Freitag, 24. April 2020

Stenka Rasin


In dem Post Washington Crossing the Delaware hatte ich ein Lied abgedruckt, das die Düsseldorfer Malerkollegen von der Künstlervereinigung Malkasten für Emanuel Leutze, der sich nach Amerika verabschiedete, gedichtet und gesungen haben:

Hört ihr Leute das Gedichte
von dem großen Wasserfluß
der in der Naturgeschichte
heisst der Delawarius.


Der Slavist Friedrich Hübner wies mich damals darauf hin, dass dieses Lied wohl nach der Melodie des russischen Volkslieds Stenka Rasin gesungen wurde. Ich kannte zwar den Text des russischen Liedes nicht, aber ich kannte die Melodie. Wir hatten das Lied vor Jahrzehnten einmal mit dem Text ✺Unrasiert und fern der Heimat gesungen. Es hat, wie das Lied ✺Katjuscha, eine leicht eingängige Melodie. Hören wir mal eben in das Lied hinein, gesungen von keinem Geringeren als ✺Fjodor Schaljapin

Am 24. April des Jahre 1671 ist der Kosakenführer Stepan Timofejewitsch Rasin (den man Stenka Rasin nannte), der bei seinem Aufstand weite Teile Südrusslands beherrscht hatte, von seinen eigenen Leuten gefangengenommen und dem russischen Adel übergeben worden. Man bringt ihn nach Moskau, der Zar verhört ihn persönlich, er wird abgeurteilt und auf dem Roten Platz gevierteilt. Das ist das Ende des Bauernkriegs und der Auflehnung der Leibeigenen gegen die Bojaren und den Zaren. Zwei Jahre zuvor hatte Stepan Rasin, der mit einer Flotte von Booten die Donau beherrschte, eine Flotte des persischen Schahs geschlagen und eine persische Prinzessin geraubt. Er kehrt an den Don zurück, will sich dem Zaren unterwerfen, veranstaltet ein großes Gastmahl, um den Abschied vom Räuber- und Piratenleben zu feiern.

So wird die Geschichte erzählt. Seine Männer werfen ihm vor, er sei kein richtiger Donkosake mehr, seit er die Prinzessin entjungfert und sie immer an Bord seines Bootes habe, bei dem die Taue angeblich aus persischer Seide geflochten sind. Er sei ein Weib geworden, sagen sie. Rauben, morden und brandschatzen ist in Ordnung für einen Kosaken, aber mit einer persischen Prinzessin im Bett liegen, das geht definitiv nicht. Stenka Rasin, den Puschkin die einzige poetische Gestalt der russischen Geschichte genannt hat, versteht das Murren seiner Krieger. Und nach einer letzten Liebesnacht nimmt er die junge Prinzessin und wirft sie mit ihrem Geschmeide über Bord. Nimm, Mütterchen Wolga, ruft er. Viel Silber und Gold und Reichtum jeder Art hast du mir gegeben und Ehre und Ruhm mir zuteil werden lassen, ich aber habe dir noch nicht gedankt. So oder so ähnlich wird die Geschichte erzählt. Wenn man Prinzessinen in die Wolga wirft, und sie elendiglich ersaufen läßt, dann ist man ein russischer Held. Sie können das Ganze auch in dem russischen ✺Film aus dem Jahre 1908 sehen, von dem auch das Plakat da oben stammt.

Und hier ist, als Gedicht des Tages, der Text von Stenka Rasin, der einige Probleme bietet. Im Internet findet sich eine Version, die sehr poetisch klingt, aber einen großen Teil des Originals weglässt. Ich zitiere daraus einmal die ersten Strophen:

In den Wellen hinter Inseln
Ziehen Kähne malerisch, -
Fangen leis an aufzuwachen,
Bang ist jedes Angesicht.

Stenka Rasin vorn als erster,
Selig in der Trunkenheit,
Hält im Arme die Prinzessin,
Die er eben erst befreit.

Aber der nächste Text macht mehr Sinn, weil er sich an das russische Original hält:

Hinter der Insel hervor auf den Strom,
auf die weite Fläche der Wogen
schwimmen bunt bemalte
Kähne mit spitzem Bug.

Auf dem ersten sitzt Stenka Rasin,
hält die Fürstin umarmt,
er feiert seine neue Hochzeit,
er ist fröhlich und berauscht.

Hinter ihnen hört man Gemurmel:
"Er hat uns mit dem Weib vertauscht!
Nur eine Nacht hat er mit ihr verbracht
und am Morgen ist er selbst zum Weib geworden!"

Dieses Gemurmel und Gespött
hört der grimmige Ataman,
und mit mächtigem Arme
umfasst er die Figur der Perserin.

Die schwarzen Augenbrauen ziehen sich zusammen,
ein Gewitter zieht herauf,
heisses Blut schiesst
dem Ataman in die Augen.

