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Sonntag, 11. Mai 2014

Armbänder


Es war saukalt am letzten Sonntag auf dem Flohmarkt. Ich war froh, dass ich meine dicke Lederjacke mit dem Fellkragen angezogen hatte. Als ich um zwei Uhr kam, packten die ersten Händler schon ihre Waren ein. Aber der Herr Brandt, der war noch da. Steht bei einem Flohmarkt seit zwanzig Jahren immer an der selben Stelle. Er ist der einzige, der überhaupt noch Uhren hat. Armbanduhren und Taschenuhren sind völlig vom Flohmarkt verschwunden. Ölbilder auch. Es gibt nur noch besseren Hausmüll und Händler mit Handyschalen. Ebay ist der Tod des Flohmarkts (Sie finden hier schon eine lange Klage über diese Demise). Aber glücklicherweise findet man noch massenhaft Bücher. 

Herr Brandt hatte auch nichts was mich interessierte, zauberte aber in letzter Minute noch ein Edelstahlband von Omega aus dem Kasten. Hing noch eine verschrabbelte Omega Quarz dran, ich sagte nur: Machen Sie die Omega mal ab. War schwieriger als gedacht, weil er das richtige Werkzeug zuerst nicht fand. Zu Hause kam das Omega Band erst einmal in ein Bad aus heißem Wasser und Pril, bevor es eine liebevolle Bürstenmassage bekam. Alte, weiche Zahnbürsten sind gut dafür. Jetzt ist es an einer alten Omega Seamaster von 1959. Sieht toll aus. Zufrieden mit meinem Werk, dachte ich mir, ich schreibe einmal über Edelstahlbänder. Und über die ersten Sportuhren.

Denn Edelstahlbänder sind natürlich nur etwas für Sportuhren. Für nichts anderes. An manchen Uhren müssen sie sein. Wie zum Beispiel an der alten Omega Megaquartz oben (der ersten kommerziellen Quarzuhr von Omega), da passt nichts anderes dran. Es gibt natürlich auch Metallbänder aus Gold, aber die werden hier heute nicht erwähnt. Machos aus dem Mittelmeerraum und Loddel in St Pauli lieben so etwas, das ist ein anders Thema. Und das hier ist die größte Geschmacksverirrung der ansonsten so stilsicheren Firma IWC. Die Ingenieur SL in der Jumbo Version dürfte es eigentlich nur in Stahl geben. Wollte man Rolex in puncto schlechtem Geschmack Konkurrenz machen?

Das einzige Edelmetall, das noch akzeptabel wäre, ist Platin. Weil es wie Stahl aussieht. Ist aber Snobismus. Der Keith hat dieses Patek Nautilus Modell in Platin. Hat er einem Typ abgekauft, der damit auf einer Südamerikatour gewesen war. Dessen Kumpel trug auf der Reise der beiden Abenteuertouristen eine Rolex. Wenn Sie einem Engländer diese Geschichte erzählen, wird er an dieser Stelle sagen: How daft can you get? Na ja, als sie zurückkamen, hatte er keine Rolex mehr. Die Patek aus Platin blieb unangetastet. Die Räuber haben sie wahrscheinlich für eine Seiko gehalten.

Während ich am Abend Lewis guckte (der Inspektor hat natürlich ➱hier schon einen Post), polierte ich Band und Uhr mit einem alten ➱Schlips. Seide ist hervorragend zum Polieren von Edelstahl. Die Omega Seamaster hat ein Uhrwerk, das wohl das seltenste Automatikwerk der Firma ist. Es ist das Kaliber 591, das eine unternehmerische Fehlentscheidung war. Damals baute Omega seine 550er Kaliber, mit denen sie Rolex als führenden Hersteller von Chronometern weit hinter sich ließen. Von dieser Kaliberfamilie wurden in den sechziger Jahren 3,5 Millionen Stück gebaut.

Diese Werke waren neben dem Handaufzugswerk 30T2 (hier im Bild) das Beste, was Omega je gebaut hat. Aber es musste ja unbedingt etwas Neues sein. Man wollte ein einfaches Großserienwerk bauen, allerdings sparte man an nichts Wesentlichem. Die vierschenklige Glucydur Unruhe mit dem beweglichen Spiralklötzchen ist die gleiche wie in den 550er Modellen. 1960, nach einem Jahr der Fertigung, gab man die Fertigung des Werks wieder auf, nur 60.000 Stück wurden gebaut. Jahre später leistete man sich einen ähnlichen Flop mit dem Kaliber 1000. Das war, metaphorisch gesprochen, dann aber auch schon der Sargnagel für Omega. Danach waren sie auf Jahrzehnte keine Manufaktur mehr, weil sie nur noch Fremdwerke einbauten.

So sah meine Seamaster vorher ohne das Edelstahlband aus, allerdings hat meine ein viel besseres Zifferblatt als diese hier. Das Edelstahlband mit der Nummer 1383 hat mich achtzig Euro gekostet, die Seamaster kostete mich vor fünfzehn Jahren nur 150 Mark. Stahlbänder sind teuer geworden. Und damit meine ich nicht diese scheußlichen amerikanischen Speidel Bänder oder die Fixoflex Bänder von Rowi, sondern die Originalbänder von Omega und anderen Uhrenfirmen. Und natürlich die Bänder von der Firma Gay Frères, die seit einigen Jahren im Besitz von Rolex ist. Rolex wollte endlich mal gute Armbänder haben.

Als ich letztens zu meinem Bruder sagte, dass das Band von seiner alten Rolex Explorer ja noch sehr gut aussähe, guckte er mich leicht hasserfüllt an und knurrte: Es ist das dritte. Er hat die Uhr vor Jahrzehnten von den Eltern zum Medizinerexamen bekommen, aber Rolexbänder halten eben nicht so lange. In den dreißiger Jahren hatte Rolex Bänder von Gay Frères bezogen, aber wahrscheinlich waren ihnen die zu teuer geworden. Ein Gay Frères Band erkennt man an dem Ziegenbock, der von den Buchstaben G und F umrahmt wird. Und es hat auch immer einen Datumsstempel (damit kann man alte Uhren datieren).

Man findet Gay Frères Bänder - die der Fachmann mit einem Blick erkennt - an der alten IWC Ingenieur (Bild), an der Eterna Kontiki (dazu gibt es ➱hier einen Post), an der Jaeger LeCoultre Memovox oder der Tissot T12. Tissot hatte in den sechziger Jahren sowieso sehr gute Bänder, auch wenn die nicht von Gay Frères kamen. Viele Rolex Besitzer waren damals dankbar für diese Bänder. Die sahen aus wie die Bänder, die an den alten Rolex Oyster Modellen dran waren, hielten aber länger.

Metallbänder an Uhren gibt es schon lange. Die ersten Armbanduhren soll die Schweizer Firma Girard-Perregaux (die hier schon einmal erwähnt wurde) an die deutsche Kriegsmarine geliefert haben, es waren Golduhren mit einem goldenen Armband (leider gibt es von denen kein einziges Exemplar mehr und auch keine Abbildung). Das sollte uns daran erinnern, dass diese Bänder natürlich aus der Schmuckindustrie kommen, auch die 1835 gegründete Firma Gay Frères stellt Armbänder nur als Nebenprodukt her. Das Hauptgeschäft ist bijouterie, joaillerie und orfevrerie (und geben Sie niemals einen französischen Artikel über die Firma bei Googles Übersetzungsmaschine ein, da heißt die Firma dann Homosexuell Brüder).

