ist sie aus den Kleidern heraus. Wird Teil einer Armee von Sonnenanbeterinnen, wie sie Hannelies Taschau in dem Gedicht Aus diesem Sommer etwas ironisch beschreibt:

Frauen schattenlos enthaart
Sorglos bis auf die Knochen
Mittelmäßig geschützt mit
Faktor drei
Ungenießbar
Sich stündlich verschönernd
bei so viel eigener Zuwendung
Seide statt Haut
lag überall herum weit entfernt
vom Ursprungsort weit entfernt

Das da unten im Bild, das nennen die Engländer Strand. Wir sind in Brighton in den frühen sechziger Jahren, als sich Mods und Rocker Strandschlachten liefern. Anderthalb Jahrhunderte zuvor sah das hier etwas anders aus, da war Brighton ein fashionables Seebad. Die Seebäder an der englischen Küste sind eine Sache des 18. Jahrhunderts. Lichtenberg, der sie immer wieder preist, wird sagen, dass er in Margate die gesündesten Tage seines Lebens verbrachte. Wenn Engländer einen schönen Strand sehen wollen, dann müssen sie zu einer anderen Insel, die ihnen mal gehörte. Ich habe auf der Helgoländer Düne mal einen Engländer getroffen, der hier wegen seines Heuschnupfens jedes Jahr, wenn es im UK einen hohen pollen count gab, seinen Urlaub verbrachte.

Um 1900 ist man am Strand noch verhüllt, die feine Gesellschaft meidet die Sonnenbräune. Kann man sich Marcel Proust am Strand von Cabourg sonnenverbrannt vorstellen? Den weißglühenden Strand (la plage lumineuse) im gleißenden Sonnenlicht sieht er ja durchaus. Und Albertine bleibt für ihn mit dem Strand verbunden. Die Welt, die der Graf Keyserling in seinem Roman Wellen beschreibt, ist vielleicht typisch für diese Gesellschaft, die dem Untergang geweiht ist. Thomas Mann spricht in Tod in Venedig von einer sorglos sinnlich genießenden Kultur am Rande des Elementes.

Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg werden die Freikörperkultur bringen und einen Run auf die Strände, die jetzt ein Tummelplatz für Jedermann werden. Überall auf der Welt. Nicht nur von Hendaye bis Hohwacht. Strände und Wasser werden schmutziger. Benjamin Franklin konnte noch in der Themse schwinnen, das tut heute niemand mehr. Henderson Island, einst ein Symbol für das Paradies, ist zu einem Symbol für die Umweltzerstörung geworden.

Meine Strände sind Strände der Erinnerung, Strände der Literatur und der Malerei. An Henderson Island wollen wir nicht denken. Wenn wir das zu Ende denken, dann kommen wir zu einem Roman wie  On the Beach, in dem es nicht mehr über australische Strände, sondern über das Ende der Zivilisation geht. Aber darüber wollen wir nicht reden. Wir bleiben bei den Stränden der Erinnerung, die so weißen Sand haben, wie der Strand von Dueodde vor einem halben Jahrhundert. Und wir haben natürlich eine schöne Frau neben uns, die einen neuen Bikini trägt, der ihre langen Beine und ihren flachen Bauch betont. Und die weiß, dass wir sie bewundern. Ob wir ihren Namen in den Sand schreiben oder nicht.


Von Strand Bookstore zu einem Post wie Strände zu kommen, war nicht so schwer. Noch mehr Strand in den Posts Cato Bontjes van Beek, Gudrun, Langeoog, Mein Dänemark, Le TréportNiels Bohr, Egmond aan Zee und in dem vielgelesen Post ythhlaf, in dem es um den Strand in der Malerei geht.

