Sonntag, 18. November 2012

Temps retrouvé


Vor neunzig Jahren ist Marcel Proust gestorben. In diesem Blog ist er immer wieder erwähnt worden, wenn Sie seinen Namen oder den Titel seines Hauptwerkes in das Suchfeld oben links eintragen, können Sie das überprüfen. Proust hat heute immer noch seine Bedeutung, auch wenn mehr Menschen den Proust Fragebogen als À la recherche du temps perdu kennen. Wer Proust liest, muss weniger zum Arzt, hat Reiner Speck gesagt. Der Mediziner und Kunstsammler (der die größte Sammlung von Proust Briefen besitzt) muss es wissen. Er ist derjenige, der heute vor dreißig Jahren die deutsche ➯Proust Gesellschaft gegründet hat. Der Satz kommt also aus berufenem Munde. Wenn Sie Alain de Bottons charmantes Buch ➯How Proust can change your life gelesen haben, werden Sie auch dran glauben. Alain de Botton kann ja schreiben, was er will, er ist eigentlich immer gut. Und falls Sie nicht wie Professor Speck die Originale der Proustschen Briefe besitzen, tut es natürlich auch der gute alte 733-seitige Suhrkamp Band Marcel Proust: Briefe zum Leben zusammen mit dem Band Briefe zum Werk (525 Seiten).

Ich möchte den heutigen Tag benutzen, um einen kleinen Überblick über die wichtigsten Proust Biographien zu geben. Wenn Sie diesen Blog regelmäßig lesen, haben Sie schon gemerkt, dass ich Biographien gerne lese. Nicht, dass sie ein Allheilmittel zum Verständnis eines Autor und seines Werkes wären, aber eine gute Biographie ist für einen Leser häufig mehr wert, als die gut gefüllten Schrotthalden schlechter Sekundärliteratur. Ich werde einige Bücher in die Betrachtung einschließen, die zwar keine Biographien sind, die einem aber den Zugang zu Prousts Lebens und Werk leicht machen. Vieles wird nicht erwähnt werden können, was sicher schade ist. Aber Luzius Kellers schönes Buch ➯Proust im Engadin (2011) möchte ich doch einmal nennen. Und dass Sie ein Exemplar von Céleste Albarets Erinnerungen und Philippe Michel-Thiriets Marcel Proust Lexikon im Regal haben, das nehme ich einfach mal an.

Ich fange einmal mit dem Buch Marcel Proust und die Gemälde aus der Verlorenen Zeit (Paintings in Proust) von dem amerikanischen Maler ➯Eric Karpeles an. Was für ein Buch! Warum ist niemand eher auf die Idee gekommen, ein solches Buch zu machen? Eric Karpeles hat Prousts Suche nach der verlorenen Zeit mit den Augen des Malers gelesen und präsentiert hier 206 Illustrationen (196 in Farbe) von Bildern, die in Prousts Werk vorkommen. Geordnet nach den einzelnen Bänden des Werkes, jedes Bild durch die Romanstelle kommentiert. Es gibt auch einen Index, der auf die genauen Romanstellen verweist, und es gibt auch zu den einzelnen Bildern im Anhang noch ausführliche Kommentare. A Visual Companion heißt das wirklich schön gedruckte Buch Paintings in Proust im Untertitel, und wahrscheinlich hätte auch Proust seine Freude daran gehabt. Proust Leser und Proust Liebhaber werden auf jeden Fall ihre Freude daran haben, und das Buch gibt dem Leser auch die Möglichkeit die Suche nach der verlorenen Zeit unter einem ganz neuen Aspekt noch einmal neu zu lesen.

Das tut das Buch Im Licht der Finsternis: Über Proust (2011) von der Malerin Anita Albers auch. Es ist sicherlich eher etwas für Proust-Kenner, aber es ist ein im höchsten Maße originelles Buch zu dem Thema ➯Kathedrale (als die Proust sein Werk ja sah). Wer das Buch Die Kunst der Künste von Anita Albus gelesen hat, wird auch dieses Buch lieben.