Die älteste Uhr mit Stahlband, die ich besitze, ist diese Alpina Tresor mit einem sehr feingliedrigen Band aus V2A Stahl. Eine sogenannte Sportuhr der dreißiger Jahre, die schon eine kleine Sensation war, weil sie ein integriertes Edelstahlband hatte. Das massive Aussehen des Bandes täuscht, unter den Stahlplättchen der Oberseite verbirgt sich ein Milanaiseband. Es ist eine der ersten echten Sportuhren der dreißiger Jahre, es gab sie auch mit weißem Zifferblatt (und auch mit dem Markennamen Gruen auf dem Zifferblatt). Und eines Tages auch mit Stoßsicherung. Dieses Modell heißt Siegerin, da ist Deutschland schon im Krieg. Die Uhr kostete damals mit dem Alpina Werk (es gab sie auch mit preisgünstigeren Werken) fünfundsiebzig Reichsmark. Für eine Uhr mit einem Leuchtzifferblatt musste man drei Mark extra bezahlen.

Der Name findet sich auf häufig auf den Uhren, die die Alpina an die Kriegsmarine (Zifferblattaufdruck KM) lieferte. Meine Tresor ist aus den ersten Jahren, sie hat noch keine Stoßsicherung. Hat aber die letzten achtzig Jahre gut überstanden. Auch die Firma Tutima brachte Ende der dreißiger Jahre eine Sportuhr auf den Markt - die Sportuhren dieser Zeit sind die Vorläufer der Militäruhren des Zweiten Weltkriegs. Allerdings kann die Tutima nicht wirklich mit der Alpina Tresor konkurrieren, ihr Gehäuse (von Kollmar & Jourdan) ist nur aus verchromtem Nickel gewesen.

Das Modell Tresor ist in der Zeit zwischen 1935 und 1940 gebaut worden, die Uhr kostete damals 65 Mark. Das war für eine deutsche Uhr teuer, die preiswerteste IWC kostete nur fünfzig Mark mehr. Das war das rechteckige Modell mit dem Kaliber 86, für das Sammler heute mindestens zweitausend Euro auf den Tisch legen müssen. Eine Alpina Tresor kann man vielleicht billiger bekommen, allerdings ist sie mit dem Edelstahlband kaum zu finden. Eine rechteckige Junghans kostete damals nur 18 RM. Mein Vater hat seine noch bis in die fünfziger Jahre getragen

In der Tresor tickte das Kaliber 586, das die Alpina von Marc Favre in Biel-Madretsch bezog. Das äußerlich unscheinbare Werk (nicht derart feinbearbeitet wie das IWC Werk oben) war von erstklassiger Qualität, es wurde noch bis in die fünfziger Jahre gebaut. Neben Marc Favre bezog die Alpina auch eine Vielzahl von Werken von Jean Aegler, der auch die Firmen Gruen und Rolex belieferte. Der offizielle Name der Firma war damals Aegler, Société Anonyme, Fabrique des Montres Rolex & Gruen Guild. Das tut Rolex Fans immer sehr weh, wenn man ihnen sagt, dass es diese tollen, einzigartigen Rolex Werke auch in einer Gruen oder einer Alpina gibt.

Eine eingeschlagene Aufschrift wie V2A oder Krupp Stahl findet man in den dreißiger Jahren häufig. Man experimentierte noch mit den Legierungen für Gehäuse und Bänder. Denn Edelstahl ist nicht gleich Edelstahl. Obwohl rechteckige Uhren in dieser Zeit der große Renner sind, findet man selten rechteckige Uhren, deren Gehäuse ganz aus Edelstahl ist. Die Longines, die Humphrey Bogart hier (und in Casablanca) trägt, ist nicht aus Edelstahl. Die ist aus vergoldetem Blech. Wenn Sie wollen, können Sie hier und hier alles über Armbanduhren in Amerika in dieser Zeit lesen.

Das hier ist natürlich etwas, was man wirklich nicht macht. Zum dinner jacket trägt man keine Uhren mit einem Edelstahlband. Egal, ob sie von Omega (wie hier) oder von Rolex sind. Die Amerikaner haben das schöne Wort dress watch (wahrscheinlich als Analogie zu dem Wort dress shirt gebildet), und damit meint man eine elegante, flache, unauffällige Uhr. So wie Uhren früher einmal waren, bevor sie sich in Richtung Zuhälter Uhr entwickelten und gar nicht groß genug sein konnten. Die Alpina Tresor hat einen Durchmesser von 28mm, die meisten echten Sportuhren aus dieser Zeit sind so klein.

Die Revue Sport aus den dreißiger Jahren zum Beispiel ist nur unwesentlich größer (und auch die meisten Uhren von Patek oder Rolex sind in den dreißiger Jahren nur 30 mm groß). Die Revue sieht der Tresor sehr ähnlich, da hat wohl irgend jemand ein wenig kopiert. Diese Uhr war noch revolutionärer als die Alpina Tresor. Nicht nur, weil sie durch die Korkdichtung in der Krone und die Bleidichtung im verschraubtem Boden beinahe wasserdicht war, sondern weil in ihr zum ersten Mal die von Dr Reinhard Straumann (dem die Firma Revue Thommen gehörte) entwickelte Kombination von Nivarox Spiralfeder und Glucydur Unruhe eingebaut wurde. Heute hat jede bessere Uhr eine solche Unruhe und eine solche Spiralfeder, damals durfte Straumann sie in der technologiefeindlichen Schweiz nicht herstellen (ich habe hier schon darüber geschrieben).

Die Revue Sport ist vor Jahren noch einmal als re-make auf den Markt gekommen, wurde damals von Manufactum angepriesen. War natürlich nicht the real thing. Straumann verkaufte die Revue Sport auch nach Amerika. Da stand dann der Name Wittnauer auf dem Zifferblatt. Und der wunderbare Zusatz Allproof. Ein Name, den Wittnauer (die schon lange ihre Uhrwerke von Revue bezogen) seit 1918 verwendete.

Damals war die All-Proof sozusagen die Mutter aller Sportuhren: wasserdicht, stoßsicher und antimagnetisch. Man hat sie zu Werbezwecken aus Flugzeugen abgeworfen (Jimmie Mattern flog mit ihr um die Welt) und vom Empire State Building geworfen - sie hielt alles aus. Ich habe so ein bezauberndes kleines Exemplar, unterwerfe sie heute aber keinen Tests mehr. Aber sie geht nach beinahe neunzig Jahren noch immer. Meine hat ein braunes Krokoband, diese beiden hier haben Armbänder der amerikanischen Firma Kestenmade, die wohl aus den dreißiger Jahren stammen.

Nicht nur All-Proofs halten lange, auch Edelstahlbänder halten lange. Na ja, die von Rolex nicht so. Dies hier ist ein ausgeleiertes altes Rolex Band, die Zwischenräume zwischen den einzelnen Stahlgliedern dürften nicht sein. Edelstahlbänder sind sehr pflegeleicht. Einmal im Monat etwas Wasser und Seife für das Band (nicht die Uhr) reichen aus. Manche schwören darauf, ein Edelstahlband in Coca Cola zu werfen. Sieht hinterher angeblich wie neu aus. Es funktioniert, aber lassen Sie es lieber.

