Montag, 30. Mai 2011

Sun Ra


Der Jazzmusiker Sun Ra wurde heute vor 97 Jahren geboren. Mit seiner Musik bin ich nie richtig warm geworden, obgleich ich einige CDs von ihm besitze. Ich weiß auch nicht, ob man unbedingt Sun Ra CDs besitzen muss. Es gibt noch eine Menge CDs von ihm bei Amazon, und YouTube scheint voll von seinem Intergalactic Arkestra zu sein. Ich habe von ihm den Mitschnitt eines Piano Solokonzerts im La Fenice in Venedig 1977. Galt damals als Geheimtip, ich weiß aber nicht, wie geheim dieser Tip noch ist. Als CD gibt es das Konzert auf jeden Fall nicht mehr, als Vinyl LP ist es im letzten Jahr wieder aufgelegt worden. Wenn Sie Keith Jarrett mögen, könnte Ihnen das auch gefallen. Das quietschegelbe Cover sieht auf jeden Fall besser aus als die hässliche braune Verpackung meiner CD.

Aber egal, ob Sie Sun Ra nun mögen oder nicht, einen kleinen Kulturtip hätte ich doch. Und das ist der Film The Cry of Jazz, ein Semi-Dokumentarfilm aus dem Jahre 1959 von Edward O. Bland. In Schwarz-Weiß, ein kleines Gegenprogramm zu Bert Sterns Jazz on a Summer's Day. Der 35-minütige Film erinnert sich in seiner Photographie an Robert Franks berühmtes Photobuch The Americans. Man kann (in vier Teilen) den Film bei YouTube sehen.

Sie schreiben viel zu selten über Jazz, sagte mir unlängst ein Leser leicht vorwurfsvoll. Ja, ist richtig. Ich würde ja gerne mal einen ganzen Monat über Jazz schreiben, aber dann maulen andere Leser. Ich kann's jetzt schon hören. Aber für alle Jazzfreunde habe ich noch ein schönes Gedicht von Raynette Eitel aus ihrem Band Jar. Ich habe Raynette Eitel schon einmal hier vorgestellt, und je mehr ich von ihr lese, desto mehr mag ich sie.

Jazz Tears

Jazz stirred in a cold martini,
staccato beating frozen memories
upon my fragile struggling heart.

Sounds of jazz are twins to twilight,
A soft soothing of indigo grief
great waves crashing over my body:

Warm jazz tears wash down my cheeks
in salty streaks if silver sadness.
Sweet images of the past

done in syncopated notes,
soft and mellow as golden moonlight,
call my ghosts to dance again.

Jazz tears and old fears hum,
blends of sadness and euphoria.
My martini twirls in the glass.

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