Doch ich beginne lieber mit etwas Einfacherem. Normalerweise ist man als Leser ja ganz gut beraten, wenn man in der Reihe der rowohlts monographien einen Band zu dem Autor findet, über den man mehr wissen möchte. Beinahe 50 Jahre hat sich die kleine Biographie von Claude Mauriac in der Reihe der rowohlts monographien gehalten, bevor sie vom Verlag 2005 durch eine neue ersetzt wurde. Die neue Biographie von Karlheinrich Biermann ist zwanzig Seiten kürzer, das ist erstaunlich, gibt es zu Proust weniger zu sagen? Aber dafür hat sie Farbabbildungen, hier kann man die Redaktion für die Auswahl nur loben.

Diesmal schreibt kein Landsmann, Schriftsteller- und Kritikerkollege wie der Sohn von François Mauriac über Proust, diesmal schreibt ein deutscher Romanistikprofessor. Der die langweilige akademische Übung, Fachkollegen zu zitieren, ein bisschen arg strapaziert. Mauriac verfolgte noch das ursprüngliche Konzept der von Kurt Kusenberg begründeten Reihe, dass er den Autor aus seinem Werk sprechen ließ, es gab viele überzeugende Zitate. Dieses Verfahren ist anscheinend nicht mehr modern, es gibt bei Karlheinrich Biermann jetzt nur noch wenige Belegstellen aus dem Werk. Dafür entwirft der Autor eine Art Kulturgeschichte Frankreichs um Prousts Leben herum. Dies schmeckt ein wenig nach einer Vorlesung für Romanistikstudenten im zweiten Semester, bei denen der Professor noch nicht so viel voraussetzen kann. Vielleicht ist das aber auch nur das von Rowohlt vorgegebene neue Format der Reihe. Dieses Buch gibt jemandem, der nichts über Proust weiß, einen guten Einblick über Prousts Leben und seine Zeit. Es enthält eine Vielzahl von originellen Aspekten, es ist in der Bibliographie und der zitierten Literatur auf dem Höhepunkt der Forschung. Und doch fehlt ihm etwas. Es ist nicht französisch, ist irgendwie steif und deutsch und hat nicht den Charme und Esprit, den die alte rowohlts monographie mit der Nummer 15 besaß. Die man natürlich antiquarisch noch finden kann.

Ich wollte, ich könnte den zwanzig Jahre alten Band Marcel Proust: Leben und Werk in Texten und Bildern von Renate Wiggershaus beim Insel Verlag uneingeschränkt loben. Normalerweise sind die Bände in dieser Reihe exzellent, zum Beispiel die Bände über ➯Heinrich Heine oder ➯Robert Walser. Aber dieser Band ist ein wenig ungeordnet, viele Abbildungen (manche nur briefmarkengroß) passen nicht so recht zum Text. Aber er hat, das muss man sagen, sehr viele Abbildungen. Und wahrscheinlich deshalb steht er auch in der guten ➯Bibliographie der Marcel Proust Gesellschaft, das ist wirklich eine Seite, die Sie im Internet zuerst anklicken sollten. Vielleicht erzählt denen mal jemand, dass es die Biographie von Jean-Yves Tadié inzwischen auch auf deutsch gibt, das haben die leider noch nicht gemerkt. Das ist wirklich etwas peinlich.

Im Jahre 2000 erschienen auf dem englischen Markt zwei Proust Biographien, beide beinahe tausend Seiten dick und äußerlich kaum zu unterscheiden, hatten doch beide das Proust Portrait von Jacques-Emile Blanche auf dem tiefschwarzen Cover. Eine der Biographien hatte einen französischen Autor namens ➯Jean-Yves Tadié und war eine Übersetzung aus dem Französischen. Der Autor der zweiten Biographie heißt ➯William C. Carter, er ist Professor für Französisch an der Universität von Birmingham (Alabama). Im Gegensatz zu seinem amerikanischen Kollegen war der französische Sorbonne Professor Tadié für die Proust Fangemeinde durch eine Vielzahl von Büchern zu Proust als Kenner ausgewiesen, seine Biographie wurde schon sehnsüchtig erwartet. Von William C. Carter hatte man in Frankreich noch nicht gehört. Immerhin ist er jetzt bei der Yale University Press erschienen. Warum, wird ein Rätsel bleiben. Carters Biographie, die übrigens alle Funde von Tadié einarbeiten konnte - ohne ihn im Vorwort oder im Index zu erwähnen - ist sicherlich solide und ordentlich, ist aber auch ein wenig das, was die Engländer mit dem unübersetzbaren Wort pedestrian bezeichnen. Aber vielleicht sollte man William Carter dankbar für den Dokumentarfilm Marcel Proust: A Writer’s Life sein. Und damit verweise ich auf eine schöne englischsprachige ➯Proust Seite. Allerdings konnte es William C. Carter nicht bei seiner Biographie belassen, im Jahre 2006 musste er unbedingt ein Buch über Prousts Liebesleben (Proust in Love) auf den Markt bringen. Da können wir über Proust so revolutionäre Dinge wie The dark side of passion both attracted and repulsed him erfahren. Ansonsten steht in dem Buch nichts, was nicht schon woanders gesagt worden wäre. Spätestens, wenn man den Satz liest: contains some overlap of material covered in my recent biography, weiß man, dass hier nur etwas quergeschaufelt wurde.