Dienstag, 11. Dezember 2018

18 Miles of Books


Diese junge Dame werden sie vielleicht nicht kennen. In New York kennt man sie, Nancy Bass Wyden hat sich gerade mit dem Denkmalschutz angelegt, man möchte die Buchhandlung zu einem kulturellen Denkmal erklären. Was ins Geld gehen wird, und Buchhandlungen geht es in den Tagen der Marktbeherrschung durch Amazon nicht so gut, wo viele kleine Buchhandlungen in New York schließen mussten. Die Buchhandlung, in der Nancy steht, ist nicht irgendeine Buchhandlung, es ist das größte Antiquariat der Welt. 18 miles of books steht am Haus dran. Etliche Meter von den achtzehn Meilen haben auch ihren Weg in meine Bibliothek gefunden, denn ich bin Jahrzehnte Kunde von The Strand Bookstore gewesen. Und ich habe als Leiter der Fachbibliothek natürlich auch Bücher für die Bibliothek gekauft. Also all das, was uns unser Ausnahmebuchhändler Nolan E. Smith nicht so preisgünstig liefern konnte.

Benjamin Bass (auf dem linken Bild zu sehen, auf dem rechten Bild ist sein Sohn Fred) war aus Litauen nach Amerika gekommen, mit 28 Jahren macht er seinen ersten Buchladen auf. Weltwirtschaftskrise und Great Depression sind ein schlechter Zeitpunkt dafür, aber Bass kommt durch. Von den 48 Buchläden im Viertel wird nur der Laden überleben, den Benjamin Bass nach der Londoner Straße The Strand benannt hat. Er hat das Glück, dass sein Vermieter (einer der letzten aus der Stuyvesant Familie) keinem der kleinen Buchhändler die Miete kündigt. Benjamin ist zwei Jahre mit der Miete im Verzug, aber er wird alles zurückzahlen. Er kann gut mit Menschen umgehen, sein Laden zieht Berühmtheiten an. Er ist stolz, Kurt Vonnegut und Saul Bellow zu seinen Kunden zu zählen.

Fünfzig Jahre hatte Benjamin Bass in seinem Laden gestanden, sein Sohn Fred Bass, der Anfang des Jahres im Alter von 89 Jahren starb, wird 77 Jahre im Laden zu finden sein. Der immer größer und größer wird. Als ich Fred Bass schrieb, dass die deutsche Cartoonistin Franziska Becker den Strandbook Store in ihr Reisetagebuch New York, New York hinein gezeichnet hat, hat ihn das sehr interessiert. Er fragte, ob er eine Kopie der Seiten bekommen könnte. Bekam er natürlich, sogar eine Farbkopie.

Antiquariate haben es heute nicht leicht. Herr Eschenburg in Kiel weiß ein Lied davon zu singen (und Wilsberg in Münster geht es auch nicht so gut). Aber Nancy Bass Wyden steht mit dem geerbten Geschäft gut da. Wir wollen mal hoffen, dass das so bleibt.

Sonntag, 9. Dezember 2018

Advent


Hat es jemals vor Weihnachten ein solches Werbebombardement gegeben? Ein Werbespot nach dem anderen im Fernsehen, die Zeitungen vollgeknallt mit bunten Beilagen, für die in Finnland ganze Wälder abgeholzt wurden. Und ja, man braucht unbedingt eine neue Rolex (Would Jesus wear a Rolex?) und ein Porsche Design Handy. Ist der Tannenbaum bei Obi oder bei Toom billiger? Meine Leser sind immun gegen die Weihnachtswerbung, seit vier Wochen ist der Post Drei deutsche Weihnachtsgedichte der meistgelesene Post in diesem Blog. Heute soll es hier auch etwas Weihnachtliches geben, Christina Rossettis Gedicht In the Bleak Midwinter:

In the bleak midwinter
Frosty wind made moan,
Earth stood hard as iron,
Water like a stone;
Snow had fallen,
Snow on snow,

Snow on snow,
In the bleak midwinter,
Long ago.

Our God, heaven cannot hold him,
Nor earth sustain;
Heaven and earth shall flee away
When he comes to reign;
In the bleak midwinter
A stable place sufficed
The Lord God incarnate,
Jesus Christ.

Enough for him, whom Cherubim
Worship night and day
A breast full of milk
And a manger full of hay.
Enough for him, whom angels
Fall down before,
The ox and ass and camel
Which adore.

Angels and archangels
May have gathered there,
Cherubim and seraphim
Thronged the air;
But his mother only,
In her maiden bliss,
Worshipped the Beloved
With a kiss.

What can I give him,
Poor as I am?
If I were a shepherd
I would bring a lamb,
If I were a wise man
I would do my part,
Yet what I can I give Him —
Give my heart.

