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Montag, 31. März 2025

J.S. Bach

Heute vor 340 Jahren (auf jeden Fall nach dem Gregorianischen Kalender) wurde Johann Sebastian Bach geboren. Das wird in Deutschland überall gefeiert, auch schon am 21. März gab es Geburtstagsfeiern. Da hatte Bach nach dem Julianischen Kalender Geburtstag. An beiden Tagen gab es hier schon einen Post zu dem Komponisten, Bach war immer in diesem Blog. Ich könnte jetzt viele Musiker zitieren, die Bachs Werk in den Himmel gehoben haben. Ich habe hier etwas, das allerdings von keinem Musiker stammt:

Johann Sebastian Bach verkörpert das Beste und Edelste unseres Volkes. Rührung und Bewunderung erfasst uns, wenn wir bedenken, aus wie engen, kleinlichen Verhältnissen eines durch die Barbarei des Dreißigjährigen Krieges verelendeten und uneinigen Deutschland sich dieses wunderbare Genie erhoben hat. Die große nationale Bedeutung Bachs besteht darin, dass er nicht nur der größte Vollender der Kunst der Feudalzeit war, sondern zugleich der Schöpfer einer neuen Entwicklung der Musik. Mit Bach beginnt das große Zeitalter der klassisch deutschen Musik. Die umwälzende Tat Bachs bestand darin, dass er die Musik aus den Fesseln der mittelalterlichen Scholastik löste und alle Bindungen brach … Bach war in seinem ganzen Werk ein Herold des Friedens … Bachs Werk ist im schönsten und wahrsten Sinne ein Werk des Friedens und der Freundschaft zwischen den Völkern. Den letzten Satz wollen wir mal blind unterschreiben, auch wenn Wilhelm Pieck den vielleicht 1950 beim Bach-Fest in Leipzig anders gemeint hat. Pieck hob auch die Pflege Bachs in der Sowjetunion hervor, davon kann heute wohl keine Rede mehr sein.


Ich möchte für den heutigen Tag ein kleines Gedicht einstellen. Das erste Bach Gedicht, das ich im Internet fand, war von dem Bremer Maler und Dichter Arthur Fitger aus dem Jahre 1890. Über Fitger werden in den Posts Marschendichter und che gelida mani schon böse Dinge gesagt, und deshalb erspare ich Ihnen sein Gedicht. Ich hätte natürlich das schöne Gedicht The Stillness of the World before Bach von Lars Gustafsson nehmen können, aber das steht in der deutschen Übersetzung schon in dem Post Variationen. Das Gedicht heute ist von Johannes Bobrowski und heißt schlicht J.S. Bach:

Unbequemer Mann,
Stadtpfeifergemüt, mit Degen
wie mit Neigung zum Sentiment
(praktikabel, versteht sich),
einer Kinderfreude
an plätschernden Wassern, stetig
wirkendem Gang der Flüsse;
so sind der kahle Jordan
und der von Himmeln trächtige
Euphrat ihm
freundlich.

Daß er die Meerbucht sah –
einen dort, der herging
hinter Feuern unsichtbar
der die Planeten rief
mit einer alten Qual –,
manchmal
im blitzenden Köthener Spiel
im Bürgerprunk
der Leipziger Jahre
taucht das herauf. Zum Ende
hat er des Pfingstgeists Sausen
nicht mehr gehört mit Trompete
oder Posaune (auf 16 Fuß).

Flöten gehn ihm voraus,
als er müdegeschrieben
tritt vor sein altertümliches Haus,
den fliegenden Wind
spürt, die Erde
nicht mehr erkennt.

Ich habe für Sie hier eine Interpretation von Eckart Kleßmann, mit der wird vieles klarer, was im ersten Augenblick seltsam erscheint. Dass ich ein Gedicht zur Feier des Tages gewählt habe, hat natürlich damit zu tun, dass morgen in Amerika und bei mir der Poetry Month beginnt. Trotz Donald Trump. Und ein wenig Musik habe ich auch für Sie, klicken Sie doch einmal Tatiana Nikolayeva an. Sie können natürlich auch bei Facebook RhythmOne anklicken, aber Tatiana Nikolayeva ist besser.

Samstag, 31. März 2018

Johann Sebastian Bach


Goethes Freund und Berater in allen Fragen der Musik war der Komponist ↝Karl Friedrich Zelter. In einem Brief an Goethe schreibt er: Bachs Urelement ist die Einsamkeit, wie Du ihn sogar anerkanntest, indem Du einst sagtest: 'Ich lege mich ins Bett und lasse mich von unserem Bürgermeisterorganisten in Berka Sebastian spielen.' So ist er, er will belauscht sein. Der Bürgermeister und Organist von Berka heißt Heinrich Friedrich Schütz. Goethe besucht ihn gerne, wenn er wegen der Schwefelbadeanstalt nach Berka reist. 1818 wird er drei Wochen bei Schütz wohnen. Und er legt sich ins Bett und hört zu, wie Schütz Bach spielt.

Er hat über das musikalische Erlebnis, an das ihn sein Freund erinnert auch etwas zu sagen: Wohl erinnere ich mich bei dieser Gelegenheit an den guten Organisten in Berka; denn dort war mir zuerst, bei vollkommener Gemütsruhe und ohne äußere Zerstreuung, ein Begriff von Eurem Großmeister geworden. Ich sprach mir's aus: als wenn die ewige Harmonie sich mit sich selbst unterhielte, wie sich's etwa in Gottes Busen, kurz vor der Weltschöpfung, möchte zugetragen haben. So bewegte sich's auch in meinem Innern, und es war mir, als wenn ich weder Ohren, am wenigsten Augen, und weiter keine übrigen Sinne besäße noch brauchte.“ Wenn Goethe von Eurem Großmeister spricht, dann heißt das, dass Zelter Bach schätzt. Er ist damals einer der wenigen, denn nach Bachs Tod sind seine Werke schnell in Vergessenheit geraten. Erst mit Felix Mendelssohn Bartholdy begann eine Bach-Renaissance (in Dänemark mit ↝Hans Matthisson Hansen).

Im Bett liegen und Bach hören, konnte Goethe nicht einschlafen? So soll es ja dem Grafen Hermann Carl von Keyserlingk gegangen sein, der sich Bach für seinen Cembalisten Johann Gottlieb Goldberg einigen Stücke wünschte, die so sanften und etwas muntern Charakters wären, daß er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte. Auf die Idee bin ich mit meiner Schlaflosigkeit noch nicht gekommen, aber wenn sie mich mal wieder überfällt, werde ich die ↝Goldberg Variationen hören. Dazu brauche ich keinen Heinrich Friedrich Schütz und keinen Johann Gottlieb Goldberg, da reicht ein ↝CD Player. Aber es geht ja nicht nur um die bequeme Haltung beim Kunstgenuss, es geht auch um Gott. Der immer wieder bemüht wird, wenn es um Bachs Musik geht. Glenn Gould hat einmal gesagt: I believe in God - Bach's God. Und der Philosoph ↝Isaiah Berlin soll gesagt haben: When the angels are playing for God, they play Bach, to each other they play Mozart.

