Sonntag, 15. Februar 2026
Florinda Bolkan
Mittwoch, 11. Februar 2026
Liebesleid
O reiche Armut! Gebend, seliges Empfangen!
In Zagheit Mut! In Freiheit doch gefangen.
In Stummheit Sprache,
Schüchtern bei Tage,
Siegend mit zaghaftem Bangen.
Lebendiger Tod, im Einen sel’ges Leben
Schwelgend in Not, im Widerstand ergeben,
Genießend schmachten,
Nie satt betrachten
Leben im Traum und doppelt Leben.
Dabei des Lebens Blütenkränze sehn,
Und unbekränzt daran vorübergehn,
Und muß ich trauernd nicht in mir verzagen?
Soll frevelnd ich dem liebsten Wunsch entsagen?
Soll mutig ich zum Schattenreiche gehn?
Um andre Freuden, andre Götter flehn,
Nach neuen Wonnen bei den Toten fragen?
Ich stieg hinab, doch auch in Plutons Reichen,
Im Schoß der Nächte, brennt der Liebe Glut,
Daß sehnend Schatten sich zu Schatten neigen.
Verloren ist, wen Liebe nicht beglücket,
Und stieg er auch hinab zur styg'schen Flut,
Im Glanz der Himmel blieb er unentzücket.
Sonntag, 8. Februar 2026
Paula Becker-Modersohn
1979 verkaufte der →Sohn von Ludwig Roselius Kaffee Hag und die Böttcherstraße an das amerikanische Unternehmen Kraft Foods, kaufte aber Teile der Straße zurück. Das Paula Becker Modersohn Haus ist jetzt im Besitz der Stadt Bremen. Das Haus Atlantis leider nicht. Mein Freund Peter hatte als Landeskonservator einen langen Kampf gegen einen schwedischen Hotelkonzern, der sich von hinten in die Böttcherstraße hineinfrass. Die →Fassade und der Himmelssaal sind aber erhalten. Im Haus waren auch die Kammerspiele, wo ich bei der Aufführung von Wer hat Angst vor Virginia Woolf hinter dem Kultursenator Dehnkamp und seiner Frau saß. Und als in der Pause das Licht anging, sagte Frau Dehnkamp zu ihrem Mann: Ischa bis jetzt noch nich viel Sinn in. Gefällt mir immer noch der Satz. Und es gab da auch ein Kino, wo ich mit meiner Freundin Traute vergeblich an der Kasse für Bergmans Film Das Schweigen anstand. Meine Böttcherstraßen Erinnerungen haben selten etwas mit Paula Becker-Modersohn zu tun. Die Straße kommt x-mal in meinem Blog vor, aber nur, weil der Herrenausstatter Hans Kalich da seinen Laden hatte.
Das Leben von Paula Becker-Modersohn ist gut erforscht, und dankenswerterweise hat sie einen guten Wikipedia Artikel. Seit der Bremer Kunsthallendirektor Gustav Pauli 1919 ein kleines →Buch mit einem Werkskatalog veröffentlichte, hat es eine Flut von einem Dutzend Biographien gegeben. Auch der Briefwechsel ist veröffentlicht. Und es gibt viele Kataloge von Ausstellungen, dies Bild zeigt den Dresdner Katalog aus dem Jahe 2003, den mir die Astrid geschenkt hat, die bei den Staatlichen Sammlungen arbeitet. Ich bekomme immer Paula Becker-Modersohn Bücher geschenkt. Die stelle ich in das Regal zu den Worpsweder Malern. Wenn ich über meinen Computerbildschirm auf die Bücherwand vor mir gucke, stehen da anderthalb Regalmeter Worpswede. Nicht alles habe ich gelesen, manches steht da nur, weil es schön aussieht. Ich habe keine Leseliste und keine Buchempfehlungen für Sie, aber ich habe auch noch bewegte Bilder. Nämlich den Film ✺Paula Modersohn-Becker - Geschichte einer Malerin, den Wilfried Hauke 2007 für Radio Bremen gedreht hat.
Donnerstag, 5. Februar 2026
Schiffbruch
Taught that the mutual hope was dust,
In sorrow, but for higher trust,
How miserably deep!
All vanished in a single word,
A breath, a sound, and scarcely heard:
Sea--Ship--drowned--Shipwreck--so it came,
The meek, the brave, the good, was gone;
He who had been our living John
Was nothing but a name.