Die große Biographie von dem Engländer George D. Painter würdigt William Carter in seinem Vorwort nicht (er erwähnt nur einmal Painters Namen), sie scheint auch im Index nicht auf. Jean-Yves Tadié dagegen erweist dieser Biographie seine Reverenz, und auch sein Index hat viele Verweise auf Painter. Auch für das Buch von Claude Mauriac findet er lobende Worte. Er erwähnt sogar höflicherweise das Proust Buch von Ghislaine de Diesbach aus dem Jahre 1991 (wahrscheinlich, weil der für das Buch den Preis der Académie Française bekommen hatte. Den hatte Tadié drei Jahre zuvor auch bekommen). Das Buch von Diesbach habe ich mir erspart, der Mann schreibt jedes Jahr ein Buch, ich glaube, das geht auf die Substanz.

Painters Biographie mag, das sei ganz klar gesagt, in vielen Punkten etwas veraltet sein, aber als literarisches Kunstwerk ist sie jederzeit Carter meilenweit überlegen. Und ein literarisches Kunstwerk ist eine Biographie ja auch. Im Vorwort zum ersten Band seiner Biographie sagt Painter 1959: I have endeavoured to write a definitive biography of Proust: a complete, exact and detailed narrative of his life, that is, based on every known or discoverable primary source and on primary sources only. Hier liegen Stärken und Schwächen von Painter. Als er seine Biographie schrieb, lebten noch Zeitgenossen, die Proust gekannt hatten. Er hat niemanden interviewt. Hat sogar behauptet, dass ein Treffen mit Proust für ihn von keinem Nutzen gewesen wäre, ein klein wenig spinnert war er schon. Aber Maria Joao Pires hat auch mal gesagt, sie könnte nichts mehr von Mozart lernen, wenn sie ihn treffen könnte. Wäre Proust ein Zusammentreffen mit seinem Biographen Recht gewesen? Der Gedanke, dass es (falls man sich überhaupt noch um meine Bücher kümmert) irgendwem gestattet sein wird, meine Manuskripte durchzusehen, sie mit dem endgültigen Text zu vergleichen, daraus Folgerungen über meine Arbeitsweise, die Entwicklung meines Denkens usw. zu ziehen, die immer falsch sein werden, ist mir jedoch nicht sehr angenehm, schreibt der Mann, der in seinem Leben mehr Briefe geschrieben als bekommen hat, an seinen Verleger.

George Duncan Painter, der im British Museum die Bücher des 15. Jahrhunderts verwaltete, war zufrieden mit einer bescheidenen Existenz: Biography is often thought of as the vampire act. For me, it's the exact opposite. My subject has fed upon me ... I've sacrificed my own life, I've sacrificed my personality, and I've done it willingly. Painters Biographie fand das einstimmige Lob von Literaten in der englischsprachigen Welt: One of the great English biographies of all time, urteilte Philip Toynbee. Und mit der ihm eigenen Zurückhaltung schrieb Anthony Powell: Mr Painter has done his work so well that it is hard to speak in moderate terms of his skill and unobtrusive wit. Aus dem Munde des Mannes, der mit seinem zwölfbändigen Werk A Dance to the Music of Time ein Äquivalent zu der Suche nach der Verlorenen Zeit geschrieben hat, wiegt dieser Satz schwerer als er aussieht.