Mozart hat auch göttliche Momente, hören Sie doch einmal in ↝Soave sia il vento oder ↝Contessa perdono hinein.  In dem Film Amadeus von Milos Forman (nach dem Theaterstück von Peter Shaffer) ist Salieri bei dem ↝Contessa, perdono überwältigt. Über die ↝Gran Partita sagt er, dass er die Stimme Gottes gehört hätte: On the page it looked nothing. The beginning simple, almost comic. Just a pulse. Bassoons and basset horns, like a rusty squeezebox. And then suddenly, high above it, an oboe. A single note, hanging there, unwavering. Until a clarinet took over and sweetened it into a phrase of such delight! This was no composition by a performing monkey! This was a music I'd never heard. Filled with such longing, such unfulfillable longing, it had me trembling. It seemed to me that I was hearing the voice of God. Aber heute gibt es hier keinen göttlichen Mozart, sondern ein klein wenig göttlichen Bach. Weil Johann Sebastian Bach heute vor 333 Jahren geboren wurde, gibt es ↝hier etwas Schönes von ihm. Sie könnten natürlich auch die ↝Goldberg Variationen hören, wie Glenn Gould sie 1955 gespielt hat.

Freitag, 21. März 2014

Play Bach


Den Werbeprospekt Play Bach für die Tournee von 1975 gab es bei meinem Hinterhofhöker unberechnet obendrauf, weil ich ein halbes Dutzend Bücher gekauft hatte. Bücher sind bei dem Hinterhofhöker billig. Sehr billig. Hinterhofhöker ist eigentlich nicht das richtige Wort für den Besitzer des Ladens, der Mann ist ein Gentleman. Alter preußischer Adel. In seinem ➱Laden gibt es Antik und Trödel, Gebrauchtmöbel aus Haushaltsauflösungen und immer wieder gute Bilder. Da muss man jede Woche einmal reinschauen. Tun viele. Die ehemalige Ministerpräsidentin ➱Heide Simonis habe ich da auch schon mehrmals gesehen. Man kommt da nicht wieder raus, ohne was in den Händen zu tragen.

Aber das mit dem Play Bach Prospekt, das war schon reine Nostalgie. Drei Jahre nach dieser Deutschlandtournee hatte Loussier das Leben on the road satt. Da war er zwanzig Jahre lang mit seinem Jacques Loussier Trio unterweg. Er, der Bassist Pierre Michelot (der zuvor mit Django Reinhardt und dem Quintette du Hot Club de France gespielt hatte) und Christian Garros. Garros hatte mit Miles Davis und Lester Young gespielt und Louis Armstrong und Ella Fitzgerald begleitet. Das war schon eine hochkarätige Besetzung. Das Trio löste sich 1979 auf, Loussier kaufte sich ein Schloss und wurde Winzer. Hielt es aber nicht lange in seinem Château Miraval aus, 1985 dreihundert Jahre nach Bachs Geburtstag war er wieder mit einem neuen Trio auf der Bühne. Bis heute. Inzwischen sind zum Repertoire des Trios noch ➱Erik Satie, ➱Claude Debussy, ➱Maurice Ravel, ➱Antonio Vivaldi, ➱Robert Schumann und andere hinzugekommen.

So toll man Jacques Loussier vor allem in Deutschland damals fand, er war nicht der der erste, der dem Publikum eine Fusion von klassischer Musik und Jazz offerierte. Wenn man will, kann man zwischen Paul Whitemans Symphonic Jazz, Gershwins Rhapsody in Blue und Gunther Schullers Third Stream Bewegung in den fünfziger Jahren eine Vielzahl von Beispielen finden. Falls Ihnen der Name des amerikanischen Musikwissenschaftlers und Jazzmusikers Gunther Schuller gerade nichts sagt, sollten Sie mal eben in dies kleine ➱Video Journey into Jazz hineinschauen. Allerdings war keins dieser Experimente beim Publikum so erfolgreich und hielt sich so lange wie Jacques Loussiers Play Bach Trio.

Man sollte vielleicht noch anfügen, dass Loussier in diesem Jahr achtzig wird. Die Aufnahmen mit ihm kann man gar nicht mehr zählen, über fünf Millionen CDs des Jacques Loussier Trio sind in den ersten zehn Jahren verkauft wurden. Wenn Sie einen Tip haben wollen: die Decca Aufnahmen aus der Zeit von 1960 bis 1964 sind meiner Meinung nach das Beste. Ich habe irgendwann die Übersicht verloren, aber fünf CDs habe ich auf jeden Fall, die ersten Platten nicht mitgezählt. Ich glaube auch, dass das reicht. Irgendwann wird es zu viel, dann legt man reumütig Bach im Original auf. Also ➱Glenn Gould oder Rosalyn Tureck. Denn eigentlich braucht man keine Verjazzung von Bach durch Loussier. Wir wissen alle, dass das J in J.S. Bach für JAZZ steht.

Falls Sie die Pianistin Rosalyn Tureck nicht kennen sollten, kann ich nur raten: hören Sie sich ➱hier ihre Aufnahme der Goldberg Variationen an. Danach werden Sie sich all ihre CDs kaufen. Heute ist das nicht so schwer, vor einem Vierteljahrhundert, war man glücklich, wenn man eine ergatterte. Glenn Gould hat das nicht so gerne ganz laut gesagt, aber er verdankt Rosalyn Tureck doch sehr viel. Hat er später auch öffentlich zugegeben, dass sie die einzige gewesen sei, die ihn beeinflusst habe.

Doch mit dem Auftauchen des neuen Stars, auf den sich die Medien damals schnell stürzten, gerieten die Verdienste der zwanzig Jahre älteren amerikanischen Pianistin schnell in Vergessenheit. Und man darf auch nicht vergessen, dass Pianisten wie Glenn Gould und Van Cliburn von einer jüngeren Generation ähnlich begeistert begrüßt wurden, wie man damals James Dean begrüßt hatte.

Ich bekam in den fünfziger Jahren bei jeder sich bietenden Gelegenheit, die Schallplatten der Archiv Produktion der Deutschen Grammophon in den vornehm grauen Hüllen geschenkt. Meine ersten ➱Glenn Gould und ➱Van Cliburn Platten musste ich mir selbst vom Taschengeld kaufen, Gustav Leonhardts Goldberg Variationen (wenn Sie die hören wollen, klicken Sie ➱hier) bekam ich geschenkt. Ich möchte die Verdienste des niederländischen Cembalisten nicht kleinreden. Aber ich mochte ihn nicht (ich habe schon in dem Post ➱Wanda Landowska etwas zu diesem Thema gesagt). Wenige Jahre später mochte ich ihn noch viel weniger.

