Heute vor 250 Jahren hat der gerade zum Post Captain beförderte James Cook mit seinem Schiff Resolution den Hafen von Plymouth für seine dritte und letzte →Pazifikreise verlassen. Mit der Endeavour war er 1768-1771 einmal um die Welt gesegelt, die Resolution war schon auf der zweiten Reise sein Schiff gewesen. Cook mochte das Schiff, das ursprünglich als Kohlefrachter gebaut worden war (und deshalb im Englischen als collier bezeichnet wird). The ship of my choice und the fittest for service of any I have seen, hat Cook über das Schiff gesagt. Vor der Reise hat er auf der Resolution noch ein großes Festessen gegeben. Dank der erhaltenen →Unterlagen wissen wir, was damals auf den Tisch kam. Dies Bild zeigt die Resolution (in der Bildmitte links) in Tahiti, gemalt von William Hodges, der Cook auf seiner zweiten Reise begleitete. Über den Maler steht schon einiges in dem Post Eterna KonTiki.
Das loomings in der Adresse dieses Blogs ist der Titel des ersten Kapitels von Herman Melvilles Moby-Dick, und Herman Melville, der wie Cook in der Südsee war, war von Beginn an in diesem Blog. Als ich noch an der Uni war, habe ich natürlich Seminare über Herman Melville gemacht, über Moby-Dick und Benito Cereno. Und dann hatte ich die Idee, ausgehend von den Südseeerfahrungen von Herman Melville, ein Seminar über die Südsee in der amerikanischen Literatur zu machen.
Ich las nicht nur Melvilles →Typee und →Omoo und alles, was er über die Südsee geschrieben hatte; ich las alles, was ich in die Hände bekam. Ich war die ganzen Semesterferien mit dem Lesen beschäftigt, aber für die Uni konnte ich das alles leider nicht gebrauchen. Ich musste die Veranstaltungen eines erkrankten Kollegen übernehmen, mein Seminar fiel aus. Ich betrachtete das nicht als Verlust, ich hatte viel gelernt. Und Lesen ist nie ein Verlust. Und meine Bibliothek hatte sich um einen knappen Meter vergrößert. Der hervorragende Schweizer Katalog James Cook und die Entdeckung der Südsee, den man heute für kleines Geld antiquarisch findet, gehörte auch zu meinem Lesestoff. Das stand hier alles schon in dem Post tüddelig im Kopf.
Der Steuermann der Resolution heißt William Bligh. Der wird als Kapitän der Bounty und als Gouverneur von New South Wales noch berühmt werden. Er ist hier schon in den Posts Bounty, Larcum Kendalls K2, Dichterin gesucht und Rum. Ein Matrose des Schiffes, der Deutsche Heinrich Zimmermann, wird auch noch berühmt. Weil er nach der Reise das Buch Heinrich Zimmermanns von Wißloch in der Pfalz, Reise um die Welt, mit Capitain Cook veröffentlichen wird. Auf der Seite der →Captain Cook Society erfahren Sie mehr über ihn als in dem Wikipedia Artikel. Zimmermann war natürlich auch schon hier in diesem Blog, Sie finden ihn in den Posts Marinechronometer und Georg Forster.
Und dann ist da noch dieser Mann (hier von Joshua Reynolds gemalt) an Bord. Kapitän Tobias Furneaux, der Cook auf seiner zweiten Reise begleitete, hatte den Polynesier Omai nach England gebracht, wo er als eine Art Vorzeige Polynesier in der englischen Society berühmt wurde. Er findet sich hier schon in den Posts Haiti und Diätetik. Kapitän Cook bringt ihn wieder in seine Heimat zurück und lässt seine Besatzung für Omai auf der Insel Huahine ein Haus im europäischen Stil bauen. Als Kapitän Bligh 1780 die Insel besucht, muss er erfahren, dass Omai schon tot ist. Wir wissen nicht, ob dieser edle Wilde, diese Verkörperung natürlicher Unschuld und aristokratischer Vornehmheit, in seiner Heimat glücklich geworden ist.
