Deutschsprachig aufgewachsen, setzte er sich mit Nachdruck für die dänische Sprache ein, wurde dänischer Hofbeamter am Kieler Schloss, Amtmann zunächst in Cismar, dann in Gottorf und schließlich Landrat in Schleswig. Bis an sein Lebensende dichtete er sowohl in dänischer wie in deutscher Sprache. Er verehrte Klopstock und begrüßte die Französische Revolution. Früher als andere dänische Dichter nahm er Anregungen aus der deutschen Frühromantik auf; den Ruhm als Dänemarks erster und bedeutendster 'Nationalromantiker' erntete indessen der zehn Jahre jüngere Adam Oehlenschläger, dessen Gedichtsammlung 'Digte' (1802) ein Jahr vor Schack von Staffeldts schmalerem Band mit dem selben Titel erschienen war. Die zweite und schönste Sammlung der dänischen Verse Schack von Staffeldts, 'Nye Digte' (Neue Gedichte), erschien 1808 im Universitätsverlag in Kiel. Im Urteil des dänischen Kritikers Georg Brandes litt der oft melancholische, gesundheitlich labile Dichter vor allem daran, dass er 'unter Kammerjunkern ein Dichter und unter Dichtern ein Kammerjunker' sein wollte. Heute gilt 'der verzweifelte Romantiker' (Henrik Blicher) trotz seines nur schmalen Werks als einer der großen dänischen Lyriker.
Das hat Peter Nicolaisen in seinem Band Stimmenvielfalt: Gedichte aus Schleswig-Holstein: Vom Barock bis in die Gegenwart geschrieben, in dem sich auch sechs Gedichte (dänisch und deutsch) von Schack von Staffeldt finden. Das Buch habe ich vor Jahren schon in dem langen Post Frisia non cantat in diesem Blog vorgestellt. Nicht in der Anthologie enthalten ist das Gedicht →Indvielsen, das vor zwanzig Jahren in den Danish Culture Canon aufgenommen wurde. Sie finden es mit all seinen Gedichten auf dieser →Seite, leider nur in dänischer Sprache. Ich habe mir von DeepL das Gedicht übersetzen lassen
Der Himmel lächelte,
Und blickte sehnsüchtig in die Tiefe hinab,
Die Wellen ruhten,
Da neigte sich die Sonne zum Meer
Und rundherum färbten sich Luft und Küste rot.
Und plötzlich weckte aus den Wolken ein Saitenspiel
die Vorahnung,
Im Abendrot stieg die Muse herab,
reichte mir die Harfe,
Und gab mir schnell einen brennenden Kuss,
Während sie in das glühende Meer versank.
Da wurde eine andere Natur um mich herum,
die Winde sprachen;
Aus Wolken, die blass vor dem Mond dahintrieben,
riefen die Geister,
Ein Herz schlug warm und liebevoll in allem,
In allem winkte mir meine eigene Gestalt.
Doch von nun an wurden Gedanken und Sehnsucht
Die Erde zu einem Gefängnis;
Wohl lindert durch Ahnungen, Träume und Gesang
Das Herz seine Sehnsucht,
Doch brennt mich der Kuss, ich finde keinen Frieden,
Bevor ich die Himmel herabziehe!
Das ist es, was die romantischen Dichter tun: den Himmel, die Schönheit und die Träume auf die Erde herabziehen.


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