Das lag nicht nur an Glenn Goulds Goldberg Variationen, sondern an dem Film Die Chronik der Anna Magdalena Bach von Jean Marie Straub. Einer der langweiligsten Filme der ➱Swinging Sixties. Der universitäre Filmclub hatte mich gezwungen, einen einseitigen lobhudelnden Text über den Film zu verfassen, der bei der Vorführung des Films abends in der Mensa verteilt wurde. Und wer spielte Johann Sebastian Bach in diesem Film? Sie ahnen das schon, dass es jetzt nur eine Antwort geben kann: Gustav Leonhardt. Meine schöne Filmrezension, in mühsamer Arbeit auf Wachsmatrize getippt und hundertfach abgezogen, lag am nächsten Tag überall zerknüllt in der Mensa herum oder wurde von Studenten zum Falten von Papierflugzeugen benutzt. Aber ich besitze natürlich heute noch eine CD von Gustav Leonhardts Goldberg Variationen. Wenn Sie sich anderthalb schöne Stunden machen wollen, können Sie jetzt natürlich auf YouTube den ganzen ➱Film von Straub sehen.

Man kann es sich kaum vorstellen, dass Glenn Gould mit seiner Art Bach zu spielen, Gustav Leonhardt mit seinem Cembalo und Jacques Loussier gleichzeitig erschienen (ja, und Elly Ney trat damals auch noch auf). Und dass die Beatles auch schon auf der Bühne standen, auch wenn sie noch The Quarrymen oder ich weiß nicht wie hießen. Wenn man so aussieht, wie der ganz junge Loussier, dann spielt man noch konventionell. Aber im Leben von Loussier ist wenig konventionell. Als er das Pariser Konservatorium verließ, tourte er mit rumänischen Zigeunern in Kuba und begleitete Charles Aznavour und die Sängerin Catherine Sauvage.

Wenn man das macht, dann kann man nicht mehr zu dem nerd image von dem Bild da oben zurück, dann braucht man eine neue Erscheinung. Loussier versuchte auszusehen wie Serge Gainsbourg, und auf den Photos in dem Werbeprospekt - der hervorragende Photographien, aber nicht den Namen des Photographen enthält - ist ihm das auch gelungen. Es kam um 1960 darauf an, wie man sich inszenierte. Klassische Musik war ein Markt geworden, die Wochenzeitung Die Zeit gab damals mit Christoph Eckes Entscheidungshilfen für den Plattenkauf. Und ➱Karajan mit seiner Segelyacht, seinem Porsche und seinem Photomodel beherrschte den Klassikmarkt. Jemanden wie Günter Wand hätte man nicht verkaufen können.

Am Ende eines Konzerts von Loussier stand, das versichert uns der Prospekt, Bachs Präludium Nr 1 in C-Dur. Das kennt jeder Klavierschüler (➱hier gibt es eine Lernhilfe). Man lernt schnell, wie es ➱aufgebaut ist. Die linke Hand ist einfach, aber die rechte hat viel zu tun. Je häufiger man es spielt, desto besser wird es einem gelingen, das spielt sich dann beinahe von selbst. Es ist ein spielerisches Element in Bach, das einen mitnimmt (der amerikanische Pianist Jeremy Denk, der gerade eine Aufnahme der Goldberg Variationen vorgelegt hat, demonstriert das ➱hier sehr schön). In der Jacques Loussier Version des Präludiums spielt der Pianist es zuerst beinahe solo, Bass und Schlagzeug begleiten unauffällig, aber sie dynamisieren das Ganze. Und dann, nach anderthalb Minuten ist das ganze Trio da, hören Sie einmal ➱hinein.

Das Präludium gehörte zu den Standards eines jeden Loussier Konzerts. Eine Melodie, die nicht totzukriegen ist. Auch wenn Gounod ein Ave Maria daraus macht, selbst in einer Kitschversion von ➱Hayley Westenra kann man es noch klar erkennen. Wenn es schon sein muss, dann hören wir doch lieber die ➱Version von Maria Callas. Neben dem Präludium spielte das Trio auch bei jedem Konzert die Klavierversion des Chorals der Kantate Jesu bleibet meine Freude. Das Stück hatte ja schon Myra Hess für das Klavier bearbeitet, ihre schöne ➱Version sollte man einmal gehört haben. Sie hat das Stück während des Krieges in der National Gallery gespielt, in den Konzerten (lesen Sie ➱hier alle dazu), die sie mit Kenneth Clark organisiert hatte. Das ist schon eine seltsame Sache: da bombardieren die Deutschen London und unten in der National Gallery sitzt eine Dame und spielt Bachs Jesu, Joy of Man's Desiring. Der englische König hat sie 1941 für ihre wartime concerts geadelt.

Es gibt noch, und ich zitiere das als kleine Kuriosität, neben dem Jesu, Joy of Man's Desiring von Myra Hess eine andere Bachmelodie, die den Engländern bekannt ist. Weil die Firma Hamlet ihre Zigarren fünfunddreißig Jahre lang in allen Werbespots mit der Melodie aus der Suite No. 3 in D-Dur, gespielt von Jacques Loussier, anbot. Klicken Sie doch einmal Beispiel ➱1 und ➱2 an. Besonders die Nummer Zwei. Sie können sich auch hier eine ganze Sammlung anschauen, witzig und sophisticated.

Wenn man Purist ist, kann man natürlich auf die Fusion von Klassik und Jazz verzichten, kann ohne Jacques Loussiers Play Bach CDs leben. Man braucht bei Bachs Cellosuiten (die ➱hier einen langen Post haben) nicht zu der Version von Henk van Twillert zu greifen. Aber auf seinem Yamaha Bariton Saxophon klingen die ganz toll. Klicken Sie mal ➱hier. Das Erstaunliche ist, dass Bach das alles aushält. Auf YouTube stellen stolze Eltern das ➱Menuett aus dem Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach, gespielt von ihrer fünfjährigen Tochter ➱Sonja. Schrecklich, aber es bleibt immer noch ein bisschen Bach übrig. Ich habe mal einem Straßenmusikanten einen Fünf Euro Schein dafür gegeben, dass er aufhört, das Menuett auf seiner Klarinette zu spielen. Es gibt Grenzen. Wahrscheinlich sind es solche Augenblicke des Lebens, die den Bremer Dichter ➱Konrad Weichberger zu den Zeilen veranlassten:

Laß du doch das Klavier in Ruhe;
es hat dir nichts getan;
nimm lieber deine Gummischuhe
und bring mich an die Bahn -


Ich habe natürlich einen Grund, Loussiers achtzigsten Geburtstag am 26. Oktober nicht abzuwarten, um diesen Post zu schreiben: Johann Sebastian Bach hat heute Geburtstag und etwas anderes ist mir gerade nicht eingefallen.

Samstag, 11. Oktober 2014

Bach: Partitas


Normalerweise lässt es mich ja kalt, wenn ein Künstler in aller Munde ist. Also zum Beispiel dieser Lang Lang. Von dem habe ich keine einzige CD. Ich habe ihn vor Wochen auf Arte (oder war es 3sat?) gesehen, wie er zwei Mozart Sonaten hingerichtet hat. Diesen kleinen Chi Ho Han aus Korea, der beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD den zweiten Preis (und den Publikumspreis) gewonnen hat, den fand ich allerdings gut. Sie können ihn ➱hier sehen und hören. Mal sehen, was aus ihm wird. Ich schreibe heute einmal über Bachs Partitas BWV 825-830. Weil ich mir zum ersten Mal seit Jahren gerade eine CD gekauft habe, die zur Zeit wohl jeder kauft. Nämlich ➱Igor Levits Aufnahme von Bachs Partitas.