"Alles will ich geben, ich werde es nicht bedauern,
selbst mein wildes Haupt will ich hergeben!"
schallt seine mächtige Stimme
über die benachbarten Ufer.

Und sie, mit niedergeschlagenen Augen,
mehr tot als lebendig,
vernimmt schweigend die berauschten
Worte des Atamans:

"Wolga, Wolga, liebe Mutter,
Wolga, du russischer Strom,
du hast noch kein Geschenk gesehen
von einem Donkosaken!

Und damit keine Zwietracht herrsche
unter freien Menschen,
Wolga, Wolga, liebe Mutter,
wegen eines schönen Mädchens - nimm du es!"

Mit machtvollem Schwung hebt er
die schöne Fürstin hoch
und wirft sie über Bord
in die heraneilenden Wogen.

"Was lasst ihr Teufel den Kopf hängen?
He, du, Filka, los, tanze!
Singen wir, Brüder, was Verwegenes
zum Gedenken an ihre Seele!"

Hinter der Insel hervor auf den Strom,
auf die weite Fläche der Wogen
schwimmen die bunt bemalten
Kähne Stenka Rasins.

Es gibt unzählige Varianten, das russische Original auf dieser Seite, da gibt es auch eine englische Nachdichtung, die sehr gut klingt. Ich stelle die mal da unten ein. ✺Günter Wewel singt etwas ganz anderes. Bei James Last heißt das Lied ✺Irgendwo auf fremden Straßen, der unerträgliche ✺André Rieu spielt es auf der Geige, und am Ende der Skala singen die Seekers ✺The Carnival is Over. Hat nichts mehr mit dem Kosakenhauptmann zu tun, hat aber dieselbe Melodie.

From beyond the wooded island
To the river wide and free
Proudly sail the arrow-breasted
Ships of Cossack yeomanry.

On the first is Stenka Razin
With his princess by his side.
Drunk, he holds a marriage revel,
Clasping close his fair young bride

From behind there comes a murmur:
"He has left his sword to woo;
One short night and Stenka Razin
Has become a woman, too."

Stenka Razin hears the murmur
Of his discontented band
And the lovely Persian princess
He has circled with his hand.

His dark brows are drawn together
As the waves of anger rise,
And the blood comes rushing swiftly
To his piercing jet-black eyes.

"I will give you all you ask for,
Head and heart and life and hand!"
And his voice rolls out like thunder
Out across the distant land.

And she, lowering her eyes,
Not alive nor dead is she,
Silently listens to the cries
of the Ataman groggy.

"Volga, Volga, Mother Volga,
Wide and deep beneath the sun,
You have ne'er seen such a present
From the Cossacks of the Don!

"So that peace may reign for ever
In this band so free and brave,
Volga, Volga, Mother Volga,
Make this lovely girl a grave!"

Now, with one swift mighty motion
He has raised his bride on high
And has cast her where the waters
Of the Volga roll and sigh.

"Dance, you fools, and let's be merry.
What is this that's in your eyes?
Let us thunder out a chanty
To the place where beauty lies!"

From beyond the wooded island
To the river wide and free
Proudly sail the arrow-breasted
Ships of Cossack yeomanry.


Donnerstag, 23. April 2020

schöne Geschichten


William Turner wurde heute vor 245 Jahren geboren, er war schon häufig in diesem Blog (mein Lieblingspost ist William Turner in Kiel). Heute soll es einmal um Turner den Dichter gehen. Der Maler hat sich sehr für Dichtung interessiert, Zitate von John Milton und James Thomson waren titelgebend für manche seiner Gemälde, und durch den Lake District, den Wordsworth bedichtete, malte sich Turner auch hindurch. To see clearly is poetry, hat er einmal gesagt, und viele Kritiker haben seine Bilder als Gedichte bezeichnet. Für Turner stand fest: Painting and Poetry flowing from the same fount... reflect and refract each other’s beauties with reciprocity of splendorous allusions. Als er 1840 sein Bild The Slave Ship in der Royal Academy ausstellte, hing ein Gedicht von ihm daneben an der Wand, Zeilen aus einem unvollendeten Gedicht, das Fallacies of Hope heißt:

Aloft all hands, strike the top-masts and belay;
Yon angry setting sun and fierce-edged clouds
Declare the Typhoon’s coming.
Before it sweeps your decks, throw overboard
The dead and dying – ne’er heed their chains
Hope, Hope, fallacious Hope!
Where is thy market now?

