Sonntag, 8. November 2026

Zur Erinnerung


Ich bin ein wenig neben mir. Es ist die Trauer, dass ich nie mehr Dis, quand reviendras-tu? in einen Brief an sie schreiben kann. Den Satz kannte sie, weil ich ihr die Platte von Barbara vor vielen Jahre geschenkt habe. Es ist nicht aber nicht nur die Trauer, die mich ein wenig aus der Bahn geworfen hat, es sind auch Grippe- und Corona Spritze, die mit meinen Hausarzt am Freitag gleichzeitig in den linken Arm verpasst hat. 

Ich habe noch einen kleinen Nachtrag zu dem Post Adieu, es ist ein Gedicht, das ich mir einmal abgeschrieben habe. Das Gedicht heißt Zur Erinnerung, es ist von Hajo Stork, der das Internet unter dem Pseudonym Lyriost vollschreibt. Er ist so berühmt, dass das Deutsche Literaturarchiv in Marbach seine Texte archiviert. Lyriost liest häufig meinen Blog (noch nicht vom Deutschen Literaturarchiv archiviert), ich habe auch schon nette Dinge über ihn und seine Gedichte gesagt (zum Beispiel in dem Post  Moderation ausstehend). Ich klaue mit bei ihm mal dieses Zur Erinnerung, das ich sehr schön finde, sonst hätte ich es mir nicht notiert. Und es passt auch für heute, für die Trauer und Benommenheit, aus der ich gerne weiter fort wäre:

Kein Blumensalat
viel Weiß und morsche Gerüche
nur die Amseln atmen farbige Girlanden
wäre gern weit fort
weiter nicht noch näher
am Abend
wo die Nächte lockend summen

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