Bachs erster Biograph, Johann Nikolaus Forkel, schrieb über die sechs Partiten: Dieses Werk machte zu seiner Zeit in der musikalischen Welt großes Aufsehen. Man hatte noch nie so vortreffliche Clavierkompositionen gesehen und gehört. Wer einige Stücke daraus recht gut vortragen lernte, konnte sein Glück in der Welt damit machen; und noch in unserm Zeitalter wird sich ein junger Künstler Ehre damit erwerben können, so glänzend, wohlklingend, ausdrucksvoll und immer neu sind sie. Das ist ein Urteil, das auch zweihundert Jahre später noch Bestand hat.

Sind diese Clavir-Übungen wirklich für Klavierschüler geschrieben worden? Für Bachs Gattin waren sie zu schwer, und Luise Adelgunde Victorie Kulmus (die Johann Christoph Gottsched heiraten wird) schreibt an ihren Verlobten: Die überschickten Stücke zum Clavier von Bach ... sind ebenso schwer als sie schön sind. Wenn ich sie zehnmal gespielet habe, scheine ich mir immer noch eine Anfängerin darinnen. Der Musikwissenschaftler Alfred Einstein hat in einem Essay gesagt: Diese Partiten sind die Krone ihrer Gattung! (...) Wenn er die ,Partiten‘ der Welt vorlegte, so muß er damit etwas beabsichtigt haben. Und zwar mehr als den Beweis musikalischer, handwerklicher Vollkommenheit. Die Musikwissenschaftler sind sich allerdings noch nicht darüber einig, ob diese sechs Klavierstücke als ein ➱Zyklus mit einem erkennbaren Ordnungsprinzip anzusehen sind.

Die sechs Partitas, das Opus Nummer Eins von Bach, sind nicht für das moderne Klavier geschrieben worden. Weil es das zu Bachs Zeiten noch nicht gab. Was es allerdings schon zu seinen Lebzeiten gab, war der Hammerflügel des berühmten Orgelbauers Gottfried Silbermann. An dessen ersten Modellen übte Bach schwere Kritik, aber ein Jahrzehnt später war er bereit, diesem Flügel die völlige Gutheißung zuzugestehen. Doch als er 1731 seine Clavir-Übung schreibt, war das verbesserte Modell von Silbermann aus dem Jahre 1747 noch in weiter Ferne. Dieses CD Cover zeigt die kanadische Cembalistin Mireille Lagacé, die die Partitas 2003 bei dem Label ATMA Classique herausgebracht hat. Da hat sie sie auf einem Nachbau eines Cembalos des flämischen Instrumentenbauers Andreas Ruckers von Keith Hill gespielt. Wir wollen mal hoffen, dass das besser klingt als die Aufnahme für Calliope von 1979, die bei ➱YouTube zu hören ist.

Puristen werden die Partitas wohl am liebsten auf einem Cembalo gespielt hören. Oder solche Pianisten loben, die in ihr Spiel viel von dem Cembaloklang mit hinein genommen haben. So betonte das BBC Music Magazine in einer Besprechung von Angela Hewitt: Hewitt's Bach is founded on taking from the harpsichordists what suits her purposes while revelling in the expressive, sometimes Romantic possibilities of the piano. She is so in command of the music, not just technically but intellectually. Da ich gerade bei Angela Hewitt bin, möchte ich doch unbedingt die Sunday Times zitieren, die den schönen Satz gebracht hat: Seeing a close-up of Angela Hewitt's hands is like watching the purring engine of a Rolls-Royce in motion. Geht's noch?

Ich habe in dem Post ➱Wanda Landowska gestanden, dass ich meine Schwierigkeiten mit dem Cembalo habe (das hier auf dem Photo ist vielleicht Bachs Cembalo gewesen). Und deshalb will ich hier nichts empfehlen (obwohl ich Aufnahmen von Bach auf dem Cembalo besitze). Die Freunde von ➱Trevor Pinnock, ➱Ton Koopman, Karl Richter und Gustav Leonhardt werden schon wissen, was sie hören wollen. Eleonore Bühler-Kestler möchte ich noch erwähnen, weil die Entstehung ihrer Doppel CD mit den Partitas eine erstaunliche Sache ist: die Cembalistin war beinahe achtzig Jahre alt, als sie ihre erste CD aufnahm.

Es war für sie die Rettung in einer Lebenskrise: Nach einer sehr, sehr schweren familiären Zeit, in der meine Tochter und mein Mann gestorben sind, einer Zeit, in der ich keinen Lebenssinn mehr gespürt habe, bin ich wieder ans Cembalo und habe die Partiten gefunden. Es war diese Beschäftigung, die mich aus Tiefs herausgeholt hat. Es war hart, aber die einzige Möglichkeit zu überleben. Und so hat sie die Partiten eingespielt, mit der ganzen Weisheit und Leichtigkeit des Alters. Das Cembalo, das sie spielt, hatte ihre Tochter einmal bei dem Lindauer Cembalobauer Gerhard Ranftl gebaut. Es ist ein Instrument mit einem sehr schönen Klang. Eleonore Bühler-Kestler hatte lange gezögert, den Maler Gerhard Richter zu fragen, ob sie eins seiner abstrakten Bach Bilder als Cover der CD verwenden dürfe. Dann hat sie ihm doch geschrieben. Sie durfte, der Maler verlangte als Gegenleistung lediglich zwei CDs. Inzwischen hat Eleonore Bühler-Kestler drei Bach CDs herausgebracht (Partitas, Goldberg Variationen, Toccatas). Wie gut, dass Gerhard Richter in seinem Bach Zyklus mehrere Bilder gemalt hatte, so hat jede CD ein Bild von Richter bekommen. Und Richter hat natürlich jede CD von Eleonore Bühler-Kestler.

Irgendwie scheinen die sechs Partiten, denen Bach den Titel gab: Clavir-Übung / bestehend in / Præludien, Allemanden, Couranten, Sarabanden, Giguen, / Menuetten, und anderen Galanterien ; / Denen Liebhabern zur Gemüths Ergoetzung verfertiget / von / Johann Sebastian Bach, bei den Konzertpianisten nicht besonders beliebt zu sein. Oder sie sind bei den Plattenfirmen nicht beliebt, ich weiß es nicht. Aber wenn ein Konzern wie Sony jetzt Igor Levit vermarktet, dann muss ja etwas daraus werden. Lesen Sie doch einmal die Rezensionen des Spiegel oder die von Klassik Heute. Sie können auch in dies ➱Video hineinschauen. Ich will nichts Böses gegen diese CD sagen, sie ist wirklich sehr schön. Man kann sie tagelang hören. Habe ich schon getan.

Aber - Sie ahnen, dass jetzt ein aber kommt - es hat schon andere Aufnahmen gegeben. Die ebenso schön sind. Und nicht so aggressiv vermarktet werden. Die Forderung Bachs an seine Schüler, am allermeisten aber eine cantable Art im Spielen zu erlangen, und darneben einen starken Vorschmack von der Composition zu überkommen, erfüllen die meisten Pianisten. Ich dachte mir, ich schreibe einmal über das, was so auf dem Markt ist. Vor allem über das, was bei mir im Regal ist. Da durfte der neue ➱CD Player mal Sonderschichten einlegen.