Das Gedicht ist mehrfach vertont worden. Die bekannteste Version ist sicher die von Gustav Holst, aber ich nehme heute mal die von Harold Darke. Hier gesungen von Dame Kiri Te Kanawa und Robero Alagna. Ich wünsche all meinen Lesern einen schönen zweiten Advent.

Samstag, 8. Dezember 2018

amour fou


Keine Sorge, es wird hier heute um Literatur gehen. Nicht um die hübschen kleinen stupsnäsigen Frauen, mit denen ich meinen Blog manchmal bevölkere. Aber bevor ich zu dem Buch komme, das ich vorstellen möchte, muss ich doch einmal kurz eine Frau aus der Vergangenheit holen. Sie hat hier heute keinen Namen, sie ist nur sehr sexy. Lasziv. Allein, wie sie die Gauloises anleckte, bevor sie sie anzündete. Wir hatten mal was miteinander, aber das war vorbei. Jetzt erzählte sie mir im Kleinen Olymp im Schnoor von ihren letzten Lovern, eine Geschichte, die mit dem Satz endete: Jetzt ficke ich mich durch ganz Bremen. Das sind Sätze, da sagt man am besten gar nichts. Man vergisst sie allerdings auch nicht.

Zwanzig Jahre später begegnete ich der Frau wieder. Da hieß sie allerdings Eliada Jeanne Carla Guinetti und war eine Romanfigur in Gerd-Peter Eigners Roman Brandig, einem Roman, der in Bremen und im Teufelsmoor beginnt (deshalb gibt es auch einen Worpsweder auf dem Cover der Erstausgabe). Der aber wohl kaum ein richtiger Bremen Roman genannt werden kann, wie es die Romane von Friedo Lampe oder Lorenzens Alles andere als ein Held sind. Wend Kässens betitelte seine Rezension in der Zeit mit Grelle Bilder aus Sex, Crime und Kitsch: Exzesse mit Eliada. Besser kann man diesen ärgerlichen wie vergnüglichen Roman nicht beschreiben. Wend Kässens sieht in dem Roman eine Beziehung zu Thomas Manns Doktor Faustus, die ich nicht sehe. Ich sehe da eher eine Beziehung zu der Welt von Louis-Ferdinand Céline.

Die deutschen Rezensenten waren damals von dem Roman, der heute so gut wie vergessen ist, begeistert: Im allgemeinen schließen sich mittlerweile erzählende - Geschichten erzählende - und anspruchsvolle Literatur aus, - eine solche also, die Denken einfordert. Und es darf, nein: muß zu den seltenen Glücksfällen gerechnet werden, wenn es zu einer zumal offenen Vereinigung beider Ansätze kommt. Der Glücksfall besteht vor allem darin, daß Gerd-Peter Eigners 1985 bei Hanser erschienener Roman "Brandig" nicht nur geschrieben, sondern auch verlegt wurde: Denn als der Autor 1984 aus dem Text in Klagenfurt vortrug, fand er wenig Beachtung. Das muß nicht wunder nehmen, da Kritiker alles mögen, nur keine Intensität, die ihnen auf die Fingerknöchel schlägt... (Hessischer Rundfunk). Wer Gerd-Peter Eigners Roman 'Brandig', der in diesem Herbst bei Hanser erschienen ist, nicht lesen will, muß sich von mir auf den Kopf zusagen lassen, daß er eine der wesentlichsten Neuerscheinungen des Jahres 1985 verpaßt und verpassen will, also nichts von Literatur versteht.(Medien Informations Dienst FFM). Wie in seinem Roman 'Golli' (1978), behaupte ich, verfolgt Eigner mit seinen Protagonisten ein Prinzip; eben dem Verfall eines Ichs durch Chaos und Sinnlichkeit durch ein immer wieder das Ich suchendes Bewußtsein standzuhalten. (Die Presse, Wien). Ein literarisch sehr anspruchsvolles Verfahren ist das, mit dem Eigner spannende, gute Beschreibungen seines Reißerthemas 'Geschlecht und Gewalt' gelingen.. (Süddeutsche Zeitung). Mit emphatischen und mäandernden, oft an Thomas Bernhard erinnernden Sätzen, evoziert er grelle Bilder aus Sex, Crime und Kitsch ... So ist 'Brandig' ein so ärgerliches wie vergnügliches, ein so vorder- wie tiefgründiges, auf jeden Fall ein lesenswertes Buch. (Die Zeit)