Als ich gerade dabei war, das Gelände des Flohmarktes zu verlassen, sah ich noch einen Händler mit einem Tisch voller Bücher. Er hatte auf dem Boden zwei große Kisten voller Bücher von Hans-Jürgen Heise. Über den im letzten November gestorbenen Dichter aus Kiel hatte ich eigentlich im April schreiben wollen, bin aber nicht dazu gekommen. Ich entdeckte in den Kisten einen Sammelband, den ich noch nicht besaß: Gedichte und Prosagedichte 1949-2001. Verlegt vom Wallstein Verlag. Ich habe das Gefühl, dass die inzwischen einer der interessantesten Verlage geworden sind. In dem Buch lag eine Photokopie mit einem Gedicht von Zlatko Krasni, von Hans-Jürgen Heise mit handschriftlichen Korrekturen versehen. Es hat den Titel Dichter und Wasser. Und damit das heute nicht zu prosaisch wird, tippe ich das mal eben ab:

Hans-Jürgen Heise lebt in Kiel in der Graf-von-Spee Straße
und schaut auf die Ostsee,
Rafael Alberti in seinen Büchern und schaut auf den Fluss
Paraná, der im Rio de la Plata mündet.
Lasse Söderberg lebt in Malmö und schaut auf Paraná,
der im Rio de la Plata mündet und schreibt,
wie Rafael Alberti auf diese Flüsse geschaut hat.
Dieses Gedicht ist Tobias Burghardt gewidmet,
der in Stuttgart lebt und ein Gedicht übern Rio de la Plata
geschrieben hat.
Heise sah Rafael Alberti, wie er auf den Ohrider See schaut,
und schrieb ein Gedicht darüber.
In diesem Jahr schaut Lasse Söderberg auf den Ohrider See.
Michael Speier lebt in Berlin und schreibt ein
Gedicht darüber, wie das Schiff Graf von Spee im Rio de la Plata gesunken ist.
Wer lebt wo und wer schaut jetzt auf welches Wasser?

Die Graf von Spee Straße hat Heise in eine Graf Spee Straße korrigiert, er muss es wissen, er wohnte in der Straße. Auf die Ostsee gucken konnte er da allerdings nicht.

Donnerstag, 26. Oktober 2023

Taucheruhren


Ich komme nach dem Post Superuhr noch einmal auf das Thema Taucheruhren zurück. Mein Uhrmacher hatte mir vor zwanzig Jahren eine schöne dunkelblaue gefälschte Rolex Submariner geschenkt. Und später noch ein Edelstahlband, das von einer sehr teuren Rolexfälschung stammte. Mein Bruder, dem meine Eltern zum Examen eine Rolex schenkten, sagte mir, dass mein Band besser sei als das Band seiner Rolex. Er hatte jetzt in vierzig Jahren schon das dritte Band an seiner Uhr. Vor Jahrzehnten haben sich Rolexbesitzer Edelstahlbänder der Firma Tissot gekauft, weil die besser waren als das Original. Aber jetzt, wo Rolex die Firma Gay Frères gekauft hat, hat das Elend der Rolex Armbänder vielleicht ein Ende. Leider ist meine Rolex (Nachtauslage) jetzt ein bisschen kaputt. Nicht reparierbar. Obgleich ich sie selten benutzte, sie fehlt mir irgendwie. Hat jetzt eine Funktion als Briefbeschwerer bekommen. 

Wenn ich Geld für eine Taucheruhr ausgeben wollte, dann würde ich mir bei ebay diese Zenith kaufen. Der amerikanische Händler wollte sie mir schon ein paar hundert Dollar billiger lassen nachdem ich die Uhr auf meiner Beobachtungsliste plaziert hatte. Ich finde die Uhr scharf, weil die so ganz anders aussieht als die ubiquitäre Rolex Submariner und all deren Kopien. Es gibt ja auch einige Verbindungen zwischen der Firma Zenith und der Firma Rolex, schließlich hat Zenith jahrzehntelang die Chronographenwerke (das sogenannte El Primero) für die Rolex Daytona geliefert.

Wenn man bei ebay einen Gegenstand auf seine Beobachtungsliste setzt, dann bekommt der Händler einen Ping und weiß, dass da ein  möglicher Interessent ist. Diese 43 mm große grüne Scheußlichkeit hatte ich auf meiner Beobachtungsliste. Ich wollte die auf keinen Fall kaufen, ich verglich die Uhr nur mit dieser Rolex Submariner, die auch grün ist und den Spitznamen Hulk hat. Scheint ein begehrtes Modell zu sein, die Preise klettern. Bei dieser Uhr hier fielen die Preise. Der Händler bot mir die Uhr, die wahrscheinlich aus China kommt, für 15 Euro an (Porto 2,75). 

Ich konnte dem nicht widerstehen, auch wenn ich noch nie einen Hulk Film gesehen habe und das grüne Wesen selbst in meinem Post Fantasy nicht erwähnt wird. Aber die Quarzuhr, die es auch in Blau gibt, wiegt nix und liegt gut auf dem Handgelenk. Ich mag sie inzwischen. Sie hat ein Hardlex Glas, kein Saphir Glas, aber das ist bei vielen Seikos ähnlich. Sie ist aus Edelstahl, nicht unbedingt dem Edelstahl, den die Firma IWC verwendet. Das Band ist gestiftet, nicht geschraubt. Der Barni, der mir ein paar Glieder herausgenommen hat, hat die Firma verflucht. Auf dem Stahlboden steht, dass die Uhr ein japanisches Quarzwerk besitzt und 3 ATM wasserdicht ist. Was will man für fünfzehn Euro mehr haben? Wie die Chinesen das zu diesem Preis hinkriegen, weiß ich nicht. 

Für die deutsche Amazon Seite wurde der amerikanische Text mit dem universalen Übersetzungsprogramm bearbeitet, das immer perfekten Unisinn produziert. Und das heißt dann so: DAXY Luxus-Uhr ist ein neues Ankunft für Männer. Modischer Einfachheits-Stil, exquisites Quarzwerk, macht Sie charmanter. Patentierte Quarztechnologie, schützende Mineralglasscheibe, Gehäuse aus Legierung. Gute Wahl für Feiertagsgeschenke, Thanksgiving, Weihnachtsgeschenke, Abschlussgeschenke, Vatertagsgeschenke, Geburtstagsgeschenke.Hergestellt mit Tiny Equipment Composing Technologie von DAXY Uhrenherstellung. Wasserfeste Struktur (nicht geeignet zum Schwimmen, Tauchen, Duschen usw.) Präzise Bewegung mit dem neuesten Durchbruch Armbanduhr mit goldenem Herren-Luxusgehäuse, geeignet für den täglichen Gebrauch. Speziell entworfenes Metallgehäuse mit hochwertiger Uhr. Spezielles Zifferblatt-Design zeigt Ihren modischen Blickwinkel.

