Donnerstag, 22. September 2011

Catherine Oxenberg


Catherine Oxenberg wird heute fünfzig Jahre alt. Wenn Sie sie nicht kennen, macht das auch nichts. Sie ist so eine Art Morgan Fairchild für Arme. Morgan Fairchild ist zwar zehn Jahre älter, sieht aber als Kunstprodukt viel besser aus als Catherine Oxenberg. Und sie ist ja auch schon einmal für die Goldene Himbeere nominiert worden, das fehlt Catherine Oxenberg noch. Dafür hat sie mal Prinzessin Diana in einem biopic gespielt. Ganz toll. Dazu war sie bestens qualifiziert, sie sah genau so nichtssagend aus wie Diana und ihre Mutter war eine Prinzessin. Allerdings von einem Königreich, das es schon lange nicht mehr gibt. Wo Diana nach Meinung der englischen Presse eine queen of hearts war (was beim Skat nix anderes als Herzdame bedeutet) ist Catherine Oxenberg ganz klar die queen of trash. Und dabei denke ich jetzt nicht einmal an diesen Softporno Hölle hinter Gittern (wie tief kann man sinken, um in so etwas mitzuspielen?), sondern an einen Film, der den schönen Titel Der Biss der Schlangenfrau trägt. Im Englischen hieß er ➱The Lair of the White Worm und die vielleicht wohlwollendste Besprechung war von Roger Ebert: It provides you with exactly what you would expect from a movie named "The Lair of the White Worm." It has a lair, it has a worm, the worm is white and there is a sufficient number of screaming victims to be dragged down into the lair by the worm. Die Sunday Times hatte schon sieben Jahre vor diesem Film über Ken Russell gesagt: His originality these days seems to consist of disguising the banal behind a barrage of garish, distorted, noisy and fleeting images looted from every juvenile fantasy from Rider Haggard to Superman, with nods to Dali and Bosch...

Falls bei Ihnen in diesem Augenblick die ersten Zweifel an dem unfehlbar guten Geschmack von Jay aufkommen sollten: ich habe den Film vor Jahren aus rein beruflichen Gründen gesehen. Das ist jetzt keine Ausrede. Ich hatte es übernommen, für einen Sammelband einen Artikel über Fantasy-Filme zu schreiben, obgleich ich das Genre hasse wie die Pest. Aber der Herausgeber hatte mir zugesichert, dass ich einen Hassartikel schreiben dürfe. Und so habe ich dann für die nächsten Monate, ja beinahe ein Jahr lang, jeden Fantasy Schrott im TV geguckt. Unter anderem auch ➱The Lair of the White Worm, sogar zweimal. Ich habe mir die Wiederholung angeguckt, weil ich den Film so bescheuert fand. Vielleicht tippe ich mal eines Tages die highlights dieses Artikel ab und stelle sie hier ein. Das da auf dem Plakat ist übrigens nicht Catherine Oxenberg, das ist Amanda Donohoe. Ohne ➱die wäre der ganze Film nichts gewesen. Der junge Hugh Grant reißt da nichts raus.

Ich habe bei diesen Filmstudien viel gelernt. Ich weiß jetzt, dass junge Damen, die in New York in der Mittagspause im Bikini auf dem Dach eines Hochhauses ein Sonnenbad nehmen, garantiert von einen grünen drachenähnlichen Monster gefressen werden. Und dass es - und all dies spielt sich lange vor den Romanen von Stephenie Meyer ab - viel mehr Vampire und Werwölfe unter uns gibt als wir glauben. Und dass wir froh und dankbar sein können, dass die Herren Dr. Peter Venkman, Dr. Raymond „Ray“ Stantz und Dr. Egon Spengler in New York eine Firma namens Ghostbusters aufgemacht haben. Ich habe aber auch gelernt, dass man alles aus der Mottenkiste des 19. Jahrhunderts, in der die schedderigsten Reste der Gothic Novel sind, heute noch gut verkaufen kann.

Die beiden Photos von Miss Oxenberg, mit diesem leicht nuttigen Outfit, stammen wohl aus der Serie Denver Clan, dies hier auch. Der Denver Clan heißt im Original Dynasty, und die amerikanische Werbung hat viel daraus gemacht, dass hier eine Prinzessin in Dynasty mitspielte. Sie flog da aber schnell raus (die Szene im Swimmingpool ist das letzte von ihr in der Serie), woraufhin sie 1986 dem Spiegel erklärte: Ich kann jetzt endlich tun, was ich immer wollte: Ich nehme Schauspielunterricht, und zwar intensiv. Na, ja. vielleicht ein wenig spät diese Einsicht.