Über diesen englischen Pianisten hier schrieb ➱Gramophone nach seinem Tod vor einem Jahr: Bernard Roberts, who has died aged 80, was not a glamorous pianist but he had a large and devoted following precisely because he was not. Was wäre aus dem Mann geworden, wenn er von Beginn seiner Karriere an aggressiv von Sony vermarktet worden wäre? So ist bei dem englischen Label Nimbus Records gelandet, das seit kurzem in Deutschland von Naxos vertrieben wird. Vielleicht wird er dadurch in Deutschland ja ein wenig bekannter. Im Internet schreibt ein gewisser Donald Satz über die Partitas von Roberts: What holds Roberts back from true excellence is that he does not reach the soul of Bach's music; I don't get the sense that Roberts makes any attempt to get there either. He has no interest in any intense levels of emotion in the music; this results in a limited emotional breadth to the performances. Artists such as Tureck and Rubsam go the extra mile and attempt to find Bach's core. Actually, Rubsam and Roberts are like night and day when compared to one another. 

Ich halte das für vollständigen Unsinn. Was soll das heißen: he does not reach the soul of Bach's music? Wer kann das von sich behaupten? Das klingt furchtbar deutsch, aber dieser Donald Satz, der Immobilienberater in der US Army war, ist Amerikaner. Es ist allerdings schön, dass mal einer weiß, was the soul of Bach's music ist. Ich höre mich seit Wochen durch die Aufnahmen von Bachs Clavir-Übung, die ich besitze, und mir gefällt die Aufnahme von Roberts sehr sehr gut. Mir gefallen allerdings auch die drei CDs bei Naxos von ➱Wolfgang Rübsam (der neuerdings in Amerika einen Friseursalon besitzt), die beweisen, dass man nicht unbedingt zu einem Hochpreislabel greifen muss. Es gibt hier mit der Partita No 1 ein Pröbchen. Bei Naxos hat es immer gute Pianisten gegeben, der Ungar Jenő Jandó (sozusagen der Hauspianist von Naxos) ist nur ein Beispiel. Natürlich spielt Rosalyn Tureck einen wunderbaren Bach, das steht außer Frage. Ich habe sie schon ➱mehrfach erwähnt, zu einem eigenen Post hat es leider hier noch nicht gereicht. Vielleicht kommt der noch mal. Aber ich lasse sie heute, ebenso wie ➱Glenn Gould und ➱András Schiff, draußen vor, ich möchte heute einmal die vielleicht weniger bekannten Pianisten vorstellen.

Zum Beispiel den New Yorker Richard Goode, der in Deutschland nicht so bekannt geworden ist. Vielleicht liegt das daran, dass er bei dem Label Nonesuch und nicht wie sein New Yorker Kollege Murray Perahia bei Sony ist. Ich habe Goode (wie seinen Lehrer Mieczysław Horszowski) schon einmal in dem Post ➱Mozarts Klaviersonaten erwähnt, und ich halte sehr viel von ihm. Für  den Classical Good CD&DVD Guide der englischen Zeitung Gramophone (2006) waren die Aufnahmen von Goode die Aufnahmen schlechthin. Und dem will ich mich gerne anschliessen. Hören Sie ➱hier doch einmal Richard Goode zu (zu dem weißen Cummerbund unter seinem ➱Frack sage ich jetzt nichts).

Der Bremer Carl Seemann war einmal der berühmteste deutsche Pianist der Nachkriegszeit. Doch dann kamen die Russen wie Gilels, Horowitz und Svjatoslav Richter auf den deutschen Plattenmarkt. Und Italiener wie Arturo Benedetti Michelangeli. Glenn Gould nicht zu vergessen. Da geriet Seemann allmählich ins Abseits. Ich habe mir seine Aufnahme der Partitas, die 1965 im Sendesaal von Radio Bremen aufgenommen wurde, sofort gekauft, als sie im Jahre 2000 auf den Markt kam. Dazu kann ich aber nichts mehr sagen, ich mochte sie damals nicht und habe sie sofort verschenkt. Natürlich an einen Bremer. Vielleicht war ich noch nicht reif genug für Karl Seemann. Ich habe allerdings zwei CDs von ihm, beide von der Deutsche Grammophon. Die eine heißt Carl Seemann plays Bach, die andere Das Vermächtnis. Die leitete 1999 eine Art Renaissance des beinahe vergessenen Pianisten ein, von dem es kaum noch Aufnahmen auf dem Markt gab. Den vier CDs von Das Vermächtnis liegt ein Booklet bei, in dem Joachim Kaiser wieder diese schönen abgehobenen Dinge sagt, die wir von ihm gewohnt sind. Es ist ja manchmal nicht auszuhalten. Wollte er es wieder gutmachen, dass er Seemann in seinem Buch Große Pianisten in unserer Zeit überhaupt nicht erwähnt hatte?

David Fray ist ebenso wie Igor Levit gerade angesagt, er spielt, wie der ➱Spiegel weiß, den aufregendsten Bach seit Jahrzehnten. Man vergleicht ihn gerne mit Glenn Gould, er selbst sieht sich eher in der Nachfolge von Wilhelm Kempff. Das ist eigentlich sehr schön, meine Jugend bestand aus ➱Wilhelm Kempff (und Wilhelm Backhaus). Bevor Glenn Gould und ➱Van Cliburn kamen. Lassen wir David Fray noch ein wenig reifen. Er hat ja auch erst zwei Partitas veröffentlicht. Die aber kaum wirklich aufregend sind. Da ich gerade beim Aufräumen in der Bach Abteilung war, habe ich mal eben Kempffs Aufnahme des Wohltemperierten Klaviers aufgelegt, das war wirklich aufregend. Niemand spielt das Präludium wie er. Aber dies ➱Video mit David Fray sollte man sich schon ansehen.

Eigentlich wollte ich ja die Welt von Sony vermeiden, aber an Murray Perahia kommen wir nun nicht vorbei. Ebenso wie Richard Goode hat er bei Mieczysław Horszowski studiert. Zu Bach ist er sehr spät gekommen, da war er schon für seine Aufnahmen von Mozart und Beethoven berühmt. Eine Entzündung seines Daumens warf ihn für Jahre aus der Bahn. Und jetzt geht es ihm wie Eleonore Bühler-Kestler: Bach spendet ihm Trost. Die heute in Paris lebende chinesische Pianistin Zhu Xiao-Mei hat die fünf Jahre im Arbeitslager nur dank Bach überlebt (sie hat darüber in ihrem Buch Von Mao zu Bach geschrieben). Uns kann Bach auch jederzeit Trost spenden. Wir können ja immer Jesu bleibet meine Freude von ➱Myra Hess oder ➱Dinu Lipatti auflegen. Als Perahia wieder gesundet, nimmt er die Goldberg Variationen auf, eine Aufnahme, die für Gramophone das Mass aller Dinge ist. 2009 und 2010 folgen die Partitas. Und die sind unbedingt eine Kaufempfehlung. Hören Sie sich hier doch einmal die Partita Nummer Sechs an.