Ich habe die Rezensionen so ausführlich wiedergegeben, weil die informativen Seiten zu Eigner aus dem Netz leider verschwunden sind. Das ist bedauernswert, hoffentlich verschwindet der Autor nicht auch. Ich habe vor dreißig Jahren, als ich die Rowohlt Paperbackausgabe kaufte, keine Rezensionen gelesen. Ich las den Roman und sagte Wow, genau so, wie ich nach der Lektüre von Harry Crews A Feast of Snakes Wow gesagt hatte. Die Lektüre des Romans hatte einen seltsamen Déjà-vu, Nebeneffekt, weil ich immer, wenn Eliada Jeanne Carla Guinetti auftauchte, an die Frau denken musste, die Jetzt ficke ich mich durch ganz Bremen gesagt hatte. Und diese femme fatale taucht in dem Roman häufig auf: 128 Seiten des 455-seitigen Buches verdienen besondere Erwähnung: eine der dichtesten/verdichtetsten Liebesgeschichten der deutschen Nachkriegsliteratur; und „Liebe" wird hier in radikal romantischem Sinn ernst genommen, schreibt Alban Nikolai Herbst.

Der Rechtsanwalt Brandig, der alle Ängste und Sehnsüchte, alle Wut, allen Widerstand und Widerspruch seiner Generation mit sich herumschleppt, ist auf der Flucht, zugrunde gerichtet von seiner amour fou. In der Zeitschrift Drehpunkt fragte der Rezensent 1985: Wieviel Radikalität oder Anpassung kann einer leben, ohne sich zugrunde zu richten? Keines der Bilder, die sich der Leser von Brandig macht, ist richtig. Doch fortwährend entstehen neue Bilder und zwingen den Leser in ihren Bann und in den Sog dieser Frage. Und in der Frankfurter Rundschau finden wir in dem Jahr Sätze, die geradezu vor dem Roman warnen: Der Leser wird an Grenzerfahrungen teilhaben, die sein Leben verändern können, wenn er die erzählerisch enthaltene Dialektik einer leidenschaftlichen Liebe und den schleichenden Wahnsinn auf sich selber und sein Leben überträgt.

Gerd-Peter Eigners ersten Gedichtband nahm sein Verlag (DVA) 1979 aus dem Programm, weil der Autor der Zensur nicht nachgeben wollte. Die Gedichte erschienen unter dem Titel Mammut kurz vor Eigners Tod in einem kleinen Verlag mit dem Namen Palm Art Press. Aus diesem Band hätte ich zum Schluss noch das Gedicht Geliebte, um zu zeigen, dass die sexbesessenen Frauen auch in Eigners Lyrik auftauchen:

Als sie von ihrer Kindheit sprach
sprach sie von Igeln und Schwänen
vom Eis auf dem See
und vom Berg
in dem ihr Vater verschwand
auch von Himmeln

Als sie von ihrer Jugend sprach
sprach sie vom Tisch
der in ihrem Zimmer stand
und schreckliche Spuren trug
von ihrer Lust
sich an dessen Kante zu reiben

Als sie ihrem ersten Mann folgte
in den afrikanischen Busch
litt sie unter der Hitze
die sie zu bekämpfen wußte
in den Armen
des Hauspersonals

Als sie dann auf mich stieß
sprach sie von Männern
die sie bediente
wenn ich nicht da war
es machte mich rasen
besonders dafür liebte sie mich

Als sie mich verließ
kratzte ich Rinde von den Bäumen
des Parks
fraß Erde
spie Galle und Blut
und verendete nicht

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Nikolaustag


Ick bin en lüttjen König,
geevt mi nich to wenig,
Laat mi nich so lange stahn,
ick mutt all weder wiedergahn
.

