Montag, 31. Dezember 2018

Silvestergedicht


Am 31. Dezember 1860 schreibt Theodor Fontane seiner Mutter Emilie einen Silvesterbrief. Er ist noch nicht der berühmte Autor, seine Mutter wird die großen Romane nicht mehr erleben. Aber er hat erste Erfolge. Er beginnt, seine Balladen zu schreiben; das ist die Zeit, wo er mit Maria Stuart zu Bett gegangen und mit Archibald Douglas wieder aufgestanden ist. Die Jahre in England werden zwei Bücher hervorbringen. Zum einen sind das seine Briefe, die zusammengefasst unter dem Titel Aus England erscheinen; zum anderen ist es die zweiwöchige Schottlandreise, die unter dem Titel Jenseit des Tweed veröffentlicht wird. Am Ende des Briefe an die Mutter findet sich ein kleines Gedicht, das manchmal als Der Schwester zu Silvester zitiert wird. Aber das ist falsch, bei Fontane heißt es schlicht An Lischen. Es ist ein heiteres kleines Gelegenheitsgedicht, und deshalb soll es heute hier stehen:

Habe ein heitres, fröhliches Herz
Januar, Februar und März,
Sei immer mit dabei
In April und Mai,
Kreische vor Lust
In Juni, Juli und August,
Habe Verehrer, Freunde und Lober
In September und Oktober,
Und bleibe meine gute Schwester
Bis zum Dezember und nächsten Silvester.

Ich wünsche all meinen Lesern ein glückliches neues Jahr.

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