Wenn man bei Google Turner und Poem eingibt, bekommt man den Text eines langen Gedichtes von Turner, das eine seltsame Geschichte hat. Die mit diesem Bild hier beginnt. Das schöne Bild vom Golf von Neapel im Mondlicht sieht aus wie ein Turner, ist aber keiner. Es wurde von dem russischen Maler Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski gemalt. Turner hat das Bild gesehen: 1842 begegnete Aivazovsky William Turner, der in jenem Jahr in Rom lebte. Der Engländer zeigte sich so tief beeindruckt vom Gemälde 'Golf von Neapel in einer Mondnacht', dass er es sich nicht nehmen ließ, auf Italienisch ein paar Worte der Hochschätzung für das Gemälde und seinen Schöpfer zu verfassen: 'Vergeben Sie mir, Verehrter Meister, wenn ich geirrt und Ihre Arbeit für die Wirklichkeit gehalten habe, doch das Bild hat mich in seinen Bann gezogen und vollkommen überwältigt. Ihre Kunst ist erhaben und eindringlich, weil sie von Ihrem Genie beseelt ist.' Die außerordentliche Wirklichkeitsnähe der Bilder Aivazovskys verblüffte demnach nicht nur den gemeinen Betrachter, sondern auch Kollegen. Das Zitat findet sich auf einer Seite des Wiener Auktionshauses Dorotheum. Es ist eine schöne Geschichte, sie hat nur einen kleinen Fehler.

Turner ist 1842 nicht in Rom. Er ist in Deutschland, malt die Eröffnung der Walhalla, ist in Konstanz, malt den Bodensee und macht einen Abstecher in die Schweiz. Aber nicht nach Rom. Und warum soll er seine Wertschätzung des Gemäldes des russischen Kollegen auf Italienisch verfassen? Er war Anfang und Ende der 1820er Jahre in Rom, ein wenig Italienisch kann er. Aber reicht das für dies lange Gedicht, das ich in seiner englischen Version präsentiere:

Like a curtain slowly drawn
It stops suddenly half open,
Or, like grief itself, filled with gentle hope,
It becomes lighter in the shore-less dark,
Thus the moon barely wanes
Winding her way above the storm-tossed sea.
Stand upon this hill and behold endlessly
This scene of a formidable sea,
And it will seem to thee a waking dream. 
That secret mind flowing in thee 
Which even the day cannot scatter, 
The serenity of thinking and the beating of the heart 
Will enchain thee in this vision; 
This golden-silver moon 
Standing lonely over the sea, 
All curtain the grief of even the hopeless. 
And it appears that through the tempest 
Moves a light caressing wind, 
While the sea swells up with a roar, 
Sometimes, like a battlefield it looks to me 
The tempestuous sea, 
Where the moon itself is a brilliant golden crown 
Of a great king. 
But even that moon is always beneath thee 
Oh Master most high, 
Oh forgive thou me 
If even this master was frightened for a moment 
Oh, noble moment, by art betrayed… 
And how may one not delight in thee, 
Oh thou young boy, but forgive thou me, 
If I shall bend my white head 
Before thy art divine 
Thy bliss-wrought genius…

Der Text findet sich im Internet bei Facebook und Pininterest, zwei Adressen, die nicht unbedingt für wissenschaftliche Zuverlässigkeit stehen. Der Text soll, und jetzt wird es ganz kurios, eine englische Übersetzung eines armenischen Gedichts von Howhannes Schiras sein, das auf einer russischen Übersetzung von Turners italienischem Text basiert, der in der Zeitschrift Russkaya Starina 1878 abgedruckt wurde.

Es gibt noch einen anderen Text, den Turner vielleicht geschrieben hat, als er Aiwasovsky in London traf. Diesen Text hat man beim Dorotheum offensichtlich gekannt, im Englischen lautet er:

In this your picture
I see the moon, all gold and silver.
Reflected in the sea below.
And on the surface of the sea
There plays a breeze which leaves a trail
Of trembling ripples, like a shower 
Of fiery sparks or else the gleaming headdress 
of a mighty king!
Forgive me if I err, great artist, 
Your picture has entranced me so,
Reality and art are one, 
And I am all amazement.
So noble, powerful is the art 
That only genius could inspire!

Man kann unschwer erkennen, dass dieser Text die Basis des langen Textes ist. Er findet sich so in zwei Büchern von Edward Strachan und Roy Bolton, die in London eine Galerie russischer Kunst betreiben. Wenn Turner überhaupt etwas für Iwan Aiwasowski geschrieben hat, dann sind es diese vierzehn Zeilen gewesen.

