Montag, 22. März 2021

zwei Pferde


Also, so gut wie Mads Mikkelsen hat der Hans Kohlhase, der am 22. März 1540 in Berlin hingerichtet wurde, bestimmt nicht ausgesehen. Wir wissen auch nicht wirklich, wie er ausgesehen hat. In unseren Köpfen heißt er auch nicht Hans Kohlhase, sondern Michael Kohlhaas. Weil wir die Novelle von Heinrich von Kleist gelesen haben, in deren Verfllmung Mads Mikkelsen die Hauptrolle spielt. Es liegen einige hundert Jahre zwischen dem wirklichen Rebellen und Kleists Erzählung, und es liegen hunderte von Jahren zwischen Kleist und dem Film des französischen Regisseurs Arnaud des Pallières. Der Kohlhaas, dem man zwei Pferde gestohlen hat, und der daraufhin einen Krieg gegen die Obrigkeit anfängt, ist immer ein anderer:

An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Roßhändler, namens Michael Kohlhaas, Sohn eines Schulmeisters, einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit. – Dieser außerordentliche Mann würde, bis in sein dreißigstes Jahr für das Muster eines guten Staatsbürgers haben gelten können. Er besaß in einem Dorfe, das noch von ihm den Namen führt, einen Meierhof, auf welchem er sich durch sein Gewerbe ruhig ernährte; die Kinder, die ihm sein Weib schenkte, erzog er, in der Furcht Gottes, zur Arbeitsamkeit und Treue; nicht einer war unter seinen Nachbarn, der sich nicht seiner Wohltätigkeit, oder seiner Gerechtigkeit erfreut hätte; kurz, die Welt würde sein Andenken haben segnen müssen, wenn er in einer Tugend nicht ausgeschweift hätte. Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.

Es gibt hier heute nicht viel. Es gibt einen Link zu dem ganzen Text, einen Link zu dem Post Kleist. Und den Film Michael Kohlhaas habe ich auch. Von dem irritierend komischen Film Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel habe ich leider nur den Trailer. Wäre schön, wenn es mehr wäre, denn die blonde Rosalie Thomass sieht man immer wieder gerne.

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