Noch bevor man in der Schule Gedichte lernte, lernte man in Bremen diese Verse. Ich habe große Teile von Schillers und Goethes Gedichten vergessen, aber das Halli, Halli, Hallo, So geiht nah Bremen to, das vergisst man nicht. Und so durfte in diesem Blog im Dezember 2010 ein Post zum Nikolaus nicht fehlen, es war mein erster Nikolaustag als Blogger. Da wusste ich noch nicht, wohin die Reise ging. Jetzt kennt mich die Welt. Darf man das so sagen? Meine Leser mögen mich, und ich mag meine Leser. Meine Leser mögen mich, weil ich Geschichten erzähle. Und nebenbei auch noch ein klein wenig Bildung vermittle. Und weil ich hemmungslos subjektiv bin. Ein Zettel mit Goethes Satz: Sieh, liebes Kind, das ist ein Vorzug, den die Leute haben, die nicht schreiben: sie kompromittieren sich nicht, klebt an meinem Schreibtisch. Also da, wo Herman Melville seinen Zettel mit dem Keep true to the dreams of thy youth kleben hatte.

Der Nikolaus Post, der zuerst Sünnerklaas hieß, ist in diesem Blog am 6. Dezember immer wieder mal aufgetaucht. Ich stelle ihn heute in der Version von 2010 hier hin. Ohne Bilder. Bilder konnte ich noch nicht. Jetzt kann ich alles. Ich wünsche meinen Lesern eine schöne Adventszeit.



Als die Winter noch kälter waren als in diesen Tagen, als die Straßenbeleuchtung noch spärlich war und der Schutzmann noch einen Tschako trug, da waren am Abend des Nikolaustages in Bremen lauter kleine Nikoläuse unterwegs. Der Heilige Nikolaus hieß in dieser Gegend auch Sünnerklaas, was plattdeutsch für Sankt Klaus ist. Je weiter man nach Holland kam, desto mehr verwandelte sich dieses Sünnerklaas (oder Sünnerklaus) zu Sinnerklaas. Es blieb aber immer der gleiche Heilige Nikolaus von Myra, der der Schutzheilige der Kinder und der Seefahrer ist. Weshalb auch jede Hafenstadt eine Nikolaikirche hat. Obgleich Bremen von den Amerikanern besetzt war, hatte Halloween mit trick-or-treat auf uns noch nicht abgefärbt. Bei uns gab es das Nikolauslaufen. Dazu musste man sich verkleiden, eine rote Mütze, ein falscher Bart und ein Stock (die symbolischen Reste des Bischofstabs) gehörten zu dem Outfit. Opas Spazierstock eignete sich hervorragend dafür. Und natürlich ein Sack, in den man die empfangenen Süßigkeiten wie Moppen und Spekulatius tat. Und man musste sein Sprüchlein an jeder Tür in der Nachbarschaft aufsagen:

Nikolaus de gode Mann,
kloppt an alle Dören an.
Lüttje Kinner gifft he wat,
grode steckt he in'n Sack.
Halli, Halli, Hallo,
So geiht nah Bremen to.


Und wenn da nicht schnell genug die Süßigkeiten rausgerückt wurden, dann kam da noch, unter Aufstampfen des Stockes, eine zweite Strophe:

Ick bin en lüttjen König,
geevt mi nich to wenig,
Laat mi nich so lange stahn,
ick mutt all weder wiedergahn.
Halli, Halli, Hallo,
So geiht nah Bremen to.


Es ging immer nah Bremen to, da wollten die Bremer Stadtmusikanten auch hin (Ei, was, du Rotzkopf, sagte der Esel, zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du überall). Nun macht es ja keinen großen Sinn, halli, halli, hallo, so geiht nah Bremen to zu singen, wenn man sowieso in Bremen ist. Obgleich die Stadt Bremen für uns in Nordbremen weit, weit weg war. Irgendwie scheint diese Sache mit Bremen (wie vielleicht auch das ganze Nikolauslaufen) aus den Liedern zu kommen, die am Martinstag in Ostfriesland gesungen wurden, wo es Sünnematten, Mattenherrn oder Matten Matten Mähren hieß. Da sang man dann:

Matten-, Mattenmähren,
die Äpfel und die Beeren,
gute[r] Frau [Mann], gib uns was.
Lass uns nicht so lange steh'n!
Wir wollen noch nach Bremen geh'n.
Bremen is ne große Stadt,
da kriegen alle Kinder wat,
die Großen und die Kleinen,
sonst fang se an zu weinen.


