Mittwoch, 8. April 2015

Diven


Heute vor achtzig Jahren wurde in New York die Oper Maria Malibran von Robert Russell Bennett aufgeführt. Die Malibran hat natürlich ➱hier schon einen Post, und sie wird auch in den Posts ➱Primadonna assoluta und ➱Nachtigallen erwähnt. Wenn ich jetzt noch ein Gedicht auf Operndiven finden würde, dann wäre das natürlich schön. Aber irgendwie scheinen die Dichter die Diven nicht so zu lieben. Sängerinnen ja, Diven nein. Doch dann fiel mir ➱Wilhelm Lehmanns kleines Kinogedicht Göttin und Diva ein; ich habe schon in dem Post ➱London erwähnt, dass in der Welt von Lehmann nicht nur roter Sauerampfer und Stachelbeere vorkommen, sondern auch Marlene Dietrich und Claire Bloom. Sind zwar keine Operndiven, aber Diva ist Diva.

Schnell füllte sich die Halbrotunde.
Marlene Dietrich und Claire Bloom
Walten als Göttinnen einer Stunde.
Auf Leinwand tuscht sie ihr täglicher Ruhm:
Dicht gedrängt versunkene Mienen,
Dumpfe Regung, erstarrtes Dienen.

Gehst du nach Altertümern suchen,
In steinigem Boden griechische Scherben?
Bacchisch bewegt, zittern über dir Buchen,
Den Fuß im Sande, klirren Eichen.

Da sie mit euch die Sitze getauscht,
Gebt, Aphrodite, Diana! ein Zeichen:
Erkennt ihr Marlene, Claire als Erben?
Dodonisch haben die Bäume gerauscht.

Das Gedicht gefällt mir an dieser Stelle ganz besonders, weil es morgen einen dicken fetten Post zu griechischen Scherben geben wird. Und wenn Sie den Film Diva von Jean-Jacques Beineix sehen wollen, dann klicken Sie ➱hier.

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