Mitte der fünfziger Jahre waren die ersten wasserdichten Taucheruhren mit einer beweglichen Lünette auf den Markt gekommen: Blancpain Fifty Fathoms (1953), die Rolex Submariner (1954) und die Zodac Sea Wolf ein Jahr später. Am Ende der 1950er Jahre gab es einen ganz neuen Typ der Taucheruhren, die man daran erkannte, dass sie zwei Kronen besaßen. Die untere Krone war zum Aufziehen und für die Zeigerstellung; die obere Krone bewegte die Taucherlünette, die unter dem Uhrglas war. Nach einem Patent der Firma Ervin Piquerez S.A. (EPSA) hießen sie Super Compressor, beinahe jede schweizer Firma hatte die im Angebot. 

Renommierte Firmen wie Jaeger-LeCoultre und Longines, aber auch kleine, unbekannte Firmen verwendeten das Gehäuse von Piquerez. Die Uhren waren 35 mm groß, waren noch nicht so absurd groß wie heutige Taucheruhren. Man konnte sie in der Stadt hervorragend zur Berechnung der Parkzeit verwenden, ob man wirklich mit ihnen tauchen konnte, das weiß ich nicht. Meine Uhr ist von der Firma Hema, hat ein ETA Automatikwerk mit 25 Steinen und läuft seit Jahrzehnten ohne Probleme. Die Hema Watch Co. wurde von der Desco von Schulthess Gruppe gekauft und hieß später Maurice Lacroix. Die stellen natürlich auch Taucheruhren her, sogar solche mit zwei Kronen.

Neben den Super Compressor Qualitätsuhren gab es einen riesigen Markt von Billiguhren, die vorgaben, Taucheruhren zu sein. Manche hießen Meister Anker, die konnte man bei Karstadt und Quelle kaufen. Sie kamen aus Ruhla und hatten meistens das Kaliber UMF 24 in der Uhr. Von diesem sehr einfachen Werk hat man in Ruhla 130 Millionen Stück gebaut. Das sicherte der DDR ein klein wenig Devisen. Die nach der Wende zerschlagene VEB Ruhla ist inzwischen wiederbelebt worden, sie hat jetzt NVA Kommando Minentaucher Uhren im Programm. Ein bisschen pervers ist das schon.

Und dann gab es noch Mengen von Taucheruhren, in denen ganz billige Stiftankerwerke waren. Man erkannte sie daran, dass sie auf dem Gehäuseboden einen Taucher mit Schwimmflossen und Taucherbrille im Wasser zeigten. Das war nun das Billigste vom Billigen, auch qualitativ. Diese Cimier Taucheruhr sieht auf den ersten Blick ganz nett aus, aber wehe man öffnet sie und schaut sich das Werk an. Sie können das schrottige Werk hier sehen. Die Firma Cimier wirbt heute mit Sprüchen wie A passion for the tradition of the finest craftsmanship since 1924. Es wird nirgendwo so viel gelogen wie in der Welt der Uhren.

Der englischen Firma Smiths ging es in den sechziger Jahren finanziell nicht gut. Sie besaß zwar noch den W10 Auftrag für die Fliegeruhren der Royal Air Force, aber der war am Auslaufen. Da brachte Smiths 1968 eine solide 38 mm große Taucheruhr auf den Markt (waterproof tested 20 atmospheres) weil sie sich einen Auftrag der Royal Navy erhofften. Doch daraus wurde nichts, und so war die Smiths Astral CM4501 Diver, die Journalisten liebevoll die englische Rolex getauft hatten, die letzte englische Armbanduhr mit einem englischen Manufakturwerk.
 
Die Uhr kostete damals 15 Pfund Sterling, heute muss man schon vierstellige Summen für diese Uhr auf den Tisch legen. Ich habe meine vor dreißig Jahren für 85 Mark gekauft; und bis auf die immer etwas neben der Zeit liegende Datumsschaltung, will ich nichts Böses über diese Uhr sagen. Weshalb Taucheruhren eine Datumsanzeige brauchen, weiß ich nicht. Die Smiths sieht wirklich ein wenig wie eine alte Rolex aus. Vor allem mit dem schwarzen Horween Pferdelederband, das ich ihr spendiert habe. Auf dieser alten Anzeige wird die Uhr als skindiver's watch bezeichnet, und das gilt für all die Uhren, die bisher erwähnt wurden. Und die wir so global als Taucheruhren bezeichnen. Sie sind fürs Schnorcheln gut, sind nichts für Berufstaucher, die in der Tiefsee arbeiten. 

1961 gründete der Ingenieur Henri Germain Delauze ein Unternehmen, das Compagnie Maritime d'Expertises, abgekürzt COMEX, hieß. Er suchte schnell die Zusammenarbeit mit der Firma Rolex, und die baute ihm Uhren, die wirklich für das kommerzielle Tiefseetauchen geeignet waren. Die bekamen dann den Namen Comex auf das Zifferblatt, und wenn eine wirklich die Arbeit unter Wasser überlebt hat, dann kostet sie wie diese hier 172.000 Euro. Dafür kann man sich auch einen gebrauchten Rolls Royce kaufen. Oder das Geld an Ärzte ohne Grenzen überweisen. Die meisten Rolex Comex Uhren, die angeboten werden, sind wahrscheinlich Uhren mit einem gefälschten Zifferblatt.

Auch Omega arbeitete mit der Comex zusammen. Ihre Seamaster Professional 600 hatte den Spitznamen Ploprof (was von Plongeur Professionel abgeleitet wurde). Die Uhr war doppelt so teuer wie eine Rolex Submariner, schlug aber sämtliche Rekorde, die man mit einer professionellen Taucheruhr erreichen konnte. Bei einer simulierten Tauchtiefe von 1.370 Metern verformte sich das Gehäuse ein wenig, die Uhr funktionierte aber noch. Die Ploprof war mit einer Größe von 55 mm für den täglichen Gebrauch ein wenig unpraktisch, deshalb brachte Omega wenig später noch eine Baby Ploprof in der Größe von 38 mm auf den Markt.

Das Uhrenmagazin watchtime versichert uns: Heute werden Taucheruhren längst nicht mehr nur zum Tauchen getragen. Ihr sportlicher Look begeistert auch Menschen, die sich an Land wohler fühlen als unter Wasser. Eine Taucheruhr ist heute mitunter modisches Statement, beliebtes Sammlerobjekt unter Uhrenfans oder einfach nur ein cooles Accessoire. Das sind so die Sprüche, die ich liebe. Ähnlich werben Uhrenfirmen: Das Modell X besticht durch seine Exklusivität. Das massive Design zeigt den sportlichen Anspruch des Trägers. Ob das auch für diese potthässliche ZentRa Safari aus den siebziger Jahren gelten kann?

Die ZentRa Safari wird man schon wieder mögen, weil sie ebenso wie die Zenith da ganz oben ein wenig anders ist als der wasserdichte Einheitsbrei der Taucheruhren. Beinahe alle noch existierenden schweizer Firmen haben so etwas mit schwarzem Zifferblatt und Lünette im Programm. Viele Firmen holen historische Modelle wieder aus der Schublade, weil man ein bisschen Nostalgie immer gut verkaufen kann. Die Eterna Super KonTiki hat es als Neuauflage gegeben, die Doxa 300 Sub auch. Und bei Blancpain, die zwischenzeitlich immer mal pleite waren, gibt es bestimmt jedes Jahr wieder eine Neuauflage der Fifty Fathoms. Der. Geist,. den. es. zu. bewahren. gilt steht da auf der Firmenseite.