Mittwoch, 22. April 2020

ewiger Frieden


Hast Du in Deinem Blog je über Karl Kraus geschrieben? fragte mich ein Freund. Der Post Erwin Chargaff fiel mir sofort ein. Da steht auch die kleine Geschichte drin, die ich in dem Post Helmut Qualtinger erzählt habe. Heute, am Geburtstag von Immanuel Kant, gibt es hier ein Gedicht von Karl Kraus, das den Titel 'Zum ewigen Frieden' von Immanuel Kant! hat. Kraus stellt dem Gedicht ein Zitat von Kant als Motto voran: Bei dem traurigen Anblick nicht sowohl der Übel, die das menschliche Geschlecht aus Naturursachen drücken, als vielmehr derjenigen, welche die Menschen sich untereinander selbst anthun, erheitert sich doch das Gemüth durch die Aussicht, es könne künftighin besser werden; und zwar mit uneigennützigem Wohlwollen, wenn wir längst im Grabe sein und die Früchte, die wir zum Teil selbst gesät haben, nicht einernten werden. Und dann folgt das Gedicht in gereimten Zweizeilern:

Nie las ein Blick, von Thränen übermannt,
ein Wort wie dieses von Immanuel Kant.

Bei Gott, kein Trost des Himmels übertrifft
die heilige Hoffnung dieser Grabesschrift.

Dies Grab ist ein erhabener Verzicht:
"Mir wird es finster, und es werde Licht!"

Für alles Werden, das am Menschsein krankt,
stirbt der Unsterbliche. Er glaubt und dankt.

Ihm hellt den Abschied von dem dunklen Tag,
daß dir noch einst die Sonne scheinen mag.

Durchs Höllentor des Heute und Hienieden
vertrauend träumt er hin zum ewigen Frieden.

Er sagt es, und die Welt ist wieder wahr,
und Gottes Herz erschließt sich mit "und zwar".

Urkundlich wird es; nimmt der Glaube Teil,
so widerfährt euch das verheißne Heil.

O rettet aus dem Unheil euch zum Geist,
der euch aus euch die guten Wege weist!

Welch eine Menschheit! Welch ein hehrer Hirt!
Weh dem, den der Entsager nicht beirrt!

Weh, wenn im deutschen Wahn die Welt verschlief
das letzte deutsche Wunder, das sie rief!

Bis an die Sterne reichte einst ein Zwerg.
Sein irdisch Reich war nur ein Königsberg.

Doch über jedes Königs Burg und Wahn
schritt eines Weltalls treuer Untertan.

Sein Wort gebietet über Schwert und macht
und seine Bürgschaft löst aus Schuld und Nacht.

Und seines Herzens heiliger Morgenröte
Blutschande weicht: daß Mensch den Menschen töte.

Im Weltbrand bleibt das Wort ihr eingebrannt:
Zum ewigen Frieden von Immanuel Kant!

Dienstag, 21. April 2020

Pennsylvania


Ich wollte heute nichts schreiben, wollte mal eine kleine Pause einlegen. Ich bin es nicht mehr gewöhnt, jeden Tag einen Post zu veröffentlichen. Aber dann sah ich, dass Charles Follen Adams heute Geburtstag hat, ein amerikanischer Mundartdichter, der Gedichte in einer Sprache schreibt, die man Pennsylvania Dutch nennt. Eine Sprache, in der wir Sätze finden wie: und dann sind die pigs übern fence gehoppt und haben die potatoes gedamaged. Die Sprache kann auch noch sehr lebendig sein, wie der Country Sänger John Schmid beweist. Wie das Alphabet von diesem deitsch aussieht, können Sie hier sehen.

Man kann das Ganze leicht verstehen. Auch die Geschichte vom kleinen Yawcob Strauss aus Yawcob Strauss, and Other Poems.

I haf von funny leedle poy
Vot comes schust to mine knee;
Der queerest schap, der createst rogue,
As ever you dit see.
He runs und schumps and schmashes dings
In all barts off der house:
But vot off dot? He vas mine son,
Mine leedle Yawcob Strauss.


Das Gedicht ist natürlich noch länger, Sie können den Rest hier lesen. Vor sechs Jahren gab es hier schon einmal einen Post zu Charles Follen Adams. Der natürlich nicht der berühmteste Dichter von Pennsylvania ist. Denn das ist eindeutig John Updike. Und vom dem nehme ich heute noch einmal ein Gedicht. Hat nichts mit dem Hopper hier zu tun, der ist nur da, weil das Bild in Pennsylvanien gemalt worden. Das Gedicht ist aus der Sammlung Endpoint, es ist kurz vor seinem Tod geschrieben worden:

Beverly Farms, April 14, 2008

A lightened life: last novel proofs FedExed—
the final go-through, back-and-forthing till
all adjectives seemed wrong, inferior to
an almost glimpsed unreal alternative
spoken perhaps on Mars—and taxes, state
and federal, mailed. They were much more this year,
thanks to the last novel’s mild success,
wry fruit of terror-fear and author’s tours.

Checks mailed, I stopped for gas, and plumb forgot
how to release the gas-cap door. True,
I’d been driving a rented car for weeks. But, too,
this morning I couldn’t do the computer code
for the accent grave in fin-de-siècle, one
of my favorite words. What’s up? What’s left of me?

