Donnerstag, 25. Juli 2024

Olympia


Auf dem Gehäuseboden dieser Uhr lodert die olympische Flamme. In 750er Gold. Ein Goldplättchen hat meine alte Eterna Kontiki auch. Dies hier ist eine Omega Seamaster Diver, die gerade zu den Olympischen Spielen in Paris erschienen ist. Das wirklich potthässliche Teil mit einer goldenen Lünette kostet 9.700 Euro. Wer kauft sich so etwas? Die Firma Omega war über hundert Jahre eine inhabergeführte Firma, heute ist sie eine Tochtergesellschaft der Swatch Group. Und der geht es schlecht, sehr schlecht. Das ganze Chinageschäft ist weggebrochen.

Aber Werbung mit den Olympischen Spielen lässt sich die Firma Omega nicht nehmen, Olympia ist ihre Werbeplattform. Seit 1932 statten sie die Olympischen Spiele mit Zeitmessern aus. Mit der Ausnahme der Olympischen Spiele 1964 in Tokio, da wurden die Zeiten von Seiko gestoppt. Die brachten auch eine Olympia Uhr heraus, die war aber nicht so teuer. Das hier ist die Schweizer Sprinterin Léa Sprunger, die teure Omega am Arm hat sie bestimmt nicht selbst bezahlt. Aber so nett sie aussieht, auf die Seite der Omega Botschafter hat sie es noch nicht geschafft. Nicole Kidman schon. Doch Omega hat da noch eine Extraseite für sportliche Markenbotschafter. Ich nehme an, dass die jetzt alle so eine Olympiauhr mit Goldplättchen kriegen.

Von vorne sieht das Modell so aus. Als ich die Bilder zum ersten Mal sah, dachte ich mir, das sei eine alte Wostok Columbus, das Goldbronzemodell. Mit Sportlern zu werben, ist nicht ungefährlich. Was ist, wenn der Markenbotschafter beim Doping erwischt wird? Die IWC wird damals nicht so begeistert über ihren Markenbotschafter Jan Ullrich gewesen sein. Während der Spiele dürfen Athleten für nichts Werbung machen. Steht so in der Regel 40 des IOC: Kein Wettkampfteilnehmer, Trainer, Betreuer oder Funktionär darf seine Person, seinen Namen, sein Bild oder seine sportliche Leistung für Werbezwecke während der Olympischen Spiele einsetzen, außer dies wurde vom IOC genehmigt.

Eine vernünftge Regel, würden wir denken. Aber nun klagt das Bundeskartellamt gegen das IOC und den Deutschen Olympischen Sportbund. Sie behinderten durch ihre Marktmacht die armen Athleten, die jetzt nicht mit der Werbung ein klein bisschen Geld machen können. Neun Tage vorher und während der ganzen Olympischen Spiele darf ein Omega Markenbotschafter keine Werbung mit seiner Uhr machen. Das bedeutet für einen Amateur, und es sind ja nur Amateure in Paris, einen goßen Verdienstausfall. Wir reden ja heute nicht mehr über den Geist von Olympia, das citius, altius, fortius gilt nur noch für die Werbung.

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