Im 19. Jahrhundert hat es in Bremen - der Stadt von der man in Liedern und im Märchen träumt, dass dort alles besser ist - noch andere Strophen zu dem Nikolauslied gegeben, wie zum Beispiel:

Miin Vadder is Zigarrenmaaker,
miin Mudder ruppt Toback.
Un wenn ji dat nich glöben wüllt,
denn steck ick jo inn'n Sack.
Halli, halli, hallo
So geiht na Bremen to.


Das wurde nun wohl in den Stadtteilen gesungen (es ist auf jeden Fall aus Hastedt überliefert), wo die weniger Begüterten wohnten. Und man muss wahrscheinlich auch betonen, dass das Nikolauslaufen zuerst eine Sache der ärmeren Schichten gewesen ist, bevor es im 19. Jahrhundert von allen Bremer Kindern adaptiert wurde. Die Zigarrenmaaker kommen in unzähligen Bremer Döntjes aus dem 19. Jahrhundert vor. Man kann der Strophe auch entnehmen, dass Frauenarbeit in den Bremer Fabriken selbstverständlich ist - miin Mudder ruppt Toback - und auch die Kinderarbeit, selbst wenn sie hier im Nikolauslied nicht vorkommt. Die Zigarrenmaakers sind die erste gewerkschaftlich organisierte Gruppe in Bremen, wo es in der Mitte des 19. Jahrhunderts 78 Tabakfabriken gab. Sie bildeten auch ein Element gesellschaftlicher Unruhe in der sonst festgefügten konservativen bürgerlichen Struktur des 19. Jahrhunderts. Ihr Zusammenschluss verfolgte neben der Wahrung sozialer Interessen auch Ziele in der Allgemeinbildung. Und sie hatten Vorleser in der Fabrik.

Vielleicht kann man das mit den Zigarrenmachern in Kuba vergleichen, die in ihren Fabriken einen Vorleser hatten, der ihnen während der Arbeit Romane vorlas. So hörten die Arbeiter Victor Hugo, Alexandre Dumas, Jules Verne, Shakespeare und Emile Zola. Angeblich sollen so die Zigarrenmarken Montechristo und Romeo y Julieta nach dem Grafen von Montechristo und Shakespeares Theaterstück benannt worden sein. Manchmal lasen die Vorleser auch Politisches aus Zeitungen vor, was bei den Fabrikbesitzern nicht so gut ankam (und manchmal verboten wurde). Ob der leidenschaftliche Zigarrenraucher Karl Marx das gewusst hat? Auch in den Bremer Tabakfabriken hat es solche Vorleser gegeben, die von den Arbeitern bezahlt wurden. Manchmal waren das auch Kinder und Handlanger, die kosteten nicht so viel. Der Beginn der Arbeiterbildung liegt, auf jeden Fall in Bremen, im Tabakrauch.

Vorleser gibt es in Kuba heute immer noch, auch wenn sie - wie Guillermo Cabrera Infante in seiner wunderbaren Kulturgeschichte des Rauchens Holy Smoke etwas gehässig sagt - heute die Gesammelten Werke von Fidel Castro vorlesen müssen. Die erste Zigarrenfabrik in Kuba, die einen bezahlten Vorleser gehabt haben soll, hieß El Figaro. Wenig später folgte Don Jaime Partagas (die Firma und die Zigarre heißt immer noch so), der dem Vorleser sogar ein Lesepult spendierte. Als der amerikanische Innenminister W.H. Seward kurz nach dem Bürgerkrieg die Fabrik von Partagas besuchte, war er von diesem System begeistert. Da hatten schon alle Tabakfabriken in Cuba einen Vorleser. Was sie nicht hatten, waren (im Gegensatz zu Bremen) weibliche Arbeitskräfte. Diese Geschichte, dass eine gute Zigarre auf den Schenkeln einer Kubanerin gerollt sein muss, entstammt männlichen Phantasievorstellungen. Erst Ende der 1870er Jahre fängt die erste Frau in einer Zigarrenfabrik auf Cuba an. Da ist die Oper Carmen schon aufgeführt worden.