Was ich heute über die Partitas schreibe, die zur Gemüths Ergoetzung verfertiget wurden, kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Es gibt noch mehr Aufnahmen auf dem Markt. Manche habe ich (wie Alexis Weissenberg), mag aber nicht über sie schreiben. Manche habe ich nicht, weiß auch nicht, ob ich sie wirklich brauche. Das betrifft die Kanadierin ➱Angela Hewitt (von der ich die Goldberg Variationen habe) oder Zhu ➱Xiao-Mei (von der besitze ich die Goldberg Variationen und das Wohltemperierte Klavier). Ähnlich ist es mit Maria Tipo (die für Bachs Goldberg Variationen den Diapason d’Or erhielt), von der habe ich viel, aber keine Partitas. Man kann sie aber ➱hier hören. Was mich noch interessieren würde, wäre Jeremy Denk, dessen hervorragende Goldberg Variationen ich bereits ➱hier erwähnt habe, aber ich glaube, ich habe schon Aufnahmen genug.

Manches bleibt ein Traum, weil der Pianist die Partitas nicht vollständig gespielt hat. Da findet sich eine Partita quasi als Zugabe und man fragt sich, warum der Pianist nicht auch alle anderen gespielt hat. Also zum Beispiel ➱Grigori Sokolow, der bei der Kunst der Fuge (naïve1982) noch die Partita No. 2 dazu gab. Oder Jeffrey Kahane, der auf einer CD von Nonesuch die Nummer 4 sehr schön gespielt hat. Die ultimative Aufnahme wäre vielleicht die von Dinu Lipatti gewesen, der bei seinem letzten Konzert die Partita No. 1 spielte (hier in Teil ➱A und ➱B zu hören). Falls er es gewollt hatte, alle sechs Partitas aufzunehmen, blieb ihm keine Zeit. Drei Monate nach dem Konzert war er tot.

Ich hatte von der jungen Pianistin Irma Issakadze das preiswerteste Angebot bei Amazon Marketplace gewählt. Das kam aus Amerika, und so kam die CD mit der Aufnahme der Partitas von Irma Issakadze (Oehms Classics 2011) erst an, als dieser Post längst geschrieben war. Wenn man früher, als Bücher noch richtig gedruckt wurden, etwas hinzufügen wollte, wurde der Setzer richtig böse. Vor allem, wenn das noch Bleisatz war. Aber jetzt kann ich hinzufügen, was ich will. Kostnix. Über die georgische Pianistin schrieb der deutsche Komponist Franz Hummel anlässlich ihrer Aufnahme der Goldberg VariationenÜber vierzig Jahre warten wir nun schon auf eine, Gould entthronende Aufnahme und da taucht plötzlich eine junge Frau auf, die alles, was sie spielt, einem so selbstkritischen Exerzitium unterwirft, als sei sie die wahre Gouldesse, doch sie ist das Gegenteil: ihre pianistischen Fähigkeiten sind zwar Gould adäquat, ihr Klangsinn aber ist differenzierter, reicher entwickelt und weniger sektiererisch. Deshalb hört man aus ihren Händen den alten, immer neuen Bach mit einer Wärme, wenn das Metier die Metapher erlaubte, würde ich sagen Herzlichkeit, ja einer Verwegenheit kontemplativer Hingabe und einem virtuosen Wetterleuchten, dass man sich dreimal die Augen reibt. Einmal, weil man nicht glauben kann, was man soeben hört und den Namen Irma Issakadze neugierig nochmals lesen muss, ein zweites Mal, weil man eine verstohlene Träne abwischt, und ein drittes Mal, weil man unverhofft Glenn Goulds zweiter Beerdigung beiwohnt. Ich verwette meinen Ruf als Musiker, dass Irma Issakadzes CD in Zukunft der Maßstab für alle Goldberg-Spieler sein wird, es sei denn, die Menschheit ist wirklich so unmusikalisch geworden wie ich manchmal befürchte.

Das will eine Menge heißen. Wenn Hummel und Oswald Beaujean nach den Goldberg Variationen auch die ➱Partitas loben, kann ich nicht zurückstehen. Beaujeans Satz Nach den "Goldberg Variationen" sind auch diese Bach-Partiten ein Ereignis kann ich nur ganz dick unterstreichen. Man entdeckt bei ihrem Spiel Dinge, die man noch nie gehört hat. Das ist einfach wunderbar.

Montag, 16. August 2010

Wanda Landowska


Sie ist am 16. August 1959 in Lakeville (Connecticut) gestorben, da war sie achtzig Jahre alt. Ihre Konkurrentin in Bezug auf das richtige Spielen von Johann Sebastian Bach, Rosalyn Tureck, war da erst fünfundvierzig, aber die kannte hier niemand. Und auch dass Glenn Gould gesagt hatte, dass er Rosalyn Tureck viel verdankte (wozu er lange gebraucht hat, das zu sagen), hatte sich hier noch nicht herumgesprochen. Vor zwanzig Jahren war es so gut wie unmöglich, Turecks Bach Aufnahmen in Deutschland zu bekommen. Das hat sich völlig geändert. Und bei Naxos Historical kann man auch Wanda Landowska kaufen. Die mochte Glenn Gould ja nun gar nicht: ....I knew many of the Landowska recordings when I was a kid, but I don't believe I've heard any of them since I was about fifteen, and Edwin Fischer I never knew at all. Rather than the playing of people like that, I was much more familiar when I was growing up with the recordings of Rosalyn Tureck, for instance, than I ever was with Landowska. In fact, really I didn't like Landowska's playing very much, and I did like Tureck's enormously - Tureck influenced me.

Ich persönlich mag das Cembalo als Instrument nun auch nicht, aber Platten mit Cembaloaufnahmen  kriegte man aber vor mehr als einem halben Jahrhundert immer geschenkt. Daran ist Wanda Landowska schuld. Entweder war das damals Ralph Kirkpatrick (ein Schüler von Landowska) oder Gustav Leonhardt. Der war für die Deutschen ja die Verkörperung von Bach, durfte ihn in dem Film von Jean-Marie Straub Die Chronik der Anna Magdalena Bach auch spielen. Man kriegte garantiert keine Glenn Gould Platte geschenkt. Aber wenn ich den Klang des Cembalos auch nicht mag und die Goldberg Variationen lieber auf dem Klavier höre, habe ich jetzt beim Schreiben natürlich Wanda Landowskas Goldberg Variationen aufliegen, aufgenommen in Paris im November 1933. Dank moderner Techniken von der Firma Cedar im britischen Cambridge, lässt sich die Aufnahme durchaus hören. Das Instrument, das Madame Landowska spielt, hat sie zusammen mit der Firma Pleyel entworfen. Dieser Typ des Cembalos wurde sehr verbreitet, bis irgendwann der Wahn mit den historisch originalen Instrumenten kam. Es ist ja nicht so, dass sie nicht auch auf einem Piano gespielt hätte, es gibt  Photos von ihr am Klavier. Und eigentlich hätte sie den Bach auch gleich auf dem Klavier spielen können, denn ihr Konzertcembalo von Pleyel klingt lange nicht so mickrig, wie das Cembalo von Gustav Leonhardt. Ihr Schüler Alexis Weissenberg nutzt bei seiner Pariser Aufnahme von 1967 (EMI) die Möglichkeiten des Flügels nicht voll aus und spielt ihn streckenweise (wie in der Aria), als würde er ein Cembalo spielen.