Mit der ✺Endeavour (das hier auf dem Photo ist ein ✺Nachbau von 1994), die wie die Resolution ein Kohlefrachter gewesen war, war Captain Cook weltberühmt geworden. Es gibt in diesem Blog schon einen Post namens Endeavour. Aber der Post handelt nicht von dem collier von Cook, das ist ein Post über den Chief Inspector Morse. Der in diesem Blog immer wieder auftaucht. Zum Beispiel in den Posts Inspector Lewis und Englische Krimiserien, die beide weit über fünftausend Leser haben. Leider hat der Post Inspector Morse und die Frauen sehr wenige Leser gefunden.
In ✺Death Is Now My Neighbour, in dem diese schöne Frau ums Leben kommt, muss Morse zum ersten Mal in der Öffentlichkeit gestehen, dass sein Vorname Endeavour ist. Weil sein Vater Captain Cook verehrte. Morses Assistent, Sergeant Robbie Lewis, kommentiert das mit You poor sod. Dass sein Vater von James Cook besessen war, erfahren wir in mehreren Folgen der Morse Saga. So auch in dieser →Folge, wenn Morse den Anthropologen Dr Julian Storrs vernimmt. Der sofort gesteht, dass er mit dem Mordopfer (nicht die Holley Chant auf diesem Photo) ein Verhältnis hatte. Storrs bewirbt sich gerade als Master seines Colleges, er macht sich aber keine Gedanken, dass diese Affäre seinem Ruf schaden könnte: The only way you can get rid of a Master here is for moral turpitude, and if that meant fornication, we'd be lucky to keep one in five hundred years.
Chief Inspector Morse hat natürlich längst gesehen, dass der Anthropologe ein Bild von William Hodges an der Wand hängen hat, das Captain Cooks →Landung in Tahiti zeigt. Auf die Pazifikaufenthalte des Anthropologen und das Wort fornication anspielend, sagt Morse: I understand they take rather that liberal view in the Pacific. Und der Anthropologe antwortet: What? Oh, yes. They did till the wretched missionaries got there.
Der Professor (gespielt von John Shrapnel) will dann noch etwas sagen, sieht aber, dass Morse gerade ein Portrait von Captain Cook vom Regal genommen hat und sagt: My father was obsessed with Captain Cook. 'Captain James Cook, 1728-1779,' he always called him. He said he was the greatest explorer that ever lived. Was Dr Storrs mit dem Satz You couldn't say that today. The modern view is that Western explorers brought guns, disease and Christianity, each equally destructive to an idyllic way of life kommentiert. Und er fügt noch ein Idyllic? mit einem Fragezeichen hinzu.
Da haben wir es in zwei Sätzen in einer Krimiserie: die Größe des Entdeckers und disease and Christianity, each equally destructive. Erst kommt die Entdeckung, dann die Kolonisation. Eine Dokumentation von The People Profiles hat den Titel ✺The Tragic Cost of Mapping the World. Der neuseeländische Historiker John Beaglehole, der die Logbücher Cookes edierte und die maßgebliche James Cook Biographie schrieb, hat über den Entdecker gesagt: Die größte Lobrede auf Cook ist die Seekarte des Pazifik. Während Cook (hier von John Webber gemalt, der ihn auf der letzten Reise begleitete) noch im Pazifik herumsegelt, wird er schon in Deutschland berühmt. Weil Christoph Martin Wieland als Herausgeber des →Teutschen Merkur 1778 beginnt, Teile von Georg Forsters Reisebericht zu veröffentlichen. Einen Schnipsel davon gab es hier schon in dem Post Antarktis. Weshalb ich hier noch nie über Captain Cook geschrieben habe, weiß ich nicht, aber das kommt vielleicht noch einmal, ist im Jahr 2013 der letzte Satz in dem Post Georg Forster. Na ja, manchmal bin ich eben 'n büschn langsam.










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