Freitag, 26. Mai 2017

John Wayne


Heute vor 110 Jahren wurde Marion Robert Morrison in Winterset (Iowa) geboren. Wir kennen ihn besser unter seinem Künstlernamen John Wayne. Oder als The Duke. Er konnte reiten, sprach fließend Spanisch, trug ein Toupet und war Kunde bei ➱Brioni. Dem jungen Michael Caine gab er den Ratschlag: Talk low, talk slow and don't say too f------ much. Er empfahl im auch, keine ➱Wildlederschuhe zu tragen. Als Michael Caine ihn fragte Why, sagte John Wayne: Because one day a guy in the next stall recognised me and turned towards me and said 'John Wayne you're my favourite actor! And p----d all over my suede shoes. So don't wear them when you're famous, kid. Die Geschichte steht schon in dem Post ➱Michael Caine. Und alle anderen John Wayne Geschichten stehen auch schon in diesem Blog, ich liste die wichtigsten Posts einmal unten auf. Natürlich sind ➱Stagecoach und mein Lieblingsfilm ➱She Wore a Yellow Ribbon dabei, aber er wird auch in Posts wie ➱Alain Resnais und ➱Two-Lane Blacktop erwähnt.

Wenn ich ein Buch zu John Wayne empfehlen sollte, dann wäre das Garry Wills' John Wayne's America: The Politics of Celebrity wo er den Schauspieler so beschreibt: John Wayne is the most obvious recent embodiment of that American Adam—untrammeled, unspoiled, free to roam, breathing a larger air than the cramped men behind desks, the pygmy clerks and technicians. He is the avatar hero in that genre that best combines all these mythic ideas about American exceptionalism—contact with nature, distrust of government, dignity achieved by performance, skepticism toward the claims of experts. Gary Wills, der einen Pulitzer Prize für ➱Lincoln at Gettysburg bekommen hat, ist immer der Lektüre wert, ganz besonders in seinem John Wayne Buch.

Es gab einen John Wayne auf der Leinwand, der das tat, was John Ford ihm sagte. Aber es gab auch immer einen ganz anderen John Wayne, davon kann man einen Eindruck bekommen, wenn man ➱John Wayne: A Love Song von Joan Didion liest. Der andere John Wayne liebte Charles Dickens, schummelte beim Schachspiel und hatte viel Humor. Als er den Oscar für seine Rolle in ➱True Grit bekam, flüsterte er Barbra Streisand ins Ohr: Beginner's luck. Der Anfänger war 63, dies war sein erster Oscar.

True Grit war ein ➱Spätwestern. Bei der Geburt dieser neuen Gattung war Wayne dabei gewesen, Rio Bravo und The Man Who Shot Liberty Valance gehören mit zu den ersten Western des Genres. Leslie Fiedler, der ansonsten für John Wayne nichts übrig hatte, hat über den Film gesagt: Aber der Film von John Wayne, dieser schöne komische Film, wo er mit dem jungen Mädchen spielt, 'True Grit', das ist wirklich ein wunderbarer Film, denn erstens sehen wir hier nicht einen jungen Gunfighter oder jungen Cowboy, sondern einen alten Mann in dieser Periode seines Lebens, wo er nicht sicher ist, ob er mit einem Pferd über einen Zaun springen kann, und zweitens wird diese Rolle ausgerechnet von John Wayne gespielt, und der Film wird zu einer Parabel des Lebens von John Wayne, dieser elenden reaktionären Kanaille, die das Image des Westens auf die Leinwand projiziert hat und der nun zum ersten mal seine Rolle mit Humor spielt, als Selbstparodie, als Travestie seiner eigenen Figur. Das ist sehr zart, sehr schön, sehr komisch. Dieser Film hat mich tief gerührt.


John Wayne, diese elende reaktionäre Kanaille, war immer wieder in diesem Blog, Sie könnten (wenn Sie wollen) auch noch diese Posts lesen: The Duke, Technicolor, Stagecoach, Schnellboote, Joan Didion, Maureen O'Hara, Spätwestern, Natalie Wood, Vera Miles, The Big Trail, Victoria, My Darling Clementine Angie Dickinson, Somewhere West of Laramie, Alamo, Don Siegel, Laurence Harvey, James Stewart, Westernheld, William S. Hart, Clark Gable, Michael Caine, Clint Eastwood, Wilder Westen, Larry McMurtry, Two-Lane Blacktop, Stephen Decatur, Sam Elliott, Cormac McCarthy, Cowpens, Brioni, Jugendkultur, Alain Resnais, Donald Trump

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