Sie wurde 1877 in Warschau geboren, als das noch zu Russland gehörte. Natürlich war sie ein Wunderkind, das mit drei Jahren Musikunterricht erhielt und mit vierzehn das Konservatorium in Warschau absolviert hatte. Danach studierte sie noch in Berlin, und nachdem das vergessene Instrument Cembalo durch sie berühmt geworden war (und vice versa), lehrte sie in Berlin und Paris. Die Nazis haben sie aus Frankreich vertrieben und ihre große Musikaliensammlung beschlagnahmt. Dabei hat sich ein Hauptsturmführer der SS, Dr. phil.habil. Herbert Gerigk, besonders hervorgetan. Der hat auch ein Lexikon über die Juden in der Musik herausgebracht. Nach 1945 ist dem gar nichts passiert. Wanda Landowska, die seit 1941 in den USA lebte, ist für ihre Verluste nie entschädigt worden. Auf dem Photo oben, auf einer Plattenhülle für den amerikanischen Markt, sieht sie herzerfrischend modern aus. Auf den Schwarzweißphotos der dreißiger Jahren wirkt sie immer wie ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert.

Ich lasse jetzt mal diese Grundsatzfrage aus, ob man Bach aus dem Klavier oder dem Cembalo spielen soll. Ich bin mir sicher, Bach hätte Bach auf dem Klavier gespielt, wenn er eins gehabt hätte. Wir haben die Frage ja auch erst seit Madame Landowska, hätte sie das Cembalo nicht aus dem Rumpelkeller der Musikinstrumente geholt und es auf die Konzertbühne gebracht, würde sich die Frage eh nicht stellen Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt Ärger mit meinen Lesern bekomme, liste ich meine Top Ten der Interpreten für die Goldberg Variationen (dieser Link führt zu einer Seite, die mit großer Liebe gemacht wurde) einmal auf. Und ich lasse dabei Wanda Landowska, Rosalyn Tureck, Glenn Gould (1955 und 1981) und Alexis Weissenberg auf der Liste aus, weil die schon erwähnt wurden. Wobei natürlich Tureck und Gould auf die ersten Plätze kommen. Aber die kommen in jeder Liste immer auf die ersten Plätze, das ist nicht so originell. Mein erster Platz wird Sie jetzt überraschen, geben Sie dieser jungen Dänin (die ich durch Zufall in einem Grabbelkasten mit CDs entdeckte) einmal eine Chance. Ist kein finanzielles Risiko.

1.   Christina Bjørkøe
2.   Andrei Gavrilov
3.   Murray Perahia
4.   Wilhelm Kempff
5.   Ragna Schirmer
6.   András Schiff
7.   Angela Hewitt
8.   Jenö Jandó
9.   Maria Yudina
10. Zhu Xiao-Mei

Tut mir nun leid für Martin Stadtfeld, aber kein Platz mehr unter den ersten zehn. Und da wären auch noch Ekaterina Dershavina und Jacques Loussier davor gekommen. Sogar Bruno Canino. Ich könnte ja zu jeder Aufnahme eine ganze Menge sagen. Vielleicht ein anderes Mal, vielleicht mache ich Joachim Kaiser Konkurrenz und schreibe einen Monat lang nur über Pianisten. Christina Bjoerkoe gibt es (in dieser Schreibweise) bei Amazon für 4,99. Wanda Landowkas Aufnahme von 1933 kostet einen Euro mehr.

Freitag, 21. Dezember 2018

Sir András Schiff


Er hat nichts von den asiatischen Wunderkindern wie Lang Lang, William Youn und Seong-Jin Cho an sich, die immer wieder auftauchen. Er ist niemand für das Showbusiness. Seit über vierzig Jahren ist er im Geschäft und hat beinahe alles eingespielt, was man einspielen kann, von Bartok bis Bach. Der Ungar András Schiff ist auch ein Star, aber eher still und zurückhaltend, vielleicht liegt das am englischen Einfluss. Er hatte englische Verwandte, beim Besuch der Verwandten hat er George Malcolm kennengelernt, der ihn sehr beeinflusst hat. Seit 2001 ist Schiff englischer Staatsbürger, 2014 hat die Königin ihn zum Knight Bachelor gemacht. In Ungarn wird er aus Protest gegen die augenblickliche Regierung nicht mehr auftreten: Ungarn habe ich nicht aufgegeben, aber sehr optimistisch kann man da nicht sein. Die Fidesz-Regierung wird noch lange bleiben. Und das Hauptproblem sind nicht die Politiker, sondern das Volk, die Menschen – und ja, ich weiß, man darf nicht generalisieren. Aber immerhin, durch die Menschen, um nicht zu sagen: den Pöbel wurde Orbán zum zweiten Mal mit einer Zweidrittelmehrheit gewählt. Genau wie die Italiener, die dreimal für Berlusconi gestimmt haben.

Der englische Cembalist George Malcolm hatte Schiffs Interesse auf Johann Sebastian Bach gelenkt, und über Bach und das Cembalo hat Schiff einiges zu sagen. Der Pianist benutzt in seinen Konzerten zwar auch einen Steinway, aber das ist nicht sein Lieblingsinstrument: Das Problem ist, dass die meisten Pianisten überhaupt nicht neugierig sind. Sie nehmen oft lieber einen mittelmäßigen Steinway als einen guten Bösendorfer, weil sie auf dem Letzteren gar nicht spielen können. Privat bevorzugt er einen Bösendorfer, für die Firma macht er auch schon mal Reklame. Schiffs Bach ist nicht jedermanns Bach, schon Joachim Kaiser kritisierte, dass Schiffs Klavierspiel zu prätentiös sei. Hartgesottene Glenn Gould Fans werden Schiffs Bach nicht mögen.

Andras Schiff, der jeden Tag mit einer Stunde Bach (natürlich ohne Pedal) beginnt, wird heute fünfundsechzig. Dazu wollen wir ganz herzlich gratulieren. Wir gratulieren auch Dame Misuko Uchida, die gestern siebzig wurde (und die auch Bach spielen kann). Zur Feier des Tages gibt bei mir heute Bachs Goldberg Variationen, und dann habe ich da noch ein interessantes, beinahe zweistündiges, Interview, das NDR Kultur vor einigen Tagen gesendet hat.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Capriccio


Was war das? Das gehörte doch gar nicht dahin. Ich hörte plötzlich auf der CD etwas, was ich noch nie gehört zu haben glaubte. Ich ging zum CD Player zurück und schaute mir die CD Hülle an. Die CD hatte ich eingelegt, weil J.S. Bach Partitas drauf stand. Die ➱Partitas höre ich im Augenblick gerne (sie helfen ebenso wie ➱Mozart gegen den Tinnitus). Ich bin durch Igor Levit auf den Geschmack gekommen, höre im Augenblick aber lieber den New Yorker Richard Goode. Der ja noch von Mieczysław Horszowski unterrichtet wurde. Sie können ihn ➱hier hören, der ➱Frack passt ihm an keiner Stelle, aber das macht nichts.

