Donnerstag, 7. März 2013

Townes van Zandt


Kennst den? Habe gerade vier sagenhafte CDs von Townes van Zandt gekriegt, schreibt ein Freund in einer Mail. Ich hätte dem Singer-Songwriter (nennt sich heute ja jeder, aber er war das wirklich) heute ja gerne einen Geburtstagsgruß geschickt, doch er ist schon tot. Bei seinem Leben ist es erstaunlich, dass er überhaupt bis 1997 gelebt hat. Ich konnte die Frage Kennst den? mit Ja beantworten, ich habe Platten von ihm. Flying Shoes finde ich auf Anhieb im Regal. Ich weiß auch, dass der melancholische Troubadour aus Texas schon zu seinen Lebzeiten ein Mythos war und beinahe jeder seine traurigen Songs gesungen hat. ➱Emmylou Harris zum Beispiel.

Ich verdanke meine Kenntnisse einem Studenten, einem dieser Typen, der alles - aber auch alles - über die amerikanische Popmusik wusste. Wenig über sein Studienfach. Natürlich kannte ich mich ein bisschen aus. Wenn man nach dem Krieg in Bremen aufwuchs und ständig AFN hörte, dann geht das nicht anders. Und dann war da noch das Wochenende mit ➱Klaus Wellershaus, über das ich hier schon geschrieben habe. Aber viele Namen, die mir mein Studi auf kleine, aus einem Notizbuch gerissene Seiten geschrieben hatte, hatte ich noch nie gehört.

Die guten Bücher, die als Wegführer dienen konnten, gab es noch nicht. ➱Greil MarcusMystery Train: Images of America in Rock 'n' Roll Music und ➱Stranded: Rock and Roll for a Desert Island waren noch nicht auf dem Markt. ➱David Pichaskes A Generation in Motion und The Poetry of Rock war noch nicht geschrieben. Peter Urban hatte seine Doktorarbeit (die garantiert nirgendwo abgeschrieben war) noch nicht bei der Uni Hamburg abgeliefert. Sie erschien wenig später bei Fischer unter dem Titel Rollende Worte, die Poesie des Rock: Von der Straßenballade zum Pop-Song. Aber ich bin ja lernfähig. Man kann mehr von Studenten lernen, als man zugeben will.

Vielleicht schreibe ich einmal mehr zu dem Thema. Heute geht es nicht, da ist eine kleine Feier angesagt, nunc est bibendum, nunc pede libero pulsanda tellus. Aber vielleicht lege ich zur Verblüffung der Gäste einmal eine ➱Townes van Zandt Platte auf.

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