Dienstag, 9. März 2021

Les Enfants du Paradis

Am 9. März 1945 wurde Marcel Carnés Film Les Enfants du Paradis (Kinder des Olymp) zum erstenmal aufgeführt. Der dreistündige Film war unter größten Schwierigkeiten während der Besatzungszeit gedreht worden, jetzt nach der Befreiung konnte er aufgeführt werden. Die Hauptdarstellerin konnte allerdings nicht zur Premiere kommen, sie saß wegen des Verdachts der Kollaboration im Gefängnis. Sie mochte die Deutschen nicht, aber sie liebte diesen einen deutschen Offizier. Als sie vor Gericht erscheinen muss, bringt sie diesen unsterblichen Satz: Mon cœur est français – mon cul est international.

Die Schauspielerin heißt Arletty, sie hat hier schon lange einen Post. Auch wenn es mit ihrem Oberstleutnant, der zu den Gründern der Gruppe 47 gehörte, zuende war, sie blieb bis zu seinem Tod mit ihm befreundet. Die Liebesgeschichte ist schon auf die Leinwand gewandert. 2015 konnten die Franzosen den Film Arletty, une passion coupable mit Laetita Casta als Arletty sehen. Sie jetzt auch, wenn Sie den Filmtitel anklicken.

Das Drehbuch von Les Enfants du Paradis stammte von Jacques Prévert, der für den Regisseur Marcel Carné auch schon die Drehbücher für die Filme Quai des Brumes und Le Jour se Lève geschrieben hatte, zwei Filme, denen Jean Gabin seine Karriere verdankt. Man hat für diese Filme den Begriff poetischer Realismus gefunden, und wenn Sie wissen wollen, was das genau ist, dann gehen Sie doch einmal zu dieser schönen Seite. Die Musik des Filmes ist von Joseph Kosma, der für Carnés Les Portes De La Nuit auch das Chanson Les feuilles mortes geschrieben hat. Gibt es hier heute nicht von Juliette Gréco, sondern von Cora Vaucaire, die es als erste gesungen hat. 

Les Enfants du Paradis ist ein Klassiker des französischen Kinos. Cinéasten wissen nicht, ob sie diesem Film oder La Régle du Jeu (der hier schon einen ausführlichen Post hat) den höchsten Platz im Olymp zuweisen sollen. Und mit Olymp meine ich nicht die billigen Plätze auf der Galerie, auf die der deutsche Titel des Films anspielt, sondern den wirklichen Olymp.

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