Dienstag, 27. Dezember 2011

Robert FitzRoy


He heard how it felt to walk in jungle first
from John Edmonstone. His teacher, the freed slave.
Now, in this city on a pink-lit bay, lightning
snaps beneath his feet. He sees the slaves
themselves. Auctions. Blows. Humanity betrayed.
His waistcoat crackles with static. In the marl
of a river crossing, to make sure the ferry-pilot,
a tall black slave, knows where he needs to go,
he explains a little louder - as you do -
and waves his hands. Terrified, the fellow shuts his eyes.
'He thought I was in a passion and meant to strike!
I shall never forget my shame and my surprise
at seeing a great, powerful man afraid
even to ward off a blow
directed, he thought, at his face. He was trained

to degradation lower than the most helpless animal!'
But Captain Fitzroy thinks different.
He's seen a plantation-owner ask his slaves
if they wanted to be free - 'And they said "No!"'
Does saying it to their master's face prove anything?

'We cannot live together if you doubt my word!'
The Captain bangs out of the cabin
and curses him, on deck, all evening.
Will he have to leave the boat? Fitzroy sends apologies.
They never speak of slavery again.

Der junge Mann, der da die Kabine (allerdings nicht dessen Ansichten zur Sklaverei) mit dem Kapitän teilt, ist heute vor 180 Jahre an Bord von Kapitän FitzRoys Schiff gegangen. Um fünf Jahre lang auf engstem Raum mit ihm zusammenzuleben. Er ist ein Theologe und Naturwissenschaftler, er ist nicht offiziell von der Admiralität beauftragt, er ist sozusagen als Privatmann und Gast des Kapitäns an Bord. Robert FitzRoy hatte sich vor der Reise an seinen Freund Admiral Francis Beaufort gewandt, der sich wiederum an an einen Freund in Cambridge wandte. Der leitete die Anfrage des Hydrographen der Admiralität an einen Kollegen, den Mineralogen John Stevens Henslow, weiter. Und der Professor Henslow präsentierte seinen Lieblingsstudenten of promising ability, extremely fond of geology, and ideed all branches of natural history. Der kleinwüchsige Kapitän stört sich nicht daran, dass der junge Mann ihn um Haupteslänge überragt. Aber ihm gefällt die Nase des jungen Mannes nicht - das ist jetzt wörtlich zu nehmen, FitzRoy schwört auf die (Pseudo-) Wissenschaft der Phrenologie - aber er nimmt ihn dann doch mit.

Der zweiundzwanzigjährige Naturwissenschaftler heißt - Sie haben das bestimmt schon erraten - Charles Darwin. Die fünf Jahre an Bord der Beagle werden für die Naturwissenschaft eine Sternstunde sein, für das Verhältnis von Captain Robert FitzRoy und Charles Darwin sind sie eine Zeit der Spannungen. Um es zurückhaltend zu sagen. Dass der strenggläubige Fundamentalist aus einer Adelsfamilie da eine Natter am Busen nährt, jemanden, der durch seine Forschung die Bibel auf den Kopf stellt, das wird ihn für den Rest des Lebens beschäftigen.

Dabei ist er auch ein Mann der Wissenschaften. Er schafft die Grundlagen für das forecasting the weather (den Begriff hat er auch erfunden) und setzt führt das Barometer auf englischen Kriegsschiffen ein. Das ist zwar schon vor Jahrhunderten erfunden, aber es wird praktisch nicht verwendet. Ambrose Bierce spottete in seinem Devil's DictionaryBarometer, n.: An ingenious instrument which indicates what kind of weather we are having. Wenn Sie heute im Fernsehen die Wetterkarte sehen, denken Sie doch mal einen Augenblick an Robert FitzRoy, den Vater der Wettervorhersage. Es hat lange gedauert, bis es ein lesbares Buch über die Verdienste von FitzRoy gab, aber im Jahre 2004 ist es erschienen: FitzRoy: The Remarkable Story of Darwin's Captain and the Invention of the Weather Forecast von John R. Gribbin und Mary Gribbin. Und, durch eine Fügung des Zufalls, erschien im gleichen Jahr auch ein sehr gutes Buch über Francis Beaufort: Defining the Wind: The Beaufort Scale and How a 19th-Century Admiral Turned Science into Poetry von Scott Huler. Empfehlenswerte Literatur zu Charles Darwin habe ich ➱hier ja schon einmal genannt.

Zu den Titeln möchte ich noch einen hinzufügen, nämlich Darwin: A Life in Poems von Ruth Padel. Aus dem Buch stammt auch das Gedicht A Quarrel in Bahia, mit dem ich heute begonnen habe. Die englische Dichterin, die auch für das Fernsehen arbeitet (gibt es so etwas bei uns?), ist geradezu prädestiniert eine Biographie in Gedichtform über Darwin zu schreiben, schließlich ist er ihr Ur-Ur-Großvater. Und wenn sie diesen ➱Link anklicken, liest sie aus dem Band noch etwas vor.

Und für diejenigen, die Fußnoten lieben, es gibt zu A Quarrel in Bahia auch noch eine Fußnote: this poem refers to events in Bahia in March 1832. Slavery was abolished in England in 1772 and slave trading in British colonies in 1806. But this exacerbated trading by other nations and Portugal continued transporting Africans to Brazil. Darwin was horrified. All his family had campaigned for abolition; his grandfather Josiah Wedgwood made for the abolition movement a medallion saying, 'Am I Not a Man and a Brother?' In 1832 Darwin and his sisters were waiting impatiently for the British government to emancipate slaves in British colonies: the law was passed in August that year. Fitzroy and Darwin shared the captain's living quarters. Their worst quarrel was over slavery. Fitzroy later changed his views.

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