Was gerade im CD Player lag, war Wolfgang Rübsam. Niedrigpreisangebot von Naxos. Rübsam (der eine Meisterprüfung als Friseur abgelegt hat und in Amerika einen barbershop besitzt) sieht zwar mit seiner Haartracht etwas seltsam aus, aber er spielt einen wunderbaren Bach. Ohne Einschränkung zum Kauf empfohlen. Und das, was mich hatte aufhorchen lassen, ist auf dieser abgebildeten CD mit drauf. Sozusagen als Beigabe zu den Partitas No 1 und No 2. Ein Musikstück, das etwa zehn Minuten lang und ganz erstaunlich ist. Es hat einen langen italienischen Titel: Capriccio sopra la lontananza de il fratro dilettissimo, was auf deutsch soviel wie Capriccio über die Abreise des sehr beliebten Bruders.

Das Capriccio hat die Nummer 992 des BWV. Und es hat einen Wikipedia Artikel von schöner Klarheit. In dem wir erfahren, dass wir nicht sehr viel über dies Capriccio wissen. Nicht einmal, was mit der Abreise des sehr beliebten Bruders gemeint ist. Das erstaunliche an diesem Stück sind die programmatischen Titel der einzelnen Sätze. Wie Ist ein allgemeines Lamento der Freunde oder Ist eine Schmeichelung der Freunde, um denselben von seiner Reise abzuhalten. So etwas hat Bach nie wieder gemacht.

Das Capriccio ist sehr klangschön, geradezu romantisch. Ich bin sentimental, mich haut eine schöne Melodie um. Das habe ich schon über ➱I skovens dybe stille ro (einem meiner ersten Posts) oder ➱Visa i backa gesagt. Nicht alle Pianisten haben das Capriccio 992 gespielt; und die, die es spielen, spielen es alle ein wenig anders. ➱Svjatoslav Richter spielt es anders als ➱Rosalyn Tureck. Glenn Gould hat es nicht gespielt. Es stand auf der Liste der Bach Kompositionen, die er noch spielen musste, wenn er das Gesamtwerk einspielen wollte. Sein Vertrag mit Columbia lief noch bis 1983, die hofften natürlich, dass es noch der ganze Bach werden würde. Sein ➱Haydn Projekt hatte er abgeschlossen, mit Bruno Monsaigneon hatte er eine dreiteilige Reihe Glenn Gould plays Bach verabredet. Dann spielte er die Goldberg Variationen noch einmal ein. Langsamer als in den fünfziger und sechziger Jahren. Dann kam der Tod. Keine Zeit mehr für das Capriccio. Den Welterfolg der Goldberg Variationen hat er nicht mehr erlebt.

Aus den vielen Aufnahmen des Capriccio, die sich bei YouTube finden, habe ich heute die von Galila Rübner (oder Galila Izreeli-Rübner) ausgesucht. Sie können sie ➱hier hören. Man kann das nicht kaufen, man kann (wenn ich es recht sehe) überhaupt keine Aufnahmen von der 84-jährigen in Israel geborenen Pianistin kaufen. Aber wenn man ihren Namen bei YouTube eingibt, dann wird man überrascht sein, was man da alles von ihr hören kann. Es ist das Schicksal von Galila Rübner, dass sie ein wenig das Anhängsel ihres Gatten ist, denn der in Preßburg geborene Tuvia Rübner, der 1941 nach Palestina emigrierte, ist ein berühmter Dichter.

Er ist in Deutschland nicht so bekannt, obgleich er 1999 den Paul Celan Preis erhalten hat. Und in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen wurde. Sie können auf dieser ➱Seite eine schöne Würdigung seines Werkes lesen. Tuvia Rübner (hier mit seiner Gattin Galila) ist gerade zweiundneunzig geworden. So alt wird mein Onkel Karl (der manchmal auch Gedichte schreibt) am Ende dieses Monats übrigens auch. Der ➱Post, den ich ihm zum neunzigsten Geburtstag schrieb, hat ihn ein wenig berühmter gemacht. Vielleicht macht dieser Post ja ➱Galila und Tuvia Rübner hierzulande etwas berühmter. Das wäre schön. Und vielleicht fangen Sie jeden Tag mit dem Arioso des Capriccio 992 an. Sie brauchen nur ➱hier zu klicken. Machen Sie sich doch einfach ein Lesezeichen.

Bis 1954 hat Tuvia Rübner seine Gedichte auf deutsch geschrieben, danach auf hebräisch. Seine neuesten Gedichte (und beinahe alle seine Werke) sind beim Rimbaud Verlag erschienen, diese ➱Seite sollten Sie unbedingt einmal anklicken. Wunderbarer Wahn sei sein letztes Buch, hat er vor zwei Jahren gesagt. Aber man weiß ja nie. Ich habe den Verlag von Bernhard Albers schon in dem Post über den deutschen Dichter ➱Gerhard Neumann hervorgehoben, was aber leider die ➱Auflagezahlen von Gerhard Neumann nicht wesentlich angehoben hat (hat mir Herr Albers geschrieben). Man kann die deutschen Kleinverlage ja nicht genügend loben, weil man sonst das Gefühl bekommt, die deutsche Kultur bestände nur aus Til Schweiger, Dieter Bohlen und Helene Fischer.

Inzwischen ist ➱Tuvia Hübner auch von den Engländern und Amerikanern entdeckt worden, ich hätte ➱hier eine interessante Seite des jüdischen Kulturmagazins Tablet. Und auf einer englischen Seite fand ich ein Gedicht von Rübner, das mir sehr gefallen hat. Es heißt Postcard from Vienna:

A raised arm may be lowered
a salute – withdrawn.
A mouth filled with shrieks is also capable of speaking.
Wild shouts may turn into laughter.
It isn’t absolutely necessary to clean sidewalks with toothbrushes.
Yet Vienna is beautiful, a spotlessly clean city
with a rich past. Many musicians
lived there, actors, a lot of authors.
A city with much to be proud of.
On the Heldenplatz the sparrows chatter,
the traffic hums.
A hangman doesn’t have to be ashamed because he was
a hangman. And the Danube
is not really blue.
In a certain sense goodness is boring, Kafka wrote,
without consolations. Be seeing you.

Letztes Jahr war ein Bachjahr, der 330. Geburtstag des Komponisten. Leider von mir im Blog unbemerkt. Feiertage sind mir egal, Bach gehört bei mir zum Alltag und liegt eh immer im ➱CD Player. Und die Noten vom Capriccio habe ich mir auch schon gekauft. Komme aber über die erste Seite, die Schmeichelung der Freunde, um denselben von seiner Reise abzuhalten, noch nicht hinaus. In diesem Blog gibt es viel Johann Sebastian Bach, und wenn Ihnen der Sinn danach steht, könnten Sie noch lesen: Bach: Partitas, Glenn Gould, Gouldberg Variations, Linkshänder, Play Bach, Andante ma non troppo, Bachs Cellosuiten, Myra Hess, Friedrich Gulda, Gulda, Arturo Benedetti Michelangeli, Hans Matthison-Hansen