Painter glaubte, dass Proust lediglich sein Leben in den Roman hinein geschrieben hätte, dass dies kein Roman sei, sondern ein Werk der Autobiographie: A still more important consequence follows from the study of Proust's novel in the light of his biography. A la Recherche turns out to be not only based entirely on his own experiences: it is intended to be the symbolic story of his life, and occupies a place unique among great novels in that it is not, properly speaking, a fiction, but a creative auto-biography. Proust believed, justifiably, that his life had the shape and meaning of a great work of art: it was his task to select, telescope and transmute the facts so that their universal significance should be revealed. Ja, aber Mr Painter: ist dieses select, telescope and transmute nicht das, was alle Schriftsteller machen, die ihr eigenes Leben für ihren Roman ausbeuten? Das mit dem Begriff creative autobiography ist ja ganz nett, aber auf welche Romane der Weltliteratur trifft das nicht zu?

Jean-Yves Tadié, der Herausgeber der vierbändigen Pléiade Ausgabe von Prousts Hauptwerk, hat diejenigen nicht enttäuscht, die bis 1996 auf diese Biographie gewartet haben. Sie werden sich wahrscheinlich diese Zeit mit einer erneuten Lektüre der Suche nach der verlorenen Zeit vertrieben haben. Englischsprachige Leser - die ihren Proust in der Übersetzung von Charles Kenneth Scott Moncrieff (dem schottischen ➯Captain, der auch für den shakespeareschen Titel Remembrance of Things Past verantwortlich war) gelesen haben - mussten noch vier Jahre länger warten.

Die deutschen Leser dann noch weitere acht Jahre, bis die deutsche Übersetzung erschien. Nicht dass sie nicht schon früher fertig gewesen wäre, aber der Schweizer Übersetzer Max Looser war der Meinung gewesen, dass er Tadié noch korrigieren und ergänzen müsste - solch eine Chance hat ein Übersetzer, der auch ein Proust-Kenner ist, ja nur einmal im Leben. Vielleicht ging es auch etwas langsamer, weil Looser an den Übersetzungen von zwei Proust Biographien arbeitete, denn gleichzeitig mit dem Buch von Tadié übersetzte er die Biographie von Ronald Hayman für den Insel Verlag. Zu Ronald Hayman sage ich gar nichts, er schreibt über jeden, aber er ist nie wirklich gut. Max Looser hat seine Übersetzung von Tadiés Buch nicht mehr in der Buchform sehen können, er ist zwei Jahre vor dem Erscheinen der deutschen Ausgabe gestorben. Die zwei Jahre hatte man bei Suhrkamp daran gearbeitet, um den angeschwollenen Anmerkungsteil zu kürzen (und hatte ständig das Gemecker von Gallimard im Nacken, die ihr Buch auch auf dem deutschen Markt sehen wollten). Immerhin ist die deutsche Ausgabe beinahe dreihundert Seiten länger als die englische.

Muss ich zu Tadiés ➯Biographie etwas sagen? Dies ist die beste Proust Biographie, die wir zur Zeit haben. Und wir werden lange Zeit keine neue brauchen. Nicht nur, weil dieser erstaunliche Brief des fünfzehnjährigen Marcel an seinen lieben kleinen Großpapa, den Börsianer Nathé Weil, da drin steht - den die englische Übersetzung zwar erwähnt, aber nicht im Volltext bringt (no sex please, we are English). Marcel braucht dringend dreizehn Francs: Und zwar deshalb: Ich musste unbedingt eine Frau sehen, damit ich mit meiner schlechten Gewohnheit, zu masturbieren, aufhören kann, so dass Papa mir 10 Francs fürs Bordell gegeben hat, aber 1. habe ich in meiner Aufregung einen Nachttopf zerbrochen, der kostet 3 Francs, und 2. konnte ich in derselben Aufregung nicht vögeln. Ich stehe jetzt wie zuvor da, nur dass ich nochmal 10 Francs brauche, um mich zu erleichtern, plus 3 Francs für den Topf. Aber ich wage nicht, Papa so schnell wieder um Geld zu bitten, und ich habe gehofft, dass Du mir in dieser Situation zuhilfe kommen wirst. Der einzige, der in Lobeshymnen der Kritiker auf Tadié nicht einstimmen wollte, war ein Schriftsteller und Übersetzer namens Michael Kleeberg. Ein Mann, der gerne den ganzen Proust neu übersetzt hätte. Aber man hat ihn nicht gelassen, und jetzt klagt er die Proust Mafia an, von der er sich verfolgt fühlt. Lesen Sie seine ➯Rezension aus der taz, und Sie wissen, was diesen Mann quält. Ob seine ➯Übersetzung von Combray revolutionär besser ist, wird der Leser selbst entscheiden müssen. Ich sollte vielleicht noch hinzufügen, dass dieser Michael Kleeberg nicht der einzige war, der an Tadiés Buch etwas zu mäkeln hatte. Die notorische Rezensionsquerulantin Michiko Kakutani schrieb in der New York Times einen Verriss, aber ich glaube nicht, dass irgendjemand Frau Kakutani ernst nimmt.

