Sonntag, 28. Februar 2021

da ennu intet var forbi


Der norwegische Dichter Rudolf Nilsen wurde heute vor hundertzwanzig Jahren in Kristiania geboren, das seit 1924 Oslo heißt. 1924 war ein wichtiges Jahr für ihn, er heiratete die Schauspielerin Ella Signe Quist Kristoffersen, trat in die neugegründete kommunistische Partei Norwegens ein und veröffentlichte seine ersten Gedichte. Für die KP schrieb er auch das Lied Revolusjonens røst, das ich hier auch gesungen habe, es wird heute noch gesungen. Rudolf Nilsen, der auch unter dem Pseudonym Rulle schrieb, hat politische Lyrik geschrieben, aber auch zarte Liebesgedichte. Von denen möchte ich heute einmal das Gedicht Jeg hadde tenkt abdrucken. Das wurde 1929 veröffentlicht, in dem Jahr ist Rudolf Nilsen viel zu früh gestorben

Jeg hadde sett dig lenge, der du kom
for alltid vet jeg det, når du er nær –
og hadde tenkt å hilse lett og koldt,
fordi jeg ennu har dig altfor kjær.
Slik vilde jeg forsvare meg med kulde
og også verge dig på samme vis,
så alle våre nye drømme skulde
som sene blomster visne inn i is.

Jeg hadde tenkt … men da du stanset
med dette hemmelige gode blikk
og dette fjerne smil, jeg vet så meget om –
da skjønte jeg at planen ikke gikk.
Jeg tok din hånd og følte fra dens flate
et varsomt strøk, det lille kjærtegn, vi
bestandig brukte i en folksom gate
den gang da ennu intet var forbi.

Ein Liebesgedicht über die Zeit, als es mit der Liebe noch nicht vorbei war (da ennu intet var forbi). Das Gedicht lebt immer noch, es gibt ein halbes Dutzend Versionen auf CD. Ich bringe einmal die Version von dem berühmten Sänger Ole Paus, die sich 2007 auf seinem Album Den store norske sangboka findet. Und ich schicke einen kleinen Gruß an meine norwegischen Leser, die die treuesten Leser meines Blogs sind, jeden Monat in der gleichen Zahl auf Platz drei der Statistik.

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