Das Manuskript eines letzten Romans zur Post gegeben, Klagen über die Einkommenssteuer, das Auto auftanken, Schwierigkeiten mit dem Computer. Das leise Resignieren eines Erfolgsautors, What’s up? What’s left of me? Es ist irgendwie traurig, genauso traurig wie Hoppers Bild Pennsylvania Coal Town.


Montag, 20. April 2020

der Heckeraufstand


Der Herr hier ist Franz Sigel, er ist im Jahre 1848 der Anführer der Konstanzer Bürgerwehr, er kommandiert eine Truppe von 500 Mann und ist auf dem Weg, sich mit dem badischen Revolutionsführer Friedrich Hecker zu vereinigen. Aber aus dem Heckeraufstand wird nichts, die Revolutionstruppen werden am 20. April 1848 im Schwarzwald von den Regierungstruppen geschlagen. Damit ist der Heckeraufstand zuende, der Aufstand in Baden wird noch bis zum Jahre 1849 weitergehen. Sigel und Hecker fliehen nach Amerika. Beide werden im Bürgerkrieg Offiziere in der Armee der Nordstaaten sein. Sigel (er wird schon in dem Post Landkarten erwähnt) wird General, wie man hier auf dem Photo sehen kann. Hecker bringt es zum Oberstleutnant. Er hat hier schon einen eigenen Post und wird in Deutsche Helden erwähnt, weil er in der Schlacht von Chancellorsville schwer verwundet wird.

Abraham Lincoln hat den General Sigel nicht geliebt, aber er brauchte diese politischen Generäle wie Sigel und Schurz für die deutschen Stimmen im Wahlkampf. Er hat die untergeordnete Rolle von Franz Sigel mit Those not skinning can hold a leg sehr nett beschrieben. Aber den Feind an den Hammelbeinen festhalten, das kann der ehemalige Kriegsminister der provisorischen badischen Regierung unter Lorenz Brentano auch nicht so richtig, sodass die Generäle Halleck und Grant seine Abberufung forden: Sigel will do nothing but run, he never did anything else. Sigel ist kein großer Stratege aber ein Meister des geordneten Rückzugs. Deshalb lieben ihn seine Soldaten, wenn es keine Schlacht gibt, kann man auch nicht in einer Schlacht sterben.

Das Gefecht auf dem Scheideckpass fordert erstaunlich wenige Tote, wenn man bedenkt, dass auf beiden Seiten tausend Mann unterwegs sind. Die Verluste sind nicht vergleichbar mit dem Blutbad, das der Kartätschenprinz in Berlin anrichtet. Die badischen Truppen verlieren allerdings ihren Anführer, den General Friedrich von Gagern. Der steht eigentlich in holländischen Diensten, mit dem Prinz von Oranien war er in Waterloo dabei gewesen. Er hat am Vortag den dringenden Befehl erhalten, sofort nach Holland zurückzukehren, tut das aber nicht. Wird dann gleich zu Beginn des Gefechts unter ungeklärten Umständen vom Pferd geschossen. Die Rückreise nach Holland wäre besser gewesen.

Ich könnte ja nun heute als Gedicht das Heckerlied hier hinstellen, oder die Version des Heckerlieds von Hannes Wader, aber ich habe da noch einen anderen 1848er. Und der dichtet. Bei dem Gefecht im Schwarzwald war er nicht dabei, da war er schon auf der Flucht vor den Behörden. Als alles in Baden vorüber ist, und auch Carl Schurz (der in Amerika noch General und Innenminister wird) geflohen ist, dichtet Ludwig Pfau:

Achtzehnhundertneunundvierzig

Das Recht erlag, der Freiheitskampf ist aus,
Die Sonn' erlosch, die unserm Bund geschienen;
Das Wetter schlug in unsrer Liebe Haus,
Und unser Glück liegt unter den Ruinen.

Ein Flüchtling bin ich ohne Dach und Land,
Zum fernen Westen ziehst du mit den Deinen;
Weit übers Weltmeer reich' ich dir die Hand -
Wird eine Heimat je uns wieder einen?

Seine Waffe im Kampf für die Freiheit ist nicht das Gewehr oder der Säbel, seine Waffe ist die Feder. Und er schreibt eine Vielzahl von politischen Gedichten: König Humbug, Herr Biedermeier, Die deutschen Flüchtlinge, Zum 18. März 1848, Lied vom Gottesgnadenfritz, Badisches Wiegenlied und das 1849 da oben. Man kann das alles auf dieser Seite lesen. Er ist nicht so berühmt geworden wie Heinrich Heine, aber vergessen hat man ihn nicht.

Er hat aber auch eine Vielzahl von Liebesgedichten geschrieben, und von denen nehme ich mir heute mal eins:

Zum letzten Mal

Nun muß ich dich, du Teure, lassen,
Und blieb mir keine andre Wahl,
So laß noch einmal dich umfassen -
O einmal noch, zum letzten Mal!