Noch mehr an Taucheruhren, als die schweizer Firmen anbieten können, kommen aus China. Sie haben Namen wie Parnis, Pagani Design, San Martin, Bliger, Corgeut, Bersigar oder Steeldive. Manchmal bezeichnen auch unterschiedliche Namen dasselbe Produkt. Und dann ist da ja noch die große Modding Szene, die Seikos umbaut. Diese schöne Seiko Marine Master ist nicht von Seiko, mit einer echten Seiko Prospex hat das nichts zu tun. Von Seiko ist nur das Uhrwerk. Der Rest ist custom made wie der Kunde es haben will. Anderes Zifferblatt, andere Lünette, andere Zeiger: anything goes. Seiko selbst ist erst seit 1965 mit der 62MAS im Taucheruhrengeschäft, aber eine alte Taucheruhr von Seiko, die mindestens 2.500 Euro kostet, wird niemand modfizieren wollen.

Es gibt auch in Deutschland kleine Firmen, die für den Bruchteil des Preises einer Rolex Submariner qualitativ akzeptable Uhren anbieten, die mehr als hundert Meter wasserdicht sind. Und Made in Germany auf die Uhr schreiben können. Da wären neben der Firma Sinn Spezialuhren zum Beispiel Steinhart und Marcello C. Die Firma des Architekten Günter Steinhart liefert mit der Ocean One für 500 Euro eine Taucheruhr; die Nettuno 3 von Marcello C kostet das Doppelte. Die Eichmüller Uhren für 49 Euro lassen wir mal weg, weil die alle aus China kommen. Die Firma Marcello C von Marcell Kainz hat ihren Sitz in Würselen, da wo Martin Schulz mal Bürgermeister war. Die Firma ist seit dreißig Jahren im Geschäft, und ihre Kunden scheinen sehr zufrieden zu sein. Das Signet auf ihrer Nettuno 3 ist eine zarte Welle, aus der der Dreizack Neptuns hervorragt. 

Als ich das Signet vor Jahren zum erstenmal sah, gefiel mir diese Uhr. Ich beobachtete bei ebay über die Jahre die Preise. Die Nettuno kostet neu tausend Euro, gebrauchte Uhren werden bei ebay zu Preisen zwischen dreihundert und fünfhundert Euro gehandelt. Nix für mich. Aber als ich letztens eine für hundertsiebzig (oder Preisvorschlag) sah, schlug ich zu. Habe die Uhr jetzt am Arm. Die Uhr ist zehn Jahre alt, aber in einem sehr, sehr gepflegten Zustand. Der Verkäufer hatte bei seiner Beschreibung nicht übertrieben. In der Uhr tickt ein ETA 2824-2 in der Qualität élaboré, in den neueren Modellen ist ein Selitta SW 200. Das ist ein erstklassiger ETA Klon, die ETA liefert das 2824-2 nur noch an Firmen der Swatch Gruppe (es ist übrigens auch in allen Taucheruhren der Rolex Zweitmarke Tudor). Die Uhr geht nach zehn Jahren noch chronometergenau. An der Qualität der Nettuno 3 gibt es nichts zu bemängeln. Am Preis auch nicht, vor allem weil mich die Uhr nur 155 Euro gekostet hat.

Die Bundeswehr kennt keine Dienstuhren, aber die Firma Sinn versichert uns, dass die Kampfschwimmer in Eckernförde ihre Uhren tragen. Die haben in Eckernförde schon alles ausprobiert, sie hatten Uhren von Rolex, Blancpain und Doxa im Test. Das hat mir jemand erzählt, der sich da auskannte. Bevor sie zu Sinn wechselten, hatten sie Uhren der IWC Porsche Design 2000. Der  Besitzer der Firma Sinn war vorher in einer Führungsposition bei der IWC gewesen. Es ist für die Werbung einer Uhrenfirma immer gut, wenn man auf eine militärische Verwendung hinweisen kann. Ich habe meine ganze Dienstzeit als Soldat mit meiner Konfirmations Junghans bestritten, ich habe nie einen Soldaten mit einer Taucheruhr gesehen. Heute ist das wahrscheinlich anders. 

Wenn man bei Google Taucheruhr eingibt, bekommt man zweieinhalb Millionen Ergebisse. Tausende solcher Uhren mit dem massiven Design, das den sportlichen Anspruch des Trägers zeigt, liegen bei ebay herum. Warten darauf, dass sie von richtigen Männern gekauft werden. Am Anfang des Filmes Dr No trägt James Bond, wenn er Sylvia Trench kennenlernt, eine goldene Gruen Precision. Eine Uhr für einen Gentleman, ganz besonders zum Dinner Jacket. Aber bei den Dreharbeiten in der Karibik fand der Produzent Cubby Broccoli, dass die goldene Gruen am Arm von Sean Connery etwas mickrig aussah. Und er lieh dem Hauptdarsteller seine Rolex Submariner. Seitdem tragen richtige Männer Taucheruhren. Auch wenn sie Nichtschwimmer sind.

Die Rolex blieb in den James Bond Filmen ein wiederkehrendes Element, bis sie von einer Omega abgelöst wurde. Wenn Bond in Casino Royale (2006) gefragt wird, ob er eine Rolex träge, ist seine Antwort: Omega. Diese Omega aus dem Film war einem Sammler bei der Auktion von Antiquorum 215.000 Schweizer Franken wert. War noch originaler Dreck von den Dreharbeiten dran. Sieht aus wie rote Erde auf dem Truppenübungsplatz Sennelager. Warum kauft jemand so etwas?

Aber es gibt ein Leben ohne diese Dinger. Nach einer Woche Uhrentest (ohne Dusch- und Badewannentest) habe ich die Nettuno beiseitegelegt. Sie geht zwar hervorragend, aber sie ist mir zu schwer und zu unhandlich. Sie stört mich beim Tippen. Und sie schabt die Manschetten der italienischen Oberhemden ab. Sie liegt jetzt neben der alten blauen Rolex. Wenn ich ein wenig Schwere im Leben brauche, kommt sie wieder an den Arm..

Samstag, 18. Oktober 2014

Lederjacken


Der englische General John Burgoyne (den alle Gentleman Jonny nennen) wäre wahrscheinlich lieber tot umgefallen, als so etwas anzuziehen, was der amerikanische Colonel Daniel Morgan (hier ganz in weißem Leder) trägt. Selbst wenn er in ➱Saratoga mit einer ganzen englischen Armee kapitulieren muss. Da trägt man doch immer noch stilvoll die englische rote Uniform mit weißen Hosen. Und nicht das hunting shirt des amerikanischen Lederstrumpfs. Daniel Morgan, der wenig später General sein wird, hat ➱hier schon einen Post. Und über die buckskin Mode können Sie in dem Post ➱amerikanische Dandies mehr lesen. Morgan ist der einzige amerikanische Offizier, der nicht in blauer ➱Uniform erschienen ist, er ist stolz auf seine Lederkleidung.