The inmates not unworthy of their home,
The Dwellers of their Dwelling.
And if this
Were otherwise, we have within ourselves
Enough to fill the present day with joy,
And overspread the future years with hope,
Our beautiful and quiet home, enriched
Already with a stranger whom we love
Deeply, a stranger of our Father's house,
A never-resting Pilgrim of the Sea,
Who finds at last an hour to his content
Beneath our roof. And others whom we love
Will seek us also, Sisters of our hearts,
And one, like them, a Brother of our hearts,
Philosopher and Poet, in whose sight
These mountains will rejoice with open joy.
Sonntag, 1. Februar 2026
amerikanische Malerei der Romantik
Donnerstag, 29. Januar 2026
pickepackevoll: der 29. Januar
Am 29. Januar 1958 hatte der Film Fahrstuhl zum Schafott (✺Ascenseur pour l'échafaud) von Louis Malle Premiere, einer der besten französischen Kriminalfilme. Wegen Jeanne Moreau und ✺Miles Davis (wenn Sie den Namen anklicken, sind Sie im Soundtrack des Films). Über den Film würde ich gerne schreiben, habe ich aber schon getan. Am 29. Januar 2012 gab es hier schon den Post Fahrstuhl zum Schafott. Und Jeanne Moreau und Louis Malle haben hier auch einen Post. Miles Davis wird in dem Post Jazz erwähnt. Das war am 3. Januar 2010, dem ersten Tag, an dem ich ihm Netz war. Obgleich ich so gut wie gar keine Computerkenntnisse hatte, weil ich den Computer bisher nur als Schreibmaschine benutzte, war es mir gelungen, meinen Blog bei Google mit dem Namen SILVAE anzumelden. Ich schrieb einen ersten kleinen Post, der Literatur hieß und setzte eine Viertelstunde später ein kleines Gedicht ins Netz. So habe ich angefangen. Ob mich jemand las, wusste ich nicht, die Seite mit der Leserstatistik entdeckte ich erst am Ende des Jahres. Heute gucke ich da jeden Tag rein und weiß deshalb, dass ich im Januar schon 74.460 Leser habe. Das ist kein schlechter Anfang für das Jahr 2026
Der Dichter Robert Frost hat heute Geburtstag, er war schon häufig in diesem Blog. Als John F. Kennedy Präsident wurde, hat er den 87-jährigen Dichter Robert Frost gebeten, bei der Inauguration ein Gedicht vorzutragen. Im Januar vor fünfundsechzig Jahren gab es das zum ersten Mal in der Geschichte Amerikas. Zum letzten Mal war es Amanda Gorman, die bei Bidens Inauguration The Hill We Climb las. Im Amerika von Donald Trump haben Dichter offenbar nichts mehr zu sagen. Robert Frost hatte für diese Gelegenheit das Gedicht Dedication geschrieben, wo er am Anfang sehr ironisch auf diese Einladung einging:
In the august occasions of the state
Seems something artists ought to celebrate.
Today is for my cause a day of days.
And his be poetry's old-fashioned praise
Who was the first to think of such a thing.
This verse that in acknowledgement I bring
Goes back to the beginning of the end
Of what had been for centuries the trend;
A turning point in modern history.
Aber das Gedicht blieb ungelesen. Robert Frost hatte Tränen in den Augen und konnte den zweizeilig getippten Text nicht entziffern. Es waren keine Tränen der Rührung, es war schweinekalt an diesem Januartag, und die Sonne, die noch vom Schnee reflektiert wurde, blendete ihn. Und da sagte er nach kurzem Zögern ein Gedicht auf, das er auswendig konnte. Es hieß The Gift Outright:
She was our land more than a hundred years
Before we were her people. She was ours
In Massachusetts, in Virginia,
But we were England’s, still colonials,
Possessing what we still were unpossessed by,
Possessed by what we now no more possessed.
Something we were withholding made us weak
Until we found out that it was ourselves
We were withholding from our land of living,
And forthwith found salvation in surrender.
Such as we were we gave ourselves outright
(The deed of gift was many deeds of war)
To the land vaguely realizing westward,
But still unstoried, artless, unenhanced,
Such as she was, such as she would become.






























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