In deinen Armen laß mich liegen
Und, wie der Kelch im Sonnenstrahl,
In deinem holden Blick mich wiegen -
O einmal noch, zum letzten Mal!

An deinen Busen laß mich sinken
Und durst'ge Küsse ohne Zahl
Von deinen süßen Lippen trinken -
O einmal noch, zum letzten Mal!

Laß mich ins tiefste Herz dich drücken,
Mit dieser Stunde sel'ger Qual
Will ich mein ganzes Leben schmücken -
O einmal noch, zum letzten Male!


Einen Post Ludwig Pfau gab es in diesem Blog auch schon einmal, habe ich erst gemerkt, als ich angefangen hatte, dies hier zu schreiben.

Sonntag, 19. April 2020

The cure for loneliness is solitude


Es gibt von Edward Hopper nur ein einziges Bild, das Solitude heißt, eigentlich könnte das Wort Solitude auf einem kleinen vergoldeten Messingschildchen an vielen Bildern von ihm festgeschraubt werden, denn Einsamkeit ist das große Thema des Malers. Und das macht ihn heute in den Zeiten der Corona Krise offenbar aktueller als zuvor, der Begriff Einsamkeit hat Konjunktur. Das Thema der Einsamkeit hat schon die Philosophen der Antike beschäftigt, Michel de Montaigne schrieb einen Essay De la solitude, Johann Georg Zimmermann schrieb 1785 das Buch Von der Einsamkeit, und die Beatles sangen in Eleanor Rigby: All the lonely people where do they all come from?

Der Titel des heutigen Posts stammt von der amerikanischen Dichterin Marianne Moore. Er findet sich 1958 in einem Artikel der Zeitschrift World Week, der If I Were Sixteen Today heißt. Die Redaktion versprach sich offensichtlich von der einundsiebzigjährigen Dichterin kluge Ratschläge für die Jugend. Marianne Moore offerierte fünf Weisheiten, von denen mir Nummer drei am besten gefällt: Don't look on art as effeminate and museums as 'the most tiring form of recreation'.

Der fünfte Punkt hatte es in sich: One should above all, learn to be silent, to listen; to make possible promptings from on high. Suppose you 'don’t believe in God.' Talk to someone very wise, who believed in God, did not, and then found that he did. The cure for loneliness is solitude. Think about this say by Martin Buber: 'The free man believes in destiny and that it has need of him.' Destiny, not fate. And lastly, ponder Solomon's wish: when God appeared to him in a dream and asked, 'What wouldst thou that I give unto thee?' Solomon did not say fame, power, riches but an understanding mind, and the rest was added. Das sind schöne Weisheiten, aber ich weiß nicht, ob sie in den Tagen von Elvis Presley und Rock Around The Clock bei den amerikanischen Teenies so gut ankamen.

Als Grace Shulman ein Teenager war, hat sie Marianne Moore kennengelernt, sie hat ihr ihre ersten Gedichte zugeschickt, und die Dichterin hat ihren Lebensweg begleitet. Als Shulman vor der Wahl stand, eine Universitätskarriere zu ergreifen oder Dichterin zu sein, sagte ihr Marianne Moore: Well, I don’t know, Grace. I never got a PhD. And T.S. Eliot never had a PhD. And Ezra Pound never had one, either. And yet you persist.

Grace Shulman hat beides gemacht, sie wurde Dichterin und Professorin. Sie hat das Buch Marianne Moore: The Poetry of Engagement geschrieben und die Poems of Marianne Moore herausgegeben. Und der Satz The cure for loneliness is solitude ist bei ihr als Zusatz in den Gedichttitel von American Solitude gewandert (bei der Erstveröffentlichung im Paris Review 1995 gab es diesen Zusatz noch nicht), einem Gedicht, in dem Hopper auch vorkommt:

American Solitude

Hopper never painted this, but here
on a snaky path his vision lingers:

three white tombs, robots with glassed-in faces
and meters for eyes, grim mouths, flat noses,

lean forward on a platform, like strangers
with identical frowns scanning a blur,

far off, that might be their train.
Gas tanks broken for decades face Parson’s

smithy, planked shut now. Both relics must stay.
The pumps have roots in gas pools, and the smithy

stores memories of hammers forging scythes
to cut spartina grass for dry salt hay.

The tanks have the remove of local clammers
who sink buckets and stand, never in pairs,

but one and one and one, blank-eyed, alone,
more serene than lonely. Today a woman

rakes in the shallows, then bends to receive
last rays in shimmering water, her long shadow

knifing the bay. She slides into her truck
to watch the sky flame over sand flats, a hawk’s

wind arabesque, an island risen, brown
Atlantis, at low tide; she probes the shoreline

and beyond grassy dunes for where the land
might slope off into night. Hers is no common

emptiness, but a vaster silence filled
with terns’ cries, an abundant solitude.