Der Herbst steht vor der Tür, ich habe gerade meine dicke fette Lederjacke von Gimo's aus dem Schrank geholt. Da dachte ich mir, ich schreibe mal über Lederjacken. Das wird heute allerdings etwas schwierig, denn die Lederjacke ist ein Kleidungsstück, das nicht unbedingt den Zuspruch aller Herren findet. Ich lasse jetzt einmal schwarze Lederjacken mit Nieten auf dem Rücken, die auch ihren analphabetischen Trägern Hells Angels sagen, draußen vor. Auch Imitationen von Fliegerjacken aus verschiedenen Kriegen sollen hier nicht erwähnt werden. Sie kommen schon in dem Post ➱Hartmann vor.

Hollywood hat natürlich dazu beigetragen, das Kleidungsstück berühmt zu machen. Die Jacke von The Fonz Fonzarelli ist heute im Smithsonian. Was aus Marlon Brandos Schott Perfecto Jacke geworden ist, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass in einem Übersetzungskurs ein Mädel es hingekriegt hat, The Wild One mit Die wilde Eins zu übersetzen. Das sind so Sachen, die man nie vergisst. Wenn man eine schwere Pferdelederjacke von Schott trägt, dann ist das schön und gut. Wenn man ein echter Rocker oder ein amerikanischer Streifenpolizist ist.

Da ich bei Marlon Brando bin, sollte ich vielleicht noch eine andere Lederjacke erwähnen. Nämlich die, die er (hier mit Joanne Woodward) in dem Film Orpheus Descending trägt. Die deutsche Verleihversion des Films hatte den einprägsamen Titel Der Mann in der Schlangenhaut. Wir merken uns an dieser Stelle einfach nur, dass Lederjacken aus Schlangenhäuten, Fischhäuten und allen Tieren, für die man ein CITES Zertifikat braucht, nichts für den Mann von Welt sind. Krokodillederschuhe auch nicht. Das einzige, wofür man tote Krokos gebrauchen kann, sind Armbänder für Uhren.

Manchen Leuten wollen wir es erlauben, so etwas zu tragen. Wie diesem Herren hier, der Johnny Hallyday heißt. Der hat sein Leben lang nichts anderes getragen. In den sechziger Jahren lief er mit dem blonden Schnuckelchen Sylvie Vartan im Partnerlook in Leder rum, erstaunlicherweise hat ihre Ehe fünfzehn Jahre gehalten. Das hätte ich damals nicht geglaubt. Hier ist er bei seinem Konzert in Moskau im Jahre 2012, da ist er auch schon im Rentenalter. Aber irgendwie steht ihm das Leder. Und wir gestehen alle alten Rocksängern das Tragen von schwarzen Lederjacken zu. Selbst jemanden wie Udo Lindenberg, bei dem man allerdings nicht weiß, ob der jemals auf die Bühne gehörte. Ich weiß auch nicht so ganz, wie Wolf Biermann (der natürlich eine schwarze ➱Lederjacke hat) das gemeint hat, als er Lindenberg das Fettauge in der westdeutschen Wassersuppe nannte. Ich habe den Satz schon in dem Post ➱Ingeburg Thomsen zitiert, bringe ihn aber gerne noch einmal. Weil ich dann diesen Post erwähnen kann, der bei Googles Trefferliste ganz oben steht.

Während schwarze Lederjacken an französischen Chansonniers nichts Außergewöhnliches sind, finden wir sie in einem spezifisch französischen Filmgenre kaum. Diese beiden Herren spielen in Wenn es Nacht wird in Paris Gangster. Was tragen sie? Die Produkte der Pariser Schneiderkunst (lesen Sie mehr in dem Post ➱Lino Ventura), keine Lederjacken.

Lederjacken sind Taxifahrern und Kleinkriminellen vorbehalten (oder einem Mörder wie Claus von Bülow hier), der französische Gangster ist (das war schon im amerikanischen Gangsterfilm der zwanziger und dreißiger Jahre so) modebewusst. In Deutschland finden wir Leder in Gangsterkreisen auch, der schwarze Ledermantel, den ➱Gustav Gründgens in dem ➱Film M – Eine Stadt sucht einen Mörder trägt, wird hier bald Mode machen. Bei der Gestapo. Aber das lassen wir jetzt mal (wie die Lederjacke der russischen Politkommissare) lieber weg.

Die Zugehörigkeit zu bestimmten Clans, die die Schotten einst durch ihre ➱Tartans dokumentierten (ein Wort übrigens, dass die selbsternannte Modefachfrau Barbara Vinken in einem TV-Interview nicht drauf hatte, sie redete ständig von Tartar), ist modisch gesehen eine problematische Sache. In München ist es wahrscheinlich O.K., Jacken von Belstaff zu tragen. Das tut die halbe Mannschaft von Bayern München. Möchte man so aussehen? Belstaff ist ja auch schon lange keine englische Firma mehr. Wenn man diese Marke schon trägt, dann sollte es möglichst eine echte englische Belstaff Modell Black Prince aus dem Jahre 1943 sein. Das trägt dieser Herr auf dem Motorrad. Ich trage auf meinem massiven alten Damenfahrrad immer eine quietsch-orange Nylon Jacke von Allegri.

Das einzige, was in diesem Bereich akzeptabel wäre, wäre eine echte alte Jacke von Easy Rider auf der Reeperbahn. Da war ich mal mit meinem Bruder, der sich dort eine braune Easy Rider Jacke gekauft hatte. Die verkauften sich da wie geschnitten Brot. Ob sie auch das Outfit für Honor Blackman in der Rolle der Pussy Galore lieferten, weiß ich nicht so genau, Leder BHs gab es da aber schon im Laden. Auf dies Bild bin ich gestoßen, als ich Easy Rider-St Pauli-Lederjacke bei der Bildersuche eingab.

Ich gelangte so auf den Post ➱Cathy Gale, der Honor Blackman gewidmet ist (und der wird leider viel zu wenig gelesen). Damals vermuteten meine Leser wohl noch nicht, dass ich auch über Bond Girls schreiben würde. Aber wir verlassen mal diesen ganzen Bereich, in dem das Leder einen Fetischcharakter hat. Allerdings nicht ohne noch eben dieses Filmbild von Alain Delon und Marianne Faithfull zu zeigen. Ist aus einem Film von 1969, der - und darauf würden Sie jetzt nicht kommen - Nackt unter Leder heißt.

Der Easy Rider Laden (der natürlich nach dem ➱Film benannt wurde, der im gleichen Jahr wie Nackt unter Leder in die Kinos kam) gehörte einem richtigen Grafen, einem Rolf Graf von Hardenberg. Der ist vor einigen Jahren gestorben, da war auch Tim Mälzer bei der Beerdigung. Weil er jahrelang im Easy Rider gejobbt hatte. Die Lederjacke meines Bruders sah am Anfang toll aus, hat aber nicht so lange gehalten, wie Lederjacken eigentlich halten sollten. Nach ein paar Jahren konnte man die schlechte Verarbeitung und die schlechte Qualität des Leders sehen. Na ja, ein easy rider ist im amerikanischen Slang ein Nuttenpreller, das ist ja weniger bekannt.

