Mittwoch, 27. April 2011

West Virginia


Almost heaven, West Virginia
Blue Ridge Mountains
Shenandoah River -
Life is old there
older than the trees
younger than the mountains
growin' like a breeze

Country Roads, take me home
to the place I belong
West Virginia, mountain momma
take me home, country roads

John Denver hat es gesungen, Take me Home, Country Roads. Danach auch jeder andere Country Sänger. Und West Virginia kommt auch in der Titelzeile des Artikels vor, den die Zeit gerade über Alison Krauss schrieb. Heute vor 150 Jahren haben sich die counties von West Virginia von Virginia getrennt. Sie wollten im Bürgerkrieg nicht auf der Seite des Südens sein. Denn mit den Großgrundbesitzern von Virginia und den FFV, den First Families of Virginia, haben die im Westen wenig gemein. Das sind die Nachfahren der armen irischen und schottischen Einwanderer für die in der Welt von George Washington & Co, kein Platz mehr war, die durften sich in den Blue Ridge Mountains ansiedeln. Und schufen sich dort ihre eigene Welt und eine eigene Kultur. Das Irland von Amerika haben sie es selbstironisch genannt. Eine Gegend voller Musik. Wie der englische Professor Cecil Sharp auf der Suche nach verlorenen englischen Balladen vor hundert Jahren feststellte. Und sein Buch schrieb: English folk songs from the southern Appalachians (Oxford University Press 1932). Die Hauptarbeit daran hatten allerdings seine Assistentin Maud Karpeles und die amerikanische Forscherin Olive Dame Campbell geleistet. Das ist immer das gleiche, die Frauen machen die Arbeit und die Männer werden berühmt.

Die singen da immer noch in West Virginia. Und dichten. Sie dichten sowieso quer durch Amerika wie Edward Field mit seiner Anthologie A Geography of Poets 1979 bewiesen hat. In West Virginia aber scheint es mehr Dichter als in anderen Staaten zu geben. Das Gedicht heute heißt Appalachian Front und ist von Robert Lewis Weeks. Das ist einer der Dichter, die völlig vom Radar des Literaturbetriebs verschwunden ist.  Zwischen 1964 und 1971 sind drei schmale Gedichtbände von Weeks bei kleinen Verlagen wie der Juniper Press erschienen. 1956 gab es von ihm bei der Indiana University Press ein Buch über Defoe und Swift, ich nehme mal an, dass das seine Dissertation war. In den sechziger Jahren lehrte er an der Stephen F. Austin University in Texas, mehr weiß ich nicht über ihn. Aber das Gedicht Appalachian Front, das zuerst im New Yorker vom 1. Mai 1965 erschienen ist, das finde ich sehr schön.

Panther lies next to Wharncliffe
and Wharncliffe next to Devon
and Devon next to Delorme.
In each a single fisherman casts
in the slow, black water of the Big Sandy.
Catfish is the whisker lurking
behind the bobbing cork.
He lives, it seems, in dense night
from day to day until the fisherman
from Wharncliffe pulls him out
to be fried in tin-roof, tarpaper shacks
from there to Matewan.


Politicians call this valley a depressed area.
But, under the sun, my heart
will not have it so.
Straight up from the brackish water,
up the mountainside, green pointed trees
as close as bird's wings
grow fierce and clean,
and then for miles beside the tracks
the river moves faster over the rocks
and the water isn't black at all--
only the silt underneath.
The water over the rocks
is running clear and cold and pure. 


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