Nearby, the three dry gas pumps, worn
survivors of clam-digging generations,

are luminous, and have an exile’s grandeur
that says: In perfect solitude, there’s fire.

One day I approached the vessels
and wanted to drive on, the road ablaze

with dogwood in full bloom, but the contraptions
outdazzled the road’s white, even outshone

a bleached shirt flapping alone
on a laundry line, arms pointed down.

High noon. Three urns, ironic in their outcast
dignity—as though, like some pine chests,

they might be prized in disuse—cast rays,
spun leaf—covered numbers, clanked, then wheezed

and stopped again. Shadows cut the road
before I drove off into the dark woods.

Ich weiß jetzt nicht, ob der Satz The cure for loneliness is solitude wirklich ein bedeutender Satz ist. Das Oxford English Dictionary definiert solitude als: 1. The state of being or living alone; loneliness, seclusion, solitariness (of persons). b. The fact of being sole or unique. Obs. rare. 2. Loneliness (of places); remoteness from habitations; absence of life or stir. 3. A lonely, unfrequented, or uninhabited place. 4. A complete absence or lack. rare. Die Begriffe loneliness und solitude können Synonyme sein und können auch (schon in der Antike und in der Zeit der Aufklärung) positive Konnotationen haben.

Die Einsamkeit gibt Freiheit und Gemütsruhe. Jede Gesellschaft erfordert notwendig eine gegenseitige Akkommodation. Ganz er selbst sein darf Jeder nur so lange er allein ist. Wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit; denn nur wenn man allein ist, ist man frei, sagt uns Arthur Schopenhauer. Sartre sagt Ähnliches: La solitude est un condition necessaire de la liberte. Der Franzose hat aber auch Si vous vous sentez seul quand vous êtes seul, vous êtes en mauvaise compagnie gesagt, das finde ich einen wunderbaren Satz. Dieses Bild von Hopper hat Gail Levin in ihrem Buch The Poetry of Solitude: A Tribute to Edward Hopper neben das Gedicht von Shulman gedruckt. Und damit höre ich mit Hopper und Hopper Gedichten in diesem Poetry Month erst einmal auf.

Samstag, 18. April 2020

Hopper is saying, I am Vermeer


John Updike ist als Romanautor berühmt geworden, genauer als er hat niemand das Leben der amerikanischen middle class in Neuengland beschrieben, höchstens vielleicht Richard Yates. Aber Updike ist nicht nur der Autor von dreißig Romanen und einem dutzend Bänden von Kurzgeschichten, er hat auch viel über Kunst geschrieben. Wenn Sie den Post Dänische Kunst lesen, werden Sie feststellen, dass der mit einem langen Updike Zitat beginnt. 1995 hat Updike im New York Review of Books die Ausstellung Edward Hopper and the American Imagination im Whitney Museum besprochen, und diese Besprechung ist in ein langes Hopper Kapitel seines Buches Still Looking: Essays on American Art (das es auch auf deutsch gibt) hineingewandert.

John Updike hat auch Gedichte geschrieben, eins habe ich in dem Post Nationalstolz interpretiert. Da steht eine witzige kleine Geschichte am Ende, die ich heute noch einmal hier hinstelle: Updike ist lieber unauffällig. Eine Studentin hat mir einmal erzählt, dass sie in den Semesterferien in einem kleinen Hotel an der Nordseeküste gejobbt hat. An ihrem ersten Arbeitstag sagte die Wirtin zu ihr: Und jetzt bringst du Herrn Uppdieke seinen Tee auf die Veranda. Sie hat den Tee beinahe verschüttet, als sie auf der Veranda erkannte, wer der Herr Uppdieke wirklich war. Er fällt eben nicht auf.

Das Bild Girl at a Sewing Machine aus dem Jahre 1921, das in der Sammlung Museo Thyssen-Bornemisza hängt, ist eins der frühen Ölbilder Hoppers. 1920 hatte er im Whitney Studio Club eine erste Ausstellung seiner Gemälde gehabt. In der Zeit davor war er hauptsächlich Werbegraphiker und Plakatkünstler gewesen (wir lassen einmal die Bilder aus seiner Pariser Zeit weg). Sein Freund Martin Lewis hatte ihm 1915 die Technik der Radierung beigebracht, die für Hopper der Grundstein für seine Gemälde wurde, das muss man hervorheben.

Er hat es auch selbst zugegeben: After I took up my etching, my painting seemed to crystallize. Diese Radierung hier könnte man für ein Werk von Hopper halten, es gibt ähnliche Bilder von ihm, aber sie ist von Martin Lewis. Man kann an dem Bild sehen, wie groß der Einfluß von Lewis auf Hopper ist. Ich habe auf dieser Seite noch eine Vielzahl von Radierungen von dem zu Unrecht vergessenen Lehrmeister von Edward Hopper, bei denen man immer das Gefühl hat, dass hier Hoppers Nachtwelt eingefangen ist.