Haltbarkeit ist nun genau das, was der Träger von Lederjacken haben will. Lederjacken müssen lange halten. Meine erste Lederjacke kam aus einem Laden in Bremen, wo der Meister die Dinger noch selbst anfertigte. Es war eine Wildlederjacke, die einige Zeit brauchte, bis der feingeschliffene Lederstaub verschwand. Nordseewind und Dünensand auf Langeoog halfen dabei. Ich habe sie immer noch, sie ist inzwischen über fünfzig Jahre alt. Sie ist ein büschen lütt, sieht aber immer noch gut aus.

Wahrscheinlich habe ich mir deshalb die ultimative Wildlederjacke, die Valstar Valstarino, nicht bei Kelly's für neunhundert Euro gekauft, sondern für 22,80 € bei ebay ersteigert. Valstar ist eine Firma, die für ihre Qualität berühmt ist. Ich hatte mal einen Valstar Regenmantel, der hat länger gehalten als jeder ➱Burberry. Wildlederjacken sind ein Problem, irgendwie sind sie doch eher etwas für Leute, die einen Schlips zur Lederjacke tragen. Vor allem, wenn sie von Rupp & Taureck kommen. Deutsche Hersteller von Lederjacken sind eh mit Vorsicht zu genießen. Kapraun hat einen sehr guten Ruf, was die Qualität betrifft. Aber wie sehen die Jacken aus?

Wir wollen einmal österreichische Firmen wie Frauenschuh und Handstich von der Kritik ausnehmen, die sind im Augenblick schwer angesagt. Und dann gibt es da noch die Kölner Firma Hack, die von Manufactum angespriesen wird: Aus Rindleder regionaler Herkunft wird diese von der Motorradbekleidung der 1960er Jahre beeinflußte Jacke von Hack in Köln gefertigt. Das 1 mm starke Leder kommt aus dem Taunus, wo es traditionell nur mit pflanzlichen Gerbstoffen gegerbt wird. Die Spuren eines Tierlebens (Dornenrisse, Stiche) werden durch die Faßfärbung bewußt nicht mit Farbe zugespritzt und abgedeckt. Wer schreibt da nur diese Texte? Ich vermute ja immer, dass das gescheiterte Germanistikstudenten sind, die den Taxischein nicht geschafft haben.

Eigentlich gehen für Lederjacken nur Italiener, wie Gimo's oder LaMatta. Und natürlich Franzosen. Wenn sie Seraphin (die auch Jacken und Mäntel für Hermès machen) heißen. Die von Henri und Seraphina Zaks in Paris gegründete Firma mit dem wunderbaren Werbespruch Un ange passe, Un Séraphin est éternel verdankt ihren Aufstieg diesem Herrn hier (lesen Sie ➱hier alles dazu). Ich habe die Firma schon in den Posts ➱Waltz into Darkness und ➱Endzeit erwähnt, aber sie braucht von mir keine Reklame, sie stellen das ultimative Produkt her. Nicht immer geschmackssicher (eben sehr französisch), und die Größen stimmen nie, aber die Qualität ist traumhaft. Ich besitze einen Mantel von der Firma, antikisiertes Leder und federleicht.

Überhaupt nicht federleicht sind Jacken aus Pferdeleder. Ich habe eine von Uli Knecht, ich weiß nicht, ob ich die in diesem Leben noch weich kriege. Aber so eine fette Pferdelederjacke macht schon etwas her. Am besten mit einer ganz dunklen Sonnenbrille, it's never too dark to be cool. Als Uli Knecht, der inzwischen wie ➱Thomas Rusche von der Firma Soer auch Kunst sammelt, seinen ersten Laden aufmachte, gab es bei ihm Hemden von Guy Rover und Orian und Schuhe von Alden. Und ansonsten gab es Kiton und Caruso. Und Lederjacken. Aus dem Laden ist ein kleines Imperium geworden, und wenn es mit den Marken ein wenig nach unten gegangen ist, die Lederjacken von Uli Knecht haben einen sprichwörtlich guten Ruf.

Ein anderer Deutscher, der ein kleines Imperium hat (obwohl das ständig von der Insolvenz bedroht ist), ist Hein Gericke. Was hat der Sohn eines Berliner Chirurgen nicht schon alles gemacht? Seine Läden für Motorradfahrer gibt es überall in Deutschland, der größte Motorradhändler der Welt ist er auch einmal gewesen. Auch im Geschäft mit Luxusfahrrädern hatte er einmal sein Finger. Hier hervorzuheben ist sein leider kurzlebiges Unternehmen Hein Gericke Classics in Düsseldorf. Die hatten hervorragende Lederjacken im Angebot. Und da ich bei untergegangen Firmen bin, sollte ich noch Baldessarini erwähnen. Als die Firma (die ➱hier einen langen Post hat) noch zu Hugo Boss gehörte, machte die auch sehr gute Lederjacken.

Lederjacken sind, wie gesagt, nicht für jeden etwas. Bertolt Brecht (hier auf einem Bild von Rudolf Schlichter), der sie gerne trug, wollte mit dem Kleidungsstück wohl seine Ablehnung des bürgerlichen Establishments ausdrücken. Uwe Johnson wohl auch. Für ➱Arno Schmidt war die scheußliche grüne Lederjacke (die in seinem Werk häufiger auftaucht) wahrscheinlich nur ein praktisches Kleidungsstück. Sie ist heute in einem Museum, wie so viele andere Lederjacken von Prominenten. Heinz Rudolf Kunze, der in einem Text die schönen Zeilen hat Alle hatten sie mehr Frauen als ich. Dafür habe ich mehr Lederjacken, hat gerade eine seiner Jacken einem Museum gespendet. Auch Peter Maffay - der ohne Lederjacke nicht denkbar ist - hat schon Lederjacken für einen guten Zweck gespendet. Wo die Lederjacke geblieben ist, die Udo Lindenberg dem Erich Honecker geschenkt hat, weiß ich nicht. Aber wir kennen natürlich alle die Verse aus dem Sonderzug nach Pankow:

Honey, ich glaub', Du bist doch eigentlich auch ganz locker
Ich weiß, tief in dir drin, bist Du eigentlich auch'n Rocker
Du ziehst dir doch heimlich auch gerne mal die Lederjacke an
Und schließt Dich ein auf'm Klo und hörst West-Radio

John Harvey sagt in seinem ➱Buch Men in Black: This is not to suggest that street black, the youth sub-culture use of black, is necessarily fascistic, hell's angelic, or street-dangerous. The black leather-jacket, as the anti-uniform of rebels without causes, is associated not only with Brando but also with James Dean, in essence, or in myth, the non-violent, non-dangerous, tragic rebel soul. Ach, wie schnell kann man heute zu einem Nachfolger des Byronic Hero mit einer tragic rebel soul werden. Einfach eine schwarze Lederjacke kaufen, und schon ist man einer dieser rebels without causes. Ich lasse diese Uniform jetzt einmal weg, mehr kann man dazu in Mick Farrens The Black Leather Jacket lesen.

