Samstag, 17. April 2021

Weltraum

Als die Computer ausfielen, und die Astronauten den Funkspruch Houston, wir haben ein Problem abgesetzt hatten, mussten sie mit ihren Chronographen navigieren. Die kamen von der Schweizer Firma Omega. Die NASA hatte nach langen Tests diese Firma bevorzugt. Omega wusste das zuerst gar nicht, wusste auch zuerst nicht, dass eine ihrer Uhren auf dem Mond gewesen war. Heute schreiben Sie das in Biel zu Werbezwecken alles hinten auf die Uhr. Heute fliegt niemand mehr zum Mond, aber Omega Speedmaster Uhren werden immer noch verkauft. Heute vor einundfünfzig Jahren sind Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise nach der Katastrophe mit ihren Omegas sicher im Pazifik gelandet.

Die Reise ins All
ist eine Reise des Geistes
warum fliegen wir in den Weltraum
wenn nicht um etwas
über uns zu erfahren
und über das, was es mit diesem Universum
auf sich hat?
Über unseren Platz in dieser Ordnung
und darüber, was es bedeutet
ein Mensch zu sein.

Mit diesem Zitat des Astronauten Story Musgrave beginnt die in Berlin lebende rumänische Dichterin Dana Ranga ihren Gedichtband Cosmos, der im Februar erschienen ist und achtzig Gedichte zum Thema Weltraum enthält. Mit viel Zitatenmix von Leuten, die dort gewesen sind. Also nicht Münchhausen und Peterchen, sondern echte Astronauten und Kosmonauten. Die Dichterin hat sich lange mit dem Thema beschäftigt und über Musgrave und andere auch Filme gedreht (den Musgrave Film können Sie hier sehen). Für den Deutschlandfunk hat sie im letzten Jahr das Hörspiel Wort und Weltall: Ein literarischer Raumflug geschrieben, das Sie hier lesen können.

Die amerikanische Dichterin Liz Ahl hat zu der Apollo 13 Story ein besonderes Verhältnis, weil sie damals geboren wurde und sich ebenso wie Dana Ranga lange mit dem Thema beschäftgt hat. Im Jahre 2015 schrieb sie: Forty-five years ago this month, the 'failed' Apollo 13 mission actually became NASA’s finest hour because of the incredible creative and technical work done by so many folks to bring the crew back home. The story of Apollo 13, which first unfolded the week after I was born (!) was what first inspired me, years ago, to retell some Apollo space program stories via poetry. In the spirit of turning failures into successes, and in honor of the great feats of Apollo 13, here’s one of the poems. Und das Gedicht über Apollo 13 will ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten:

To make it home, they had to keep
hurtling away from Earth, gathered by gravity
into lunar orbit, the dark side never
quite this dark before.

Until the final burn they wouldn’t be allowed
to hold Earth in the window, where it belonged,
to burst towards it rather than let it fade
over their shoulders, shrinking to moon-size.

They had to turn their backs on home
and trust the stripped-down physics
of momentum and return. They had to surrender
to the old forces and attractions.

To make it home, they had to fly away
from every instinct urging them to turn
around right there, as if the crippled craft
could turn on such a thin dime.

They had to believe in the machine,
that the spindly lunar lander as lifeboat
could do everything it wasn’t designed to do —
like them, it was supposed to go to the moon.

The nature of the adventure shifted
from the journey to the return — coming home
was the new, untried frontier
as Cronkite called the play-by-play.

To make it home, they had to resurrect
the old imperatives, re-enter the race
that had already been run and won,
they had to want to make it home

like they wanted to make it to the moon.

Wenn Sie den den Film Apollo 13 sehen wollen, klicken Sie dies hier an.

Keine Kommentare:

Kommentar posten