John Updike, der über Hoppers Bilder gesagt hat, sie seien calm, silent, stoic, luminous, and classic, hat das Bild von dem Mädchen an der Nähmaschine und das Bild Hotel Room in sein Gedicht Two Hoppers hineingeschrieben. Er hatte beide Bilder in der Sammlung Thyssen-Bornemisza in Madrid gesehen. Die Bildersammlung von Heinrich Thyssen hatte der spanische Staat 1993 nach Thyssens Tod für 350 Millionen Dollar erworben. Sie ist heute eins der größten Kunstmuseen von Madrid.

Es lenkte jetzt sicher etwas von der Interpretation des Gedichtes von Updike ab, aber ich muss mal eben erzählen, dass mir Thyssen, der auf der Vulkan Werft in Vegesack nur Baron Heini hieß, mal die Hand geschüttelt hatte. Die Werft gehörte ihm, er besuchte sie regelmäßig. Der Werftdirektor war unsere Nachbar, und als wir uns vorm Haus trafen, hat er mich Herrn Thyssen vorgestellt. Immer, wenn ich den Namen Museo Thyssen-Bornemisza lesen, muss ich an Baron Heini in seinem eleganten weißen Burberry Regenmantel denken. Aber nun zu Updikes Gedicht:

Two Hoppers

The smaller, older Girl at a Sewing Machine
shows her, pale profile obscured by her hair,
at work beneath an orange wall while

sky in pure blue pillars stands in a window bay. 
She is alone and silent. The heroine 
of Hotel Room, down to her slip, gazes

at a letter unfolded upon her naked knees.
Her eyes and face are in shadow. The day 
rumbles with invisible traffic outside 

this room where a wall is yellow, where a
bureau blocks our way with brown and luggage 
stands in wait of its unpacking near 

a green armchair: sun-wearied Thirties plush. 
We have been here before. The slanting light,
the woman alone and held amid the planes 

of paint by some mysterious witness we're 
invited to breathe beside. The sewing girl,
the letter: Hopper is saying, I am Vermeer

Zuerst haben wir nur eine Beschreibung, sparsam, beinahe oberflächlich. Nicht zu vergleichen mit dem Gedicht, in dem Horace Walpole ein Gemälde von George Stubbs beschreibt. Ungereimte Strophen mit je drei Versen, ein unregelmäßiges Vermaß. Es gibt in dem Gedicht Dinge, die wir nicht sehen und nur ahnen können, wie The day rumbles with invisible traffic outside this room. Denn Hoppers Bilder sind ja nicht ein Beispiel für den Realismus, sie haben immer ein Geheimnis. Der Bildhauer George Segal hat einmal gesagt: What I like about Hopper is how far poetically he went, away from the real world.  Die Realität bei der Entstehung des Bildes hat nichts Geheimnisvolles. Hoppers Frau Jo schreibt in ihrem Tagebuch: I posing in a pink shimmy shirt far from the fire place (in a bitter cold room) because E. needed the light on the surface of the bed & top of my head, or whatever — & I must endure.

Hoppers Bilder laden dazu ein, Geschichten zu erfinden. Was liest die kaum bekleidete junge Frau in dem Brief, den sie in den Händen hält? 'Hotel Room' presents a concise and intense drama in the night. The tall, slender, pensive woman sits on a bed, head downward, pondering the letter she has just read. Whatever she has learned in the letter confuses and upsets her, as Hopper conveys by the clothing strewn about the room. Schreibt Gail Levin 1980 in Edward Hopper: The Art and the Artist.

Und das ist nun vollständiger Unsinn. Gail Levin hätte mal etwas genauer auf das Bild schauen sollen. Es ist ja ziemlich groß, 152 mal 165 Zentimeter. Updike schreibt The heroine of Hotel Room, down to her slip, gazes at a letter unfolded upon her naked knees. Die junge Frau hält einen Brief in der Hand? Das ist kein Brief, das ist ein Fahrplan der Eisenbahn. Das hat Hoppers Frau Josephine, die ja das Modell des Bildes war, notiert. Und auf ihre lebenslang geführten Notizen ist Verlaß, sonst hätte Gail Levin ihre Biographie Hooper: An Intimate Biography nicht schreiben können. Wir lassen Updike die Sache mit dem Brief mal durchgehen. Und sehen darüber hinweg, dass down to her slip auch nicht stimmt, ein pink shimmy shirt ist mehr als ein Slip. Aber diese letzte Zeile des Gedichts, Hopper is saying, I am Vermeer, die haut dichterisch alles raus.

Lesen Sie auch: John Updike. Ein anderes Gedicht zu dem Bild Hotel Room finden Sie in dem Post Jo Hopper (und Eddie).