Die schwarze Lederjacke hat viel von ihrer Gefährlichkeit verloren. Die Welt von The Wild One und Scorpio Rising ist längst vergangen. Im Jahre 1958 schrieb die Zeit unter dem Titel LederjackenDer Bremer Wirtschaftssenator Hermann Wolters wurde letzte Woche auf dem Markt der Bonner Altstadt von drei jugendlichen Banditen niedergeschlagen und seiner Barschaft in Höhe von 800 DM beraubt. Wolters lag fast eine Stunde besinnungslos, bevor Passanten ihn fanden. Wichtiger Hinweis der Polizei: der Haupttäter trug eine Lederkombination, wie Motorradfahrer sie tragen. Also auch hier wieder: die „Lederjacken“. Die Polizeiberichte allüberall im Land sind voll von solchen gefährlichen Übergriffen jugendlicher Banditen. Ihr Radius ist durch die Motorisierung ziemlich groß. Daß sie in Rudeln auftreten, macht alles so gefährlich. Sie verteilen Anerkennung nach der „Kühnheit“ der Taten. Das ergibt den Straßenraub aus Angabe. Wir wissen, dass die Geschichte nicht wahr ist, der Bremer Senator war nur hackevoll aus einem Bonner Bordell auf die Straße befördert worden.

Der Artikel der Zeit suggeriert ein Übergreifen einer angeblichen amerikanischen Bewegung von der The Wild One nur die Spitze eines Eisbergs zu sein schien. Und so musste natürlich auch ein Film wie Die Halbstarken 1956 gedreht werden (in dem Horst Buchholz nicht mal eine Lederjacke trug) und die Furcht vor den Halbstarken geschürt werden. Der Soziologe Helmut Schelsky diagnostizierte in seinem Buch Die skeptische Generation 1957 hier schon so etwas wie eine nationale Hysterie: in dieses aus publizistischen Gründen aufgeblasene Schlagwort ist von der Jugendkriminalität über die Jugendverwahrlosung, von Jugendstreichen und -flegeleien bis zu dem Konsumrowdytum gelegentlicher Alkoholexzesse, von den Jazzfans und Beboptänzern bis zu den Motorradrasereien und den Krawallen und Aufläufen so ziemlich alles hineingestopft worden, was den Erwachsenen als "Notstand" oder wenigstens als unerfreulich, wenn nicht nur unverständlich an der Jugend wieder einmal auffiel.

Wenn wir nun schwarze Lederjacken, die der englische Dichter Thom Gunn ja einmal so gut fand, dass er das Gedicht Black Jacket schrieb (es gibt hier dazu auch noch ein ➱Video), beiseite lassen, was bleiben uns für andere Farben? Grün geht nicht, das haben wir an Arno Schmidt gesehen. Rot? Ich habe Anfang der sechziger Jahre mal einen Typ mit einer roten Lederjacke gesehen, der in einer Aufführung von Bizets Carmen einen Strauß roter Rosen auf die Bühne zuwarf und dann die Oper verließ (ich habe das schon ➱hier erwähnt), das war aber auch die einzige überzeugende rote Lederjacke, die ich je sah. Geht gelb? Ich weiß nicht. Schauen wir doch mal eben in Wladimir Kaminers Onkel Wanja kommt: Eine Reise durch die Nacht: „Tolle Jacke!“, sagte einer der Syrer, der direkt vor dem Imbisseingang stand, und zeigte auf meine dunkelgelbe Lederjacke. Ich nickte. „Ich habe euch Russen sofort bemerkt!“, gab der Syrer an. „Alle Russen tragen Lederjacken, Russen stehen Lederjacken gut“, setzte er philosophisch fort. „Ich komme aus Syrien, mir stehen Lederjacken überhaupt nicht. Meine Frau sagt immer: ‚Zieh die sofort aus, du bist zu groß für eine Lederjacke. Kauf dir lieber ein Sakko.‘“ 

Nein, Lederjacken müssen braun sein. Und aus Italien kommen. Ich hatte mal eine von Henry Cottons, die war wirklich toll. War keine echte Lederjacke, das Mittelteil und die Ärmel waren eine Wachsjacke. Auf den Ärmeln waren aber große Lederflecken. ➱Kelly verkaufte die damals in allen Farben, kostete über tausend Mark und war hier im Ort und auf Sylt Kult. Sie hat sehr lange gehalten (und ist auf tausend Photos), ich trauere ihr noch immer nach. Obwohl die Firma Henry Cottons gute Jacken macht, so etwas hatte sie nie wieder im Angebot. Ich habe mal einen Vertreter der Firma getroffen, ein reizender Mann, der Schüfftan sagte und mir seine Visitenkarte überreichte. Sie tragen einen berühmten Namen, sagte ich. Ja, der Golfspieler, erwiderte er. Von einem Golfspieler namens Schüfftan hatte ich noch nie gehört. Ich meinte natürlich den Filmpionier Eugen Schüfftan, der das Schüfftan Verfahren erfunden und den Filmklassiker Hafen im Nebel photographiert hat (und ➱hier schon im Blog vorkommt). Daniel Schüfftan wunderte sich, dass es jemanden gab, der  ausgerechnet diesen Verwandten kannte.

Mit der Firma Henry Cottons bin ich bei den Italienen gelandet. Heutzutage scheinen alle Qualitätsjacken (Leder und Stoff) aus Italien zu kommen. Wenn sie nicht aus Österreich kommen, neben Frauenschuh und Handstich muss natürlich Schneiders in Salzburg mit seinen Marken Schneiders, Amadeus und Habsburg genannt werden. Wir in Deutschland haben da nichts zu bieten. In den fünfziger Jahren machten Fausel (Wilhelmsdorf) und ➱Regent mal Freizeitjacken, aber die waren ziemlich spießig. Aber was italienische Firmen wie Capalbio (leider von Belstaff geschluckt), Herno, Valstar, Mabrun und Allegri (und wie sie alle heißen) herstellen, das ist schon Qualität. Von auf Leder spezialisierten Firmen wie LaMatta (hier eine Anzeige der Firma aus dem Jahre 1985) oder Gimo's ganz zu schweigen.

Und natürlich haben die renommierten italienischen Firmen meist auch qualitativ hochwertige Lederjacken im Angebot, auch wenn sie sie nicht selbst herstellen. Wenn Luciano Barbera Lederjacken anbietet, dann wird es schon Qualität sein. Ist es auch, ich habe seit Jahren eine. Ich will Ihnen lieber nicht erzählen, was ich bei ebay für eine nagelneue Luciano Barbera Jacke bezahlt habe. Aber den Kaufpreis der schwarzen gefütterten Gimo's Jacke, den will ich Ihnen nicht verschweigen. Das waren zwölf Euro achtunddreißig (plus sieben Euro Porto). Nagelneu. Ich habe ein Händchen für so etwas. Und es macht natürlich viel mehr Spaß, etwas Luxuriöses zu tragen, wofür man keine vierstellige Summe bezahlt hat. Das habe ich wohl schon in dem ➱Post preloved angedeutet. Aber für alle anderen muss ich sagen, dass eine gute Lederjacke preislich leider im vierstelligen Bereich liegt. Und die gibt man dann auch nicht wieder her. Wie die Sportfreunde Stiller sangen:

Ich schenke Dir, ich schenke Dir, schenk Dir mein ganzes Leben.
Meine Lederjacke kriegst Du nicht.
Ich schenke Dir, ich schenke Dir, schenk Dir mein ganzes Leben.
Meine Lederjacke kriegst Du nicht.