Ich erwähne die nur, weil da eine Zigarettenfabrik drin vorkommt, die der berühmte Wilfried Minks (von Bremen nach Hannover ausgeliehen) Anfang der sechziger Jahre in Hannover so schön auf die Bühne gezaubert hatte. Und der Regisseur hatte den Einfall, Carmen auf der Bühne rauchen zu lassen. Und sie dann so wahnsinnig cool die Ziggi wegschnippen zu lassen, bevor sie L'amour est un oiseau rebelle singt. Der Effekt wurde aber bei der Premiere noch übertroffen. Ein junger, schlaksiger Verehrer der Sängerin der Carmen wanderte den linken Gang entlang bis zur Bühne und warf der Sängerin eine langstielige rote Rose vor die Füße, als sie mit der Habanera fertig war. Danach verließ er den Zuschauerraum. Die Krönung des Ganzen war, dass er eine rote Lederjacke trug. Wo um alles in der Welt kriegt man Anfang der sechziger Jahre eine quietscherote Lederjacke her? Roter als jeder Nikolausmantel. Ich war die ganze Aufführung lang neidisch. Auf die rote Lederjacke und auf diesen Kerl, der die Sängerin kannte.

Wenn die Strophe mit dem lüttjen König allen geläufig ist, so scheint es in Bremen im 19. Jahrhundert dabei auch noch eine Variation gegeben zu haben, die weniger auf kleine Könige und auf Kinder von Zigarrenmaakers als auf soziales Elend hinweist:

Ick bün so’n lütten Schipperjung,
Mutt all miin Broot verdeen’n,
Den ganzen Dag in’t water stan
Mit mine korten Been’n
Halli, halli, hallo,
Nu geiht’t na Bremen to

Über das allmähliche Verfertigen der Gedanken beim Schreiben: da fange ich mit einer Kindheitserinnerung an, mit Versen, die ich immer noch aufsagen kann, und dann muss ich erkennen, dass wir Bremer mit diesem schönen Brauch nicht allein gewesen sind. Nikolauslaufen hat es überall gegeben. Inzwischen ist es beinahe ausgestorben, jetzt importieren wir kommerzialisierte amerikanische Bräuche wie Halloween. Im Norddeutschen Rundfunk wird darüber abgestimmt, ob die Hörer Last Christmas von Wham hören sollen. 54 Prozent der Anrufer sind dafür. Ich könnte wetten, dass keiner von denen, die den zum Dudelfunk heruntergekommenen NDR hören, ein halbes Dutzend deutscher Weihnachtslieder mit allen Strophen beherrscht.

Und die Zigarrenfabriken in Bremen gibt es auch nicht mehr, wenn man von Resten wie Martin Brinkmann (Lux, Peer Export, Lord Extra) mal absieht. Das ist aber nichts mehr vom Glanz der großen Zeit, als der Zigarrenkönig Friedrich Biermann von der Firma Leopold Engelhardt & Biermann sechstausend Arbeiter beschäftigte. Durch die für Bremen ungünstige Zollordnung, hat sich die Zigarrenfabrikation in der zweiten Häfte des 19. Jahrhunderts nach Bünde in Westfalen verlagert. Mein Opa hätte die Villa von Biermann in St. Magnus in den zwanziger Jahren billig kaufen können. Aber dann hätte er jeden Morgen zu seiner Schule durch den Arbeiterstadtteil Grohn (der für ihn den bösen Beinamen Kamerun bei Pumpe hatte) marschieren müssen, und das war dem kaisertreuen Ex-Hauptmann nun wirklich nicht zuzumuten.

Je mehr ich begann, den Anfängen des Nikolauslaufens nachzugehen, musste ich feststellen, dass natürlich die Volkskundler und die Lokalhistoriker sich schon mit dem Thema beschäftigt haben. War ja auch anzunehmen, dass hinter all dem, was wir tun, etwas Mythisches steckt. So wie es uns James George Frazer und Jessie L. Weston (ohne die wäre Eliots The Waste Land nichts geworden) gezeigt haben. Das interessiert einen aber nicht, wenn man mit kalten Füßen, laufender Nase und schidderigem roten Bademantel im Dunkeln an einer fremden Tür klingelt und die magischen Worte sagt: Nikolaus de gode Mann, kloppt an alle Dören an.