Bei dem ganzen Trubel um die neue Biographie von Tadié (ich besitze seit dem Jahre 2000 die von Euan Cameron übersetzte englische Ausgabe) ist ein wenig untergegangen, dass Suhrkamp schon einmal ein Proust-Buch von Tadié im Programm hatte. Das war 1987 die Übersetzung (von Henriette Beese) von Tadiés 1983 bei Belfond erschienenem Buch. Das Buch hatte beinahe fünfhundert Seiten (und kostete damals 58 Mark); es war von Angelika Corbineau-Hoffmann (die über Proust promoviert hatte) noch um eine Auswahlbibliographie deutschsprachiger Proust-Literatur vermehrt worden. Kam 1999 noch einmal neu heraus - wahrscheinlich hoffte der Verlag, dass manche Käufer das jetzt für die neue Biographie von Tadié halten würden. Sehr witzig. 1999 hatte Tadié schon sein nächstes Buch fertig: Proust, la cathédrale du temps. Welches ➯hier im französischen Fernsehen von Olivier Barrot präsentiert wird. Und da sitzt Monsieur Barrot im Grand Hotel von Cabourg, wo Proust immer wohnte. Und was hat er vor sich? Selbstverständlich einen Teller voller Madeleines. Geht das noch peinlicher? Das Zimmer 414 ist übrigens ständig ausgebucht, raten Sie mal weshalb.

Wir können den Strand von Cabourg natürlich auch als Comic Strip sehen, ➯Stéphane Heuet hat das möglich gemacht. Muss aber nicht sein. Dies alles heute taugt natürlich nicht als akademischer Forschungsbericht. Falls Sie so etwas suchen: das habe ich (natürlich) auch im Angebot, klicken Sie doch einfach ➯hier. Mit dem Forschungsbericht von Professor Matei Chihaia wollte ich nicht konkurrieren, ich habe nur als Leser für Leser geschrieben. Das ist heute etwas länger geworden, aber - wie man so sagt - der Zweck heiligt die Mittel. Wir haben ja Zeit, wir müssen sie uns nur nehmen. Den blöden Satz von Anatole France, Das Leben ist zu kurz und Proust zu lang, wollen wir nicht gelten lassen. Man kann immer Proust lesen. Vielleicht haben wir von allen Kindheitstagen diejenigen am intensivsten durchlebt, von denen wir glaubten, wir hätten sie nutzlos vertan: die nämlich, die wir mit der Lektüre eines Lieblingsbuches verbrachten.

Lesen Sie auch: ➱Combray, ➱Marcel Proust, ➱Spargel, ➱Bilder, ➱lettre de lecteur, ➱temps perdu

1 Kommentar:

  1. Eine Ergänzung der Literaturliste:
    Samuel Beckett - Marcel Proust
    Erschienen 1960 im Arche-Verlag Zürich, keine ISBN-Nr.
    Als Appetizer und Wegbeschreibung die ersten Sätze:
    "Die Proustsche Gleichung ist niemals einfach. Das Unbekannte, das seine Waffen aus einem Arsenal vo Werten wählt, ist auch das Unkennbare. Und sein Wirken steht unter zwei Vorzeichen. Bei Proust könnte jeder Speer ein Telephus-Speer sein. Dieser Dualismus in der Vielheit wird in Verbindung mit Prousts Perspektivismus genauer untersucht werden."

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