Auch wenn das heute mit diesen Klamotten eher ein wenig nach Das Stundenhotel von St. Pauli aussieht. Nein, diesen Filmtitel habe ich nicht erfunden, den Film gibt es wirklich. Curd Jürgens spielte darin mit. Und Andrea Rau, die sah aber einwandfrei besser aus als Catherine Oxenberg, wie sie ➱hier sehen können. Obgleich sie auch so schrottige Horrorfilme gedreht hat. Mit Frauen kann man's ja machen. Diese Zauberformel funktioniert, seit in der Gothic Novel adlige Lüstlinge junge unschuldige halbbekleidete Dinger durch die Kellergewölbe ihres Schlosses jagen.

Catherine Oxenberg ist auf einer vornehmen Privatschule gewesen, und sie soll in Harvard gewesen sein. Das klingt ja heute immer etwas verdächtig. Ich habe herausgefunden, dass eine Vielzahl von Leuten, die sich mit der Assoziation Harvard schmücken, da gerade mal zu einem Sommerkurs waren. Und als letztens dieser Schwätzer und Betrüger Chatzimarkakis erzählte, dass man in Harvard so zitierte wie er in seiner Doktorarbeit (er änderte den Universitätsnamen nach einer Woche und redete dann nur noch von Oxford), da wusste ich schon, was los war. In Harvard und Oxford lachen sie immer noch darüber. Catherine Oxenberg hat dann an der Columbia University studiert. Psychologie, Philosophie und Mythologie. Bizarre Fächerkombination. Catherine Oxenberg ist seit Jahren mit Casper Van Dien verheiratet (nachdem sie vorher mal eine Woche mit Robert Evans verheiratet war), was Societykolumnisten zu dem bösartigen Satz veranlasste, dass Barbie und Ken jetzt Fleisch geworden seien.

Also, wir wünschen ihr alles Glück der Welt. Obgleich natürlich die Frage bleibt: warum muss eine Beinahe-Prinzessin, die in Harvard war, in so schrottigen Filmen und TV-Produktionen mitspielen? (Hier noch einmal ein Photo aus Der Biss der Schlangenfrau) Hätte ihre Mutter diesen Song von ➱Noel Coward gekannt, dann wäre das alles nicht passiert.

Regarding yours, dear Mrs. Worthington,
Of Wednesday the 23rd,
Although your baby,
Maybe,
Keen on a stage career,
How can I make it clear,
That this is not a good idea.
For her to hope,
Dear Mrs. Worthington,
Is on the face of it absurd,
Her personality
Is not in reality
Inviting enough,
Exciting enough
For this particular sphere.

Don't put your daughter on the stage,

Mrs. Worthington,
Don't put your daughter on the stage,
The profession is overcrowded
And the struggle's pretty tough
And admitting the fact
She's burning to act,
That isn't quite enough.
She has nice hands,
To give the wretched girl her due,
But don't you think her bust is too
Developed for her age,
I repeat
Mrs. Worthington
Sweet
Mrs. Worthington,
Don't put your daughter on the stage.

Don't put your daughter on the stage,
Mrs. Worthington, 
Don't put your daughter on the stage. 
She's a bit of an ugly duckling 
You must honestly confess, 
And the width of her seat 
Would surely defeat 
Her chances of success, 
It's a loud voice, and though it's not exactly flat, 
She'll need a little more than that 
To earn a living wage. 
On my knees, 
Mrs. Worthington, 
Please Mrs. Worthington 
Don't put your daughter on the stage.

Don't put your daughter on the stage,

Mrs. Worthington,
Don't put your daughter on the stage.
Though they said at the school of acting
She was lovely as Peer Gynt,
I'm afraid on the whole
An ingenue role
Would emphasize her squint,
She's a big girl, and though her teeth are fairly good
She's not the type I ever would
Be eager to engage,
No more buts,
Mrs. Worthington,
Nuts,
Mrs. Worthington,
Don't put your daughter on the stage.

Don't put your daughter on the stage,

Mrs. Worthington,
Don't put your daughter on the stage.
One look at her bandy legs should prove
She hasn't got a chance,
In addition to which
The son of a bitch
Can neither sing nor dance,
She's a vile girl and uglier than mortal sin,
One look at her has put me in
A tearing bloody rage,
That sufficed,
Mrs. Worthington,
Christ!
Mrs. Worthington,
Don't put your daughter on the stage.

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